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Depression - Hilfe - jemand zum reden

4. Dezember 2014 um 19:50

Hallo!
Ich fange einfach mal an es wird leider ein langer Text! Ich bin 23 und glaube das ich an Depressionen leide.

Ich habe jetzt fast 1 jahr zuhause verbracht, fühle mich total antriebs- und vorallem Wertlos. Anfangs dachte ich ich wäre einfach faul aber seit ich vor ein paar Monaten Selbstmord Gedanken hatte glaube ich an einer Depression zu leiden.

Meine Schwester, sie ist älter als ich, leidet noch seit ihrer Pubertät an schweren Depressionen und Sozialen Phobien (ist aber schon besser geworden) Sie hatte mit Anfang 20 einen schlimmen Selbstmord Versuch und hat nur knapp überlebt. Das hat mich natürlich damals schwer belastet.

Jetzt kommt es mir aber umso dümmer vor das ich auch an Depressionen leiden soll. Ich denke immer das es meine Familie und Ärzte nicht erst nehmen würden oder denken ich würde es nur adaptieren. (Bin aber noch bei keinem Arzt gewesen!)

Ich fühle mich so wertlos weil ich schon so lange nichts "anständiges" mache! Ich habe mich schon seit langem von meinen Freunden zurückgezogen. Generell bin ich nicht sehr kontaktfreudig. Trotzdem gibt es Phasen wo ich auch gut drauf bin, dank Ablenkung. Da merkt man mir auch nichts an. Sobald ich aber alleine bin oder einfach Zeit zum nachdenken habe fühle ich mich schlecht.

Manchmal fühle ich mich als wäre das ganze Leben zu anstrengend für mich. Wie als wäre ich in meinem Körper gefangen. Ich muss in den letzten Monaten Ständig weinen wenn alles zu viel wird. komme mir zudem so schlecht vor weil ich denke das meine Probleme lächerlich sind und es anderen Menschen doch viel schlechter geht, dann denke ich ich bin einfach nur ein verdammt schwacher Mensch. An schlechten Tagen wünsche ich mir beim über die Straße gehen das ich einfach überfahren werde damit es aufhört. Aber ich möchte meiner Familie, die sowieso schon so viel durchgemacht hat, nicht noch mehr Kummer bereiten. Auch physisch fühle ich mich sehr schwach, da kann ein kurzer Lebensmitteleinkauf schon alle meine Kräfte aufzehren.

Zurzeit kann ich mit meiner Schwester nicht darüber reden und auch mein Freund kann es einfach nicht nachvollziehen.

Jetzt suche ich jemanden dem es vielleicht auch so geht! Der es nachvollziehen kann und vielleicht auch jemanden zum reden braucht. Per E-mail ?

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4. Dezember 2014 um 21:09

Mir geht es nicht so
aber ich denke mit einen gemeinsamen Klagelied ist dir auch nicht geholfen. Ich kann dir 49 Jahre Lebenserfahrung als Einzelgänger und Querdenker bieten. Beruflich habe ich auch schon alle Höhen und Tiefen erlebt und habe trotzdem oder gerade deswegen die Lust am Leben noch nicht verloren. Also wenn du schreiben möchtest. Melde dich. Aber eines noch. Ich habe auch gelernt unbequeme Fragen zustellen und gebe auch ungeschmikte Antworten, weil von Selbstbetrug halte ich nichts. Noch Lust?

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6. Dezember 2014 um 14:15

Kopf hoch!
Hi du :/
Hab mich gerade bisschen durchs Netz geklick und hab dann deinen Thread gesehen und habe mich dann hier angemeldet, weil ich dir unbedingt von mir und meinen Erfahrungen erzählen möchte!

Also was ich gelesen habe, hat mich sehr berührt und ich kann es nachvollziehen, da es mir erst vor kurzem noch so gegangen ist...

Ich bin jetzt 21.. Angefangen hat das bei mir vor ungefähr 1 1/2 Jahren, aber richtig häftig!
Ich war eigentlich immer sehr stark und hab mich nicht so leicht runterziehen lassen, aber leider kann jeder Depressionen bekommen..
Anfangs wollte ich es auch gar nicht wahr haben, weil ich eben noch sehr jung war und ich immer nur dachte, dass sowas nur Leute trifft, die im Leben schon viel mitmachen mussten und das Meiste kommt ja eher im Alter auf uns zu...

