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Cappucino ins Gesicht von Mutter ...

13. Juni 2009 um 10:08 Letzte Antwort: 2. Juni 2016 um 15:16

Hallo! Ich schreibe hier, weil ich noch ganz verstört bin von einer Aktion meiner Mutter (69) gestern. Ich (34) habe gestern in einem Cafe bei Sonnenschein den halbausgetrunkenen Becher Cappucino mit Sahne von meiner Mutter ins Gesicht geschüttet bekommen, nachdem ich ihr gesagt habe, dass sie mich mit einem gebrochenen Arm als Kind eine Nacht lang im Bett hat "leiden" lassen, statt mit mir gleich zum Arzt zu gehen und mir noch sagte, ich solle mich nicht so anstellen, wenn ich vor Schmerzen nicht schlafen konnte. Sie aber mit ihrem Hund heute für teuer Geld zur Tiernotarztklinik fährt, wenn der mal nicht frisst ... Zack, da hatte ich dann den Cappucino in Gesicht, Haaren und auf der Kleidung. Dann rief sie noch, dass sie mich (und meine Schwester) nie wiedersehen wolle, stand auf und ging weg.

Ich wollte kein Drama draus machen, ich habe ihr das nur gesagt als Feststellung, weil es mir gerade aufgefallen war, die Parallele mit dem Hund .... Na toll. Ich fühle mich jetzt gar nicht gut.

Sie tut mir leid und irgendwie ist jetzt alles doof. Ich wollte ihr das nur mal sagen, aber man kann ihr nichts sagen. Meine Mutter hat mich auf eine gewisse Art vernachlässigt als Kind, weil sie mit ihrem Leben nicht mehr klar kam und bis heute nicht klar kommt. Und ich weiß das alles und habe sie immer in Schutz genommen nur irgendwie habe ich das Gefühl, als müsste ich mich davon lösen, es hat Jahre gebraucht, bis ich mir selbst eingestanden habe, dass die Dinge, die meine Mutter getan hat, falsch waren. Ich habe immer alles auf mich genommen und verleugnet. Ich merke jetzt erst langsam mit dem Älterwerden, dass gewisse Dinge nicht richtig waren. Und es tut verdammt weh sich selbst einzugestehen, dass man vernachlässigt wurde.

Bitte nicht auf mir rumhacken jetzt, ich glaube, dann würde ich mir Vorwürfe ohne Ende machen.

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14. Juni 2009 um 10:13

Ich hab es als Mutter gelesen
Obwohl ich altersmäßig näher an dir dran bis. Ich habe eine 16-jähr. Tochter und bin seit jeher allein erziehend.

Meine eigene Mutter war auch allein erziehend. Ich habe furchtbar in meiner Kindheit gelitten. Meine Mutter war immer überfordert und konnte mir keine Wärme geben. Für mich als intelligentes Kind war es besonders schlimm, dass keine gesunde Kommunkation stattfand.
Auch heute noch. Erst viel später habe ich angefangen, mich mit meinem eigenen inneren Kind zu beschäftigen.

Meine eigene Tochter habe ich mit Anfang 20 bekommen. Da war ich selber noch sehr unreif und unerfahren. Gegen alle Widerstände habe ich immer alles versucht, ihr ein schönes und vor allem ein selbstbestimmtes Leben zu geben.
Ich habe auf dem 2. Bildungsweg studiert um Geld zu verdienen und zwischendurch musste ich arbeiten um wenigstens einen geringen Lebensstandard zu haben.
Einmal bin ich sogar eine Beziehung eingegangen, weil ich ihr so gerne ein Familienleben bieten wollte.
Fast alles, was ich gemacht habe, war im Hinterkopf FÜR meine Kleine.
Es gab Zeiten, da war ich so ausgepowert, dass ich sie geschlagen habe.
Das tut mir heute noch leid. Aber ich wusste nicht mehr weiter. Und heute tut es mir noch leid, dass ich sie gelegentlich angeschrien habe.

Ich war oft überfordert, weil die Verantwortung so groß auf mir lastete.

Jetzt ist meine Tochter 16 und macht mir manchmal Vorwürfe, als ich sie in manchen Situationen nicht genügend umsorgt habe.
Da ich ein gleichmütiger Mensch bin, macht es mich nicht wütend, sondern eher betroffen. Offenbar hängt es stärker im Gedächtnis, wenn man verletzt wurde, als wenn man betüdelt wird.

Bei meiner eigenen Mutter bin ich all die Jahre auf Granit gestoßen. Ihre Kälte und Ignoranz mir gegenüber konnte nirgends landen. Deshalb mache ich demnächst noch einmal ein Inneres Kind Seminar. Ich tröste mich selber. Ich brauche sie nicht mehr heute. Viel konnte ich auch bewältigen, indem ich meine eigene Tochter immer wie mein eigenes, inneres Kind behandelt habe. Ich habe ihr- trotz mancher Fehler- die Aufmerksam und Geborgenheit gegeben, die ich gebraucht habe. Damals und als Inneres Kind auch heute.



