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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Den ganzen Tag traurig

Letzte Nachricht: 5. Januar 2015 um 10:28
J
jorn_12667157
01.01.15 um 20:40

Hallo ,
bin neu hier im Forum und hoffe auf viele hilfreiche Antworten . Zu meiner Person ich bin 16 Jahre alt und männlich. Und nun komme ich mal zu mein Problem :
Ich war 5 Jahre lang auf dem Gymnasium welches ich letztes Jahr im Sommer verlassen musste weil ich sehr faul war und meine Noten dementsprechend schlecht waren. Ich hatte dort nur sehr wenig "echte" Freunde , eigentlich gar keine ,weil ich sehr schüchtern bin und die ersten Jahre hatte ich auch sehr Übergewicht . Nun bin ich seit Juli auf einer Realschule (also seit circa einem halben Jahr ) . Ich wiederhole die 9. Klasse nochmalda meine Noten auf dem Zeugnis besser sind . Leider fühle ich mich überhaupt da nicht wohl. Ich verstehe mich mit fast allen Klassenkameraden gut aber mehr auch nicht. Die meisten hängen lieber den ganzen Tag vor dem Bildschirm oder die anderen besaufen sich lieber . Man merkt ziemlich den Unterschied zum Gymnasium. Ich finde dort auch einfach keine Freunde und hänge den ganzen Tag nur alleine rum. Manchmal komme ich auch nach Hause und muss erstmal heulen weil ich sehr deprimiert bin. Ich bin sogar am überlegen ob ich die Schule nochmal wechseln soll weil ich finde einfach alles scheiße an der Schule. Da ich an der neuen Schule keine Freunde gefunden habe , hänge ich nach der Schule nur alleine rum. Auch am Wochenende wenn andere lieber saufen gehen sitze ich alleine Zuhause rum. Da ich kein Alkohol trinke bin ich auch nicht bei solchen Partys . Ich bin den ganzen Tag nur noch traurig und mein ganzes Leben ist so lustlos. Habt ihr einen Rat was ich machen kann damit mein Leben wieder besser wird ?

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G
gareth_12569719
01.01.15 um 22:32

Ein Rat wäre...
...suche dir Leute von deinem Schlag. Z.B. wenn du in Vereine gehst. Vielleicht gibt es da ja etwas was dich interessiert. Auf Party's oder in Club's gehen auch Konzerte etc. ist ne gute Methode neue Leute kennenzulernen. Es zwingt dich ja niemand mit den Leuten deiner Klasse klarzukommen. Du siehst sie ja nur noch das Eine vielleicht die zwei Jahre und dann kommst du sowie so unter andere Leute (durch ne Ausbildung etc.) Meist lernt man erst dort Leute kennen mit den man länger befreundet sein wird. Ach man kann auch ohne Alkohol feiern gehen, das liegt nur an seiner eigenen Einstellung. Also Kopf hoch und nach Vorne geschaut.

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J
jorn_12667157
02.01.15 um 13:25
In Antwort auf gareth_12569719

Ein Rat wäre...
...suche dir Leute von deinem Schlag. Z.B. wenn du in Vereine gehst. Vielleicht gibt es da ja etwas was dich interessiert. Auf Party's oder in Club's gehen auch Konzerte etc. ist ne gute Methode neue Leute kennenzulernen. Es zwingt dich ja niemand mit den Leuten deiner Klasse klarzukommen. Du siehst sie ja nur noch das Eine vielleicht die zwei Jahre und dann kommst du sowie so unter andere Leute (durch ne Ausbildung etc.) Meist lernt man erst dort Leute kennen mit den man länger befreundet sein wird. Ach man kann auch ohne Alkohol feiern gehen, das liegt nur an seiner eigenen Einstellung. Also Kopf hoch und nach Vorne geschaut.

.
Ich bin in Vereinen und da habe ich auch ein paar Kontakte , die meisten wohnen aber nicht wirklich in der Nähe und da wird das auch schwierig .Es ist einfach alles scheiße.

