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Borderline Partner?

25. März 2013 um 15:45

Hallo! Ich bin seit einem halben Jahr mit meinem Partner zusammen. Von Beginn an sagte er mir, dass "etwas mit ihm nicht stimmt", "er nicht gut ist für Menschen", "er keine Beziehung haben sollte",er keine Gefühle zeigen oder spüren kann (zb wenn ein Angehöriger von ihm stirbt, fühlt er nichts), und ich mir keine "peinlichen Gefühlsduseleien", wie zb für mich normale nette Worte etc erwarten soll. Natürlich konnte ich da noch nicht wissen, wie ernst dies wirklich ist.
Mittlerweile weiß ich über ihn zb dass seine Mutter Alkoholikerin und Drogenabhängig war und Suizid beging, und dass er sich früher ritzte (allerdings sich nie umzubringen probiert hat), und dass es ihm sehr peinlich ist dass er seit 1 Jahr nun in Therapie ist.
Warum genau er in Therapie ist, hat er allerdings nie sagen wollen, und er sagt nach wie vor, er muss "rausfinden, ob ich die Richtige für ihn bin, bevor er sich mir völlig öffnen kann" und dass es einiges über ihn zu wissen gibt, das nicht mal sein Therapeut weiß, weil es wohl zu krass ist.
Die Beziehung war von Anfang an sehr schwierig. Anfangs kam er immer Stunden zu spät zu Verabredungen, und wenn ich nur ganz ruhig und diplomatisch gesagt habe "ich mache dir keine Vorwürfe, aber es wäre sehr nett, wenn du mir kurz smsen könntest dass es viel später wird, keine Sorge, ich habe Verständnis, aber würde gerne informiert werden", da ist er schon völlig ausgerastet. Hat mir Monologe gehalten mit sehr grober Sprache, dass ihm niemand Uhrzeiten vorzuschreiben hat etc. In seiner Arbeit kommt er täglich zu spät, stundenlang. Niemand hat ihm etwas zu sagen.
Mittlerweile artet alles extrem aus. Die kleinste Kleinigkeit genügt, um ihn völlig aus der Fassung zu bringen.
Zb gestern: Er sagte am NM, dass er sehr müde ist und schlafen will. Daher ließ ich ihn schlafen. 2h später wacht er auf und schreit mich an "warum lässt du mich schlafen? Jetzt ist mein Schlafrhythmus kaputt!". Dann ist er wieder eingeschlafen, und aufgrund seines Ausrasters zuvor weckte ich ihn auf. Daraufhin schreit er mich an, dass ich ihn schlafen lassen soll. Daher tat ich das. In der Zwischenzeit stand ich auf und habe Sachen im Zimmer aufgeräumt etc. Ganz ruhig. Ich wollte nur helfen und ihm Zeit lassen. Plötzlich wacht er auf und schreit mich an "warum bist du jetzt schon wieder auf mich sauer und läufst wütend in der Wohnung herum??" .. Da habe ich ihm erklärt, dass ich seit Stunden probiere, ihn schlafen zu lassen/aufzuwecken, und anscheinend versage und mir einfach die Zeit mit Aufräumen vertreiben wollte, um ihm seine Zeit zu geben, und keineswegs sauer auf irgendetwas oder irgendwen bin.
Das hat er mir nicht geglaubt. Und dann kam dasselbe Muster, das bei jeder genau so lächerlichen Kleinigkeit, DIE NICHT MAL EXISITIERT, sondern er mir in den Mund legt, kommt: Er rastete völlig aus, schrie mich stundenlang an, hat mich mit schlimmen Worten beleidigt (Lügnerin, negativster Mensch der Welt, ... etc. Wie immer schrie ich nicht zurück, sondern habe ihm sehr ruhig und diplomatisch gesagt, dass ich es verletzend finde, wie er mit mir spricht. Darauf rastete er nur noch mehr aus und, WIE JEDES MAL, begann, alles auf mich zu projizieren!! In solchen Fällen höre ich dann immer Sachen wie "ich beschimpfe dich? Du hast eine falsche Wahrnehmung! Du sagst mir immer dass ich ein Arsch bin, du drehst immer die ganze Wahrheit um, du behandelst mich wie Dreck, du interessierst dich nicht für meine Gefühle!" etc. .all das, was er macht, dreht er plötzlich um und projiziert auf mich. Dazu kam noch "ich hatte Freundinnen vor dir, und niemand hat mich je so zum Ausrasten gebracht, warum kannst du nicht akzeptieren, dass das an dir liegt und nicht an mir?" .. dabei werfe ich ihm gar nicht vor, dass er ein böser Mensch ist oder irgendwas. Ich sage ihm nur, wie sehr mich diese Extremsituationen verletzen.
Ich bin ein sehr diplomatischer Mensch, der nie schreit, beleidigt oder aggressiv wird. Ich verurteile nie Menschen, ich sage über jeden, egal wie krass sich jemand verhält, dass er/sie trotzdem sicherlich kein "böser Mensch" ist, sondern einfach Gründe fürs Verhalten hat. Trotzdem schafft er es, als erster Mensch je in meinem Leben, mich so zu verletzen, dass selbst ich innerlich aggressiv werde, und mir körperliche Ausbrüche zurückhalten muss. So etwas kenne ich von mir nicht!! Der gestrige Abend endete damit, dass er meine ganzen Möbel durch die Wohnung geschleudert hat und mir 2 Messer aufs Bett geworfen hat. Dann meinte er "tu mir einen Gefallen und stich mir diese Messer in den Rücken, damit der Schmerz, den du mir zufügst, ein Ende hat!"Schluss gemacht hat er auch im Geschrei,aber meine Wohnung nicht verlassen,heute in der Früh war nach wie vor ich die Böse,da es meine Schuld ist wie er ausbricht.Zusammengefasst:ich bin sehr kümmernd,tu alles für ihn,kriege keine "Liebe" zurück,akzeptiere sogar das. Auf Beleidigungen reagiere ich diplomatisch,ich werde fast täglich massivst abgewertet und beleidigt,obwohl ich stets nur probiere, zu helfen. Und nach einer Beleidigungs/Schrei/Gewaltattacke sitzt er da und sagt es ist alles meine Schuld, er hat mich niemals beleidigt,ich habe Wahrnehmungsstörungen,etc etc etc.
Ich habe so etwas noch nie erlebt!Ein mal sagte er,dass sein Therapeut sagt,dass er alle Symptome von Borderline hat.Dann habe ich es recherchiert und bemerkt,dass alles auf ihn zutrifft.Aber ob er diese Krankheit nun tatsächlich hat oder nicht,will er mir nicht sagen.
Er sagt mir ständig,dass die Beziehung zerbrechen wird,weil er diese Attacken nicht mehr aushält,und es meine Schuld ist.Aber ER ist ja der attackierende, ich sitze stets nur da und probiere ihn zufriedenzustellen und attackiere nie zurück. Ab und zu schreit er mir dann sogar ins Gesicht mit dir stimmt was nicht, du brauchst Therapie und behauptet wieder all das, was er gerade gemacht hat, hat er nicht gemacht (daher bin ich eine Lügnerin in seinen Augen),und dass ich alles verdrehe.
Ganz selten liegt er später ruhig da und sagt "ich hasse mich. Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich kein guter Mensch für eine Beziehung bin" ..
aber zumeist endet es mit "warum bist du eigentlich mit mir zusammen, wenn du mich für so ein ... hältst?" .. obwohl ich ihm ständig sage, dass ich ihn NICHT als ... sehe. ER ist derjenige, der mich stets beschimpft, nicht umgekehrt.
Ab und zu sagt er sogar, dass wenn er noch länger mit mir zusammen ist, er in 10 Jahren in eine geschlossene Anstalt muss, weil ich ihn so stresse. Dabei tu ich NICHTS, ausser zu probieren, für ihn da zu sein!!
Gibt es noch irgendeine Hoffnung?Ich will ihn nicht verlieren,aber ich bin am Rande meiner Kräfte. Ist das Borderline, wie er sich verhält? Danke!!

