Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Depression - Studienabbruch?

Depression - Studienabbruch?

3. Januar 2016 um 17:23 Letzte Antwort: 19. Januar 2016 um 14:29

Hallo zusammen,
Ich bin mittlerweile so dermaßen verzweifelt, da ich mich nicht recht wage mit jemandem Bekannten über dieses Thema zu sprechen.

Folgendes:
Ich habe zu meinem Vater ein sehr seltsames Verhältnis. Es ist damals sehr viel vorgefallen, so dass ich seine Nähe fast ausschließlich meide.
Ich bekam mein Leben lang von ihm eingetrichtert, nichts zu können. Meine Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin nach dem Abitur war ihm ein Dorn im Auge, da sie aus Wochenend- und Schichtdienst bestand. "Wenn man nichts kann -lernt man halt so einen Beruf", sagte er zu meiner Schwester.
Das hat mich sehr getroffen, obwohl ich es natürlich besser weiß.

Ich habe meine Ausbildung mit einem Schnitt von 1,6 beendet. Der Beruf bzw. die gesamte Thematik lässt mich total aufblühen und da mein Interesse so groß war, mir noch mehr Wissen in dem Bereich anzueignen, entschied ich mich für ein Studium in dieser Fachrichtung.
Ich zog also von zu Hause aus und freute mich riesig endlich meinen Freiraum zu haben. Und das Studium sollte auch sehr viel Spaß machen.
Mein Vater zahlte mir alle Möbel, half mir beim Umzug.
Geld war für ihn schon immer das Mittel, mit dem sich alles lösen ließ.

Nun bin ich schon eine Weile hier.
Habe Anschluss gefunden, meine WG fühlt sich allerdings eher wie eine Zweck WG an. Schade.
Ich sitze momentan also wieder wie an so vielen Sonntagen allein in meinem Zimmer und bin den Tränen nahe.
Die Studieninhalte sagen mir so gar nicht zu. Ich habe mich natürlich im Vorfeld informiert, jedoch sieht alles in der Praxis ganz anders aus.
Ich möchte es gar nicht viel weiter ausführen.
Fakt ist jedoch: Dieses Studium scheint nicht das Richtige für mich zu sein.

Ich vermisse meine Freunde, meinen Freund und vor allem meine Mutter ständig.
Es hieß zu Beginn ich könnte jederzeit wieder kommen.
Das könnte ich auch.
Ich könnte mit großer Wahrscheinlichkeit auch direkt wieder im Beruf einsteigen.

Aber dieser Schritt zu sagen "Ich breche das Studium ab", fällt mir so unsagbar schwer, dass ich mich schon wieder bei den Gedanken ertappe zu sagen "Ich ziehe das durch", "Das wird schon noch werden".

Aber wenn ich doch so unglücklich bin?
Ich würde mich sehr, sehr über eine Antwort, einen Rat oder einfach nur einen Gedankenanstoß freuen.

Danke!



Mehr lesen

3. Januar 2016 um 23:32

Überlege
Ob es sich hierbei einfach nur um die außenfaktoren handelt wie zb WG, Heimweh etc und man dadurch alles negativ sieht und dir dadurch evtl das Studium uninteressant erscheint oder ist es tatsächlich so?

Sollte es sich dabei nicht nur um eine Phase handeln und du bist dauertraurig wäre es vl eine überlegung wert das Studium einfach auf einen späteren Zeitpunkt in deinem Leben zu verschieben? Vl ist es das richtige Studium für dich aber einfach nicht jetzt die richtige Zeit dafür. Zumindest noch nicht...

Aufgeschoben ist ja nicht gleich aufgehoben

LG

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
5. Januar 2016 um 14:00

Heimweh
Hallo du,

ich kann mit auch vorstellen, dass du starkes Heimweh hast und der ganze Druck alles alleine zu schaffen ziemlich groß ist..
Du bist jetzt ziemlich auf dich alleine gestellt, gute Freunde und Familie sind nicht greifbar und dann auch nur eine Zweck WG und ein neues Umfeld Studium und zusätzlich noch die Angst zu versagen..

Bevor das Studium und die neue Umgebung dich ganz fertig macht, du nur noch unglücklich bist und du keinen sinn mehr im leben siehst, bei dem was du jetzt machst, dann breche das Studium ab. Deine Familie und Freunde verstehen das sicherlich ..

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
10. Januar 2016 um 21:41
In Antwort auf beth_12369830

Überlege
Ob es sich hierbei einfach nur um die außenfaktoren handelt wie zb WG, Heimweh etc und man dadurch alles negativ sieht und dir dadurch evtl das Studium uninteressant erscheint oder ist es tatsächlich so?

Sollte es sich dabei nicht nur um eine Phase handeln und du bist dauertraurig wäre es vl eine überlegung wert das Studium einfach auf einen späteren Zeitpunkt in deinem Leben zu verschieben? Vl ist es das richtige Studium für dich aber einfach nicht jetzt die richtige Zeit dafür. Zumindest noch nicht...

Aufgeschoben ist ja nicht gleich aufgehoben

LG

Gespräch
Hallo,
Vielen lieben Dank erstmal für eure Antworten.

Ich war nun dieses Wochenende bei meiner Familie zu Hause und das Verhältnis zu meinem Pa war mehr als angespannt.
Da ich jedoch kaum noch schlafen - und an nichts anderes denken kann als an das Studium bzw den weiteren Verlauf, habe ich allen Mut zusammen gefasst und das Gespräch zu meiner Ma gesucht.

