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Borderline - Von dem Gefühl, in Gefühlen zu ertrinken

18. Oktober 2012 um 19:30

Das wichtigste zuerst:
Borderline ist ein Sammeltopf, immer mal wieder eine Fehldiagnose und selten das einzige Problem.
Also bitte kein "Kennste einen, kennste alle" und kein "Ich hab ein Buch (von Betroffenen geschriebene inklusive!) gelesen, jetzt weiß ich's".

Es gibt für mich (ich bin selbst Grenzgänger, aber ich habe nie Medizin oder Psychologie studiert) ein paar grundlegende Gemeinsamkeiten. Aber die Folgen sind individuell und auch die Auslöser von Extremsituationen sind individuell.

Die Gemeinsamkeiten sind zugleich die Punkte, an denen wir Grenzgänger ansetzen können, etwas zu ändern. Denn wir sind nie hilflos, nie ausgeliefert. Wir können etwas tun, Zufriedenheit (an den meisten Tagen, nicht das ewige Glück), innere Ruhe und ein würdiges, lebenswertes Leben finden, die rote Wolke des Schmerzes verlassen. Es ist kein Spaziergang, aber alles andere als unmöglich!

Also worum geht es eigentlich? Wir fühlen überaus intensiv. schmerzhaft intensiv. Das führt zu vielen dunken Erinnerungen, "Narben auf der Seele" und dazu, dass wir emotional überladen. Oft und schnell.
Wenn wir uns dann wie ein in die Ecke getriebenes Tier fühlen, werden wir uns auch wie eins verhalten. - Was dann wieder zu neuen Problemen führt.
Unsere "Grundanspannung" ist höher. Wir stehen immer mehr "unter Strom" - und unsere Gefühle gleichen sich nicht "von alleine" aus. Wir denken und empfinden meist anders als die Menschen um uns herum.

Was daraus wird ... viele von uns haben einen extremen Hang zu schwarz/weißem - Denken oder umgekehrt (wie bei mir) mit klaren Einordnungen.
Viele haben so ihre Not mit (zwischenmenschlicher) Nähe und / oder Distanz. - Wir sind auch gewiß keine "angenehmen Zeitgenossen", wenn wir keine Kontrolle haben.
Selbstverletzung ist häufig - Ein Kanal für extreme Gefühle. Aber selbst da: was Selbstverletzung für uns bedeutet, was den Wunsch danach auslöst / verstärkt, was es in uns bewirkt, kann sich gravierend unterscheiden. Und: Selbstverletzung ist nicht gleich Borderline, Borderline ist nicht gleich Selbstverletzung. Das wird doch zu gern und zu Unrecht gleich gesetzt.

So und jetzt mal endgültig Klartext:
Die schlechte Nachricht: es gibt nichts, was uns "ganz macht", damit wir "im Rahmen der erwarteten Parameter funktionieren" wie Lt.Cmdr. Data so schön sagt. Medikamente können oft helfen, aber nicht alle Probleme lösen. Eine Therapie kann Euch zeigen, wie *Ihr* die Probleme lösen könnte - sollte jeder versuchen, aber verliert weder Hoffnung noch Zuversicht, wenn das so nichts wird. Es gibt nur eine einizige Person, die Euer Leben "schön" machen kann - Ihr selbst!

Noch eine schlechte Nachricht: Es ist eine Krankheit und zwar chronisch. Wie bei jeder anderen Krankheit auch: Es gibt Dinge, die kommen für Euch nicht in Frage. Es gibt Regeln, an die Ihr Euch (überwiegend) halten müsst. Es ist mal besser, mal schlechter, aber es wird nie "verschwinden".

Die gute Nachricht: das muss Euch nicht daran hindern, an über 300 Tagen im Jahr zu lächeln. Das muss nicht ständige Konflikte und zutiefst verletzte Menschen in Eurem Umfeld bedeuten. Das heißt nicht, dass Ihr Euch mit den seelischen Schmerzen und ihren Folgen abfinden müsst.

Ich versuche mal hier immer mal wieder ein Stück zu schreiben, was man tun kann, um all das zu ändern.
Die Mittel eines Forums sind begrenzt und es ist auch nicht mein Wunsch, das 21461523458154te Buch über das Thema zu schreiben - aber ich finde es *zu* oft erschrecken, wie wenig Angehörige, Freunde, Partner, Bekannte - und leider auch Betroffene selbst über das Thema wissen. Dabei ist Borderline nicht so selten.

Wer Fragen hat - fragt! Wenn ich nicht antworten will, kann ich das schon sagen, mit Fragen - auch persönlichen - habe ich kein Problem. Aber ich kann (und will) weder die Welt noch Euch retten, ich kann nur ein paar Hinweise geben. Außerdem gibt es da Punkte, die nicht erklärbar sind.

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18. Oktober 2012 um 21:10

Wir und die Anderen
Ein Punkt, der mit päziser Sicherheit für Probleme sorgt.

Also - gehen wir es an.

Erste und wichtigste Regel: haltet *niemals* für selbstverständlich, dass andere wissen, was und wie Ihr gerade denkt und fühlt.

Über Gefühle reden ist *iecks*. Ich weiss. Und es ist unumgänglich.
Für Menschen, die nicht wissen, was da gerade eigentlich passiert seid Ihr Menschen, die "aus heiterem Himmel" (weil Grund und Anlaß nicht erkennbar sind und schon gar nicht klar) voll rumflippen. Die Spaß daran haben, Menschen in Ihrer Umgebung zu quälen und zu terrorisieren. Denen man nie was recht machen kann.
Also bleibt nur eines: sorgt dafür, dass alle, bei denen es nötig, wichtig oder sonstwie in Eurem Interesse ist, wissen was da gerade "läuft".

Wenn Ihr in einer Situation seid, wo Ihr überladen seid oder "emotional inaktiv" (Ich nehme an, Ihr wißt, was ich meine?) - im Zweifelsfalle: geht!
Wenn Eucher Gegenüber keine Ahnung hat was los ist, ist das oft beleidigend und / oder verletzend - und natürlich auch manchmal, wenn sie Bescheid wissen, so ehrlich müssen wir auch sein. Aber das was passiert, wenn Ihr versucht weiter zu machen, ist üblicher Weise schlimmer.
Es ist nicht der Zeitpunkt für grosse Entscheidungen. Egal wie klar es erscheinen mag, das ist nicht der Moment, um den Job zu kündigen oder über eine Beziehung zu entscheiden. Das ist nicht mal der Moment für einen bühnenreifen Abgang. Klappe halten. Keine "famous last words", keinen sonst wie gehaltenen finisher, egal wie es auf der Zunge juckt. Ihr könnt jeden beliebigen Satz noch zu tausenden anderen Gelegenheiten sagen, aber nichts zurücknehmen, was Ihr einmal gesagt habt. Und Ihr seid im Ausnahmezustand und nicht in der Position, Folgen halbwegs klar abzuschätzen.

Wieder was zum Thema "Ihr müsst darüber reden" - Wenn die Menschen in Eurer Umgebung wissen, dass so etwas vorkommen kann, auch an Stellen, wo sie beim besten Willen kein Problem entdecken können, ist es für beide Seiten sehr viel einfacher. Aber achtet auf eines: missbraucht es nicht. Niemals. Die Versuchung bei der Gelegenheit gleich alles zu umgehen, was einfach unangenehm ist, ist nicht gerade klein - aber dem Nachzugeben bedeutet, dass das nicht mehr für voll genommen wird und Ihr die Rückzugsmöglichkeit nicht habt, wenn Ihr sie braucht.

Selbstdisziplin und selbstreflektion sind leider unumgänglich, also achtet darauf, wann Ihr anfangt, Euch einfach nur zu "drücken". Lasst Euch nicht verhätscheln, nicht in Watte packen - das bringt Euch langfristig nichts, aber es schadet. Euch und den Menschen in Eurer Umgebung - und jeder zwischenmenschlichen Beziehung.

Ihr wißt, es gibt Erinnerungen, Situationen, Bilder, Gedanken, Dinge - die sind ungemein schmerzhaft und lösen immer / meistens / oft Überladungen aus. Informiert andere darüber. Bei einem Teil davon macht es Sinn, diese zu umgehen / als Gedanken oder Erinnerung zu blocken und als Situation zu meiden, für alle ist das aber weder möglich noch sinnvoll.
Bedenkt dabei, dass vieles nur für Euch selbst wahrnehmbar ist. Jemand, der bei Euch eine Erinnerung auslöst, hat meistens keine Ahnung, dass er das gerade tut. Der sagt etwas total harmloses und Ihr "dreht durch" - lernt und übt, das was Ihr wahrnehmt, auch aus der Perspektive von anderen zu sehen. Das löst nicht alles auf, aber es ist ein wenig ein Anker - und es verbessert Eure soziale Interaktion drastisch.
Und auch was das Umgehen von Triggern (= Auslöser, eben das, was *zu* (!) starke Gefühle auslöst) angeht wieder: nutzt es niemals aus. Paßt auf, wann Ihr anfangt, damit unangenehmes zu umgehen. Das wird früher oder später der Fall sein, also habt ein Auge darauf und bremst Euch ein. Es schadet Euer Kontrolle über Euch selbst, Eurem langfristigen Befinden und jeder zwischenmenschlichen Beziehung.

Jemand, der Euch in so einer Situation gegenüber steht, weiß nicht, wie er Euch unterstützen kann. Also helft denen dabei. Es gibt keine generellen Regeln. In den Arm nehmen kann beruhigen und Sichheit geben - oder uns völlig "abschießen". Ihr wißt, was hilft und was schadet - also klärt das mal.
Wenn ich von "erklären, ansprechen, darüber reden" spreche, meine ich *nicht*, wenn es schon eskaliert ist - sondern vorher. Sowas wie einen "passenden Moment" gibt es arg selten. Dazu kommt immer das mulmige Gefühl, wie der andere reagieren wird, ob man damit nicht etwas zwischenmenschliches böse zermatscht. Leute, darauf kann ich nur eines sagen: Ihr wißt genau, wenn Ihr es nicht macht, zermatscht es viel, viel mehr!

Ihr werdet immer auf Menschen treffen, für die psychische Krankheiten etwas sind, wo man sich "nur mal zusammenreißen" muss. Vergesst diese Menschen. Da hilft nur eines: vollständiger Kontaktabbruch.
Wer einen Erklärungsversuch machen möchte: ich habe die Erfahrung gemacht, mit einer Analogie kommt man weiter: Mit einem gebrochenen Bein, kann man weiter laufen, wenn man sich "zusammenreißt". Es ist möglich! - Und es ist sehr, sehr dumm. Genauso ist es möglich, psychischen Schmerz zum übergehen - aber noch lang nicht schlau. Jeder von uns hat das schon oft versucht - und oft gründlich an die Wand gefahren.

Ihr werdet Menschen treffen, die keine Vollidioten sind, aber trotzdem damit bzw. mit Euch nicht umgehen können und / oder mit denen Ihr nicht umgehen könnnt. Das wird etwas besser, wenn Ihr mehr Erfahrung habt, aber auch "ganz normale" Menschen kommen ja nicht zwingend mit einander aus, bei uns ist es etwas mehr. Gebt der Versuchung nicht nach, über sowas wie "Schuld" nachzudenken. Die gibt es nicht. Nicht mal bei denen, die nicht akzeptieren können, dass etwas, was für sie selbst kein erkennbares Problem birgt, für einen anderen Menschen unüberwindbar sein kann. Schuld ist nur eine Kosemtik, die unser eigenes Spiegelbild aufhübscht. Man lann sich leichter auf die Schulter klopfen, wenn man mit dem Finger auf andere zeigen kann. Aber letzlich ist es völlig irrelevant.

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19. Oktober 2012 um 13:34

Ja
für Alkohol / andere Drogen prädisponiert.

Für seuellen Appetit - nach meinen Erfahrungen - ja wir fühlen intensiv, im "positiven" wie im "negativen".

Was die ONS angeht - genau wie bei den "normalen" auch manche wollen nur mit festen Partnern, manche nicht.

Fadenscheinige Gründe für Absagen von Verabredungen erhält man von den meisten Grenzgängern, so lange die sich nicht trauen, mit der Wahrheit herauszurücken. So wie sich Dein Beitrag liest, ermutigst Du auch nicht gerade zur Offenheit. Ob Du es möchtest oder nicht, will ich nicht beurteilen, das ist etwas anderes.

diese Erfahrungen haben viele gemacht, denn das ist das, was jedem von uns Grenzgängern und unseren Partnern passiert, so lange wir keine Kontrolle über unsere Gefühle haben. Ein Grund, warum ich diesen Thread schreibe, denn das ist änderbar, es muss nicht so laufen.
Beispiele:
http://forum.gofeminin.de/forum/carriere1/__f13606_carriere1-Borderliner-Partnerschaft-Bitte-helft-mir.html
http://forum.gofeminin.de/forum/carriere1/__f10322_carriere1-Borderline-partner-hilfe.html

Ach ja: ich hab auch persönliche Erfahrung mit Borderline

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21. Oktober 2012 um 10:36

Vorbeugen ist besser als heilen...
Die einfachste Variante, etwas zu verbessern, ist die, zu entschärfen bevor etwas eskaliert.

Das heißt, dass wir es selten "einfach laufen lassen" können.
Das heißt, dass wir unsere Wahrnehmung fast immer in Frage stellen müssen.
Das heißt, dass wir auf unsere Gefühle immer achten müssen - und sie ggf. auch ändern müssen.

Aber das heißt auch, dass wir nur noch selten überladen.
Aber das heißt auch, dass wir nicht immer wieder in den Scherben stehen.
Aber dass heißt auch, dass wir das Gefühl der Hilflosigkeit, das Gefühl, ausgeliefert zu sein, loswerden.

Es ist immer ein Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt - aber das geht nur, wenn das Faß schon voll ist.
Wenn man also nicht ständig den Boden um das Faß herum aufwischen will, muß man sich darum kümmern, dass es nicht voll läuft.
Dazu muss man erst mal die Lage genau kennen.
Wie und wo kommt Wasser rein? Also was belastet mich - und wie stark?
Wie und wo geht es auf ungefählichem Wege wieder heraus? Also was beruhigt und entspannt mich und wie stark?
Wie ist gerade die "Großwetterlage"? Im Hochsommer kann man sich einen höheren Wasserstand leisten als im regnerischen November.

Klingt alles fürchterlich trivial und einfach - ist es aber nicht.

Ich würde empfehlen, ein "Emotionstagebuch" zu führen. Penibel aufzuschreiben, was wann welche Gefühle auslöst. Zu verschiedenen "Großwetterlagen" und je min. 2 Wochen lang.

Das ist nicht das, was ein total verknallter Tennager macht, es ght darum, sich der Mechanismen bewußt zu werden, die weitgehend unbewußt ablaufen.

Wenn Ihr Euch die Frage stellt, was Euch immer stark "mitnimmt" werdet Ihr einige Punkte aufzählen können. Aber das ist zum Einen längst nicht alles und zum Anderen oft sehr undifferenziert. "Erinnerungen an die Schulzeit" - okay, könnte beispielsweise ein Punkt sein. Aber um das "Warum" zu finden, ist es erforderlich, das "was genau" zu erwischen. Auch um es entschäfen zu können, kommt man weiter, wenn man "Was genau" weiß. Am stärksten ist es aber bei der eigenen Wahrnehmung. Dass man gerade intensiv auf etwas reagiert, was nur und ausschließlich für einen selbst und sonst für niemanden anders existiert - das kann man nur erkennen, wenn man eine präzise Liste der "Übeltäter" in der Hand hat.

Die menschliche Wahrnehmung ist eine echte ... Sie übermittelt uns Bewertung, Interpretation ganz genau so wie das, was uns an tatsächlichen Informationen erreicht.
Sie übermittelt und gefilterte Eindrücke als "alles was da ist".
Das ist nötig und unumgänglich. Aber es macht alles soooooooooo kompliziert, wenn man mit diesem Thema Probleme hat.

Zum Verstehen, was ich meine: eine Person, die Ihr mögt und der Ihr vertraut, sagt, dass Ihr gerade eine tolle Jacke anhabt. - okay. Stellt Euch jetzt vor, eine Person, die Ihr nicht leiden könnt und der Ihr mißtraut sagt den gleichen Satz, wenn Ihr einen echten Sch*** Tag habt. - Gleiche Information, andere Situation = andere Interpretation = andere Bewertung = völlig andere Wahrnehmung. Wahrscheinlich springt man im zweiten Fall der Person quer an den Hals - wo sie doch das gleiche Kompliment ausgesprochen hat, für das man Person 1 anlächelt. Und hat dabei keine Sekunde lang das Gefühl, irrational und subjektiv zu handeln. Klar, was ich meine? Bei uns Grenzgängern passiert sowas sehr, sehr häufig und sehr, sehr stark. Wir können das nur ändern, wenn wir ganz genau wissen, was zum *** da genau gerade "abgeht" - und zwar in dem Moment, wo es passiert, nicht abends beim Einschlafen.

Fast noch wichtiger: was ist umgekehrt? Zählt mal in Gedanken auf, was Euch beruhigt,entspannt, lächeln läßt? Das ist, was Ihr am meisten braucht. Ihr müßt wissen, was Wasser ins Faß hinein kippt, damit Ihr darauf achten könnt. Aber das ist alles nutzlos, wenn Ihr nicht wißt, wie Ihr Wasser aus dem Faß hinausbekommt!

Dabei braucht Ihr 2 Punkte:
1) Unsere Grundanspannung (also der "Grundwasserpegel") ist höher als "normal". Daher müssen wir ganz strikt und regelmäßig aktiv "herunterfahren" - wir brauchen regelmäßig Zeiten, die wir bewußt in Enspannung investieren müssen. Wir können nicht einfach alles laufen lassen, wir müssen jede Woche uns Zeit dafür nehmen, etwas zu tun, was uns ausgleicht. Was auch immer diese Wirkung auf Euch hat und auch dazu taugt, dass man es regelmäßig im Alltag unterkriegt - das kann ich Euch nicht sagen, dass müßt Ihr selbst herausfinden. Für mich ist es malen, puzzeln, größere Strecken mit meinem Hund gehen, beispielsweise.

Dann braucht Ihr 2) noch etwas, was in akuten Situationen entschärft. Ihr seid auf Arbeit oder bei Schwiegermutter zu Besuch oder auch "nur" mit Eurem Partner allein - dann braucht ihr etwas, was binnen 10 oder 15, mit wenig Glück auch 5 min Euch soweit abkühlt, dass Ihr wieder "gesellschaftstauglich" seid. - Wißt Ihr auf Anhieb, was Ihr da tun könnt? Wahrscheinlich nicht. Deswegen empfehle ich, das genau zu beobachten und aufzuschreiben. Bei mir ist es Musik. 5 min "mal rausgehen", kann man fast immer. Dann Kopfhörer einstöpseln und in medizinisch total unvernünftiger Lautstärke ein paar Hard-Dance Songs und ich bin wieder halbwegs klar. Auf Arbeit muß ich dafür nicht mal rausgehen, das geht auch so - und es bringt mich vom Ausnahmezustand in kurzer Zeit um einen großen Schub wieder runter, so dass es danach "normal" weitergeht - unbezahlbar.

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24. Oktober 2012 um 18:43

Verdachtsdiagnose
ich bin zur zeit ziemlich verunsichert...
also eigentlich bin ich bulimikerin, zumindest war ich das vor einem jahr als ich meinen ersten stationären aufenthalt in einer psychiatrischen klinik hatte...durch das ständige hungern, fressen und kotzen hatte ich meine gefühle ja ganz gut im griff und war meister im verdrängen....nachdem ich dann aber meine symptomatik mehr und mehr aufgegeben hatte, habe ich eine leise ahnung davon bekommen, was da so alles in mir schlummert und doch eigentlich ausbrechen will, was ich aber immernoch verzweifelt zu unterdrücken versuche...
wieder zuhausekam ich gar nicht mehr klar, war völlig verzweifelt...einerseits war da die völlige leere, andererseits wurde mein selbsthass so stark, dass ich mich einfach nur zerstören wollte...ich fing also an mich zu ritzen, als hilfeschrei, jedes mal beim autofahren hatte ich angst, ich würde aus einem impuls heraus gegen den nächsten baum fahren; als bitte an meine familie und freunde: bitte verlasst mich nicht; und einfach als genugtuung, es tat so gut den schmerz zu spüren...
ich hab einfach völlig die solang bewahrte kontrolle über mich verloren und es kamen für mich nur 2 wege in frage:
1. ich bring mich um
2. ich erlange meine kontrolle durch meine essstörung wieder

ich hab dann zunächst erstmal ein paar antidepressiva bekommen und hab wieder mit dem hungern, fressen und kotzen angefangen...
naja nach außen hin wurde ich dann wieder normaler, nur so schön verblendet wie ein jahr zuvor war ich dann auch nicht mehr...die konsequenzen meiner ES wurden immer präsenter, die methoden waren nicht mehr so effektiv, also behielt ich zusätzlich das ritzen bei, mein alkoholkonsum nahm stetig zu und ängste verstärkten sich auch...

ich will so nicht weitermachen, zumal mir mein körper mittlerweile auch die rote karte zeigt und ich doch eigentlich leben will...

ich will diese kotzerei nicht mehr, aber meine angst vor den gefühlen ist so groß.
ich kann keine ituationen aushalten, in denen ich alleine bin, ich verletzte mich lieber als, dass ich die einsamkeit aushalten müsste,
andererseits habe ich, obwohl ich mir diese so gern wünsche, totale angst vor nähe, gerade vor körperlicher nähe, sodass ich alkohol dafür missbrauche, einmal nicht so verklemmt zu sein und betrinke mich einfach bis zur bewusslosigkeit oder zumindest zum gedächtnisverlust...

ich mach mir extreme vorwürfe, dass ich so gestört bin, weil ich keinen grund dafür habe, ich habe eigentlich alles, was ich brauche...meine therapeutin vermutet vllt ein trauma, nur dann würde ich es mir ja wieder ganz schön einfach machen...zu sagen, da war irgendetwas, an das ich mich nicht erinnern kann, aber so hätte ich wenigstens die berechtigung dazu, krank zu sein?!

naja, worauf ich eigentlich hinaus bin, ist, dass ich vor kurzem in ner psychiatrischen abteilung eines krankenhauses die verdachtsdiagnose auf eine borderline persönlichkeitsstörung bekommen habe...ich bin zur zeit aber nicht in psychiatrischer behandlung, weil ich einfach keine geeignete therapeutin gefunden habe, ich will aber diesmal von mir aus in eine klinik, in der es aber nicht nur darum geht, dass sich mein essverhalten bessert....ich brauche niemanden, der mir erklärt, wie man isst und kocht, sondern ich eine klinik, mit dem schwerpunkt, mit den gefühlen und meinem selbsthass umzugehen, denn es geht mir schon lange nicht mehr um die angst zuzunehmen...

meine frage an dich, wie wahrscheinlich hälst du eine borderline persönlichkeitsstörung in meinem fall oder was sagst du überhaupt zu dem ganzen...übertreibe ich einfach mal wieder und sollte alles nicht so wichtig nehmen?

lg

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24. Oktober 2012 um 20:09
In Antwort auf brooks_12545313

Verdachtsdiagnose
ich bin zur zeit ziemlich verunsichert...
also eigentlich bin ich bulimikerin, zumindest war ich das vor einem jahr als ich meinen ersten stationären aufenthalt in einer psychiatrischen klinik hatte...durch das ständige hungern, fressen und kotzen hatte ich meine gefühle ja ganz gut im griff und war meister im verdrängen....nachdem ich dann aber meine symptomatik mehr und mehr aufgegeben hatte, habe ich eine leise ahnung davon bekommen, was da so alles in mir schlummert und doch eigentlich ausbrechen will, was ich aber immernoch verzweifelt zu unterdrücken versuche...
wieder zuhausekam ich gar nicht mehr klar, war völlig verzweifelt...einerseits war da die völlige leere, andererseits wurde mein selbsthass so stark, dass ich mich einfach nur zerstören wollte...ich fing also an mich zu ritzen, als hilfeschrei, jedes mal beim autofahren hatte ich angst, ich würde aus einem impuls heraus gegen den nächsten baum fahren; als bitte an meine familie und freunde: bitte verlasst mich nicht; und einfach als genugtuung, es tat so gut den schmerz zu spüren...
ich hab einfach völlig die solang bewahrte kontrolle über mich verloren und es kamen für mich nur 2 wege in frage:
1. ich bring mich um
2. ich erlange meine kontrolle durch meine essstörung wieder

ich hab dann zunächst erstmal ein paar antidepressiva bekommen und hab wieder mit dem hungern, fressen und kotzen angefangen...
naja nach außen hin wurde ich dann wieder normaler, nur so schön verblendet wie ein jahr zuvor war ich dann auch nicht mehr...die konsequenzen meiner ES wurden immer präsenter, die methoden waren nicht mehr so effektiv, also behielt ich zusätzlich das ritzen bei, mein alkoholkonsum nahm stetig zu und ängste verstärkten sich auch...

ich will so nicht weitermachen, zumal mir mein körper mittlerweile auch die rote karte zeigt und ich doch eigentlich leben will...

ich will diese kotzerei nicht mehr, aber meine angst vor den gefühlen ist so groß.
ich kann keine ituationen aushalten, in denen ich alleine bin, ich verletzte mich lieber als, dass ich die einsamkeit aushalten müsste,
andererseits habe ich, obwohl ich mir diese so gern wünsche, totale angst vor nähe, gerade vor körperlicher nähe, sodass ich alkohol dafür missbrauche, einmal nicht so verklemmt zu sein und betrinke mich einfach bis zur bewusslosigkeit oder zumindest zum gedächtnisverlust...

ich mach mir extreme vorwürfe, dass ich so gestört bin, weil ich keinen grund dafür habe, ich habe eigentlich alles, was ich brauche...meine therapeutin vermutet vllt ein trauma, nur dann würde ich es mir ja wieder ganz schön einfach machen...zu sagen, da war irgendetwas, an das ich mich nicht erinnern kann, aber so hätte ich wenigstens die berechtigung dazu, krank zu sein?!

naja, worauf ich eigentlich hinaus bin, ist, dass ich vor kurzem in ner psychiatrischen abteilung eines krankenhauses die verdachtsdiagnose auf eine borderline persönlichkeitsstörung bekommen habe...ich bin zur zeit aber nicht in psychiatrischer behandlung, weil ich einfach keine geeignete therapeutin gefunden habe, ich will aber diesmal von mir aus in eine klinik, in der es aber nicht nur darum geht, dass sich mein essverhalten bessert....ich brauche niemanden, der mir erklärt, wie man isst und kocht, sondern ich eine klinik, mit dem schwerpunkt, mit den gefühlen und meinem selbsthass umzugehen, denn es geht mir schon lange nicht mehr um die angst zuzunehmen...

meine frage an dich, wie wahrscheinlich hälst du eine borderline persönlichkeitsstörung in meinem fall oder was sagst du überhaupt zu dem ganzen...übertreibe ich einfach mal wieder und sollte alles nicht so wichtig nehmen?

lg

Oha...
Viel Feind, viel Ehr..., da kommt so manches zusammen bei Dir.

