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Borderline Störung?

1. Februar um 18:47 Letzte Antwort: 6. Februar um 4:29

Ich bin 18 Jahre alt und gehe  seit über einem Jahr zur Therapie und wurde dort auch mit Depressionen diagnostiziert.
Ich leide aber neben Depressionen aber auch sehr unter: Stimmungsschwankungen, Agressionsprobleme (durch leichte Reizbarkeit und impulsivität) Unberechenbarkeit. 
Klar könnte man jetzt sagen "Wenn du zur Therapie gehst und deine Therapeutin nichts von einer Borderline Störung festgestellt hat, dann wirst du Wahlmöglich auch keine haben" aber das Problem einfach ist, dass ich mit ihr über meine Agressionsprobleme..Reizbarkeit Stimmungsschwankungen etc. nie geredet habe, weshalb sie bisher auch nicht wirklich feststellen können. Wenn ich ein Teil von mir nicht zeigen möchte dann tue ich es auch nicht, egal ob Therapeut/in oder nicht. Ich habe einfach viel zu viel Angst verurteilt zu werden, und ich möchte auch nicht das jemand etwas schlechtes von mir denkt. (Ich weiß das es eine Therapeutin ist,und auf seelische Probleme ausgelegt ist, aber das stille meine Angst nicht) Ich bin durch mehrere Foren und Videos auf die borderline Störung gestoßen, wo darüber berichtet worden ist wie es den Betroffenen Personen mit einer Borderline Störung geht, und das erste was mir nach den Beiträgen & Videos in den Kopf kam war "Vielleicht weiß ich endlich was mit mir los ist!" Ich schildere euch jetzt folgende Situationen, wo meiner Meinung nach es schon sehr stark zum Ausdruck kommt das es sehr sehr gut sein könnte. 
Ich hatte noch nie eine Beziehung die nicht auf totaler gegenseitiger emotionaler Abhängigkeit basiert hat und nicht teilweise psychisch und/oder körperlich ungesund war. (Bsp: Gegenstände aufeinander werfen, gegenseitiges psychiches unter Druck stellen, sich gegenseitig kaputt machen etc.) Wobei ich natürlich trotzdem erwähnen muss, dass es zu den Zeiten natürlich nicht nur von den Seiten meiner Partner kam, sondern von mir auch. Diese Situtaionen wurden auch meist durch meine übertriebene Reizbarkeit gefördert, Ich verstehe z.b keinen Spaß mehr. Sobald man etwas lustiges aus spass sagt, was gegen mich gerichtet ist werde ich direkt aggressiv und schreie rum. Das letzte mal als ich starke Gefühle für jemanden hatte und ich wusste das der Mann meine Gefühle erwidert hätte, habe ich trotzdessen still schweigend 1 1/2 Jahre lang abgewartet bis meine Gefühle sehr langsam verschwanden, weil ich lieber wollte das jemand anderes mit ihm zusammenkommt weil ich mir eingeredet habe das ich ihn sowieso nicht verdient hätte. Ich bin ein wirklich sehr unberechenbarer Mensch. Ich bin entweder ein sehr sehr ruhig und lieb oder total aggressiv. Beispiel: Meine letzte beste Freundin war alles für mich, nach einer Zeit hatte sie mich aber hintergangen und ich habe sie  daraufhin wirklich runtergemacht bis zum geht nicht mehr.. von "Du hast mir sowieso nie etwas bedeutet!!" Und "Ich wünschte du wärst nie meine Beste Freundin gewesen!!" Bis zu "Verreck du miststück" 🥴
Vor ein Paar Tagen hatte ein Mädchen aus meiner Klasse sich über mich lustig gemacht, und das hatte einen verletzlichen Teil aus meiner Vergangenheit getriggert, was mich in diesem Moment wieder wie in der halt Vergangenheit total ekelhaft fühlen lassen hat. Ich habe es nicht hinbekommen normal mit ihr darüber zu reden, sondern bin direkt auf sie losgegangen, und musste von einer Lehrerin weggezogen werden. Meine Aggressionen und meine Impulsivität sind weder mir noch anderen gegenüber berechenbar. Es ist auch schon -zwar nur Phasenweise- aber oft vorgekommen das ich aus Wut auf mich selber mir meine Haut komplett aufgekratzt habe und mehr. Ob ich mich gerade in meiner Haut wohl fühle oder nicht ist auch immer total situationsabhängig. Letzten Donnerstag ging es mir z.b ganz okay, aber als ich dann nachhause gegangen bin und ich nach unserem Mittagessen Streit mit meinem großen Bruder hatte, bin ich direkt in mein Zimmer gegangen und habe mich eingeschlossen. Ich hatte einen heulausbruch nach dem anderen, während ich totale Hassausbrüche auf mich selbst bekommen habe. Ich hatte die ganze Zeit das Bedürfnis gehabt mir einen Finger in den Hals zu stecken, damit ich alles wieder ausbreche und ich hungern kann. Ich habe wirklich sehr oft das Gefühl das alle Leute etwas gegen mich haben, und wenn ich jemanden hasse kommt es nicht selten vor das ich der Person den tot wünsche oder mir vorstelle sie die Treppe runterzuschubsen..vor ein Zug zu schubsen, der Person die Nase zu brechen etc. 
Alleine sein kann ich auch nicht, weshalb ich wirklich immer entweder bei irgendjemanden sein muss. Wenn ich dann dochalleine zuhause bin, muss ich unbedingt den Fernseher im Hintergrund haben, meinen Hund bei mir haben, und jemanden die Nacht über am Telefon haben sonst geht es wirklich garnicht. Außerdem denke ich dass ich mittlerweile eine Kaufsucht entwickelt habe, da es mir mittlerweile nicht mehr gut geht wenn ich gerade kein Geld ausgeben kann & ich weiß das nicht ein Paket die Tage zu mir kommen wird. Meine Mutter hat mich auch schon oft darauf angesprochen warum ununterbrochen Pakete kommen, und wo mein ganzes Geld die ganze Zeit ist. Mir ist nie bewusst geworden wie das wirklich ausartet, bis zu der beschriebenen Situation wo ich auf eine Mitschülerin losgegangen bin.. Meine Sitznachbarin war zu diesem Zeitpunkt total geschockt wie aggressiv ich doch wäre, und das man das auch anders lösen könnte. 

