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Depression wegen verkorkster Kindheit

24. Februar 2012 um 22:43

Ich bin 26 Jahre alt und hab schon meine eigene Familie. Was mich nun dazu bewegt etwas an meinem Leben zu ändern, ist, dass ich eine 14. Monate alte Tochter habe und ich schiss hab, dass ich meinem Kind das selbe antun werde wie meine Familie mir damals. Bei uns ist das so, dass meine Mutter total dominant ist, mein Vater total passiv (sagt also kein Wort, wenn's nicht unbedingt sein muss) und meine Schwester ist halt das Mutterkind. Sie ähnelt meiner Mutter und hat die gleiche Einstellung wie sie. Ich komme eher nach meinem Vater und er ist ein gutmütiger Mensch. Wir müssen halt nicht viel sagen um uns zu verstehen. Meine ma und Schwester sind eher kalt, wollen nicht so wirklich was von Gefühlen wissen und müssen immer die besten sein. Sie wollen immer das beste Haus, am besten kochen, am meisten von allen Geld verdienen....und und und. So bin ich aber von der Einstellung eher nicht. Meine Mutter hat von mir als Kind sehr viel verlangt, ich musste putzen bis alles blinkt, die beste in der Schule sein, immer sauber nach hausen kommen etc. Ich habe das all die Jahre mitgemacht. Ich habe zwar immer gewusst, dass etwas mit mir nicht stimmt, konnte es aber nicht zum Ausdruck bringen. Woher soll den ein Kind sowas auch wissen? Als ich dann ca 18 Jahre alt wurde hat mein Körper das nicht mehr mitgemacht. Ich bekam Depressionen und konnte nicht schlafen. Nachts bin ich aufgewacht und eine schwarze Gestalt saß auf mir...sie wirgte mich und ich konnte kein laut von mir geben, nichts!!! Es ist schwer zu verstehen aber das war ein traumähnliches Erlebnis...aber es fühlte sich sehr sehr real an. Das habe ich paar Jahre gehabt. Mal alle paar Monate, mal paar Jahre, mal paar tage. Ich hab angefangen immer mehr Party zu machen und habe immer mehr getrunken. Bei den männern habe ich vergeblich nach liebe gesucht. Ich möchte nicht eingebildet klingen aber ich hätte fast jeden haben können den ich wollte. Ich wollte, dass sie mir das geben, was ich nicht bekommen habe....Liebe!! Sie verliebten sich sehr schnell in mich und danach wollte ich nichts mehr von ihnen wissen. Ich hab einen nach dem anderen abserviert. Wenn ich merkte, dass es ihnen weh tat, hat es mich befriedigt. Wie krank. Auf Partys habe ich manchmal so viel getrunken, dass ich am nächsten Tag nicht mehr alles wusste. Meine Freunde erzählten mir, dass ich grundlos anfing richtig schlimm zu heulen (als ob jmd gestorben wäre) und mich total verschlossen habe. Ich wünschte mir immer und immer mehr einfach nicht mehr da zu sein. Ich hatte irgendwie totalen Hass auf meine Mutter. Um sie nicht mehr so oft zu sehen, bin ich mit 18 ausgezogen. Trotzdem war der Grundstein dieses Verhaltens in der Kindheit gelegt und nichts konnte diese Situation mehr ändern. Ich bin regelrecht abgestürzt...aber nicht nach außen...mein Geist wollte das nicht mehr mitmachen. Ich hab das problem versucht einmal anzusprechen und meine Schwester meinte nur, dass ich total übertreibe und meiner Mutter dankbar sein soll für alles. Sie stellte mich so dar, als ob ich meine Eltern nur fertigmachen wollte, weil ich nicht genug geld, Gegenstände etc. bekommen hab (oder halt weniger als sie). So ist das nicht, materielle Sachen bedeuten mir nicht so viel...meiner Schwester dafür umso mehr. Ich hatte danach noch mehr Zweifel am mir und habe bis heute meine Klappe gehalten. Ich lernte vor 3 Jahren meinen Mann kennen und wir heirateten schnell und bekamen ein Kind. Ich bin nun glücklich mit ihm, er versteht mich, ich kann mit ihm über alles reden. Am WE waren wir bei meinen Eltern und meine Schwester war mit ihrer fam auch da. Sie hat wieder angefangen unsere Kinder zu vergleichen, wie weit wer ist usw. (meine tochter ist 3 Wochen älter als ihr kleiner). Sie hat immer gestichelt wegen allem und irgendwann konnte ich nicht mehr, bin weggegangen. Es kam alles wieder hoch. Ich konnte wieder nicht richtig schlafen. Aus Verzweiflung habe ich ihr geschrieben, dass ich sie nicht mehr sehen will und hab ich gesagt wieso. Daraufhin meinte sie, dass ich Spinne und alles erfinde, weil ich eiffersüchtig bin. Jetzt bin ich wieder so weit wie vor paar Jahren Ich hab nun Angst mein Kind nicht richtig erziehen zu können, ihr das nicht geben zu können was ich nicht bekommen hab und zu versagen. Ich muss sagen, ich liebe mein Kind abgöttisch...sie ist mein ein und alles und ich würde ihr das letzte Hemd von mir geben. Ich umarme und küsse sie sehr viel (hab ich nicht bekommen). Leider kommt mein Mann nun zu kurz. Ich umarme und küsse ihn sehr selten. Ich mag das nicht wirklich, wenn er mich berührt. Da er grad sehr sehr viel arbeitet, haben wir eh keine Zeit für uns aber es muss sich ändern. Ich liebe ihn ja nach wie vor sehr. Wenn diese 2 Menschen nicht da wären, wäre ich es auch lange nicht mehr! Ist etwas lang geworden...tut mir leid. Kann mir vllt jemand helfen?