Also erst mal: ich bin weder Arzt noch Psychologe. Weil mir zig Therapien nichts gebracht haben, habe ich irgendwann selbst angefangen einiges zu lernen.

Während der zig Therapien und auch oft danach habe ich viele andere kennengelernt, weil ich schon lange kein Geheimnis mehr daraus mache - weder betreffend Selbstverletzung noch Borderline.

Dennoch, die präziseste Definition, die ich selbst mir zutraue, ist "das Gefühl, in Gefühlen zu ertrinken".
Den offiziellen Diagnosekatalog kann jeder bei Wikipedia nachlesen.

Aus meiner Erfahrung: es ist fast nie allein. Da man i.d.R. schon lange,lange durchs Leben taumelt, bis mal klar ist, was an einem selbst eigentlich anders ist und warum, sind die "begleitenden Probleme" schon gigantisch.

Selbstverletzung und / oder Eßstörungen sind da häufig dabei. Meiner Meinung nach ein bißchen wie bei einer Allergie: amoklaufende und fehlprogrammierte Selbstschutzmenchanismen. Entsprungen der Tatsache, dass man es irgendwie still kriegen muß. Daher auch Alkohol und / oder andere Drogen häufig, wie ich auch schon schreib.

Trotz meines mangelnden Vertrauens in Ärzte & Co. zu Krankenhaus hätte ich Dir auch dringend geraten. Allein aus dem Grund, dass Du da erst mal in einer geschützten Umgebung bist, wo erst mal nicht ganz so viel auf Dich einprügelt.
Du weißt schon, dass Du nicht in jedem Falle warten mußt, bis ein Arzt Dich zum nächsten überwiesen, der sich erst mal einBild gemacht, Dich weiter überwiesen und dann irgendeinen Antrag auf eine stationäre Therapie gestellt hat, die genehmigt wurde und irgendwann mal ein Platz frei ist? Wenn Du (!) das Gefühl hast, es ist genug und Du brauchst *jetzt* Hilfe - markier nicht den Helden und warte fein artig ab, geh selbst und direkt in die Klinik, Notaufnahme und sage denen, dass Du allein nicht weiter kommst und Hilfe brauchst. Jetzt. Du wirst fast sicher aufgeommen. Auch wenn wir unsere Wahrnehmung immer hinterfragen müssen, das ist die einzige Ausnahme. Deine seelischen Schmerzen werden definiert durch das, was bei Dir ankommt. Hier zählt Dein subjekties Erleben, das bestimmt Dein Leid, nicht ob die Welt jetzt "wirklich" grausam zu Dir ist oder nicht.

Das wird Dir zumindest die Luft verschaffen, dass Du sortieren kannst.

Oh doch, Du solltest das für überaus wichtig nehmen, denn so wie es ist geht es nicht weiter, oder?
Du kompensierst im Moment. Massiv. Die Möglichkeiten solcher Ventile sind begrenzt. Du mußt Dich um die Ursachen kümmern - und da hilft es ganz gewiß nicht, das "nicht so wichtig zu nehmen", im Gegenteil - ignorieren und unterdrücken / übergehen funktioniert nicht, das weißt Du doch auch.

Was den weiteren Weg angeht, kann ich Dir nur Anhaltspunkte geben. Ich kann mich so schon nie kurz fassen, aber alles andere würde den Rahmen völlig sprengen - und ich fühle mich auch nicht berufen, das genau beurteilen und lösen zu können.

Also - Anhaltspunkte:
1) Achte auf Deine Kraftreserven. Du läuft im Grunde immer auf 230% Kapazität. Du bist geistig wie körperloch schneller erschöpft. Das zu ignorieren führt zu massiven Problemen in allen Bereichen. Heldentum ist hier auch kontraproduktiv, Du schaffst Dir mehr Probleme, als Du löst, wenn Du Dich weiterkämpfst, obwohl Du völlig erschöpft bist. Ich mache es beispielsweise so, dass ich meinen Urlaub fast immer sehr kurzfristig nehme - fast nie mehr als eine Woche im Voraus, eben dann, wenn ich es brauche, weil ich platt bin. In allen anderen Bereichen genau so. Man hat die Vorstellung weniger zu leisten und ein kleiner Versager zu sein, man nimmt Erschöpfung auch nicht unbedingt wahr. Du leistest aber nicht weniger. Überlege Dir mal, was so auf Dich einprügelt und was auf die Menschen in Deiner Umgebung (und auch die hätten es leichter, wenn sie mehr auf Erschöpfung achten) und Du weißt, dass Du gewiß nicht weniger leistest, auch wenn Dein Akku eher runter ist. Achte darauf.

2) Lerne Dich selbst so genau kennen wie möglich.
Nimm Dir jeden Abend eine halbe Stunde fest Zeit. Nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen, es kann durchaus (vor allem am Anfang) überaus sinnvoll sein, danach ebenso fest geplante Streicheleinheiten für die Seele einzubauen, etwas, womit Du Dich selbst behaglich schnurrend verwöhnst.
Schreibe alles auf, was auffällig war. Wirklich schreiben. Du wirst feststellen, Du denkst über etwas, was Du aufschreibst anders nach, als etwas was Du in Gedanken wendest.
Was ist passiert? Was war Auslöser? Was ist geschehen, was hast Du wahrgenommen? Wie hast Du reagiert? Wenn Dir andere Menschen dafür nahe genug stehen - beziehe sie mit ein. Stichwort Wahrnehmung. Aber überlege Dir vorher Regeln - und teile sie dem anderen mit. Die wichtigste von allen: ein "STOP" von Dir sollte bedingungs-, kommentar- und diskussionslos als "STOP" resepktiert werden. Das schützt Dich - wenn Du der Versuchung widerstehst, es zu mißbrauchen, um unangenehmes zu umgehen, ABER Du darfst dann auch kein "zeig mir, dass ich Dir wichtig bin und dass Dein Interesse an mir echt ist, indem Du hartnäckig trotzdem alles jetzt wissen willst" erwarten.
Schreibe auch körperliche Reaktionen auf.
überhaupt Reaktionen nicht zu leicht nehmen. Irgendwann willst Du mal ganz zeitig erkennen, dass Du gerade auf einem falschen Weg bist. Wenn Du weißt, dass sich Konzentrationsprobleme oft darin äußeren, dass andere nicht verstehen, was Du mit dem meinst, was Du sagst, oder Du weißt, dass Du eine bestimmte Art Kopfschmerzen kriegst, wenn Deine Emotionen anfangen Amok zu laufen oder Du weißt, dass Du anfängst zu frieren, starken Wunsch, wegzulaufen, aggressiv wirst, ... was auch immer in bestimmten Situationen, hast Du Marker, Warnzeichen. Dann kannst weißt Du beim nächsten Male, wo Dich jemand mehrfach hintereinander irritiert anschaut, dass Du gerade dabei bist, Dich zu überanstrengen. Du weißt beim Kopfweh, dass Du dringend mal auf die Bremse treten mußt usw.
Frage Menschen, die Dich halbwegs kennen, manche haben genügend Wahrnehmungsvermögen, dass sie Dir äußere Anzeichen nennen können, wann Du gerade "anfängst durchzudrehen".

3) Wahrnehmung - ich glaube, dazu schreibe ich noch einen eigenen Beitrag. Mach Dir eine Liste üblicher Symptome, dass Du Deiner Wahrnehmung nicht trauen kannst. ... Rest in einem eigenen Beitrag hier.

Vergiß bei allem keinesfalls, das positive mit aufzuschreiben. Die Liste jedes Tages sollte immer 3 Dinge enthalten, die schön waren und / oder angenehm und / oder Dich lächeln ließen. Auch das kann man als Mechanismen programmieren bzw verstärken und immer nutzen. Außerdem trainiert das Deine Wahrnehmung darauf, auch das positive wahrzunehmen, nicht nur die Belastungen. Können kleine Dinge sein. Ein leckerer Apfel, ein Mensch, der Dich angelächelt hat, Sonnenaufgang, Blume am Wegesrand - es muß nicht frisch verliebt, Lottogewinn und Beförderung im Job mit verdoppeltem Gehalt sein. Aber den Stift nicht aus der Hand legen, bis Du min 3 Punkte aufgetrieben hast.

Danach hast Du ein wenig ein "Handbuch" von Dir, eine "Bedienungsanleitung", auf der Du aufbauen kannst. Du wirst auch beim Schreiben schon viel lernen, was Dir später hilft. Versprochen.

Das sind die ersten Schritte dazu, Deinen Gefühlen nicht mehr hilflos ausgeliefert zu sein, der erste Schritt zu Kontrolle statt dem verzweifelten Versuch, es irgendwie still werden zu lassen.

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26. Oktober 2012 um 0:41

Hi
Gibt es etwas, was ganz spezielles, dass Borderliner hilft, die Welt ein bisschen positiver zu sehen?

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26. Oktober 2012 um 12:36
In Antwort auf rhetta_12141438

Hi
Gibt es etwas, was ganz spezielles, dass Borderliner hilft, die Welt ein bisschen positiver zu sehen?

Kommt darauf an
Also wenn ich jetzt einen Satz schreiben könnte, der die Sonne aufgehen läßt und alles in hellem Glanz erstrahlen läßt - dann hätten wir nie wriklich Probleme gehabt

Wundermittel und Wunderheilungen gibt es leider nicht.

Aber man kann lernen, seine Gefühle zu steuern - also auf "positiv" zu wandeln.
Wenn man mehr Kontrolle hat, ist alles um vieles positiver als wenn man sich nur machtlos und ausgeliefert fühlt.
Außerdem ist alles sehr viel positiver, wenn man nicht ständig auf der Kippe - der Borderline - balanciert. Wenn man die ganze Geschichte vorher abfangen kann, kommt man kaum noch dahin, wo alles nur noch schmerzhaft ist und viel, viel zu viel. - Dann ist die Welt auch sehr viel positiver.

Recht kleine Dinge mit relativ großer Wirkung:

Zum einen das Trainieren der Wahrnehmung auf "gutes", hab ich irgendwo weiter unten schon geschrieben:
Jeden (!) Tag mindestens (!) 3 Dinge oder Ereignisse oder Wahrnumungen oder Erlebnisse oder Erfahrungen oder.... aufschreiben (!) die schön / positiv / zum lächeln waren.

Zum anderen: einen positiven Trigger konstruieren:
Wir haben alle unsere negativen Trigger. Ängste, Erinnerungen, ... die wirklich unschönes in uns auslösen - wir können das gleiche auch nutzen, um positive reaktionen zu programmieren. Nichts in unserem Dickschädel ist eine Einbahnstrasse, es geht immer alles in beide Richtungen.
Also: Postitive Trigger aufsetzen für Anfänger:
Wann auch immer Du durch eine Tür oder ein Tor gehst: Lächle! Wenn das grad nicht drin ist, tut es ein Grinsen.
Externe Auslöser, die uns irgendwie regelmäßig begegnen, taugen gut zum Auslöser. Man könnte beispielsweise auch "Immer zur vollen Stunde" nehmen, es sollte etwas sein, was ausreichend häufig und über den Tag verteilt auftaucht und man im "Alltagstrott" auch trotz scheuklappen wahrnimmt.
Klingt albern, aber es bewirkt etwas. Probier's mal für eine Woche

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28. Oktober 2012 um 9:14
In Antwort auf rhetta_12141438

Hi
Gibt es etwas, was ganz spezielles, dass Borderliner hilft, die Welt ein bisschen positiver zu sehen?

Es gibt ein Programm
Hallo Ich habe erst seit fünf wochen erfahren das ich Borderlinestörung habe. Es gibt da etwas das nennt sich Skills ist ein echt tolles Computerprogramm und es lässt sich ganz leicht verwenden und es hilft zu verstehen das unser verhaltensmuster nicht falsch ist sondern wir sind nur sensibler als alle anderen. Die CD nennt sich Skillstraining und ist absolut zu empfehlen aber bitte gehe trotzdem weiterhin zu einem Psychologen sonnst kann es passieren das du triggern kannst wenn du die CD dir nach und nach durcharbeitest.

LG Killerkitten

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28. Oktober 2012 um 20:01
In Antwort auf avarrassterne

Vorbeugen ist besser als heilen...
Die einfachste Variante, etwas zu verbessern, ist die, zu entschärfen bevor etwas eskaliert.

Das heißt, dass wir es selten "einfach laufen lassen" können.
Das heißt, dass wir unsere Wahrnehmung fast immer in Frage stellen müssen.
Das heißt, dass wir auf unsere Gefühle immer achten müssen - und sie ggf. auch ändern müssen.

Aber das heißt auch, dass wir nur noch selten überladen.
Aber das heißt auch, dass wir nicht immer wieder in den Scherben stehen.
Aber dass heißt auch, dass wir das Gefühl der Hilflosigkeit, das Gefühl, ausgeliefert zu sein, loswerden.

Es ist immer ein Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt - aber das geht nur, wenn das Faß schon voll ist.
Wenn man also nicht ständig den Boden um das Faß herum aufwischen will, muß man sich darum kümmern, dass es nicht voll läuft.
Dazu muss man erst mal die Lage genau kennen.
Wie und wo kommt Wasser rein? Also was belastet mich - und wie stark?
Wie und wo geht es auf ungefählichem Wege wieder heraus? Also was beruhigt und entspannt mich und wie stark?
Wie ist gerade die "Großwetterlage"? Im Hochsommer kann man sich einen höheren Wasserstand leisten als im regnerischen November.

Klingt alles fürchterlich trivial und einfach - ist es aber nicht.

Ich würde empfehlen, ein "Emotionstagebuch" zu führen. Penibel aufzuschreiben, was wann welche Gefühle auslöst. Zu verschiedenen "Großwetterlagen" und je min. 2 Wochen lang.

Das ist nicht das, was ein total verknallter Tennager macht, es ght darum, sich der Mechanismen bewußt zu werden, die weitgehend unbewußt ablaufen.

Wenn Ihr Euch die Frage stellt, was Euch immer stark "mitnimmt" werdet Ihr einige Punkte aufzählen können. Aber das ist zum Einen längst nicht alles und zum Anderen oft sehr undifferenziert. "Erinnerungen an die Schulzeit" - okay, könnte beispielsweise ein Punkt sein. Aber um das "Warum" zu finden, ist es erforderlich, das "was genau" zu erwischen. Auch um es entschäfen zu können, kommt man weiter, wenn man "Was genau" weiß. Am stärksten ist es aber bei der eigenen Wahrnehmung. Dass man gerade intensiv auf etwas reagiert, was nur und ausschließlich für einen selbst und sonst für niemanden anders existiert - das kann man nur erkennen, wenn man eine präzise Liste der "Übeltäter" in der Hand hat.

Die menschliche Wahrnehmung ist eine echte ... Sie übermittelt uns Bewertung, Interpretation ganz genau so wie das, was uns an tatsächlichen Informationen erreicht.
Sie übermittelt und gefilterte Eindrücke als "alles was da ist".
Das ist nötig und unumgänglich. Aber es macht alles soooooooooo kompliziert, wenn man mit diesem Thema Probleme hat.

Zum Verstehen, was ich meine: eine Person, die Ihr mögt und der Ihr vertraut, sagt, dass Ihr gerade eine tolle Jacke anhabt. - okay. Stellt Euch jetzt vor, eine Person, die Ihr nicht leiden könnt und der Ihr mißtraut sagt den gleichen Satz, wenn Ihr einen echten Sch*** Tag habt. - Gleiche Information, andere Situation = andere Interpretation = andere Bewertung = völlig andere Wahrnehmung. Wahrscheinlich springt man im zweiten Fall der Person quer an den Hals - wo sie doch das gleiche Kompliment ausgesprochen hat, für das man Person 1 anlächelt. Und hat dabei keine Sekunde lang das Gefühl, irrational und subjektiv zu handeln. Klar, was ich meine? Bei uns Grenzgängern passiert sowas sehr, sehr häufig und sehr, sehr stark. Wir können das nur ändern, wenn wir ganz genau wissen, was zum *** da genau gerade "abgeht" - und zwar in dem Moment, wo es passiert, nicht abends beim Einschlafen.

Fast noch wichtiger: was ist umgekehrt? Zählt mal in Gedanken auf, was Euch beruhigt,entspannt, lächeln läßt? Das ist, was Ihr am meisten braucht. Ihr müßt wissen, was Wasser ins Faß hinein kippt, damit Ihr darauf achten könnt. Aber das ist alles nutzlos, wenn Ihr nicht wißt, wie Ihr Wasser aus dem Faß hinausbekommt!

Dabei braucht Ihr 2 Punkte:
1) Unsere Grundanspannung (also der "Grundwasserpegel") ist höher als "normal". Daher müssen wir ganz strikt und regelmäßig aktiv "herunterfahren" - wir brauchen regelmäßig Zeiten, die wir bewußt in Enspannung investieren müssen. Wir können nicht einfach alles laufen lassen, wir müssen jede Woche uns Zeit dafür nehmen, etwas zu tun, was uns ausgleicht. Was auch immer diese Wirkung auf Euch hat und auch dazu taugt, dass man es regelmäßig im Alltag unterkriegt - das kann ich Euch nicht sagen, dass müßt Ihr selbst herausfinden. Für mich ist es malen, puzzeln, größere Strecken mit meinem Hund gehen, beispielsweise.

Dann braucht Ihr 2) noch etwas, was in akuten Situationen entschärft. Ihr seid auf Arbeit oder bei Schwiegermutter zu Besuch oder auch "nur" mit Eurem Partner allein - dann braucht ihr etwas, was binnen 10 oder 15, mit wenig Glück auch 5 min Euch soweit abkühlt, dass Ihr wieder "gesellschaftstauglich" seid. - Wißt Ihr auf Anhieb, was Ihr da tun könnt? Wahrscheinlich nicht. Deswegen empfehle ich, das genau zu beobachten und aufzuschreiben. Bei mir ist es Musik. 5 min "mal rausgehen", kann man fast immer. Dann Kopfhörer einstöpseln und in medizinisch total unvernünftiger Lautstärke ein paar Hard-Dance Songs und ich bin wieder halbwegs klar. Auf Arbeit muß ich dafür nicht mal rausgehen, das geht auch so - und es bringt mich vom Ausnahmezustand in kurzer Zeit um einen großen Schub wieder runter, so dass es danach "normal" weitergeht - unbezahlbar.

Wahrnehmung - die B*tch der Emotionen
Ich habe es im vorherigen Beitrag am Beispiel erklärt:
Jede (!) menschliche Wahrnehmung ist gefiltert, bewertet und interpretiert. Wer damit Probleme hat, kommt nicht umhin, diese einzelnen Punkte zu trennen.

Bei uns Grenzgängern ist es fast immer die Bewertung und Interpretation, manchmal sind es auch die Filter.

Fang ich mit den Filtern an, das geht schneller. Besonders häufig in Kombination mit ADS / AHDS: es stürmt zu viel an Eindrücken auf uns ein oder wir blenden zu viel aus. Wenn man zu viel ausblendet, ist das Ergebnis Hyperfokussierung oder Dissoziation - hier helfen Konzentrationstechniken und Aufmerksamkeitstraining. Wenn das jemanden betrifft, kann ich beides erklären, aber ich mag dazu keine prophylaktischen Romane schreiben.
Nimmt man zu viel wahr (beides schließt sich im übrigen *nicht* aus, es gibt auch Menschen, die mit beidem Probleme haben) wird jeder öffentliche Ort zum überaus anstrengendem Alptraum und jedes öffentliche Verkehrsmittel zum Vorhof der Hölle. Hier helfen einfache Hilfsmittel wie MP3-Player, die künstlich von der Umgebung isolieren (der kann auch als eine Art Skill zur Entschärfung emotionaler Belastung in jeder Situation vieles retten) und Entspannungs-, aber auch Konzentrationstechniken.

So weit so (recht) klar.
Bewertung und Interpretation sind die größen Zicken.
Wir Grenzgänger reagieren oft auf etwas, was nur für uns selbst wahrnehmbar ist - und wir reagieren nicht gerade zahm und nicht gerade dezent verborgen. Sowas bereitet uns ständig Probleme - was heißt, wir kommen nicht umhin, hier etwas zu ändern - und wenn das ganz leicht wäre, wäre es kein Problem, oder?

Also: erst mal Wahrnehmung, Bewertung, Interpretation trennen.

Bei anderen geht das besser, es ist so entzückend viel klarer, dass die gerade ohne erkennbaren Grund rumflippen, als es klar ist, dass man selbst ohne erkennbaren Grund um die Lampe kreist.
Den Mächten sei Dank für die elektronische Kommunikation und Massenmedien und das Internet. Sucht eine halbe Stunde rum bei Facebook & Co (so Ihr Euch sowas antut) in Foren, bei Nutzerkommentaren usw. - und Ihr werdet fündig. Wenn Ihr etwas entdeckt, wo jemand wirklich stark reagiert - macht Euch die Mühe, darüber nachzudenken, was genau diese Reaktion ausgelöst hat / ausgelöst haben könnte. - Und ob der Auslöser für die Reaktion tatsächlich das beinhaltet oder "nur" eine Reaktion auf eine "gefühlte" Beleidigung / Angriff / ... erfolgt.

Wenn Ihr selbst auf etwas stark reagiert, was irgendwo als Bcuhstaben auf einem Monitor steht - speichert es ab, druckt es aus, speichert das Chatlog, macht notfalls einen Screenshot, aber konserviert das Ding. Ohne jede Bewertung ob gerechtfertigt oder nicht. Einfach bei jeder starken Reaktion.
Dann schreibt dazu, wie Ihr reagiert und warum.
Gut, wenn Ihr andere Personen habt, die das von Euch unabhängig auch machen können (und auch machen würden). Bezieht die Menschen ein, die Euch nahestehen, meistens wollen sie Euch helfen - nur die wenigsten wissen wie. Es ist für beide Seiten von Vorteil, wenn Ihr sie "mit ins Boot holt".
Habt Ihr beide Einschätzungen (oder 3 oder 4) könnt Ihr sie vergleichen. Natürlich könnt Ihr das auch im Gespräch mit anderen machen, aber Ihr werdet in diesem Gespräch das gleiche Problem haben, wegen dem Ihr das Gespräch darüber überhaupt führt - für den Anfag ist es daher leichter, das zu trennen. Dazu kommt, das manches leichter über die Finger geht als über die Lippen und das was ich schon sagte: man denkt anders über etwas nach, was man schreibt.

Wenn Ihr das ein paar Mal macht, habt Ihr einen Überblick, was eigentlich passiert und mit Glück ein Muster - wann, in welcher Situation, in welchem Kontext es häufig ist.
Außerdem habt Ihr die Relation, wie andere auf das Gleiche reagieren - Fixpunkte, Vergleichswerte, Referenzen.
Wie sich die Reaktion unterscheidet und wie sich die Wahrnehmung unterscheidet. Wann und wie Ihr auf etwas reagiert, was für andere gar nicht da ist. Das sind i.d.R. Erinnerungen an Situationen oder Verhaltensmuster - die sind wichtig.
Habt Ihr niemanden, der Euch in Eurer persönlichen Umgebung in dieser Art unterstützen kann, macht Euch irgendein Alter Ego und schreibt es ins Internet, es findet sich schon wer, der das aus seiner Sicht runterschreibt. Hier im Forum findet Ihr mehr als 5 Beispiele auf den ersten 2 Seiten der Threads.

Soweit die Pflicht, jetzt kommt die Kür - Ihr müßt lernen, eine solche Reaktion zu erkennen - in dem Moment, wo sie passiert.
Trainiert Euch darauf, auf ein "Halt, Stop" Eures Gesprächspartners zu achten - und das ernst zu nehmen.
Leider sind wenige so bewußt, dass sie es in Worten tun, dass sie wirklich "STOP!" sagen. Ihr Gesicht aber sagt es immer, wenn sie gerade finden, dass Ihr in einer nicht beabsichtigten und nicht erwarteten Art und Weise reagiert. Also behaltet das im Auge. Immer. Und wenn im Gesicht des Gesprächspartners die Fragezeichen überhand nehmen, seid Ihr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mal wieder in so einer Situation.
Eigentlich ist jede starke Reaktion ein Warnsignal, aber die Reaktion des Gesprächspartners ist die Meßskala. Der Rest ist Übung und Selbstdiziplin.

Nehmt es als Mantra "esexistiertnurfürmichesexisst iertnurfürmichesexistiertnurfü rmich". Probiert Atemtechniken (sich darauf konzentrieren, fünf mal tief ein und aus zu atmen o.ä.) - die helfen manchmal oder Visualisiereungen => sich möglichst detailiert ein Stop-Schild vorstellen => Gleiches System wie bei der Atmung, aber intensiver. Indem man sich auf etwas anderes gezielt und stark konzentriert, kommt man beim ursprünglichen Thema von der Palme wieder runter.

Unerlässlich bei all dem und die Basis jeder Lösung ist aber, dass Euch klar ist, dass Ihr manchmal auf etwas reagiert, was andere nicht wahrnehmen können und dass Ihr überreagiert - und dass Ihr immer nach Anzeichen Ausschau haltet, ob das jetzt gerade eben der Fall ist.

Beispiele zum gezielten Training der Wahrnehung stehen schon 2 hier im Thread.

Außerdem kann man gezielt trainieren, Dinge, Situationen, Personen aus der Sicht von anderen zu betrachten, also "die Perspektive zu wechseln" - was nicht nur beim Gegensteuern von Wahrnehmungsstörungen sinnvoll ist.

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2. November 2012 um 13:32
In Antwort auf avarrassterne

Wir und die Anderen
Ein Punkt, der mit päziser Sicherheit für Probleme sorgt.

Also - gehen wir es an.

Erste und wichtigste Regel: haltet *niemals* für selbstverständlich, dass andere wissen, was und wie Ihr gerade denkt und fühlt.

Über Gefühle reden ist *iecks*. Ich weiss. Und es ist unumgänglich.
Für Menschen, die nicht wissen, was da gerade eigentlich passiert seid Ihr Menschen, die "aus heiterem Himmel" (weil Grund und Anlaß nicht erkennbar sind und schon gar nicht klar) voll rumflippen. Die Spaß daran haben, Menschen in Ihrer Umgebung zu quälen und zu terrorisieren. Denen man nie was recht machen kann.
Also bleibt nur eines: sorgt dafür, dass alle, bei denen es nötig, wichtig oder sonstwie in Eurem Interesse ist, wissen was da gerade "läuft".

