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Depression und jetzt auch noch gerichtliche Vorladung.

15. März 2013 um 9:05

Ich könnte kotzen.
Kennt sich jemand mit Zeugen & Gericht aus?

Kurz mal zum Geschehenen. Letztes Jahr, Ende Sommer, war ich das zweite mal schwanger, und leider hat mein Freund es mir nicht wirklich leicht gemacht, da er an schweren Depressionen (+ unbekannte Verhaltensstörungen) leidet. Mir selbst ging es auch nie gut. Nun ja, haben uns einen Abend, da war ich im 8.ten Monat, gestritten, warum weiß ich nicht mal mehr. War wieder eine unwichtige Kleinigkeit.
Er hat mich aufs Äußerste provoziert, so, dass ich auf ihn los bin. Bzw. es versucht habe. Er hat mich instinktiv abgewehrt, weggetreten/weggeschubt, ich bin nur auf den Po gefallen aber dadurch dass ich ja doch getroffen wurde, auch wenn nicht stark, habe ich alles verdramatisiert und mir eingebildet, er hätte mir absichtlich in den Bauch getreten.
Zuvor meinte er noch, er wolle das Kind nicht mehr, ich sagte das gleiche. (Heute tut es mir leid und wir beide lieben die Kleine)!

Auf jeden Fall hab ich danach in meiner Paranoia die Polizei gerufen, die hat, obwohl ich dies nicht wollte (Freund war abgehauen, war auch alkoholisiert und psychisch sowieso nicht labil) Strafanzeige gegen ihn gestellt. Die hatten mich beide gefragt, ob ich das möchte, ich habe gesagt ich überlege es mir noch, falls was, melde ich mich.
Nur leider haben die Klugsäcke das selbst erledigt.

So, auf zwei weitere Briefe von denen, habe ich telefonisch angerufen und gesagt, ich wolle diese Strafanzeige nicht stellen, er ist schließlich mein Freund, und dass man streitet, wenn manchmal auch heftiger, ist nun mal so. Würde ich jedes mal eine Anzeige stellen, dann hätte ich hunderte in einem Jahr fertig. Ihm geht es ja auch so.

So. Vor ein paar Wochen war ein Mann hier, auch von der Polizei. Nachdem ich mich das letzte mal telefonisch entschuldigt habe und meinte, ich möchte das nicht dass diese Sache weiter gegen ihn läuft, ist er sogar noch einmal persönlich zu mir nach Hause gekommen und hat sich dessen beglaubigt. Habe ihm persönlich gesagt, ich bleibe bei dem Ganzen. Ok, und weg war er.

Ich dachte ich höre nie wieder etwas davon.

Nun denn, gerade an Valentinstag, flattert wieder ein Brief rein. Allerdings bei meinem Freund von der Polizei. Wegen Beweisvorlage oder Zeugenprotokoll oder dass man sich entschuldigt oder so etwas.
ICH, habe mit meinem Namen, einen Brief geschrieben, der ausdrücklich einen Entschuldigungsgrund darstellt. Ich war schwanger, fertig mit der Situation und bin psychisch sehr angeschlagen, habe mir das größtenteils eingebildet und einen wahrhaftigen Realitätsverlust gehabt. Und dass ich es nicht schaffe, mit meinem Baby vor Gericht zu erscheinen und meinen Partner nieder zu machen.

So, erstmal war Ruhe, bis HEUTE, ein gelber Brief im Kasten lag. Super Laune heute morgen.!

Und zwar eine Einladung zum GERICHT, als Zeugin, da ich ja mit den zwei Polizisten die einzigste bin.
Nun möchte ich aber meinen Freund nicht fertig machen!!! Er stellt heute Antrag bei der Krankenkasse auf Übernahme der Kosten für eine Psycho-Therapie, und ich möchte ihn dabei unterstützen und mitgehen. Und jetzt müssen wir uns gegenseitig bekriegen vor Gericht?!?! Das hält keiner von uns aus.