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M
maximo_12745118
02.01.15 um 15:27

Hi Misteranonym
Ich kann Dich verdammt gut verstehen. Ich war jahrelang ein Mobbing-Opfer in meiner Schule, weil ich einfach anders war. Zwar gab es damals in den 90er Jahren nicht unbedingt Saufpartys oder Computerspiele, aber ich konnte mich auch nicht gut integrieren, weil ich andere Interessen hatte. Ich mochte mich damals noch nicht für Jungs begeistern, habe mich nicht geschminkt und wie ich aufs andere Geschlecht wirkte, war mir so was von scheißegal. Statt auf Klassenfahrt zu fahren, habe ich meine Eltern um das Geld dafür gebeten und mir damals stattdessen ein Fernrohr gekauft, mit dem ich in sternenklaren Nächten aus der Stadt raustrabte, um die Sterne anzugucken. Also das gesamte Programm, für das sich damals meine Mitschülerinnen begeistert haben, mochte ich nicht mitmachen, ich machte mein "eigenes Ding" und dafür wurde ich gemieden wie die Pest. Du hast mit den Saufpartys und Computerspielen dasselbe Problem und davor habe ich ehrlich gesagt die größte Hochachtung. Bleib so wie Du bist, auch wenn es Dir gerade mies geht und es Dir ziemlich schwerfällt. Du hast eben mit Deinen 16 Jahre schon begriffen, dass es im Leben noch andere Dinge gibt außer "fun" und insofern bist Du den anderen weit voraus. Sieh nur zu, dass Deine Zensuren einigermaßen ok sind und dass Du den Abschluss schaffst. Dann kannst Du Dein Leben selbst gestalten. Finde Interessensgebiete, Dinge die Dich interessieren, auch Dinge, mit denen Du später Deine Brötchen verdienen möchtest. Wenn Du ein Ziel vor Augen hast, fällt es Dir leichter, Deine momentane Situation zu ertragen und noch ein paar Jahre durchzuhalten. Dann hast Du eigene Entscheidungsbefugnisse über Dein Leben und kannst soviel gestalten - mehr, als Du Dir momentan erträumst. Auf gar keinen Fall brauchst Du Freunde, die sich so verhalten, wie Du es beschreibst. Da Du sowieso anders gestrickt bist, kommst Du mit denen auch nicht klar, d.h. sie machen Dich nicht glücklich. Der Mensch kommt sehr gut ohne viel Gesellschaft aus, nur gegen die Langeweile solltest Du was tun (Modellbau, Kegeln, Lesen, usw.) Also viel Glück und halt die Ohren steif!!!

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C
cenek_12473348
04.01.15 um 0:27

Hallo
ich muss dir einfach schreiben, du bist so alt wie mein Sohn und es bricht mir das Herz, was du da schilderst !

Ich war auch ein Aussenseiter in der Schule und kann dich daher gut verstehen.

Was sagen deine Eltern dazu ? hast du schon mit Ihnen darüber gesprochen ?

Manchmal ist es aber so, daß man "draußen" keine Hilfe findet, oder missverstanden oder sogar belächelt wird.

Dann würde ich dir nur raten auf DICH zu setzen, d.h. hört auf über dein Umwelt zu grübeln und dich darüber zu ärgern oder traurig zu sein. Gehe in dich hinein, halte kurz inne und sucht deine Stärken, was machst du gerne? was macht dich Froh? hast du Hobbies?

Schenkt dir jeden Tag Zeit mit dir und deiner liebste Tätigkeit, geniesse es und sei Dankbar für diesen Moment. Und wenn du wieder in den traurigen Alltag bist, denke daran und freue dich darauf. Das wird dein Glaube an dich stärken, weil du nicht immer die Zustimmung der anderen erwarten muss und dich Wohl zu fühlen.

Diese Strategie hat mir geholfen, ich habe aus meinem "Hobby" damals, später mein Beruf gemacht, bis jetzt (30 Jahre später) macht mir sehr viel Freude. Ich bin immer noch introvertiert (schüchtern?) und irgendwie ein "Einzelgänger" aber das ist kein Nachteil mehr. Ich habe ein ganz normales Leben wie jeder andere "Extrovertierte" auch ! . Und stehe ganz fest mit beiden Beinen im Leben, das habe ich damals gelernt, weil ich ja keiner hatte mit dem ich mein Schmerz teilen konnte, und viele Sachen - auch in der Schule - alleine erledigen musste.

Du bist noch sehr Jung und wirst noch sehr viel lernen.
In einigen Jahren wirst du wahrscheinlich darüber lachen.

Ich wünsche dir viel Glück !