Wenn Ihr in einer Situation seid, wo Ihr überladen seid oder "emotional inaktiv" (Ich nehme an, Ihr wißt, was ich meine?) - im Zweifelsfalle: geht!
Wenn Eucher Gegenüber keine Ahnung hat was los ist, ist das oft beleidigend und / oder verletzend - und natürlich auch manchmal, wenn sie Bescheid wissen, so ehrlich müssen wir auch sein. Aber das was passiert, wenn Ihr versucht weiter zu machen, ist üblicher Weise schlimmer.
Es ist nicht der Zeitpunkt für grosse Entscheidungen. Egal wie klar es erscheinen mag, das ist nicht der Moment, um den Job zu kündigen oder über eine Beziehung zu entscheiden. Das ist nicht mal der Moment für einen bühnenreifen Abgang. Klappe halten. Keine "famous last words", keinen sonst wie gehaltenen finisher, egal wie es auf der Zunge juckt. Ihr könnt jeden beliebigen Satz noch zu tausenden anderen Gelegenheiten sagen, aber nichts zurücknehmen, was Ihr einmal gesagt habt. Und Ihr seid im Ausnahmezustand und nicht in der Position, Folgen halbwegs klar abzuschätzen.

Wieder was zum Thema "Ihr müsst darüber reden" - Wenn die Menschen in Eurer Umgebung wissen, dass so etwas vorkommen kann, auch an Stellen, wo sie beim besten Willen kein Problem entdecken können, ist es für beide Seiten sehr viel einfacher. Aber achtet auf eines: missbraucht es nicht. Niemals. Die Versuchung bei der Gelegenheit gleich alles zu umgehen, was einfach unangenehm ist, ist nicht gerade klein - aber dem Nachzugeben bedeutet, dass das nicht mehr für voll genommen wird und Ihr die Rückzugsmöglichkeit nicht habt, wenn Ihr sie braucht.

Selbstdisziplin und selbstreflektion sind leider unumgänglich, also achtet darauf, wann Ihr anfangt, Euch einfach nur zu "drücken". Lasst Euch nicht verhätscheln, nicht in Watte packen - das bringt Euch langfristig nichts, aber es schadet. Euch und den Menschen in Eurer Umgebung - und jeder zwischenmenschlichen Beziehung.

Ihr wißt, es gibt Erinnerungen, Situationen, Bilder, Gedanken, Dinge - die sind ungemein schmerzhaft und lösen immer / meistens / oft Überladungen aus. Informiert andere darüber. Bei einem Teil davon macht es Sinn, diese zu umgehen / als Gedanken oder Erinnerung zu blocken und als Situation zu meiden, für alle ist das aber weder möglich noch sinnvoll.
Bedenkt dabei, dass vieles nur für Euch selbst wahrnehmbar ist. Jemand, der bei Euch eine Erinnerung auslöst, hat meistens keine Ahnung, dass er das gerade tut. Der sagt etwas total harmloses und Ihr "dreht durch" - lernt und übt, das was Ihr wahrnehmt, auch aus der Perspektive von anderen zu sehen. Das löst nicht alles auf, aber es ist ein wenig ein Anker - und es verbessert Eure soziale Interaktion drastisch.
Und auch was das Umgehen von Triggern (= Auslöser, eben das, was *zu* (!) starke Gefühle auslöst) angeht wieder: nutzt es niemals aus. Paßt auf, wann Ihr anfangt, damit unangenehmes zu umgehen. Das wird früher oder später der Fall sein, also habt ein Auge darauf und bremst Euch ein. Es schadet Euer Kontrolle über Euch selbst, Eurem langfristigen Befinden und jeder zwischenmenschlichen Beziehung.

Jemand, der Euch in so einer Situation gegenüber steht, weiß nicht, wie er Euch unterstützen kann. Also helft denen dabei. Es gibt keine generellen Regeln. In den Arm nehmen kann beruhigen und Sichheit geben - oder uns völlig "abschießen". Ihr wißt, was hilft und was schadet - also klärt das mal.
Wenn ich von "erklären, ansprechen, darüber reden" spreche, meine ich *nicht*, wenn es schon eskaliert ist - sondern vorher. Sowas wie einen "passenden Moment" gibt es arg selten. Dazu kommt immer das mulmige Gefühl, wie der andere reagieren wird, ob man damit nicht etwas zwischenmenschliches böse zermatscht. Leute, darauf kann ich nur eines sagen: Ihr wißt genau, wenn Ihr es nicht macht, zermatscht es viel, viel mehr!

Ihr werdet immer auf Menschen treffen, für die psychische Krankheiten etwas sind, wo man sich "nur mal zusammenreißen" muss. Vergesst diese Menschen. Da hilft nur eines: vollständiger Kontaktabbruch.
Wer einen Erklärungsversuch machen möchte: ich habe die Erfahrung gemacht, mit einer Analogie kommt man weiter: Mit einem gebrochenen Bein, kann man weiter laufen, wenn man sich "zusammenreißt". Es ist möglich! - Und es ist sehr, sehr dumm. Genauso ist es möglich, psychischen Schmerz zum übergehen - aber noch lang nicht schlau. Jeder von uns hat das schon oft versucht - und oft gründlich an die Wand gefahren.

Ihr werdet Menschen treffen, die keine Vollidioten sind, aber trotzdem damit bzw. mit Euch nicht umgehen können und / oder mit denen Ihr nicht umgehen könnnt. Das wird etwas besser, wenn Ihr mehr Erfahrung habt, aber auch "ganz normale" Menschen kommen ja nicht zwingend mit einander aus, bei uns ist es etwas mehr. Gebt der Versuchung nicht nach, über sowas wie "Schuld" nachzudenken. Die gibt es nicht. Nicht mal bei denen, die nicht akzeptieren können, dass etwas, was für sie selbst kein erkennbares Problem birgt, für einen anderen Menschen unüberwindbar sein kann. Schuld ist nur eine Kosemtik, die unser eigenes Spiegelbild aufhübscht. Man lann sich leichter auf die Schulter klopfen, wenn man mit dem Finger auf andere zeigen kann. Aber letzlich ist es völlig irrelevant.

Der Fluch der weißen Ritter
Als Partner ziehen wir meist diejenigen an, die uns retten wollen - die weißen Ritter, die sich selbst opfern, um uns zu retten - und dabei scheitern. Denn dass ist ganz schnell Gift für beide Seiten - was meint: Üblicher Weise bringt es beiden nur Leid.

Der Reihe nach:

1. - Wann auch immer sich jemand für einen anderen Menschen "opfert" - oder das Gefühl hat, sich zu "opfern", ob als Verwandte oder Freunde oder Partner, ist diese zwischenmenschliche Beziehung zum Scheitern verurteilt, wenn das mehr als sehr kurze Zeit anhält. Es ist per se natürlich wirklich edel gemeint. Aber wenn jemand das Gefühl hat, sich wirklich zu opfern KANN das Ergebnis keine glückliche zwischenmenschliche Beziehung sein. Niemals. Per Definition nicht.

2. - Wir müssen nicht "gerettet" werden. Uns kann auch niemand "retten". Schon gar niemand anders als wir selbst. Letzlich ist es eine chronische Krankheit. Sie ist psychisch und nicht physisch, aber es will auch niemand Diabetiker retten oder Blinde. Genauso soll, kann und muss niemand Borderliner retten.

3. - Ich habe es schon geschrieben: Ursache sind emotionale Überladungen. Ich habe es auch geschrieben: Es geht nicht "von alleine wieder weg". Wenn der Druck, die Spannung, die Emotionen zu hoch sind, hilft nur eines: Druck ABBAUEN. Wasser aus dem Fass schöpfen. Einen Kühlkreislauf einschalten. Aber nicht das Wasserfass oder den Atommeiler in Watte packen, das ändert GAR NICHTS.
Das KANN nur der Betroffene selbst tun.
Für den fühlt es sich natürlich toll an, in Watte gepackt zu werden - aber letztlich helfen wird es ihm nicht.

Immer wenn Angehörige, Ex-Partner usw. schreiben, lese ich Sätze wie "Man muss immer Rücksicht nehmen, die machen immer was sie wollen und wir sollen immer Rücksicht nehmen" - Leute, das ist FALSCH, FALSCH, FALSCH!!!
Es gibt einige Punkte, auf die man achten muss und die man anders machen muss.
Aber wie ich schon sagte: wenn einer das Gefühl hat, immer derjenige zu sein, der "zahlt" dann funktioniert das niemals. Es ist vor allem aber auch völlig unnötig, denn es ändert nichts, es verbessert nichts.
Ihr könnt Euch (pardon) den A*** aufreißen im Bemühen jeden Sturm von uns abzuhalten, es ist nicht möglich, dass das funktioniert. Also klar, es ist zu schön, wenn jemand ständig um einen herumwuselt und den Boden vor den Füssen glättet, das ist angenehm. und es erleichtert ja auch wirklich das gehen. Aber wenn jemand einen Dorn im Fuss hat, dann bringt es nichts, vor ihm den Boden zu ebnen, dann weichen Sand auszubreiten und eine Krücke zu holen und denjenigen zu stützen und irgendwann man die Sänfte zu holen - Es muss der Dorn aus dem Fuß. Alles andere ist nur Symptombekämpfung. Natürlich hilft das. Aber es löst keine Probleme.

Nun wissen die meisten Borderliner nicht, dass sie einen Dorn im Fuß haben und die weißen Ritter wissen es auch nicht. Also machen sie den Weg vor dem Grenzgänger so lange so angenehm wie möglich wie sie können und dann machen sie weiter, bis es nicht mehr geht, dann machen sie weiter, bis sie chancenlos zusammenbrechen. Dann haben beide das Gefühl versagt zu haben. Der Grenzgänger, wo er es nicht mal geschafft hat, mit einem so lieben Menschen, der sich so darum kümmert auszukommen. Der weiße Ritter, weil die eigene Kraft hoffnungslos erschöpft ist - aber sonst nichts passiert.

Ja, ich weiß, das wirkt fies und gemein und egoistisch und undankbar und arrogant und ... gegenüber denen, die sich aufgeopfert haben. Aber es ist eben so, dass der äußere Schein trügt. Na klar, es hilft, wenn der Weg geebnet wird - in diesem Moment. Aber so böse das auch klingt: Jemand der sich daneben stellt und nicht ständig stüzt und die Sänfte holt, führt eher dazu, den Fuß zu untersuchen und den Dorn zu finden.

Die Balance ist alles. Es gibt manche Stellen des Weges, wo es uns retten kann, wenn uns jemand stützt. Es hilft, wenn jemand mit darauf achtet, ob man sich gerade auf ein Treibsandfeld zu bewegt.
Aber so schön es ist, getragen zu werden und so sehr sich derjenige, der die Sänfte trägt, damit abmüht: Wenn wir nicht den größten Teil des Weges auf eigenen Füßen laufen, wird keiner den Berg hochkommen. Weder wir selbst noch die weißen Ritter, die uns begleiten. Sisyphos lässt schön grüßen...

Beide müssen in diesem Falle gegen ihre Instinkte handeln. Die Grenzgänger, die den Dorn im Fuß suchen und entfernen müssen, dann den schmerzenden Fuss Schritt um Schritt nach vorn bewegen müssen, die Muskeln wieder aufbauen müssen, die sie verloren haben, weil sie getragen wurden und die jeden Abend am Lager schön die Wunde im Fuß untersuchen, desinfizieren und neu verbinden müssen.
Und die weißen Ritter auch, die auch zusehen können müssen, wie man neben ihnen auf die *** fällt. Die auch mal von einem Stein getroffen werden können, der dabei den Berg runter rollt. Die aber auch mal dem Esel mal eins auf den *** geben können und sollen, wenn der über die Stränge schlägt und sich auch an den Möhren gütlich tun sollen, statt nur die besten oder gar alle aufzuheben, um sie dem Esel vor die Nase zu binden.

Bedenkt stets den guten alten Apothekerspruch: Die Dosis macht das Gift.
So, ich hoffe, ich habe es so erklären können, dass sich nicht alle weißen Ritter jetzt vor das Schienbein getreten fühlen und dass die Grenzgänger mal nach dem Dorn im Fuss suchen - nicht nach dem nächsten Sänftenträger.

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2. November 2012 um 13:40
In Antwort auf avarrassterne

Der Fluch der weißen Ritter
Als Partner ziehen wir meist diejenigen an, die uns retten wollen - die weißen Ritter, die sich selbst opfern, um uns zu retten - und dabei scheitern. Denn dass ist ganz schnell Gift für beide Seiten - was meint: Üblicher Weise bringt es beiden nur Leid.

Der Reihe nach:

1. - Wann auch immer sich jemand für einen anderen Menschen "opfert" - oder das Gefühl hat, sich zu "opfern", ob als Verwandte oder Freunde oder Partner, ist diese zwischenmenschliche Beziehung zum Scheitern verurteilt, wenn das mehr als sehr kurze Zeit anhält. Es ist per se natürlich wirklich edel gemeint. Aber wenn jemand das Gefühl hat, sich wirklich zu opfern KANN das Ergebnis keine glückliche zwischenmenschliche Beziehung sein. Niemals. Per Definition nicht.

2. - Wir müssen nicht "gerettet" werden. Uns kann auch niemand "retten". Schon gar niemand anders als wir selbst. Letzlich ist es eine chronische Krankheit. Sie ist psychisch und nicht physisch, aber es will auch niemand Diabetiker retten oder Blinde. Genauso soll, kann und muss niemand Borderliner retten.

3. - Ich habe es schon geschrieben: Ursache sind emotionale Überladungen. Ich habe es auch geschrieben: Es geht nicht "von alleine wieder weg". Wenn der Druck, die Spannung, die Emotionen zu hoch sind, hilft nur eines: Druck ABBAUEN. Wasser aus dem Fass schöpfen. Einen Kühlkreislauf einschalten. Aber nicht das Wasserfass oder den Atommeiler in Watte packen, das ändert GAR NICHTS.
Das KANN nur der Betroffene selbst tun.
Für den fühlt es sich natürlich toll an, in Watte gepackt zu werden - aber letztlich helfen wird es ihm nicht.

Immer wenn Angehörige, Ex-Partner usw. schreiben, lese ich Sätze wie "Man muss immer Rücksicht nehmen, die machen immer was sie wollen und wir sollen immer Rücksicht nehmen" - Leute, das ist FALSCH, FALSCH, FALSCH!!!
Es gibt einige Punkte, auf die man achten muss und die man anders machen muss.
Aber wie ich schon sagte: wenn einer das Gefühl hat, immer derjenige zu sein, der "zahlt" dann funktioniert das niemals. Es ist vor allem aber auch völlig unnötig, denn es ändert nichts, es verbessert nichts.
Ihr könnt Euch (pardon) den A*** aufreißen im Bemühen jeden Sturm von uns abzuhalten, es ist nicht möglich, dass das funktioniert. Also klar, es ist zu schön, wenn jemand ständig um einen herumwuselt und den Boden vor den Füssen glättet, das ist angenehm. und es erleichtert ja auch wirklich das gehen. Aber wenn jemand einen Dorn im Fuss hat, dann bringt es nichts, vor ihm den Boden zu ebnen, dann weichen Sand auszubreiten und eine Krücke zu holen und denjenigen zu stützen und irgendwann man die Sänfte zu holen - Es muss der Dorn aus dem Fuß. Alles andere ist nur Symptombekämpfung. Natürlich hilft das. Aber es löst keine Probleme.

Nun wissen die meisten Borderliner nicht, dass sie einen Dorn im Fuß haben und die weißen Ritter wissen es auch nicht. Also machen sie den Weg vor dem Grenzgänger so lange so angenehm wie möglich wie sie können und dann machen sie weiter, bis es nicht mehr geht, dann machen sie weiter, bis sie chancenlos zusammenbrechen. Dann haben beide das Gefühl versagt zu haben. Der Grenzgänger, wo er es nicht mal geschafft hat, mit einem so lieben Menschen, der sich so darum kümmert auszukommen. Der weiße Ritter, weil die eigene Kraft hoffnungslos erschöpft ist - aber sonst nichts passiert.

Ja, ich weiß, das wirkt fies und gemein und egoistisch und undankbar und arrogant und ... gegenüber denen, die sich aufgeopfert haben. Aber es ist eben so, dass der äußere Schein trügt. Na klar, es hilft, wenn der Weg geebnet wird - in diesem Moment. Aber so böse das auch klingt: Jemand der sich daneben stellt und nicht ständig stüzt und die Sänfte holt, führt eher dazu, den Fuß zu untersuchen und den Dorn zu finden.

Die Balance ist alles. Es gibt manche Stellen des Weges, wo es uns retten kann, wenn uns jemand stützt. Es hilft, wenn jemand mit darauf achtet, ob man sich gerade auf ein Treibsandfeld zu bewegt.
Aber so schön es ist, getragen zu werden und so sehr sich derjenige, der die Sänfte trägt, damit abmüht: Wenn wir nicht den größten Teil des Weges auf eigenen Füßen laufen, wird keiner den Berg hochkommen. Weder wir selbst noch die weißen Ritter, die uns begleiten. Sisyphos lässt schön grüßen...

Beide müssen in diesem Falle gegen ihre Instinkte handeln. Die Grenzgänger, die den Dorn im Fuß suchen und entfernen müssen, dann den schmerzenden Fuss Schritt um Schritt nach vorn bewegen müssen, die Muskeln wieder aufbauen müssen, die sie verloren haben, weil sie getragen wurden und die jeden Abend am Lager schön die Wunde im Fuß untersuchen, desinfizieren und neu verbinden müssen.
Und die weißen Ritter auch, die auch zusehen können müssen, wie man neben ihnen auf die *** fällt. Die auch mal von einem Stein getroffen werden können, der dabei den Berg runter rollt. Die aber auch mal dem Esel mal eins auf den *** geben können und sollen, wenn der über die Stränge schlägt und sich auch an den Möhren gütlich tun sollen, statt nur die besten oder gar alle aufzuheben, um sie dem Esel vor die Nase zu binden.

Bedenkt stets den guten alten Apothekerspruch: Die Dosis macht das Gift.
So, ich hoffe, ich habe es so erklären können, dass sich nicht alle weißen Ritter jetzt vor das Schienbein getreten fühlen und dass die Grenzgänger mal nach dem Dorn im Fuss suchen - nicht nach dem nächsten Sänftenträger.

Eines noch...
... aus irgendeinem unerfindlichen Grunde ist die verklärte Romantik hier arg mächtig.

Das arme Aschenputtel wühlt von der Stiefmutter geplagt im Schmutz, dann kommt der weiße Ritter und erwählt sie und von da an lebten sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Leute, wenn die Märchen nicht an dieser Stelle aufhören würden, würde das noch nicht mal im Märchen funktionieren!

Also Bitte, tut Euch einen Gefallen. Borderline wird so wenig verschwinden oder "von allein besser werden" wenn man die eine wahre Liebe gefunden hat, wie Diabetes!

Kickt die Romantik vor die Tür, bevor sie Euch die schönen Blumengebinde um den Hals und die Blumenkränze um die Arme legen kann - und irgendwann mal anfängt langsam aber stetig zu zu ziehen. Liebe ändert keine chronische Krankheit. Es mag Wunderheilungen geben, irgendwann, irgendwie, irgendwo. Aber mit ziemlicher Sicherheit nicht in Eurem Falle.

Na klar, es lindert für einige Zeit die Symptome, wenn man sehr glücklich ist. ABER ES WIRD WIEDER KOMMEN. GANZ SICHER. Vor allem aber: Es hat GAR NICHTS damit zu tun, ob und wie sehr man einen anderen liebt, wenn es zurück kommt!

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8. November 2012 um 20:33
In Antwort auf avarrassterne

Vorbeugen ist besser als heilen...
Die einfachste Variante, etwas zu verbessern, ist die, zu entschärfen bevor etwas eskaliert.

Das heißt, dass wir es selten "einfach laufen lassen" können.
Das heißt, dass wir unsere Wahrnehmung fast immer in Frage stellen müssen.
Das heißt, dass wir auf unsere Gefühle immer achten müssen - und sie ggf. auch ändern müssen.

Aber das heißt auch, dass wir nur noch selten überladen.
Aber das heißt auch, dass wir nicht immer wieder in den Scherben stehen.
Aber dass heißt auch, dass wir das Gefühl der Hilflosigkeit, das Gefühl, ausgeliefert zu sein, loswerden.

Es ist immer ein Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt - aber das geht nur, wenn das Faß schon voll ist.
Wenn man also nicht ständig den Boden um das Faß herum aufwischen will, muß man sich darum kümmern, dass es nicht voll läuft.
Dazu muss man erst mal die Lage genau kennen.
Wie und wo kommt Wasser rein? Also was belastet mich - und wie stark?
Wie und wo geht es auf ungefählichem Wege wieder heraus? Also was beruhigt und entspannt mich und wie stark?
Wie ist gerade die "Großwetterlage"? Im Hochsommer kann man sich einen höheren Wasserstand leisten als im regnerischen November.

Klingt alles fürchterlich trivial und einfach - ist es aber nicht.

Ich würde empfehlen, ein "Emotionstagebuch" zu führen. Penibel aufzuschreiben, was wann welche Gefühle auslöst. Zu verschiedenen "Großwetterlagen" und je min. 2 Wochen lang.

Das ist nicht das, was ein total verknallter Tennager macht, es ght darum, sich der Mechanismen bewußt zu werden, die weitgehend unbewußt ablaufen.

Wenn Ihr Euch die Frage stellt, was Euch immer stark "mitnimmt" werdet Ihr einige Punkte aufzählen können. Aber das ist zum Einen längst nicht alles und zum Anderen oft sehr undifferenziert. "Erinnerungen an die Schulzeit" - okay, könnte beispielsweise ein Punkt sein. Aber um das "Warum" zu finden, ist es erforderlich, das "was genau" zu erwischen. Auch um es entschäfen zu können, kommt man weiter, wenn man "Was genau" weiß. Am stärksten ist es aber bei der eigenen Wahrnehmung. Dass man gerade intensiv auf etwas reagiert, was nur und ausschließlich für einen selbst und sonst für niemanden anders existiert - das kann man nur erkennen, wenn man eine präzise Liste der "Übeltäter" in der Hand hat.

Die menschliche Wahrnehmung ist eine echte ... Sie übermittelt uns Bewertung, Interpretation ganz genau so wie das, was uns an tatsächlichen Informationen erreicht.
Sie übermittelt und gefilterte Eindrücke als "alles was da ist".
Das ist nötig und unumgänglich. Aber es macht alles soooooooooo kompliziert, wenn man mit diesem Thema Probleme hat.

Zum Verstehen, was ich meine: eine Person, die Ihr mögt und der Ihr vertraut, sagt, dass Ihr gerade eine tolle Jacke anhabt. - okay. Stellt Euch jetzt vor, eine Person, die Ihr nicht leiden könnt und der Ihr mißtraut sagt den gleichen Satz, wenn Ihr einen echten Sch*** Tag habt. - Gleiche Information, andere Situation = andere Interpretation = andere Bewertung = völlig andere Wahrnehmung. Wahrscheinlich springt man im zweiten Fall der Person quer an den Hals - wo sie doch das gleiche Kompliment ausgesprochen hat, für das man Person 1 anlächelt. Und hat dabei keine Sekunde lang das Gefühl, irrational und subjektiv zu handeln. Klar, was ich meine? Bei uns Grenzgängern passiert sowas sehr, sehr häufig und sehr, sehr stark. Wir können das nur ändern, wenn wir ganz genau wissen, was zum *** da genau gerade "abgeht" - und zwar in dem Moment, wo es passiert, nicht abends beim Einschlafen.

Fast noch wichtiger: was ist umgekehrt? Zählt mal in Gedanken auf, was Euch beruhigt,entspannt, lächeln läßt? Das ist, was Ihr am meisten braucht. Ihr müßt wissen, was Wasser ins Faß hinein kippt, damit Ihr darauf achten könnt. Aber das ist alles nutzlos, wenn Ihr nicht wißt, wie Ihr Wasser aus dem Faß hinausbekommt!

Dabei braucht Ihr 2 Punkte:
1) Unsere Grundanspannung (also der "Grundwasserpegel") ist höher als "normal". Daher müssen wir ganz strikt und regelmäßig aktiv "herunterfahren" - wir brauchen regelmäßig Zeiten, die wir bewußt in Enspannung investieren müssen. Wir können nicht einfach alles laufen lassen, wir müssen jede Woche uns Zeit dafür nehmen, etwas zu tun, was uns ausgleicht. Was auch immer diese Wirkung auf Euch hat und auch dazu taugt, dass man es regelmäßig im Alltag unterkriegt - das kann ich Euch nicht sagen, dass müßt Ihr selbst herausfinden. Für mich ist es malen, puzzeln, größere Strecken mit meinem Hund gehen, beispielsweise.

Dann braucht Ihr 2) noch etwas, was in akuten Situationen entschärft. Ihr seid auf Arbeit oder bei Schwiegermutter zu Besuch oder auch "nur" mit Eurem Partner allein - dann braucht ihr etwas, was binnen 10 oder 15, mit wenig Glück auch 5 min Euch soweit abkühlt, dass Ihr wieder "gesellschaftstauglich" seid. - Wißt Ihr auf Anhieb, was Ihr da tun könnt? Wahrscheinlich nicht. Deswegen empfehle ich, das genau zu beobachten und aufzuschreiben. Bei mir ist es Musik. 5 min "mal rausgehen", kann man fast immer. Dann Kopfhörer einstöpseln und in medizinisch total unvernünftiger Lautstärke ein paar Hard-Dance Songs und ich bin wieder halbwegs klar. Auf Arbeit muß ich dafür nicht mal rausgehen, das geht auch so - und es bringt mich vom Ausnahmezustand in kurzer Zeit um einen großen Schub wieder runter, so dass es danach "normal" weitergeht - unbezahlbar.

Selbstverletzung und Skills
Nicht bei jedem Grezgänger, aber sehr häufig, daher will ich das Thema mit einbeziehen...

Zuerst: Ihr seid nicht allein. Selbstverletzung ist überaus befremdlich für alle, die diese Sehn-Sucht nicht selbst kennen, aber häufiger als man glaubt. Jede siebente Frau und jeder zehnte Mann hatte zumindest Phasen von Selbstverletzung (sind offizielle Zahlen) und bei etwa der Hälfte davon (ist meine persönliche Einschätzung als Laie) bleibt es nicht dabei. Also SO irre ist es nun auch wieder nicht.
Ich würde es auch nie "meinen Feind" nennen - da kam mir unlängst bei einem Trailer im TV der Kaffee hoch Selbsthass haben sowieso schon viele von uns und wir, die den nicht haben, müssen uns nicht mit solchen Sprüchen dazu verhelfen.
Aber es ist gefährlich, es ist etwas, womit andere Menschen nicht umgehen können und es ist eine Droge - also man sollte sich schon damit befassen.

Skills - die Gegenkraft zu den Triggern sind das, was Euch dabei helfen kann. Außerdem natürlich müsst Ihr Euch um die Auslöser und Ursachen kümmern - aber dazu steht hier schon einiges an anderer Stelle im Thread.

