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Borderline-Syndrom

22. Mai 2018 um 21:46 Letzte Antwort: 11. Juni 2018 um 13:07

Hallo Leute..
Ich habe gerade auf einer anderen Plattform nachgelesen, das sehr viele Leute gegen Borderliner sind... Ich bin selbst davon betroffen und ich musste wirklich weinen...Habt ihr Aufmunterungen, Tipps oder Meinungen? Danke 😞

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24. Mai 2018 um 1:25

Liebes schokokeks,

manchmal habe ich den Eindruck, dass die Diagnose "Borderline-Syndrom" etwas überstrapaziert wird. Damit meine ich, dass es mir so vorkommt, als würde so ziemlich jedem Menschen, der sich nicht ganz gesellschaftskonform verhält, sofort die Diagnose Borderline umgehängt.

Borderline ist sehr schwierig zu erkennen und es ist wohl nicht immer leicht, da die Grenze zu ziehen.

Wieso denkst du, dass du auch betroffen bist? Hast du eine Diagnose eines Facharztes?

LG
Elisabeth

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24. Mai 2018 um 1:49
In Antwort auf truth-lies

Liebes schokokeks,

manchmal habe ich den Eindruck, dass die Diagnose "Borderline-Syndrom" etwas überstrapaziert wird. Damit meine ich, dass es mir so vorkommt, als würde so ziemlich jedem Menschen, der sich nicht ganz gesellschaftskonform verhält, sofort die Diagnose Borderline umgehängt.

Borderline ist sehr schwierig zu erkennen und es ist wohl nicht immer leicht, da die Grenze zu ziehen.

Wieso denkst du, dass du auch betroffen bist? Hast du eine Diagnose eines Facharztes?

LG
Elisabeth

ja habe ich ... unter anderem auch noch manisch depressiv und suizidales verhalten... und hab auch viel mist gebaut ... 

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24. Mai 2018 um 12:25

das jemand etwas gegen Borderliner hat, habe ich schon von einem Pschologen gehört, bei dem ich zur Behandlung (als Borderliner!) war, weil er auf seiner Website Therapien dafür angeboten hat.
Und davon abgesehen Tausende Male gehört und gelesen. Buchstäblich tausende Male.

Habe auch eine Weile gebraucht, bis mich davon wirklich nichts mehr getriggert hat - dem besagten Psychologen verdanke ich ein paar Narben, wobei eigentlich SO klar ist, dass das einfach nur ein Vollidiot war, dem die Lizenz zur Ausübung seines Berufes entzogen gehört.

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24. Mai 2018 um 14:24

in meinem Umfeld auch.

Im Internet nicht.
In meiner Familie auch nicht.

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24. Mai 2018 um 21:41
In Antwort auf 1806schokokeks

Hallo Leute..
Ich habe gerade auf einer anderen Plattform nachgelesen, das sehr viele Leute gegen Borderliner sind... Ich bin selbst davon betroffen und ich musste wirklich weinen...Habt ihr Aufmunterungen, Tipps oder Meinungen? Danke 😞

Du musst belastbarer werden, das ist mein Tip für dich. Es kann oder sollte nicht sein, dass dich die Meinung fremder Leute in einem Internetforum zum Weinen bringt oder dass du danach aufgemuntert werden muss.
Mir sind Borderliner gelinde gesagt auch höchst unsympathisch aufgrund gemachter Erfahrungen, sollte dich das interessieren? Nein, du solltest einfach dein Ding durchziehen und nichts auf die Meinung anderer geben.

Ich habe eine schizoide Persönlichkeitsstörung und neben dem absoluten Großteil der Bevölkerung der nicht einmal weiß, was das ist weil es die seltenste Persönlichkeitsstörung ist, gibt es auch viele die sich in Foren darüber auslassen wie schlimm solche Schizoiden sind.
Wenn ich jedes mal weinen würde weil jemand Schizoide nicht mag oder weil mich jemand nicht mag, dann dürfte ich ohne 1L Eimer gar nicht mehr aus dem Bett gehen, das kanns ja nicht sein, so kommt man doch zu nichts.