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25. März 2013 um 18:21

Möglich,
aber sagen kann das so keiner.

Solche Anzeichen treten bei uns Borderlinern manchmal auch auf - das ist leider alles, was ich Dir sagen kann, das kann genauso gut auch andere Hintergründe haben.

Hoffnung - ja, wenn er er lernt mit sich zurecht zu kommen. Ganz egal, ob es Borderline ist oder was auch immer sonst.
Das müsste er so oder so tun, denn so wie es im Moment für ihn ist, ist es sicher nicht schön. Schaffen kann er das - das wird nicht durchgängig schön und auch nicht einfach, aber Du kannst relativ wenig tun.

Was Borderline angeht, habe ich dazu schon ziemlich viel geschrieben, auch zu Borderline - Partnern:
http://forum.gofeminin.de/forum/carriere1/__f14452_carriere1-Borderline-Von-dem-Gefuhl-in-Gefuhlen-zu-ertrinken.html

Aber wie gesagt - es *kann* sein - kann auch ganz was anderes sein.

Borderline ist nicht ein bestimmtes Verhaltensmuster, Borderline ist emotionale Überladung - und die macht wunderliche Dinge mit uns Menschen. Mache Muster haben wir Borderliner gemeinsam,maanche Punkte, wo wir extrem reagieren (sei es in der einen oder anderen Form) - aber vieles unterscheidet sich grundlegend und andere Probleme können zu den gleichen Verhaltensmustern führen, wie man sie bei uns sieht.