Was soll ich nur tun.... Tausend mal hab ich gesagt, ich will das ganze nicht mehr...... Ich bereue so, dass ich diese scheiß Polizei damals dazu geholt habe. Alles, weil ich überreagiert habe.
So habe ich das auch schriftlich geschildert, aber das scheint egal?!!? Was ist denn dann ein vernünftiger Ausschließungsgrund bitte???

Ich möchte dort nicht hingehen. Termin ist für den 15. Juli.

Ich bin verzweifelt, habe mit meinem Freund noch nicht darüber gesprochen da er seit kurzem wieder in seiner Wohnung lebt, da wir zu oft gestritten haben. So geht es uns viel, viel besser und wir kommen super miteinander aus.
Ich will gar nicht wissen was er gleich wieder für ein Tief hat wenn ich ihn anrufe und darauf anspreche.............

Soll ich einfach nicht hingehen? Oder nochmal Bescheid sagen??? Anscheinend bringt ja alles nichts.
Oder soll ich doch erscheinen, aber meine Aussage verweigern, da dies ja meinen Partner schlecht macht? Mich somit auch automatisch mit dazu.

Also hingehen und den Mund halten, damit könnte ich mich anfreunden.

Er braucht jetzt viel Kraft, um überhaupt wieder auf die Beine zu kommen (Schwierigkeiten im Job, Elternhaus...etc.) und jetzt so was.

Das verkraftet er, genau wie ich, gar nicht.

Wäre um Tipps SEHR DANKBAR!!!

Liebe Grüße.........

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15. März 2013 um 12:03

Ich bin kein Fachmann
aber soweit ich das sehe, ist das keine Straftat, die an sich von der Staatsanwaltschaft verfolgt werden würde, sondern etwas, wo tatsächlich eine Anzeige vorliegen muss.

In dem gelben Brief stehen der zuständige Staatsanwalt und der Sachbearbeiter bei Gericht drin, sag denen, dass Du überreagier hast und die Cops nicht peilen wollten, dass Dir das später auch klar war.

Das sollte eigentlich reichen.

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16. März 2013 um 1:00

Also
Einfach nicht hingehen, kannst Du nicht!
ABER: ruf an, kläre das mit dem Richter!
Wer als Zeuge z.B. verhindert ist aber eine Vorladung hat ruft auch beim Richter an und bespricht persönlich, ob er unbedingt kommen muss oder ob der Richter in dem Fall darauf verzichtet...
Besprich es mit dem Richter, vielleicht klärt sich alles von alleine.

Aber: bin auch kein Fachmann...

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16. März 2013 um 17:25

Also
eine gerichtlichen Vorladung musst Du Folge leisten. Wenn Du es nicht tust, zahlst Du die Kosten des Termins und zum nächsten Termin holt dich die Polizei ab. Gggf. wird sogar Haftbefehl gegen Dich erlassen.

Da die Sache inzwischen bei Gericht ist, kann die Staatsanwaltschaft auch gar nichts mehr machen. Du hast jetzt zwei Möglichkeiten:
1. Du gehst hin und erklärst, dass Ihr beide verlobt seid und Du von Deinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machst. Dann musst Du nicht aussagen, aber es bleiben die Aussagen der Polizisten.
2. Du gehst hin und erzählst das, was Du oben geschrieben hast und dann wird im Zweifel das Verfahren mit oder ohne Geldbuße eingestellt.

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16. März 2013 um 23:24

Wer hat denn hier behauptet sie bräuchte da nicht hinzugehen?
Es haben erst 5 Leute geschrieben - aber DAS hat keiner gesagt. Natürlich kann sie nicht einfach fernbleiben - es ist eine gerichtliche Vorladung!

Ansonsten kann sie im Voraus anrufen und die Sache klären - evtl. wird das ganze eingestellt, so dass die Vorladung tatsächlich widerrufen wird und die teure Verhandlung garnicht stattfindet. Probieren sollte sie es! Und zwar umgehend.

