Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Depression? Wie kann ich mir selbst helfen um stark genug für mein Sohn zu sein?

Letzte Nachricht: 6. Mai 2012 um 19:27
05.04.12 um 0:41

Hallo,
ich dachte, ich schreib direkt mal, was mein Problem ist - in der Hoffnung, mir kann vielleicht irgendjemand Tipps geben. Vielleicht hat ja wer die selben Erfahrungen gemacht und weiß, wie ich evtl. am besten damit umgehen kann.

Ich bin 27 Jahre alt, Mutter eines 9 jährigen Sohnes.
Die Probleme begannen vor etwa einem 3/4 Jahr, zuerst nur in der Schule. Er wurde immer aggressiver, schlug andere Kinder, ging auf Lehrer los, schmiss Stühle durch die Klasse, legte sich vor die Klasse um dem Unterricht zu umgehen. Dann wurde es daheim immer schlimmer, er widersprach ständig, verlangte rund um die Uhr meine Aufmerksamkeit (Beschäftigung), flippte aus - es lag permanente Aggression im Raum. Jede Bewegung, jedes Wort konnte das Fass zum überlaufen bringen.
Ich suchte mit meinem Sohn einen Kinder- und Jugendpsychologen auf, wöchentlich waren wir dort. Ich ging zur Erziehungsberatungsstelle. Es half alles nichts, mein Sohn war wie ausgewechselt. Zuletzt versuchte mein Sohn sich ständig etwas anzutun - Pulsadern aufschneiden, mit einer Schere verletzten, sich mit der Gabel in den Hals zu stechen, er wollte vor ein Auto springen.
Ich wusste mir und meinem Sohn nicht mehr anders zu helfen, als ihn in eine psychatrische Klinik einweisen zu lassen. Ich hatte so wahnsinnige angst, dass er sich was antun würde - er ist doch erst 9 Jahre alt....
In der Klinik ist er nun seit 6 Wochen und es ist kein Ende in Sicht. Er weigert sich irgendwie mit zu arbeiten, er hofft, seine Zeit absitzen zu können....
Zumindest konnten die Ärzte feststellen, dass er eine Persönlichkeitsstörung hat, die sich in vielerlei Hinsicht bemerkbar macht, dazu kommt ADHS und überdurchschnittliche Intelligenz. Die kommenden Therapien werden laut Ärzten Jahre in Anspruch nehmen.

So viel zur Vorgeschichte.

Sicher könnt ihr euch denken, was das für ein psychischer Druck oder Belastung ist. Um genau zu sein, geh ich dabei zugrunde, ich kann nicht mehr arbeiten gehen, habe meine gesamten sozialen Kontakte auf Eis gelegt, freu mich nicht mehr über Kleinigkeiten, ich kann nicht mehr schlafen, nicht mehr essen, rauche viel zu viel, breche ständig in Tränen aus und breche völlig erschöpft zusammen. Meine Gedanken kreisen nur noch um mein Sohn (der übrigens mein einzigstes Kind ist), ich fahre 3x pro Woche in die Klinik, musste Kontakt mit dem Jugenamt aufnehmen - und dann heißt es immer - ich soll mich selbst dabei nicht vergessen! Aber wie bitte soll ich das machen? Meine ganze Familie leidet unter dieser Situation. Mein Mann kann nur zusehen, wie es mir von Tag zu Tag schlechter geht. Ich habe einen Termin bei einem Psychologen für mich vereinbart... nächster möglicher Termin ende Mai. Bis dahin ist es noch so lang.
Wie kann ich zu mir finden? Wie kann ich mir selbst helfen, um weiter für meinen Sohn, für meine Familie da und stark sein zu können?
Ich bin völlig überfordert, sehe für die Zukunft keine Besserung. Ich sehe nur noch die Termine die ich habe, die Pflichten, denen ich nachkommen muss. Ich muss stark sein. Muss kämpfen... aber ich kann nicht mehr. Dieses 3/4 Jahr nahm mir meine ganze Kraft, meine ganze Freude, meine Hoffnung für die Zukunft.
An alle, die jetzt denken ich würde mir was antun wollen - nein, dafür brauch mein Sohn mich zu sehr. Und meine Überforderung hat auch nichts damit zu tun, dass ich so jung Mutter geworden bin - ich wäre mit 35 Jahren und dieser Situation genauso überfordert wie jetzt auch.

Kann mir irgendjemand Tipps geben, wie ich wieder zu Kräften komme? Wie ich stark genug für die nächsten Jahre sein kann, um meinem Sohn zu helfen?

Ich danke euch im voraus und entschuldige mich, dass ich so viel geschrieben habe. Zudem möchte ich noch anmerken, dass es mir wirklich nicht leicht gefallen ist, darüber zu reden und Hilfe in Anspruch zu nehmen... ich denke schon seit Wochen darüber nach, mich anzumelden und einen Beitrag zu schreiben.

Liebe Grüße Anny

Mehr lesen

09.04.12 um 18:43

Schnellstmöglich
solltest du selbst in eine Klinik. Meines Erachtens hast du - verständlicherweise - ein Burnout-Syndrom, aus welchem du dich unmöglich selbst befreien kannst.
Du brauchst dich nicht zu schämen, und dir auch keine Schwäche etc. einzureden. Schon die zeitliche Belastung hätte auch andere ausgebrannt, so dass sie mehrere Wochen Auszeit bräuchten. Aber du kannst dich ja nicht ausruhen, die Sorgen mit deinem Sohn werden ja anhalten.
Geh bitte zu einem Arzt und lasse dich einweisen. Das mit dem Psychologen kommt später.

Gefällt mir

Kannst du deine Antwort nicht finden?

06.05.12 um 19:27
In Antwort auf

Schnellstmöglich
solltest du selbst in eine Klinik. Meines Erachtens hast du - verständlicherweise - ein Burnout-Syndrom, aus welchem du dich unmöglich selbst befreien kannst.
Du brauchst dich nicht zu schämen, und dir auch keine Schwäche etc. einzureden. Schon die zeitliche Belastung hätte auch andere ausgebrannt, so dass sie mehrere Wochen Auszeit bräuchten. Aber du kannst dich ja nicht ausruhen, die Sorgen mit deinem Sohn werden ja anhalten.
Geh bitte zu einem Arzt und lasse dich einweisen. Das mit dem Psychologen kommt später.

Klinik
Hallo,
danke für deine Antwort.
Ich war bereits bei einem Psychologen, der mir ein bisschen helfen soll.
Zum Glück konnte ich mich jetzt wieder etwas entspannen, da es langsam echt besser läuft.
Dennoch meint der Psychologe, dass ich eine Depression habe und wir werden mit eine Therapie beginnen.

Ich bin froh, dass ich den Schritt gegangen bin.

Danke für die Antwort.
Liebe Grüße Anny

Gefällt mir