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26. Mai 2018 um 6:37

tja, nur warum biete man das dann aktiv an?
Lässt Menschen, die Hilfe suchen, zu einem kommen, um dann einen schicken Schwinger unter die Gürtelline anzusetzen? DAS fand ich mehr als daneben.
Heute hätte ich den Wicht bei der Ärztekammer angezeigt dafür, damals...

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26. Mai 2018 um 14:21
In Antwort auf 1806schokokeks

ja habe ich ... unter anderem auch noch manisch depressiv und suizidales verhalten... und hab auch viel mist gebaut ... 

Sieh es einfach so: du bist eben leider krank. Dafür musst du dich kein bisschen schämen! Hättest du einen gebrochenen Arm oder die Grippe, würde dir das kein Mensch vorwerfen und du kämst gar nicht auf die Idee, dich zu schämen oder schuldig zu fühlen

Bei psychischen Erkrankungen sind viele Menschen noch nicht so weit. Pychische Erkrankungen sieht man einem Menschen oft nicht an und darum können sich diese Menschen nicht vorstellen, dass sie tatsächlich mitunter schwere Erkrankungen sein können.

Bitte nimm solche Aussagen nicht persönlich. Das geht gar nicht gegen dich als Person, sondern diese Menschen sind einfach verunsichert und wissen mit psychischen Erkrankungen nicht umzugehen bzw. kommen mit dem Verhalten, das oft mit pychischen Erkrankungen einhergeht, nicht zurecht. Es ist ja auch manchmal nicht so einfach - du schreibst ja selbst, dass du viel Mist gebaut hast.

Das, was du jetzt als gegen Borderliner sein wahrnimmst, ist vielleicht sehr oft einfach nur Angst und Unsicherheit.

Ich möchte dir jetzt noch mitgeben, dass du auf dich Acht gibst. Wenn du das Gefühl hast, dass du Hilfe brauchst, hol sie dir. Zum Glück sind viele psychische Erkrankungen behandelbar. Auch wenn man manche sein Leben lang hat, kann man sie doch in den Griff bekommen und damit leben zu lernen.

Du schaffst das!
Alles Gute und LG
Elisabeth

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26. Mai 2018 um 14:31

 Liebe Erdbeere,

ich denke, dass nicht zuletzt dieses Überstrapazieren solcher Diagnosen unter anderem auch dazu führt, dass Menschen etwas genervt darauf reagieren, wenn man sagt, man habe einer dieser Krankheiten. 

So ungefähr wie: "Ja klar, schon wieder einer. Der sagt das doch nur, damit er sich nicht ändern/nicht arbeiten gehen.... muss." Menschen, die mit psychischen Erkrankungen normalerweise nichts zu tun haben, hören nur in den Medien davon oder bekommen mit, dass der Kollege wegen Burn Out monatelang krankgeschrieben ist, aber dann am Wochenende mit Freunden feiern geht. Oder dass sich jemand total daneben benimmt und dann erklärt, das käme vom Borderline. Das erweckt dann den Eindruck, als seien diese Menschen gar nicht wirklich krank, sondern benutzten diese Krankheit als Ausrede, weil sie nicht arbeiten wollen oder sich einfach nicht beherrschen können. Möglicherweise gibt es auch wirklich Menschen, die das bewusst so machen. Eine psychische Erkankung erkennt man ja nicht auf einem Röntgenbild oder einem Blutbefund - das macht es ja auch so schwierig, sie zu diagnostizieren. Und Menschen neigen nunmal dazu, zu generalisieren. Das Dumme ist nur, dass es dann auch diejenigen trifft, die wirklich krank sind.

Da muss noch viel Aufklärung her. Aber es wird langsam besser. 

