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Bruder aggressiv zu mir

12. März 2019 um 7:52 Letzte Antwort: 19. März 2019 um 18:09

Hi Forum, 
ich habe schon immer ein schweres Verhältnis zu meinem großen Bruder, aber nun frage ich euch um Rat..
als Kinder war er schon "nicht nett" zu mir, also zB hat er mir schwimmen beigebracht, indem er mich, bevor ich schwimmen konnte, ins Wasser geworfen hat und daneben stand als ich dachte ich ertrinke. Wenn ich ihm etwas kaputt gemacht habe oder in seinem Zimmer war unerlaubter Weise, hat er mich unsanft rausgetragen und war solange grob zu mir, bis ich mich weinend entschuldigt habe und mind die Hausarbeit der nächsten Woche von ihm übernommen habe.

Aber okay, nun sind wir erwachsen, er ist seit fast 20 Jahren ausgezogen und arbeitet, nun habe ich gehört, dass er auf 2.Bildungsweg studieren will. Ich hab selber studiert und wollte ihm helfen, aber die Hilfe nimmt er nicht an. In seinen Wohnungen habe ich ihn noch nie besuchen dürfen, seine langjährige Beziehung kenne ich nicht, von seinen Freunden ganz zu schweigen. Ich weiß nicht einmal das Studienfach! 

Wir treffen uns schon öfter, da erzähle ich ihm auch einiges und manchma ist es lustig, aber wenn ich etwas anspreche, was er nicht hören will (zB warum er zu Weihnachten nicht heimkommt) dann springt er auf und geht und lasst mich auf der Rechnung sitzen, oder schreit mich 30min an. 

Ich will aber diesen Kontakt zu meinem Bruder auch nicht ganz beenden, immerhin ist es Familie und wenn ich was brauche ist er immer für mich da... Aber langsam stressen mich die Treffen mit ihm fast mehr, als dass ich mich freue - es ist so 50/50...

was meint ihr?

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12. März 2019 um 10:14
In Antwort auf kleinesis

Hi Forum, 
ich habe schon immer ein schweres Verhältnis zu meinem großen Bruder, aber nun frage ich euch um Rat..
als Kinder war er schon "nicht nett" zu mir, also zB hat er mir schwimmen beigebracht, indem er mich, bevor ich schwimmen konnte, ins Wasser geworfen hat und daneben stand als ich dachte ich ertrinke. Wenn ich ihm etwas kaputt gemacht habe oder in seinem Zimmer war unerlaubter Weise, hat er mich unsanft rausgetragen und war solange grob zu mir, bis ich mich weinend entschuldigt habe und mind die Hausarbeit der nächsten Woche von ihm übernommen habe.

Aber okay, nun sind wir erwachsen, er ist seit fast 20 Jahren ausgezogen und arbeitet, nun habe ich gehört, dass er auf 2.Bildungsweg studieren will. Ich hab selber studiert und wollte ihm helfen, aber die Hilfe nimmt er nicht an. In seinen Wohnungen habe ich ihn noch nie besuchen dürfen, seine langjährige Beziehung kenne ich nicht, von seinen Freunden ganz zu schweigen. Ich weiß nicht einmal das Studienfach! 

Wir treffen uns schon öfter, da erzähle ich ihm auch einiges und manchma ist es lustig, aber wenn ich etwas anspreche, was er nicht hören will (zB warum er zu Weihnachten nicht heimkommt) dann springt er auf und geht und lasst mich auf der Rechnung sitzen, oder schreit mich 30min an. 

Ich will aber diesen Kontakt zu meinem Bruder auch nicht ganz beenden, immerhin ist es Familie und wenn ich was brauche ist er immer für mich da... Aber langsam stressen mich die Treffen mit ihm fast mehr, als dass ich mich freue - es ist so 50/50...

was meint ihr?

ich kann aus eigener erfahrung berichten - leider.

mein bruder war leider auch nicht nett zu mir. es war ganz, ganz schlimm zu zuhause. wirklich ganz schlimm. im erwachsenenalter wurde es nicht besser. 

seit vielen jahren habe ich keinen kontakt mehr zu meinem bruder und es geht mir viel, viel besser damit. 

ja es ist familie und ja es ist schade aber was soll man tun, wenn einem das gegenüber mehr schadet, als freude bringt? das muss jeder für sich selbst abwägen. du wirst die richtige entscheidung finden. 

alles gute.

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14. März 2019 um 21:22

Danke für die Antwort und vor allem, da sie von wem kommt, der es nachvollziehen kann. Womit ich mir schwer tu, ist, zu erkennen, ob er wirklich schlimm zu mir ist/war, oder ob das normale "Geschwisterliebe" und "Geschwisterhass" ist...

Da denke ich dann lange darüber nach, ob dieses oder jenes in Ordnung war und alles kommt wieder hoch, jedes Mal, wenn wir uns sehen, und dann streiten wir sofort. Ich möchte mich ja auch für sein neues Studium freuen, aber wenn er dann nicht einmal sagt, was er studiert, "weil ich ja das Kind mit dem Goldlöffel im Mund war, während er hart arbeiten musste" und daher "gar nicht mal ansatzweise verstehen kann, wie berufsbegleitend neben Familie zu studieren ist, weswegen er mir sicher nicht seine Schwierigkeiten erzählen wird", da bin ich dann einfach nur verletzt. 

Was seht ihr als Grenzen bei Geschwisterzankereien?

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14. März 2019 um 22:41
In Antwort auf kleinesis

Danke für die Antwort und vor allem, da sie von wem kommt, der es nachvollziehen kann. Womit ich mir schwer tu, ist, zu erkennen, ob er wirklich schlimm zu mir ist/war, oder ob das normale "Geschwisterliebe" und "Geschwisterhass" ist...

Da denke ich dann lange darüber nach, ob dieses oder jenes in Ordnung war und alles kommt wieder hoch, jedes Mal, wenn wir uns sehen, und dann streiten wir sofort. Ich möchte mich ja auch für sein neues Studium freuen, aber wenn er dann nicht einmal sagt, was er studiert, "weil ich ja das Kind mit dem Goldlöffel im Mund war, während er hart arbeiten musste" und daher "gar nicht mal ansatzweise verstehen kann, wie berufsbegleitend neben Familie zu studieren ist, weswegen er mir sicher nicht seine Schwierigkeiten erzählen wird", da bin ich dann einfach nur verletzt. 

Was seht ihr als Grenzen bei Geschwisterzankereien?

Wenn ihr negative Gefühle füreinander habt, dann ist die Grenze definitiv überschritten. Dann seid ihr nicht mehr im neutralen oder positiven Bereich. Ganz klar. 

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14. März 2019 um 23:18

Welche Gefühle er für mich hat weiß ich nicht. Denke schon, dass er mich gern hat und manchmal auch beschützen will, er hat mir auch als ich übersiedelt bin mal 3 Tage lang intensiv geholfen. 
Aber dabei zieht er mich auf, verarscht mich, etc. 
und ich hätte gerne eine heile Familie. Und versuche immer wieder es hinzubiegen und ihn zu bitten, sich mal zu treffen, etc, aber dann lacht er mich aus und fragt ob ich keine anderen Freunde habe usw. Aber wenn ich etwas brauche, ist er sofort da, ohne motzen. Und das gibt mir dann wieder diese Hoffnung, dass man es doch heilen kann. Und dann beim nächsten Treffen, zerbricht die Hoffnung sofort wieder

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15. März 2019 um 7:23

Hi
Ich kann Dir nur aus meiner eigenen Erfahrung berichten.
Mein Bruder (er ist älter als ich) und ich haben eine unglaubliche Bindung zueinander.
Wir sind beste Freunde, unternehmen viel zusammen, haben eigentlich täglich Kontakt und sind sogar Nachbarn.
Ich habe auch noch eine große Schwester. Ich liebe sie, sie liebt mich. Aber wir haben nicht täglich Kontakt. Alle paar Wochen mal. Das reicht aber auch.
Ein böses Wort fällt nicht, wir sind immer füreinander da und können uns gegenseitig auf den Anderen verlassen.
Das ist auch nicht deswegen passiert, weil wir das auf Biegen und Brechen so versucht haben, sondern, weil wir das so von zu Hause aus gelernt haben.

Eine toxische Beziehung, wie du sie zu deinem Bruder hast, wird nie in ein enges Verhältnis münden. Er will nicht! Er zieht eine klare Grenze! Und Dir tut das verbiegen und "ihm alles Recht machen" auch nicht gut.
Beschränke den Kontakt auf ein Minimum, schau das es dir gut geht und fertig.
Er will deine Hilfe nicht. Und dann zwänge sie ihm nicht auf.
Ich will auch keine Hilfe von jemanden, dem ich nicht mal erzählt habe, was ich vor habe. Ob Familie oder Freunde..
Such den passenden Mittelweg für dich. Mehr kann ich dir leider nicht raten.

