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Das Weiterleben ist schwieriger als man es sich vorstellen

31. Januar 2007 um 11:48

Hallo an alle, ich bin durch Zufall in dieses Forum gekommen und wollte nun auch mal ein wenig was schreiben vielleicht hilft es ja.

Ich habe vor fast 2 Jahren meinen Opa durch Krebs verloren, war bis zum Schluss mit meiner Oma bei ihm was ich auch nicht missen möchte weil mir diese Momente keiner mehr nehmen kann aber natürlich sind das auch Momente die man nicht vergessen kann!! Ungefähr ein 1/4 Jahr später musste mein Schwiegerpapa ( der mehr Papa für mich war wie mein eigener wo ich seit Jahren ach was sag eigentlich noch nie ein gutes Verhältniss wenn überhaupt mit hatte ) auch in Krankenhaus. Es war wie verhext, er kam ins selbe Krankenhaus, ins selbe Zimmer( egal ob normal Station oder Intensiv nur immer jeweils in das Nachbarbett) und wie soll es sein selbe Diagnose. Das war schon eine böse Vorahnung für mich. Er hat viel gekämpft ich war mindestens 2x am Tag da und als von der medizinischen Seite nichts mehr zu machen war haben wir ihn heim geholt. Man kann sich im Vorfeld nicht vorstellen wir schlimm es ist einen überalles geliebten Menschen so leiden zusehen und ihm eigentlich mit nichts helfen zu können. Es gibt Momente da kann man nicht mehr aber man muss stark sein für denjenigen weil er erduldet auch alles und muss genauso von uns Abschied nehmen wie wir von ihm aber dieses will man halt nicht wahrhaben oder man versucht es zumindestens zu verdrängen. Naja es dauerte zu Hause noch 8 Wochen bis er gestorben ist und das war eine lange Leidenszeit in der wir alle ( Schwiegermama vorallem und mein Mann ) eingespannt waren und auch nachts am bett gesessen haben. Er ist dann morgends friedlich eingeschlafen und die ganze Trauer und der Verlustschmerz betäubte mich erstmal weil vorallem mein Mann es nicht gut verkraftet hat deshalb musste ich für ihn mit stark sein. Was mich in dieser ganzen schlimmen Zeit aufrecht erhalten hat war mein Pferd. Vielleicht denkt der ein oder andere jetzt naja ein Tier was kann das einem geben. Mir persönlich alles was ich an Unterstützung in diese Zeit brauchte weil sonst niemand wirklich da war. Klar habe ich Freunde aber es ist wirklich so das die Freunde nach einer Zeit in ihren Alltag zurück gehen und man ist alleine mit seiner Trauer. Naja aber wie sollte es kommen das Pferde wurde krank in Kliniken gefahren etc nichts half. Auch da habe ich es verdrängt das das Ende in Sicht ist und ich die Entscheidung über den Tod treffen muss und auch getroffen habe aber dieser letzte Abschied meines Wegbegleiters in den letzen schwierigsten Monaten meines bisherigen Lebens war für mich einfach zuviel und setzte dem ganzen Verlust der vorangegangen Zeit noch die Krone auf. Zumal ich keinerlei oder wenig Verständniss von seitens meines Mannes und Familie bekommen habe. Wobei die Sichtweise meines Mannes noch das schlimmste war weil er mir keinerlei Hilfe war eher noch mehr in die Verlustkerbe gehauen hat. Nun ist der letzte Verlust 1 Jahr her und die Frage nach dem warum oder wieso das alles passiert stellt sich immer wieder, es tut noch immer weh und man denkt einfach das schaff ich nicht. Das Problem ist nun auch noch das meine Ehe unter diesen ganzen Verlusten arg gelieten hat und wir noch nichtmal annähernd miteinander umgehen wie es mal war. Denke da steht mir persönlich die nächste Hürde bevor weil auf die Dauer kann ich unter dauerndem Streit und Diskusionen nicht gut leben zumal die Fehler alle ich mache weil ich micht nicht genug um alles kümmere und dann auch noch meine Freunde treffen möchte um so vielleicht mal über Dinge zu sprechen die mich bewegen und vielleicht auch ab und an mal was für mich machen möchte damit ich meine Akkus aufladen kann. Wie gesagt es kommt eins nach dem anderen und es wird und wird nicht besser dann hat man mal wieder einen kleinen Lichtblick und schon sind die Gewitterwolken wieder im an Marsch. Ich frage mich lansam warum tut man sich das alles an wenn nach jedem freudigen Ereigniss ein schlimems folgen muss was macht das für einen Sinn?? Der ganze Verlust hat mich in vielem sehr abgestumpft das ich garnicht viel an mich ran lasse und sehr kalt und hart wirke aber jeder schützt sich halt so gut er kann, ich kann zwar mit einer Freundin über einige meiner Probleme und Ängste und Trauer so einigermaßen sprechen aber abnehmen kann einem das keiner und alles erzählt man auch nicht zumindestens ich nicht weil das vielleicht zuviel wäre für andere Menschen was ich alles so denke. Klar ist auch das jeder sein Päckchen zu tragen hat nur ich glaube mir wird es langsam irgendwie schwer zumal ich immer wieder ins Loch zurück falle weil ich mich einfach total alleine fühle.
So jetzt habe ich einen halben Roman geschrieben und sorry ist arg lang geworden aber zumindestens hab ich mir mal ein bisschen was von der Seele geredet und ich danke schon jetzt für zuhören bzw lesen