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25. März 2013 um 21:00

Hi avarrassterne,

danke für deine Antwort!!
Ich habe mir jetzt sehr viele deiner Beiträge durchgelesen! Danke fürs posten .. das öffnet meine Augen! Das kommt mir alles sehr, sehr bekannt vor in Bezugnahme auf meinen Partner.

Ich habe ein paar Fragen (ich hoffe, das ist ok?)
1. wenn er "ruhig" ist, alle paar Wochen mal, hat er einen Moment, wo er mir klar sagt, dass "mit ihm was nicht stimmt" .. dem stimme ich aber nie zu, weil ich über keinen Menschen urteile, und denke, dass alle Menschen dieser Welt OK sind, aber manche halt gewisse Probleme haben, und andere nicht. Das scheint ihn zu stören, dass ich ihn nicht verurteile, und dann wird er noch geladener und sagt sachen wie "wenn ich so ein Monster bin, warum bist du dann mit mir zusammen?", obwohl ich ihn ja nie Monster genannt habe. Er nennt MICH Monster, obwohl ich nichts getan habe ..
anyway, die Frage dazu: In seinen Ausrastmomenten ist von dieser Einsicht, dass er gewisse Probleme hat, nichts zu spüren. Da gehts nur zack zack zack mit tausend Beleidigungen, Aggressionsausbrüchen, Möbel herumschleudern etc .. und es endet immer darin, dass er sagt, dass alles meine Schuld ist etc, obwohl ich nichts getan habe und auch nicht zurückschreie etc.
Bemerkt ein Borderliner im Allgemeinen danach, was er gerade getan hat, welchen Schaden er zugefügt hat, dass der Nicht-Borderline-Partner wirklich keine bösen Absichten hatte etc.? Oder ist er auch nach etwas Abstand nach wie vor von all den fiesen Sachen, die im Ausbruch passierten, überzeugt? Also davon, dass das alles gerechtfertigt und die Schuld des anderen ist?

2. du beschreibst in manchen Beiträgen, dass man Zettel schreiben soll, mit 3 Dingen, die einen glücklich machen etc. Finde ich toll!! Super Idee!! Aber mein Partner ist so krass drauf, der würde selbst bei dem Vorschlag wieder völlig durchdrehen.
Ich habe 100 mal gesagt, ich will die Beziehung nicht aufgeben, und will gemeinsam dran arbeiten. Und habe dazu diverse positive Aktivitäten vorgeschlagen, oder auch eine gemeinsame Therapie. Da kommt immer nur totales Abblocken als Antwort, Worte wie "auf keinen Fall! Die Therapie ist MEINE Sache! Und da du sie grad erwähnt hast, werde ich dir nie wieder davon erzählen, weil du dich sowieso nicht um meine Gefühle kümmerst!" ?!?!?! .. und Gegenvorschlag kommt auch keiner.
Wenn ich dann sage, ein Vorschlag von seiner Seite wäre toll, kommt wie so oft "ich habe viel mehr als du vorgeschlagen, aber es ist alles deine Schuld, dass wir nichts von meinen Vorschlägen durchziehen!" .. dabei hat er nicht einen einzigen Vorschlag gemacht!!
Also die Frage dazu: Wie kann ich ihn dazu bringen, mit mir gemeinsam Dinge auszuprobieren, ohne völlig auszurasten? Und wie kann ich damit umgehen, dass seine Wahrnehmung absolut nie den Tatsachen entspricht und ich mich wieder und wieder für Dinge rechtfertigen muss, die ich nicht gemacht/gesagt etc habe?!

Sorry für die lange Antwort und die vielen Fragen. Würde mich freuen, von dir zu hören!

Danke!!

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25. März 2013 um 22:29
In Antwort auf sunna_12267694

Hi avarrassterne,

danke für deine Antwort!!
Ich habe mir jetzt sehr viele deiner Beiträge durchgelesen! Danke fürs posten .. das öffnet meine Augen! Das kommt mir alles sehr, sehr bekannt vor in Bezugnahme auf meinen Partner.