LG
Elisabeth

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26. Mai 2018 um 14:32
In Antwort auf avarrassterne1

das jemand etwas gegen Borderliner hat, habe ich schon von einem Pschologen gehört, bei dem ich zur Behandlung (als Borderliner!) war, weil er auf seiner Website Therapien dafür angeboten hat.
Und davon abgesehen Tausende Male gehört und gelesen. Buchstäblich tausende Male.

Habe auch eine Weile gebraucht, bis mich davon wirklich nichts mehr getriggert hat - dem besagten Psychologen verdanke ich ein paar Narben, wobei eigentlich SO klar ist, dass das einfach nur ein Vollidiot war, dem die Lizenz zur Ausübung seines Berufes entzogen gehört.

Das ist aber auch grotesk! Wie kann man Borderliner behandeln, wenn man etwas gegen sie hat?

Darf ich fragen, wie sich das geäußert hat? 

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26. Mai 2018 um 19:23
In Antwort auf truth-lies

Das ist aber auch grotesk! Wie kann man Borderliner behandeln, wenn man etwas gegen sie hat?

Darf ich fragen, wie sich das geäußert hat? 

er hat beim ersten Gespräch, also in der "Kennenlernrunde" halt einfach so gesagt, dass er ja findet, dass Borderliner ganz fürchterliche Menschen sind, mit denen sich keiner abgeben will. Naja, einen zweiten Termin gab es dann halt nicht.
Hat mich trotzdem in der Situation ziemlich getroffen, zumal ich mich eh immer ziemlich zwingen musste, mich den Psychologen zu öffnen - anders geht ja eine Therapie nicht. Also tue ich es, mit allem Kampf, den es mich kostet - und dann kommt sowas. Habe mich lange zu gar keiner Therapie mehr getraut und dann bin ich mal wieder im Krankenhaus gelandet...

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26. Mai 2018 um 19:25

keinen Ruhepol, meiner Meinung nach. Jemand, der selbst und aktiv auf seine Grenzen achtet und die selbst wahrt und jemand, der nicht dazu neigt, zu schnell etwas persönlich zu nehmen.
Jedenfalls niemand, der sich als "nett und rücksichtsvoll" beschreiben würde, das ist Gift für beide Seiten.

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28. Mai 2018 um 15:55
In Antwort auf 1806schokokeks

Hallo Leute..
Ich habe gerade auf einer anderen Plattform nachgelesen, das sehr viele Leute gegen Borderliner sind... Ich bin selbst davon betroffen und ich musste wirklich weinen...Habt ihr Aufmunterungen, Tipps oder Meinungen? Danke 😞

Ich hatte mal eine borderlinerin im Team.  Sie hat jeden und alles terrorisiert. Sie ist der absolute Horror.

Krankheit schön und gut. Ist aber kein freifahrtschein für alles. Man muss geschützt werden vor solchen Personen.  Das darf man nicht jedem zumuten. 

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28. Mai 2018 um 20:27
In Antwort auf fresh0089

Ich hatte mal eine borderlinerin im Team.  Sie hat jeden und alles terrorisiert. Sie ist der absolute Horror.

Krankheit schön und gut. Ist aber kein freifahrtschein für alles. Man muss geschützt werden vor solchen Personen.  Das darf man nicht jedem zumuten. 

ich hatte da mal eine Inderin in meinem Team, das war echt eine total falsche Schlange... ....

Im Ernst in meinem Team jetzt ist ausser mir noch ein Borderliner - wir terrorisieren niemanden und unsere Kollegen würden uns auch nicht als absoluten Horror beschreiben.

"Kennste eenen, kennste alle" gibt es im realen Leben nicht. Auch nicht bei Borderlinern.

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28. Mai 2018 um 20:42
In Antwort auf avarrassterne1

ich hatte da mal eine Inderin in meinem Team, das war echt eine total falsche Schlange... ....

Im Ernst in meinem Team jetzt ist ausser mir noch ein Borderliner - wir terrorisieren niemanden und unsere Kollegen würden uns auch nicht als absoluten Horror beschreiben.

