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Depression durch Studium

21. Juli 2017 um 11:36

Hallo,
derzeit studiere ich noch. Mein Studium neigt sich jetzt eigenlich dem Ende zu. Ich studiere Agrarwissenschaften und für mich war alles was damit zu tun hat einfach nur die Hölle. Mein ganzes Studium und auch die Ausbildung die dich davor machen muss nehme ich nur als rießengroßen grauen Block war. Meine Familie wollte das ich das mache, unbediengt ( die haben einen Bauernhof). Dabei, was viele nicht verstehen, ging es nie darum dem Bauernhof zu kommen oder so, da ich darauf ehe kein Anspruch habe laut meiner Mutter weil ich ein Mädchen und dann noch zweit geborene bin. Es ging darum das ein Nichtsnutz wie ich später überhaupt arbeit bekommt und gesellschaftlich sieht das ja auch beser aus. Ich wollte immer seid dem ich 15 war eine Ausbildung zu Mediengestalterin machen und im Anschluss Graphikerin werden. Aber so "Künster" findet meine Familie halt voll kacke, wie die das nennen. 1000 x hab ich versucht denen zu erklären was das überhaupt ist, aber die hören mir gar nicht erst zu. Stattdessen werde ich jedes mal fertig gemacht, wenn ich von meinen Träumen rede. Bafög konnte ich nicht bekommen. Stattdessen zahlen mir meine Eltern alles, was ok für die ist solange es nur irgendwas mit Agrarwissenschaften ist, dass sieht auch besser aus wenn meine Mutter mit ihren Landfrauen und sonst so einen scheiß redet. Die Ausbildung war das schrecklichste was ich jeh machen musste. Es war einfach nur widerlich. Wochenlang stand man da in einen dunklen Sauenstall und musste Ferkeln die Zähne abschleifen oder sonst so ein Kram machen. Es war die absolute Hölle für mich. Einmal hätte der Chef einen Wutanfall und hat die Ferkel im Laufe dessen gegen die Wand geschmießen. Morgens fing die Arbeit an mit Schreierei und Gebrülle sowie super dummen schlaumeier gelaber, wie schlecht die Landwirtschaft doch dargestellt wird in den Medien usw. Wobei das in wirklichkeit halt auch so schlimm ist. Es war die Hölle einfach nur. Auch in dieser Berufschule war es einfach nur schrecklich. Wenn ich was zuhause gesagt habe, haben mich nur alle ausgelacht, und meinten Lehrenjahre sind keine Herrenjahre und sonst so einen dummen schwachsinn. nach einen Jahr habe ich da dann aufgehört, zum Leidwesen meiner Eltern, die mit der gesellschaftlichen Schmarch halt leben mussten. Beim Studium wollte ich nur noch so weit weg wie eben möglich, wenn es schon dieser Schwachsinn sein muss. Meine Familie verstand das überhaupt nicht, " du wirst versagen wenn du so weit weg gehst". Das Studium war auch bzw. ist immer noch der letzte Schwachsinn. Jeden Tag hatte ich mir vorgenommen, heute breche ich ab, hab es aber nie wirklich geschafft. In meiner Familie darf man nicht abbrechen, und ich würde dann ja sowieso arbeitslos werden, weil ich nichts tauge. Die Leute im Studium waren auch da reinste Hölle, ab den 2 Semster bin ich so gefahren das ich jeglichen Kontakt nur noch vermieden habe und das auch sehr eingeschrenkt hab überhaubt zur Universität zu gehen. Wenn ich da hin müsste hatte ich zum Teil am Abend davor Atemnot, Panikattaken und sonst was. Am Studium hat mir rein gar nichts gefallen. Irgendwann habe ich dann mehr gejobbt weil mir der ständigen Streitereien von zuhause auf die neven gingen. Ich habe dann auch mal ein Praktikum gemacht, nachdem meine Mutter mir dafür sogar geld geboten hat, das gar nicht mal zu wenig. Das Praktikum war mega der Scheiß, so war zwar ein Anderer Bereich, im Marketing in einen Agrarunternehmen, aber Agrar ist halt immer Agrar. Jetzt muss ich nach dem 10ten Semster nur noch die Bachelorarbeit schreiben, ich kriege es nicht hin. Ich kann es nicht beschreiben, mir fehlt noch knapp die Hälfte. Manchmal liege ich im Bett und dann ist eine Woche auch vergangen. Innerlich geht es mir richtig beschießen, als ab ich schreien irgendwie. Sobald der Laptop hochfährt fange ich an zu weinen. Es scheint mir quasi unmöglich das überhaupt noch fertig zu bekommen. Ich möchte das jetzt einfach nur noch hintermir bringen, aber ich bekomme es nicht mehr in. Stattdessen schreinen um mich herum immer alle nur, keiner versteht es. Ich will später auf gar keinen Fall in irgendeinen Bereich damit arbeiten. Wenn ich irgendwas sage, darf ich mir sofort anhören, dass es mir ja alle gesagt haben das ich nicht weit weg gehen soll und das es ja nur bestätigt das ich unmündig in meinen Entscheidungen bin. Das es einfach nur an der Richtung liegt, das glaubt mir keiner. Im meinen Freundeskreis vom Studium stoßt es es wenig akzeptanz das ich so lange studiere. Da kann das keiner verstehen irgendwie, wieso es so lange dauert. Ich rede da auch mit niemanden mehr, da keiner das nachvollziehen kann. Alle sind da bereits fertig. Nur ich halt noch nicht. Zum teil haben die jetzt auch schon ihren Master, und will gar keinen machen, das kann auch keiner verstehen. Stattdessen muss ich mir immer vorwürfe anhören das ich so Faul bin und so irgendwie dumm. Ich habe es auch schon beim Arzt probiert, aber es hat nichts geholfen. Ich fühle mich so unfähig irgendwas zu machen. Auf der anderen Seite wäre ich wenn ich die Arbeit abgeben hätte endlich Frei. Aber mir fehlt jegliche Kraft irgendwie.