Skills... ein schwieriges Thema. Jeder, der in einer Therapie war, hat es schon mal gehört, aber wenige können es sinnbringend anwenden.

Also von vorn: Wir erleben täglich, dass externe Auslöser einen grossen Einfluss auf unsere Gefühle haben können. Wahrscheinlich hat Ihr eine ungefähre Vorstellung, welche Themen, Ereignisse, Erinnerungen, Situationen, Personen usw. für Euch gefährlich werden können. Nun, das funktioniert nicht nur negativ.
Jetzt gilt es, die Auslöser zu suchen, die Euch beruhigen, entspannen, glücklicher machen. Die sind ebenso wie Trigger individuell, also ich kann Euch keine fertige Liste geben. Achtet auf Euch, verfolgt nicht nur das negative, verfolgt auch das positive.

Wichtig dabei ist zu aller erst: Welche Skills helfen, hängt direkt und unmittelbar von dem aktuellen Grad der Anspannung ab. Man orientiert sich dabei üblicher Weise an einer Skala von 1 (Verlangen fast nicht spürbar) bis 10 (Verlangen ist übermächtig, füllt die Gedanken vollständig aus).
"Lenk Dich ab" und ähnliche überaus weise Ratschläge mögen bei Stufe 3 funktionieren, oberhalb von 5 sind die völlig nutzlos.
Vieles kann man durch Trainung verbessern. Ich komme inzwischen mit einem MP3-Player in einer ruhigen Ecke in den meiste Fällen binnen 5min von 9 auf 4 runter. Aber ich mach das schon eine Weile.
Die Wunderwaffe, die Euch innerhalb von 10sec von Stufe 9 auf Stufe 2 bringt, existiert nicht. Wenn es sowas gäbe, hättet Ihr lange Weile, aber kein Problem.

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8. November 2012 um 20:38
In Antwort auf avarrassterne

Selbstverletzung und Skills
Nicht bei jedem Grezgänger, aber sehr häufig, daher will ich das Thema mit einbeziehen...

Zuerst: Ihr seid nicht allein. Selbstverletzung ist überaus befremdlich für alle, die diese Sehn-Sucht nicht selbst kennen, aber häufiger als man glaubt. Jede siebente Frau und jeder zehnte Mann hatte zumindest Phasen von Selbstverletzung (sind offizielle Zahlen) und bei etwa der Hälfte davon (ist meine persönliche Einschätzung als Laie) bleibt es nicht dabei. Also SO irre ist es nun auch wieder nicht.
Ich würde es auch nie "meinen Feind" nennen - da kam mir unlängst bei einem Trailer im TV der Kaffee hoch Selbsthass haben sowieso schon viele von uns und wir, die den nicht haben, müssen uns nicht mit solchen Sprüchen dazu verhelfen.
Aber es ist gefährlich, es ist etwas, womit andere Menschen nicht umgehen können und es ist eine Droge - also man sollte sich schon damit befassen.

Skills - die Gegenkraft zu den Triggern sind das, was Euch dabei helfen kann. Außerdem natürlich müsst Ihr Euch um die Auslöser und Ursachen kümmern - aber dazu steht hier schon einiges an anderer Stelle im Thread.

Skills... ein schwieriges Thema. Jeder, der in einer Therapie war, hat es schon mal gehört, aber wenige können es sinnbringend anwenden.

Also von vorn: Wir erleben täglich, dass externe Auslöser einen grossen Einfluss auf unsere Gefühle haben können. Wahrscheinlich hat Ihr eine ungefähre Vorstellung, welche Themen, Ereignisse, Erinnerungen, Situationen, Personen usw. für Euch gefährlich werden können. Nun, das funktioniert nicht nur negativ.
Jetzt gilt es, die Auslöser zu suchen, die Euch beruhigen, entspannen, glücklicher machen. Die sind ebenso wie Trigger individuell, also ich kann Euch keine fertige Liste geben. Achtet auf Euch, verfolgt nicht nur das negative, verfolgt auch das positive.

Wichtig dabei ist zu aller erst: Welche Skills helfen, hängt direkt und unmittelbar von dem aktuellen Grad der Anspannung ab. Man orientiert sich dabei üblicher Weise an einer Skala von 1 (Verlangen fast nicht spürbar) bis 10 (Verlangen ist übermächtig, füllt die Gedanken vollständig aus).
"Lenk Dich ab" und ähnliche überaus weise Ratschläge mögen bei Stufe 3 funktionieren, oberhalb von 5 sind die völlig nutzlos.
Vieles kann man durch Trainung verbessern. Ich komme inzwischen mit einem MP3-Player in einer ruhigen Ecke in den meiste Fällen binnen 5min von 9 auf 4 runter. Aber ich mach das schon eine Weile.
Die Wunderwaffe, die Euch innerhalb von 10sec von Stufe 9 auf Stufe 2 bringt, existiert nicht. Wenn es sowas gäbe, hättet Ihr lange Weile, aber kein Problem.

Skills - Beispiele und Anregungen
Ich kopiere mal einfach ein paar Vorschläge aus einer der unzählen Mails ein, die ich zu diesem Thema schon geschrieben habe:

bei 1 braucht man nix tun,
2-3: ja, das was alle so unter "ablenken" verstehen - vllt. rausgehen, lesen, chatten, irgendwas tun statt nur den gedanken nachzuhängen halt. ab 3 darauf achten, dass du dinge vermeidest, die das verlangen bei dir steigern - und vorsicht, dazu kann auch gut gehören "mit jemandem darüber sprechen" - wenn du darüber sprichst, kreisen deine gedanken nur um dieses thema. was auch immer der andere sagt - das ist oft gar keine so gute idee, wie man denken möchte.

4 - konzentrationsintensivere dinge oder etwas, was an sich beruhigend ist. puzzeln beispielsweise hat etwas meditatives oder malen. je stärker das verlangen, desto mehr konzentration muß die tätigkeit erfordern. warum? denke nicht an xxx funktioniert nicht. ABER sich auf etwas anderes konzentrieren und alle gedanken darauf zu richten - das geht. der trick liegt darin, die gedanken nicht von einem thema WEGzukriegen sondern zu einem anderen thema HIN.
andere variante bei 4: musik. musik ist selbst eine droge, wenn du mich fragst - sie hat macht über unsere gedanken, unsere gefühle. ohne mp3-player gehe ich nicht aus dem haus. weil es ein ganz simpler, unkomplizierter und effektiver weg ist, stimmungen zu beeinflussen - du solltest aber nicht das hören, wonach "du dich gerade fühlst" - du willst die gefühle schließlich ÄNDERN, also nimm etwas, was du hören würdest, wenn du dich so fühlst, wie du dich fühlen MÖCHTEST. diese verknüpfungen sind keine einbahnstraße, du kannst sie immer in beide richtungen nutzen. du grinst, wenn du fröhlich bist? versuch mal folgendes: wann auch immer du durch eine türe gehst - wirklich immer - lächle. oder grinse. ist egal. deine laune wird sich signifikant verbessern. achte auf solche dinge und lerne sie zu nutzen. das ist quasi dein "fahrstuhl". man muß nicht jede treppenstufe selbst hochklettern, wenn es etwas gibt, was uns automatisch 5 stufen hochschiebt

das mit der konzentration geht auch noch bei 5. - allerdings solltest du hier auf "konzentrationstechniken" gehen. wie hast du in der schule am besten gelernt? nimm die technik und du hast eine möglichkeit.
noch ein beispiel für konzentrationstechniken sind visualisierungen - wenn dir optisches liegt - stell dir ein stopschild vor. mit umgeknickten ecken, kratzern, abblätternder farbe usw. usw. - je mehr details, desto mehr von deinen gedanken ist mit stop-schild beschäftigt, nicht mit sehn-sucht. geht natürlich auch mit ner karibikinsel samt cocktail und strandschönheit - allerdings besteht da die gefahr, dass du dich an wünsche, träume, erinnerungen stößt - und dann bist gleich wieder runter - daher: neutrales pflaster bevorzugt.
ähnliches prinzip: tu etwas, was du noch nie getan hast. entwirf eine parkanlage. richte ein 300m2 - penthouse auf dem papier mit designer-möbeln ein. male ein bild mit MS paint am pc oder mit photoshop. gleiche schiene: neue dinge - keine erinnerungen und mehr konzentration nötig. bei etwas, was du oft tust, schweifen die gedanken zu leicht ab.

stufe 6: ab dieser stufe dringend zu raten: hör auf mit dem was du tust. wechsel den ort und die tätigkeit. mach was anderes und mach es woanders. das unterstützt sehr darin, gedanken und kriesläufe zu durchbrechen.
kennst du mantren? abgesehen von dem esoterik-gebimmel, was da dran hängt sind es in der hauptsache ebenfalls konzentrationstechniken. wenige worte (oder ein einziges, max 5 würde ich sagen) werden immer wiederholt. nein-nein-nein-nein-nein-nein-nein - so lange bis du nicht mehr weißt, wozu du grad nein sagst. das braucht aber etwas übung, also zum trainieren auf niedrigerer stufe anfangen.
sport / spaziergänge sind meist nützlich. unvergleichlich nützlich bei 6 und höher: gehe an einen öffentlichen ort. ja, dir ist nach verkriechen. aber du bist von kind an darauf trainiert, an öffentlichen orten die beherrschung und den äußeren anchein zu wahren. das ist unvergleichlich mächtig. 19 jahre engagierter bemühungen deiner eltern stehen dir damit zur verfügung - alles, was sie dir antrainiert haben, kannst du so nutzen.

stufe 7 + 8: was auch immer du tust: hör auf. sofort. wo auch immer du bist: geh da weg. sofort. scheiß egal, wer da wie komisch guckt, du weißt im grunde: zähne zusammenbeißen ändert nicht, es verschiebt nur den zeitpunkt. also 10 min weiterquälen oder auch 30 um dann voller theatralik zusammenzubrechen? laß es. dann lieber aufstehen und gehen. gibt auch 100 showpunkte, kann aber den zusammenbruch mit hoher wahrscheinlichkeit verhindern. und die menschlein in deiner umgebung kommen damit besser klar, als man erwartet. probier es aus.
an dieser stelle KEINE kompromisse. eigentlich ab stufe 6 nicht, aber bei 7 wirst du NICHTS tun, nur damit irgendwer anderes sich besser fühlt. piepegal, was das ist. KEINE kompromisse.

ab stufe 9: hier hilft nur noch eines: einen anderen übermächtigen reiz entgegen setzen. renne die treppen in den 30. stock hoch (oder halt 10x in den dritten), danach hast du erst mal andere sorgen alles, was dich rein körperlich so auslaugt, dass du vor erschöpfung gleich kotzt. wörtlich. drunter geht es hier nicht mehr ab.

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2. Januar 2013 um 17:54

Ich selber ....
leide auch unter Bordaline. Seit einem Klinikaufenthalt letztes Jahr für zwei Monate suche ich einen Therapeuten bzw. Psychologen der mir helfen kann. Das ist jetzt allerdings schon 6 Monate so und immer kommt die Antwort sowas behandeln wir nicht etc. Ganz Koblenz hat nicht einen Therapeuten der bereit ist mir zu helfen. Es wird immer schlimmer bei mir und die 8 Wochen in Ändern waren für die Katz. Ich weiß mir einfach nicht mehr zu helfen. Was hat euch geholfen? Kennt einer von euch einen guten Therapeuten an den ich mich wenden kann? Kliniken die einem etwas weiterhelfen können? Ich drehe durch :'(!

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2. Januar 2013 um 19:40
In Antwort auf zdenka_12834591

Ich selber ....
leide auch unter Bordaline. Seit einem Klinikaufenthalt letztes Jahr für zwei Monate suche ich einen Therapeuten bzw. Psychologen der mir helfen kann. Das ist jetzt allerdings schon 6 Monate so und immer kommt die Antwort sowas behandeln wir nicht etc. Ganz Koblenz hat nicht einen Therapeuten der bereit ist mir zu helfen. Es wird immer schlimmer bei mir und die 8 Wochen in Ändern waren für die Katz. Ich weiß mir einfach nicht mehr zu helfen. Was hat euch geholfen? Kennt einer von euch einen guten Therapeuten an den ich mich wenden kann? Kliniken die einem etwas weiterhelfen können? Ich drehe durch :'(!

Leider kenne ich mich in Koblenz nicht aus
und mit Kliniken und Therapien habe ich in 3 anderen Städten auch nur miese Erfahrungen gemacht.

Von dem, was mir geholfen hat, habe ich hier vieles geschrieben, soweit es nicht völlig den Rahmen sprengt. - Deswegen habe ich diesen Thread gemacht.

Borderline ist komplex und wir sind nicht sonderlich "pflegeleicht" - aber ehrlich gesagt besser, wenn es abgelehnt wird, als wenn sich jemand daran versucht, der es letzlich nicht hinkriegt und / oder Dir gegenüber tritt, als wärst Du ein faszinierendes, seltenes Insekt.

Hast Du mal in der Klinik gefragt, wo Du warst? Die müßten wissen, wer bei Euch in der Region die Anschlußtherapie machen kann.

Warum drehst Du durch? Also woran höngst Du gerade, was macht Dir am meisten zu schaffen? - Wenn Du antworten willst natürlich, andernfalls ignorier die Frage - oder schreib mir eine PN, wenn Du es nicht öffentlich beantworten willst.

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3. Januar 2013 um 15:25
In Antwort auf avarrassterne

Leider kenne ich mich in Koblenz nicht aus
und mit Kliniken und Therapien habe ich in 3 anderen Städten auch nur miese Erfahrungen gemacht.

Von dem, was mir geholfen hat, habe ich hier vieles geschrieben, soweit es nicht völlig den Rahmen sprengt. - Deswegen habe ich diesen Thread gemacht.

Borderline ist komplex und wir sind nicht sonderlich "pflegeleicht" - aber ehrlich gesagt besser, wenn es abgelehnt wird, als wenn sich jemand daran versucht, der es letzlich nicht hinkriegt und / oder Dir gegenüber tritt, als wärst Du ein faszinierendes, seltenes Insekt.

Hast Du mal in der Klinik gefragt, wo Du warst? Die müßten wissen, wer bei Euch in der Region die Anschlußtherapie machen kann.

Warum drehst Du durch? Also woran höngst Du gerade, was macht Dir am meisten zu schaffen? - Wenn Du antworten willst natürlich, andernfalls ignorier die Frage - oder schreib mir eine PN, wenn Du es nicht öffentlich beantworten willst.

:/
In der Klinik in der ich war habe ich in der Hinsicht keine Hilfe bekommen auch wurde ich einfach mit der Diagnose konfrontiert ohne das mir jemand erklärt hat was das für mich nun bedeutet. Ich stecke momentan in einer großen Krise, ich bin schwanger und das Problem ist, dass ich einfach nicht in der Lage bin eine Beziehung zu führen. Ich bin mit meinem Partner schon länger zusammen doch wir haben nur Probleme. Ich bin ständig unglücklich und will was Neues sehne mich nach etwas anderem, doch wenn mein Freund weg ist - will ich das er wieder kommt. Ich kann einfach nicht mit ihm aber ich will auch nicht das er mich verlässt. Meine größte Unterstützung und Hilfe (meine Mutter) ist am 01.01. ausgewandert. Ich habe niemanden mehr, ich zerbreche daran. Ich kann nicht mehr :'(! Dieses Gefühlschaos macht mich kaputt und für dieses Kind muss ich eine gute Mutter sein wie soll ich das machen ?

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3. Januar 2013 um 16:05
In Antwort auf zdenka_12834591

:/
In der Klinik in der ich war habe ich in der Hinsicht keine Hilfe bekommen auch wurde ich einfach mit der Diagnose konfrontiert ohne das mir jemand erklärt hat was das für mich nun bedeutet. Ich stecke momentan in einer großen Krise, ich bin schwanger und das Problem ist, dass ich einfach nicht in der Lage bin eine Beziehung zu führen. Ich bin mit meinem Partner schon länger zusammen doch wir haben nur Probleme. Ich bin ständig unglücklich und will was Neues sehne mich nach etwas anderem, doch wenn mein Freund weg ist - will ich das er wieder kommt. Ich kann einfach nicht mit ihm aber ich will auch nicht das er mich verlässt. Meine größte Unterstützung und Hilfe (meine Mutter) ist am 01.01. ausgewandert. Ich habe niemanden mehr, ich zerbreche daran. Ich kann nicht mehr :'(! Dieses Gefühlschaos macht mich kaputt und für dieses Kind muss ich eine gute Mutter sein wie soll ich das machen ?


Holy sh*t...

Wundervoll, über ein Forum kann ich das natürlich nicht lösen, nicht mal ansatzweise. Das kannst generell nur Du selbst, aber das was ich an Unterstützung für dich tun kann, ist auf diesem Wege auch sehr mager. Laß nicht locker. Ich weiß, es ist anstrengend, aber Du hast keine Wahl. Ruf in der Klinik noch mal an, es kann schon ganz anders sein, wenn einfach eine andere Schwester Dienst hat - vielleicht weiß die, was die anderen nicht wissen, vielleicht engagiert sie sich mehr für Dich. Frage den nächsten Allgemeinarzt und die Psychater. Die machen zwar fast immer keine Therapien, aber sie kennen diejenigen, die das machen, besser als Du.

zu dem bißchen, was ich tun kann:
Erst mal: Hast Du alles gelesen, was hier steht? Du hast die Diagnose ganz neu, soweit ich das verstanden habe und fast keine Informationen - informier Dich. Vorsichtig. Sehr vorsichtig, auch darüber zu lesen und nach Informationen zu suchen, wird Deinen Gefühlsfasching anheizen und zusammen mit der Schwangerschaft, die an sich auch schon Gefühlsfasching genug bringt, ist das mäßig toll, aber Du brauchst Wissen über Dich, über Deine Krankheit., ohne kommst Du nicht weiter.
Du mußt als aller erstes unbedingt zur Ruhe kommen. Ohne jede Alternative. Denke darüber nach, was Dich beruhigt und entspannt und dann tue es. Was auch immer es ist, für Feinheiten und Eleganz ist später Zeit. Du mußt Dich dringend darum kümmern, dass Du nicht mehr so angespannt, nicht mehr so überreizt bist. Wenn Du nicht ruhiger bist, geht gar nichts anders.

Die Probleme in der Partnerschaft haben fast alle von uns. Lies mal in aller Ruhe, was ich zum Thema Wahrnehmung geschrieben habe, das ist ein Teil davon. Deine Wahrnehmung ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit völlig verzerrt, das darfst Du nie vergessen. Wahrscheinlich verstehst Du sehr oft etwas anderes als gesagt wird und Du empfindest anders.

Setz Dich hin, schreib Dir auf, was Dein Partner tun kann, um Dich zu unterstützen. 5 bis 10 Stichpunkte. Wo hast Du Dich besser gefühlt, was hat er da gemacht? Was hat Dich beruhigt, was hat er da gemacht?
Neuer Zettel, weiter gehts:
Was "schießt Dich ab", wenn er es tut? Was macht Dich jedes mal völlig "wahnsinnig" oder ängstlich oder gibt Dir das Gefühl, in die Ecke gedrängt zu werden? Auch 5 - 10 Stichpunkte aufschreiben.
Wovor hast Du am meisten Angst? Ist schwer, versuch es so genau wie möglich zu beschreiben. Auch 5 Punkte.

Wenn Du nach Infos suchst im Internet und Du findest etwas, wo Du Dich gut wiedererkennst - druck es aus und gib es zusammen mit den 3 Sachen, die Du aufgeschrieben hast, Deinem Freund. Laß es ihn in Ruhe lesen, optimaler Weise, wenn Du nicht dabei bist. Er kann mich auch selbst anschreiben, wenn er Fragen hat - aber wie gesagt, viel kann ich nicht tun.

Dann überleg Dir mit Deinem Partner, wie Ihr Eure Beziehung so verändern könnt, dass Du Dich weniger überfahren fühlst, um zumindest erst mal als "erste Hilfe" etwas Druck rauszunehmen.

Ansonsten - bleib dran, was die Therapie angeht und sei so zickig wie nur irgend möglich, wenn es darum geht, Dich "loszuwerden". Du bist eine Frau Du bist schwanger und Du bist Borderliner - Du kannst bestimmt SEHR zickig sein, oder? Sei es. Flipp aus, sei nicht beherrscht, sei nicht artig. Du brauchst Hilfe, nicht jemanden, der Dich wieder nach Hause schickt, mach es keinem jemals leicht, Dich wegzuschicken - von Ärzten und Therapeuten meine ich.
Schlimmstenfalls laß das Wort Borderline weg und sage Depression. Stimmt auch, muß auch therapiert werden, braucht auch Hilfe, vielleicht fühlt sich ja da jemand in der Lage, Dir zu helfen.

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3. Januar 2013 um 17:03
In Antwort auf avarrassterne


Holy sh*t...

Wundervoll, über ein Forum kann ich das natürlich nicht lösen, nicht mal ansatzweise. Das kannst generell nur Du selbst, aber das was ich an Unterstützung für dich tun kann, ist auf diesem Wege auch sehr mager. Laß nicht locker. Ich weiß, es ist anstrengend, aber Du hast keine Wahl. Ruf in der Klinik noch mal an, es kann schon ganz anders sein, wenn einfach eine andere Schwester Dienst hat - vielleicht weiß die, was die anderen nicht wissen, vielleicht engagiert sie sich mehr für Dich. Frage den nächsten Allgemeinarzt und die Psychater. Die machen zwar fast immer keine Therapien, aber sie kennen diejenigen, die das machen, besser als Du.

zu dem bißchen, was ich tun kann:
Erst mal: Hast Du alles gelesen, was hier steht? Du hast die Diagnose ganz neu, soweit ich das verstanden habe und fast keine Informationen - informier Dich. Vorsichtig. Sehr vorsichtig, auch darüber zu lesen und nach Informationen zu suchen, wird Deinen Gefühlsfasching anheizen und zusammen mit der Schwangerschaft, die an sich auch schon Gefühlsfasching genug bringt, ist das mäßig toll, aber Du brauchst Wissen über Dich, über Deine Krankheit., ohne kommst Du nicht weiter.
Du mußt als aller erstes unbedingt zur Ruhe kommen. Ohne jede Alternative. Denke darüber nach, was Dich beruhigt und entspannt und dann tue es. Was auch immer es ist, für Feinheiten und Eleganz ist später Zeit. Du mußt Dich dringend darum kümmern, dass Du nicht mehr so angespannt, nicht mehr so überreizt bist. Wenn Du nicht ruhiger bist, geht gar nichts anders.

Die Probleme in der Partnerschaft haben fast alle von uns. Lies mal in aller Ruhe, was ich zum Thema Wahrnehmung geschrieben habe, das ist ein Teil davon. Deine Wahrnehmung ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit völlig verzerrt, das darfst Du nie vergessen. Wahrscheinlich verstehst Du sehr oft etwas anderes als gesagt wird und Du empfindest anders.

Setz Dich hin, schreib Dir auf, was Dein Partner tun kann, um Dich zu unterstützen. 5 bis 10 Stichpunkte. Wo hast Du Dich besser gefühlt, was hat er da gemacht? Was hat Dich beruhigt, was hat er da gemacht?
Neuer Zettel, weiter gehts:
Was "schießt Dich ab", wenn er es tut? Was macht Dich jedes mal völlig "wahnsinnig" oder ängstlich oder gibt Dir das Gefühl, in die Ecke gedrängt zu werden? Auch 5 - 10 Stichpunkte aufschreiben.
Wovor hast Du am meisten Angst? Ist schwer, versuch es so genau wie möglich zu beschreiben. Auch 5 Punkte.

Wenn Du nach Infos suchst im Internet und Du findest etwas, wo Du Dich gut wiedererkennst - druck es aus und gib es zusammen mit den 3 Sachen, die Du aufgeschrieben hast, Deinem Freund. Laß es ihn in Ruhe lesen, optimaler Weise, wenn Du nicht dabei bist. Er kann mich auch selbst anschreiben, wenn er Fragen hat - aber wie gesagt, viel kann ich nicht tun.

Dann überleg Dir mit Deinem Partner, wie Ihr Eure Beziehung so verändern könnt, dass Du Dich weniger überfahren fühlst, um zumindest erst mal als "erste Hilfe" etwas Druck rauszunehmen.

Ansonsten - bleib dran, was die Therapie angeht und sei so zickig wie nur irgend möglich, wenn es darum geht, Dich "loszuwerden". Du bist eine Frau Du bist schwanger und Du bist Borderliner - Du kannst bestimmt SEHR zickig sein, oder? Sei es. Flipp aus, sei nicht beherrscht, sei nicht artig. Du brauchst Hilfe, nicht jemanden, der Dich wieder nach Hause schickt, mach es keinem jemals leicht, Dich wegzuschicken - von Ärzten und Therapeuten meine ich.
Schlimmstenfalls laß das Wort Borderline weg und sage Depression. Stimmt auch, muß auch therapiert werden, braucht auch Hilfe, vielleicht fühlt sich ja da jemand in der Lage, Dir zu helfen.

P.S.
Ich habe das gleiche hinter mir. Ich habe nicht das Problem, dass ich jemanden wieder zurück will, wenn er weg ist, aber ich habe zuweilen einen übermäßigen Drang zu flüchten. Das Neue sieht zu leicht interessanter aus als das was ich habe und die Schwangerschaft war... uiuiuiui...
Unser Sohn ist jetzt 7, ich bin mit meinem Mann fast 15 Jahre zusammen,davon bald 8 verheiratet. Ich bin nicht unglücklich verheiratet, der Wunsch, auszureißen, kommt gelegentlich hoch, auch das Gefühl, dass ich es nicht schaffe - aber das sind die Ausnahmen. Es ist nicht die Regel. Es kommt nur einfach vor.

Also Du siehst - Es geht! Das ist beherrschbar und es ist änderbar. Es ist ganz sicher nicht Dein Schicksal, so zu leben, wie Du Dich gerade fühlst!

Also wie Du es machen kannst, eine gute Mutter für Dein Kind zu sein und eine Beziehung zu führen? Indem Du lernst, mit Borderline zu leben. Und zwar gut zu leben. Das ist nicht easy und es ist nicht an jedem Tag in jedem Jahr schön.
Aber es ist nicht so, wie es bei Dir jetzt ist.
Ganz sicher nicht. Ich hatte solche Zeiten auch, ich weiß es. Da hat man naturgemäß auch nicht das Gefühl, dass man das alles schafft, das gehört zu Deiner Depression. Und zur Schwangerschaft. Google mal, wieviele schwangere Frauen Rotz und Wasser heulen, auch ohne Depressionen zu haben und Borderliner zu sein. Das sind nicht wenige. Weil Schwangerschaft nunmal Hormonfasching ist und Hormonfasching ist Gefühlsfasching. Nebenbei bemerkt haben es auch die Männer von schwangeren Frauen nicht immer ganz leicht.
Du solltest unbedingt auf Anzeichen achten, ob die Depression nach der Geburt schlimmer wird. Wenn ja: Sofort zum Arzt (also nicht zum Psychologen, das sind keine Ärzte, sondern zum Psychater!)