"Kennste eenen, kennste alle" gibt es im realen Leben nicht. Auch nicht bei Borderlinern.

mir ist das schon klar, dass ihr das nicht hören wollt aber euer umfeld leidet wirklich. das ist nicht von der hand zu weisen. das sind auch menschen und brauchen ihren seelenfrieden. niemand kann für die erkrankung etwas aber dafür dürfen aber andere auch nicht leiden.

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29. Mai 2018 um 7:50
In Antwort auf fresh0089

mir ist das schon klar, dass ihr das nicht hören wollt aber euer umfeld leidet wirklich. das ist nicht von der hand zu weisen. das sind auch menschen und brauchen ihren seelenfrieden. niemand kann für die erkrankung etwas aber dafür dürfen aber andere auch nicht leiden.

mir ist schon klar, dass Du das nicht hören willst, aber das ist bei Borderlinern generell nicht mehr der Fall, wenn sie gelernt haben, mit ihrer Erkrankung zu leben.

Mir ist schon klar, dass Du das nicht hören willst, aber auch als Borderliner habe ich Menschen in meiner Umgebung am ehesten dadurch geschadet, dass ich mich völlig zurückgezogen und sie zu abweisend behandelt habe.

Mir ist schon klar, dass Du das nicht hören willst, aber beruflich war ich zwar lange Zeit nicht arbeitsfähig, aber davon abgesehen habe ich in dem Bereich genau NULL Trigger, womit die Auswirkungen auf Kollegen nahe Null sind, waren und bleiben.

Mir ist schon klar, dass Du das nicht hören willst, weil Dir so viel an dem Urteil, was Du nach den Erlebnissen mit EINER Person über Tausende hast, liegt, aber nein, wir sind nicht alle gleich.

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29. Mai 2018 um 11:32
In Antwort auf avarrassterne1

mir ist schon klar, dass Du das nicht hören willst, aber das ist bei Borderlinern generell nicht mehr der Fall, wenn sie gelernt haben, mit ihrer Erkrankung zu leben.

Mir ist schon klar, dass Du das nicht hören willst, aber auch als Borderliner habe ich Menschen in meiner Umgebung am ehesten dadurch geschadet, dass ich mich völlig zurückgezogen und sie zu abweisend behandelt habe.

Mir ist schon klar, dass Du das nicht hören willst, aber beruflich war ich zwar lange Zeit nicht arbeitsfähig, aber davon abgesehen habe ich in dem Bereich genau NULL Trigger, womit die Auswirkungen auf Kollegen nahe Null sind, waren und bleiben.

Mir ist schon klar, dass Du das nicht hören willst, weil Dir so viel an dem Urteil, was Du nach den Erlebnissen mit EINER Person über Tausende hast, liegt, aber nein, wir sind nicht alle gleich.

was dir alles schon klar ist, respekt! hut ab!

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29. Mai 2018 um 11:33

natürlich nicht. die zwei waren einfach charakterlich völlig daneben.

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31. Mai 2018 um 3:07

okey danke 😊

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31. Mai 2018 um 3:09
In Antwort auf truth-lies

Sieh es einfach so: du bist eben leider krank. Dafür musst du dich kein bisschen schämen! Hättest du einen gebrochenen Arm oder die Grippe, würde dir das kein Mensch vorwerfen und du kämst gar nicht auf die Idee, dich zu schämen oder schuldig zu fühlen

Bei psychischen Erkrankungen sind viele Menschen noch nicht so weit. Pychische Erkrankungen sieht man einem Menschen oft nicht an und darum können sich diese Menschen nicht vorstellen, dass sie tatsächlich mitunter schwere Erkrankungen sein können.