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1. Februar um 21:56

Was du beschreibst, kenne ich teilweise genauso von meine Ex-Freund, der Borderliner war bzw. ist. Ich kann inzwischen gar nicht mehr alles aufzählen. Es ist lang her und ich hab es längst abgeschlossen. Aber ausgeprägt waren natürlich die plötzlichen Stimmungsschwankungen und Aggressionen. Selbstverletzung in Form von Magersucht gehörte bei ihm dazu. Das Bedürfnis andere (insbesondere mich, ich war ihm ja als Freundin am nächsten) zu verletzen. Einerseits tat er das, weil er meinte, mich nicht zu verdienen/mich von sich stoßen wollte. Wie du es beschrieben hattest. Das waren die Momente, in denen wir im Anschluss immer tiefe, emotionale Gespräche hatten, weil er wie ein Häufchen Elend zu Hause rumlag und ich einfach immer alles besser für ihn machen wollte/ihm zeigen wollte, dass er nicht alleine ist. Andererseits tat er es, weil er mir zeigen wollte, dass er zu gut für mich ist. Das waren dann die anderen Phasen. Wenn er vor mir mit anderen Frauen aufs härteste geflirtet hat. Oder als er fremdging. Mir Fotos von sich und seiner Affäre „in Action“ schickte. Das tat er in dem Moment, weil er mir zeigen wollte, wie gut andere Frauen zu ihm sind. Und ich wusste nie, was ich schlimmes getan hatte. Denn je kranker er sich verhielt, desto mehr wollte ich mich eigentlich für ihn aufopfern, was ich ja aus Liebe tat. Trotzdem fing ich ihm irgedwann an zu glauben, dass ich eine schlechte Freundin bin. Das fand er toll, er gab mir in immer mehr Situationen dann dieses Gefühl. Und zog daraus praktisch für sich wieder Kraft. Je schlechter ich mich gefühlt habe, desto besser ging es ihm. Manipulativ war er. Z.B. als er fremdging. Ich hatte es damals über Twitter erfahren, als er plötzlich postete, wie sehr er seine neue Freundin XY liebt. Mir hatte er es bis dato nie persönlich gesagt. Ich wusste also durch einen Tweet, den jeder der uns kannte las, dass es zu Ende ist. Das war nach den ersten 3 extrem intensiven und positive Monaten unserer Beziehung - ganz plötzlich. Damit fing es dann an. Wie kamen ca. 5-6 Monate später wieder zusammen und ab da war alles nur noch eine typische Borderliner-Katastrophe. Es wurde nie mehr gut und ging insgesamt noch knapp über zwei Jahre fast exakt mit dem Verhalten, das du beschreibst.

