Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Burnout, Erschöpfungsdepression

Letzte Nachricht: 22. Oktober 2014 um 14:38
A
alwine_12883725
10.10.14 um 18:36

Hallo ihr Lieben,

ich weiß nicht mehr weiter und wende mich mal anonymerweise an euch.

Ich habe 2 Jahre ein Fach studiert, welches eigentlich mein Traum war. Ich bin mehrere hundert KM weit weg gezogen und hab alles aufgegeben...Freunde Familie Beziehung.

Nur leider hat sich das Studium zu einem Albtraum entwickelt.
Nach einem Jahr hatte ich auf Grund von nicht bestandenen Prüfungen solche Existenzängste, dass ich nicht mehr schlafen konnte. Umso schlechter es mir ging, desto mehr habe ich gelernt. Meinem Freund und meiner Familie habe ich davon nichts erzählt, sondern einfach weitergemacht.
Ein 3/4 Jahr später konnte ich immernoch nicht durchschlafen und hab schon längere Zeit immer wieder Weinkrämpfe bekommen.
Das ganze wurde so schlimm, dass ich statt zu schlafen & essen gelernt oder Praktika vorbereitet habe. Ich war in diesen gut 1 3/4 Jahren 2 mal mit Kommilitonen weg weil ich einfach keine Zeit hatte.

Nach einer Weile habe ich jeden Tag Weinkrämpfe gehabt und fing an mich zu betrinken, weil ich nicht mehr wusste was ich machen soll. Ich war so am Ende, dass ich regelmäßig Panikattacken bekommen habe und mir gewünscht habe einfach umzufallen um Ruhe zu haben.
Ich kann garnicht in Worte fassen, wie schlecht es mir ging. Ich war psychisch völlig am Ende und bin zur Ärztin gegangen. Ihr habe ich grob geschildert wie es mir geht und Sie vermutete eine Erschöpfungsdepression. Ich hatte einen Termin zur psychologischen Beratung der aber 4 Wochen entfernt war.(den ich nicht wahrnahm, da ich wieder nach Hause bin und dachte es wird besser)

Und dann kam der Tag an dem ich zusammengebrochen bin...ich lag 4 Tage auf der Couch hatte tierische Schmerzen im ganzen Körper und habe pro Tag min. 14 Std geschlafen und konnte einfach nicht mehr aufstehen.

Da hab ich die Notbremse gezogen und beschlossen das Studium aufzugeben.

Nun 2 Monate später .....lebe ich wieder in meiner Heimatstadt und schreibe Bewerbungen. Ich kann nicht gut mit dem abgebrochenen Studium umgehen da ich eher Perfektionistisch veranlagt bin.
Aber mir geht es immernoch so schlecht, dass ich Panikattacken aus heitern Himmel bekomme und bei kleinstem Streß wieder zusammenbreche Stunden weine und mich am liebsten betrinken würde.

Ich verstehe nicht warum ich soo wenig Streß verkrafte ....ich weiß nicht mehr was ich machen soll....

Meint ihr ich sollte nochmal zum Arzt gehen? Was ist das bloß? ?????
Ich habe jegliche Lebensfreude verloren.

Ich habe keine Kraft mehr für Streß.


Tut mir leid dass es so lang geworden ist...würde mich über Ratschläge freuen!!!

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A
axelle_12926152
11.10.14 um 23:40


Ab zum Arzt. Ich vermute mal, dass dir eine längerfristige Begleitung gut tut. Du kannst nicht wirklich erwarten, dass du es innerhalb von 2 Monaten aus etwas rausschaffst, was sich über 2 Jahre aufgebaut hat. Gerade die Belastbarkeit braucht Zeit, genau wie du langsam lernen musst, dich nicht zu überfordern. Es ist ein langer Prozess. Geh zum Psychologen, wenn dir das dein Arzt rät, egal, wie du dich da fühlst. Mach nicht einfach nur weiter, das klappt auf Dauer nicht. Auch wenn du dich an einem Tag gut fühlst, heißt das noch nicht, dass es wirklich gut ist. Du wirst bei Personen, die sich damit auskennen, nicht vor die Türe gesetzt oder ausgelacht. Dort ist man froh, wenn du noch in halbwegs "gutem" Zustand auf der Matte stehst.

Ich habe übrigens aufgegeben, als ich Angst vor der Arbeit hatte. Habe ganz schnell einen Termin bei einer Psychologin bekommen. Es ist jetzt nach vielen Wochen Therapie noch eine Überwindung, wirklich hinzugehen. Ich bin davor nervös und habe Angst davor, aber danach fühle ich mich zwar aufgewühlt, aber besser. Über die Zeit hilft es, aber es dauert. Du hast jetzt 2 Jahre für die Karriere gekämpft. Kämpfe jetzt mal ne gute Weile für dich!

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alwine_12883725
22.10.14 um 14:18
In Antwort auf axelle_12926152


Ab zum Arzt. Ich vermute mal, dass dir eine längerfristige Begleitung gut tut. Du kannst nicht wirklich erwarten, dass du es innerhalb von 2 Monaten aus etwas rausschaffst, was sich über 2 Jahre aufgebaut hat. Gerade die Belastbarkeit braucht Zeit, genau wie du langsam lernen musst, dich nicht zu überfordern. Es ist ein langer Prozess. Geh zum Psychologen, wenn dir das dein Arzt rät, egal, wie du dich da fühlst. Mach nicht einfach nur weiter, das klappt auf Dauer nicht. Auch wenn du dich an einem Tag gut fühlst, heißt das noch nicht, dass es wirklich gut ist. Du wirst bei Personen, die sich damit auskennen, nicht vor die Türe gesetzt oder ausgelacht. Dort ist man froh, wenn du noch in halbwegs "gutem" Zustand auf der Matte stehst.

Ich habe übrigens aufgegeben, als ich Angst vor der Arbeit hatte. Habe ganz schnell einen Termin bei einer Psychologin bekommen. Es ist jetzt nach vielen Wochen Therapie noch eine Überwindung, wirklich hinzugehen. Ich bin davor nervös und habe Angst davor, aber danach fühle ich mich zwar aufgewühlt, aber besser. Über die Zeit hilft es, aber es dauert. Du hast jetzt 2 Jahre für die Karriere gekämpft. Kämpfe jetzt mal ne gute Weile für dich!


danke für deine ausführliche Antwort ...du hast recht ich kann nicht erwarten, dass nach 2 Jahren Kampf alles in 2 Monaten wieder gut ist...
danke

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axelle_12926152
22.10.14 um 14:38
In Antwort auf alwine_12883725


danke für deine ausführliche Antwort ...du hast recht ich kann nicht erwarten, dass nach 2 Jahren Kampf alles in 2 Monaten wieder gut ist...
danke

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