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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Das Warten

Letzte Nachricht: 13. Juli 2007 um 23:07
J
jasmyn_606799
13.06.07 um 15:18

Erst einmal weiß ich.......ich bin nicht alleine, die leidet, traurig ist......ihr alle habt Erfahrungen hinter euch.
So will ich hier trotzdem fragen: wie geht man damit um? Mein Vater liegt seit Tagen auf der Intensivstation. Lungenentzündung, Darmverschluß unklar, Herzstörungen etc. Jede Stunde auf und ab. Ich zergehe an diesen Gedanken. Diese Gedankenmühle fast mich im Griff. Wie wird es sein.......wenn........wird Gott ihm doch noch viellecht etwas Zeit mit uns schenken? Ich bin froh, daß ich Mann und zwei Kinder habe. Dann denke ich an meine einsame Mutter in dem so großen Haus. Trauer kann einen krank machen. Ich will sie ertragen, aber wie können die Gedanken Ruhe finden?

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D
duana_12831958
03.07.07 um 0:29

Hallo,
ich finde es immer schlimm für diejenigen, die zurückbleiben!!! Es tut mir leid für euch ,dass ihr damit belastet seid. Ich weiss nicht ,der Tod ist schon ein makaberes Thema, denn ich bin zum Beispiel der Meinung, dass die Trauerzeit "während der Ungwissheit" (schafft er es oder nicht) die schlimmste ist. Sobald der Mensch von einem gegangen ist, kann man konstruktiv trauern. Vorher macht man sich mit solchen Gedanken richtig kaputt. Du hast zwei Kinder, kümmere dich um sie, versuch, dich mit deiner Familie abzulenken, wirklich GANZ BEWUSST abzulenken, denn du änderst nichts an der Situation an sich. Es kommt, wie es kommen muss. Also versuch, das einfach auszublenden, wenn du nicht bei ihm bist. Denn ER wird es sicherlich nicht so schwer haben, wie deine Mutter oder du... Denn er wird entweder gesund werden oder euch irgendwann verlassen. Rede viel mit deiner Mutter, sofern sie das jetzt möchte, aber versuch das alles einfach ganz rational zu betrachten, deiner Psyche wegen!!
Ich wünsche dir und deiner Mutter, dass ihr baldigst Gewissheit habt und endlich nach vorne gucken könnt.
Gruss, Lola

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P
psyche_12911753
03.07.07 um 22:55
In Antwort auf duana_12831958

Hallo,
ich finde es immer schlimm für diejenigen, die zurückbleiben!!! Es tut mir leid für euch ,dass ihr damit belastet seid. Ich weiss nicht ,der Tod ist schon ein makaberes Thema, denn ich bin zum Beispiel der Meinung, dass die Trauerzeit "während der Ungwissheit" (schafft er es oder nicht) die schlimmste ist. Sobald der Mensch von einem gegangen ist, kann man konstruktiv trauern. Vorher macht man sich mit solchen Gedanken richtig kaputt. Du hast zwei Kinder, kümmere dich um sie, versuch, dich mit deiner Familie abzulenken, wirklich GANZ BEWUSST abzulenken, denn du änderst nichts an der Situation an sich. Es kommt, wie es kommen muss. Also versuch, das einfach auszublenden, wenn du nicht bei ihm bist. Denn ER wird es sicherlich nicht so schwer haben, wie deine Mutter oder du... Denn er wird entweder gesund werden oder euch irgendwann verlassen. Rede viel mit deiner Mutter, sofern sie das jetzt möchte, aber versuch das alles einfach ganz rational zu betrachten, deiner Psyche wegen!!
Ich wünsche dir und deiner Mutter, dass ihr baldigst Gewissheit habt und endlich nach vorne gucken könnt.
Gruss, Lola

Ich verstehe das gut....
mein Vater liegt nun seit 64 Tagen auf der Intensiv, und ist jetzt schon seit 12.Februar im Krankenhaus. Wir haben bis gestern auch ein ständiges auf und ab mitgemacht. Hoffen, kämpfen, bangen und immer wieder totale Verzweiflung. Seit gestern wissen wir das er sterben muss.... der Arzt sagt, wir sollen uns zeitnah darauf einstellen. Das Leid mitanzusehen ist das Schlimmste was ich je mitmachen musste..... ich fühle mich ohnmächtig und ausgelaugt.
Ich habe auch eine kleine Tochter und einen Mann... ohne die wäre ich schon kaputtgegangen. Ich kann dir keinen Rat geben, nur sagen das es Dir nicht alleine so geht. Der Tod gehört zum Leben dazu........auch wenn man das nicht wahr haben will.... ich wünsche Dir und deiner Familie ganz viel Kraft.
Lg, Marry