Ich habe ein paar Fragen (ich hoffe, das ist ok?)
1. wenn er "ruhig" ist, alle paar Wochen mal, hat er einen Moment, wo er mir klar sagt, dass "mit ihm was nicht stimmt" .. dem stimme ich aber nie zu, weil ich über keinen Menschen urteile, und denke, dass alle Menschen dieser Welt OK sind, aber manche halt gewisse Probleme haben, und andere nicht. Das scheint ihn zu stören, dass ich ihn nicht verurteile, und dann wird er noch geladener und sagt sachen wie "wenn ich so ein Monster bin, warum bist du dann mit mir zusammen?", obwohl ich ihn ja nie Monster genannt habe. Er nennt MICH Monster, obwohl ich nichts getan habe ..
anyway, die Frage dazu: In seinen Ausrastmomenten ist von dieser Einsicht, dass er gewisse Probleme hat, nichts zu spüren. Da gehts nur zack zack zack mit tausend Beleidigungen, Aggressionsausbrüchen, Möbel herumschleudern etc .. und es endet immer darin, dass er sagt, dass alles meine Schuld ist etc, obwohl ich nichts getan habe und auch nicht zurückschreie etc.
Bemerkt ein Borderliner im Allgemeinen danach, was er gerade getan hat, welchen Schaden er zugefügt hat, dass der Nicht-Borderline-Partner wirklich keine bösen Absichten hatte etc.? Oder ist er auch nach etwas Abstand nach wie vor von all den fiesen Sachen, die im Ausbruch passierten, überzeugt? Also davon, dass das alles gerechtfertigt und die Schuld des anderen ist?

2. du beschreibst in manchen Beiträgen, dass man Zettel schreiben soll, mit 3 Dingen, die einen glücklich machen etc. Finde ich toll!! Super Idee!! Aber mein Partner ist so krass drauf, der würde selbst bei dem Vorschlag wieder völlig durchdrehen.
Ich habe 100 mal gesagt, ich will die Beziehung nicht aufgeben, und will gemeinsam dran arbeiten. Und habe dazu diverse positive Aktivitäten vorgeschlagen, oder auch eine gemeinsame Therapie. Da kommt immer nur totales Abblocken als Antwort, Worte wie "auf keinen Fall! Die Therapie ist MEINE Sache! Und da du sie grad erwähnt hast, werde ich dir nie wieder davon erzählen, weil du dich sowieso nicht um meine Gefühle kümmerst!" ?!?!?! .. und Gegenvorschlag kommt auch keiner.
Wenn ich dann sage, ein Vorschlag von seiner Seite wäre toll, kommt wie so oft "ich habe viel mehr als du vorgeschlagen, aber es ist alles deine Schuld, dass wir nichts von meinen Vorschlägen durchziehen!" .. dabei hat er nicht einen einzigen Vorschlag gemacht!!
Also die Frage dazu: Wie kann ich ihn dazu bringen, mit mir gemeinsam Dinge auszuprobieren, ohne völlig auszurasten? Und wie kann ich damit umgehen, dass seine Wahrnehmung absolut nie den Tatsachen entspricht und ich mich wieder und wieder für Dinge rechtfertigen muss, die ich nicht gemacht/gesagt etc habe?!

Sorry für die lange Antwort und die vielen Fragen. Würde mich freuen, von dir zu hören!

Danke!!

Danke
vergiss den Teil mit den weißen Rittern nicht zu lesen

Du nimmst anscheind nicht so schnell was persönlich, das ist gut und wichtig, mit jemandem, der selbst alles persönlich nimmt, kommen wir auch mit allen Mitteln auf Dauer nicht klar. Aber Du solltest auch auf Dich und Deine Grenzen achten, zu viel Rücksicht ist heikel.

"So krass drauf" war ich auch.
Das Problem an psychologischen Techniken ist, dass sie total banal, oberflächlich und nach blabla klingen, selbst wenn sie das Unterbewußtsein programmieren. Ich glaube das Beispiel mit demLächeln, wenn man durch eine Tür geht, hatte ich in meinem Thread. Das ist sowas. Klingt hoffnungslos albern, banal und idiotisch - aber programmiert das Unterbewußtsein. Man muss erst mal darauf kommen, dass so etwas tatsächlich helfen kann.

Das nächste ist: Weiß er überhaupt das er es ändern kann? Glaubt er, dass es möglich ist? *Das* ist der wichtige Punkt.

Meine eigene Geschichte in ultra-kurz:
Irgendwie anders und Aussenseiter war ich immer. Mit der Pubertät wurde es richtig übel, dann im Studium ging es wieder - da war eigentlich mein Leben recht easy, gegen Ende des Studiums habe ich 2 Semester zur Überbrückung Vollzeit gearbeitet - und da war es vorbei. Medikamentenabhängigkeit, Zuzsammenbruch, das volle Programm. Ich habe mich wieder hoch gekämpft, bin wieder arbeiten gegangen - Game over. Zusammenbruch, Klinik, Notaufnahme, 9 Monate Krankenhaus, Therapie.
Nur das die nicht geholfen hat.
Das war der nächste Absturz, ich habe geglaubt, dass es für mich keine Hoffnung gibt, dass ich immer so leben muss, dass es immer so weiter geht. Ich war im Krankenhaus! 9 Monate! Ich habe alles versucht zu machen, was mir erklärt wurde, hab mich bemüht, mich den Therapeuten wirklich zu öffnen (ist nicht so meine Wohlfühlzone ) - und es hat nichts gebracht.
3 Monate später war ich wieder im Krankenhaus.
Insgesamt 5 Therapien und noch immer wußte ich nicht, dass ich etwas ändern kann. Man sagte mir ich kann - nur das ging nicht so. Ich habe mich mit aller Verzweiflung da drauf gestürzt, aber es hat nicht funktioniert.
Außerdem: das war für mich ja das "normale". So wie es immer war.
Das war eigentlich der Hauptgrund, warum ich 15 Jahre gebraucht habe, um nicht mehr "so krass drauf zu sein" - mir fehlte das Wissen, das Wissen, dass es wirklich geht - und das Wissen wie. Ich denke, wenn er das weiß - und glaubt, kann er den Rest auch schaffen.

