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Depression-Stationäre Behandlung.

22. Juni 2010 um 1:29 Letzte Antwort: 22. Juli 2010 um 21:09

guten abend,

das thema gibs bestimmt schon tausend mal
möchte aber dennoch eins eröffnen
hoffe das nicht allzu schlimm.

ich bin 22 und leide wohl seit ich 13 bin an depression und war lange in falscher behandlung.
jetzt mit 22 wurde es erst festgestellt.
zu meiner frage.

ich muss bald in eine stationäre behandlung die ca 6-12 wochen dauern soll.
nun ist die angst natürlich sehr groß und meine frage ob es erfahrungsberichte gibt aktuelle natürlich oder noch besser was wird mich da erwarten? wie sieht so ein tagesplan ungefähr aus?muss man dann alles tun oder ist das alles freiwillig? bringt das wirklich was und kann man persönliche dinge mitnehmen wie handy oder laptop oder ist man abgeschottet ausser möglicher besuch?
kann ja das wochenende dann heim.
dennoch ist meine angst groß.

hoffe es antwortet jemand und bitte keine dummen aussagen wie" frag doch dein arzt usw."
ist mir schon schwer gefallen hier zu schreiben

danke im vorraus.

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28. Juni 2010 um 20:01

.
Ich habe mal ein paar Erfahrungsbericht zusammengesammelt:

"Eine gute Freundin von mir war heuer in der Psychiatrie. Sie hat Depressionen und sogar versucht sich das Leben zu nehmen. Zum Glück ist sie noch rechtzeitig zu Verstand gekommen und hat selbst die Rettung angerufen.
Sie war daraufhin ca. 1 Monat stationär in der Psychiatrie und geht nun regelmäßig zur Psychotherapie.
Sie ist in diesem Monat wo sie stationär aufgenommen war richtig aufgeblüht. Sie hat es genossen, dass für eine Zeit lang nicht sie selbst alles bestimmen musste sondern sie fixe Termine einhalten musste. Essen, Sport, Therapie - war alles geregelt. Besuch konnte sie jederzeit empfangen, ich bin nur gegen Abend zu ihr hin (musste arbeiten) und untertags war sie eh so beschäftigt, dass ihr nicht langweilig wurde. Sie hat stundenlang mit den anderen stationären Patienten gesprochen, sie haben Sport gemacht (was ihr besonders gut tat) und sie war richtig fröhlich. Allerdings hat sie sehr starke Medikation erhalten (Tabletten), die aber Schritt für Schritt reduziert wurde. Teilweise war sie durch die Medikamente etwas durcheinander und erzählte Sachen öfters (während 1 Besuches) weil sie nicht genau sagen konnte ob sie das schon gesagt hatte. Sie hat die Tabletten auch zu Hause noch weiter nehmen müssen, inzwischen ist sie aber ganz weg davon.
Soweit ich weiß hatten sie fixe Zeiten für Sport, fixe Zeiten zum Essen, dann vormittags Gruppen- und/oder Einzelgespräche mit Psychologen, Gespräche mit den behandelnden Ärzten. Aber auch Freizeit (nachmittags) wo Besucher kamen.
Tabletten wurden regelmäßig ausgeteilt.
Allerdings war es bei meiner Freundin so, dass sie nicht wollte, dass jeder weiß wo sie ist. Sie hat es nur einem kleinen Kreis gesagt, der sie dann auch regelmäßig besuchte.
Vorzeitig gehen kann er nur, wenn die Ärzte ihr ok geben - denk ich mal. Da kann man aber sicher mit ihnen reden.
Indem man sich einweisen lässt gibt man ja sein ok sich dort behandeln zu lassen - bis man gesund ist.
Aber Achtung - man kann auch rausgeworfen werden... Kenne einen Fall, der Mann ging unerlaubterweise kurz in die Stadt etwas einkaufen - durfte er nicht und wurde rausgeschmissen. Hat sich dann eine geringe Überdosis Schmerzmittel gegeben damit sie ihn wieder aufnehmen...
Viele Leute sind wegen Depressionen auf solchen Stationen - natürlich gibt es auch schwerere Fälle von psychisch Kranken, die waren aber zumindest im Krankenhaus wo meine Freundin war auf einer anderen Station.
Hoffe ich konnte ein wenig helfen." [Quelle: http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20080513223005AAsbMCS]

"Ich habe eine stationäre Therapie hinter mir! Für mich persönlich das Beste was mir je passiert ist, im Nachhinein. Die erste Zeit war für mich die Hölle, habe nur geheult und wollte da weg. Die Therapie ist jetzt 3 Jahre her und ich bin mir sehr dankbar dafür, dass ich es durchgezogen habe. Man lernt da unglaublich viel, vorausgesetzt man will es und öffnet sich gegenüber den Therapeuten dort. Die stationäre Therapie war der entscheidende Anstoß zu einem tollen Leben, was ich jetzt habe. Nach der stationären Therapie habe ich noch eine ambulante weiter gemacht. Diese ist aber nicht vergleichbar mit einer stationären Thera, da diese viel intensiver ist. Mach es, ich kann es nur empfehlen......" [Quelle: http://www.psychotherapiepraxis.at/archiv/viewtopic.php?t=36705]

Ich möchte dir auf jeden Fall Mut machen. Eine Stationäre Therapie ist wirklich nicht schlimm und die Kliniken sind meistens sehr luftig und schön gebaut.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen.

Gedankin

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4. Juli 2010 um 13:42

Also...
Ich war letztes jahr in langzeittherapie. Ich bin 24 und muss sagen, ich bin froh, dass ich das gemacht hab. Natürlich ist sowas nicht einfach aber ich denke man will dass sich was ändert... Und das hat es! Heute bin ich glücklich, morgens aufzuwachen. Vor einem jahr konnte ich das nicht behaupten. Nun zum ablauf: man hat verschiedene therapien täglich und ausserdem macht man aktivitäten im freien meistens schon morgens nach dem frühstück um fit in den tag zu gehen. Anfangs war ich nicht begeistert aber es hat geholfen. Was noch dazu kommt, du hast tag und nacht ansprechpartner für jedes problem. Auf die therapien werd ich nicht näher eingehen denn das macht sicher jede einrichtung anders.

Handy durfte ich haben, jedoch sollte man dies nicht zu oft benutzen weil man sich mit sich beschäftigen soll.
Laptop durften wir nicht haben damit wir den bezug zur realität nicht verlieren.

Ich hoffe ich konnte helfen und ich wünsche dir viel kraft und mut für deine zeit. Nutze sie für dich.

Falls es dir hilft... Ich würde es jederzeit wieder machen.

Alles gute, nemo

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22. Juli 2010 um 21:09

Depression-Stationäre Behandlung
Hallo,

wie schon nemo297 geschrieben hat ist es schon in der Therapie bei mir hat es leider nicht so geklapt aber es kommt immer auf die Einrichtung an wo man hingeht. Bitte denke nicht das Jede einrichtung so ist wie meine wo ich wahr. Es kommt auch auf die Mitpatienten an wie alles leuft. Aber ganz wichtig ist das man mit den Therapeuten und den Schwestern klar kommt. auf jeden fall wünsche ich dir viel glück für deinen Aufentalt.

MfG

Tristan 1973

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