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Depression - wie alles anfing

19. April 2016 um 21:57

So viele Gedanken in meinem Kopf. Gleichzeitig so viele Gefühle auf einmal und doch fühlte ich auf eine Art und Weise garnichts. So viel Wut, Enttäuschung, Selbsthass. All das brachte mich zum verzweifeln. Ich drehte die Musik so laut es ging - Lana Del Rey, born to die. Das wohl beste Lied um meine Situation zu beschreiben. Ich setzte mich auf mein Bett, wollte weinen, schreien, um mich schlagen. Aber nichts davon tat ich, ich war wie in Trance, fühlte wie ich mich immer mehr von mir selbst entfernte. Ich griff nach der Klinge, rieb sie ein wenig auf meiner Haut hin und her, den Gedanken im Kopf, dass ich sie einfach tief in meine Haut drücken könnte und es doch nicht tat. Dass ich mich, wenn ich wollte, hätte umbringen können, es aber nicht tat. Dieses Gefühl von Macht, von Kontrolle, ich genoss diesen Moment. Dann erhöhte ich den Druck, zog die Klinge von links nach rechts quer über meinen Unterarm. Ich fühlte ein zartes Stechen, jedoch keinen Schmerz. Zu fasziniert war ich von dem Anblick, wie die Klinge meine Haut spaltete, wie kurz darauf das Blut langsam hinaus floss und mein Arm sich rot färbte. Ein Gefühl von Stolz, Anmut, Erleichterung und gleichzeitig Freiheit. Es war, als würde der ganze Druck, der auf mir lastete endlich entweichen können. Ich hatte eine Verbindung, einen Ausweg meines Inneren zur Außenwelt geschaffen. Mir flossen unglaublich viele Tränen die Wange herunter, tropften auf meinen Arm. Ich sah zu, wie sie mein recht dunkles Blut verdünnten. Ein wunderschöner Anblick. Ich wollte es wieder und wieder tun, ich konnte nicht damit aufhören, es war wie eine Sucht, ein Rausch. Ich war nicht ich selbst in diesem Moment, aber es gefiel mir.

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