Ansonsten - Du bist jetzt in einem Tief, danach darfst Du nicht das ganze Leben beurteilen. Du kannst das schaffen und wenn Du es ernstlich versuchst, wirst Du es auch schaffen. Nase hoch, und wenns aus Sturheit ist. Was ich hingekriegt hab, kannst Du auch

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3. Januar 2013 um 21:22

Eigene Erfahrungen mit Gefühlen
... und die Forschungsergebnisse.

Bewußtsein - Aufmerksamkeit - Gefühl (Das Sein bekommen Gefühle vom Bewußtsein. Sie haben sonst kein Sein durch sich selbst.)

Wenn negative Gefühle auftreten und diese bewußt bekämpft werden, dann werden die Gefühle größer und das will der Mensch ja nicht.

Also bewußt beobachten: Kämpfe ich dagegen an, dann werde ich die Folgen selber erleiden müssen. Das ist erleb und erfahrbar.

Eine Grundlage bilden als: Ich bin bewußt dass ich mir bewußt bin, daher befindet sich mein Sein im Bewußtsein.

Auch schwer zu erlernen aber möglich: Durch Abziehen der Aufmerksamkeit auf ein Gefühl verschwindet dieses. Egal als wie schlimm es vorher empfunden wurde. Ist ja auch logisch.

Sich nicht von Gefühlen hypnotisieren lassen.

Wenn die Gefühle als zu extrem empfunden werden, dann
war Mensch nicht in der Lage in seinem Sein zu verweilen auf dem dann auch die Aufmerksamkeit gerichtet wird. Auf das:

Ich bin das sich selbst bewußte "ich bin". Weil: Ohne Grundlage , ohne ein inneres Zuhaus zu haben bin ich den "Energien im Inneren" vollkommen ausgeliefert so dass ich mich von ihnen hin und herwerfen lassen muss.

Etwas anderes was so gut funktioniert kenne ich nicht.

(Ich bin nicht meine Gefühle, ich habe Gefühle. Die Trennung zu erkennen wäre hilfreich um nicht zu sagen lebenswichtig.)

Und:

Falls beim Lesen des Textes intensive Gefühle aufgetreten sind dann bitte berichten.








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3. Januar 2013 um 22:01
In Antwort auf lorin_12561206

Eigene Erfahrungen mit Gefühlen
... und die Forschungsergebnisse.

Bewußtsein - Aufmerksamkeit - Gefühl (Das Sein bekommen Gefühle vom Bewußtsein. Sie haben sonst kein Sein durch sich selbst.)

Wenn negative Gefühle auftreten und diese bewußt bekämpft werden, dann werden die Gefühle größer und das will der Mensch ja nicht.

Also bewußt beobachten: Kämpfe ich dagegen an, dann werde ich die Folgen selber erleiden müssen. Das ist erleb und erfahrbar.

Eine Grundlage bilden als: Ich bin bewußt dass ich mir bewußt bin, daher befindet sich mein Sein im Bewußtsein.

Auch schwer zu erlernen aber möglich: Durch Abziehen der Aufmerksamkeit auf ein Gefühl verschwindet dieses. Egal als wie schlimm es vorher empfunden wurde. Ist ja auch logisch.

Sich nicht von Gefühlen hypnotisieren lassen.

Wenn die Gefühle als zu extrem empfunden werden, dann
war Mensch nicht in der Lage in seinem Sein zu verweilen auf dem dann auch die Aufmerksamkeit gerichtet wird. Auf das:

Ich bin das sich selbst bewußte "ich bin". Weil: Ohne Grundlage , ohne ein inneres Zuhaus zu haben bin ich den "Energien im Inneren" vollkommen ausgeliefert so dass ich mich von ihnen hin und herwerfen lassen muss.

Etwas anderes was so gut funktioniert kenne ich nicht.

(Ich bin nicht meine Gefühle, ich habe Gefühle. Die Trennung zu erkennen wäre hilfreich um nicht zu sagen lebenswichtig.)

Und:

Falls beim Lesen des Textes intensive Gefühle aufgetreten sind dann bitte berichten.









Also ehrlich gesagt, komm ich gerade nicht ganz mit.

Ich mache zwangsläufig vieles sehr bewußt und mit bewußter Aufmerksamkeit. Liegt in der Naatur der Sache, ohne geht es zu oft in die falsche Richtung. Da das ziemlich Kraft verschlingt, muß ich auch immer schön und regelmäßig Zeiten einbauen, wo ich das rausnehmen kann.

Ich kann meine Gefühle änden - wohl gemerkt: Ändern, nicht unterdrücken. Ich kann Angst akzeptieren. Sie ist dann eben da, nicht schön, aber ich bin nicht gelähmt und sie verschlingt mich nicht- und sie ist nicht so überpräsent, dass sie das einzige Gefühl ist.

Meinst du sowas?
Ach ja: Gefühl beim Lesen des Textes zum Berichten: Verwirrung, Irritation

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3. Januar 2013 um 22:39

Habe
dir eine PN geschickt

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3. Januar 2013 um 23:49
In Antwort auf avarrassterne


Also ehrlich gesagt, komm ich gerade nicht ganz mit.

Ich mache zwangsläufig vieles sehr bewußt und mit bewußter Aufmerksamkeit. Liegt in der Naatur der Sache, ohne geht es zu oft in die falsche Richtung. Da das ziemlich Kraft verschlingt, muß ich auch immer schön und regelmäßig Zeiten einbauen, wo ich das rausnehmen kann.

Ich kann meine Gefühle änden - wohl gemerkt: Ändern, nicht unterdrücken. Ich kann Angst akzeptieren. Sie ist dann eben da, nicht schön, aber ich bin nicht gelähmt und sie verschlingt mich nicht- und sie ist nicht so überpräsent, dass sie das einzige Gefühl ist.

Meinst du sowas?
Ach ja: Gefühl beim Lesen des Textes zum Berichten: Verwirrung, Irritation

Also ehrlich gesagt, komm ich gerade nicht ganz mit.
Macht nichts. Denke dir: Das hat der Michael auch immer für sich selber geschrieben. Um sich so einige Dinge bewußt zu werden (denn darum geht es mir. Mir bewußt zu machen wie diese Wirklichkeit die mir erschienen ist innerlich produziert wird. In Kombination mit den Fragen wie: Wer bin ich ? Was ist Ich ? Was und wo ist Wahrheit zu finden etc.). Wenn das nichts für dich ist, dann ignoriere es einfach.

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4. Januar 2013 um 0:05
In Antwort auf lorin_12561206

Eigene Erfahrungen mit Gefühlen
... und die Forschungsergebnisse.

Bewußtsein - Aufmerksamkeit - Gefühl (Das Sein bekommen Gefühle vom Bewußtsein. Sie haben sonst kein Sein durch sich selbst.)

Wenn negative Gefühle auftreten und diese bewußt bekämpft werden, dann werden die Gefühle größer und das will der Mensch ja nicht.

Also bewußt beobachten: Kämpfe ich dagegen an, dann werde ich die Folgen selber erleiden müssen. Das ist erleb und erfahrbar.

Eine Grundlage bilden als: Ich bin bewußt dass ich mir bewußt bin, daher befindet sich mein Sein im Bewußtsein.

Auch schwer zu erlernen aber möglich: Durch Abziehen der Aufmerksamkeit auf ein Gefühl verschwindet dieses. Egal als wie schlimm es vorher empfunden wurde. Ist ja auch logisch.

Sich nicht von Gefühlen hypnotisieren lassen.

Wenn die Gefühle als zu extrem empfunden werden, dann
war Mensch nicht in der Lage in seinem Sein zu verweilen auf dem dann auch die Aufmerksamkeit gerichtet wird. Auf das:

Ich bin das sich selbst bewußte "ich bin". Weil: Ohne Grundlage , ohne ein inneres Zuhaus zu haben bin ich den "Energien im Inneren" vollkommen ausgeliefert so dass ich mich von ihnen hin und herwerfen lassen muss.

Etwas anderes was so gut funktioniert kenne ich nicht.

(Ich bin nicht meine Gefühle, ich habe Gefühle. Die Trennung zu erkennen wäre hilfreich um nicht zu sagen lebenswichtig.)

Und:

Falls beim Lesen des Textes intensive Gefühle aufgetreten sind dann bitte berichten.








Hallo fraumannkindfrauweibliebe,
nicht böse sein, aber schon dein nickname verwirrt mich total.

kannst du das mal bitte so aufschreiben, das ich es auch begreife ? ist echt ernst gemeint!

eine frage zu anfang : warum soll und wie kann ich ein gefühl unterdrücken, wenn mich gerade dieses gefühl sehr beschäftigt ?

vlg

nachdenk

@ avarrassterne . sorry, wenn ich mich so vor deinen beitrag gemogelt habe.

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4. Januar 2013 um 0:09
In Antwort auf lorin_12561206

Also ehrlich gesagt, komm ich gerade nicht ganz mit.
Macht nichts. Denke dir: Das hat der Michael auch immer für sich selber geschrieben. Um sich so einige Dinge bewußt zu werden (denn darum geht es mir. Mir bewußt zu machen wie diese Wirklichkeit die mir erschienen ist innerlich produziert wird. In Kombination mit den Fragen wie: Wer bin ich ? Was ist Ich ? Was und wo ist Wahrheit zu finden etc.). Wenn das nichts für dich ist, dann ignoriere es einfach.

Sorry, habe mich
beim schreiben deines nicknamens schon verschrieben, aber daran siehst du, wie sehr mich dein erster und noch mehr dein zweiter beitrag verwirrt.

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4. Januar 2013 um 10:51
In Antwort auf lorin_12561206

Also ehrlich gesagt, komm ich gerade nicht ganz mit.
Macht nichts. Denke dir: Das hat der Michael auch immer für sich selber geschrieben. Um sich so einige Dinge bewußt zu werden (denn darum geht es mir. Mir bewußt zu machen wie diese Wirklichkeit die mir erschienen ist innerlich produziert wird. In Kombination mit den Fragen wie: Wer bin ich ? Was ist Ich ? Was und wo ist Wahrheit zu finden etc.). Wenn das nichts für dich ist, dann ignoriere es einfach.

Aaaaaah...
Okay, mit "Mir bewußt zu machen wie diese Wirklichkeit die mir erschienen ist innerlich produziert wird. " kann ich etwas anfangen. Kognitive, bewußte und unterbewußte Prozesse.

Gefühl = (Wahrnehmung - Filter + Interpretation + Bewertung) + (Charakter + Konditionierung + persönliche Erfahung) + aktuelle "Grundstimmung"

Im Grunde kann man Gefühle "herleiten", wenn man alle Parameter kennt, weiß man genau, wie man selbst oder ein anderer in einer bestimmten Situation reagieren wird.
"So in etwa" weiß man das meisten, weil es eben rational erklärbar und damit vorhersehbar ist, wann und wie welche Gefühle ausgelöst werden. Mann irrt dabei, wenn man einen der Parameter falsch einschätzt.
Aber jedes Gefühl hat Ursachen und Auslöser, die man recht präzise bestimmen kann und als "logische Kette" formulieren kann, ja.
Indem man an den Parametern spielt, kann man Gefühle ändern, auch bei sich selbst - das ist ein möglicher Weg dazu. Wenn man Probleme mit dem Thema hat, kommt man nicht umhin, darüber nachzudenken, warum man in einer bestimmten Situation wie reagiert.

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4. Januar 2013 um 12:15
In Antwort auf avarrassterne

P.S.
Ich habe das gleiche hinter mir. Ich habe nicht das Problem, dass ich jemanden wieder zurück will, wenn er weg ist, aber ich habe zuweilen einen übermäßigen Drang zu flüchten. Das Neue sieht zu leicht interessanter aus als das was ich habe und die Schwangerschaft war... uiuiuiui...
Unser Sohn ist jetzt 7, ich bin mit meinem Mann fast 15 Jahre zusammen,davon bald 8 verheiratet. Ich bin nicht unglücklich verheiratet, der Wunsch, auszureißen, kommt gelegentlich hoch, auch das Gefühl, dass ich es nicht schaffe - aber das sind die Ausnahmen. Es ist nicht die Regel. Es kommt nur einfach vor.

Also Du siehst - Es geht! Das ist beherrschbar und es ist änderbar. Es ist ganz sicher nicht Dein Schicksal, so zu leben, wie Du Dich gerade fühlst!

Also wie Du es machen kannst, eine gute Mutter für Dein Kind zu sein und eine Beziehung zu führen? Indem Du lernst, mit Borderline zu leben. Und zwar gut zu leben. Das ist nicht easy und es ist nicht an jedem Tag in jedem Jahr schön.
Aber es ist nicht so, wie es bei Dir jetzt ist.
Ganz sicher nicht. Ich hatte solche Zeiten auch, ich weiß es. Da hat man naturgemäß auch nicht das Gefühl, dass man das alles schafft, das gehört zu Deiner Depression. Und zur Schwangerschaft. Google mal, wieviele schwangere Frauen Rotz und Wasser heulen, auch ohne Depressionen zu haben und Borderliner zu sein. Das sind nicht wenige. Weil Schwangerschaft nunmal Hormonfasching ist und Hormonfasching ist Gefühlsfasching. Nebenbei bemerkt haben es auch die Männer von schwangeren Frauen nicht immer ganz leicht.
Du solltest unbedingt auf Anzeichen achten, ob die Depression nach der Geburt schlimmer wird. Wenn ja: Sofort zum Arzt (also nicht zum Psychologen, das sind keine Ärzte, sondern zum Psychater!)

Ansonsten - Du bist jetzt in einem Tief, danach darfst Du nicht das ganze Leben beurteilen. Du kannst das schaffen und wenn Du es ernstlich versuchst, wirst Du es auch schaffen. Nase hoch, und wenns aus Sturheit ist. Was ich hingekriegt hab, kannst Du auch

Voll vor Informationen
Ich habe mich seit meinem 1. Klinikaufenthalt sehr mit Boderline beschäftigt auch mit meiner Depression. Die ganzen Informationen reichen von sehr hilfreich bis hin zu totaler quatsch. All die Sachen sind mir ja nicht fremd doch gar nicht umsetzbar. Ich leide nur sehr stark unter meinen Stimmungsschwankungen die auch vor der Schwangerschaft so krass waren. Ich habe diese einfach nicht unter Kontrolle. Ich kann kaum erklären was in mir vorgeht oder erklären was ich genau habe. Ich leide sehr stark. Ich verletzte mich nicht durch körperliche Verletzungen sondern dadurch, dass ich mich absichtlich in Gedanken in alte sehr schmerzhafte Erinnerungen reinversetze und nur stundenlang weine und überlege was ich hätte anders machen können. Auch verfolgt mich meine Vergangenheit in meinen Träumen. Mir fehlen Gespräche mit Leuten die mich verstehen können. Ich habe Angst davor das ich mir irgendwann so sehr Schade, dass aus dem bisschen Leben was jetzt noch da ist ein Nichts zaubere. Mein Partner will unbedingt das ich mir Hilfe hole und eine Klinik aufsuche doch dort sind unendliche lange Wartezeiten sowie bei den Psychologen. Ich will was ändern ich möchte unbedingt Hilfe in Anspruch nehmen doch diese zufinden scheint mir unmöglich :'(!

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5. Januar 2013 um 12:14
In Antwort auf zdenka_12834591

Voll vor Informationen
Ich habe mich seit meinem 1. Klinikaufenthalt sehr mit Boderline beschäftigt auch mit meiner Depression. Die ganzen Informationen reichen von sehr hilfreich bis hin zu totaler quatsch. All die Sachen sind mir ja nicht fremd doch gar nicht umsetzbar. Ich leide nur sehr stark unter meinen Stimmungsschwankungen die auch vor der Schwangerschaft so krass waren. Ich habe diese einfach nicht unter Kontrolle. Ich kann kaum erklären was in mir vorgeht oder erklären was ich genau habe. Ich leide sehr stark. Ich verletzte mich nicht durch körperliche Verletzungen sondern dadurch, dass ich mich absichtlich in Gedanken in alte sehr schmerzhafte Erinnerungen reinversetze und nur stundenlang weine und überlege was ich hätte anders machen können. Auch verfolgt mich meine Vergangenheit in meinen Träumen. Mir fehlen Gespräche mit Leuten die mich verstehen können. Ich habe Angst davor das ich mir irgendwann so sehr Schade, dass aus dem bisschen Leben was jetzt noch da ist ein Nichts zaubere. Mein Partner will unbedingt das ich mir Hilfe hole und eine Klinik aufsuche doch dort sind unendliche lange Wartezeiten sowie bei den Psychologen. Ich will was ändern ich möchte unbedingt Hilfe in Anspruch nehmen doch diese zufinden scheint mir unmöglich :'(!

Hm
erst mal: Du kannst Dich mit mir unterhalten, dann hast Du Deine Gespräche mit Leuten, die selbst wissen, wie es ist.

Ja, Du solltest Dir Hilfe holen. Was die unendlich langen Wartezeiten angeht: Die gelten nicht für Notfälle und Du *bist* ein Notfall. Spann Deinen Freund mit ein, der kann da ruhig auch anrufen und ordentlich Terror machen, dass Du JETZT Hilfe brauchst. Erstens ist der nicht ganz so tief unten wie Du, zweitens brauchst Du Deine Kraft im Moment ganz egoistisch, drittens ist er damit im Recht.
Das Zauberwort heißt "Eid des Hippokrates". JEDER, ausnahmslos jeder Arzt leistet einen Schwur, dass er NIEMALS einen Menschen, der seine Hilfe braucht und darum bittet, abweist und / oder im Stich läßt. Du brauchst Hilfe und zwar JETZT. Die Ärzte wollen gelentlich mal in aller Deutlichkeit daran erinnert werden, aber sie DÜRFEN nicht sagen "kommen sie in 7 Monaten wieder" wenn du JETZT Hilfe brauchst. Genauso wenig, wie sie Dich wegschicken dürften, wenn Du ... sagen wir ein gebrochenes Bein hättest. Das heißt leider nicht, dass sie es nicht versuchen, da ist Sturheit gefragt und - ja ganz direkt gesagt: geht denen auf den S*ck (pardon, aber wenn es nicht anderes geht: genau das!) und laßt Euch nicht abwimmeln. Sagt denen, Du brauchst jetzt Hilfe, sie haben den Eid geleistet, die niemals zu verweigern, also sollen sie anfangen. SOFORT.
Das gilt allerdings nicht für Psychologen, die sind keine Ärzte, kein Eid des Hippokrates, bei denen ist es "nur" unverantwortlich, wenn sie Dich in so einer Situation halt einfach auf die Warteliste setzen.
So wie es Dir im Moment geht, hast Du auch jederzeit (!!!) das Recht (!!!) einfach in die Notaufnahme der nächsten Klinik zu fahren. Ganz genau so, als hättest Du nicht seelische Schmerzen sondern Bauchkrämpfe o.ä. - Stell Dir vor, Deine Schmerzen wären ganz genauso stark, wie sie jetzt sind, nur es wäre kein seelischer Schmerz sondern Bauchkrämpfe. Oder Rückenschmerzen in der gleichen Stärke. Du wärst schon lang beim Arzt gewesen und hättest dem solide die Meinung gegeigt, wenn der Dir gesagt hätte, dass Du in paar Monaten wiederkommen sollst, oder? Du wärst schon lange ins Krankenhaus in die Notaufnahme gefahren, damit sich das ein Arzt ansieht und "wieder ganz macht" und hättest Dir bestimmt nicht sagen lassen, dass Du in paar Monaten wieder kommen sollst.
JEDE psychische Klinik hat genauso eine rund um die Uhr besetzte Notaufnahme. Die ist nicht nur für die geschlossenen Stationen da sondern auch für die offenen. Für Depressionen und für alle Menschen mit psych. Problemen, die sofort Hilfe brauchen. Und sofort Hilfe brauchen heißt ganz gewiß NICHT, dass es "irgendwie so schon geht" sondern es ist ganz genau so zu bemessen wie bei körperlichen Schmerzen. Wenn es Dir seelisch weh tut, hast Du ganz genau die gleichen Rechte, wie Du hast, wenn der Schmerz körperlich ist. Auch eine chirurgische Station im Krankenhaus hat "Wartelisten". Für Operationen am Knie, Krampfadern, einige Operationen am Rücken, Magenverkleinerungen usw - für das, was krank ist, was operiert werden muss - aber nicht zeitkritisch ist. Das heißt nicht, dass man sich mit einem entzündeten Blinddarm auf die Liste setzen lassen muss - alles klar?

Macht denen Feuer unterm A*sch, aber gründlich. Du hast das Recht, dass Dir jetzt geholfen wird und die haben die Pflicht, Dir zu helfen - JETZT.

so mal bitte konkret: was genau ist für Dich "nicht umsetzbar"?

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6. Januar 2013 um 18:30
In Antwort auf avarrassterne

Hm
erst mal: Du kannst Dich mit mir unterhalten, dann hast Du Deine Gespräche mit Leuten, die selbst wissen, wie es ist.

Ja, Du solltest Dir Hilfe holen. Was die unendlich langen Wartezeiten angeht: Die gelten nicht für Notfälle und Du *bist* ein Notfall. Spann Deinen Freund mit ein, der kann da ruhig auch anrufen und ordentlich Terror machen, dass Du JETZT Hilfe brauchst. Erstens ist der nicht ganz so tief unten wie Du, zweitens brauchst Du Deine Kraft im Moment ganz egoistisch, drittens ist er damit im Recht.
Das Zauberwort heißt "Eid des Hippokrates". JEDER, ausnahmslos jeder Arzt leistet einen Schwur, dass er NIEMALS einen Menschen, der seine Hilfe braucht und darum bittet, abweist und / oder im Stich läßt. Du brauchst Hilfe und zwar JETZT. Die Ärzte wollen gelentlich mal in aller Deutlichkeit daran erinnert werden, aber sie DÜRFEN nicht sagen "kommen sie in 7 Monaten wieder" wenn du JETZT Hilfe brauchst. Genauso wenig, wie sie Dich wegschicken dürften, wenn Du ... sagen wir ein gebrochenes Bein hättest. Das heißt leider nicht, dass sie es nicht versuchen, da ist Sturheit gefragt und - ja ganz direkt gesagt: geht denen auf den S*ck (pardon, aber wenn es nicht anderes geht: genau das!) und laßt Euch nicht abwimmeln. Sagt denen, Du brauchst jetzt Hilfe, sie haben den Eid geleistet, die niemals zu verweigern, also sollen sie anfangen. SOFORT.
Das gilt allerdings nicht für Psychologen, die sind keine Ärzte, kein Eid des Hippokrates, bei denen ist es "nur" unverantwortlich, wenn sie Dich in so einer Situation halt einfach auf die Warteliste setzen.
So wie es Dir im Moment geht, hast Du auch jederzeit (!!!) das Recht (!!!) einfach in die Notaufnahme der nächsten Klinik zu fahren. Ganz genau so, als hättest Du nicht seelische Schmerzen sondern Bauchkrämpfe o.ä. - Stell Dir vor, Deine Schmerzen wären ganz genauso stark, wie sie jetzt sind, nur es wäre kein seelischer Schmerz sondern Bauchkrämpfe. Oder Rückenschmerzen in der gleichen Stärke. Du wärst schon lang beim Arzt gewesen und hättest dem solide die Meinung gegeigt, wenn der Dir gesagt hätte, dass Du in paar Monaten wiederkommen sollst, oder? Du wärst schon lange ins Krankenhaus in die Notaufnahme gefahren, damit sich das ein Arzt ansieht und "wieder ganz macht" und hättest Dir bestimmt nicht sagen lassen, dass Du in paar Monaten wieder kommen sollst.
JEDE psychische Klinik hat genauso eine rund um die Uhr besetzte Notaufnahme. Die ist nicht nur für die geschlossenen Stationen da sondern auch für die offenen. Für Depressionen und für alle Menschen mit psych. Problemen, die sofort Hilfe brauchen. Und sofort Hilfe brauchen heißt ganz gewiß NICHT, dass es "irgendwie so schon geht" sondern es ist ganz genau so zu bemessen wie bei körperlichen Schmerzen. Wenn es Dir seelisch weh tut, hast Du ganz genau die gleichen Rechte, wie Du hast, wenn der Schmerz körperlich ist. Auch eine chirurgische Station im Krankenhaus hat "Wartelisten". Für Operationen am Knie, Krampfadern, einige Operationen am Rücken, Magenverkleinerungen usw - für das, was krank ist, was operiert werden muss - aber nicht zeitkritisch ist. Das heißt nicht, dass man sich mit einem entzündeten Blinddarm auf die Liste setzen lassen muss - alles klar?

Macht denen Feuer unterm A*sch, aber gründlich. Du hast das Recht, dass Dir jetzt geholfen wird und die haben die Pflicht, Dir zu helfen - JETZT.

so mal bitte konkret: was genau ist für Dich "nicht umsetzbar"?

:'(
Gelernt habe ich, wenn ich mich schlecht fühle Sachen durch die Gegend zu werfen wie z. B. Bücher etc. Das wurde mir in der Klinik gezeigt, doch ich schaffe es nicht das umzusetzen. Auch das aufschreiben von meinen Gefühlen ist für mich nicht zu schaffen weil ich gar nicht weiß was ich fühle - es ist alles aber auch nichts. Vor allem wenn ich anderen Leuten versuche zu erklären wie es mir geht kann das keiner verstehen. Als ich in der Klinik war habe ich einen Psychologen an die Seite bekommen, er konnte Dinge aussprechen die ich nicht konnte. Er wusste was ich meinte und er hat mir auch gesagt das er gerne mit mir arbeiten möchte und ich die Klinik nicht verlassen sollte. Doch die Stationsärztin hat mich heim geschickt. Ich habe absolut keine Ahnung ob ich jemals jemanden finden werde der mich so versteht. Leider behandelt er nur Leute dieser Klinik :'(! Ich weiß das ich mich durchsetzen muss doch ich kann sowas gar nicht gut gegenüber fremden Menschen. Ich bin ein blöde kleines Mäuschen und muss mit vorurteilen kämpfen ohne Ende. Alleine vor morgen habe ich furchtbar Angst, ich muss wieder arbeiten. Ich hasse meinen Job, es ist so schlimm ich werde von den Kollegen gemobbt weil ich in so lange krank war. Teilweise erzählen mir die Leute, dass sie sich umbringen möchten. Einer hat mir sogar schon erzählt wie er das tun wird. Ich habe mit Kindern zu tun die misshandelt werden oder mit denen schlimmes passiert oder um die sich gezankt werden. Ich zerbrechen daran. Und trotzdem stehe ich morgen wieder auf und zwinge mich mit Tränen in den Augen dort hin :'(! Ich werde gleich morgen versuchen einen Psychiater zu erreichen in der Hoffnung, dass er mir helfen wird.