Das mit den Beziehungen: Ja, dass ich andere immer nur verletze (was mich unglaublich fertig gemacht hat), hatte ich ganz schnell raus. Nicht nur als Partner, auch Bekannte, die in mir irritierender Weise Freunde sahen und unglaublich verletzt waren, weil sie mir nicht so nahe waren, wie ich anscheind ihnen, Bekannte, ...
Warum und dass ich es ändern kann - hat ewig gebraucht, um es herauszufinden. Daraus den Schluss zu ziehen, sich einfach zu distanzieren, liegt da leider viel näher.

Ja, meine eigenen Wahrnehmungsstörungen waren ähnlich biestig - und ähnlich stark. Ich habe mich genauso massiv angegriffen gefühlt - und das kann mir auch heut noch passieren, nur dass ich nicht mehr so die Kontrolle verliere und es fast immer abfangen kann, irgendwie. Mit Ausnahmen, steht auch im Thread Aber die Ausnahmen sind inzwischen sehr selten und nicht so übel.

Das ist das tückischste, was ich im psychologischen je erlebt habe, wenn man es ändern will. Eben weil man es nicht unterscheiden kann. Die Geschichte mit dem Räuber... Da is kein Zweifel, keine Frage, kein Flimmern in der Luft, was auf eine Fata Morgana hindeutet, da ist ein Räuber. Auch wenn da eigentlich eine Friedenstaube ist, man kann sie vom Räuber nicht unterscheiden. - Nicht ohne wirklich aktiv und massiv einzugreifen.

Ob man das hinterher weiß... kann ich nicht allgemein beantworten. Ich denke, er sollte wissen, dass er generell damit ein Problem hat, aber was konkrete Situationen angeht, kann ich nicht sagen.

Vorschläge und Gegenvorschläge => aufschreiben! Habe ich in meinem Thread erklärt (wenn der Freund / Partner / Angehörige Grenzgänger ist), wiederhole ich jetzt nicht noch mal.
Kurz fassen ist eh nicht meine Stärke

Wenn er dasnächste Mal mit "Ich habe Vorschläge gemacht, ... Ich kann nicht mit anderen, ... Meine Gefühle ..." kommt, dann frag ihn, ob er Dir das aufschreiben kann. Das ist auch so ein Ding, was völlig trivial aussieht und sowieso nicht direkt das ist, was ein Mann am liebsten macht. Sag, dass es in solchen Diskussionen immer so hoch her geht, Dir aber viel daran liegt und Du das deswegen bischen entzerren willst oder sowas - Du kennst ihn besser als ich.

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26. März 2013 um 10:49

Hello again!

danke nochmal für deine ausführliche Antwort und das Preisgeben deiner eigenen Geschichte!! Klingt nicht einfach, was du da durchmachen musst!! :// Aber finde es bemerkenswert, wie stark du bist, und dass du anderen im Forum hier so toll hilfst - danke!!

Nun nochmal zu einigen Punkten:

Bezüglich "Sachen nicht persönlich nehmen": Ich glaube, das habe ich im Schreiben evt. falsch rübergebracht. Das Problem ist nämlich, dass ich sehrwohl Sachen persönlich nehme!! Ich bin ein extrem sensibler Mensch. Ich beschimpfe NIE Menschen und urteile NIE über wen anderen, nicht mal über deren Aussehen etc. Ich bin evt einer der am wenigsten urteilendsten Menschen der Welt. Umgekehrt treffen mich dafür Urteile und Beleidigungen sehr hart. Wenn er mich grundlos als Lügnerin, negativsten Mensch der Welt, Idiot, Ar***loch etc bezeichnet, so trifft mich das extrem. Wenn ich probiere, für ihn da zu sein und er grundlos ausm nichts eine Attacke hat, so ist das für mich eine der schlimmsten Dinge überhaupt.
Bisher habe ich immer probiert, mich rechtzufertigen und ihm zu sagen, dass es mich verletzt wenn er mich beschimpft etc, bzw seine verdrehte Wahrheit richtigzustellen. Habe immer probiert zu erklären, dass ich doch gar nichts gemacht habe und ich das sehr unfair finde etc. Als Antwort kam dann immer, dass ICH diejenige bin, die alles rumdreht so wie sie es braucht, dass ich Politikerin werden sollte, dass er mich nie beschimpft hat, dass ich Wahrnehmungsstörungen habe, dass mit mir was nicht stimmt und ich in Therapie soll etc.
Erst seit dem letzten Anfall von vor 2 Tagen, der noch mehr ausgeartet ist mit den Messern etc, habe ich dann nochmal Borderline recherchiert. Und dann wurde mir einiges klar. Ich habe dieses Video hier gefunden http://www.youtube.com/watch?v=jLdhc8V5O5c und es öffnete mir die Augen. Das ist im Grunde genau das, was ich alle paar Tage erlebe.
Ich nehme psychische Krankheiten sehr ernst, aber ich denke, ich habe es zuvor nicht wahrhaben wollen, dass er wohl BL tatsächlich haben könnte, da er zwar 1 mal kurz erwähnt hat "mein Therapeut sagt ich hab alleSymptome von BL", aber als ich dann fragte "also bedeutet dies, du hast tatsächlich BL, oder hast du es trotz dem Symptomen nicht?" und ihn bat, mir zu helfen, ihn zu verstehen indem er mir sagt, was los ist, hat er total abgeblockt etc. Ich habe nie ne klare Antwort bekommen, daher hab ich das Thema quasi beiseite geschoben, und bin an all seinen Ausbrüchen fast zerbrochen.
Mir ging's gestern so schlecht, dass ich das Haus nicht verlassen konnte und mich wörtlich unter der Bettdecke versteckte.

Daher probiere ich jetzt rauszufinden, was mit ihm los ist. Er will mir keine Antwort geben. Er sagt, es gibt etwas sehr gravierendes in seinem Leben, das er selbst seinem Therapeut nicht sagen kann, und mir kann ers auch nicht sagen, es sei denn er bemerkt dass ich "die Richtige" bin. Die Tatsache, dass ich oft verletzt bin in seiner Gegenwart (wegen seinen Ausbrüchen), ist für ihn ein "Alarmsignal", so sagt er, dass ich wohl nicht die richtige bin. Er droht dauernd mit "bald wird Schluss sein, weil du mich immer so stress", dabei mache ich NICHTS. Ich bin nur für ihn da!!

In der Annahme, dass er wohl BL hat (wissen werde ich es wohl nie, aber ich probiere nun einfach, neue Wege zu finden, mit ihm umzugehen): Wie soll ich mich bei Ausbrüchen verhalten? Ich habe nun oft genug gesehen, dass je mehr ich mich rechtfertige und probiere ihm zu darzulegen, was er gerade mit mir macht, desto schlimmer wird es!! Was wäre ein guter Weg?? Ich habe mal gelesen, man soll den Partner einfach machen lassen, und egal wie sehr es weh tut, man soll einfach dastehen und nichts sagen, und im Endeffekt ihn sogar einfach umarmen und ihm sagen, das man ihn liebt?
Die ganzen Beleidigungen und ungerechtfertigten Anschuldigungen einfach "überhören" und als "er spricht grad mit sich selbst" "übersetzen" und nichts darauf sagen? Ist das der bessere Weg?
Wie gesagt, da ich sehrwohl Sachen persönlich nehme, fühle ich mich so hilflos. Aber wenn ich nun weiß, dass das alles tatsächlich nichts mit mir zu tun hat und ich es daher nicht persönlich nehmen soll, so werde ich das auch tun.
Help! Danke!!

Bezüglich "weiß er, dass er es ändern kann?": Keine Ahnung!! Alles, was er mir bisher gesagt hat, ist ja, dass er in Therapie ist und sich dafür schämt (er sagt mir auch nie, wann er ne Einheit hat .. und wenn ich es zufällig mitkriege, sagt er "bitte denk nicht dran, sondern stell dir einfach vor, ich bin in ner Kneipe, ich will nicht so armselig rüberkommen wie ich bin" .. obwohl ich ihm ständig sage, wie stolz ich auf ihn bin, dass er es durchzieht). Er will mir nicht genau sagen, was mit ihm los ist, was es für mich unmöglich macht, genau rauszufinden, wie ich mit all dem umgehen kann.
Würde er mir sagen: "Schau. Ich hab Borderline. Ende der Diskussion", so wüsste ich Bescheid und könnte die Sache viel "cooler" angehen, da ich dann WÜSSTE, dass all die krassen Ausbrüche nichts mit mir zu tun haben.
Ich weiß also nicht, woran er genau in der Therapie arbeitet, und ob er weiß/wahrnimmt, dass er tatsächlich diese BLartigen Ausbrüche hat. Er ist ein extrem intelligenter Mensch, und wäre es ihm klar, so wüsste er sicherlich, dass er daran arbeiten kann. Aber keine Ahnung, was in seiner Therapie vorgeht. Er will mit mir darüber nicht sprechen; alles was ich weiß ist, dass er die Therapie hasst, und er sagt, dass diese ihn jedes Mal in Extremsituationen treibt. Aber danach ist er dann "wie neu geboren" und ruhig. Leider nur alle 2 Wochen.
Wie gesagt, ich habe schon oft ruhig probiert, mit ihm Lösungsvorschläge für die Situation zu finden. Aber bekam immer nur nen Ausbruch als Antwort. Bin so ratlos!!


