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Depression und trauer

18. November 2012 um 15:37

wer hat einen rat für mich, ich leide seit 1999 immer wieder an depressiven episoden schwerer art und war auch schon mehrmals in einer klinik da ich aufgrund der depr. schübe nicht mehr weiter wusste. ich habe mich nach der klinik immer für ca. ein halbes jahr gut gefühlt. diesmal will die depression jedoch auch nach einem klinikaufenthalt nicht vorüber gehen. vielleicht liegt es daran, das ich mich in der stadt in der ich wohne nicht wohl fühle oder das ich meinen expartner selbst nach einem jahr trennung noch nicht verdaut habe. manchmal gibt es einen guten tag wo ich nicht an ihn denke dann ist die sehnsucht wieder immens gross. selbst mein glaube an gott hilft mir im moment nicht wirklich weiter. das beten schlägt mittlerweile um in betteln um genesung meiner depri. ich möchte nicht schon wieder in eine klinik. ich bin es so unendlich leid immer nur zu kämpfen und immer wieder diese einsamen tage aushalten zu müssen. wer von euch befand sich in einer gleichen oder ähnlichen situation und kann mir einen rat geben. das wäre echt nett und würde mir vielleicht wieder ein klein wenig mut machen. ganz liebe grüße von isinäschen

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21. November 2012 um 2:48

Depressionen und Trauer
Hallo Isinäschen!

Ich weiß nicht so recht, wie ich anfangen soll...
Ich kann in Deinen Zeilen entdecken, dass Du sehr einsam fühlst und dass es Dir viel Energie kostet diese Einsamkeit aus zu halten. Habe ich das richtig interpretiert?

Ja, dieses Gefühl, sich einsam zu fühlen kenne ich, ich mache das auch gerade durch.
Ich leide an einer depressiven Verstimmung mittlerer Episode, was auch immer diese Episode zu bedeuten hat.

Ich habe nach jahrelanger Partnerschaft, die Beziehung zu meinem Freund selbst abgebrochen. Meine wenigen Freunde wohnen so um die 150km weit von mir entfernt und ich merke gerade, dass ich mich immer mehr von der Außenwelt zurück ziehe.
Dass Dein Beten in Betteln umgeschlagen ist, verstehe ich voll und ganz, Niemand der jemals dieses Gefühl der Hilflosigkeit "nicht wieder auf die Füße zu kommen" selbst durch gemacht hat, wird evt. auch nicht verstehen, wie sich ein jeder von uns fühlt.

Den einzigen Rat den ich uns beiden geben kann, ist die Ursache heraus zu finden und zu lernen, wie wir damit um zu gehen lernen.
Nimmst Du schon Medikamente?
Bist Du eher der traurige Mensch oder eher der Typ, der sich zu Hause von der Außenwelt verkriecht?
Nicht jede/r Depressive/r empfindet dasselbe.

Ach und hin-und wieder schöne Musik hören, ein entspannendes Bad nehmen, wenn Du eines hast, Orangenöl (100%ig aus der Apotheke, kostet so um die 4,95) wirkt stimmungsaufhellend, ein gutes Buch, Telefonate und reden, reden, reden und schreiben, damit die Anspannung von Dir weg geht und Du Dich besser fühlst. Ach und Akzeptanz: damit hab ich auch die meisten Probleme: ich wünsche mir, dass ich lerne mich auch so zu akzeptieren, wie ich gerade bin: seelisch krank.

Ich hab fast "Alles" auf einmal verloren und das geht nicht spurlos an mir vorbei...da darf auch so eine gestandene Frau wie ich "krank werden"!!!
Ich hoffe, ich konnte Dir mit den Einblicken in mein Leben ein wenig Trost vermitteln.

LG und ich denke an Dich, wenn ich mich auch gerade einsam fühle, zu zweit fühlt es sich deutlich gemütlicher einsam!

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21. November 2012 um 19:16
In Antwort auf ima_12653909

Depressionen und Trauer
Hallo Isinäschen!

Ich weiß nicht so recht, wie ich anfangen soll...
Ich kann in Deinen Zeilen entdecken, dass Du sehr einsam fühlst und dass es Dir viel Energie kostet diese Einsamkeit aus zu halten. Habe ich das richtig interpretiert?

Ja, dieses Gefühl, sich einsam zu fühlen kenne ich, ich mache das auch gerade durch.
Ich leide an einer depressiven Verstimmung mittlerer Episode, was auch immer diese Episode zu bedeuten hat.

Ich habe nach jahrelanger Partnerschaft, die Beziehung zu meinem Freund selbst abgebrochen. Meine wenigen Freunde wohnen so um die 150km weit von mir entfernt und ich merke gerade, dass ich mich immer mehr von der Außenwelt zurück ziehe.
Dass Dein Beten in Betteln umgeschlagen ist, verstehe ich voll und ganz, Niemand der jemals dieses Gefühl der Hilflosigkeit "nicht wieder auf die Füße zu kommen" selbst durch gemacht hat, wird evt. auch nicht verstehen, wie sich ein jeder von uns fühlt.