Bitte nimm solche Aussagen nicht persönlich. Das geht gar nicht gegen dich als Person, sondern diese Menschen sind einfach verunsichert und wissen mit psychischen Erkrankungen nicht umzugehen bzw. kommen mit dem Verhalten, das oft mit pychischen Erkrankungen einhergeht, nicht zurecht. Es ist ja auch manchmal nicht so einfach - du schreibst ja selbst, dass du viel Mist gebaut hast.

Das, was du jetzt als gegen Borderliner sein wahrnimmst, ist vielleicht sehr oft einfach nur Angst und Unsicherheit.

Ich möchte dir jetzt noch mitgeben, dass du auf dich Acht gibst. Wenn du das Gefühl hast, dass du Hilfe brauchst, hol sie dir. Zum Glück sind viele psychische Erkrankungen behandelbar. Auch wenn man manche sein Leben lang hat, kann man sie doch in den Griff bekommen und damit leben zu lernen.

Du schaffst das!
Alles Gute und LG
Elisabeth

danke für den aufmunternden Kommentar 🙈

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10. Juni 2018 um 17:01
In Antwort auf avarrassterne1

er hat beim ersten Gespräch, also in der "Kennenlernrunde" halt einfach so gesagt, dass er ja findet, dass Borderliner ganz fürchterliche Menschen sind, mit denen sich keiner abgeben will. Naja, einen zweiten Termin gab es dann halt nicht.
Hat mich trotzdem in der Situation ziemlich getroffen, zumal ich mich eh immer ziemlich zwingen musste, mich den Psychologen zu öffnen - anders geht ja eine Therapie nicht. Also tue ich es, mit allem Kampf, den es mich kostet - und dann kommt sowas. Habe mich lange zu gar keiner Therapie mehr getraut und dann bin ich mal wieder im Krankenhaus gelandet...

Dann hat er wohl einfach den falschen Beruf gewählt. Irgendwie auch traurig, denn gerade ein Psychotherapeut sollte Erfahrung im Reflektieren haben. Soviel ich weiß, gehört es zum Psychologiestudium und zur Therapeutenausbildung dazu, dass man regelmäßig Reflexionsübungen macht. 

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dich das getroffen hat. Ich tu mich generell auch schwer damit, mich Menschen zu öffnen und tue das nur bei ganz wenigen Menschen. Gerade ein Therapeut sollte glaubhaft vermitteln können, dass man sich ihm bedenkenlos öffnen kann und er sollte auch dieses Vertrauen dann nicht missbrauchen!

Wie ist es dann bei dir weitergegangen? Hast du im Krankenhaus bzw. danach dann Hilfe gefunden?

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11. Juni 2018 um 8:24
In Antwort auf truth-lies

Dann hat er wohl einfach den falschen Beruf gewählt. Irgendwie auch traurig, denn gerade ein Psychotherapeut sollte Erfahrung im Reflektieren haben. Soviel ich weiß, gehört es zum Psychologiestudium und zur Therapeutenausbildung dazu, dass man regelmäßig Reflexionsübungen macht. 

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dich das getroffen hat. Ich tu mich generell auch schwer damit, mich Menschen zu öffnen und tue das nur bei ganz wenigen Menschen. Gerade ein Therapeut sollte glaubhaft vermitteln können, dass man sich ihm bedenkenlos öffnen kann und er sollte auch dieses Vertrauen dann nicht missbrauchen!

Wie ist es dann bei dir weitergegangen? Hast du im Krankenhaus bzw. danach dann Hilfe gefunden?

tja, davor und danach kamen einige Therapien - stationär, teilstationär, ambulant, ... alles dabei. Ergebnisse immer: keine Verbesserung oder Verschlechterung.