Nach jedem Ausbruch sagt er wie gesagt, dass "das ein Ende haben muss", und "ich mir endlich eingestehen soll, dass das alles an mir liegt, denn sowas ist ihm noch mit keiner Frau passiert" (dazu muss ich aber wiederum betonen, dass er seit 3 Jahren vor mir keine Beziehung hatte, sein Therapeut ihm sagt dass er auch für keine bereit ist, und er sagt, dass ich die erste in seinem Leben bin, bei der er tatsächlich Gefühle empfindet und nicht nur Leere. Er hat wohl bisher immer nur Gefühle vorgespielt, da er angeblich nie etwas empfindet, und ich bin wohl die erste für die er tatsächlich was empfindet ... evt bin ich auch deshalb die erste, bei der er so extrem ausbricht??)
Achja, zum Thema Gefühle: Du beschreibst in vielen deiner Kommentare, dass BL Menschen zu viele Gefühle haben, und diese überschwappen.
Nun, bei meinem Partner ist es so, dass er sagt, dass er gar keine Gefühle hat. Wie gesagt, es trifft ihn nicht, wenn Freunde von ihm sterben, wenn sein Vater Herzinfarkte hat, etc. Ihn trifft gar nichts. Wenn ich von der Arbeit heimkomme und nur kurz jammern will über den furchtbaren Tag, krieg ich kein für mich "normales" "oh du Arme, komm ich geb dir ne Umarmung", sondern bekomme ne Standpauke a la "sei froh, dass du nicht in der 3. Welt wohnst und halte die Klappe".
Er reagiert immer sehr gefühlskalt und sagt, es ist ihm klar, dass das anders ist als andere, und dass er eben gar nichts empfindet. Nie. Ausser für mich. Und das ist neu.
Kann es sein, dass er in Wahrheit SEHR SEHR viel empfindet, für alles, aber nen riesigen Deckel auf sein Gefühlsfass geklebt hat? Aus Selbstschutz? Und er deshalb den Deckel verliert und das Fass überschwappt wenn ich in seiner Nähe bin, weil er damit nicht umgehen kann, dass er für eine Frau tatsächlich was empfindet?

Noch eine Frage zum Thema Grenzen setzen: Wie kann ich ihm Grenzen setzen? Beim letzten Ausbruch hab ich zu ihm gesagt: "Verlass JETZT meine Wohnung, genug ist genug!" .,. und dann hat er angedroht, dass ich ihn nie wieder sehe, wenn ich ihn jetzt rausschmeisse.
Das hat also nicht funktioniert. Kannst du mir ein Beispiel für Grenzen geben?

Oje, ich schreib hier grad schon wieder nen Aufsatz! Das Kurz Fassen fällt auch mir nicht leicht! Aber es gibt einfach so viel zu sagen und fragen!!

DANKE dir nochmal für deine Zeit und Geduld!! Es hilft echt!! )

Freu mich auf Antwort! Danke!!

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26. März 2013 um 13:48
In Antwort auf sunna_12267694

Hello again!

danke nochmal für deine ausführliche Antwort und das Preisgeben deiner eigenen Geschichte!! Klingt nicht einfach, was du da durchmachen musst!! :// Aber finde es bemerkenswert, wie stark du bist, und dass du anderen im Forum hier so toll hilfst - danke!!

