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Borderline, wer leidet drunter?

8. August 2012 um 19:59

Hi,
mich würde hier interessieren, wer hier an Borderline leidet und was ihr macht um es unter Kontrolle zu halten. Seit ihr in Behandlung? Nehmt ihr Tabletten? Habt ihr andere Tipps?

Also zu mir ist zu sagen, ich mache komische Sachen oder denke komisch und habe mich schon seeeehr oft gefragt, ob ich normal bin, habe aber nie nachgeforscht, ob ich doch anders sein könnte als andere. Ich verletzte mich zb schon seitdem ich 14 bin selbst, das ist vorallem wenn ich allein bin oder es mir schlecht geht, dann gibts bei mir entweder heiß oder kalt, kein lauwarm (bezüglich zb auf Gefühle, Emotionen etc) und viele andere Sachen... Da ich ja nicht weiß wie es anderen ergeht, habe ich das immer als normal abgetan! Bis gestern und irgendwie hats grad mich voll umgehauen... Ich habe jemanden reden hören, als wenn er von meinem Leben erzählen würde und diejenige meinte dann zum schluss, das alles spricht für Borderline. Nun, da ich nicht wusste (habe bisher noch nie was davon gehört) was es ist, hab ich heut den ganzen Tag im Internet gesucht und bin da auch auf Test gestoßen, hab da mehrere gemacht in der Hoffnung, das ich doch vielleicht normal bin... Doch immer kam raus, das ich mich in Psychologische Hände begeben sollte.
Ich muss ehrlich zugeben, ich habe mich schon oft gefragt warum ich (vorallem in einer Beziehung) immer solch totale ausraster bekomme wegen nichtigkeiten etc...

Ich kann nicht mit Freunden darüber reden, weil ich nicht will, das sie mich für komplett bescheuert erklären. Ich habe vorhin mit meinem Ex darüber geredet, weil er mich ja aushalten musste und das alles ja hautnah erlebt hat und vorhin selbst gesprochen hat, das es ja nun anscheinend endlich eine Erklärung gibt, warum ich so komisch bin.
Ich kann seit gestern an nichts anderes mehr denken und bin grad wieder ganz unten, irgendwie musste ich das nieder schreiben.

Also, an alle die damit zu kämpfen haben, wie ergeht es euch?
Und bitte spart euch solche Kommentare wie "du bist ja komplett verrückt" oder so.
Danke schon mal im voraus.

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8. August 2012 um 20:29

Ja,
Ich weiß das die Menschen um mich herum leiden! Meine Beziehung ist nicht umsonst zu bruch gegangen! Ich will ja nicht hören, wie schwer es die Leute haben, sondern was sie dagegen tun, was ihnen hilft!

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8. August 2012 um 20:54

Ohne therapeutische Hilfe und vor allem ne gesicherte Diagnose wirds erstmal nicht besser
das Umfeld leidet, man schadet meist anderen, sieht es aber selber nicht.

Ich bin seit Jahren in Therapie, habe alle moeglichen Medikamente durch und bin mittlerweile fast komplett Medikamentfrei (hab nur noch nen Mood Stabilizer, wenn ich merke, dass ich wieder nen Schub bekomme).

Ich fuehre ein geregeltes Leben, habe eigene Familie, Kinder, bin gluecklich verheiratet, habe ne abgeschlossene Ausbildung und studiere jetzt.
Es geht, aber du musst es wollen, akitv werden und dein Umfeld wird dich unterstuetzen, denn auch sie wollen nur, dass es dir (und damit auch ihnen) besser geht.

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8. August 2012 um 21:04
In Antwort auf divya_12759600

Ja,
Ich weiß das die Menschen um mich herum leiden! Meine Beziehung ist nicht umsonst zu bruch gegangen! Ich will ja nicht hören, wie schwer es die Leute haben, sondern was sie dagegen tun, was ihnen hilft!


Es ist schonmal gut, dass du ein Problem überhaupt ansprichst, und dich informierst.
Aber wie moccha schon sagte, kannst du erst anfangen daran zu arbeiten wenn du definitiv weißt, dass es Borderline ist....wobei schon aus deinem kurzen Text zu erlesen ist, dass vieles dafür spricht.
Wie alt bist du eigentlich?
Die Selbstverletzung ist aber absolut ein Grund allein deswegen schon einen Neurologen zu kontaktieren, bzw die Gesprächstherapie bei einem Psychologen zu suchen.

Du musst wissen, dass du jederzeit auch einen "Schub" eine "Phase zunehmender Symptome", ausgelöst durch eine Extremsituation im Alltag, erleiden kannst. Und dann wird es kritsich und dringender Handlungsbedarf entsteht. Für einen solchen Fall ist es natürlich am besten, wenn du bereits in psychologischer Betreuung bist.

Jetzt ist die zeit für dich zu handeln, warte nicht ab bis du dich immer tiefer in Ungereimtheiten verstrickst, aus denen du dann sogar mit psychologischer Hilfe nur schwer heraus kommen kannst
LG

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9. August 2012 um 7:05
In Antwort auf johnie_12242502


Es ist schonmal gut, dass du ein Problem überhaupt ansprichst, und dich informierst.
Aber wie moccha schon sagte, kannst du erst anfangen daran zu arbeiten wenn du definitiv weißt, dass es Borderline ist....wobei schon aus deinem kurzen Text zu erlesen ist, dass vieles dafür spricht.
Wie alt bist du eigentlich?
Die Selbstverletzung ist aber absolut ein Grund allein deswegen schon einen Neurologen zu kontaktieren, bzw die Gesprächstherapie bei einem Psychologen zu suchen.

Du musst wissen, dass du jederzeit auch einen "Schub" eine "Phase zunehmender Symptome", ausgelöst durch eine Extremsituation im Alltag, erleiden kannst. Und dann wird es kritsich und dringender Handlungsbedarf entsteht. Für einen solchen Fall ist es natürlich am besten, wenn du bereits in psychologischer Betreuung bist.

Jetzt ist die zeit für dich zu handeln, warte nicht ab bis du dich immer tiefer in Ungereimtheiten verstrickst, aus denen du dann sogar mit psychologischer Hilfe nur schwer heraus kommen kannst
LG