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21. Juli 2017 um 12:18

Aus meiner Erfahrung raus und falls es such beruhigt, ist es in den meisten Fällen so, dass man nach einem Studium oft was ganz anderes macht und ein Quereinsteiger wird. Oft zählt nur, dass man überhaupt einen Abschluss macht. 
ICh empfehle dir eine Beratung beim Studienkreis, Studienberatung, Arbeitsamt, womöglich auch nochmal dem Bafög Amt  (um vielleicht eine Finanzierung zu bekommen die Elternunabhängig ist).
Du musst dich von deiner Familie abgrenzen und deine Entscheidungen nach deinen Wünschen und Bedürfnissen treffen. Denn nur du musst mit deinem Leben leben! Manchmal sind die eigenen Eltern leider nicht die Personen, die das beste für einen möchten. Deswegen solltest du, so schmerzhaft es und so viel Ärger es bedeutet, dich entfernen und deinen eigenen Willen durchsetzen. 
Wenn deine Eltern dich nicht unterstützen, ist der Weg natürlich steiniger, aber  ich unmöglich. 
Berwerbe dich für etwas was du womöglich mögen wirst und gehe deinen eigenen Weg. Denn nur so kannst du mit dem was du machst ins reine kommen und glücklich werden. 
Oft kommt man über Umwege zu dem was man möchte. Man muss die Entscheidungen die man trifft so nehmen und dann damit weiterleben. Das heisst aber nicht, dass man drin verweilen muss oder keinen anderen Weg einschlagen darf. 
So findest du vielleicht auch Kraft und Elan die Bachelorarbeit zu Ende zu bringen. 
Erkundige dich erstmal über alle Möglichkeiten, die du hast und dann kannst du immer noch entscheiden. 
Das was deine Eltern sagen sollte dabei keine Rolle spielen. Denn ich bezweifle dass sie gute Eltern sind.