Die Verpflichtung meiner Familie gegenüber hat mich vom leichten Ausweg abgehalten, aber ich wurde immer verzwiefelter. Irgendwann habe ich aufgehört, mir helfen zu lassen und angefangen, mir zu helfen. Ich habe mich in die nächste Unibibliothek gesetzt und Fachbücher gelesen. Und dann endlich verstanden. Und den Weg heraus gefunden.
Ich würde mich nicht als "geheilt" bezeichnen, aber inzwischen komme ich schon ziemlich lange recht gut klar, habe ein Leben, was ich leben möchte, weiß, was ich wie tun kann, wenn mal wieder ein Schub kommt, weiß wann ich einen Schub riskiere und wie ich ihn wahrscheinlich vermeiden kann (und ich weiß, was ich nicht vermeiden sollte...)

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11. Juni 2018 um 10:36
In Antwort auf avarrassterne1

tja, davor und danach kamen einige Therapien - stationär, teilstationär, ambulant, ... alles dabei. Ergebnisse immer: keine Verbesserung oder Verschlechterung.

Die Verpflichtung meiner Familie gegenüber hat mich vom leichten Ausweg abgehalten, aber ich wurde immer verzwiefelter. Irgendwann habe ich aufgehört, mir helfen zu lassen und angefangen, mir zu helfen. Ich habe mich in die nächste Unibibliothek gesetzt und Fachbücher gelesen. Und dann endlich verstanden. Und den Weg heraus gefunden.
Ich würde mich nicht als "geheilt" bezeichnen, aber inzwischen komme ich schon ziemlich lange recht gut klar, habe ein Leben, was ich leben möchte, weiß, was ich wie tun kann, wenn mal wieder ein Schub kommt, weiß wann ich einen Schub riskiere und wie ich ihn wahrscheinlich vermeiden kann (und ich weiß, was ich nicht vermeiden sollte...)

Das ist bemerkenswert! Daz gehört sehr viel Selbstreflexion, wozu viele Menschen (nicht nur psychisch kranke, sondern auch Gesunde!) gar nicht fähig sind. 

Ich war eigentlich immer eher der Meinung, dass es leichter ist, mit Anleitung von Therapeuten seine Strategie, mit einer psychischen Erkrankung umzugehen, zu finden. Bei dir war das genau umgekehrt. 

Weißt du vielleicht, warum das so ist? Hat es was mit den jeweiligen Therapeuten zu tun, also dass du mit ihnen einfach nicht zurechtkamst? Oder lag es eher an der jeweiligen Therapieform?

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11. Juni 2018 um 12:52
In Antwort auf truth-lies

Das ist bemerkenswert! Daz gehört sehr viel Selbstreflexion, wozu viele Menschen (nicht nur psychisch kranke, sondern auch Gesunde!) gar nicht fähig sind. 

Ich war eigentlich immer eher der Meinung, dass es leichter ist, mit Anleitung von Therapeuten seine Strategie, mit einer psychischen Erkrankung umzugehen, zu finden. Bei dir war das genau umgekehrt. 

Weißt du vielleicht, warum das so ist? Hat es was mit den jeweiligen Therapeuten zu tun, also dass du mit ihnen einfach nicht zurechtkamst? Oder lag es eher an der jeweiligen Therapieform?

waren mehrere Faktoren denke ich.

**************** TRIGGERWARNUNG ***************

einer davon ist: ich bin schizoid, will heißen, mein Streßlevel ist schon per se massiv erhöht, wenn ich in einem Krankenhaus stationär bin und keinen vernünftigen Rückzugsort habe, aber auch generell in größeren Gruppen, wie es teilstationär nun einmal der Fall ist.

Nächster Punkt: ich lerne grundsätzlich vorzugsweise autodidaktisch. Hat mich in dem Falle vielleicht gerettet.

Der nächste Faktor -und den finde ich fast am grundlegendsten - : mir haben in allen Therapien die Informationen gefehlt.