...
ich werde 25...
naja, im moment gehts mir super, da fällt es mir garnicht auf, das ich es evtl haben könnte... wenn ich aber so an zwischendurch denke oder zurück denke wie ich noch mit meinem freund zusammen war oder wenn es mir schlecht geht (was von eine sekunde auf die andere oft passiert)... ich frage mich halt schon lange, warum ich diese wutanfälle habe oder eigtl nur zwei gefühle für andere menschen kenne (liebe und hass) oder warum nur zwei gefühlszustände (total super oder totunglücklich) .... also bei mir gibts nur heiß oder kalt aber halt kein lauwarm... aber hab halt immer gedacht dass das normal ist... bis dienstag abend, da hab ich was im radio gehört (hatte da zwischendrin reingeschaltet und dann nur die aufzählungen gehört) und das war, als wenn die frau dort von meinem leben reden würde.... und dann irgendwann nachdem sie fertig war mit aufzählen meinte ein mann "ja, die typischen anzeichen für borderline" und ich stand da "what?" erstmal google befragt und festgestellt, das ich mit meinen problemen ja garnicht allein bin... ich kann nicht allein sein, bin sehr schnell gelangweilt und wenn ich allein bin und mir langweilig ist fange ich an mich zu verletzten, dabei könnte ich genug in meinem haushalt machen oder mich um meine tiere kümmern oder oder oder... ich habe genau genommen angst allein zu sein, deswegen versuche ich meinen tag voll zu packen, mit irgendwelchen dingen... und wenn ich nun (bin seit dienstag abend am grübeln) zurück denke, ich verletze mich seitdem ich 14 bin, meinen ersten freund hatte ich mit 18 und es ist daran zerbrochen, weil ich ihn eingeengt habe, weil ich angst hatte das er schluss macht; habe ständig streit angefangen wegen nichtigkeiten; wenn er nicht meiner meinung war, war der teufel los; bei mir muss immer alles geregelt sein, sollte irgendwas aus welchem grund auch immer aus der bahn geworfen werden, raste ich aus und weiß garnicht wohin ich soll und wer ich bin und komme damit einfach nicht klar (zb wenn mein freund und ich eigtl was zusammen machen wollten, das dann aber geplatzt ist weil was dazwischen kam)... und das zieht (wenn ich so zurück denke) sich eigentlich wie ein roter faden durch meine ganzen beziehungen!
was ich mir nun grad noch einfällt, ich kenne keine empathie... also es passiert mir seeeehr oft, das ich etwas sage und dann merke ich an der reaktion, dass das wohl grad echt scheiße war, aber ich kann es vorher nicht abwägen ob es evtl für den gegenüber verletzend ist! und, zb eine kollegin hat heut nacht davon erzählt, das ihre tochter nen hirntumor hat und alle saßen da "och die arme, die tut mir ja so leid" (empathie eben), aber mich lässt sowas kalt, ich rede dann bei sowas auch garnicht mit und halte mich raus, weil ich dazu nichts sagen kann! gehört sowas auch mit zur krankheit oder hab ich noch einen dachschaden mehr?
ich dachte halt immer, das ich einfach ein schwieriger mensch bin, hab das thema familie schon ganz weit weg geschoben, weil ich gesagt hab, das eigtl kein kerl das mit mir lange aushalten kann, weil ich einfach nachdem die rosa rote brille weg ist total agro werde... ich hab neulich zu ner freundin gesagt, das ich nur dann länger (also länger im sinne von 10 jahre oder so) eine beziehung führen kann, wenn es mir nicht langweilig wird und das bekommt kein mensch hin!
vorallem, was mich grad im moment (weil ich mich grad damit so intensiv befasse und es mir ja grad super geht) so erschreckt ist, das mich wirklich so kleine dinge, sofort aus der bahn werfen und ich an selbstmord denke, aber so einfacher selbstmord geht ja auch nicht, weil ich dann wieder drüber nachdenke, das es aussehen muss als wäre es ein unfall, damit meine mum meine beerdigung bezahlen kann! (wegen lebensversicherung)
nun überlege ich seit gestern, wie ich alles am besten angehe... mit meinem ex hab ich ja schon drüber geredet, er hat mich ja bis vor 9 wochen aushalten müssen und kennt also das was da mit mir abgeht... ich will nicht allein zum psychologen.... werde nachher mit ihm reden ob er dort mit mir hin geht (ja ich weiß, brauch erstmal termin und überweisung)... hab auch schon gedacht meine mum zu fragen, aber irgendwie hab ich angst, das sie mich nicht ernst nimmt, weil sie eigentlich keinen blassen schimmer hat wie es mir geht...
wenn ich das alles so lese, hört sich das echt krank an...
nur wenn ich jetzt daran denke, wie ich bin, könnte ich noch nicht mal eine beziehung eingehen, weil ich weiß, das ich den partner nach einer gewissen zeit verletzen werde...
so, nun ist es ein roman geworden, tut mir leid... aber irgendwie kann ich mit keinem aus meinem freundeskreis darüber reden, habe angst das sie mich für vollkommen bekloppt halten... hier kennt mich wenigstens keiner und wird mir niemals in die augen sehen...
liebe grüße

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9. August 2012 um 8:25

Ich habe darunter gelitten
ja, Menschen, die mir nahe standen auch.

Seit so 5 Jahren komme ich klar, es sind nur noch ein paar häßliche Tage im Jahr. Wenn man mit sich selbst klar kommen kann und sich nicht mehr fühlen muss, wie ein verletztes und in die Ecke getriebenes Tier, dann wird man auch der Umgebung gegenüber nicht so reagieren.

Medikamente nehme ich, ca. alle 3 Jahre bin ich für 1-2 Wochen im Krankenhaus, aber ich blocke jegliche Therapie, zu viele und ausschließlich schlechte Erfahrungen.

Was ich tue, habe ich hier schon mehrfach geschrieben, beispielsweise:
http://forum.gofeminin.de/forum/carriere1/__f14151_carriere1-Borderline-Was-tun.html
http://forum.gofeminin.de/forum/carriere1/__f14145_carriere1-Ritzen-wie-seht-ihr-das.html#94642
http://forum.gofeminin.de/forum/carriere1/__f10322_carriere1-Borderline-partner-hilfe.html#90829
http://forum.gofeminin.de/forum/carriere1/__f13606_carriere1-Borderliner-Partnerschaft-Bitte-helft-mir.html

@arabella115
Wie kommst Du darauf, wir würden immer nur jammern und nach Mitleid fischen hier im Forum?

Nicht so selektiv lesen

Ich antworte auf Threads zu Borderline / SVV eigentlich immer. Aber nicht mit "bedauert mich armes kleines Häschen" sondern damit, dass man in der Situation unbedingt etwas ändern muss und auch ändern kann. Damit, dass wir nicht hilflos sind, nicht ausgeliefert, aber eben aktiv etwas ändern müssen.
Ich habe für Partner / Angehörige / Freunde geschrieben, was die wesentlich sinnvolleres tun könnten als Bedauern und Rücksicht - beides finde ich nur in winzigen Dosen hilfreich.

Aber ich habe natürlich auch geschrieben, wie erschreckend und peinlich ich es finde, wenn Angehörige und Partner über Jahre mit einem Grenzgänger leben und noch nicht mal zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden können.