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21. Juli 2017 um 15:53

Bei der Beratung und Möglichkeiten habe ich alles schon durch, eine Veränderung hat es doch nicht gebracht. Den Druck, und das ständige Gefühl versagt zu haben kann einen ja doch auch keiner nehmen. Ich schäme mich richtig für das was ich getan habe.  Ich merke es ja auch, das alle auf mich herabschauen, es ist nicht nur meine Familie, die auf mich herabschaut, auch andere, seien es Kominitoren, oder Bekannschaften Wenn ich auf einer Party bin, oder am reisen und das erzähle sind die meisten Menschen in Deutschland erstmal angeekelt, oder verwundert. Komentare wie " also willst du Bauer werden" oder " also geld verdienen möchtest du nicht" sind da wirklich ehr die Regel als die Ausnahme. Positiv hat darauf noch nie jemand reagiert, ich vermeide es schon, das überhaupt zu erzählen.  Auch bei bewerbungen kommt der Hintergurnd super schlecht an, und die meisten reagieren total verwirrt auf das. Klar, ich wäre auch lieber in Neuseeland oder Australien gewesen, als mich da jeden Tag auf das übelste beschümpfen zu lassen. Alles ist einfach nur ein Kampf. Ich mag mich selbst auch überhaupt nicht mehr. Ich schaue mich nicht gerne im Spiegel an. Ich habe immer das Gefühl abnormal zu sein, weil ich doch nirgendwo hinpasse. Es ist halt eine schwere Depression draus entstanden aus diesen, mach das noch eben zu Ende. Ich bekomme keine Luft mehr. Es ist ein unvorstellbare innere Unzufriedenheit, und es ist ein Kreislauf, das eine führt zum anderen und verschlimmert das nächste. Ich muss ganz erlich sagen, beruflich sehe ich in Deutschland kaum Perspektiven für mich. Man müsste halt komplett neu anfangen, das ist auch bei der Beratung halt rum gekommen. Wenn ich sage ich kann das, oder das nicht, sind einfach nur alle unendlich sauer auf mich weil ich nicht funktioniere. Auch wenn ich sage ich kann das grade nicht, ist einfach gefühlt keine akzeptanz dar. Derzeit stresst mich einfach alles, und sei das noch so belanglos. Und so zieht es sich und zieht es sich. Ich glaube meine Familie die versteht es auch gar nicht was sie mir angetan haben. Die sind so in ihrerer eigenen Welt drinnen und in Wirklichkeit wäre es für uns alle besser wenn ich mein eigenes Leben hätte. Aber die Einsicht bei denen ist nicht da, weil sie so etwas sich nicht vorstellen können und ich in ihren Augen jemand anderes bin als ich wirklich bin. Dazu bauen sich auch immer mehr Ängste in mir auf, es ist schwer das zu beschreiben. Ich liebe ja auch irgendwie meine Familie, auf der anderen Seite hasse ich sie weil sie mir nie zuhören oder auch nur versuchen mich zu verstehen. Irgendwie waren sie schon gute Eltern, aber sie hätten mich halt gehen lassen sollen als ich dafür noch gekämpft habe. Mittlerweile fühle ich mich sehr leer und dieser Druck in unerträglich. 

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24. Juli 2017 um 20:10

Ich würde dir auch raten, dir professionelle Hilfe zu holen. Ich glaube, das steht an allererster Stelle. Hast du vielleicht auch Freunde bzw. doch (entfernte) Familienmitglieder, denen du dich anvertrauen kannst? 

Zu deiner beruflichen Situation: Wenn's irgendwie geht, schließe deinen Bachelor ab. Wenn du einen Abschluss vorzuweisen hast, ist das auf jeden Fall gut, auch wenn du dich entschließt, am Ende etwas anderes zu machen bzw. noch einmal etwas neues anzufangen. Du hast gesagt, du hast bereits ein Praktikum im Marketingbereich gemacht. Gäbe es da vielleicht die Möglichkeit, in einen anderen Bereich als den Agrarbereich zu gehen bzw. ein weiteres Praktikum im Marketing zu machen und vielleicht so Erfahrungen zu sammeln und den Umschwung in eine andere Branche zu schaffen?

Lass dir von deiner Familie nicht einreden, dass du zu nichts taugst. Du bist lernfähig und sobald du einen Bereich findest, der dir zusagt, kannst du auch deinen Weg gut meistern.
 

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6. August 2017 um 18:24

Es wird irgendwie alles immer skuriller. Jetzt hat meine Mutter mir irgendwelche komischen Bewerbungsgespräche organisiert bei irgendwelchen Bekannten von ihr. Das sind alles Sachen die ich gar nicht machen möchte aber alle setzen mich unendlich unter Druck, ob "Freunde" und Familie. Es ist als wäre ich ganz alleine auf der Welt mit meinen Wünschen. Ich hasse Landwirtschaft einfach nur, komplett alles! Immer dieses blöde gedrohe mit dem Geldentzug und keine Ahnung was. Ich will einfach nur ein richtiges Leben wo ich als mündiger Mensch aggieren kann, wo mich keiner mehr anschreit, und wo Leute mit mir ganz normal reden. Es ist zum Verzweifen was mir alle antun, nur weil die selbst nichts anderes kennen zwingen die mich dazu das gleiche kack Leben zu haben. 

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