Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Brustverkleinerung Erfahrung Antrag/MDK

Brustverkleinerung Erfahrung Antrag/MDK

6. März 2017 um 17:58

Hallo liebe Forum-Community!

Ich weiss hier gibt es sehr viele Beiträge und Diskussionen über dieses Thema "Brustverkleinerung", aber da ich finde das es nicht genug Erfahrungsberichte geben kann, hab ich gedacht stelle ich doch mal meine Erfahrung hier online. 

Hier mal ein paar Daten zu mir, dass ihr auch wisst mit wem ihr es zu tun habt!
Ich bin momentan 19 Jahre alt, wollte schon sehr lange eine Brustverkleinerung, und hatte nie die Hoffnung das ich sie jemals durchgeführt bekomme. Mit 13 fingen meine Brüste schon sehr stark an zu wachsen weshalb ich mit 18 eine Körbchengröße von 85 E/F hatte. Bei einer Körpergröße von 163 cm und einem Gewicht von 68kg, bin ich laut einem BMI etwas Übergewichtig.
Viele die auch an einer übergroßen Brust leiden, werden wahrscheinlich nun nickend zustimmen wenn ich davon erzähle wie mich Rückenschmerzen und psychische Probleme plagten und immer noch plagen. Dieser Spruch von außenstehenden "Jede Frau wäre doch glücklich so große Brüste zu haben!", habe ich nicht nur einmal gehört. Das zeigt mir jedes mal, wie wenig die meisten Leute verstehen, mit welchen Gewicht man täglich runtergezogen wird.

Ich habe mir lange überlegt einen Antrag an die Krankenkasse zu schreiben, doch als ich mich endlich mal aufraffen konnte und mir mehrere Attest von Ärzten hab schreiben lassen, hab ich mich doch dazu beschlossen. 
Mein Antrag bestand aus einem selbstgeschriebenen Teil, indem ich mich bei der Krankenkasse vorstelle und auch ein paar Daten von mir eingebracht habe. Der zweite Teil des Antrages bestand aus einem Bericht vom plastischen Chirurgen (+ Fotos) , vom Orthopäden und vom Radiologen wegen meiner Wirbelsäule. 
Den Bericht habe ich dann direkt an die Krankenkasse geschickt, worauf dann auch wenige Tage eine Antwort kam. Zuerst war ich überglücklich das sich die KK sich meinen Antrag angeschaut hat, doch auf den zweiten Blick lese ich, dass ich mich beim MDK vorstellen muss. Den Termin musste ich nicht selber machen, da ein passender Termin schon im Brief drin stand.

Man muss dazu sagen das ich gleichzeitig gespannt, freudig aber auch sehr nervös war. Ich hatte die Chance der MDK und der KK zu zeigen das ich die Verkleinerung wirklich brauche. Allerdings habe ich mich vorab im Internet lange und viel über den MDK informiert und als ich gehört habe, das der MDK nur selten seine zustimmung gibt, wurde ich mit jedem Beitrag nervöser..
Doch(!) lass euch oder dir gesagt sein. Was  in vielen Beiträgen steht, muss niemals genauso wie bei dir selbst ablaufen! Das muss man sich immer im Hinterkopf behalten! Und ich möchte hier jedem auch Hoffnung mitgeben das alles weiterhin durchzuziehen

Ich saß beim MDK sehr nervös im Wartezimmer, hab mir jeglichen Fragen die der Arzt stellen könnte im Kopf durchgespielt wie auch die Tage vor dem Termin. (Ein Ürbigens hilfreicher Tipp sich wirklich auf die potenziellen Fragen vorzubreiten! So wirkt man entschlossen und selbstbewusst und mach nicht den Eindruck nur etwas zu erfinden. Man sollte für jede Aussage die man gibt, auch eine gegen Frage erwarten und begründen können!).

Die Ärztin die mich dann aufgerufen hatte, konnte ich vom Charakter nicht einschätzen, sie hatte das sogenannte "Poker Face" aufgesetzt und auf jede Antwort die ich gab, kam soweit keine Reaktion. Somit hatte ich bei jeder Antwort natürlich das Gefühl, es immer mehr zu verbocken.
Hier muss ich noch etwas dazu sagen: Nie die psychische Schiene einschlagen! Dann verhindert man die Ablehnung und Überweisung zum Psychlogen!!)
Nach einem längerem Gespräch, bei dem ich sagen muss das die Ärztin wirklich sehr genau nach gefragt hat (Wie oft waren sie beim Orthopäden? Welchen Sport machen sie momentan? Seit wann machen sie diesen Sport? Wie heißt ihre Physiotherapeutin? Was machen sie gegen ihren Ausschlag? Leiden sie psychisch unter ihrer Brust? Was sagt ihr Freund dazu? Nehmen sie Medis für die Schmerzen? usw  ....)  
Kam dann die Untersuchung. Ich wurde vermessen, gewogen, meine BH Träger wurden ebenfalls gemessen, mein Brustvolumen wurde ermittelt. Ich hatte zu der Zeit einen normalen BH und einen Sport BH drüber, so dass ich etwas stütze habe. Sie fragte auch nach der BH Größe die man trägt. Da ich auch momentan einen Ausschlag unter der Brust habe, hat sie sich diesen auch moch angeschaut. Anzeichen ob sie die Verkleinerung befürwortet oder nicht, gab es nicht. Und so hatte auf dem Heimweg ein sehr, sehr schlechtes Gefühl was die Untersuchung und das Gespräch anging.. somit wurde die Nervosität und die Angst mit jedem Tag größer.
Genaueres über den Besuch beim MDK erzähle ich auch gerne auf eine private Nachricht! 

Nach ungefähr einer Woche kam dann die Post der KK und meine Nervosität stieg bis in die Decke! Ich öffnete vorsichtig den Brief und las nur die erste Zeile. 

" Sehr geehrte Frau ......., 

Nachdem der medizinisch Dienst der KK die medizinische Notwenidgkeit der Maßnahme bestätigt hat, können wir die Kosten für die beantragte Operation übernehmen."

Ich war in meinem Leben noch nie soo erleichert und glücklich! Und vor Freude hab ich erstrecht noch nie geweint 

Sofort hab ich beim plastischen Chirurgen einen Termin für ein Vorgespräch gemacht. Dieser ist morgen um 10:00. Und soweit bin ich momentan mit meiner Story der Verkleinerung.
Es tut mir sehr Leid das ich so viel geschrieben habe. (und auch für ein paar unendeckte Schreibfehler:shy.

Aber ich möchte hier wirklich jedem Mut machen diesen Schritt zu wagen! Lasst euch nicht verunsichern und zieht es durch bei der Krankenkasse. Glaubt an euch und denkt immer daran das ihr irgendwann mal ein beschwerdefreies und glücklicheres Leben führen könnt!

Danke dir für das durchlesen meiner Erfahrung, und falls noch fragen offen sie beantworte ich sie gerne. Für diejenigen die es interressiert, ich werde weiterhin schreiben, wie es nun weiter geht mit dem Vorsprechen und der OP.  

Bis dahin, viel Glück!

Eure Nisi 






 

Mehr lesen