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9. August 2012 um 10:50
In Antwort auf divya_12759600

...
ich werde 25...
naja, im moment gehts mir super, da fällt es mir garnicht auf, das ich es evtl haben könnte... wenn ich aber so an zwischendurch denke oder zurück denke wie ich noch mit meinem freund zusammen war oder wenn es mir schlecht geht (was von eine sekunde auf die andere oft passiert)... ich frage mich halt schon lange, warum ich diese wutanfälle habe oder eigtl nur zwei gefühle für andere menschen kenne (liebe und hass) oder warum nur zwei gefühlszustände (total super oder totunglücklich) .... also bei mir gibts nur heiß oder kalt aber halt kein lauwarm... aber hab halt immer gedacht dass das normal ist... bis dienstag abend, da hab ich was im radio gehört (hatte da zwischendrin reingeschaltet und dann nur die aufzählungen gehört) und das war, als wenn die frau dort von meinem leben reden würde.... und dann irgendwann nachdem sie fertig war mit aufzählen meinte ein mann "ja, die typischen anzeichen für borderline" und ich stand da "what?" erstmal google befragt und festgestellt, das ich mit meinen problemen ja garnicht allein bin... ich kann nicht allein sein, bin sehr schnell gelangweilt und wenn ich allein bin und mir langweilig ist fange ich an mich zu verletzten, dabei könnte ich genug in meinem haushalt machen oder mich um meine tiere kümmern oder oder oder... ich habe genau genommen angst allein zu sein, deswegen versuche ich meinen tag voll zu packen, mit irgendwelchen dingen... und wenn ich nun (bin seit dienstag abend am grübeln) zurück denke, ich verletze mich seitdem ich 14 bin, meinen ersten freund hatte ich mit 18 und es ist daran zerbrochen, weil ich ihn eingeengt habe, weil ich angst hatte das er schluss macht; habe ständig streit angefangen wegen nichtigkeiten; wenn er nicht meiner meinung war, war der teufel los; bei mir muss immer alles geregelt sein, sollte irgendwas aus welchem grund auch immer aus der bahn geworfen werden, raste ich aus und weiß garnicht wohin ich soll und wer ich bin und komme damit einfach nicht klar (zb wenn mein freund und ich eigtl was zusammen machen wollten, das dann aber geplatzt ist weil was dazwischen kam)... und das zieht (wenn ich so zurück denke) sich eigentlich wie ein roter faden durch meine ganzen beziehungen!
was ich mir nun grad noch einfällt, ich kenne keine empathie... also es passiert mir seeeehr oft, das ich etwas sage und dann merke ich an der reaktion, dass das wohl grad echt scheiße war, aber ich kann es vorher nicht abwägen ob es evtl für den gegenüber verletzend ist! und, zb eine kollegin hat heut nacht davon erzählt, das ihre tochter nen hirntumor hat und alle saßen da "och die arme, die tut mir ja so leid" (empathie eben), aber mich lässt sowas kalt, ich rede dann bei sowas auch garnicht mit und halte mich raus, weil ich dazu nichts sagen kann! gehört sowas auch mit zur krankheit oder hab ich noch einen dachschaden mehr?
ich dachte halt immer, das ich einfach ein schwieriger mensch bin, hab das thema familie schon ganz weit weg geschoben, weil ich gesagt hab, das eigtl kein kerl das mit mir lange aushalten kann, weil ich einfach nachdem die rosa rote brille weg ist total agro werde... ich hab neulich zu ner freundin gesagt, das ich nur dann länger (also länger im sinne von 10 jahre oder so) eine beziehung führen kann, wenn es mir nicht langweilig wird und das bekommt kein mensch hin!
vorallem, was mich grad im moment (weil ich mich grad damit so intensiv befasse und es mir ja grad super geht) so erschreckt ist, das mich wirklich so kleine dinge, sofort aus der bahn werfen und ich an selbstmord denke, aber so einfacher selbstmord geht ja auch nicht, weil ich dann wieder drüber nachdenke, das es aussehen muss als wäre es ein unfall, damit meine mum meine beerdigung bezahlen kann! (wegen lebensversicherung)
nun überlege ich seit gestern, wie ich alles am besten angehe... mit meinem ex hab ich ja schon drüber geredet, er hat mich ja bis vor 9 wochen aushalten müssen und kennt also das was da mit mir abgeht... ich will nicht allein zum psychologen.... werde nachher mit ihm reden ob er dort mit mir hin geht (ja ich weiß, brauch erstmal termin und überweisung)... hab auch schon gedacht meine mum zu fragen, aber irgendwie hab ich angst, das sie mich nicht ernst nimmt, weil sie eigentlich keinen blassen schimmer hat wie es mir geht...
wenn ich das alles so lese, hört sich das echt krank an...
nur wenn ich jetzt daran denke, wie ich bin, könnte ich noch nicht mal eine beziehung eingehen, weil ich weiß, das ich den partner nach einer gewissen zeit verletzen werde...
so, nun ist es ein roman geworden, tut mir leid... aber irgendwie kann ich mit keinem aus meinem freundeskreis darüber reden, habe angst das sie mich für vollkommen bekloppt halten... hier kennt mich wenigstens keiner und wird mir niemals in die augen sehen...
liebe grüße

Das kann man klären
Borderliner = Grenzgänger, weil eines der häufigsten Symptome das "es gibt nur heiß oder kalt" ist. Bei mir das andere Extrem, ich kann keine Frage mit "Ja." oder "Nein" beantworten, weil es für mich nur grau gibt und weder schwarz noch weiß.

Todessehnsucht ist nicht gerade selten, die bessert sich aber dramatisch, wenn Du mit dem Rest besser klar kommst.

Selbstverletzung ist häufig bei Grenzgängern, führt jedoch auch oft dazu, dass Borderline als Fehldiagnose gestellt wird, obwohl alle anderen Kriterien nicht zutreffen.

Die Probleme mit der Verwandtschaft kennen wir alle.
Selbstverletzung ist etwas, was extrem befremdlich ist für alle, die das Verlangen nicht selbst kennen. Es ist natürlich auch übel, wenn man das bei nahestehenden Menschen erlebt, dagegen hilflos ist und es natürlich auch immer wieder Kollisionen gibt bis man die Kontrolle hat - und gelegentlich auch danach - vollständig vermeiden kann man es nie. Das macht Menschen komisch, keine Frage.
Daher denke ich, dass Deine Mutter Dich unterstützen würde beim Gang zum Doc - allein, um aus der Hilflosigkeit herauszukommen. Ich würde Dir dringend raten, zum Psychiater oder in eine Klinik zu gehen, der Psychologe ist ggf. später dran. Hintergrund: ein Psychologe ist kein Arzt (der Psychiater schon), der kann Dir keine Medikamente verschreiben, auch nicht beurteilen, ob es für Dich sinnvoll ist. Der Arzt kann die Diagnosen stellen (auch das kann der Psychologe nicht).

Das mit dem "nicht ernst nehmen" kennen wir auch alle. Meine Antwort lautet auf: für eine Borderline - Störung wird i.d.R. eine 30%ige Schwerbehinderung anerkannt. Diese gibt es nicht für irgendwelche Blödheit und weil man zu faul ist, sich "mal zusammenzureißen". Grenzgänger verbringen oft Monate im Krankenhaus - da kommt man nicht hin, weil man vor lauter langer Weile paar blöde Dinge macht.