Den einzigen Rat den ich uns beiden geben kann, ist die Ursache heraus zu finden und zu lernen, wie wir damit um zu gehen lernen.
Nimmst Du schon Medikamente?
Bist Du eher der traurige Mensch oder eher der Typ, der sich zu Hause von der Außenwelt verkriecht?
Nicht jede/r Depressive/r empfindet dasselbe.

Ach und hin-und wieder schöne Musik hören, ein entspannendes Bad nehmen, wenn Du eines hast, Orangenöl (100%ig aus der Apotheke, kostet so um die 4,95) wirkt stimmungsaufhellend, ein gutes Buch, Telefonate und reden, reden, reden und schreiben, damit die Anspannung von Dir weg geht und Du Dich besser fühlst. Ach und Akzeptanz: damit hab ich auch die meisten Probleme: ich wünsche mir, dass ich lerne mich auch so zu akzeptieren, wie ich gerade bin: seelisch krank.

Ich hab fast "Alles" auf einmal verloren und das geht nicht spurlos an mir vorbei...da darf auch so eine gestandene Frau wie ich "krank werden"!!!
Ich hoffe, ich konnte Dir mit den Einblicken in mein Leben ein wenig Trost vermitteln.

LG und ich denke an Dich, wenn ich mich auch gerade einsam fühle, zu zweit fühlt es sich deutlich gemütlicher einsam!

Depression und trauer
hi thunderrebel, erstmal ein total liebes dankeschön für deine einfühlsame mail. du hast aus meinen zeilen genau das ersehen was gerade in meinem leben fact ist nämlich das ich sehr mit meiner einsamkeit zu kämpfen habe. und zudem ist es auch für mich schwer die erkrankung depression wirklich zu akzeptieren. jedoch hab ich gemerkt das ich nicht drumherum komme mir einzugestehen das meine seele leidet. und ich denk mir wenn ich etwas körperliches hätte würd ich ja auch auf mich achten und alles erdenkliche tun um wieder gesund zu werden. was die einsamkeit anbelangt so habe ich sehr lange menschen vertraut die meine hilfsbereitschaft, gutmütigkeit und sensibilität auszunutzen verstanden. ich war in meinen deprisschüben so froh das ich überhaupt jemanden an meiner seite hatte das ich diese menschen gewähren ließ. jetzt befinde ich mich zwischen bereits vollzogenen verabschiedungen solcher leute gegenüber und dem finden von neuen echten kontakten. dieses vakuum ist schwer aber ich versuch dran zu bleiben. mein ex muss allerdings nach wie vor verdaut werden. gerade in letzter zeit erinnere ich mich häufiger an ihn aber das hat vielleicht andere faktoren als das ich ihn noch lieben würde. danke auch für die lieben tips mir gutes zu tun. das ist ein zeichen von selbstliebe wenn man sich selbst im größten schmerz ein verwöhnprogramm gönt. hab mir gestern auch ein rose mit einem ganz fetten, prallen kopf gekauft. in rosa weil rosa tröstet. wenn ich schon keinen liebsten hab der mir ne blume schenkt schenk ich mir halt selbst eine. mein kinderbild wo ich als kleiner frechdachs drauf bin hab ich auf meinen esstisch gestellt damit ich es jedesmal ankucken und begrüßen kann. ich finde es ganz toll das du dir sagst das eine gestandene frau wie du auch mal krank sein darf. und last not least alles zu verlieren hatte ich letztes jahr auch durchmachen müssen auch da bist du kein einzelfall und es war kein ex da der mich unterstützt hätte. niemand hilft einem dann wirklich aber dafür gab es wertvolle neuanfänge die mich in meinem bemühen belohnten. medikamente nehme ich seit einer halben ewigkeit. das sind ein antidepressiva und gegen das grübeln eine babyration neuroleptika. beides vertrage ich sehr gut. ich glaube wir dürfen uns beide durchaus auch mal hilflos fühlen aber was sehr wichtig ist ist nicht in die opferrolle zu rutschen. mir passiert das immer mal wieder dieses "ich arme einsame, ungerecht behandelte frau". ich werde auch weiterhin dem lieben gott auf die schulter klopfen und sagen hey ich bin auch noch da, auch ich brauche liebe und geborgenheit" und heut hab ich ihm gesagt das ich die liebe als etwas ganz tolles finde aber manchmal ist sie auch ne richtig arrogante zicke. danach gings mir besser. ich hoff du bist mir nicht böse das ich soviel geschrieben hab....wenn du lust und zeit hast freue ich mich natürlich auch auf deine zeilen...sei unbekannter weise lieb in den arm genommen und getröstet. alles hat seine zeit- auch das gesund werden...ganz nette grüße von isinäschen

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