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J
jasmyn_606799
11.07.07 um 19:10
In Antwort auf psyche_12911753

Ich verstehe das gut....
mein Vater liegt nun seit 64 Tagen auf der Intensiv, und ist jetzt schon seit 12.Februar im Krankenhaus. Wir haben bis gestern auch ein ständiges auf und ab mitgemacht. Hoffen, kämpfen, bangen und immer wieder totale Verzweiflung. Seit gestern wissen wir das er sterben muss.... der Arzt sagt, wir sollen uns zeitnah darauf einstellen. Das Leid mitanzusehen ist das Schlimmste was ich je mitmachen musste..... ich fühle mich ohnmächtig und ausgelaugt.
Ich habe auch eine kleine Tochter und einen Mann... ohne die wäre ich schon kaputtgegangen. Ich kann dir keinen Rat geben, nur sagen das es Dir nicht alleine so geht. Der Tod gehört zum Leben dazu........auch wenn man das nicht wahr haben will.... ich wünsche Dir und deiner Familie ganz viel Kraft.
Lg, Marry

Kraft
Liebe Marry,
mein Vater starb am 16. Juni. Also war es "nur" eine Woche......dieses Warten.
Jetzt geht es uns allen besser, auch wenn der Abschied schmerzlich war. Aber durch die offenen Worte der Ärzte konnte man sich innerlich darauf einstellen und wir waren in seiner letzten Stunde bei ihm. Er war zwar nicht bei Bewußtsein, aber er suchte immer nach einer Hand, die ihn hielt. Also merkte er doch, daß er nicht alleine war. Ein Pastor stand uns auch zur Seite, dieses fand ich sehr tröstlich. Aber ich konnte loslassen, wußte, daß der Tod eine Erlösung für ihn sein wird. Ich wünsche dir und deiner Familie auch viel Kraft für die Zeit, die euch bevorsteht. Ich wünsche euch, daß ihr loslassen könnt und durch den Tod neue Hoffnung erfahren dürft. Komischerweise habe ich bislang nicht allzu viel geweint, ich weiß Papa in einer besseren Welt. Er ist im Herzen immer bei uns. "Da wo du warst, ist nun niemand mehr. Aber wo wir sind, da wirst du immer sein!" Für mich hat der Tod eine neue Bedeutung erfahren. Früher war es schon das Wort, das mich erstarren ließ. Heute gehe ich mit ihm um. Er gehört dazu. Alles Liebe euch!

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K
kezia_11937736
13.07.07 um 23:07

Mein Vater...
ist am 04. Juli gestürzt und mit dem Krankenwagen ins KH gekommen. Seitdem gehen meine Familie und ich durch die Hölle!
Jeden Tag erzählt uns irgendein Arzt etwas anderes wie der Arzt zuvor...
Angefangen hat es damit, dass meine Mutter einen Anruf vom Notarzt bekommen hat, dass mein Vater im KH liegt. Wir sind sofort hingefahren und haben ihn dort in einem noch einigermaßen guten Zustand vorgefunden. Er hatte eine Gehirnerschütterung und eine Schädelfraktur. Eigentlich nichts lebensbedrohliches...
Er wurde dann auf eine normale Station verlegt. Als meine Mutter + Schwester ihn am nächsten Tag besuchen kamen, fanden sie ihn festgebunden (!) auf einem "Toilettenstuhl" wieder. Die Stationsschwester rechtfertigte sich damit, dass er jetzt endlich mal "sein Geschäft" machen solle. Kurz danach bekam er eine Gehirnblutung und sein Zustand verschlechterte sich rapide.
Von Tag zu Tag wurde es immer schlimmer. Die Ärzte versicherten uns, dass der Vorfall mit dem Toilettenstuhl nichts mit der Gehirnblutung zu tun hat (ich kann es irgendwie nicht richtig glauben...).

Seit 11. Juli liegt er auf der Intensiv-Station, ist überhaupt nicht mehr ansprechbar, wird künstlich ernährt, hat eine Sonde im Kopf, die den Druck durch die Blutung nimmt, einen Beatmungsschlauch im Mund und bekommt jede Menge Infusionen.
Mittlerweile sagen uns die Ärzte schon, dass es "kritisch" ist.
Eine Stations-Schwester sagte gestern zu mir: "Wir leben hier auf dieser Station von Besuch zu Besuch..."
Ich bin heute gegen 19 Uhr gegangen, vielleicht habe ich ihn ja da das letzte mal gesehen...

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