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Depression, Angststörungen (Achtung, lang)

21. Januar um 21:25

Hallo meine Lieben,

ich bin neu hier und würde mich sehr freuen über ein paar Menschen die mich verstehen können und mit denen ich mich austauschen kann.
Zu mir: ich bin 20 Jahre alt, weiblich und bin ein sehr schüchterner Mensch. Ich bin sehr zurückhaltend und hasse es im Mittelpunkt zu stehen.
Als ich 14 Jahre alt war bin ich an Depressionen erkrankt und irgendwann im Laufe der Zeit kam leider auch eine soziale Angststörung dazu.
Ich merke leider oft, dass ich ganz anders bin als viele andere Leute in meinem Alter. Ich bin immer ruhig, verschlossen und wie gesagt, zurückhaltend eben. Somit habe ich ein Problem damit neue Freunde zu finden. Viele kommen mit meiner Art nicht klar. Die Leute denken ich sei arrogant und abgehoben, obwohl ich einfach nur Angst habe. Das Nächste ist, dass ich in Gesprächen (mit fremden Leuten) meistens nur zuhören kann, ich weiß einfach nie was ich sagen soll. Die Angst raubt mir meine Worte, alles was mir in solchen Situationen durch den Kopf geht ist, dass ich eigenartig bin und mich komisch verhalte (was ich auch tue). Um es zu erklären: ich kann Fremden nicht in die Augen sehen, auch nicht, wenn sie mit mir reden. Mein Blick ist immer woanders. Ich bin ständig unruhig und muss mich irgendwie bewegen. Sei es, dass mein Fuß zittert, ich mit meiner Kleidung herumspiele, ich atme sehr laut und „zwicke“ an meinen Fingern so lange rum bis ich anfange zu bluten. Anfangs (ungefähr als ich 15 war) kam das selten vor doch jetzt passiert das in wirklich jedem Gespräch mit Fremden. (ich vermeide wirklich jeglichen Kontakt zur Außenwelt).
Vor 3 Monaten bin ich von zuhause ausgezogen, doch muss wieder zurück nach hause, weil ich durch einen Suizidversuch meine Arbeit verloren habe und somit die Miete nicht mehr bezahlen kann.
In meiner eigenen Wohnung hatte ich große Probleme damit Ordnung zu halten. Ich bin nur noch im Bett gelegen und habe gar nichts mehr gemacht. Ich habe nicht gekocht, nicht gewaschen, nicht geputzt, den Müll nicht runter gebracht.. Einfach gar nichts.
Solche „Kleinigkeiten“ sind für mich eine riesengroße Belastung.
Was ich zu Wäsche und Müll gerne anmerken möchte:
Ich habe in meiner Wohnung keinen Waschmaschinenanschluss und ich musste immer nach unten in die Waschküche, die auch meine Nachbaren benutzten. Ich konnte mich aber irgendwann nicht mehr überwinden nach unten zu gehen, aus Angst ein Nachbar würde mich sehen, ich hatte richtige Panik davor. Das selbe mit dem Müll. Auch wenn ich mir Zigaretten holen wollte hat das teilweise Stunden gedauert bis ich mich überwunden hatte raus zu gehen.
Die halbe Zeit hatte ich nichts zu essen zuhause, aus Angst in einen Supermarkt zu gehen, denn dort sind ja andere Menschen..

Ich bin ein wirklich lieber und vertrauensvoller Mensch, ich bin immer für jeden da gewesen von meinen „Freunden“. Doch diese waren alle einseitige Freundschaften. Ich wurde immer ausgeschlossen und niemand wollte mich dabei haben. Aus Angst ganz alleine dazustehen habe ich mir das jahrelang gefallen lassen, doch ich habe einen Schlussstrich gezogen. Ich will mich nicht mehr benutzen lassen.
Oft denke ich mir auch, dass ich alleine besser dran bin. Es haben wirklich sehr selten Leute etwas gut mit mir gemeint. Ich wurde überwiegend schlecht behandelt. In meiner Familie, Freundschaften und auch in meiner letzten Beziehung. (wir sind schon 1 1/2 Jahre getrennt, waren 2 Jahre ein Paar und die Beziehung hat er beendet)
Er hat mich betrogen und alles was ich für ihn getan habe als selbstverständlich wahrgenommen.
Wie es eben jeder Mensch in meinem Leben tut.