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6. Januar 2013 um 19:06
In Antwort auf zdenka_12834591

:'(
Gelernt habe ich, wenn ich mich schlecht fühle Sachen durch die Gegend zu werfen wie z. B. Bücher etc. Das wurde mir in der Klinik gezeigt, doch ich schaffe es nicht das umzusetzen. Auch das aufschreiben von meinen Gefühlen ist für mich nicht zu schaffen weil ich gar nicht weiß was ich fühle - es ist alles aber auch nichts. Vor allem wenn ich anderen Leuten versuche zu erklären wie es mir geht kann das keiner verstehen. Als ich in der Klinik war habe ich einen Psychologen an die Seite bekommen, er konnte Dinge aussprechen die ich nicht konnte. Er wusste was ich meinte und er hat mir auch gesagt das er gerne mit mir arbeiten möchte und ich die Klinik nicht verlassen sollte. Doch die Stationsärztin hat mich heim geschickt. Ich habe absolut keine Ahnung ob ich jemals jemanden finden werde der mich so versteht. Leider behandelt er nur Leute dieser Klinik :'(! Ich weiß das ich mich durchsetzen muss doch ich kann sowas gar nicht gut gegenüber fremden Menschen. Ich bin ein blöde kleines Mäuschen und muss mit vorurteilen kämpfen ohne Ende. Alleine vor morgen habe ich furchtbar Angst, ich muss wieder arbeiten. Ich hasse meinen Job, es ist so schlimm ich werde von den Kollegen gemobbt weil ich in so lange krank war. Teilweise erzählen mir die Leute, dass sie sich umbringen möchten. Einer hat mir sogar schon erzählt wie er das tun wird. Ich habe mit Kindern zu tun die misshandelt werden oder mit denen schlimmes passiert oder um die sich gezankt werden. Ich zerbrechen daran. Und trotzdem stehe ich morgen wieder auf und zwinge mich mit Tränen in den Augen dort hin :'(! Ich werde gleich morgen versuchen einen Psychiater zu erreichen in der Hoffnung, dass er mir helfen wird.

Geh zurück in die Klinik
Noch heute abend! Nimm Deinen Freund mit bzw. laß Dich von ihm hinfahren.

Die Stationsärztin wird eh nicht da sein, dag dem diensthabenden Arzt, dass Du nicht klar kommst und erklär ihm, wie es Dir geht.

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6. Januar 2013 um 21:01
In Antwort auf avarrassterne

Geh zurück in die Klinik
Noch heute abend! Nimm Deinen Freund mit bzw. laß Dich von ihm hinfahren.

Die Stationsärztin wird eh nicht da sein, dag dem diensthabenden Arzt, dass Du nicht klar kommst und erklär ihm, wie es Dir geht.

Wie hast du das denn geschafft?
Wie hast du es gepackt, zu lernen damit umzugehen? Das Gefühlschaos zu sortieren? Woher holst du die Kraft? Ich werde denke deinen Rat befolgen. Meine Klamotten packen und dann morgen nach meiner Ultraschalluntersuchung gehen. Das ist ja kein Leben.

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7. Januar 2013 um 8:14
In Antwort auf zdenka_12834591

Wie hast du das denn geschafft?
Wie hast du es gepackt, zu lernen damit umzugehen? Das Gefühlschaos zu sortieren? Woher holst du die Kraft? Ich werde denke deinen Rat befolgen. Meine Klamotten packen und dann morgen nach meiner Ultraschalluntersuchung gehen. Das ist ja kein Leben.

Naja
Da landest Du doch gleich wieder bei der Stationsärztin
Aber es ist und bleibt das einzig sinnvolle in Deiner Situation.


Wie ich es geschafft habe? Nicht in paar Tagen, von jetzt auf gleich geht es sicher nicht.

Im Grunde mit 3 Änderungen im Leben:
1) regelmäßige Ruheinseln - Du brauchst jede (!) Woche 3-6h (!), wo Du nur etwas für Dich tust. Etwas, was Dir gut tut. Immer. In guten und in "schlechten" Zeiten. Ganz bewußt und ganz konsequent.

2) Trigger reduzieren - ich habe unter all den Dingen, die ich nur für andere tue oder die ich tue, ohne dass ich sie auch tun *will*, mal SEHR gründlich "ausgemistet" und das mache ich regelmäßig. Bei Dir solltest Du gleich damit anfangen, einen anderen Job zu suchen. Einen Job, mit dem Du nicht klarkommst, kannst Du Dir nicht für immer leisten. Dass muß nicht nächste Woche geklärt sein, aber Du solltest das angehen. Dazu die "kleinen Dinge" nicht vergessen. Jede Situation, in der Du Dich nicht wohl fühlst, prüfen, egal wie winzig das auch sein mag - 10 kleine Ärgernisse sind zusammen auch ein großes.

3) Eben das Entschärfen akuter Situationen.
Ich werde ganz sicher nicht mit Büchern werfen! ^^ Erstens sind mir Bücher heilig und zweitens würde mir das gar nichts nützen. Das ist nichts, was ich in so einer Situation machen würde / machen möchte / machen werde (und es ist ja wohl für'n **** wenn ich um mir zu helfen etwas tue, wobei ich mich unwohl fühlen würde oder was ich nur "auf Krampf" tue!) und das ist auch nichts, was mich zur Ruhe kommen lässt.
Bei mir hilft beispielsweise fürchterlich laute Musik (hab immer den MP3-Player dabei, egal wo ich bin).
Da sind wir auch schon beim Thema: Es nützt gar nichts, zu "lernen", dass man mit Büchern werfen kann. Du musst lernen, etwas zu finden, was Du in einer krit. Situation freiwillig tun willst (!) und was Dich beruhigt. Wenn Gewalt gegen unschuldige Bücher nicht dazugehört, ist das ganz einfach nutzlos. Sprich den Psychologen darauf an, dass der zusammen mit Dir etwas sucht, was zu Dir passt und nicht etwas, was irgendeinem Arzt auf irgendeiner Schulung für toll verkauft wurde.
Mehr Beispiele von mir findest Du weiter unten unter "Skills"

Es geht nicht darum, zu lernen, was irgendwer in einer Klinik gerade für toll hält.
Es geht nicht darum, irgendeine PMR oder weiß der Kuckuck für eine Entspannungstechnik zu lernen, für die irgendeine Klinik gerade jemanden hat, der das als Kurs anbieten kann.
Es geht darum, FÜR DICH, nur ganz allein für DICH etwas zu finden, was ZU DIR passt und DIR hilft.

Bei mir funktioniert Tagebuch nicht um Gefühle auszudrücken, aber sehr wohl, um positives Denken zu trainieren.
Gefühle verarbeiten kann ich teilweise mit lyrischer Darstellung - also Gedichte schreiben, aber das ist ganz sicher etwas, was nur für wenige funktioniert, nichts massentaugliches.
Kunst ist generell keine schlechte Idee, vllt. funktioniert es bei Dir, wenn Du malst statt schreibst, vielleicht auch nicht.
Vllt. funktionieren mechanische erschaffende Tätigkeiten - Stricken, Körbe flechten oder so etwas.

Eine Entspannungstechnik, die in der Therapie meist gelehrt wird, ist toll - aber nutzlos, wenn man sie nicht machen MAG.
Schreib Dir eine Liste mit Dingen, die Du gern tust, gern tun würdest, gern lernen würdest.
Auch wenn Du es seit Jahren nicht gemacht hast oder noch nie. Dann nimm Dir einen Kalender und lege Dir 5h jede Woche zeitlich fest und in dieser Zeit machst Du nur etwas, was auf dieser Liste steht. Egal, was Du noch für Pflichten zu erledigen hättest, egal wer grad anruft, egal, wer gerade an der Tür klingelt. Hilft 10000000 mal mehr als wenn Du versuchst, Dich regelmäßig zu PMR oder autogenem Training zu zwingen, ohne das tatsächlich auch zu wollen (wie gesagt: alles, was Du nicht willst, solltest Du so selten wie möglich tun!).

Wenn irgendwas herrumwerfen Dir nicht hilft, hast Du noch nichts nützliches gelernt. Es gilt, etwas zu finden, was auch nützt. Der Psychologe müsste Dich dabei unterstützen können, dass Du etwas findest, was tatsächlich auch einen Wert hat, frage ihn danach.

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11. Februar 2013 um 16:39

Hochinteressant
Moin,

uiii... mal einen Thread in dem man als Betroffene Grenzgängerin sich auch in Ruhe immer wieder durchlesen kann und so sich selbst noch besser verstehen lernen kann!

Theoretisch gesehen, bin ich schon seid meinem 17. Lebensjahr Grenzgängerin, aber damals wurden wir und die Symptome vollkommen totgeschwiegen. Im Laufe der Jahre haben mich mein Studium und mein beruflicher Werdegang irgendwie aus diesen Grenzbereich herausgehoben, was man eigentlich auch als Verdrängung des Gegebenen sehen könnte, denn nach meinem beruflichen Aus 2002 kam alles doppelt so extrem wieder hoch, allerdings brach es noch nicht wirklich aus damals, dass geschah erst 2007 in Form einer gigantischen Lawine und der Auslöser war ein böser Streit mit unseren damaligen Nachbarn. Psychoterror! Als Angst- und Panikpatientin war dies dann eine sehr böse Situation, tja und so geschah, was ich all die Jahre zuvor versucht hatte zu unterdrücken. Wenn ich nun einen Panikschub oder einen anderen Schub (körperliche Extremschmerzen/kaputte Knochen, verschobene Wirbelsäule und angebrochenen Halswirbel) kriege, meldet sich leider auch gleich das Verlangen mich zu ritzen ! Seid zwei Jahren habe ich mich soweit im Griff, dass ich diese Schübe meistens abfangen kann und mich nicht selbst verletze, aber es klappt nicht immer.
Doch nicht immer sind Angst oder körperliche Schmerzen die Auslöser, es gibt Tage, da weiß ich gar nicht die Gründe warum, dann passiert es einfach , diese Tage sind zwar selten, aber sie belasten mich dann schon sehr, weil ich ja die Kontrolle über mich verloren habe und dies mag ich nicht!

Mit Tabletten diese Auslöser zu unterbinden, bringt bei mir nichts, da ich eine hochgradige Medikamenten Unverträglichkeit habe und muss da sehr vorsichtig sein, auch bei der Einnahme von Schmerzmitteln.

Also muss ich mich immer selbst kontrollieren, was halt manchmal auch schief geht, leider!

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11. Februar 2013 um 16:57
In Antwort auf darla_12631353

Hochinteressant
Moin,

uiii... mal einen Thread in dem man als Betroffene Grenzgängerin sich auch in Ruhe immer wieder durchlesen kann und so sich selbst noch besser verstehen lernen kann!

Theoretisch gesehen, bin ich schon seid meinem 17. Lebensjahr Grenzgängerin, aber damals wurden wir und die Symptome vollkommen totgeschwiegen. Im Laufe der Jahre haben mich mein Studium und mein beruflicher Werdegang irgendwie aus diesen Grenzbereich herausgehoben, was man eigentlich auch als Verdrängung des Gegebenen sehen könnte, denn nach meinem beruflichen Aus 2002 kam alles doppelt so extrem wieder hoch, allerdings brach es noch nicht wirklich aus damals, dass geschah erst 2007 in Form einer gigantischen Lawine und der Auslöser war ein böser Streit mit unseren damaligen Nachbarn. Psychoterror! Als Angst- und Panikpatientin war dies dann eine sehr böse Situation, tja und so geschah, was ich all die Jahre zuvor versucht hatte zu unterdrücken. Wenn ich nun einen Panikschub oder einen anderen Schub (körperliche Extremschmerzen/kaputte Knochen, verschobene Wirbelsäule und angebrochenen Halswirbel) kriege, meldet sich leider auch gleich das Verlangen mich zu ritzen ! Seid zwei Jahren habe ich mich soweit im Griff, dass ich diese Schübe meistens abfangen kann und mich nicht selbst verletze, aber es klappt nicht immer.
Doch nicht immer sind Angst oder körperliche Schmerzen die Auslöser, es gibt Tage, da weiß ich gar nicht die Gründe warum, dann passiert es einfach , diese Tage sind zwar selten, aber sie belasten mich dann schon sehr, weil ich ja die Kontrolle über mich verloren habe und dies mag ich nicht!

Mit Tabletten diese Auslöser zu unterbinden, bringt bei mir nichts, da ich eine hochgradige Medikamenten Unverträglichkeit habe und muss da sehr vorsichtig sein, auch bei der Einnahme von Schmerzmitteln.

Also muss ich mich immer selbst kontrollieren, was halt manchmal auch schief geht, leider!

Danke
in Sachen SVV bin ich auch nicht völlig "abstinent" - kommt 4 oder 5 mal im Jahr vor - so ist es für mich ok, dabei belasse ich es auch. Ein bißchen wie eine Sucht - und so gehe ich damit auch um. Es gibt Menschen da geht bei Sucht / Abhängigkeit nur vollständige Abstinenz, da gehöre ich zum Glück nicht dazu.

Tabletten... ja, da ersetzt man zu leicht einen Kompensationsmechanismus gegen einen anderen und die Dinger haben meist nervige Nebenwirkungen. Also genau genommen gehört es zu den Wirkungen, dass eben alle Gefühle planiert werden - die "guten" wie die "schlechten" und man ziemlich asexuell wird oder so etwas. Für den Notfall - klar, macht Sinn finde ich. Aber Lösung ist das keine, das schüttet auch nur das Problem zu. Meint die emotionsbügelnde Fraktion ... ich mag keine Präparate auflisten... Anti-Depressiva - finde ich sind was ganz anderes, wenn der Dopamin-Spiegel nicht passt, *kann* man das auch ohne Medikamente auf die Reihe kriegen, aber es ist unendlich viel mühsamer.
Sollte Euch jemals einer mit Tranquillizern kommen (Tavor ist das gängigste) fasst das Zeug nicht an. Niemals. Auch nicht als Notfallmedizin. Tretet dem Doc in die Kronjuwelen (falls es eine Frau ist, müsst Ihr etwas genauer zielen) und geht zu diesem Doc nie wieder hin. Nach wenigen Tagen (!) Einnahme beschert Euch das einen Entzug, der nicht zu Unrecht mit Heroin verglichen wird - NoGo. Finger weg.

Kontrolle... ich hab irgendwann mal festgestellt, dass ich nicht mehr ein Problem mit zu wenig Kontrolle habe - dafür jetzt eines mit zu viel. Also versuche ich Zeiten einzubauen, wo ich die gezielt fallen lasse. Die Dissoziation halt machen lasse beispielsweise. Kontrolle völlig abgebe. Usw.

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11. Februar 2013 um 20:03
In Antwort auf avarrassterne

Danke
in Sachen SVV bin ich auch nicht völlig "abstinent" - kommt 4 oder 5 mal im Jahr vor - so ist es für mich ok, dabei belasse ich es auch. Ein bißchen wie eine Sucht - und so gehe ich damit auch um. Es gibt Menschen da geht bei Sucht / Abhängigkeit nur vollständige Abstinenz, da gehöre ich zum Glück nicht dazu.

Tabletten... ja, da ersetzt man zu leicht einen Kompensationsmechanismus gegen einen anderen und die Dinger haben meist nervige Nebenwirkungen. Also genau genommen gehört es zu den Wirkungen, dass eben alle Gefühle planiert werden - die "guten" wie die "schlechten" und man ziemlich asexuell wird oder so etwas. Für den Notfall - klar, macht Sinn finde ich. Aber Lösung ist das keine, das schüttet auch nur das Problem zu. Meint die emotionsbügelnde Fraktion ... ich mag keine Präparate auflisten... Anti-Depressiva - finde ich sind was ganz anderes, wenn der Dopamin-Spiegel nicht passt, *kann* man das auch ohne Medikamente auf die Reihe kriegen, aber es ist unendlich viel mühsamer.
Sollte Euch jemals einer mit Tranquillizern kommen (Tavor ist das gängigste) fasst das Zeug nicht an. Niemals. Auch nicht als Notfallmedizin. Tretet dem Doc in die Kronjuwelen (falls es eine Frau ist, müsst Ihr etwas genauer zielen) und geht zu diesem Doc nie wieder hin. Nach wenigen Tagen (!) Einnahme beschert Euch das einen Entzug, der nicht zu Unrecht mit Heroin verglichen wird - NoGo. Finger weg.

Kontrolle... ich hab irgendwann mal festgestellt, dass ich nicht mehr ein Problem mit zu wenig Kontrolle habe - dafür jetzt eines mit zu viel. Also versuche ich Zeiten einzubauen, wo ich die gezielt fallen lasse. Die Dissoziation halt machen lasse beispielsweise. Kontrolle völlig abgebe. Usw.

Tavor....
Oha, so wie Du dieses Medikament und seine Wirkungen beschreibst, erinnert es mich an das Schmerzmittel Tilidin. Tilidin ist ein sehr starkes Schmerzmittel, was allerdings auch hochgradig abhängig machen kann und eine weitere Wirkung ist, dass es teilweise wirkt wie Anti-Depressiva oder Beta-Blocker und man sich fühlt wie in Watte eingepackt ! Ich hab Tilidin mal eine zeitlang bekommen, dann allerdings den Arzt gewechselt und da ich zum Glück, von solchen Medis nicht süchtig werde, es sofort wieder abgesetzt.
Durch meine Medikamenten Unverträglichkeit und auch Resistenz, bin ich zusammen mit meinem Doc ständig auf der Suche nach Schmerzmitteln, die mir helfen können die täglichen mal leichten und meistens schon sehr starken Schmerzen zu verringern. Momentan ist dies Ibruprofen 200 und 400. Es ist allerdings eine Frage der Zeit, wann ich auch dies nicht mehr vertrage bzw. gar nicht mehr darauf ansprechen werde und dann geht die Sucherei wieder von vorne los , echt ätzend!
Aspirin jeder Art und Form darf ich gar nicht nehmen, daher dürfen auch keine Medikament Zusätze von Aspirin in anderen Medis enthalten sein, denn dies könnte für mich sehr gefährlich werden.

Mein jetziger Doc ist voll cool, er sagt zum Beispiel, dass ich von meiner Seite her entscheiden kann, darf und soll, was ich für Medis zulasse und was nicht! Auch akzepiert und respektiert er voll, dass ich jede Form von Anti-Depressiva und Beta-Blockern total ablehne. Alles was ich nehme, wenn ich innerlich zu unruhig werde und kurz vor einer sehr heftigen Panikattacke oder SVV stehe, ist Johanniskraut, allerdings die verschreibungspflichtige und somit höher dosierte Form. Mir hilft dies sehr! Ich nehme es aber sehr selten, da ich meist eher die Wege der inneren Selbstkontrolle gehe, nur wenn gar nichts mehr geht oder hilft, nehme ich Johanniskraut!

Vor einigen Wochen, stand ich mal wieder kurz davor mich selbst zu verletzen, aber ich konnte es abwenden und darauf bin ich sehr Stolz! Doch ist momentan der Drang täglich zugegen zur Klinge zu greifen, also jeden Tag höchste Selbstkontrolle! Meine Freundin hilft mir dabei unbewusst, denn sie ist da und gibt mir Kraft, ja in einer gewissen Art Sicherheit, was sehr gut tut! Auch das Schreiben hier mit Dir, tut mir gut und hilft mir sehr, danke Avarrassterne !

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11. Februar 2013 um 20:07
In Antwort auf avarrassterne

Danke
in Sachen SVV bin ich auch nicht völlig "abstinent" - kommt 4 oder 5 mal im Jahr vor - so ist es für mich ok, dabei belasse ich es auch. Ein bißchen wie eine Sucht - und so gehe ich damit auch um. Es gibt Menschen da geht bei Sucht / Abhängigkeit nur vollständige Abstinenz, da gehöre ich zum Glück nicht dazu.

Tabletten... ja, da ersetzt man zu leicht einen Kompensationsmechanismus gegen einen anderen und die Dinger haben meist nervige Nebenwirkungen. Also genau genommen gehört es zu den Wirkungen, dass eben alle Gefühle planiert werden - die "guten" wie die "schlechten" und man ziemlich asexuell wird oder so etwas. Für den Notfall - klar, macht Sinn finde ich. Aber Lösung ist das keine, das schüttet auch nur das Problem zu. Meint die emotionsbügelnde Fraktion ... ich mag keine Präparate auflisten... Anti-Depressiva - finde ich sind was ganz anderes, wenn der Dopamin-Spiegel nicht passt, *kann* man das auch ohne Medikamente auf die Reihe kriegen, aber es ist unendlich viel mühsamer.
Sollte Euch jemals einer mit Tranquillizern kommen (Tavor ist das gängigste) fasst das Zeug nicht an. Niemals. Auch nicht als Notfallmedizin. Tretet dem Doc in die Kronjuwelen (falls es eine Frau ist, müsst Ihr etwas genauer zielen) und geht zu diesem Doc nie wieder hin. Nach wenigen Tagen (!) Einnahme beschert Euch das einen Entzug, der nicht zu Unrecht mit Heroin verglichen wird - NoGo. Finger weg.

Kontrolle... ich hab irgendwann mal festgestellt, dass ich nicht mehr ein Problem mit zu wenig Kontrolle habe - dafür jetzt eines mit zu viel. Also versuche ich Zeiten einzubauen, wo ich die gezielt fallen lasse. Die Dissoziation halt machen lasse beispielsweise. Kontrolle völlig abgebe. Usw.

Tavor
da kann ich dir nur zustimmen...als ich mich selbst eingewiesen habe, habe ich das in der ersten nacht bekommen und dann stand es in der bedarfs liste...aber da ich jemand bin, der beobachtet , habe ich schnell gemerkt, welche wirkungen tavor hat. somit habe ich dann darauf bestanden, dass es sofort!!! aus der liste genommen wird. ich bin generell jemand, der medikation ablehnt...es sei denn ich kann nicht anders...aber die einzigen tabletten die ich nehme sind eh nur schmerzmittel oder beruhigungsmittel auf pflanzlicher basis. ich weigere mich irgendwelche "hammerteile" zu nehmen. zumal ich keine lust habe auf irgendwelche nebenwirkungen (auch wenn es noch nicht dazu gekommen ist...sicher ist sicher)

kontrolle:
dies ist ein eher schwieriges thema bei mir, da ich sehr impulsiv bin und recht schnell ausklinken kann...das betrifft auch svv . für ne gewisse zeit geht es..aber ich bin jemand, der so ziemlich alles in sich reinfrisst und klar..irgendwann ist es zuviel und ich explodiere...am schlimmsten ist es bei mir, wenn ich diese schübe habe, wo ich mich vor mir selber ekel...du willst nicht wissen, was ich dann am liebsten machen würde. (bestimmt kannst dus dir vorstellen).

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11. Februar 2013 um 20:43
In Antwort auf elif_11859433

Tavor
da kann ich dir nur zustimmen...als ich mich selbst eingewiesen habe, habe ich das in der ersten nacht bekommen und dann stand es in der bedarfs liste...aber da ich jemand bin, der beobachtet , habe ich schnell gemerkt, welche wirkungen tavor hat. somit habe ich dann darauf bestanden, dass es sofort!!! aus der liste genommen wird. ich bin generell jemand, der medikation ablehnt...es sei denn ich kann nicht anders...aber die einzigen tabletten die ich nehme sind eh nur schmerzmittel oder beruhigungsmittel auf pflanzlicher basis. ich weigere mich irgendwelche "hammerteile" zu nehmen. zumal ich keine lust habe auf irgendwelche nebenwirkungen (auch wenn es noch nicht dazu gekommen ist...sicher ist sicher)

kontrolle:
dies ist ein eher schwieriges thema bei mir, da ich sehr impulsiv bin und recht schnell ausklinken kann...das betrifft auch svv . für ne gewisse zeit geht es..aber ich bin jemand, der so ziemlich alles in sich reinfrisst und klar..irgendwann ist es zuviel und ich explodiere...am schlimmsten ist es bei mir, wenn ich diese schübe habe, wo ich mich vor mir selber ekel...du willst nicht wissen, was ich dann am liebsten machen würde. (bestimmt kannst dus dir vorstellen).


Impulsivität haben sehr viele Menschen, die einigen mehr , die anderen weniger, wenn man allerdings lernt, diese Impulsivität in pure Energie und somit in Kraft umzuformen, hat man einen sehr guten Energie Spender ! Dies ist nun vielleicht, leichter gesagt als getan, ich weiß, doch was ist Impulsivität denn anderes? Richtig Energie die sich einen Weg sucht, diesen Weg kann man selbst bestimmen, wenn man es zulässt !

Ach ja alles in sich reinfressen , dies haben wir beide ja sehr stark Süße, denn wir beide sind eher weniger die, welche über sich selbst und seine Ängste, Sorgen und Probleme reden können, am allerwenigsten mit Außenstehenden! ! Ich habe im Laufe der Jahre allerdings damit angefangen, darüber zu schreiben, wie hier im Forum (allerdings in anderen Foren oder mit meinem besten Freund in skype) oder ich schreibe in meinem Reinfress Tagebuch, was mich belastet. Weil zuviel führt unweigerlich zur Explosion, da gebe ich Dir Recht!

Das womit wir beide nun angefangen haben, wird Dir sehr helfen andere Ventile zu finden, um den Überdruck in Dir abzubauen und immer wieder zu verringern ! (Du weißt was ich meine )

Ist die Seele in sich selbst schon zu sehr gefangen und wird dann noch mit noch mehr überschüttet, hat sie irgendwann keine Ausweichmöglichkeiten, dann kommt es zu anderen Ausbrüchen, wie z. B. SVV, Fress- oder Brechattacken, etc. pp., in unserer heutigen Gesellschaft wird man dann entweder mit irgendwelchen Medikamenten vollgepumpt oder wegesperrt, weil man ja nicht der Norm nach funktioniert. Wir werden im Stich gelassen und nicht verstanden, weil viele sich A nicht die Mühe machen wollen oder können und B weil wir als unheilbar Kranke besser weggeschlossen gehören, aber dies sind keine Lösungen und die falschen Wege.

Hm..., also vor sich selbst ekeln tue ich mich eher selten, aber ich kenne das Gefühl sehr gut , hatte es am Anfang, wo ich immer schwerer wurde und manchmal habe ich es, wenn ich mich vor lauter Schmerzen nicht unter die Dusche stellen kann (mir fehlt da echt auch das schöne heiße Bad )! Gegen mein Übergewicht kann ich leider momentan nicht sonderlich viel tun (muss ich aber bald mal in Angriff nehmen weil, tut langsam böse Weh!).