In gewisser Weise ist es -so makaber das klingt- unser Problem, dass wir keinen Rollstuhl haben, keine Krücken, keinen Blindenhund o.ä..
Auch der letzte Depp (pardon) kommt darauf, dass ein Mensch mit Krücken zwar laufen kann, es aber nicht übermäßig sinnvoll und klug wäre, wenn der 30km durch die Wälder wandert. Auch der letzte Depp kommt darauf, dass ein Blinder nicht gern in den Zoo geht.
Unser Rollstuhl kann ein MP3 - Player sein. Genauso rettend und unverzichtbar - aber ohne unübersehbare Hinweisschilder - im Gegenteil, optisch eher verharmlosend.
Das man mit gebrochenem Bein nicht weit laufen kann, kann sich jeder vorstellen. Das es manchmal wirklich *nicht möglich* (!) sein kann, das Haus zu verlassen, kann sich fast keiner vorstellen. Das führt dann dazu, dass aus der eigenen Ergebniswelt geurteilt wird und das als "kein Bock" oder "unangenehm" bewertet wird. Denn das ist das einzige, was sie kennen - und das einzige, was sie sich vorstellen können.
Da können wir nicht viel machen, das ist nun mal so.

Ich bin seit 12 Jahren mit meinem Mann zusammen, seit 7 verheiratet und unser Sohn ist auch 7 - es gibt Krisen, natürlich, aber die gehören zu jeder Ehe. Manchmal überrennt mich das Gefühl, eingesperrt zu sein, mir Verpflichtungen aufgeladen zu haben, die ich nie erfüllen kann usw. was in einem überaus starken Bedürfnis nach Flucht mündet - das passiert ein Mal im Jahr oder seltener und ich weiß, was ich tun kann, um dabei kein Porzellan zu zerschlagen und binnen weniger Tage mich wieder darauf zu freuen, dass ich nach Hause gehe.

Das mit der "Empathie" siehst Du möglicher Weise falsch. Das hat mit Empathie nichts zu tun sondern damit, dass Du einfach anders empfindest.
Fehlende Empathie = Psychopath, kein (!) Mitleid mit anderen, kein (!) Mitgefühl, Dich nicht (!) für andere bzw. mit anderen freuen können o.ä. das ist bei dir nicht der Fall. Jeder Mensch der das nicht explizit gelernt und trainiert hat, geht automatisch davon aus, dass jeder andere Mensch an der gleichen Stelle das gleiche empfindet. Natürlich verletzt Du andere, wenn Du nicht weißt, was die in einer Situation empfinden. Beruht auf Gegenseitigkeit, stimmt's? Aber es ist Dir nicht egal, wenn Du jemanden verletzt, es ist keine Absicht und keine Gleichgültigkeit. Ich habe das Ganze auch lernen müssen, wie Vokabeln in der Schule. Gibt es gute und erhellende Bücher dazu

Ich bin mein halbes Leben von meinem Umfeld als "gefühlskalt" bezeichnet wurden. Allen voran von der LIEBEN Familie. Obwohl ich in meinem Kopf Bilder von Situationen habe, die 10 oder 20 Jahre her sind und mich immer noch zusammenbrechen lassen, wenn ich darauf stoße und nicht in meine Gefühle eingreife. Obwohl ich psychischen Schmerz in einer Intensität erlebe, die die sich nie vorstellen können. Warum? Weil das nicht an den erwarteten Punkten geschieht und es außerhalb des für sie vorstellbaren liegt, dass etwas, woran sie beim besten Suchen keinen Hinweis auf ein Problem sehen können, mich völlig abschießen kann.

Vielen Menschen mit sogenannten psychischen Krankheiten sind diese Konzepte nicht inutitiv klar. Ich werde nie verstehen, dass es richtig ist, wenn jemand "Nein" sagt, dieses Nein zu übergehen und zu ignorieren und noch x mal zu fragen. Ich empfinde das als Respektlosigkeit, mangelnde Achtung. Die meisten Menschen aber empfinden das als Zeichen, dass man dem anderen wichtig ist, weil man nicht so schnell aufgibt, Mühen auf sich nimmt und zeigt, dass man wirklich interessiert ist und nicht nur pro Forma gefragt hat.
Dieses und anderes musste ich lernen.
Das hat aber nichts mit fehlender Empathie und Borderline zu tun. Das gibt es bei allen Menschen. Es gibt immer Menschen, die vorzugsweise direkt kommunizieren und Menschen die vorzugsweise indirekt kommunizieren. Wer eine direkte Antwort erwartet, nimmt bei der indirekten die Botschaft nicht wahr und ist verletzt, wenn ihm das Thema nah am Herzen liegt und umgekehrt.
Es gibt Menschen mit männlichen und mit weiblichen Denkmustern.
*Jede* Frau fühlt sich übergangen, nicht ernst genommen und verletzt, wenn sie in weiblichen Mustern denkt und Äußerungen von Mitgefühl auf die Schilderung eines Problems erwartet - und eine "männliche" Antwort erhält. Also entweder 3 lapidare Sätze mit einer Lösung oder den Bericht über selbst erlebte Situationen des Gesprächspartners.
Es fällt nur bei den "Normalen" nicht ins Gewicht, die müssen sich nie damit befassen, warum die Frau immer so zickig wird, wenn man ihr doch nur helfen will. Wir schon, weil bei uns dazu kommt, dass Art und Intensität der Gefühle nicht gleich sind.
Es ist eher ein Zeichen, dass Du Empathie hast, wenn Dir auffällt, dass die Reaktion Deines Gesprächspartners nicht zu Deiner Intention passt.
Such mal Deine Umgebung ab nach Beispielen für diese männliche / weiblich Reaktion auf Berichte von Problemen (ist immer ein gutes Paradebeispiel) - wie viele Menschen schaffen es, dass ihr gesamtes Leben lang nicht herauszukriegen? - Da sagst Du, dass Dir die Empathie fehlt? Bestimmt nicht.

Das Wichtigste für Dich aus meiner Sicht ist aber, dass Du lernen kannst, Deine Gefühle auszugleichen, zu glätten und zu verhindern, dass sie so "hochkochen".
Auch ohne das Ventil der Selbstverletzung.

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9. August 2012 um 16:26
In Antwort auf avarrassterne

Das kann man klären
Borderliner = Grenzgänger, weil eines der häufigsten Symptome das "es gibt nur heiß oder kalt" ist. Bei mir das andere Extrem, ich kann keine Frage mit "Ja." oder "Nein" beantworten, weil es für mich nur grau gibt und weder schwarz noch weiß.

Todessehnsucht ist nicht gerade selten, die bessert sich aber dramatisch, wenn Du mit dem Rest besser klar kommst.

Selbstverletzung ist häufig bei Grenzgängern, führt jedoch auch oft dazu, dass Borderline als Fehldiagnose gestellt wird, obwohl alle anderen Kriterien nicht zutreffen.

