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Cholerischer Vater, Hilfe

19. April 2016 um 10:29

Hallo an alle,

Wie der Titel schon verrät, geht es um meinen cholerischen Vater. Ich bin 20 Jahre alt und wohne nicht mehr bei ihm.

Jedoch habe ich bemerkt, dass er Seit einiger Zeit,sehr explosiv reagiert. Mein Bruder und meine Stiefmutter leiden an manchen Tagen sehr unter seinen Wutausbrüchen und mir fällt es schwer, nichts dagegen unternehmen zu können.
Ihr müsst wissen, jegliche Diskussionen sind mit meinem Vater unmöglich. Egal wie ruhig die gegenübersitzende Person ist, er gibt einem immer das Gefühl, man liegt falsch mit seiner Meinung nur er ist im Recht, ausnahmslos.

Vorgestern gab es dazu einen Vorfall, mein Bruder (16) kam zu spät von einer Feier, die Verspätung betrug 1 Stunde.
Daraufhin ist mein Vater ausgerastet, wie noch nie.
Er wurde meinem Bruder gegenüber handgreiflich, nähere Details möchte ich dazu nicht erläutern.
Für meine Stiefmutter und mich war es eine große Herausforderung ihn zu beruhigen.
Bin immernoch perplex, weil diese Art der Maßregelung zum ersten Mal passiert ist. (Vorher war es nur verbale Gewalt)

Zurzeit weiß ich nicht, was ich machen soll.
Ich schätze meine Eltern sehr, auch wenn sie so manchesmal sehr verletzend und ungerecht sind. Ich möchte eine gute Tochter sein, meinem Vater respektvoll gegenübertreten.

Doch egal wie man es macht, es ist nie genug. Denn seiner Ansicht nach, kann kein Mensch ihm das Wasser reichen. Nur er hatte jahrelang großen Erfolg und daran müssen wir uns zwangmässig orientieren, ansonsten sollen wir, seine Kinder uns aus dem Staub machen.
Diese emotionale Erpressung macht mich zunehmendes fertig.

Ich möchte hier nicht mit meinem Vater abrechnen aber ich muss das hier alles nieder schreiben. Zudem kommt das Problem, dass er meine 4-jährige Beziehung nicht mehr toleriert und mich vor die Wahl stellt.

Es gäbe dazu noch so viel zu sagen aber ich versuche mich kurz zu halten. All die Jahre hat es meinem Bruder und mir an nichts gefehlt, wir haben alles bekommen was wir wollten. Finanziell, hat es uns an nichts gemangelt und dies hält er uns immer vor, er droht uns damit den Geldhahn zuzudrehen und uns das Erbe zu nehmen, unser Vater versteht einfach nicht, dass wir dankbar sind und es uns nicht um das Geld geht.

Er sagt so oft, er möchte das wir auch ein so sorgenfreies Leben führen sollen wie er und das er dabei nur das beste für uns will, aber was "das beste" ist, definiert mein Vater.

Hat jemand den Kontakt zu seinem Vater abgebrochen und kann mir Tipps geben?
Vielen Dank fürs Lesen!

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4. Juli 2016 um 14:26

Ich sitze im selben Boot
Hallo abc4410,

ich kann dir vielleicht nicht großartig weiterhelfen, aber vielleicht reicht es schon zu hören, dass du nicht allein bist.
Ich bin ebenfalls 20 und lebe noch bei meinen Eltern. Mein Vater hat schon sehr lange cholerische Anfälle (etwa seit 10Jahren) und ich habe immer mehr die Befürchtung, dass er ebenfalls immer mehr in eine Alkoholsucht gerät. Er war gegenüber mir ein paar mal handgreiflich, als ich noch jünger war, wirklich geschlagen hat er jedoch nie. Meine Mutter hat dabei leider den Fehler gemacht und sich nicht getrennt. Sie erleidet mittlerweile seit 5 Jahren Depressionen und Burnout. Aufgrund dessen ist sie bereits seit zwei Jahren in Frührente.
Ich stehe vor einer ähnlichen Situation wie du, möchte gerne ausziehen und den Kontakt abbrechen, habe allerdings Angst, dass meine Mutter daran zugrunde geht (ich weiß, sie würde sich nicht trennen).
Das wichtigste gerade auch für deinen Bruder, der mitten in der Pubertät steckt, zu vermitteln, dass er dafür nichts kann. Ein Choleriker ist unzufrieden mit seinem eigenen Leben und gibt anderen die Schuld daran. Deine Stiefmutter und du sollten deinen Bruder darüber aufklären. Ich habe beispielsweise jahrelang gedacht, ich wäre an den Wutausbrüchen schuld, da meine Mutter meinem Vater häufig recht gibt,(ich denke das liegt an ihren psychischen Problemen). So sollte es definitiv nicht sein! Gegen den Choleriker darfst du dich allerdings auch nicht stellen, das vergrößert seine Wut nur noch mehr, am besten ist tatsächlich man sagt in diesen Momenten gar nichts und geht der Situation aus dem Weg.
Vielleicht findest du ja eine Beratungsstelle, die Angehörige betreut und redest dich dort mal aus. Habe persönlich noch keine Erfahrung damit gemacht, aber kenne jemanden der sich durch so eine Beratung gestärkt gefühlt hat eine Trennung durchzuziehen.