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11. Februar 2013 um 20:45
In Antwort auf darla_12631353

Tavor....
Oha, so wie Du dieses Medikament und seine Wirkungen beschreibst, erinnert es mich an das Schmerzmittel Tilidin. Tilidin ist ein sehr starkes Schmerzmittel, was allerdings auch hochgradig abhängig machen kann und eine weitere Wirkung ist, dass es teilweise wirkt wie Anti-Depressiva oder Beta-Blocker und man sich fühlt wie in Watte eingepackt ! Ich hab Tilidin mal eine zeitlang bekommen, dann allerdings den Arzt gewechselt und da ich zum Glück, von solchen Medis nicht süchtig werde, es sofort wieder abgesetzt.
Durch meine Medikamenten Unverträglichkeit und auch Resistenz, bin ich zusammen mit meinem Doc ständig auf der Suche nach Schmerzmitteln, die mir helfen können die täglichen mal leichten und meistens schon sehr starken Schmerzen zu verringern. Momentan ist dies Ibruprofen 200 und 400. Es ist allerdings eine Frage der Zeit, wann ich auch dies nicht mehr vertrage bzw. gar nicht mehr darauf ansprechen werde und dann geht die Sucherei wieder von vorne los , echt ätzend!
Aspirin jeder Art und Form darf ich gar nicht nehmen, daher dürfen auch keine Medikament Zusätze von Aspirin in anderen Medis enthalten sein, denn dies könnte für mich sehr gefährlich werden.

Mein jetziger Doc ist voll cool, er sagt zum Beispiel, dass ich von meiner Seite her entscheiden kann, darf und soll, was ich für Medis zulasse und was nicht! Auch akzepiert und respektiert er voll, dass ich jede Form von Anti-Depressiva und Beta-Blockern total ablehne. Alles was ich nehme, wenn ich innerlich zu unruhig werde und kurz vor einer sehr heftigen Panikattacke oder SVV stehe, ist Johanniskraut, allerdings die verschreibungspflichtige und somit höher dosierte Form. Mir hilft dies sehr! Ich nehme es aber sehr selten, da ich meist eher die Wege der inneren Selbstkontrolle gehe, nur wenn gar nichts mehr geht oder hilft, nehme ich Johanniskraut!

Vor einigen Wochen, stand ich mal wieder kurz davor mich selbst zu verletzen, aber ich konnte es abwenden und darauf bin ich sehr Stolz! Doch ist momentan der Drang täglich zugegen zur Klinge zu greifen, also jeden Tag höchste Selbstkontrolle! Meine Freundin hilft mir dabei unbewusst, denn sie ist da und gibt mir Kraft, ja in einer gewissen Art Sicherheit, was sehr gut tut! Auch das Schreiben hier mit Dir, tut mir gut und hilft mir sehr, danke Avarrassterne !

Nein
gegen Tavor sind Opiate & Morphine wie Tilidin der reine Kindergeburtstag.
Mir hat das nen Doc völlig umkommentiert gegeben, als ich in derKlinik war, weil völlig am Boden - gleich mal in BTM - pflichtiger Dosierung. Ich lese eigentlich sogar in der Klinik die Packungsbeilage, bevor ich was nehme - *ein mal* habe ich das nicht gemacht. Dann höre ich so mit halbem Ohr die Stationsschwester dem Doc sagen,dass er das BTM - Rezept für mich noch unterschreiben muss. BITTE?!? 1 min später hatte ich die Packungsbeilage, 2h später war ich "auf eigenes Verlangen und gegen ausdrücklichen ärztlichen Rat blablabla aus der Klinik wieder raus - und dann hatte ich einen gigantischen depressiven Schub, Todessehnsucht, ... noch paar Leckereien und als Sahnhäubchen noch den härtesten Entzug, den ich je erlebt habe und von dem ich je gehört habe. Wenn ich den Doc je wieder sehe, verläßt der den Platz als Kastrat, dass könnt Ihr mir glauben

Johanniskraut kann ich nicht - das ist die Heilpflanze mit den rikantesten Nebenwirkungen die ich kenne - also unter den "harmlosen", Belladonna oder Fingerhut ist es jetzt auch nicht gleich U.a. setzt es die Wirkung der meisten Psychopharmaka außer Kraft - auch wenn ich sorgfältig wähle, ohnegeht es nicht, die von Herz- Kreislaufmedikamenten (hab oft viel zu niedrigen Bluttdruck) und die der Pille - kommt alles 3's ned so gut
Da nehm ich lieber die Alternativen
Was hast Du für Schmerzen? Rücken meine ich gelesen zu haben?

Ich hab noch ein paar Skills, die ich nicht öffentlich schreiben kann, weil sie ziemlich umstritten sind - per PN, wenn Du magst. Bzw. ich erklär Dir per PN erst mal, warum sie umstritten sind und dann kannst Dir überlegen, ob Du es versuchen magst. Haben mich schon manchmal bewahrt...

Ansonsten - Danke für das Kompliment

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11. Februar 2013 um 21:44
In Antwort auf elif_11859433

Tavor
da kann ich dir nur zustimmen...als ich mich selbst eingewiesen habe, habe ich das in der ersten nacht bekommen und dann stand es in der bedarfs liste...aber da ich jemand bin, der beobachtet , habe ich schnell gemerkt, welche wirkungen tavor hat. somit habe ich dann darauf bestanden, dass es sofort!!! aus der liste genommen wird. ich bin generell jemand, der medikation ablehnt...es sei denn ich kann nicht anders...aber die einzigen tabletten die ich nehme sind eh nur schmerzmittel oder beruhigungsmittel auf pflanzlicher basis. ich weigere mich irgendwelche "hammerteile" zu nehmen. zumal ich keine lust habe auf irgendwelche nebenwirkungen (auch wenn es noch nicht dazu gekommen ist...sicher ist sicher)

kontrolle:
dies ist ein eher schwieriges thema bei mir, da ich sehr impulsiv bin und recht schnell ausklinken kann...das betrifft auch svv . für ne gewisse zeit geht es..aber ich bin jemand, der so ziemlich alles in sich reinfrisst und klar..irgendwann ist es zuviel und ich explodiere...am schlimmsten ist es bei mir, wenn ich diese schübe habe, wo ich mich vor mir selber ekel...du willst nicht wissen, was ich dann am liebsten machen würde. (bestimmt kannst dus dir vorstellen).

Impulsiv
ja, Du sagst das, als wäre das was schlechtes Such ein bißchen und Du findest jede Menge Menschen, die Dich darum beneiden.

Wir müssen ja nicht alles ausgleichen, nicht alles kontrollieren, wir wollen doch nicht Buddha werden

Selbsthass / Ekel vor mir selbst kenne ich zum Glück nicht. Ist bei vielen von uns ein großes Thema, ich weiß, aber davon bin ich verschont. Selbstbewußtsein - hatte ich als Teenager definitiv zu wenig, das habe ich dann mal geändert - lange bevor das Thema Borderline eskaliert ist.

In Dich hineinfressen und dann explodieren - kannst Du über 2 Wege angehen - Grundstimmung ständig und regelmäßig aufhübschen und Auslöser kontrollieren.

Klingt abstrakt - mal im Beispiel von mir aus: Ich kann über Probleme mit anderen erst dann wirklich reden, wenn ich sie für mich ausgerichtet und gerade gezogen habe - also dann, wenn es eigentlich schon gelöst ist, aber vllt. noch weh tut. Das taugt nicht in einer Ehe und das taugt auch nicht bei allen anderen Gelegenheiten, das habe ich gelernt bei Bedarf kontrolliert zu überwinden. Mir rollen sich immer noch die Nackenhaare ein, aber immerhin geht es. Ich fühle mich danach nicht besser (ein Gefühl, was ich noch nie nachvollziehen konnte, über etwas reden und sich dadurch besser fühlen?) aber es schade mir nicht mehr in Beziehungen zu anderen Menschen.

Was mich selbst angeht, kann ich Gedanken blocken (beispielsweise alles, was Worte wie "hätte" und "wäre" enthält) - hab paar Monate gebraucht, um das zu lernen, aber manchmal unersetzlich. Ich kenne mich gut genug, um zu wissen, wie nahe ich meinen Grenzen bin und ich habe Menschen in meiner Umgebung, die auch "die Zeichen lesen können", die wissen was mich triggert und was mich anstrengt - und was mich wieder runter bringt. Menschen, die auch auf Signale achten, die ich vllt. nicht selbst wahrnehme - stärkere Dissoziation, extrem kalte Hände sind bei mir beispielsweise Zeichen, dass ich mal Pause machen sollte - und ich habe mir eingeprügelt, wenn jemand sowas zu mir sagt, unbedingt davon auszugehen, dass er Recht hat und mich nicht anp*** will.
Ich tu auch in "guten Zeiten" regelmäßig was zum "Seele streicheln", was schönes, was ich mag, was mich gedakenverloren Lächeln läßt.

Ansonsten sind bei mir meist Erinnerung und Wahrnehmung die Punkte, wo der Frosch die Locken hat.
Erinnerungen sind der leichtere Teil, ich "kenn meine Pappenheimer". Die schmerzhaften kann ich auch "einfach" blocken - ich glaub jeder Grenzgänger weiß, dass es Punkte gibt, wo "auflösen" nicht geht und "wegschließen" tatsächlich eine Lösung ist - natürlich niemals als generelles Konzept! Die Sitationen, wo ich "komisch" reagiere,weil ich mich wieder als Kind vor Mami fühle oder sowas - hat viel Übung und Nerven gekostet, aber ich kann sie inzwischen "von innen" erkennen.
Wahrnehmung - wenn ich nicht darauf achte, kann ich leicht abgehen wie el Torro auf Droge - ohne recht zu peilen, dass das rote Tuch eigentlich ein kleiner weißer Kieselstei ist, der einfach nur am Wegesrand liegt - das war eigenlich das schwerste von allen - inzwischen kann ich das mit einer Kombination aus Markern und Referenzpunkten recht gut abfangen.

Impulsiv & temperamentvoll - klar, so lange es ohne Elefant im Porzellanladen abgeht, ist da nichts schlechtes dran

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11. Februar 2013 um 22:21
In Antwort auf avarrassterne

Nein
gegen Tavor sind Opiate & Morphine wie Tilidin der reine Kindergeburtstag.
Mir hat das nen Doc völlig umkommentiert gegeben, als ich in derKlinik war, weil völlig am Boden - gleich mal in BTM - pflichtiger Dosierung. Ich lese eigentlich sogar in der Klinik die Packungsbeilage, bevor ich was nehme - *ein mal* habe ich das nicht gemacht. Dann höre ich so mit halbem Ohr die Stationsschwester dem Doc sagen,dass er das BTM - Rezept für mich noch unterschreiben muss. BITTE?!? 1 min später hatte ich die Packungsbeilage, 2h später war ich "auf eigenes Verlangen und gegen ausdrücklichen ärztlichen Rat blablabla aus der Klinik wieder raus - und dann hatte ich einen gigantischen depressiven Schub, Todessehnsucht, ... noch paar Leckereien und als Sahnhäubchen noch den härtesten Entzug, den ich je erlebt habe und von dem ich je gehört habe. Wenn ich den Doc je wieder sehe, verläßt der den Platz als Kastrat, dass könnt Ihr mir glauben

Johanniskraut kann ich nicht - das ist die Heilpflanze mit den rikantesten Nebenwirkungen die ich kenne - also unter den "harmlosen", Belladonna oder Fingerhut ist es jetzt auch nicht gleich U.a. setzt es die Wirkung der meisten Psychopharmaka außer Kraft - auch wenn ich sorgfältig wähle, ohnegeht es nicht, die von Herz- Kreislaufmedikamenten (hab oft viel zu niedrigen Bluttdruck) und die der Pille - kommt alles 3's ned so gut
Da nehm ich lieber die Alternativen
Was hast Du für Schmerzen? Rücken meine ich gelesen zu haben?

Ich hab noch ein paar Skills, die ich nicht öffentlich schreiben kann, weil sie ziemlich umstritten sind - per PN, wenn Du magst. Bzw. ich erklär Dir per PN erst mal, warum sie umstritten sind und dann kannst Dir überlegen, ob Du es versuchen magst. Haben mich schon manchmal bewahrt...

Ansonsten - Danke für das Kompliment


AUTSCH! Somit hatte der Doc in dieser Klinik, an Dir eine Körperverletzung begangen, da er Dir ein Medikament verabreicht hatte, welches unter das BTM-Gesetz fällt und zudem noch hochgradig süchtig machen kann!!!
Mir wollte man damals in einer psychiatrischen Klinik, in die ich freiwillig gegangen bin, wegen Suizid, auch irgendwelche Medis geben, allerdings sagte mir diese doofe Ärztin nicht um was es sich handelte und ich hatte ihr dann mitgeteilt, dass ich auf viele Medis allergisch reagiere. Doch das hat die gar nicht interessiert, die meinte glatt zu mir, dass ich dies nicht in meinem Zustand beurteilen könnte ! Sicher kannst Du Dir nun gut vorstellen, dass ich schier explodiert bin bei dieser Aussage?! Die drückte mir zwei rote Riesentabletten in die Hand und ein Glas Wasser, mit den Worten: " Nehmen Sie die und Sie werden ruhiger! Sollten Sie diese nicht nehmen, würde man sie mir Zwangsweise verabreichen!" Da war dann bei mir Schluss mit lustig und ich habe der Frau (arroganto) Doktor sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass ich mich zum einen auf rein freiwilliger Basis in diese Klinik begeben hatte und das sie, wenn sie mich dazu nötigen würde, diese Medikamente einzunehmen, gegen mich eine sehr schwerwiegende Körperverletzung beginge, welche ich zur Anzeige gegen sie und die Klinik bringen würde. Die hat mich angeglotzt wie ein Bus, meinte aber dann noch zu mir, dass ich damit nicht durch käme und ich ja keine Ahnung hätte wie dies ginge!!!
Da ist mir dann restlos die Sicherung durchgebrannt und ich habe dieser arroganten Kuh sehr deutlich und eiskalt erklärt, dass ich gelernte Security Fachfrau mit dem Schwerpunkt Bodyguard und Veranstaltungsschutz sei, somit kenne ich mich im Recht und dessen Grundlagen recht gut aus, dies International. Wenn sie mich also dazu nötigen und zwingen würde, dass ich ein Medikament zu mir nehme, welches ich nicht kenne und über das ich nichts weiß, ich sie allerdings darüber in Kenntnis gesetzt hatte, dass ich eine Allergie gegen diverse Medikamente habe, begeht sie eine mittelschwere bis schwere Körperverletzung und diese kann auch für eine Ärztin, nein für eine arrogante Göttin in Weiß sehr schwerwiegende Folgen haben. In der Zwischenzeit, war der Leitende Oberarzt der Station dazu gekommen und hatte alles mitbekommen. Er hatte daraufhin sie weggeschickt und ich musste nicht diese Medikamente nehmen. Hatte während meinem Aufenthalt in dieser Klinik einen anderen Arzt, was aus dieser Ärztin geworden ist und ob sie noch in der Klinik arbeitet, weiß ich nicht.

Daher glaube ich Dir gerne, dass Du diesen Arzt am liebsten gekillt hättest, denn wenn ich mich damals nicht so beherrscht hätte, hätte ich diese Ärztin nicht nur verbal ganz klein gekriegt, sondern mit einem Aikido-Halsgriff an die Wand genagelt, was ihr nicht im mindesten bekommen wäre.

Oh, dass wusste ich gar nicht *schäm*, da ich mit Johanniskraut keinerlei Probleme habe und es mir auch hilft, habe ich mich nie mehr damit auseinandergesetzt. Werde mich da aber mal reinlesen und nach weniger schädlichen Wegen suchen !

Mir verrutschen regelmäßig die Wirbel, außerdem habe ich einen angebrochenen sowie deformierten Halswirbel. Außerdem versteifen immer mehr sämtliche Gelenke, angefangen bei den Schultern, was eine sehr schmerzhafte Angelegenheit ist. Da ich auf Autogenes Training sowie Rückenschule und Bewegungstherapien überhaupt nicht anspreche, bleiben mir nur die Sachen, die ich seid mehreren Jahren betreibe, dazu gehören die langsamen Bewegungseinheiten aus Thai Chi, Aikido und Ninjitsu (Formen nennt man diese Abläufe). Da ich seid meinem 5. Lebensjahr Kampfkunst betreibe und in diversen Techniken Meistergrade habe, darunter in Aikido, Ninjitsu und Kendo (Schwertkampf), sind die einzelnen Bewegungsabläufe in Fleisch und Blut übergegangen, also keinerlei übermäßige Anstrengungen, da ich diese schon im Grund unterbinden kann.
Mein Doc findet dies sehr gut, denn er sieht, dass ich mich so nicht, wie die meisten Menschen es tun, verkrieche oder in Selbstmitleid zerfließe, sondern versuche ganz normal weiter zu leben.
Momentan suchen wir nach dem Grund eines immer stärker werdenden weiterem Krankheitsverlauf, Krämpfe und Krampfattacken im gesamten Körper, welche nicht durch Magnesium Mangel ausgelöst werden, da diese Werte in mir völlig normal sind. Bis her nur leider ohne Erfolg. Magen etc. pp. ist alles ok, daher vermutet er eine psychosomatische Ursache, da werden wir in nächster Zeit weiter testen und suchen, denn es muss ja eine Ursache geben für diese schon sehr heftigen Krämpfe !

Hm..., ich nehme gerne Vorschläge an, aber ich bin auch sehr vorsichtig und ohne vorherige Rücksprache mit meinem Doc, werde ich nichts ausprobieren oder testen, was ich nicht kenne! Trotzdem Danke für Dein Angebot

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11. Februar 2013 um 22:24
In Antwort auf avarrassterne

Impulsiv
ja, Du sagst das, als wäre das was schlechtes Such ein bißchen und Du findest jede Menge Menschen, die Dich darum beneiden.

Wir müssen ja nicht alles ausgleichen, nicht alles kontrollieren, wir wollen doch nicht Buddha werden

Selbsthass / Ekel vor mir selbst kenne ich zum Glück nicht. Ist bei vielen von uns ein großes Thema, ich weiß, aber davon bin ich verschont. Selbstbewußtsein - hatte ich als Teenager definitiv zu wenig, das habe ich dann mal geändert - lange bevor das Thema Borderline eskaliert ist.

In Dich hineinfressen und dann explodieren - kannst Du über 2 Wege angehen - Grundstimmung ständig und regelmäßig aufhübschen und Auslöser kontrollieren.

Klingt abstrakt - mal im Beispiel von mir aus: Ich kann über Probleme mit anderen erst dann wirklich reden, wenn ich sie für mich ausgerichtet und gerade gezogen habe - also dann, wenn es eigentlich schon gelöst ist, aber vllt. noch weh tut. Das taugt nicht in einer Ehe und das taugt auch nicht bei allen anderen Gelegenheiten, das habe ich gelernt bei Bedarf kontrolliert zu überwinden. Mir rollen sich immer noch die Nackenhaare ein, aber immerhin geht es. Ich fühle mich danach nicht besser (ein Gefühl, was ich noch nie nachvollziehen konnte, über etwas reden und sich dadurch besser fühlen?) aber es schade mir nicht mehr in Beziehungen zu anderen Menschen.

Was mich selbst angeht, kann ich Gedanken blocken (beispielsweise alles, was Worte wie "hätte" und "wäre" enthält) - hab paar Monate gebraucht, um das zu lernen, aber manchmal unersetzlich. Ich kenne mich gut genug, um zu wissen, wie nahe ich meinen Grenzen bin und ich habe Menschen in meiner Umgebung, die auch "die Zeichen lesen können", die wissen was mich triggert und was mich anstrengt - und was mich wieder runter bringt. Menschen, die auch auf Signale achten, die ich vllt. nicht selbst wahrnehme - stärkere Dissoziation, extrem kalte Hände sind bei mir beispielsweise Zeichen, dass ich mal Pause machen sollte - und ich habe mir eingeprügelt, wenn jemand sowas zu mir sagt, unbedingt davon auszugehen, dass er Recht hat und mich nicht anp*** will.
Ich tu auch in "guten Zeiten" regelmäßig was zum "Seele streicheln", was schönes, was ich mag, was mich gedakenverloren Lächeln läßt.

Ansonsten sind bei mir meist Erinnerung und Wahrnehmung die Punkte, wo der Frosch die Locken hat.
Erinnerungen sind der leichtere Teil, ich "kenn meine Pappenheimer". Die schmerzhaften kann ich auch "einfach" blocken - ich glaub jeder Grenzgänger weiß, dass es Punkte gibt, wo "auflösen" nicht geht und "wegschließen" tatsächlich eine Lösung ist - natürlich niemals als generelles Konzept! Die Sitationen, wo ich "komisch" reagiere,weil ich mich wieder als Kind vor Mami fühle oder sowas - hat viel Übung und Nerven gekostet, aber ich kann sie inzwischen "von innen" erkennen.
Wahrnehmung - wenn ich nicht darauf achte, kann ich leicht abgehen wie el Torro auf Droge - ohne recht zu peilen, dass das rote Tuch eigentlich ein kleiner weißer Kieselstei ist, der einfach nur am Wegesrand liegt - das war eigenlich das schwerste von allen - inzwischen kann ich das mit einer Kombination aus Markern und Referenzpunkten recht gut abfangen.

Impulsiv & temperamentvoll - klar, so lange es ohne Elefant im Porzellanladen abgeht, ist da nichts schlechtes dran

Ein elefant.....
...im porzellan laden bin ich glücklicherweise nicht XD
jedoch kann ich sehr böse werden...wenn ich explodiere,sollte man sich nach möglichkeit von mir fernhalten, da eine eskalation der situation alles ander als angenehm wäre..insbesondere für die anderen parteien die zugegen wären.in dem punkt ist es mir dann egal, was mit mir passiert, denn da verliere ich jegliche kontrolle über mich selbst und bin sozusagen wie ein tier.
deswegen sollte man mich möglichst niemals zur äußersten weißglut treiben .

joah temperament hat was, aber zuviel davon ist..naja..pööööhse.
was mir oft hilft ist musik oder bestimmte gerüche . (gestern nen neuen tee probiert..türkischer apfel und ich muss sagen, der geruch hat mich dazu verleitet mich zu fühlen, wie auf einer wolke XD)
ebenso wie das zeichnen oder schreiben. das sind so die dinge, die mir helfen, oder aber ein gespräch führen..auch wenn es nicht unbedingt eines ist, was die probleme betrifft,sondern viel mehr eines über dinge, die mein allgemeines interesse erwecken auch sowas kann helfen

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11. Februar 2013 um 22:49
In Antwort auf avarrassterne

Impulsiv
ja, Du sagst das, als wäre das was schlechtes Such ein bißchen und Du findest jede Menge Menschen, die Dich darum beneiden.

Wir müssen ja nicht alles ausgleichen, nicht alles kontrollieren, wir wollen doch nicht Buddha werden

Selbsthass / Ekel vor mir selbst kenne ich zum Glück nicht. Ist bei vielen von uns ein großes Thema, ich weiß, aber davon bin ich verschont. Selbstbewußtsein - hatte ich als Teenager definitiv zu wenig, das habe ich dann mal geändert - lange bevor das Thema Borderline eskaliert ist.

In Dich hineinfressen und dann explodieren - kannst Du über 2 Wege angehen - Grundstimmung ständig und regelmäßig aufhübschen und Auslöser kontrollieren.

Klingt abstrakt - mal im Beispiel von mir aus: Ich kann über Probleme mit anderen erst dann wirklich reden, wenn ich sie für mich ausgerichtet und gerade gezogen habe - also dann, wenn es eigentlich schon gelöst ist, aber vllt. noch weh tut. Das taugt nicht in einer Ehe und das taugt auch nicht bei allen anderen Gelegenheiten, das habe ich gelernt bei Bedarf kontrolliert zu überwinden. Mir rollen sich immer noch die Nackenhaare ein, aber immerhin geht es. Ich fühle mich danach nicht besser (ein Gefühl, was ich noch nie nachvollziehen konnte, über etwas reden und sich dadurch besser fühlen?) aber es schade mir nicht mehr in Beziehungen zu anderen Menschen.

Was mich selbst angeht, kann ich Gedanken blocken (beispielsweise alles, was Worte wie "hätte" und "wäre" enthält) - hab paar Monate gebraucht, um das zu lernen, aber manchmal unersetzlich. Ich kenne mich gut genug, um zu wissen, wie nahe ich meinen Grenzen bin und ich habe Menschen in meiner Umgebung, die auch "die Zeichen lesen können", die wissen was mich triggert und was mich anstrengt - und was mich wieder runter bringt. Menschen, die auch auf Signale achten, die ich vllt. nicht selbst wahrnehme - stärkere Dissoziation, extrem kalte Hände sind bei mir beispielsweise Zeichen, dass ich mal Pause machen sollte - und ich habe mir eingeprügelt, wenn jemand sowas zu mir sagt, unbedingt davon auszugehen, dass er Recht hat und mich nicht anp*** will.
Ich tu auch in "guten Zeiten" regelmäßig was zum "Seele streicheln", was schönes, was ich mag, was mich gedakenverloren Lächeln läßt.

Ansonsten sind bei mir meist Erinnerung und Wahrnehmung die Punkte, wo der Frosch die Locken hat.
Erinnerungen sind der leichtere Teil, ich "kenn meine Pappenheimer". Die schmerzhaften kann ich auch "einfach" blocken - ich glaub jeder Grenzgänger weiß, dass es Punkte gibt, wo "auflösen" nicht geht und "wegschließen" tatsächlich eine Lösung ist - natürlich niemals als generelles Konzept! Die Sitationen, wo ich "komisch" reagiere,weil ich mich wieder als Kind vor Mami fühle oder sowas - hat viel Übung und Nerven gekostet, aber ich kann sie inzwischen "von innen" erkennen.
Wahrnehmung - wenn ich nicht darauf achte, kann ich leicht abgehen wie el Torro auf Droge - ohne recht zu peilen, dass das rote Tuch eigentlich ein kleiner weißer Kieselstei ist, der einfach nur am Wegesrand liegt - das war eigenlich das schwerste von allen - inzwischen kann ich das mit einer Kombination aus Markern und Referenzpunkten recht gut abfangen.

Impulsiv & temperamentvoll - klar, so lange es ohne Elefant im Porzellanladen abgeht, ist da nichts schlechtes dran


" Wo der Frosch die Locken hat?!?"
" El Torro auf Droge...!"

Sorry, aber ich lag grad fast unterm Tisch vor Lachen!