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26. Februar 2012 um 20:12

Erkenne Einiges wieder
Ich erkenne Einiges wieder. Auch ich habe mich, knapp 20, geradezu freudig aus meinen Elternhaus abgesetzt. Insbesondere von meiner Mutter, deren Verhalten durchaus vergleichbar Deiner Schilderung von Deiner Mutter ist. Auch mein Vater war eher passiv und ging lieber aus dem Weg als in den Streit.
Nun bin ich mir über meine wahre Situation erst sehr spät klar geworden. Das waren meine Kinder schon erwachsen.
Also habe ich sie so erzogen, wie ich für normal gehalten habe - und sie bestätigen mir heute, dass ich fast alles richtig gemacht habe.
Deshalb solltest Du so erziehen, wie es normal ist. Liebe, aber auch Strenge. Immer da sein, wenn nötig. Zeige, dass du da bist, wenn du gebraucht wirst. Aber nicht immer da sein, wenn es nicht nötig ist. Halt normal.
Ich denke, je natürlicher Du dich verhältst, desto mehr wird es erfolgreich sein.
Teile Deine Liebe auf Dein Kind und Deinen Mann auf. Sonst wird das Kind verwöhnt und Dein Mann depressiv.

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27. Februar 2012 um 14:45
In Antwort auf hassan_12234934

Erkenne Einiges wieder
Ich erkenne Einiges wieder. Auch ich habe mich, knapp 20, geradezu freudig aus meinen Elternhaus abgesetzt. Insbesondere von meiner Mutter, deren Verhalten durchaus vergleichbar Deiner Schilderung von Deiner Mutter ist. Auch mein Vater war eher passiv und ging lieber aus dem Weg als in den Streit.
Nun bin ich mir über meine wahre Situation erst sehr spät klar geworden. Das waren meine Kinder schon erwachsen.
Also habe ich sie so erzogen, wie ich für normal gehalten habe - und sie bestätigen mir heute, dass ich fast alles richtig gemacht habe.
Deshalb solltest Du so erziehen, wie es normal ist. Liebe, aber auch Strenge. Immer da sein, wenn nötig. Zeige, dass du da bist, wenn du gebraucht wirst. Aber nicht immer da sein, wenn es nicht nötig ist. Halt normal.
Ich denke, je natürlicher Du dich verhältst, desto mehr wird es erfolgreich sein.
Teile Deine Liebe auf Dein Kind und Deinen Mann auf. Sonst wird das Kind verwöhnt und Dein Mann depressiv.

Danke
Es tut echt gut, wenn ich verstanden werde! Es ist nun mal so, dass die meisten Menschen sich sehr gut mit ihrer Mutter verstehen und ihr sehr verbunden sind, deshalb kann das fast nie jmd. nachvollziehen. Ist echt schön zu hören, dass du deine Kinder so erzogen hast wie du es für richtig gehalten hast und das eure Beziehung jetzt innig ist. Ich versuche meinem Mann gerade mehr Beachtung zu schenken. Ich hoffe, dass es besser wird. Habe im Net noch ein Buch gefunden...passt wie die Faust aufs auge zu mir: sie haben es doch gut gemeint.

http://www.beltz.de/fileadmin/beltz/leseproben/9783407857880.pdf

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3. März 2012 um 13:48
In Antwort auf hassan_12234934

Erkenne Einiges wieder
Ich erkenne Einiges wieder. Auch ich habe mich, knapp 20, geradezu freudig aus meinen Elternhaus abgesetzt. Insbesondere von meiner Mutter, deren Verhalten durchaus vergleichbar Deiner Schilderung von Deiner Mutter ist. Auch mein Vater war eher passiv und ging lieber aus dem Weg als in den Streit.
Nun bin ich mir über meine wahre Situation erst sehr spät klar geworden. Das waren meine Kinder schon erwachsen.
Also habe ich sie so erzogen, wie ich für normal gehalten habe - und sie bestätigen mir heute, dass ich fast alles richtig gemacht habe.
Deshalb solltest Du so erziehen, wie es normal ist. Liebe, aber auch Strenge. Immer da sein, wenn nötig. Zeige, dass du da bist, wenn du gebraucht wirst. Aber nicht immer da sein, wenn es nicht nötig ist. Halt normal.
Ich denke, je natürlicher Du dich verhältst, desto mehr wird es erfolgreich sein.
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Hallo
Habe nun das Buch durchgelesen und ich hab definitiv eine Depression. Wollte dich fragen, ob du auch eine hattest oder hast?

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