Die Probleme mit der Verwandtschaft kennen wir alle.
Selbstverletzung ist etwas, was extrem befremdlich ist für alle, die das Verlangen nicht selbst kennen. Es ist natürlich auch übel, wenn man das bei nahestehenden Menschen erlebt, dagegen hilflos ist und es natürlich auch immer wieder Kollisionen gibt bis man die Kontrolle hat - und gelegentlich auch danach - vollständig vermeiden kann man es nie. Das macht Menschen komisch, keine Frage.
Daher denke ich, dass Deine Mutter Dich unterstützen würde beim Gang zum Doc - allein, um aus der Hilflosigkeit herauszukommen. Ich würde Dir dringend raten, zum Psychiater oder in eine Klinik zu gehen, der Psychologe ist ggf. später dran. Hintergrund: ein Psychologe ist kein Arzt (der Psychiater schon), der kann Dir keine Medikamente verschreiben, auch nicht beurteilen, ob es für Dich sinnvoll ist. Der Arzt kann die Diagnosen stellen (auch das kann der Psychologe nicht).

Das mit dem "nicht ernst nehmen" kennen wir auch alle. Meine Antwort lautet auf: für eine Borderline - Störung wird i.d.R. eine 30%ige Schwerbehinderung anerkannt. Diese gibt es nicht für irgendwelche Blödheit und weil man zu faul ist, sich "mal zusammenzureißen". Grenzgänger verbringen oft Monate im Krankenhaus - da kommt man nicht hin, weil man vor lauter langer Weile paar blöde Dinge macht.

In gewisser Weise ist es -so makaber das klingt- unser Problem, dass wir keinen Rollstuhl haben, keine Krücken, keinen Blindenhund o.ä..
Auch der letzte Depp (pardon) kommt darauf, dass ein Mensch mit Krücken zwar laufen kann, es aber nicht übermäßig sinnvoll und klug wäre, wenn der 30km durch die Wälder wandert. Auch der letzte Depp kommt darauf, dass ein Blinder nicht gern in den Zoo geht.
Unser Rollstuhl kann ein MP3 - Player sein. Genauso rettend und unverzichtbar - aber ohne unübersehbare Hinweisschilder - im Gegenteil, optisch eher verharmlosend.
Das man mit gebrochenem Bein nicht weit laufen kann, kann sich jeder vorstellen. Das es manchmal wirklich *nicht möglich* (!) sein kann, das Haus zu verlassen, kann sich fast keiner vorstellen. Das führt dann dazu, dass aus der eigenen Ergebniswelt geurteilt wird und das als "kein Bock" oder "unangenehm" bewertet wird. Denn das ist das einzige, was sie kennen - und das einzige, was sie sich vorstellen können.
Da können wir nicht viel machen, das ist nun mal so.

Ich bin seit 12 Jahren mit meinem Mann zusammen, seit 7 verheiratet und unser Sohn ist auch 7 - es gibt Krisen, natürlich, aber die gehören zu jeder Ehe. Manchmal überrennt mich das Gefühl, eingesperrt zu sein, mir Verpflichtungen aufgeladen zu haben, die ich nie erfüllen kann usw. was in einem überaus starken Bedürfnis nach Flucht mündet - das passiert ein Mal im Jahr oder seltener und ich weiß, was ich tun kann, um dabei kein Porzellan zu zerschlagen und binnen weniger Tage mich wieder darauf zu freuen, dass ich nach Hause gehe.

Das mit der "Empathie" siehst Du möglicher Weise falsch. Das hat mit Empathie nichts zu tun sondern damit, dass Du einfach anders empfindest.
Fehlende Empathie = Psychopath, kein (!) Mitleid mit anderen, kein (!) Mitgefühl, Dich nicht (!) für andere bzw. mit anderen freuen können o.ä. das ist bei dir nicht der Fall. Jeder Mensch der das nicht explizit gelernt und trainiert hat, geht automatisch davon aus, dass jeder andere Mensch an der gleichen Stelle das gleiche empfindet. Natürlich verletzt Du andere, wenn Du nicht weißt, was die in einer Situation empfinden. Beruht auf Gegenseitigkeit, stimmt's? Aber es ist Dir nicht egal, wenn Du jemanden verletzt, es ist keine Absicht und keine Gleichgültigkeit. Ich habe das Ganze auch lernen müssen, wie Vokabeln in der Schule. Gibt es gute und erhellende Bücher dazu

Ich bin mein halbes Leben von meinem Umfeld als "gefühlskalt" bezeichnet wurden. Allen voran von der LIEBEN Familie. Obwohl ich in meinem Kopf Bilder von Situationen habe, die 10 oder 20 Jahre her sind und mich immer noch zusammenbrechen lassen, wenn ich darauf stoße und nicht in meine Gefühle eingreife. Obwohl ich psychischen Schmerz in einer Intensität erlebe, die die sich nie vorstellen können. Warum? Weil das nicht an den erwarteten Punkten geschieht und es außerhalb des für sie vorstellbaren liegt, dass etwas, woran sie beim besten Suchen keinen Hinweis auf ein Problem sehen können, mich völlig abschießen kann.

Vielen Menschen mit sogenannten psychischen Krankheiten sind diese Konzepte nicht inutitiv klar. Ich werde nie verstehen, dass es richtig ist, wenn jemand "Nein" sagt, dieses Nein zu übergehen und zu ignorieren und noch x mal zu fragen. Ich empfinde das als Respektlosigkeit, mangelnde Achtung. Die meisten Menschen aber empfinden das als Zeichen, dass man dem anderen wichtig ist, weil man nicht so schnell aufgibt, Mühen auf sich nimmt und zeigt, dass man wirklich interessiert ist und nicht nur pro Forma gefragt hat.
Dieses und anderes musste ich lernen.
Das hat aber nichts mit fehlender Empathie und Borderline zu tun. Das gibt es bei allen Menschen. Es gibt immer Menschen, die vorzugsweise direkt kommunizieren und Menschen die vorzugsweise indirekt kommunizieren. Wer eine direkte Antwort erwartet, nimmt bei der indirekten die Botschaft nicht wahr und ist verletzt, wenn ihm das Thema nah am Herzen liegt und umgekehrt.
Es gibt Menschen mit männlichen und mit weiblichen Denkmustern.
*Jede* Frau fühlt sich übergangen, nicht ernst genommen und verletzt, wenn sie in weiblichen Mustern denkt und Äußerungen von Mitgefühl auf die Schilderung eines Problems erwartet - und eine "männliche" Antwort erhält. Also entweder 3 lapidare Sätze mit einer Lösung oder den Bericht über selbst erlebte Situationen des Gesprächspartners.
Es fällt nur bei den "Normalen" nicht ins Gewicht, die müssen sich nie damit befassen, warum die Frau immer so zickig wird, wenn man ihr doch nur helfen will. Wir schon, weil bei uns dazu kommt, dass Art und Intensität der Gefühle nicht gleich sind.
Es ist eher ein Zeichen, dass Du Empathie hast, wenn Dir auffällt, dass die Reaktion Deines Gesprächspartners nicht zu Deiner Intention passt.
Such mal Deine Umgebung ab nach Beispielen für diese männliche / weiblich Reaktion auf Berichte von Problemen (ist immer ein gutes Paradebeispiel) - wie viele Menschen schaffen es, dass ihr gesamtes Leben lang nicht herauszukriegen? - Da sagst Du, dass Dir die Empathie fehlt? Bestimmt nicht.