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22. Juni 2009 um 9:20

Danke, für die vielen Antworten und Meinungen
Hallo!!!

Ich werde den Kontakt zu ihr abbrechen auch wenn es weh tut. Aber es hat ja keinen Sinn und tut nur alte Wunden aufreißen und neue Wunden entstehen. Aber es ist irgenwo gut, dass dies passiert ist, denn jetzt weiß ich, was richtig für mich ist. Sie tut mir immernoch wahnsinnig leid, weil sie so wenig mit ihrem Leben klar kommt, aber so gern ich ihr helfen möchte, sie nimmt diese Hilfe doch nicht an, im Gegenteil, jede Hilfe bekomme ich irgendwie nur um die Ohren geknallt. Es ist ein Fass ohne Boden und man kann nur einstecken und muss masochistisch veranlagt sein, um mit dieser Frau klar zu kommen. Ich fahre besser ohne sie, aber wenn ich dann doch wieder etwas von ihr höre, reißt es mir das Herz auf. Ich werde ihr weiterhin Geld überweisen und ihr zum Geburtstag eine unverbindliche Karte schicken. Schließlich wäre ich ohne sie nicht auf der Welt und sie hat mir das Leben geschenkt.

Ansonsten versuche ich, mich selbst wichtiger zu nehmen und mein Leben zu gestalten, wie es mir gefällt.

Sie meldet sich ja doch nicht bei mir, nur wenn sie etwas will. Trotzdem tut sie mir leid und ich habe riesige Schuldgefühle - warum weiß ich auch nicht!!!!

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22. Juni 2009 um 9:45

Tu dir selber gut
Ich kann dich sehr gut verstehen und deine Gefühle auch nachvollziehen, keine Bange, du bist und reagierst völlig normal! Was ich nur nicht verstehe: Warum unterstützt du deine Mutter mit Geld, bekommt sie denn keine Rente? Wenn sie dich so behandelt und überhaupt kein Einlenken zeigt ... wieso gibst du ihr dann noch Geld? Okay, sie hat dich geboren und aufgezogen, aber wurdest du bei deiner Zeugung um dein Einverständnis gefragt, ja wohl nicht. Deshalb musst du ihr auch nicht ewig dankbar sein.

Deine Mutter hat dich offensichtlich nicht ständig misshandelt oder psychisch missbraucht als Kind, aber in Ansätzen klingt so etwas doch durch. Ich denke alle Eltern tun was sie können, jeder liebt sein Kind auf seine Weise, aber du musst auch nicht alles akzeptieren und verzeihen was deine Mutter getan hat und auch heute noch tut, siehe oben!

Vielleicht ist es sinnvoll, ihr mal in Ruhe einen Brief zu schreiben, wenn ihr schon nicht miteinander reden könnt. Der sollte dann nicht vorwurfsvoll und bitter sein, aber sich mal alles von der Seele schreiben zu können wirkt manchmal Wunder. Du kannst ihr schreiben, dass du das als Kind so empfunden hast und du dir mehr von deiner Mutter gewünscht hättest, du das aber abhaken willst und nun für dich selbst sorgen willst. Die Kindheit ist vorbei und du wirst nicht nachholen können, was du verpasst hast, weder durch deine Mutter noch durch eine Partnerschaft. Schließe damit ab und lerne für dich selbst liebevoll sorgen. Die Übungen mit "das innere Kind in dir" kenne ich und finde das auch ganz hilfreich.

Ich wünsche dir viel Glück!

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25. Juni 2009 um 9:52

Ich kann es selbst kaum glauben ...
... dass ich das alles irgendwie so hingenommen habe und für normal gehalten habe. Ich habe meiner Mutter nie Vorwürfe gemacht, weil ich sie immer verstanden habe, und wusste, dass sie es einfach nicht kann. Ich habe sie quasi geschützt. Dabei habe ich mich selbst erniedrigt. Das fällt mir so ganz langsam alles auf wo ich selbst älter werde und nicht nachvollziehen kann, wie eine Mutter/Mensch so handeln kann wie sie.

Selbst jetzt mache ich ihr nicht wirklich Vorwürfe, weil ich einerseits weiß, dass sie es nie verstehen wird und sich nie ändern wird. Ich habe sooo lange geschwiegen über diese Dinge und sie als selbstverständlich betrachtet. Dabei sind sie es nicht, im Gegenteil, sie sind absolut mies. Ich habe auch immer gedacht, meine Mutter würde mich lieben ... jetzt bin ich mir zum ersten Mal in meinem Leben dessen nicht mehr sicher bzw. frage mich, was für eine Art Liebe das ist ... Denn gekümmert hat sie sich nicht wirklich, doch das wusste ich immer, und habe sie in Schutz genommen, weil sie ja ein so schwieriges Leben hat, mit dem sie selbst nicht klar kommt. Das ist jetzt so seit dem ich denken kann.