Dieses verlief jedoch komplett anders als ich es mir hätte vorstellen können.
Sie kam letzendlich zu dem Entschluss ich solle doch erstmal abwarten und vielleicht würde sich alles bessern.
Auch, dass ich nur noch Bauchschmerzen habe und ich seit Beginn einfach keine Freude an dem Studium habe hat nichts an der Sache geändert.
Ich solle auch bloß meinem Vater ersteinmal nichts sagen.

Ich fasse es nicht.
Nun bin ich wieder zurück gefahren und die letzten Tage wurde einfach so getan als sei nichts gewesen.
Mir geht es immer schlechter und ich weiß das sich die Situation nicht mehr legen wird.

Ich bin so super verzweifelt. Wenn nicht noch mehr als zuvor.
Jeder steht hinter mir und meiner Entscheidung, bis auf die eigenen Eltern, die zuvor noch gesagt haben ich kann jeder Zeit wieder kommen, dann hätte ich es wenigstens probiert.
Scheinbar ist dem nicht so.

Was mache ich bloß ...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
16. Januar 2016 um 20:53
In Antwort auf berit_12041077

Gespräch
Hallo,
Vielen lieben Dank erstmal für eure Antworten.

Ich war nun dieses Wochenende bei meiner Familie zu Hause und das Verhältnis zu meinem Pa war mehr als angespannt.
Da ich jedoch kaum noch schlafen - und an nichts anderes denken kann als an das Studium bzw den weiteren Verlauf, habe ich allen Mut zusammen gefasst und das Gespräch zu meiner Ma gesucht.

Dieses verlief jedoch komplett anders als ich es mir hätte vorstellen können.
Sie kam letzendlich zu dem Entschluss ich solle doch erstmal abwarten und vielleicht würde sich alles bessern.
Auch, dass ich nur noch Bauchschmerzen habe und ich seit Beginn einfach keine Freude an dem Studium habe hat nichts an der Sache geändert.
Ich solle auch bloß meinem Vater ersteinmal nichts sagen.

Ich fasse es nicht.
Nun bin ich wieder zurück gefahren und die letzten Tage wurde einfach so getan als sei nichts gewesen.
Mir geht es immer schlechter und ich weiß das sich die Situation nicht mehr legen wird.

Ich bin so super verzweifelt. Wenn nicht noch mehr als zuvor.
Jeder steht hinter mir und meiner Entscheidung, bis auf die eigenen Eltern, die zuvor noch gesagt haben ich kann jeder Zeit wieder kommen, dann hätte ich es wenigstens probiert.
Scheinbar ist dem nicht so.

Was mache ich bloß ...

Schade
An erster stelle finde ich es mutig von dir, dass du diesen schritt gewagt hast und mit deiner Mutter gesprochen hast.
Schade ist allerdings das deine Mutter dich nicht richtig ernst nimmt. Kann es daran liegen, das ihr nicht klar wurde, wie sehr dich das ganze belastet? Auch wenn es schwer für dich ist, würde ich es an deiner stelle nochmal versuchen mit deiner Mutter und mit deinem Vater zu sprechen. Vielleicht Alternativen aufzeigen, was du machst wenn du das Studium abbrichst. Du bist jung, man kann später immer noch studieren .

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
19. Januar 2016 um 14:29

Höre auf dein Herz
Hallo,

ich kann dir nur aus Erfahrung sagen, dass du auf dein Herz hören sollst. Ich stand genau vor einem Jahr vor der selben Entscheidung. September 2014 bin ich wegen einem dualen Studium im Bereich Informatik von Hamburg nach Stuttgart gezogen. Nach einigen Monaten habe ich schnell gemerkt, dass es einfach nichts für mich ist, die Struktur im dualen STudium, die Entfernung zum Freund und Familie etc... Leider fällt das "aufgeben" einem immer soooo schwer. Vorallem bei so einer RIESENCHANCE!! Als ich ein Praktikum in Hamburg gemacht habe, ist mir erst recht aufgefallen, wie unglücklich ich in Stuttgart undmit meinem Studium war. Ich stellte mir die Frage, wen will ich eigentlich beeindrücken? Menschen in meinem Studiengang, die sich eh nicht richtig für mich interessieren(Zweckfreundschaf ten) ? Meine Familie, die eigentlich egal was ist zu mir stehen müsste? Was ist mit mir selber? Was macht mich glücklich? Es war für mich aber aufjedenfall keine Option ohne ein Plan B aufzuhören. Ich suchte nach einem Werkstudenten Job und entschied mich für einen neuen Studiengang Wirtschaftsinformatik. Das ist wenigstens nicht sooo trocken und schwer wie reiner Informatik. Normal studieren statt duales Studium? Wie stehen die Jobchancen später? SOOOO viele Fragen gingen mir durch den Kopf.Mein größtes Problem war aber ich wollte niemanden enttäuschen. Nachdem ich ein Nebenjob im IT Bereich bekam und meine Zusage an der Uni Hamburg hatte, entschied ich mich das duale Studium hinzuschmeißen. Egal ob es die richtige Entscheidung ist, so war ich aufjedenfall nicht glücklich. Ich hatte Angst diese Entscheidung zu bereuen. Aber nein das Leben ging weiter. Mir ging bzw. geht es jetzt soooo viel besser. Ich bin wieder bei meinen Liebsten und die Entscheidung akzeptieren Sie mitlerweile auch und unterstützen mich auf meinem neuen Weg. Man muss sich einfach trauen. Das Leben geht weiter. Ängste sind normal, man muss einfach genau überlegen was einem glücklich macht. Ich sehe es auch nicht als ein Aufgeben. Ich mache jetzt einfach das was mir MEHR spaß macht.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
Frühere Diskussionen
Ich komme nicht weiter, und fühle mich überfordert
Von: bryn_12078035
neu
|
19. Januar 2016 um 10:55
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram