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Brauche Hilfe: Habe ich eine Persönlichkeitsstörung?

31. März 2013 um 19:16 Letzte Antwort: 29. April 2013 um 15:20

Hallo ihr Lieben,

gleich mal vorne weg: Ich dachte, ich schreib mir hier mal alles von der Seele, wie es mir gerade einfällt. Mich kurz zu fassen fällt mir schwer, weil alles miteinander zusammenhängt und ich alles als wichtig empfinde. Ich bin mir also bewusst darüber, dass mit Sicherheit einige Leser sich vom Umfang des Textes abschrecken lassen werden, aber ich wäre wirklich sehr dankbar, wenn sich der ein oder andere die Zeit nehmen würde, mir eine Meinung dazu zu schreiben oder eventuell sogar von ähnlichen, eigenen Erfahrungen zu berichten.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Generell ist es so, dass ich so gut wie nie mit mir und meiner Leistung zufrieden bin und perfektionistische Ansprüche an mich selbst stelle. Meine Mutter erzählt mir, dass ich selbst im Kindergarten schon nie beim Turnen oder gar spielerischen Wettkämpfen mitgemacht habe, aus Angst, einmal NICHT Erste zu werden. Ich habe mich als Kind vor eigentlich schönen Sachen wie Kindergeburtstagen von Freunden, einem Schwimmkurs, einer Übernachtung bei der Oma oder auch nur einem Mittag bei einer Freundin gedrückt. Vor einigen Sachen hatte ich regelrecht Angst und habe mich so sehr in diese reingesteigert, dass ich mich übergeben musste (und damit hatte ich mein "Ziel" ja erreicht, ich galt als krank und durfte Zuhause bleiben). Selbst der allmorgendliche Gang in den Kindergarten endete in der ersten Zeit immer im Tränen, aus Angst, meine Mutter würde mich nicht mehr abholen, so genau erinnere ich mich allerdings nicht daran.
Eigentlich tue ich mir bis heute extrem schwer mit neuen Lebensabschnitten. So war ich beispielweise das erste Halbjahr der ersten Klasse regelrecht despressiv (und das mit 7 Jahren), habe jeden Mittag nur geweint, obwohl ich eigentlich gar keinen Grund dazu hatte. Ich hatte, wie bereits gesagt, einfach Angst, ich würde den Anforderungen nicht gerecht werden. Völlig grundlos, denn ich gehörte in jedem Bereich zu den Klassenbesten und hätte die Schulzeit eigentlich in vollen Zügen genießen können. Ich hatte viele Freunde und Freundinnen, war sehr beliebt und geschätzt, was auch immer in meinem Zeugnis geschrieben stand.
Das Selbe holte mich dann nach dem Wechsel aufs Gymnasium wieder ein. In der 5. Klasse hatte ich wieder diese Versagensängste und machte mir einen riesen Kopf drum, ich würde das Abitur nicht schaffen, geschweige denn den gymnasialen Anforderungen des Matheunterrichts gerecht werden (denn das war schließlich meine einzige 2 im Zeugnis der 4. Klasse und generell meine erste 2 im Zeugnis jemals).
Nach ca. 8 Monaten lies meine Angst allerdings wieder nach. Letztendlich habe ich ein Abitur von 1,5 erreicht. Meine Ängste sind also eigentlich jedes Mal grundlos.
Ich fing letztes Jahr im Oktober an, Sport und Deutsch auf Lehramt zu studieren. Innerhalb des ersten Semesters plagten mich allerdings schon so große Zweifel an meiner Eignung für diesen Beruf, dass ich mich tatsächlich schweren Herzens dazu entschieden habe, mein Studium abzubrechen. Und DAS! ist eigentlich die gefühlt erste richtige Niederlage, die ich in meinem Leben jemals hinnehmen musste. Egal was es war, ob es der Sporttest für die Aufnahme ins Sportstudium war, das Abitur, selbst der Führerschein klappte ohne Probleme und alles immer beim ersten Versuch. Normalerweise müsste ich also vor Selbstvertrauen nur so strotzen, und trotzdem bin ich nie zufrieden, ja regelrecht unzufrieden mit mir selbst. Wenn ich bspw. eine gute Note schreibe, dann hätte es doch mit mehr Aufwand auch eine sehr gute werden können, und sei die Klausur auch noch so schwer gewesen. Ich zweifle immer an mir selbst, traue mir nichts zu und habe manchmal regelrecht Angst vor der Welt, die mich da draußen erwartet, weil ich denke, ich werde ihren Ansprüchen nicht gerecht und ich gehe unter. Ich habe Angst vor der Zukunft, weil ich mich kenne und weiß, dass die ein oder andere Krise noch auf mich wartet, aber ich will nicht wieder so in den Seilen hängen und Depressionen bekommen, wie ich sie bereits als Kind hatte.

Was mich nun eigentlich dazu veranlasst hier zu schreiben, dass meine "komische" Art (und dazu zählt leider noch viel mehr als nur das oben bereits geschriebene) nun auch meine Beziehung zu meinem Freund zu zerstören droht, und das is mit Abstand das letzte was ich will. An einigen Beispielen im Bezug auf ihn kann ich wahrscheinlich am besten erklären, was ich meine, wenn ich sage, ich stünde mir selbst im Weg. Ich reagiere meistens viel zu schnell völlig gereizt auf Kleinigkeiten, fühle mich extrem schnell persönlich angegriffen und bin innerlich dann so sauer, dass ich platzen könnte. Und genau das wirft er mir auch vor. Wenn wir dann streiten, dann bin ich auch schon das ein oder andere mal dermaßen ausgerastet, dass ich gegen die Wand getreten und geschlagen habe. Ich habe mich dann einfach kaum mehr unter Kontrolle. Dazu muss ich sagen, dass er allerdings auch sehr provokant sein kann, worauf ich aber nicht näher eingehen möchte, schließlich will ich MICH ja in den Griff bekommen. Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Ich misstraue ihm ohne jeglichen Grund, sehe häufig nur das negative und male mir die schlimmsten Dinge aus. Beispielsweise denke ich oft darüber nach, ob er vllt noch für seine Exfreundinnen empfindet und werde regelrecht "rückwärts in der Zeit" eifersüchtig. Ich werde ihm Dinge vor und verurteile ihn für Techtelmechtel mit Mädels, die lange VOR MEINER Zeit waren. Ich weiß, dass das durch un durch falsch ist und ich ja auch einen anderen Freund vor ihm hatte, aber es gelingt mir einfach nicht, das so zu akzeptieren. Objektiv betrachtet ist er wirklich gut zu mir, wenn auch nicht perfekt, aber wer ist das schon. Ich verstehe einfach nicht, warum ich mir selbst so im Weg stehe und Streitereien regelrecht provuzieren, obwohl ich weiß dass es mir danach so schlecht geht. Ich suche die Fehler an ihm und übersehe alles positive, was eigentlich so stark überwiegt. Wie auch mit mir selbst, scheine ich nie zufrieden mit ihm sein zu können und habe somit wiederum das Gefühl, seinen Anforderungen nicht zu genügen. Ich befinde mich momentan wieder in so einer Krise, habe keine Lust mehr wegzugehen und was mit Freunden zu unternehmen.

Ich weiß, das scheint alles etwas durcheinander und ohne Zusammenhang zu sein, aber genau so fühle ich mich auch. Ich weiß ja, dass ich mir selbst im Weg stehe mit allem, aber diese Erkenntnis macht es mir nur noch schwerer. Was soll ich tun, um mich irgendwie hinzukriegen? Denn ich schätze, wenn ich mit mir selbst im Reinen wäre, dann würde alles andere auch besser klappen. Diese Selbstzweifel, obwohl doch eigentlich alles so perfekt sein könnte, woher kommen die? Ich überfordere mich selbst mit meiner Persönlichkeit, weil ich mich selbst dafür verurteile, wie ich bin. Ich weiß doch, dass manche Dinge und Ansichten einfach falsch sind, warum kann ich dieses Wissen aber nicht aktiv nutzen und verfalle immer wieder in solche Zustände?
Ich weiß nicht mehr weiter ... Nennt man sowas vielleicht Persönlichkeitsstörung?


Vielen Dank für die Mühe, euch meinen Text überhaupt durchgelesen zu haben.
Ich hoffe, es kam in etwa rüber, was mein Problem ist. Ich könnte noch so viel schreiben, aber irgendwo muss ja auch mal Schluss sein.

Ich hoffe, es kann mir jemand einen Rat geben. Ich will mir nicht alles kaputt machen und das Leben einfach mal ohne Zweifel genießen können.

Grüße, Honey

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29. April 2013 um 15:20

Liebe honey,
ACHTUNG; VIEL TEXT!!
ich weis nicht ob ich dir hilfreich sein kann oder nicht, aber ich versuch jetzt einfach mal zu schildern was mir geholfen hat, vielleicht ist ja auch was dabei das du für dich umsetzen kannst und was dir hilfreich ist.

Ich hatte vor einiger Zeit ein ähnliches problem wie du. Ich habe mich in jeder Lebenssituation überfordert gefühlt, obwohl es dazu keinen Grund gab. Vor allem im Beruflichen Bereich. Ich hatte Angst vor der Zukunft, und dass ich irgendwie nicht gut genug bin um alles zu meistern. Ich hatte stets das Gefühl, dass die Leistung, die ich bringe, die guten noten usw, nur eine Maske sind, hinter der ich mich verstecken muss damit niemand merkt, dass ich in wirklichkeit "gar nichts kann", was ja überhaupt nicht stimmt, schließlich habe ich in meiner ausbildung das beste prüfungsergebnis erzielt, und das in einem männerberuf, als frau. und dennoch war da immer dieses minderwertigkeitsgefühl und die angst vor der zukunft. Dann bin ich durch eine Freundin auf etwas gestoßen. Sie erzählte mir von einer Frau, die die so genannte "Engelheilung" praktiziert.

Vorab muss ich sagen dass ich kein religiöser mensch bin. ich hab mich nie mit dem thema befasst und geh auch nicht in die kirche.
dennoch hab ich da mal angerufen und meine lage erzählt. Die Dame gab mir einige sehr schöne tipps, mit denen ich es letztendlich geschafft habe meine ganze weltsicht nach und nach zu verändern. sie hat mir tipps gegeben wie ich meinen eigenen schutzengel um hilfe bitten und ihn bitten kann, mir die angst und die zweifel zu nehmen und mir meinen lebensweg zu ebenen. dazu gabs noch einige tipps und übungen, um seine innere einstellung und die sicht auf alles zu verbessern und den schlechten gedanken, die einen letztendlich krank machen, entgegen zu wirken. Wie gesagt, ich bin nicht religiös aber ich hab einfach alles gemacht, in der hoffnung dass irgend etwas vielleicht hilft. und ich muss sagen, ich bin begeistert! Anfangs habe ich "meditiert", bzw bin etwas in mich gegangen (nur etwa 5 minuten morgens und abends, kein großer aufwand), und habe meinen engel gebeten die angst von mir zu nehmen und meinen lebensweg zu ebenen. da hab ich dann zum ersten mal Wärme auf meinem rücken oder der schulter gespürt, immer wenn ich mit meinem engel "gesprochen" habe. das hat mich wahnsinnig erstaunt, weil ich mir nie hätte vorstellen können dass man die anwesenheit eines engels tatsächlich spüren kann oder dass überhaupt was passiert. dann kamen noch verschiedene visualisierungen dazu (zb. man stellt sich eine goldene lichtkugel in seiner brust vor, die immer größer wird, und sagt zu sich selbst zb "ich bin völlig in ordnung, alles an mir ist wundervoll, jeder fehler ist eine wertvolle erfahrung und lässt mich wachsen, ich bin angstfrei und voller liebe") usw.

klingt sehr sehr komisch, ich weiß, ich weiß

dann habe ich mir mal ne halbe stunde zeit genommen und absolut alles auf ein blatt/mehrere blätter geschrieben, wofür ich dankbar bin. angefangen mit den alltäglichsten dingen, zb. ich bin dankbar, dass ich am leben bin, dass ich laufen und sprechen kann, dass ich gesund bin, dass ich genug zu essen und zu trinken habe usw. und hab all die kleinigkeiten aufgeschrieben für die ich dankbar bin. da kommt dann ganz schön was zusammen. diese liste hab ich mir ans bett gelegt und anfangs jeden abend durch gelesen. und immer wieder kam noch was dazu. dadurch führt man sich vor augen wie gut es einem eigentlich geht und wie viele schöne sachen es im leben gibt und man gewöhnt sich dadurch ab mit negativen gedanken einzuschlafen.

Nach und nach hat sich mein leben verändert. ich habe begriffen dass viel gutes, was mir im leben wiederfahren ist, einfach passiert ist, ohne dass ich überhaupt irgendeine leistung dazu abliefern musste. inzwischen geht es schon so weit, dass ich in jedem missgeschick gleich die gute seite heraus filtern kann und sie mir vor augen führe, und somit verzeihe ich mir sofort die gemachten fehler und werfe mir nichts vor, weil jeder fehler absolut in ordnung ist.

die dankesliste, zusammen mit den engel-übungen, hat mir sehr geholfen, und es war wirklich nicht viel arbeit,auch wenn mein text ewig lang ist (sorry dafür).
ich kam mir vor als würde sich vor mir ein fenster öffnen, sodass ich nach jahren der enge und des zweifels endlich wieder frei atmen und einfach nur die zeit geniessen kann, ohne mich für irgend etwas schlecht zu fühlen. inzwischen lebe ich komplett angstfrei. und die sorge darüber, was in zukunft noch alles auf mich zukommen könnte und ob ich damit fertig werde, und ob ich genug leiste, hat sich komplett in luft auf gelöst.

Vielleicht könnte dir diese methode ja auch hilfreich sein, den teufelskreis von leistungsdruck und zweifel zu durchbrechen, deine lebensqualität zu verbessern,damit du dein leben in vollen zügen geniessen kannst. wie schon gesagt, es war echt nicht viel aufwand und mein leben ist so schön geworden,einfach nur weil die sorgen und selbstzweifel und die ängste weg sind. das wünsche ich dir auch.

wenn du denkst dass dir das helfen könnte, dann kannst mir gern ne pn schicken dann kann ich dir (falls du das möchtest) die nummer von der frau geben, welche die engelheilung macht, oder dir genau erklären wie ich die übungen gemacht habe.

Ganz liebe grüße
wallaby

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