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17. März 2013 um 14:41

Ich war zwar selber noch nie vor Gericht,
aber als z.B. mein Mann mal als Zeuge geladen war und der Flieger nicht geflogen ist, hat er vom Flughafen aus noch den Richter angerufen um persönlich zu klären, ob er da wirklich kommen muss - er würde dann einen Zug nehmen, aber anderthalb Stunden verspätet eintreffen... Der Richter meinte, es wäre seines Erachtens nicht zwingend erforderlich und den Aufwand (und die Reisekosten) nicht mehr wert und er solle einfach zuhause bleiben, das ginge so in Ordnung. Sollte sich im Laufe der Verhandlung herausstellen, dass seine Aussage doch noch nötig ist, würde man ihm bescheid geben über einen neuen Termin. Aber für dieses Tag wäre er befreit.
Und es kam auch nichts mehr...

Klar kann man am Telefon klären, wie man weiter vorgehen soll! Wenn der Richter sagt, sie soll ein Formular ausfüllen oder persönlich vobeikommen und einen Widerruf unterschreiben oder ihr sagt, sie solle als nächsten Schritt zur Polizei gehen und die Anzeige zurückziehen, dann weiß sie endlich, was zu tun ist. Und das Gericht ist froh, um jeden Fall, der eingestellt wird - ist ja für alle Beteiligten mit Kosten verbunden. Darum wird ja so oft versucht, jede mögliche Verhandlung durch Schlichtung zu umgehen... (natürlich nur im Zivilbereich, aber darum geht es ja hier)

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17. März 2013 um 14:47
In Antwort auf jessie_12536054

Ich war zwar selber noch nie vor Gericht,
aber als z.B. mein Mann mal als Zeuge geladen war und der Flieger nicht geflogen ist, hat er vom Flughafen aus noch den Richter angerufen um persönlich zu klären, ob er da wirklich kommen muss - er würde dann einen Zug nehmen, aber anderthalb Stunden verspätet eintreffen... Der Richter meinte, es wäre seines Erachtens nicht zwingend erforderlich und den Aufwand (und die Reisekosten) nicht mehr wert und er solle einfach zuhause bleiben, das ginge so in Ordnung. Sollte sich im Laufe der Verhandlung herausstellen, dass seine Aussage doch noch nötig ist, würde man ihm bescheid geben über einen neuen Termin. Aber für dieses Tag wäre er befreit.
Und es kam auch nichts mehr...

Klar kann man am Telefon klären, wie man weiter vorgehen soll! Wenn der Richter sagt, sie soll ein Formular ausfüllen oder persönlich vobeikommen und einen Widerruf unterschreiben oder ihr sagt, sie solle als nächsten Schritt zur Polizei gehen und die Anzeige zurückziehen, dann weiß sie endlich, was zu tun ist. Und das Gericht ist froh, um jeden Fall, der eingestellt wird - ist ja für alle Beteiligten mit Kosten verbunden. Darum wird ja so oft versucht, jede mögliche Verhandlung durch Schlichtung zu umgehen... (natürlich nur im Zivilbereich, aber darum geht es ja hier)

Selbstverständlich wäre es schlauer
und eine riesen Kostenersparnis für alle Beteiligten,
die Anzeige VOR der Gerichtsverhandlung zurückzuziehen und nicht erst zu warten, bis alle Beteiligten reinbestellt sind und sie dann die Gerichstkosten, die Verwaltungsgebühren, den Richter, die Anwälte usw aus eigener Tasche zu zahlen hat.
Wenn sie es nämlich erst so weit kommen lässt und erst im Gerichtssaal allen Beteiligten die von sonstwo angerückt sind eröffnet "nee, war alles nicht so gemeint, ihr könnt alle wieder heimfahren" kanns nämlich ganz schön teuer werden - für sie.

VORHER klären! Anruf bei Gericht (da steht doch bestimmt eine Telefonnummer auf dem Schreiben) und bei der Polizei... Am besten sofort alles klären.

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