Das Wichtigste für Dich aus meiner Sicht ist aber, dass Du lernen kannst, Deine Gefühle auszugleichen, zu glätten und zu verhindern, dass sie so "hochkochen".
Auch ohne das Ventil der Selbstverletzung.

P.S.
Du sprichst davon, dass Du in einer Art reagierst, bei der Du Dir nichts denkst, Dein Gegenüber damit aber verletzt.
Bedenkst Du auch den umgekehrten Weg?

Ich freß nen Besen inklusive Putzfrau, wenn es nicht auch so ist, dass Reaktionen / Aktionen, bei denen sich andere nichts denken, Dich unglaublich schmerzen. Na, eher morgen, heute gibt es bei mir Sauerbraten (*Mjammmmmmmmm*) Aber ich glaube nicht, dass ich Holz speisen muss, oder?

Menschen in Deiner Umgebung sollten das zumindest wissen. Ihnen ist das so wenig klar wie Dir. Das spricht sich nicht gut, ist aber notwendig. Am besten in einem ruhigen und neutralem Moment.
Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich es nicht ertrage, wenn ich überladen bin und jemand nimmt mich in den Arm. Das gibt dem ganzen einen Schub als hätte man eine Rakete gezündet. Nur leider abwärts.

Ich bin ganz und gar kein Fan von "gebt immer nach, die ist krank, die kann nichts dafür". Ist grundsätzlich der falsche Weg. Meiner Meinung nach.
Aber es gibt NoGo's. Das kann kein "Reg sie nicht auf" sein, dass kann kein "Kritisiere sie nicht", kein "Fordere / Verlange nichts" o.ä. - Aber die unmittelbaren Trigger (Herausragende Streßauslöser) sollten vermieden werden, wenn das möglich ist.
"Nimm mich nicht in den Arm, wenn ich auf der Grenze stehe" ist sicher nicht schön für meinen Mann, ich weiß auch, dass das für ihn in gewisser Weise als Zurückweisung ankommt, auch wenn er auf rationaler Ebene weiß, dass es keine ist. Aber die Auswirkungen auf mich sind wirklich drastisch und es ist tröstend gemeint, hat aber so gar keine tröstende Wirkung. Kläre so etwas.

Vereinbare ein Wort, dass Du nutzen kannst, wenn Du wirklich am Rande Deiner Kräfte bist. Beispielsweise "STOPP!". Kläre, dass das Thema an der Stelle unterbrochen werden muss.
Eine Analogie hilft beim Erklären: Wenn ein Mensch mit kaputtem Knie sagt "Ich kann nicht mehr laufen, ich brauche eine Pause" ist der nicht faul und drückt sich nicht und es wird diskussionslos angehalten. Auch Du brauchst so etwas und es muss aus den gleichen Gründen in gleicher Art respektiert werden.

Dazu gehört auch, dass Du klärst, welche Reaktion Dir hilft. Kommst Du besser klar, wenn Du Dich für 1h zurückziehst, damit Du erst mal landen kannst? Hilft Dir Nähe? Darüber sprechen? Oder über ein anderes Thema sprechen? Jemand, der mit Dir hinausgeht?
Kläre auch das.

Achte darauf das alles nicht zu missbrauchen, um Situationen zu umgehen, die unangenehm sind. Die Versuchung ist immer da. Aber es schadet Dir in vielerlei Hinsicht. Die Psychosomatik ist bei uns oft nicht weit und so wird die Zahl und Art der Situationen, die Du gefühlt nicht handhaben kannst, sich vermehren wie die Karnickel, wenn Du dem nicht entgegenwirkst. Jede einzige wird sich wie ein großes Hindernis anfühlen, dass Du dann irgendwann wieder abbauen musst - lieber aufpassen, dass nicht mehr Hindernisse entstehen, die die an sich da sind, genügen völlig, um Dich zu beschäftigen
Du verlierst auch den Respekt, die Rücksicht und die Achtung Deiner Mitmenschen, wenn Du das inflationär nutzt statt für Notfälle.
Daher: kümmere Dich darum, dass zu etablieren und achte darauf, dass es eingehalten wird - Kein Mensch kann seine Reaktion in kurzer Zeit mal eben umkrempeln, auch Deine Umgebung nicht. Du musst erklären und darauf achten, dass sich daran gehalten wird und das nicht im Laufe der Zeit "verwischt". Aber Du musst auch aufpassen, dass Du es nicht missbrauchst.

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9. August 2012 um 19:34
In Antwort auf avarrassterne

P.S.
Du sprichst davon, dass Du in einer Art reagierst, bei der Du Dir nichts denkst, Dein Gegenüber damit aber verletzt.
Bedenkst Du auch den umgekehrten Weg?

Ich freß nen Besen inklusive Putzfrau, wenn es nicht auch so ist, dass Reaktionen / Aktionen, bei denen sich andere nichts denken, Dich unglaublich schmerzen. Na, eher morgen, heute gibt es bei mir Sauerbraten (*Mjammmmmmmmm*) Aber ich glaube nicht, dass ich Holz speisen muss, oder?

Menschen in Deiner Umgebung sollten das zumindest wissen. Ihnen ist das so wenig klar wie Dir. Das spricht sich nicht gut, ist aber notwendig. Am besten in einem ruhigen und neutralem Moment.
Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich es nicht ertrage, wenn ich überladen bin und jemand nimmt mich in den Arm. Das gibt dem ganzen einen Schub als hätte man eine Rakete gezündet. Nur leider abwärts.

Ich bin ganz und gar kein Fan von "gebt immer nach, die ist krank, die kann nichts dafür". Ist grundsätzlich der falsche Weg. Meiner Meinung nach.
Aber es gibt NoGo's. Das kann kein "Reg sie nicht auf" sein, dass kann kein "Kritisiere sie nicht", kein "Fordere / Verlange nichts" o.ä. - Aber die unmittelbaren Trigger (Herausragende Streßauslöser) sollten vermieden werden, wenn das möglich ist.
"Nimm mich nicht in den Arm, wenn ich auf der Grenze stehe" ist sicher nicht schön für meinen Mann, ich weiß auch, dass das für ihn in gewisser Weise als Zurückweisung ankommt, auch wenn er auf rationaler Ebene weiß, dass es keine ist. Aber die Auswirkungen auf mich sind wirklich drastisch und es ist tröstend gemeint, hat aber so gar keine tröstende Wirkung. Kläre so etwas.

Vereinbare ein Wort, dass Du nutzen kannst, wenn Du wirklich am Rande Deiner Kräfte bist. Beispielsweise "STOPP!". Kläre, dass das Thema an der Stelle unterbrochen werden muss.
Eine Analogie hilft beim Erklären: Wenn ein Mensch mit kaputtem Knie sagt "Ich kann nicht mehr laufen, ich brauche eine Pause" ist der nicht faul und drückt sich nicht und es wird diskussionslos angehalten. Auch Du brauchst so etwas und es muss aus den gleichen Gründen in gleicher Art respektiert werden.