Klassisches Beispiel an dem man das gut erklären kann: Selbstverletzung.
Heute würde ich sagen, dass man das zumindest massiv eindämmen muss, weil da ein solider Suchtmechanismus (mit allen Folgen, vor allem aber massiv sinkender Frustrationstoleranz) dahinter steckt und weil man so irgendwo auch selbst sich im Weg steht, die Ursachen, Hintergründe, die zu vielen Borderlinensymptomatiken, nicht nur zu dieser, führen, anzugehen.
Damals wußte ich auf die Frage "warum nicht" eigentlich nur dass das irgendwie falsch und schlecht ist und die anderen Menschen damit nicht klar kommen. Hilft jetzt nicht gerade bei dem Willen, das zu unterlassen. Mehr Information wäre da echt sinnvoll gewesen.
Weiter im Text: das einzige, was ich da immer zu hören bekommen habe: wenn der Drang danach zu stark ist, einen Eisakku in die Hand nehmen oder so einen Schnipsgummi ums Handgelenk. Hat mich zur Verzweiflung getrieben, weil das NIE etwas geändert hat. Nichts, nada, niente, null. Wenn ich das gesagt habe, hieß es nur, ich muss auch wollen (ok, zugegeben, das war schon ein bißchen ein Problem, siehe oben) und mir halt mehr Mühe geben. Heute weiß ich, dass nicht ich verloren bin, weil ich das Ding so enthusiastisch niederknutschen konnte, wie ich wollte, ohne dass das was geändert hat, auch nicht das Konzept der Skills für'n Popo ist, sondern dass DIESER Skill mir nie hätte helfen können. Per se nicht. Bei mir ging es in Sachen SVV nämlich nie darum "mich selbst zu spüren" sondern immer darum, "nicht denken, nicht fühlen, nicht wahrnehmen zu müssen" - ein Skill, der mir hilft, "mich selbst zu spüren" ist da jetzt per se nicht so der Brüller.  Aber in jeder *** Therapie wurde mir dieser *** serviert. Ohne Begründung, ohne hinterfragen.

Ich habe (wie wohl alle anderen Grenzgänger auch) massive Wahrnehmungsprobleme. Das zu wissen, damit umgehen zu können, die Mechanismen dahinter zu erkennen, erst grundsätzlich und dann "in Echtzeit" - hilft wahnsinnig viel. Ansonsten gilt für uns, wie für JEDEN anderen Menschen, der es nicht besser weiß auch: was ich wahrnehme IST - und das ist einer der Hintergründe, die für reichlich Symptomatik verantwortlich ist.
Da gab es nie einen Ton dazu, geschweige denn eine Info, was man tun kann. Dass für mich die "Theorie", also die Mechanismen selbst wichtig sind, mag ein Sonderfalle sein, aber die Info, wie man damit umgehen muss, braucht meiner Meinung nach jeder Borderliner. Keinen verdammten Ton dazu habe ich gehört. Ok, mag sein, dass der da war und "nur" für mich nicht erkennbar, aber bei einem Therapeuten gehört es m.E. zum Berufsbild, dass man etwas auch so erklären kann, dass der Patient das kapiert.

usw. usw. usw.

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11. Juni 2018 um 13:07
In Antwort auf avarrassterne1

waren mehrere Faktoren denke ich.

**************** TRIGGERWARNUNG ***************

einer davon ist: ich bin schizoid, will heißen, mein Streßlevel ist schon per se massiv erhöht, wenn ich in einem Krankenhaus stationär bin und keinen vernünftigen Rückzugsort habe, aber auch generell in größeren Gruppen, wie es teilstationär nun einmal der Fall ist.

Nächster Punkt: ich lerne grundsätzlich vorzugsweise autodidaktisch. Hat mich in dem Falle vielleicht gerettet.

Der nächste Faktor -und den finde ich fast am grundlegendsten - : mir haben in allen Therapien die Informationen gefehlt.