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11. Februar 2013 um 22:59
In Antwort auf darla_12631353


AUTSCH! Somit hatte der Doc in dieser Klinik, an Dir eine Körperverletzung begangen, da er Dir ein Medikament verabreicht hatte, welches unter das BTM-Gesetz fällt und zudem noch hochgradig süchtig machen kann!!!
Mir wollte man damals in einer psychiatrischen Klinik, in die ich freiwillig gegangen bin, wegen Suizid, auch irgendwelche Medis geben, allerdings sagte mir diese doofe Ärztin nicht um was es sich handelte und ich hatte ihr dann mitgeteilt, dass ich auf viele Medis allergisch reagiere. Doch das hat die gar nicht interessiert, die meinte glatt zu mir, dass ich dies nicht in meinem Zustand beurteilen könnte ! Sicher kannst Du Dir nun gut vorstellen, dass ich schier explodiert bin bei dieser Aussage?! Die drückte mir zwei rote Riesentabletten in die Hand und ein Glas Wasser, mit den Worten: " Nehmen Sie die und Sie werden ruhiger! Sollten Sie diese nicht nehmen, würde man sie mir Zwangsweise verabreichen!" Da war dann bei mir Schluss mit lustig und ich habe der Frau (arroganto) Doktor sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass ich mich zum einen auf rein freiwilliger Basis in diese Klinik begeben hatte und das sie, wenn sie mich dazu nötigen würde, diese Medikamente einzunehmen, gegen mich eine sehr schwerwiegende Körperverletzung beginge, welche ich zur Anzeige gegen sie und die Klinik bringen würde. Die hat mich angeglotzt wie ein Bus, meinte aber dann noch zu mir, dass ich damit nicht durch käme und ich ja keine Ahnung hätte wie dies ginge!!!
Da ist mir dann restlos die Sicherung durchgebrannt und ich habe dieser arroganten Kuh sehr deutlich und eiskalt erklärt, dass ich gelernte Security Fachfrau mit dem Schwerpunkt Bodyguard und Veranstaltungsschutz sei, somit kenne ich mich im Recht und dessen Grundlagen recht gut aus, dies International. Wenn sie mich also dazu nötigen und zwingen würde, dass ich ein Medikament zu mir nehme, welches ich nicht kenne und über das ich nichts weiß, ich sie allerdings darüber in Kenntnis gesetzt hatte, dass ich eine Allergie gegen diverse Medikamente habe, begeht sie eine mittelschwere bis schwere Körperverletzung und diese kann auch für eine Ärztin, nein für eine arrogante Göttin in Weiß sehr schwerwiegende Folgen haben. In der Zwischenzeit, war der Leitende Oberarzt der Station dazu gekommen und hatte alles mitbekommen. Er hatte daraufhin sie weggeschickt und ich musste nicht diese Medikamente nehmen. Hatte während meinem Aufenthalt in dieser Klinik einen anderen Arzt, was aus dieser Ärztin geworden ist und ob sie noch in der Klinik arbeitet, weiß ich nicht.

Daher glaube ich Dir gerne, dass Du diesen Arzt am liebsten gekillt hättest, denn wenn ich mich damals nicht so beherrscht hätte, hätte ich diese Ärztin nicht nur verbal ganz klein gekriegt, sondern mit einem Aikido-Halsgriff an die Wand genagelt, was ihr nicht im mindesten bekommen wäre.

Oh, dass wusste ich gar nicht *schäm*, da ich mit Johanniskraut keinerlei Probleme habe und es mir auch hilft, habe ich mich nie mehr damit auseinandergesetzt. Werde mich da aber mal reinlesen und nach weniger schädlichen Wegen suchen !

Mir verrutschen regelmäßig die Wirbel, außerdem habe ich einen angebrochenen sowie deformierten Halswirbel. Außerdem versteifen immer mehr sämtliche Gelenke, angefangen bei den Schultern, was eine sehr schmerzhafte Angelegenheit ist. Da ich auf Autogenes Training sowie Rückenschule und Bewegungstherapien überhaupt nicht anspreche, bleiben mir nur die Sachen, die ich seid mehreren Jahren betreibe, dazu gehören die langsamen Bewegungseinheiten aus Thai Chi, Aikido und Ninjitsu (Formen nennt man diese Abläufe). Da ich seid meinem 5. Lebensjahr Kampfkunst betreibe und in diversen Techniken Meistergrade habe, darunter in Aikido, Ninjitsu und Kendo (Schwertkampf), sind die einzelnen Bewegungsabläufe in Fleisch und Blut übergegangen, also keinerlei übermäßige Anstrengungen, da ich diese schon im Grund unterbinden kann.
Mein Doc findet dies sehr gut, denn er sieht, dass ich mich so nicht, wie die meisten Menschen es tun, verkrieche oder in Selbstmitleid zerfließe, sondern versuche ganz normal weiter zu leben.
Momentan suchen wir nach dem Grund eines immer stärker werdenden weiterem Krankheitsverlauf, Krämpfe und Krampfattacken im gesamten Körper, welche nicht durch Magnesium Mangel ausgelöst werden, da diese Werte in mir völlig normal sind. Bis her nur leider ohne Erfolg. Magen etc. pp. ist alles ok, daher vermutet er eine psychosomatische Ursache, da werden wir in nächster Zeit weiter testen und suchen, denn es muss ja eine Ursache geben für diese schon sehr heftigen Krämpfe !

Hm..., ich nehme gerne Vorschläge an, aber ich bin auch sehr vorsichtig und ohne vorherige Rücksprache mit meinem Doc, werde ich nichts ausprobieren oder testen, was ich nicht kenne! Trotzdem Danke für Dein Angebot

Ja, leider nicht nur einmal
ich hab 5 Tage gebraucht, bis ich das gepeilt hab und da war ich schon bis Unterkante Oberlippe in der Kloake. Der Doc hat dann in den Bericht geschrieben ich wäre "schwer auslenkbar" - na das konnte ich doch als Kompliment verstehen - also in dem Moment hab ich nicht getan, worum er so gebettelt hat, aber rückblickend betrachtet: fast schade drum.

Ich mache keine Vorschläge ohne ausdrücklichen Wunsch, wenn Du gerade kämpfst, bin ich mit allem eh auf dünnem Eis, zumal ich Dich kaum kenne und die Möglichkeiten von Forum und PN begrenzt sind.

Ich versuch schon darauf zu achten, in solchen Threads Trigger - von bestimmten Worten bis zu Ausdrücken mancher Gefühle - zu umgehen, aber leider gibt es da nun mal keine allgemeingültige und ausschließliche 10-Punkte-Liste

Ich bin typischer Informatiker: vollständig unsportlich

Selbstmitleid - frißt die Kraft, etwas zu ändern. Mitleid generell ist nicht mein Ding. Mitgefül - okay, auch wenn ich es in Bezug auf mich manchmal begrenzt annehmen kann, Mitleid - nicht meins.

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11. Februar 2013 um 22:59
In Antwort auf darla_12631353


" Wo der Frosch die Locken hat?!?"
" El Torro auf Droge...!"

Sorry, aber ich lag grad fast unterm Tisch vor Lachen!


objective completed

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11. Februar 2013 um 23:24
In Antwort auf elif_11859433

Ein elefant.....
...im porzellan laden bin ich glücklicherweise nicht XD
jedoch kann ich sehr böse werden...wenn ich explodiere,sollte man sich nach möglichkeit von mir fernhalten, da eine eskalation der situation alles ander als angenehm wäre..insbesondere für die anderen parteien die zugegen wären.in dem punkt ist es mir dann egal, was mit mir passiert, denn da verliere ich jegliche kontrolle über mich selbst und bin sozusagen wie ein tier.
deswegen sollte man mich möglichst niemals zur äußersten weißglut treiben .

joah temperament hat was, aber zuviel davon ist..naja..pööööhse.
was mir oft hilft ist musik oder bestimmte gerüche . (gestern nen neuen tee probiert..türkischer apfel und ich muss sagen, der geruch hat mich dazu verleitet mich zu fühlen, wie auf einer wolke XD)
ebenso wie das zeichnen oder schreiben. das sind so die dinge, die mir helfen, oder aber ein gespräch führen..auch wenn es nicht unbedingt eines ist, was die probleme betrifft,sondern viel mehr eines über dinge, die mein allgemeines interesse erwecken auch sowas kann helfen


Oh ja Süße, Du bist gestern durch den Tee hier fast schon durch die Wohnung geschwebt ! Wir müssen echt mal gucken ob wir nicht irgendwo den original türkischen Apfel Tee kriegen oder den original türkischen Kirsch Tee (der ist auch sehr lecker und riecht wie ein ganzer Wald aus blühenden Kirschbäumen allerdings nur, wenn er nicht mit schwarzen Tee vermischt ist ).

Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa Du bist unsere Meisterkünstlerin, denn Du kannst umwerfend gut zeichnen , ich würde am Liebsten manchmal in Deine Bilder rein krabbeln und nicht mehr rauskommen !

Hihihihi irgendwie kommt mir das gerade sehr bekannt vor , denn wenn ich platze vor Wut ist Holland in Not und ich vergesse dann buchstäblich alles, selbst meine Schmerzen. Meine Augen werden dann ganz schwarz und in meiner Stimme liegt ein tiefes knurrendes Grollen, wie bei einem Wolf. Da sollte mir dann besser auch niemand in die Quere kommen, selbst nicht meine Frau oder Freunde, denn das geht böse schief.
Doch genau das darf mir niemals passieren, denn dadurch, dass ich eine spezielle Kampfkunst und Nahkampf Ausbildung absolviert habe, bin ich auch ohne eine feste Waffe, wie z. B. Schuss- und/oder Blankwaffen) eine sehr gefährliche Waffe und wenn ich dann durch irgendetwas die Kontrolle über mich restlos verlieren sollte, wird man mich nur durch den so genannten Finalen Rettungsschuss stoppen können! Harte Worte, ich weiß, aber es ist so wie ich es sage/schreibe und deswegen bin ich dazu gezwungen mich selbst immer unter Kontrolle zu halten, immer ruhig bleiben und nach sicheren Wegen suchen. Mein ach so " schlauer " Schwiegervater meinte mal vor einiger Zeit, mich fast zum Platzen bringen zu müssen (er stichelt gerne ), doch da da damals noch einer bei war, der ebenfalls sehr gerne stichelt, hatte sich mein kleiner Wutausbruch gegen den gerichtet und mein Schwiegervater war danach sehr kleinlaut. Immerhin habe ich einen 2 Meter und an die 200 kg schweren Mann, dazu gebracht vor mir auf die Knie zu gehen und sich wie ein kleiner Hund winselnd, bei mir zu entschuldigen, wobei er sich auch noch angepinkelt hatte. Ich habe danach 3 Wochen gebraucht um mich wieder völlig unter Kontrolle zu haben, seid dem Tag, habe ich noch mehr an mir gearbeitet und jetzt bringt mich eigentlich keiner mehr soweit (bis jetzt noch nicht, der Göttin sei Dank). Sobald ich merke, dass in mir der Punkt erreicht ist, wo es nicht mehr weiter gehen darf, ziehe ich mich von allem und jedem zurück, lese, geh raus und beobachte Tiere oder mach sonst irgendwas, um wieder in den grünen Bereich in mir zu kommen!

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12. Februar 2013 um 9:07
In Antwort auf elif_11859433

Ein elefant.....
...im porzellan laden bin ich glücklicherweise nicht XD
jedoch kann ich sehr böse werden...wenn ich explodiere,sollte man sich nach möglichkeit von mir fernhalten, da eine eskalation der situation alles ander als angenehm wäre..insbesondere für die anderen parteien die zugegen wären.in dem punkt ist es mir dann egal, was mit mir passiert, denn da verliere ich jegliche kontrolle über mich selbst und bin sozusagen wie ein tier.
deswegen sollte man mich möglichst niemals zur äußersten weißglut treiben .

joah temperament hat was, aber zuviel davon ist..naja..pööööhse.
was mir oft hilft ist musik oder bestimmte gerüche . (gestern nen neuen tee probiert..türkischer apfel und ich muss sagen, der geruch hat mich dazu verleitet mich zu fühlen, wie auf einer wolke XD)
ebenso wie das zeichnen oder schreiben. das sind so die dinge, die mir helfen, oder aber ein gespräch führen..auch wenn es nicht unbedingt eines ist, was die probleme betrifft,sondern viel mehr eines über dinge, die mein allgemeines interesse erwecken auch sowas kann helfen

Ja, sowas wie das malen / zeichnen meinte ich
abgesehen davon, dass Du wirklich super gut bist - es beruhigt Dich, es läßt Dich alles anders sehen, anders nachdenken, es verwandelt Dich ein bißchen - und heilt Deine Seele.
Musik ist bei mir auch ganz groß im Rennen - ohne MP3-Player gehe ich nirgends hin, das ist fast das schnellste und zuverlässigste für mich. Malen hilft mir auch, nur ist es da wirklich nur die Tätigkeit an sich, meine Bilder sind... naja, *hüstel* dat wird so nix.

Damit bist Du schon um einiges weiter als viele andere, Du kennst Dich doch schon ziemlich gut, Du weißt, was Dir hilft.
Wenn Du die Trigger auch so klar hast - nicht nur zum umgehen sondern auch, damit Du von vornherein weißt, wann du auf dünnem Eis bist, nimmst Du da schon viel heraus. Einiges ist auch Übung und Erfahrung, das stellt sich noch ein

"Dann ist mir egal, was mit mir passiert" - dafür muss man kein Grenzgänger sein, das ist auch bei "Normalen" manchmal so.
Die Frage ist - willst Du da etwas abfangen? Dann kannst Du mit "Markern" arbeiten. Also so etwas wie eine neutrale Mess-Skala, an der Du "in Echtzeit" erkennen kannst, ob Land unter ist, Du in Gefahr bist, dass Land unter geht oder Du sonstwie gerade in einer Überreaktion bist und was Dir sagt, dass Du jetzt eingreifen musst.
Zusätzlich brauchst Du halt etwas, wie einen psychischen Eimer kaltes Wasser, den Du dann über Deiner Nasenspitze entleeren kannst. Dafür kann man sich künstliche Trigger setzen, es gibt Techniken die (ein bißchen wie autogenes Training, gibt auch noch mehr in der Richtung) Dich körperlich / unterbewußt darauf "programmieren" können, man kann das kanalisieren / ablenken oder einfach auf klassische Weise mit Atem-techniken oder Konzentrationtechniken da Spannungen glätten.

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12. Februar 2013 um 18:33
In Antwort auf darla_12631353


" Wo der Frosch die Locken hat?!?"
" El Torro auf Droge...!"

Sorry, aber ich lag grad fast unterm Tisch vor Lachen!

XD
ja DAS hab ich gemerkt XD wobei das mit dem frosch..den kannte ich schon auch nicht schlecht^^ (verzeih den smiley spam )

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13. Februar 2013 um 10:56
In Antwort auf avarrassterne

Impulsiv
ja, Du sagst das, als wäre das was schlechtes Such ein bißchen und Du findest jede Menge Menschen, die Dich darum beneiden.

Wir müssen ja nicht alles ausgleichen, nicht alles kontrollieren, wir wollen doch nicht Buddha werden

Selbsthass / Ekel vor mir selbst kenne ich zum Glück nicht. Ist bei vielen von uns ein großes Thema, ich weiß, aber davon bin ich verschont. Selbstbewußtsein - hatte ich als Teenager definitiv zu wenig, das habe ich dann mal geändert - lange bevor das Thema Borderline eskaliert ist.

In Dich hineinfressen und dann explodieren - kannst Du über 2 Wege angehen - Grundstimmung ständig und regelmäßig aufhübschen und Auslöser kontrollieren.

Klingt abstrakt - mal im Beispiel von mir aus: Ich kann über Probleme mit anderen erst dann wirklich reden, wenn ich sie für mich ausgerichtet und gerade gezogen habe - also dann, wenn es eigentlich schon gelöst ist, aber vllt. noch weh tut. Das taugt nicht in einer Ehe und das taugt auch nicht bei allen anderen Gelegenheiten, das habe ich gelernt bei Bedarf kontrolliert zu überwinden. Mir rollen sich immer noch die Nackenhaare ein, aber immerhin geht es. Ich fühle mich danach nicht besser (ein Gefühl, was ich noch nie nachvollziehen konnte, über etwas reden und sich dadurch besser fühlen?) aber es schade mir nicht mehr in Beziehungen zu anderen Menschen.

Was mich selbst angeht, kann ich Gedanken blocken (beispielsweise alles, was Worte wie "hätte" und "wäre" enthält) - hab paar Monate gebraucht, um das zu lernen, aber manchmal unersetzlich. Ich kenne mich gut genug, um zu wissen, wie nahe ich meinen Grenzen bin und ich habe Menschen in meiner Umgebung, die auch "die Zeichen lesen können", die wissen was mich triggert und was mich anstrengt - und was mich wieder runter bringt. Menschen, die auch auf Signale achten, die ich vllt. nicht selbst wahrnehme - stärkere Dissoziation, extrem kalte Hände sind bei mir beispielsweise Zeichen, dass ich mal Pause machen sollte - und ich habe mir eingeprügelt, wenn jemand sowas zu mir sagt, unbedingt davon auszugehen, dass er Recht hat und mich nicht anp*** will.
Ich tu auch in "guten Zeiten" regelmäßig was zum "Seele streicheln", was schönes, was ich mag, was mich gedakenverloren Lächeln läßt.

Ansonsten sind bei mir meist Erinnerung und Wahrnehmung die Punkte, wo der Frosch die Locken hat.
Erinnerungen sind der leichtere Teil, ich "kenn meine Pappenheimer". Die schmerzhaften kann ich auch "einfach" blocken - ich glaub jeder Grenzgänger weiß, dass es Punkte gibt, wo "auflösen" nicht geht und "wegschließen" tatsächlich eine Lösung ist - natürlich niemals als generelles Konzept! Die Sitationen, wo ich "komisch" reagiere,weil ich mich wieder als Kind vor Mami fühle oder sowas - hat viel Übung und Nerven gekostet, aber ich kann sie inzwischen "von innen" erkennen.
Wahrnehmung - wenn ich nicht darauf achte, kann ich leicht abgehen wie el Torro auf Droge - ohne recht zu peilen, dass das rote Tuch eigentlich ein kleiner weißer Kieselstei ist, der einfach nur am Wegesrand liegt - das war eigenlich das schwerste von allen - inzwischen kann ich das mit einer Kombination aus Markern und Referenzpunkten recht gut abfangen.

Impulsiv & temperamentvoll - klar, so lange es ohne Elefant im Porzellanladen abgeht, ist da nichts schlechtes dran

Da hab ichs auch gleich gestern wieder geschafft
Aber voll in die Falle gelaufen...

Mein Mann hat mir auch noch gesagt, dass ich mich verrenne und dass ich mich angegriffen fühle ohne Grund. Und ich war mir SOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO OOOOOOOOOO sicher, dass ich einfach nicht erklären kann, was ich meine und er deswegen davon ausgeht, dass ich mich angegriffen fühle. Jaja, epic fail.

Eigentlich ging es um etwas ganz anderes, aber es hat in mir ein Thema angesprochen, was mich im Moment so nervt und wo ich auch der Meinung bin, dass ich das nie hinkriege, egal was ich mache... Nun darum ging es gar nicht, aber mein Gefühl war, mir wird unterstellt, dass ich rumgeflippt bin, wo ich mich nur entschuldigen wollte - ja und dann bin ich dann auch mit der Zeit vollendens rumgeflippt
Da war's vorbei mit allen meinen voll klugen Ratschlägen ala "hört darauf, wenn Euch jemand sagt, dass Ihr gerade grundlos abgeht" - weil ich mir soooooooooooooooooooo sicher war, dass der einfach nur nicht kapiert, was ich meine. Dass der einfach nicht kapiert, dass ich mich doch nur entschuldigt habe. Irgendwann war er dann auch nur noch genervt ... *BOOOOOOOOOOOM*

Irgendwann abends hat er ( ... ... ) es dann entschärft und geklärt und den Rest des abends hab ich versucht, gegen das Gefühl anzukämpfen, dass ich es niemals schaffen werde, mit anderen richtig klar zu kommen. In dem Falle wissend, dass das irrational ist, weil es kommt alle paar Monate *ein* Mal vor, nicht mehr öfter und artet höchst selten aus - die "Normalen" haben auch von Zeit zu Zeit ihre Aussetzer, da muss ich mich wirklich nicht mehr verstecken, wenn ich es auf das Level herunter habe... Aber manchmal hab ich es soooooooooooo satt
Manchmal ist auch bei mir der einzige Grund, wieder aufzustehen und weiterzukämpfen der, dass ich einfach gar keine Wahl habe.

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13. Februar 2013 um 13:48
In Antwort auf avarrassterne

Ja, sowas wie das malen / zeichnen meinte ich
abgesehen davon, dass Du wirklich super gut bist - es beruhigt Dich, es läßt Dich alles anders sehen, anders nachdenken, es verwandelt Dich ein bißchen - und heilt Deine Seele.
Musik ist bei mir auch ganz groß im Rennen - ohne MP3-Player gehe ich nirgends hin, das ist fast das schnellste und zuverlässigste für mich. Malen hilft mir auch, nur ist es da wirklich nur die Tätigkeit an sich, meine Bilder sind... naja, *hüstel* dat wird so nix.

Damit bist Du schon um einiges weiter als viele andere, Du kennst Dich doch schon ziemlich gut, Du weißt, was Dir hilft.
Wenn Du die Trigger auch so klar hast - nicht nur zum umgehen sondern auch, damit Du von vornherein weißt, wann du auf dünnem Eis bist, nimmst Du da schon viel heraus. Einiges ist auch Übung und Erfahrung, das stellt sich noch ein

"Dann ist mir egal, was mit mir passiert" - dafür muss man kein Grenzgänger sein, das ist auch bei "Normalen" manchmal so.
Die Frage ist - willst Du da etwas abfangen? Dann kannst Du mit "Markern" arbeiten. Also so etwas wie eine neutrale Mess-Skala, an der Du "in Echtzeit" erkennen kannst, ob Land unter ist, Du in Gefahr bist, dass Land unter geht oder Du sonstwie gerade in einer Überreaktion bist und was Dir sagt, dass Du jetzt eingreifen musst.
Zusätzlich brauchst Du halt etwas, wie einen psychischen Eimer kaltes Wasser, den Du dann über Deiner Nasenspitze entleeren kannst. Dafür kann man sich künstliche Trigger setzen, es gibt Techniken die (ein bißchen wie autogenes Training, gibt auch noch mehr in der Richtung) Dich körperlich / unterbewußt darauf "programmieren" können, man kann das kanalisieren / ablenken oder einfach auf klassische Weise mit Atem-techniken oder Konzentrationtechniken da Spannungen glätten.

Male oder zeichne nicht, aber ich schreibe und fotografiere gerne
Hier eines meiner Besten Gedichte:

Gejagdt
Ein Schuss...
Ein Schrei...
Blut auf weißem Schnee!
In weiter Ferne,
hört sie
sie schreien
und rufen:
" Wo ist diese Bestie?
Wo ist dieses Monster?
Es muss sterben
heute Nacht!"
In ihren Köpfen
durfte es
solch ein Wesen
wie sie
es war
nicht geben,
denn es war
kein Geschöpf
ihres Gottes...
Knirschende Schritte
im Schnee,
rissen sie
aus den Gedanken
und sie
sah sich
voll Panik
suchend um...
Da der Wald...
So nah
und doch soweit weg!!!
Plötzlich wieder
ein Schuss,
doch die Kugel
verfehlte sie
nur knapp...
Sie sah hinauf
zu der hell-silbernen Scheibe
am Nachthimmel,
dann nahm sie
all ihren Mut zusammen
und rannte los...
" DA! DA IST SIE!"
hört sie
die Menschen
hinter sich schrein
und viele Kugeln
flogen um sie herum.
Schlugen überall
in den Schnee ein...
Ihr Herz raste...
Ihr Atem rasselte...
Dann wurde sie
zu Boden gerissen...
Sie überschlug sich
und der Schmerz
zerriss sie fast!
Sie hörte
die Menschen Jubeln.
Sie sah zum Wald
und sprang wieder auf,
dann schlugen
die Äste gegen
ihren Körper
und die Kugeln
in das Holz.
Sie rannte
immer weiter
und weiter,
dann sank sie
auf die Knie
und sah
hinauf zum Nachthimmel!!!
Sie war eine Frau,
belegt mit einem
uralten Fluch...
Halb Wolf -
Halb Frau -
Sie war halt
einfach nur anders!!!

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13. Februar 2013 um 14:00
In Antwort auf darla_12631353

Male oder zeichne nicht, aber ich schreibe und fotografiere gerne
Hier eines meiner Besten Gedichte:

Gejagdt
Ein Schuss...
Ein Schrei...
Blut auf weißem Schnee!
In weiter Ferne,
hört sie
sie schreien
und rufen:
" Wo ist diese Bestie?
Wo ist dieses Monster?
Es muss sterben
heute Nacht!"
In ihren Köpfen
durfte es
solch ein Wesen
wie sie
es war
nicht geben,
denn es war
kein Geschöpf
ihres Gottes...
Knirschende Schritte
im Schnee,
rissen sie
aus den Gedanken
und sie
sah sich
voll Panik
suchend um...
Da der Wald...
So nah
und doch soweit weg!!!
Plötzlich wieder
ein Schuss,
doch die Kugel
verfehlte sie
nur knapp...
Sie sah hinauf
zu der hell-silbernen Scheibe
am Nachthimmel,
dann nahm sie
all ihren Mut zusammen
und rannte los...
" DA! DA IST SIE!"
hört sie
die Menschen
hinter sich schrein
und viele Kugeln
flogen um sie herum.
Schlugen überall
in den Schnee ein...
Ihr Herz raste...
Ihr Atem rasselte...
Dann wurde sie
zu Boden gerissen...
Sie überschlug sich
und der Schmerz
zerriss sie fast!
Sie hörte
die Menschen Jubeln.
Sie sah zum Wald
und sprang wieder auf,
dann schlugen
die Äste gegen
ihren Körper
und die Kugeln
in das Holz.
Sie rannte
immer weiter
und weiter,
dann sank sie
auf die Knie
und sah
hinauf zum Nachthimmel!!!
Sie war eine Frau,
belegt mit einem
uralten Fluch...
Halb Wolf -
Halb Frau -
Sie war halt
einfach nur anders!!!

+1
ich trau mir nicht, meine "düsteren" hier reinzuschreiben - Trigger...

also mal was positives:
****************************** **


Motten fliegen in das Licht
und unterscheiden zur Flamme nicht
Doch die, die träumen vom Licht der Sterne
nähren sich von deren Ferne

Stiere messen ihre Kräfte auf den Weiden
Zeiten, die für nichts anderen bleiben
Doch die, die dort die Blumen sehen
werden durch die Zeit mit einem Lächeln gehen

Tränen des Leides und der Freude habe ich geweint
so wie nur ein menschliches Herz sie eint
Weiter werde ich träumen, weiter werde ich brennen,
Weiter werde ich kämpfen, weiter werde ich die Schönheit kennen

Ich werde das Herz meiner Tränen trinken
in den Tiefen meiner Phantasie versinken
Ich bin der Mensch, die Motte und der Stier
frei in meinen Gedanken und doch hier

---world in my realms---
DS 2012-04-04

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