Dazu gehört auch, dass Du klärst, welche Reaktion Dir hilft. Kommst Du besser klar, wenn Du Dich für 1h zurückziehst, damit Du erst mal landen kannst? Hilft Dir Nähe? Darüber sprechen? Oder über ein anderes Thema sprechen? Jemand, der mit Dir hinausgeht?
Kläre auch das.

Achte darauf das alles nicht zu missbrauchen, um Situationen zu umgehen, die unangenehm sind. Die Versuchung ist immer da. Aber es schadet Dir in vielerlei Hinsicht. Die Psychosomatik ist bei uns oft nicht weit und so wird die Zahl und Art der Situationen, die Du gefühlt nicht handhaben kannst, sich vermehren wie die Karnickel, wenn Du dem nicht entgegenwirkst. Jede einzige wird sich wie ein großes Hindernis anfühlen, dass Du dann irgendwann wieder abbauen musst - lieber aufpassen, dass nicht mehr Hindernisse entstehen, die die an sich da sind, genügen völlig, um Dich zu beschäftigen
Du verlierst auch den Respekt, die Rücksicht und die Achtung Deiner Mitmenschen, wenn Du das inflationär nutzt statt für Notfälle.
Daher: kümmere Dich darum, dass zu etablieren und achte darauf, dass es eingehalten wird - Kein Mensch kann seine Reaktion in kurzer Zeit mal eben umkrempeln, auch Deine Umgebung nicht. Du musst erklären und darauf achten, dass sich daran gehalten wird und das nicht im Laufe der Zeit "verwischt". Aber Du musst auch aufpassen, dass Du es nicht missbrauchst.


vielen vielen dank avarrassterne!
ja, du hast seeeeehr oft recht! und ja (musst keinen besen fressen), mich verletzt manches wo dann die menschen um mich rum nicht mal mit der wimper zucken.
diese wutausbrüche kommen nur sehr oft einfach aus mir rausgeplatzt und ich mach da dann wen grad an wegen einer nichtigkeit! so ist mir das letzte nacht wieder an der arbeit passiert, ich sage dann zu den leuten, das sie mir das nicht übel nehmen sollen und das ich es einfach nicht kontrollieren kann, das es einfach aus mir heraus platzt... aber dennoch glaube ich, das sie es auf ihre person beziehen!
und ich sag mal so, meine freunde kennen mich ja nur so und irgendwie sehe ich deswegen da keinen bedarf die nun da mit einzuweihen... fällt mir schon sehr schwer (und ich kämpfe noch mit mir) meine mum da einzuweihen... ich überlege schon als wie ich das am besten anfange, weil ich glaub wenn von ihr die reaktion kommt "ach du spinnst, du hast einbildung", dann brauch sie sich erstmal nicht mehr zu melden!

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9. August 2012 um 20:47
In Antwort auf divya_12759600


vielen vielen dank avarrassterne!
ja, du hast seeeeehr oft recht! und ja (musst keinen besen fressen), mich verletzt manches wo dann die menschen um mich rum nicht mal mit der wimper zucken.
diese wutausbrüche kommen nur sehr oft einfach aus mir rausgeplatzt und ich mach da dann wen grad an wegen einer nichtigkeit! so ist mir das letzte nacht wieder an der arbeit passiert, ich sage dann zu den leuten, das sie mir das nicht übel nehmen sollen und das ich es einfach nicht kontrollieren kann, das es einfach aus mir heraus platzt... aber dennoch glaube ich, das sie es auf ihre person beziehen!
und ich sag mal so, meine freunde kennen mich ja nur so und irgendwie sehe ich deswegen da keinen bedarf die nun da mit einzuweihen... fällt mir schon sehr schwer (und ich kämpfe noch mit mir) meine mum da einzuweihen... ich überlege schon als wie ich das am besten anfange, weil ich glaub wenn von ihr die reaktion kommt "ach du spinnst, du hast einbildung", dann brauch sie sich erstmal nicht mehr zu melden!

Ich weiß
Ich habe beides hinter mir. Mit mir selbst und mit anderen damit ins Reine kommen.

Ich weiß, wie ohnmächtig man sich fühlt, wenn man die Kontrolle über die eigenen Gefühle und Handlungen verliert.
Keine Sorge, Du kannst lernen, es erst zu kanalisieren (also bildlich gesagt: dorthin schießen, wo es keinen Schaden anrichtet, wenn man nicht verhindern kann, dass der Schuss losgeht) und dann wirklich zu kontrollieren bzw. zu verhindern.

Schreib mich an, wenn Dir zu helfen ist, ich kann und will weder Therapie noch Betreuung machen, schon gar nicht per PM / EMail o.ä. (dürfte ich auch nicht, ich habe keine Ausbildung, "nur" das gleiche erlebt), aber für ein paar Ratschläge und Fragen sollte es reichen - oder wenn Du mal jemanden brauchst, der als Vermittler zwischen Dir und Deiner Mutter erklärt, die Du (noch) nicht selbst (er-)klären kannst.

Ich denke aber nicht, dass sie reagieren wird, wie Du befürchtest. Mutter Natur hat es so eingerichtet, dass man wwirklich unglaublich gestört sein muss, damit man sich über den Mutterinstinkt ein Kind zu schützen und ihm zu helfen, hinwegsetzen kann - auch wenn das Kind schon erwachsen ist und man das Problem nicht wirklich versteht. Sie hatte ja auch Zeit genug, zu erkennen, dass es sich bestimmt nicht "mit der Zeit verwächst"
Sie wird auch froh sein, einen Namen dafür zu haben und Handlungsoptionen.

Mit meinen Arbeitskollegen diskutiere ich da auch nicht viel. Die wissen, dass ich mich verletze, einige haben mich auch danach gefragt - behutsam und aus echtem interesse, dagegen ist nichts einzuwenden.
Sie wissen, dass ich mich nicht in einem Raum mit mehr als 10 Personen aufhalte, wenn es vermeidbar ist, auch nicht zum Firmenmeeting und dass ich im Zweifelsfalle gehe und 15min später sozialkompatibel zurück bin - beides habe ich nicht diskutiert und nicht erklärt, das wurde problemlos so akzeptiert. Das war es auch. Mein Seelenheil steht da nicht zur Debatte.
Aber mein Mann, unser Sohn, die Familie meines Mannes und der Teil meiner Familie, der willens und fähig ist sowie Freunde wissen, worauf sie achten müssen und was gefährlich werden kann.