Klassisches Beispiel an dem man das gut erklären kann: Selbstverletzung.
Heute würde ich sagen, dass man das zumindest massiv eindämmen muss, weil da ein solider Suchtmechanismus (mit allen Folgen, vor allem aber massiv sinkender Frustrationstoleranz) dahinter steckt und weil man so irgendwo auch selbst sich im Weg steht, die Ursachen, Hintergründe, die zu vielen Borderlinensymptomatiken, nicht nur zu dieser, führen, anzugehen.
Damals wußte ich auf die Frage "warum nicht" eigentlich nur dass das irgendwie falsch und schlecht ist und die anderen Menschen damit nicht klar kommen. Hilft jetzt nicht gerade bei dem Willen, das zu unterlassen. Mehr Information wäre da echt sinnvoll gewesen.
Weiter im Text: das einzige, was ich da immer zu hören bekommen habe: wenn der Drang danach zu stark ist, einen Eisakku in die Hand nehmen oder so einen Schnipsgummi ums Handgelenk. Hat mich zur Verzweiflung getrieben, weil das NIE etwas geändert hat. Nichts, nada, niente, null. Wenn ich das gesagt habe, hieß es nur, ich muss auch wollen (ok, zugegeben, das war schon ein bißchen ein Problem, siehe oben) und mir halt mehr Mühe geben. Heute weiß ich, dass nicht ich verloren bin, weil ich das Ding so enthusiastisch niederknutschen konnte, wie ich wollte, ohne dass das was geändert hat, auch nicht das Konzept der Skills für'n Popo ist, sondern dass DIESER Skill mir nie hätte helfen können. Per se nicht. Bei mir ging es in Sachen SVV nämlich nie darum "mich selbst zu spüren" sondern immer darum, "nicht denken, nicht fühlen, nicht wahrnehmen zu müssen" - ein Skill, der mir hilft, "mich selbst zu spüren" ist da jetzt per se nicht so der Brüller.  Aber in jeder *** Therapie wurde mir dieser *** serviert. Ohne Begründung, ohne hinterfragen.

Ich habe (wie wohl alle anderen Grenzgänger auch) massive Wahrnehmungsprobleme. Das zu wissen, damit umgehen zu können, die Mechanismen dahinter zu erkennen, erst grundsätzlich und dann "in Echtzeit" - hilft wahnsinnig viel. Ansonsten gilt für uns, wie für JEDEN anderen Menschen, der es nicht besser weiß auch: was ich wahrnehme IST - und das ist einer der Hintergründe, die für reichlich Symptomatik verantwortlich ist.
Da gab es nie einen Ton dazu, geschweige denn eine Info, was man tun kann. Dass für mich die "Theorie", also die Mechanismen selbst wichtig sind, mag ein Sonderfalle sein, aber die Info, wie man damit umgehen muss, braucht meiner Meinung nach jeder Borderliner. Keinen verdammten Ton dazu habe ich gehört. Ok, mag sein, dass der da war und "nur" für mich nicht erkennbar, aber bei einem Therapeuten gehört es m.E. zum Berufsbild, dass man etwas auch so erklären kann, dass der Patient das kapiert.

usw. usw. usw.

P.S.: die Story mit diesen unseeligen Eisakkus ging bei mir so weit, dass ich nach der vierten Therapie alle, die ich in der Wohnung hatte in einen Beutel gestopft und in den Müll geschmissen habe und dann lange Zeit gar keine hatte, weil die dadurch zum Trigger geworden waren. Haben mich ständig daran erinnert, dass ich ja wohl ein Totalversager sein muss, wenn ich mir noch nicht mal beim Eisakku knuddeln genug Mühe geben kann, dass man mir helfen könnte...
Therapie 5 war meine letzte, denn es kam ... DER EISAKKU. Selbst als ich gesagt habe, dass der mich triggert - EISAKKU! Hab mir dann also nicht mehr getraut, was zu sagen, wenn es zu arg wurde... und damit war die Nummer auch schon durch. Hab noch eine Weile gebraucht, bis ich das selbst eingesehen und mir eingestanden habe und dann habe ich die Therapie abgebrochen.

Inzwischen habe ich wieder welche und kann auch halbwegs normal mit den Dingern umgehen - aber selbst jetzt beim Schreiben kochen die Emotionen wieder hoch.

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