Ich habe seit Jahren keine Freude mehr empfunden und ich kann mich für NICHTS begeistern. Ich habe absolut keine Hobbies und sitze nur zuhause rum!
Am Wochenende wo andere etwas unternehmen bin ich nur zuhause in meinem Bett, schaue Filme oder Serien und schlafe währenddessen immer wieder ein.
Ich würde mich so gerne für etwas begeistern können, aber ich kann es einfach nicht.
Selbst die Körperpflege ist eine Belastung für mich, aber dafür kann ich mich wenigstens noch zwingen. Alle alltäglichen Dinge überfordern mich komplett..(dank der Depression) ich bin permanent müde und erschöpft und fühle eine innerliche Leere in mir de ich nicht füllen kann, weil ich keine Ahnung habe wie bzw. womit.

Ab Anfang Februar habe ich Gott sei Dank wieder einen Job, in dem ich aber sehr viel mit Menschen zu tun habe.. (ich zwinge mich dazu, man sollte sich ja seinen Ängsten stellen)
Eine Therapie kam mir natürlich auch schon in den Sinn (es wäre nicht das erste mal, aber! ich kann mich einfach nicht überwinden bei irgendeinem Psychologen anzurufen und einen Termin zu vereinbaren. Da kommt meine Angst extrem hoch.. es ist unmöglich. Auch die Vorstellung über all das zu reden bringt mich den Tränen nahe, weil ich mich nicht öffnen kann.. ich schäme mich, ich kann einfach mit niemandem darüber reden..

Habt ihr vielleicht irgendwelche Tips für mich, wie ich mich aufraffen kann? Ist hier jemand der etwas Ähnliches erlebt hat oder gerade erlebt?

Danke an Alle die sich das durchgelesen haben und es tut mir Leid, falls alles etwas durcheinander ist und komisch klingt, aber ich habe mir wirklich Mühe gegeben alles so gut wie möglich niederzuschreiben.

Liebe Grüße

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22. Januar um 1:17
In Antwort auf hilflos77

Hallo meine Lieben, 

ich bin neu hier und würde mich sehr freuen über ein paar Menschen die mich verstehen können und mit denen ich mich austauschen kann.
Zu mir: ich bin 20 Jahre alt, weiblich und bin ein sehr schüchterner Mensch. Ich bin sehr zurückhaltend und hasse es im Mittelpunkt zu stehen.
Als ich 14 Jahre alt war bin ich an Depressionen erkrankt und irgendwann im Laufe der Zeit kam leider auch eine soziale Angststörung dazu.
Ich merke leider oft, dass ich ganz anders bin als viele andere Leute in meinem Alter. Ich bin immer ruhig, verschlossen und wie gesagt, zurückhaltend eben. Somit habe ich ein Problem damit neue Freunde zu finden. Viele kommen mit meiner Art nicht klar. Die Leute denken ich sei arrogant und abgehoben, obwohl ich einfach nur Angst habe. Das Nächste ist, dass ich in Gesprächen (mit fremden Leuten) meistens nur zuhören kann, ich weiß einfach nie was ich sagen soll. Die Angst raubt mir meine Worte, alles was mir in solchen Situationen durch den Kopf geht ist, dass ich eigenartig bin und mich komisch verhalte (was ich auch tue). Um es zu erklären: ich kann Fremden nicht in die Augen sehen, auch nicht, wenn sie mit mir reden. Mein Blick ist immer woanders. Ich bin ständig unruhig und muss mich irgendwie bewegen. Sei es, dass mein Fuß zittert, ich mit meiner Kleidung herumspiele, ich atme sehr laut und „zwicke“ an meinen Fingern so lange rum bis ich anfange zu bluten. Anfangs (ungefähr als ich 15 war) kam das selten vor doch jetzt passiert das in wirklich jedem Gespräch mit Fremden. (ich vermeide wirklich jeglichen Kontakt zur Außenwelt). 
Vor 3 Monaten bin ich von zuhause ausgezogen, doch muss wieder zurück nach hause, weil ich durch einen Suizidversuch meine Arbeit verloren habe und somit die Miete nicht mehr bezahlen kann.
In meiner eigenen Wohnung hatte ich große Probleme damit Ordnung zu halten. Ich bin nur noch im Bett gelegen und habe gar nichts mehr gemacht. Ich habe nicht gekocht, nicht gewaschen, nicht geputzt, den Müll nicht runter gebracht.. Einfach gar nichts. 
Solche „Kleinigkeiten“ sind für mich eine riesengroße Belastung.
Was ich zu Wäsche und Müll gerne anmerken möchte: 
Ich habe in meiner Wohnung keinen Waschmaschinenanschluss und ich musste immer nach unten in die Waschküche, die auch meine Nachbaren benutzten. Ich konnte mich aber irgendwann nicht mehr überwinden nach unten zu gehen, aus Angst ein Nachbar würde mich sehen, ich hatte richtige Panik davor. Das selbe mit dem Müll. Auch wenn ich mir Zigaretten holen wollte hat das teilweise Stunden gedauert bis ich mich überwunden hatte raus zu gehen. 
Die halbe Zeit hatte ich nichts zu essen zuhause, aus Angst in einen Supermarkt zu gehen, denn dort sind ja andere Menschen.. 

