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Das 'Danach'

24. Juli 2011 um 23:53

Hallo ihr Lieben!
Also vorab: Ich war noch nie wirklich in einem Forum aktiv, also bin ich grad etwas planlos, wie ich meinen Beitrag am besten anfange, aber ich versuchs einfach.
Also zunächst zu meiner Geschichte:
Ich bin 20 Jahre und Studentin. Vor mittlerweile fast einem Jahr wurde ich von 3 Männern vergewaltigt. Das passierte, als ich auf einer Exkursion innerhalb meines Studiums war. Ich kannte die Kerle nicht. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich Glück hatte direkt danach an Menschen geraten zu sein, was mir die Entscheidung darüber zu sprechen, mich untersuchen zu lassen und die Kerle anzuzeigen wirklich enorm erleichterte. Wäre ich alleine gewesen, hätte ich vermutlich versucht es zu verheimlichen. Ich habe auch relativ schnell eine wirklich nette Therapeutin gefunden, bei der ich heute noch in Therapie bin. Im Großen und Ganzen denke ich, dass ich alles relativ gut verkraftet hab.
Anfangs hatte ich sehr starke Probleme soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. Ich hasste es wenn Leute mich berührten (selbst meine Familie) oder mir nahe kamen. Auch von meinem Freund habe ich mich nach über 3 Jahren Beziehung getrennt, weil es einfach irgendwann von beiden Seiten nicht mehr funktioniert hat. Das mit den sozialen Kontakten klappt wieder ganz gut. Ich bin auch öfters wieder aus, solange ich jemanden dabei habe, der mich zur Not auch bis vor meine Haustüre bringt und mich nicht alleine lässt. Soviel zu der Vorgeschichte.
Jetzt ist es so, dass ich vor ca 8 Wochen jemanden kennen gelernt habe. Er ist 30 und ist an meine Uni gewechselt. Da wir weitestgehend den gleichen Stundenplan haben, verbringen wir oft Pausen miteinander und langsam kriege ich das Gefühl, dass er echtes Interesse an mir hat. Ich mag ihn auch irgendwie. Er ist überhaupt nicht aufdringlich oder so, halt einfach nur nett und wir lachen viel gemeinsam und er tut mir einfach irgendwie gut. Jetzt hat er mich gefragt, ob ich nicht mal mit ihm ausgehen will. Und da fängt mein Dilemma an. Meine Gedanken spinnen total. Ich würde gerne was mit ihm unternehmen einerseits, weil ich ihn halt so gern mag. Andererseits hab ich gerade mit 'neuen' Bekannten immer noch das Problem mit der Nähe. Das betrifft nicht nur physische Nähe, sondern auch psychische. Ich fühl mich halt schnell in die Enge getrieben und reagiere dann teilweise komisch. Um es auf den Punkt zu bringen habe ich einfach Angst davor, dass es irgendwann zu einem Moment kommt, an dem ich ihm vllt sagen muss, was mir passiert ist. Versteht ihr irgendwie was ich meine? Auf der einen Seite will ich nicht, dass dieses Ereignis so sehr mein Leben mitbestimmt, aber auf der anderen Seite beeinflusst es mich zum Teil noch sehr stark, sodass es vllt nicht klug wäre es zu verheimlichen.

Hat vielleicht einer von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Was würdet ihr mir raten? Oder vielleicht an die Männer unter euch: Wie würdet ihr damit umgehen?

Ich denke vllt viel zu weit, aber es beschäftigt mich.

Ich hoffe ihr antwortet!
Viele liebe Grüße

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25. Juli 2011 um 15:37

sei ehrlich
Hallo Juliane,

ja ich kann dich gut verstehen... da mein Liebling diese grausamen Erfahrungen auch 2x durchlitten hat und sie selbst bei mir Probleme mit der Näne hat/hatte.

Die Menschen die keine Erfahrungen mit negativen Einflüssen haben (ich drück mich da mal lieber vorsichtig aus...) die kennen ja quasi nur den Zuckerguss und nicht was es alles noch darunter gibt.

Ich denke solange er nur ein Studienfreund ist, kannst du ihm was oberflächliches erzählen womit er zwar weiss, dass es ein Problem mit der Nähe gibt... aber er keine Details weiss. So achtet er darauf aber du brauchst das, was du grauenvolles erlebt hast nicht erzählen.
Wenn Gefühle mit im Spiel sind, halte ich Erhlichkeit für den richtigen Weg. Da wäre bei mir nach dem ersten Kuss der Zeitpunkt... wo dein gefühlter Zeitpunkt ist weiss ich ja nicht.

Ob er der Typ ist dem du es scheibchenweise beibringen musst oder dem du gleich alles erzählen kannst wirst du schon merken...

Diese Erlebnisse sind in meinen Augen so grauenvoll, dass ich Frauen wie dich bewundere, die all ihren Mut zusammennehmen und bereit sind wieder Gefühle zuzulassen und einem Mann ihr Herz zu schenken...
wie gesagt sehe ich das an meinem Liebling wie schwer das ist... wirklich vorstellen kann selbst ich es mir nicht... ich erahne einiges... bin sehr vorsichtig... aber auch ich begehe Fehler.
Die Fehler wird auch er begehen, wenn du ihm nicht sagst was los ist... also irgendwann wäre der Sprung ins kalte Wasser nötig... sonst deutet er dein Zurückschrecken eventuell als Abneigung... besser er weiss es.
Zudem sind wir Männer ja gerne Beschützer... die Rolle liegt uns nunmal bei der Frau die wir lieben...

Sicher wird er einmal schlucken und danach etwas geplättet sein... ist ja nunmal keine alltägliche Sache die man so erzählt

Und wie ich damit umgehe... wie gesagt behutsamer, vorsichtiger, in der ersten Zeit habe ich übertrieben bei dem Beschützen... ja und meine Lebenseinstellung hat sich geändert... man sieht halt nicht nur den Zuckerguss.

Wenn du was spezielles wissen willst kannst du gerne fragen.

Gruß Poldi

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25. Juli 2011 um 15:53

Danke
Danke erstmal, dass ihr euch die Zeit genommen habt meinen Beitrag zu lesen und mir zu antworten.
Und so unterschiedlich sind eure Ratschläge ja auch eigentlich garnicht. Momentan geht es ja für mich noch nicht um eine Beziehung oder so....sondern vielmehr um einfaches kennenlernen.
@sternennacht2: Ja gut das mit dem "relativ" gut verkraftet haben ist auch wirklich wortwörtlich gemeint. D.h. ich setz meinen jetzigen Zustand in Relation zu dem Zustand am Anfang und da liegen äußerlich, wie auch innerlich Welten dazwischen. Dass ich aufgrund der Sache immer noch zum Teil Probleme hab is klar, aber ich hab doch wieder ganz pasabel ins Leben zurück gefunden.
Ich mach halt ne 'ganz normale' Gesprächstherapie. 'nett' ist vllt wirklich schwammig formuliert. Ich war anfangs bei einer anderen Therapeutin in meinem Umkreis, die mir wärmstens von verschiedenen Ärzten ans Herz gelegt wurde, weil sie 'Spezialistin' auf diesem Gebiet sei. Vielleicht war sie das, aber ich hab mich da garnich drauf einlassen können. Dann bin ich zu meiner jetzigen Therapeutin gekommen und es hat einfach ganz gut geklappt, ich konnte wirklich Vertrauen zu ihr aufbauen (wollte das dann auch wirklich selbst) und wie gesagt, bin jetzt schon recht lange bei ihr.

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