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17. September 2014 um 10:11
In Antwort auf divya_12759600

...
ich werde 25...
naja, im moment gehts mir super, da fällt es mir garnicht auf, das ich es evtl haben könnte... wenn ich aber so an zwischendurch denke oder zurück denke wie ich noch mit meinem freund zusammen war oder wenn es mir schlecht geht (was von eine sekunde auf die andere oft passiert)... ich frage mich halt schon lange, warum ich diese wutanfälle habe oder eigtl nur zwei gefühle für andere menschen kenne (liebe und hass) oder warum nur zwei gefühlszustände (total super oder totunglücklich) .... also bei mir gibts nur heiß oder kalt aber halt kein lauwarm... aber hab halt immer gedacht dass das normal ist... bis dienstag abend, da hab ich was im radio gehört (hatte da zwischendrin reingeschaltet und dann nur die aufzählungen gehört) und das war, als wenn die frau dort von meinem leben reden würde.... und dann irgendwann nachdem sie fertig war mit aufzählen meinte ein mann "ja, die typischen anzeichen für borderline" und ich stand da "what?" erstmal google befragt und festgestellt, das ich mit meinen problemen ja garnicht allein bin... ich kann nicht allein sein, bin sehr schnell gelangweilt und wenn ich allein bin und mir langweilig ist fange ich an mich zu verletzten, dabei könnte ich genug in meinem haushalt machen oder mich um meine tiere kümmern oder oder oder... ich habe genau genommen angst allein zu sein, deswegen versuche ich meinen tag voll zu packen, mit irgendwelchen dingen... und wenn ich nun (bin seit dienstag abend am grübeln) zurück denke, ich verletze mich seitdem ich 14 bin, meinen ersten freund hatte ich mit 18 und es ist daran zerbrochen, weil ich ihn eingeengt habe, weil ich angst hatte das er schluss macht; habe ständig streit angefangen wegen nichtigkeiten; wenn er nicht meiner meinung war, war der teufel los; bei mir muss immer alles geregelt sein, sollte irgendwas aus welchem grund auch immer aus der bahn geworfen werden, raste ich aus und weiß garnicht wohin ich soll und wer ich bin und komme damit einfach nicht klar (zb wenn mein freund und ich eigtl was zusammen machen wollten, das dann aber geplatzt ist weil was dazwischen kam)... und das zieht (wenn ich so zurück denke) sich eigentlich wie ein roter faden durch meine ganzen beziehungen!
was ich mir nun grad noch einfällt, ich kenne keine empathie... also es passiert mir seeeehr oft, das ich etwas sage und dann merke ich an der reaktion, dass das wohl grad echt scheiße war, aber ich kann es vorher nicht abwägen ob es evtl für den gegenüber verletzend ist! und, zb eine kollegin hat heut nacht davon erzählt, das ihre tochter nen hirntumor hat und alle saßen da "och die arme, die tut mir ja so leid" (empathie eben), aber mich lässt sowas kalt, ich rede dann bei sowas auch garnicht mit und halte mich raus, weil ich dazu nichts sagen kann! gehört sowas auch mit zur krankheit oder hab ich noch einen dachschaden mehr?
ich dachte halt immer, das ich einfach ein schwieriger mensch bin, hab das thema familie schon ganz weit weg geschoben, weil ich gesagt hab, das eigtl kein kerl das mit mir lange aushalten kann, weil ich einfach nachdem die rosa rote brille weg ist total agro werde... ich hab neulich zu ner freundin gesagt, das ich nur dann länger (also länger im sinne von 10 jahre oder so) eine beziehung führen kann, wenn es mir nicht langweilig wird und das bekommt kein mensch hin!
vorallem, was mich grad im moment (weil ich mich grad damit so intensiv befasse und es mir ja grad super geht) so erschreckt ist, das mich wirklich so kleine dinge, sofort aus der bahn werfen und ich an selbstmord denke, aber so einfacher selbstmord geht ja auch nicht, weil ich dann wieder drüber nachdenke, das es aussehen muss als wäre es ein unfall, damit meine mum meine beerdigung bezahlen kann! (wegen lebensversicherung)
nun überlege ich seit gestern, wie ich alles am besten angehe... mit meinem ex hab ich ja schon drüber geredet, er hat mich ja bis vor 9 wochen aushalten müssen und kennt also das was da mit mir abgeht... ich will nicht allein zum psychologen.... werde nachher mit ihm reden ob er dort mit mir hin geht (ja ich weiß, brauch erstmal termin und überweisung)... hab auch schon gedacht meine mum zu fragen, aber irgendwie hab ich angst, das sie mich nicht ernst nimmt, weil sie eigentlich keinen blassen schimmer hat wie es mir geht...
wenn ich das alles so lese, hört sich das echt krank an...
nur wenn ich jetzt daran denke, wie ich bin, könnte ich noch nicht mal eine beziehung eingehen, weil ich weiß, das ich den partner nach einer gewissen zeit verletzen werde...
so, nun ist es ein roman geworden, tut mir leid... aber irgendwie kann ich mit keinem aus meinem freundeskreis darüber reden, habe angst das sie mich für vollkommen bekloppt halten... hier kennt mich wenigstens keiner und wird mir niemals in die augen sehen...
liebe grüße

"Innerer Konflikt"
Hallo Keksi und alle anderen Borderliner!

Ich selbst bin kein Borderliner, aber mein (Ex-)Freundin ist es. Die Tendenz bei ihr war schon immer vorhanden und nach 4 Jahren ist es mit massiver Impulsivität vor jetzt 9 Monaten aus ihr heraus gebrochen.

Mich würde von Euch Borderlinern einmal interessieren, ob Ihr folgendes Gefühl selbst kennt und in welchen Zusammenhang Ihr es bringen würdet:

Meine (Ex-)Freundin hat etwas an sich, das sie selbst als unüberwindbaren "inneren Konflikt" bezeichnet. Und jener "innere Konflikt" äußere sich für sie so, dass sie sich von nichts (Verstand, Logik, Vernunft) und niemandem (Personen) sagen lassen könne, was sie zu tun habe (Unterordnungsproblem). Dementsprechend versucht(e) sie ständig unsere Beziehung manipulativ (notfalls via Emotionalerpressung) zu dominieren.

Wenn ich sie auf dieses partnerschaftsinkompatible Verhalten angesprochen hatte, stritt sie dies zunächst ab, und sie ist Meisterin in relativierender Rechtfertigungsrhetorik mit nahezu 100 %-iger Erfolgsquote. Aber wenn dann auch sie mal anerkennen muß, dass 2 + 2 = 4 ist, dann bekommt sie ihren Zusammenbruch uns sagt, etwas in ihr drin sei stärker, als sie es selbst wäre. Sie könne sich nicht sagen lassen, was sie zu tun habe, und das hätte sie (jetzt 44 Jahre jung) auch schon früher nicht bei ihrem Vater gekonnt.

Jetzt zu meiner Frage:

Ist es etwas Borderline-typisches bzw. wie kann man diesen "inneren Konflikt" in einen Borderline-Kontext integrieren?!? Wad bedeutet jenes "Ich kann mir von nichts und niemandem sagen lassen, was ich zu tun habe und konnte das auch schon früher bei meinem Vater nicht!" psychologisch? Mir kommt es so vor, als stünde hiermit eine Autonomiebestrebung im Vordergrund, welche konträr zum (mangelnden?) symbiotischen Abnabelungsprozess vom Elternhaus stünde.

Ich würde mich an dieser Stelle über Betroffenen-Feedback, aber auch über Psychologen-Statements sowie ebenfalls über Keksis aufrichtige Meinung freuen!

Ciao

Euer Ciompo

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