Bei mir hat es angefangen, als ich mich von meinem Ex getrennt habe (war eine unschöne Beziehung mit viel Streit und auch Gewalt) habe von ihm dann Morddrohungen bekommen und da er arbeitslos war konnte er mich auch leider gut verfolgen.. Möchte diesbezüglich nicht ins Detail gehen - mehr als extremes Stalking...
Dadurch habe ich mich dann in meine Arbeit gestürzt und das wurde leider von meinem Unternehmen ausgenutzt über meine Grenzen hinüber, aber ich bin leider ein Mensch der nicht nein sagen kann (das is ein sehr wichtiger Punkt, dass du selber deine Grenzen kennst und vorher auch NEIN sagst - egal bei was!)
Mir is es dann immer schlechter gegangen und meine Stärke war weg.. Ich hab über meinen Körper und auch über meine Gedanken die Kontrolle verloren und mir ging es genauso wie du es beschrieben hast!
Ich bekam Schlafstörungen, konnte nichts mehr Essen, rauchte extrem viel, bekam verschiedene Ängst (vorallem vor vielen Menschen.. Egal ob ich sie kannte oder nicht, schon eine kleine Gruppe von Menschen machte mir große Angst) und diese scheiß Depressionen...
Lebensmittel kaufen gehen war auf ein mal mein größtes Problem. Arbeiten bin ich dann auch nicht mehr gegangen und war insgesammt ein halbes Jahr zu Hause..
Das aller schlimmste war, dass ich nicht mehr wusste, ob ich jetzt in die Küche gehe und mir ein Messer schnappe oder beim Autofahren das Lenkrad verreise, etc. ..
Meine Hausärztin hat mir dann Antidepressiver verschieben und ein Schlafmittel.. Haben mich anfangst sehr stark betäubt, aber das war in meinem Fall nötig! (Davor probierten wir es mit Homoäpatischen Zeug, aber das war alles nur für die Katz...)

Habe mir dann einen Neurologen gesucht, der mich auf die richtigen Tabletten eingestellt hat (habe seeehr viele Versuche hinter mir) und auch etwas später eine Psychologin (dachte nie, dass ich mal eine brauchen würde, aber es hilft wirklich sehr und dir wird so viel klar) .. Du musst auf jeden Fall bedenken, dass du den Ärzten vertraust, die dich behandeln! Hast du das gefühl nicht, musst du solange suchen bis du die richtigen Ärzte an deiner Seite hast!

Weil du geschrieben hast, dass deine Schwester auch depressiv is: meine Mutter is schon seit fast zwei Jahrzehnten sehr schwer deoressiv und ich bin mit einer depressiven Mutter aufgewachsen, was nicht immer leicht war und ich habe sie auch nie verstanden, warum sie sich so oft so anderst verhalten hat.. Nach dem ich auch Depressionen bekommen hab, versteh ich sie erst und heute tut mir mein Unverständnis für sie sehr leid.. Leider haben Leute überhaupt keine Ahnung wie es is, wenn man depressiv is, wenn sie es selber noch nicht waren und auch keine Ahnung wie man mit ihnen umgehen muss.. Ich rede nicht von depressiven Phasen, sondern von ernsthaften Depressionen..
Alles was dich runter zieht muss vorübergehend mal weg.. Du darfst dich nur auf die richtig positiven Sachen in deinem Leben konzentrieren, musst dich selber aufrappeln und versuchen so viele Dinge zu tun, die DIR gut tun! Jetzt bist mal nur du alleine wichtig! Und nur du kommst aus dieser Situation wieder raus! Ärzte unterstützen deinen Weg, aber nur du alleine kannst es schaffen. Auch wenn zb dein Freund gut suf dich einredet oder so mag es sich vielleicht gut für dich anfühlen, aber du musst dir jeden Tag und auch manchmal jede Stunde selber einreden, dass alles gut wird und es mit jedem kleinen positiven Schritt bergauf geht (:

Und bezüglich Einzelgänger: war ich auch schon immer, schon von klein auf, aber das sollte kein hinderniss sein um von Depressionen weg zu kommen!

Ich nehme jetzt seit einem Monat keine Tabletten mehr und mir gehts gut! Richtig gut und es fühlt sich toll an da raus gekommen zu sein! Gerade jetzt is es nicht so leicht, weils draußen eher kalt, grau und regnerisch is, aber das macht mir irgendwie nichts aus, ich weiß nämlich, dass die Sonne wieder kommt (: hab die Tabletten auch ohne Absprache mit meinem Neurologen abgesetzt (er war davon dann nicht ganz überzeugt, weils eben grad Winter is, aber ich muss es selber wissen!)

Hoffe, ich konnte dir ein bisschen Helfen.. Ich schreibe dir gerne wieder, falls du noch weiter darüber reden möchtest oder so (: also Kopfi hoch und ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg!!

Sry, für den langen Text ^^

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