Eigentlich ist es ziemlich mies, was sie macht/gemacht hat. Aber gleichzeitig versteht sie es, sich als armes Hascherl hinzustellen und jammert immer nur, dass alle Menschen so böse zu ihr sind, auch wir Kinder.

Es ist schwierig jemanden, der sich selbst als Opfer betrachtet irgendwie zur Verantwortung zu ziehen. Ich glaube, sie hat meine Psyche ganz schön "versaut", denn ich glaube mein Hang zu "masochistischen" Liebesbeziehungen in denen ich nur gebe und mich schuldig fühle, begründet sich durch diese Art der Liebe, die ich durch meine Mutter kennengelernt habe.

Wie ich damit jetzt umgehen soll, weiß ich überhaupt nicht, aber ich erahne, dass ein großes Umdenken passieren muss.

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18. Mai 2016 um 8:13

Sie tut dir leid? o_O
Ich hätte mich noch gleich vor Ort revanchiert und sie auf dem Boden zu einem Häufchen Blut getreten. Krass was sich manche gefallen lassen?

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20. Mai 2016 um 10:22

Liebe Frikandel!
Ich auf Dir rumhacken? Ja sag` mal, was denkst Du denn von mir? Bei mir war`s nicht anders. Verzeihung, ich muss ein bisschen ausholen. Als ich etwa 10 Jahre alt war, wurde ich jede Woche von unserem Pfarrer, der in der Schule auch Religionsunterricht gab, derart verdroschen, dass ich blutete. Er machte es mit einer Haselnussgerte. Und wenn er anfing, konnte er nicht mehr damit aufhören. Die Wunden entzündeten sich dann. Ich sagte das meinen Eltern. Und als sie diese Striemen sahen, das Blut, konnten sie es nicht glauben. Sie erstatteten keine Anzeige, weil sie den Grund für das Haus, das sie sich bauten oder bauen ließen, von der Kirche, also vom Staat, recht günstig bekamen. Mein Vater lebt nicht mehr. Aber meine Mutter lebt noch, und der mache ich, so alle 2 Monate, noch immer Vorwürfe. "Warum habt Ihr damals keine Anzeige gegen diesen ... erstattet?", fragte ich. Sie antwortete: "Das ist doch schon so lange her!" Hätte sie mir, aufgrund meiner Frage, einen Kaffee ins Gesicht geschüttet, so wären wir heute geschiedene Leute. Mich schlägt keiner mehr, und falls er es versuchen sollte, wird er sein blaues Wunder erleben. Es mag sich jetzt sehr brutal anhören: Wäre ich an Deiner Stelle, würde ich mit dieser Mutter kein Wort mehr wechseln. Für mich wäre sie gestorben. Du solltest dabei aber nicht vergessen, dass ich aus einem völlig anderen Holz geschnitzt bin - ich lernte bereits mit 14 Jahren, mich durchzusetzen, mich mit der Wahrheit auseinanderzusetzen. Wenn jemand Hilfe braucht, bin ich da, egal, was die Uhr anzeigt. Aber gefallen lasse ich mir nichts. Von KEINEM!

Alles Gute!

Liebe Grüße,

lib

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21. Mai 2016 um 19:09

Deine Mutter hat ein Persönlichkeitsproblem
Denn anders kann man das nicht beurteilen. Das eigene Kind im Bett leiden lassen, aber den Hund sofort zum Tiernotarzt bringen.
Ich gehe mal davon aus, dass die Situation wirklich vergleichbar war, d.h. sie wäre auch durchaus in der Lage gewesen, Dich nachts in eine Klinik zu fahren. (nicht, dass sie da vielleicht irgendwie nicht mobil war).

Aber Deine Mutter scheint ein Problem mit Menschen (und sei es das eigene Kind) zu haben, weil Menschen nun mal vielschichtiger sind und einen Mund zum reden haben. Das alles hat ein Hund nicht. Dem kann sie ihre Fürsorge ohne Widerrede angedeihen lassen.

Das beschönigt aber nicht ihre Aktion. Vor allem auch dann noch die Reaktion, dass sie Dich nie wieder sehen will. Die soll man zum Seelenklempner gehen. Nicht Du musst ein schlechtes Gewissen haben, sondern sie.

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2. Juni 2016 um 15:16

Ich kann
mich den anderen nur anschließen.
Hätte meine Mutter sowas gemacht, hätte ich ihr vor versammelter Mannschaft die schallendste Ohrfeige verpasst, die man sich vorstellen kann. Dann wäre ich gegangen und sie wäre ab dann für mich tot gewesen.
Mag jetzt hart klingen, aber manchmal ist das die einzig richtige Reaktion.

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