Ich bin ein wirklich lieber und vertrauensvoller Mensch, ich bin immer für jeden da gewesen von meinen „Freunden“. Doch diese waren alle einseitige Freundschaften. Ich wurde immer ausgeschlossen und niemand wollte mich dabei haben. Aus Angst ganz alleine dazustehen habe ich mir das jahrelang gefallen lassen, doch ich habe einen Schlussstrich gezogen. Ich will mich nicht mehr benutzen lassen. 
Oft denke ich mir auch, dass ich alleine besser dran bin. Es haben wirklich sehr selten Leute etwas gut mit mir gemeint. Ich wurde überwiegend schlecht behandelt. In meiner Familie, Freundschaften und auch in meiner letzten Beziehung. (wir sind schon 1 1/2 Jahre getrennt, waren 2 Jahre ein Paar und die Beziehung hat er beendet) 
Er hat mich betrogen und alles was ich für ihn getan habe als selbstverständlich wahrgenommen.
Wie es eben jeder Mensch in meinem Leben tut. 

Ich habe seit Jahren keine Freude mehr empfunden und ich kann mich für NICHTS begeistern. Ich habe absolut keine Hobbies und sitze nur zuhause rum! 
Am Wochenende wo andere etwas unternehmen bin ich nur zuhause in meinem Bett, schaue Filme oder Serien und schlafe währenddessen immer wieder ein.
Ich würde mich so gerne für etwas begeistern können, aber ich kann es einfach nicht.
Selbst die Körperpflege ist eine Belastung für mich, aber dafür kann ich mich wenigstens noch zwingen. Alle alltäglichen Dinge überfordern mich komplett..(dank der Depression) ich bin permanent müde und erschöpft und fühle eine innerliche Leere in mir de ich nicht füllen kann, weil ich keine Ahnung habe wie bzw. womit.

Ab Anfang Februar habe ich Gott sei Dank wieder einen Job,  in dem ich aber sehr viel mit Menschen zu tun habe.. (ich zwinge mich dazu, man sollte sich ja seinen Ängsten stellen) 
Eine Therapie kam mir natürlich auch schon in den Sinn (es wäre nicht das erste mal, aber! ich kann mich einfach nicht überwinden bei irgendeinem Psychologen anzurufen und einen Termin zu vereinbaren. Da kommt meine Angst extrem hoch.. es ist unmöglich. Auch die Vorstellung über all das zu reden bringt mich den Tränen nahe, weil ich mich nicht öffnen kann.. ich schäme mich, ich kann einfach mit niemandem darüber reden..

Habt ihr vielleicht irgendwelche Tips für mich, wie ich mich aufraffen kann? Ist hier jemand der etwas Ähnliches erlebt hat oder gerade erlebt?

Danke an Alle die sich das durchgelesen haben und es tut mir Leid, falls alles etwas durcheinander ist und komisch klingt, aber ich habe mir wirklich Mühe gegeben alles so gut wie möglich niederzuschreiben. 

Liebe Grüße 

Du warst doch schon in psychiatrischer Behandlung. Was hat man Dir da empfohlen? Kannst du dort nicht einen Termin machen und dich dort wieder vorstellen um einen weiteren Plan fuer eine Behandlung zu machen?

Falls du das selber nicht schaffst, dann bitte deine Mutter (oder Vater) es fuer dich zu tun. 

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23. Januar um 4:34

Hallöchen dein Lebensweg macht mich sehr traurig weshalb ich mir extra einen Account angelegt habe um dir einen Kommentar hinterlassene zu können. Ich würde dir gerne helfen wieder bisschen freude im leben zu erfahren.😊 würde mich darüber freuen wenn du die Kraft findest mir hier oder über insta (@emma_uncut 👦🏾) eine privat Nachricht zu Schreiben denn das wäre der 1. Schritt in  Richtung weniger angst😁
(ps.möchte wirklich nur helfen🙏🏾)

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