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4. Februar 2007 um 3:26

Versteh dich!
Hallo,

es ist schwierig in so einer Situation das richtige zu sagen, da man letztendlich nur die Zeilen des anderen kennt! Auch ich hab meine mutter verloren und hatte dann noch mein Pferd was ich schweren Herzens bald danach verkaufen musste... Mein Rat an dich ist einen Therapeuten aufzusuchen. Auch ich war bei einer Psychologin und sie hat mich echt daraus geholt, allerdings muss du dich auch voll öffnen denn sonst machst du dir nur selbst was vor und das würde dir letztendlich nichts bringen... Für viele ist dieser Schritt unvorstellbar aber ich kann nur sagen, dass es das beste ist was man tun kann, denn das Leben ist zu schade um nicht glücklich zu sein! Also lass es dir durch den Kopf gehen und entscheide dich dafür, denn ein Psychologe/Therapeut macht soetwas prfessionell und Freunde können dir nur bis zu einem gewissen Punkt helfen!

Ich wünsche dir alles gute!!!

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5. Februar 2007 um 8:41
In Antwort auf steppel1

Versteh dich!
Hallo,

es ist schwierig in so einer Situation das richtige zu sagen, da man letztendlich nur die Zeilen des anderen kennt! Auch ich hab meine mutter verloren und hatte dann noch mein Pferd was ich schweren Herzens bald danach verkaufen musste... Mein Rat an dich ist einen Therapeuten aufzusuchen. Auch ich war bei einer Psychologin und sie hat mich echt daraus geholt, allerdings muss du dich auch voll öffnen denn sonst machst du dir nur selbst was vor und das würde dir letztendlich nichts bringen... Für viele ist dieser Schritt unvorstellbar aber ich kann nur sagen, dass es das beste ist was man tun kann, denn das Leben ist zu schade um nicht glücklich zu sein! Also lass es dir durch den Kopf gehen und entscheide dich dafür, denn ein Psychologe/Therapeut macht soetwas prfessionell und Freunde können dir nur bis zu einem gewissen Punkt helfen!

Ich wünsche dir alles gute!!!

Danke!
Hallo Steppl1,

erstmal Danke für die Antwort und mit dem Therapeuten ich haddere da noch mit mir und dann ist es eventuell so wie Du es sagst das ich mich nicht öffne und das bringt dann nicht den erwarteten Effekt. Mit dem helfen der Freunde bis zu einem bestimmten Punkt hast Du wohl nicht ganz Unrecht weil man will sie ja auch nicht so in Anspruch nehmen und jeder führt halt auch noch sein eigenes Leben und Freunde gehen mit Problemen der Menschen die einem Nahe stehen gewiss anders um als ein Therapeut.
Jedenfalls danke für den Rat ich überleg es mir

Lg

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