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michail69
michail69
04.01.15 um 5:13

Hallo Misteranonym
Ich könnte Dir lange davon erzählen, wie ich als Jugendlicher auch mit erheblichem Uebergewicht gekämpft habe und wie mir das Getue der Gleichaltrigen ebenfalls meist ziemlich primitiv und oberflächlich erschien.
Was jedoch wichtig ist: Als ich erwachsen wurde, legte man mir die Eigenart, etwas ausserhalb der oberflächlichen Gesellschaft zu stehen und nicht jeden Mist mitzuspielen, plötzlich als positive Eigenart aus. Du hättest Dich ja schon längst angleichen, Deine Werte über den Haufen werfen und mitsaufen können etc. Das hast Du nicht getan. Nun fühlst Du Dich deswegen extrem einsam, weil Du im Moment allein dastehst. Doch Du darfst nicht vergessen: Die anderen werden auch mal erwachsen und ziehen geistig nach. Dass Du ihnen im Grunde genommen voraus bist, das sollte Dich drum mit Stolz erfüllen! Und es zeigt, dass Du etwas ganz Besonderes bist und eine Kraft, einen Stolz in Dir hast, der Dich Dein ganzes Leben lang unvergleichlich machen wird. Im Moment ist das einzige Problem, dass Du Deiner eigenen Kraft noch zu wenig Vertrauen schenkst und Dein Selbstbewusstsein zu sehr davon abhängig machst, was andere von Dir halten.

Du bekommst hier viele Ratschläge von verschiedensten Menschen. Dabei geht es nicht darum zu unterscheiden, welcher besser oder schlechter ist. Sie alle versuchen einfach zu erspüren, wie Du bist und was Dir in diesem Moment grad helfen könnte. Für Dich ist nun wichtig zu erkennen, welcher tatsächlich auf Dich zutrifft, welcher Dich wirklich weiterbringt. Ich möchte Dir von meiner Seite zwei Anregungen geben:

- Hör Dir mal das Lied "Auf dem Weg zu mir" von Peter Maffay an. Darin singt er z.B. "ich steh frierend draussen und seh in ein warmes Zimmer". So beschreibt er das Gefühl, wenn man in sich so viele Gedanken und Gefühle trägt, und trotzdem erfriert man im Alltag fast an der Einsamkeit. Und er singt auch: "Frei zu sein, bedeutet oft einsam zu sein". Und mit frei meint er hier vor allem auch, wenn man seine ganz eigene Meinung hat und sich den anderen nicht einfach angleicht. Mir hat das Lied extrem geholfen zu verstehen, dass ich nicht falsch, sondern vielmehr etwas ganz Besonderes bin. Versteh mich aber richtig: nicht was Besseres, sondern was Besonderes - darin liegt ein wichtiger Unterschied!

- Das zweite, und da komm ich nicht umhin, Klartext zu reden: Schau zu, dass Du jetzt alles nochmals daran setzt, Deine Noten zu verbessern und eine Lehrstelle zu bekommen. Sobald Du nämlich erwachsen und unabhängig bist und einen eigenen Job, eine eigene Wohnung hast, sieht das Leben plötzlich anders aus. Du kannst Dir völlig frei Deinen eigenen Bekanntenkreis aufbauen, bist nicht mehr auf irgendwelche blöden Schulkollegen angewiesen. Dein Selbstbewusstsein wird sich automatisch entwickeln, und dadurch wird sich auch Deine Ausstrahlung so ändern, dass plötzlich Menschen auf Dich zukommen und Dir sagen werden, dass sie Dich sehr schätzen.
Ich weiss, das sagt sich so leicht, denn traurig bist Du jetzt, in diesem Moment. Ich erinnere mich noch gut daran, wie es bei mir war. Aber hey: Du bist 16, da liegt so vieles schon hinter Dir, und Du bist ganz, ganz kurz vor dem Erwachsenwerden! Stell Dir vor: Irgendwann bist Du 40, 50 oder 70 und schaust zurück. Dann wirst Du verdammt stolz sein darauf, dass Du diese kurzen zwei, drei Jahre damals durchgebissen hast!!

Liebe Grüsse, Michael

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J
jorn_12667157
05.01.15 um 10:28

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Vielen Dank für die letzten 4 Antworten , die haben mir echte sehr geholfen. Ich versuche mich jetzt vollständig auf die Schule zu konzentrieren damit ich einen sehr guten Abschluss mache.

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