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16. März 2019 um 16:57

Naja, da war er wohl so 13 und ich 8. Ich habe ihn sicher auch gerne mal provoziert und bin daher bewusst in sein Zimmer gegangen, also vor allem als er dann sowas 17, 18 war und ich Teenie. Da muss ich auch sagen, dass er mir nie ernsthaft wehgetan hat, aber mich an den Haaren gezogen und gedroht nicht auszulassen oder einmal eine Jacke von mir zerissen, wobei das wohl unabsichtlich war, weil er sie mir nur an den Ärmeln verknoten wollte...Aber manchmal hat er dann auch einfach 3 Tage lang nicht mir mir geredet, wenn ich ihn geärgert hatte und das hat mich immer total mitgenommen.

Daher glaube ich stört mich auch so, wenn er mich bei solchen Gesprächen dann sitzen lasst. Aber du hast recht, ich bemühe mich seehr darum, ihn zu diesen Familiensachen zu bewegen bzw halt, alles was ich mir als klassisch Familie vorstelle: Ich will Taufpatin sein, oder mit ihm über seine Freundin sprechen, seine Wohnung beim Ausmalen helfen, etc, wie bei guten Freunden. Das will er einfach partout nicht und darüber streiten wir dann regelmäßig und da wird er dann immer so zynisch.



 

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16. März 2019 um 18:48

Ich hätte halt gerne das was unicorn beschrieb bzw ich finde das halt schei.. wenn er zu Weihnachten nicht daheim ist und mir nicht zum Geburtstag gratuliert sondern ich dann wie ein Einzelkind bin!

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17. März 2019 um 1:26

Aber wieso? Ist ihm Familie egal? Ich finde das gehört doch dazu.. und ich fühle mich dann so ausgeschlossen. Ich kann mich mit ihm treffen und ihn als Bruder haben wenn ich ihm erzähle von meinem Leben, und wir es unter seinen Regeln haben, aber sobald ich nicht nach seiner Pfeife tanze und sage, dass ich es komisch finde, wieso er nicht zu den Festln kommt etc wird er wütend.. ja ich könnte ihn mittlerweile kennen, weil das war immer schon so, aber das ist doch keine Art.. 
Wobei mir sogar eingefallen ist, dass er mich zu Weihnachten angerufen hatte, aber das ist halt auch okay solange wir reden wie es den Eltern geht usw, aber Gnade mir Gott wenn ich ihn frage, was er denn macht. Dann ist er kühl und meint, gemütlich feiern, danke und beendet das Gespräch so schnell es geht. Find ich assozial! Schämt er sich vor seiner Freundin für mich/uns? 

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17. März 2019 um 21:46

Naja, das finde ich jetzt auch ein bisschen wenig nett von euch, wie gesagt war er ja IMMER schon so, und was kann ich mit 5, 6 ,7 schon groß zickig gewesen sein? Und er hat mich auch wenn unsere Eltern nicht da waren und ich etwas anderes fernsehen wollte als er und ihn da - als Jugendliche! - genervt hab, mich gepackt und vor die Wohnungstür gestellt für 2h und mich nicht hinein lassen. Oder mich, obwohl er es versprochen hatte, nicht von Parties abgeholt etc. Also ihr stellt es dar, als wäre er total lieb zu mir und ich wäre komisch. Ist es nicht normal, so etwas zu wollen wie unicorn, das man sich gut versteht? Ich meine 90 von 100 Familien bekommen das doch auch hin! 

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17. März 2019 um 22:47

Ja ich sehe auch was du meinst und das stimmt tatsächlich. Damals wohl auch viel, weil ich es witzig fand, ihn zu provozieren bzw das Verbotene es interessanter gemacht hat. Und heute, ich weiß es eigentlich nicht. Wahrscheinlich weil ich versuche, es an einem Idealbild zu messen, in das er nicht hineinmöchte. Ich seh halt geistig die Hollywoodversion vom großen Beschützer-bruder, mit dem man in der Gartenlobby sitzt und dessen Verlobte man beim Kleid kaufen berät. Und dann hat der Idiot ein eigenes Leben und will das nicht Also ich seh schon, wo es aneinander klatscht, vor allem, er hat auch Recht. Er hatte es wirklich schwerer, weil ich wesentlich mehr finanzielle unterstützung bekam von meinen Eltern und dadurch ist er wohl auch sein eigenes Leben gewohnt. 

Es passt nur in mein Realitätsbild nicht hinein, dass er privateren Kontakt abblockt bzw ich empfand es unfair, weil es dann so "nach seinen Regeln" geht. Aber ich sehe jetzt durch dich ein bisschen, dass es sonst ja meine (gesellschaftlich/hollywood orientierten) Regeln wären. Aber wie finden wir da einen Mittelweg? Wenn ich akzeptiere, ihn nicht über ganz Privates zu fragen oder zum Familienfesten zu überreden, dann füg ich mich doch ihm? Da fühl ich mich wieder wie 14 dass er mir mein Englischheft erst wieder gibt, wenn ich ihm sag, dass er der tollste ist oder den Müll rausbringe für ihn... also dass ich ja keine andere Wahl habe... also ich hab den Widerwillen mich ihm da zu fügen.. 