Er als Borderline-Partner hat mich schon sehr geprägt. Das war eine toxische „Beziehung“, wie sie definitiv nicht sein darf und wie sie keiner haben sollte. Ich hab seitdem ein extrem feines Gespür für Manipulation, Lügen usw. Was auch nicht immer angenehm ist. An sich hatte mich die Beziehung mit diesem Menschen damals wirklich kaputt gemacht. Ich hätte fast riskiert, mein Traumstudium zu verlieren, weil ich keine Kraft mehr dafür hatte. Hatte ja alle Kraft in ihn investiert. Trotzdem muss ich auch sagen, habe ich durch ihn viel für mich gelernt. Ich bin stolz auf mich, da raus gekommen zu sein, was nicht einfach und sehr langwierig war.


Ich kann dir nur eindringlich raten, mit deiner Therapeutin darüber zu reden. Du bist meinem Ex da einen großen Schritt voraus, worauf du sehr stolz sein kannst. Er wollte sich irgendwann nicht mehr behandeln lassen. Deine Therapeutin darf dich nicht verurteilen. Und sie darf auch keinem davon erzählen, falls das deine Angst ist. Du musst lernen, mit deinem Verhalten umzugehen. Du wirst sonst nie glücklich, nie eine entspannte Freundschaft  und erstrecht nie eine Beziehung führen können. Das ist auch nicht übertrieben, sondern Fakt. Borderliner, die sich nicht behandeln lassen, sind nicht fähig für Beziehungen. Gehst du so wieder in eine Beziehung, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass du eine andere Person ganz schön kaputt machen kannst (auch wenn natürlich ungewollt). Und auch dir selber tust du ja so keinen Gefallen. Mein Ex hat ja auch unter sich gelitten, ich weiß das. Du bist ja völlig überfordert mit dir selbst.


Überleg dir nochmal, ob du nicht mit der Therapeutin sprechen willst. Wenn du schon da bist...du kannst stolz auf dich sein, wenn du es geschafft hast, dich zu öffnen. Denn das „sich Borderline nicht eingestehen wollen“, obwohl man weiß, dass man es hat, gehört glaube ich auch meistens dazu.
 

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6. Februar um 4:29
In Antwort auf bianca.rch

Was du beschreibst, kenne ich teilweise genauso von meine Ex-Freund, der Borderliner war bzw. ist. Ich kann inzwischen gar nicht mehr alles aufzählen. Es ist lang her und ich hab es längst abgeschlossen. Aber ausgeprägt waren natürlich die plötzlichen Stimmungsschwankungen und Aggressionen. Selbstverletzung in Form von Magersucht gehörte bei ihm dazu. Das Bedürfnis andere (insbesondere mich, ich war ihm ja als Freundin am nächsten) zu verletzen. Einerseits tat er das, weil er meinte, mich nicht zu verdienen/mich von sich stoßen wollte. Wie du es beschrieben hattest. Das waren die Momente, in denen wir im Anschluss immer tiefe, emotionale Gespräche hatten, weil er wie ein Häufchen Elend zu Hause rumlag und ich einfach immer alles besser für ihn machen wollte/ihm zeigen wollte, dass er nicht alleine ist. Andererseits tat er es, weil er mir zeigen wollte, dass er zu gut für mich ist. Das waren dann die anderen Phasen. Wenn er vor mir mit anderen Frauen aufs härteste geflirtet hat. Oder als er fremdging. Mir Fotos von sich und seiner Affäre „in Action“ schickte. Das tat er in dem Moment, weil er mir zeigen wollte, wie gut andere Frauen zu ihm sind. Und ich wusste nie, was ich schlimmes getan hatte. Denn je kranker er sich verhielt, desto mehr wollte ich mich eigentlich für ihn aufopfern, was ich ja aus Liebe tat. Trotzdem fing ich ihm irgedwann an zu glauben, dass ich eine schlechte Freundin bin. Das fand er toll, er gab mir in immer mehr Situationen dann dieses Gefühl. Und zog daraus praktisch für sich wieder Kraft. Je schlechter ich mich gefühlt habe, desto besser ging es ihm. Manipulativ war er. Z.B. als er fremdging. Ich hatte es damals über Twitter erfahren, als er plötzlich postete, wie sehr er seine neue Freundin XY liebt. Mir hatte er es bis dato nie persönlich gesagt. Ich wusste also durch einen Tweet, den jeder der uns kannte las, dass es zu Ende ist. Das war nach den ersten 3 extrem intensiven und positive Monaten unserer Beziehung - ganz plötzlich. Damit fing es dann an. Wie kamen ca. 5-6 Monate später wieder zusammen und ab da war alles nur noch eine typische Borderliner-Katastrophe. Es wurde nie mehr gut und ging insgesamt noch knapp über zwei Jahre fast exakt mit dem Verhalten, das du beschreibst.