Mein Vater droht mir mit den gleichen Sachen. Finanziell ging es mir immer mehr als gut, beispielsweise habe ich mit 16 meinen größten Traum vom eigenen Pferd erfüllt bekommen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er nur durch materielle Dinge versucht eine Beziehung zu mir aufzubauen, gleichzeitig nutzt er diese aber auch als Druckmittel, sagt ebenfalls ich wäre undankbar etc.

Ein Kontaktabbruch bzw etwas mehr Distanz scheint für mich momentan die einzige Lösung. Bei mir ist spielt da allerdings das Finanzielle eine große Rolle, da ich Studentin bin.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen, oder nur zeigen, dass du nicht allein bist. Ich kann mich sehr gut in deine lage versetzen und es tut einfach weh einen geliebten Menschen so zu sehen und zu spüren, wie er mit einem selst umgeht.

Wie ist denn momentan die Lage bei dir? Dein Thread ist ja auch schon ein paar Monate her...

Liebe Grüße, Nadine

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4. Juli 2016 um 14:31
In Antwort auf sora_12572296

Ich sitze im selben Boot
Hallo abc4410,

ich kann dir vielleicht nicht großartig weiterhelfen, aber vielleicht reicht es schon zu hören, dass du nicht allein bist.
Ich bin ebenfalls 20 und lebe noch bei meinen Eltern. Mein Vater hat schon sehr lange cholerische Anfälle (etwa seit 10Jahren) und ich habe immer mehr die Befürchtung, dass er ebenfalls immer mehr in eine Alkoholsucht gerät. Er war gegenüber mir ein paar mal handgreiflich, als ich noch jünger war, wirklich geschlagen hat er jedoch nie. Meine Mutter hat dabei leider den Fehler gemacht und sich nicht getrennt. Sie erleidet mittlerweile seit 5 Jahren Depressionen und Burnout. Aufgrund dessen ist sie bereits seit zwei Jahren in Frührente.
Ich stehe vor einer ähnlichen Situation wie du, möchte gerne ausziehen und den Kontakt abbrechen, habe allerdings Angst, dass meine Mutter daran zugrunde geht (ich weiß, sie würde sich nicht trennen).
Das wichtigste gerade auch für deinen Bruder, der mitten in der Pubertät steckt, zu vermitteln, dass er dafür nichts kann. Ein Choleriker ist unzufrieden mit seinem eigenen Leben und gibt anderen die Schuld daran. Deine Stiefmutter und du sollten deinen Bruder darüber aufklären. Ich habe beispielsweise jahrelang gedacht, ich wäre an den Wutausbrüchen schuld, da meine Mutter meinem Vater häufig recht gibt,(ich denke das liegt an ihren psychischen Problemen). So sollte es definitiv nicht sein! Gegen den Choleriker darfst du dich allerdings auch nicht stellen, das vergrößert seine Wut nur noch mehr, am besten ist tatsächlich man sagt in diesen Momenten gar nichts und geht der Situation aus dem Weg.
Vielleicht findest du ja eine Beratungsstelle, die Angehörige betreut und redest dich dort mal aus. Habe persönlich noch keine Erfahrung damit gemacht, aber kenne jemanden der sich durch so eine Beratung gestärkt gefühlt hat eine Trennung durchzuziehen.

Mein Vater droht mir mit den gleichen Sachen. Finanziell ging es mir immer mehr als gut, beispielsweise habe ich mit 16 meinen größten Traum vom eigenen Pferd erfüllt bekommen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er nur durch materielle Dinge versucht eine Beziehung zu mir aufzubauen, gleichzeitig nutzt er diese aber auch als Druckmittel, sagt ebenfalls ich wäre undankbar etc.

Ein Kontaktabbruch bzw etwas mehr Distanz scheint für mich momentan die einzige Lösung. Bei mir ist spielt da allerdings das Finanzielle eine große Rolle, da ich Studentin bin.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen, oder nur zeigen, dass du nicht allein bist. Ich kann mich sehr gut in deine lage versetzen und es tut einfach weh einen geliebten Menschen so zu sehen und zu spüren, wie er mit einem selst umgeht.

Wie ist denn momentan die Lage bei dir? Dein Thread ist ja auch schon ein paar Monate her...

Liebe Grüße, Nadine


Tut mir Leid für die Rechtschreibung und Grammatik, man möchte gar nicht meinen, dass ich Germanistik studiere war nur sehr aufgebracht beim Schreiben...

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