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18. März 2019 um 21:06

Das stimmt absolut, denn wenn ich mich mal länger nicht melde, dann meldet tatsächlich er sich. 
Es tut mir ja auch leid, so fordernd zu sein. Ich frage mich nur immer, was ich denn falsch gemacht habe, dass er mir nicht vertraut. Ich kann nichts dafür, dass ich mehr finanzielle Unterstützung hatte (er sagt, ich hätte es nicht annehmen müssen) und... ich glaube, ich funktioniere einfach so ganz anders, ich bin mit allem Wichtigen als Erstes zum ihm gelaufen, noch vor Mama und Papa. Bei meinem ersten Liebeskummer war ich bei ihm im Zimmer und habe Rotz und Wasser geheult und ihn von irgendwas wichtigerem abgehalten (wohl zocken) bis er mir Eis brachte und sich alles angehört hat. Oder eben als ich übersiedelt bin, da war klar, dass ich ihn anrufe, bevor ich Handwerker zahle und er war so oft bei mir, helfen...

Also da gibt es diese unglaublich lieben Momente - und ich kann nichts zurückgeben, weil er mich nicht lässt. Und da kippe ich von dankbar in hilflos (weil ich immer nur die blöde Kleine die nichts allein schafft und dauernd Hilfe annimmt) und von hilflos in wütend... 

So kann ich mich ja nie revanchieren...

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18. März 2019 um 23:08

Ad Weihnachten: aber das ist es ja, ich finde das könnte er doch einfach sagen! Anstatt, wenn ich frage, was er macht auszuweichen und, sollte ich nochmal nachfragen einen Wutanfall zu bekommen oder einfach genervt wegzugehen... Ich verstehe das ja auch, dass er seine Familie hat, kann es vielleicht nicht ganz so nachvollziehen, weil ich selber Single bin und daher nicht mit Partner gefeiert habe, aber ich würde ihm jetzt nicht die Augen auskratzen, wenn er das sagen würde... Es würde mich wohl kränken, ein bisschen, weil es mir vor Augen führt, was ich gerne hätte, aber ich bin erwachsen, ich kann damit umgehen und es ist nicht seine Aufgabe mich zu schützen davor ihn zu beneiden oä. 

Also das ist nämlich auch eine Sorge von mir, dass er es mir nicht erzählt, aus Angst ich wäre ihm neidisch! Ich gönne es ihm wirklich. Würde es ihm aber mehr gönnen, wenn ich sie kennen würde oder sie sich beide irgendwie integrieren würden... Interessiert sie zB die Familie ihres Partners null?

Also ich habe mit den Eltern ein gutes Verhältnis, meist sehr gut, phasenweise schwer. Er ist oft monatelang wirklich zerstritten und redet kein Wort, oder wiederum super-eng und telefoniert täglich. Er war immer ein bisschen Problemkind und ich Vorzeigeschülerin. Nun bin ich die im Leben hinterherhinkt (kein Partner, Job unsicher, langsam studiert) und er ist Wunderknabe. Hatte aber nie das Gefühl, dass ihn das damals so gestört hätte, eher im Gegenteil er genoss das Outsider-Dasein und gibt sich jetzt oft noch so "ich bin ja sowieso der den jeder hasst, daher kann ich offen sagen..." "zum Geburtstag kauf ich mir einen Salat und gehe weiter arbeiten, mehr mache ich da nicht" (zB wenn auf Whatsapp am Profilbild er sichtlich schön essen war und ich ihn anspreche "Hey, cool, wo warst du da, wars schön? Hast du mit (Freundin) schön gefeiert?" 


Ps: ad toxic Hast du eigentlich eine einschlägige Ausbildung? Du stellst so gute Fragen bzw guidest so richtig schön
 

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19. März 2019 um 18:09

Ich glaub ihm ists irgendwie extrem wichtig alles alleine zu schaffen und daher bezieht er andere ungerne ein.. Aber du hast Recht, dass wir beide Dickköpfe sind, sonst hätten wir ja auch als Kinder nicht so viele Streits gehabt und uns nicht so oft auch handgreiflich gestritten aus Despair über den Anderen. 
ich werd mich bemûhen.. 

Wow! Danke dir für deine Hilfe!

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