Er als Borderline-Partner hat mich schon sehr geprägt. Das war eine toxische „Beziehung“, wie sie definitiv nicht sein darf und wie sie keiner haben sollte. Ich hab seitdem ein extrem feines Gespür für Manipulation, Lügen usw. Was auch nicht immer angenehm ist. An sich hatte mich die Beziehung mit diesem Menschen damals wirklich kaputt gemacht. Ich hätte fast riskiert, mein Traumstudium zu verlieren, weil ich keine Kraft mehr dafür hatte. Hatte ja alle Kraft in ihn investiert. Trotzdem muss ich auch sagen, habe ich durch ihn viel für mich gelernt. Ich bin stolz auf mich, da raus gekommen zu sein, was nicht einfach und sehr langwierig war.


Ich kann dir nur eindringlich raten, mit deiner Therapeutin darüber zu reden. Du bist meinem Ex da einen großen Schritt voraus, worauf du sehr stolz sein kannst. Er wollte sich irgendwann nicht mehr behandeln lassen. Deine Therapeutin darf dich nicht verurteilen. Und sie darf auch keinem davon erzählen, falls das deine Angst ist. Du musst lernen, mit deinem Verhalten umzugehen. Du wirst sonst nie glücklich, nie eine entspannte Freundschaft  und erstrecht nie eine Beziehung führen können. Das ist auch nicht übertrieben, sondern Fakt. Borderliner, die sich nicht behandeln lassen, sind nicht fähig für Beziehungen. Gehst du so wieder in eine Beziehung, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass du eine andere Person ganz schön kaputt machen kannst (auch wenn natürlich ungewollt). Und auch dir selber tust du ja so keinen Gefallen. Mein Ex hat ja auch unter sich gelitten, ich weiß das. Du bist ja völlig überfordert mit dir selbst.


Überleg dir nochmal, ob du nicht mit der Therapeutin sprechen willst. Wenn du schon da bist...du kannst stolz auf dich sein, wenn du es geschafft hast, dich zu öffnen. Denn das „sich Borderline nicht eingestehen wollen“, obwohl man weiß, dass man es hat, gehört glaube ich auch meistens dazu.
 

Dein Text macht mich beim Lesen wirklich etwas traurig.. Als Borderlinerin erkenne ich mich in dem Verhalten deines Ex-Freundes leider etwas wieder. 

Als Schülerin kam ich mit einem Jungen zusammen, der eine Borderline-Akzentuierung hat, also nicht ganz so dramatisch wie die Borderlinestörung. Wir wurden beide erst Jahre später diagnostiziert, als wir uns soweit kaputt gemacht hatten, dass wir in Kliniken gingen. Die Beziehung war so kaputt und dysfunktional und dadurch hielt sie bombenfest. Wir wussten gar nicht, warum wir uns so verhielten und uns weh taten, wir haben uns nur noch gegenseitig mehr runtergezogen, das familiäre Umfeld hat uns den Rest gegeben.

Wir sind tatsächlich zusammengeblieben, durch elendlange Klinikaufenthalte, betreutes Wohnen, sehr schlimme und auch bessere Phasen. Heute, nach fast drei Jahren, verstehe ich irgendwie gar nichts mehr, wie wir so sein konnten, wieso wir zusammengeblieben sind, wieso es jetzt noch irgendwie klappt. Keine Ahnung.. Die ganzen schlimmen Sachen, die wir erlebt haben, haben uns wie toxischer Kleber aneinandergebunden, durch die ganzen Therapien können wir langsam versuchen, einander und uns selbst besser zu behandeln, nicht in alte Muster zu verfallen und uns gegenseitig darauf aufmerksam zu machen, wenn einer abzudriften droht. Bis wir wirklich aufarbeiten, was in den vier Jahren dieser Höllenzeit alles passiert ist, wird es wohl nocht dauern.. 

Aber auch wenn es noch lange nicht perfekt läuft, irgendwie ist mir diese Beziehung doch immer ein Beweis dafür, dass man kein hoffnungsloser Fall ist wegen Borderline. Man kann stärker sein als die Krankheit und etwas ändern. Nur allein schafft man es leider nicht und der Weg zu der Erkenntnis ist lang und sehr schmerzhaft.. 

Ich hoffe, du hast inzwischen einen Partner gefunden, der dich behandelt, wie du es verdienst und bist über die Verletzungen von früher hinweg.

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