Nun nochmal zu einigen Punkten:

Bezüglich "Sachen nicht persönlich nehmen": Ich glaube, das habe ich im Schreiben evt. falsch rübergebracht. Das Problem ist nämlich, dass ich sehrwohl Sachen persönlich nehme!! Ich bin ein extrem sensibler Mensch. Ich beschimpfe NIE Menschen und urteile NIE über wen anderen, nicht mal über deren Aussehen etc. Ich bin evt einer der am wenigsten urteilendsten Menschen der Welt. Umgekehrt treffen mich dafür Urteile und Beleidigungen sehr hart. Wenn er mich grundlos als Lügnerin, negativsten Mensch der Welt, Idiot, Ar***loch etc bezeichnet, so trifft mich das extrem. Wenn ich probiere, für ihn da zu sein und er grundlos ausm nichts eine Attacke hat, so ist das für mich eine der schlimmsten Dinge überhaupt.
Bisher habe ich immer probiert, mich rechtzufertigen und ihm zu sagen, dass es mich verletzt wenn er mich beschimpft etc, bzw seine verdrehte Wahrheit richtigzustellen. Habe immer probiert zu erklären, dass ich doch gar nichts gemacht habe und ich das sehr unfair finde etc. Als Antwort kam dann immer, dass ICH diejenige bin, die alles rumdreht so wie sie es braucht, dass ich Politikerin werden sollte, dass er mich nie beschimpft hat, dass ich Wahrnehmungsstörungen habe, dass mit mir was nicht stimmt und ich in Therapie soll etc.
Erst seit dem letzten Anfall von vor 2 Tagen, der noch mehr ausgeartet ist mit den Messern etc, habe ich dann nochmal Borderline recherchiert. Und dann wurde mir einiges klar. Ich habe dieses Video hier gefunden http://www.youtube.com/watch?v=jLdhc8V5O5c und es öffnete mir die Augen. Das ist im Grunde genau das, was ich alle paar Tage erlebe.
Ich nehme psychische Krankheiten sehr ernst, aber ich denke, ich habe es zuvor nicht wahrhaben wollen, dass er wohl BL tatsächlich haben könnte, da er zwar 1 mal kurz erwähnt hat "mein Therapeut sagt ich hab alleSymptome von BL", aber als ich dann fragte "also bedeutet dies, du hast tatsächlich BL, oder hast du es trotz dem Symptomen nicht?" und ihn bat, mir zu helfen, ihn zu verstehen indem er mir sagt, was los ist, hat er total abgeblockt etc. Ich habe nie ne klare Antwort bekommen, daher hab ich das Thema quasi beiseite geschoben, und bin an all seinen Ausbrüchen fast zerbrochen.
Mir ging's gestern so schlecht, dass ich das Haus nicht verlassen konnte und mich wörtlich unter der Bettdecke versteckte.

Daher probiere ich jetzt rauszufinden, was mit ihm los ist. Er will mir keine Antwort geben. Er sagt, es gibt etwas sehr gravierendes in seinem Leben, das er selbst seinem Therapeut nicht sagen kann, und mir kann ers auch nicht sagen, es sei denn er bemerkt dass ich "die Richtige" bin. Die Tatsache, dass ich oft verletzt bin in seiner Gegenwart (wegen seinen Ausbrüchen), ist für ihn ein "Alarmsignal", so sagt er, dass ich wohl nicht die richtige bin. Er droht dauernd mit "bald wird Schluss sein, weil du mich immer so stress", dabei mache ich NICHTS. Ich bin nur für ihn da!!

In der Annahme, dass er wohl BL hat (wissen werde ich es wohl nie, aber ich probiere nun einfach, neue Wege zu finden, mit ihm umzugehen): Wie soll ich mich bei Ausbrüchen verhalten? Ich habe nun oft genug gesehen, dass je mehr ich mich rechtfertige und probiere ihm zu darzulegen, was er gerade mit mir macht, desto schlimmer wird es!! Was wäre ein guter Weg?? Ich habe mal gelesen, man soll den Partner einfach machen lassen, und egal wie sehr es weh tut, man soll einfach dastehen und nichts sagen, und im Endeffekt ihn sogar einfach umarmen und ihm sagen, das man ihn liebt?
Die ganzen Beleidigungen und ungerechtfertigten Anschuldigungen einfach "überhören" und als "er spricht grad mit sich selbst" "übersetzen" und nichts darauf sagen? Ist das der bessere Weg?
Wie gesagt, da ich sehrwohl Sachen persönlich nehme, fühle ich mich so hilflos. Aber wenn ich nun weiß, dass das alles tatsächlich nichts mit mir zu tun hat und ich es daher nicht persönlich nehmen soll, so werde ich das auch tun.
Help! Danke!!

Bezüglich "weiß er, dass er es ändern kann?": Keine Ahnung!! Alles, was er mir bisher gesagt hat, ist ja, dass er in Therapie ist und sich dafür schämt (er sagt mir auch nie, wann er ne Einheit hat .. und wenn ich es zufällig mitkriege, sagt er "bitte denk nicht dran, sondern stell dir einfach vor, ich bin in ner Kneipe, ich will nicht so armselig rüberkommen wie ich bin" .. obwohl ich ihm ständig sage, wie stolz ich auf ihn bin, dass er es durchzieht). Er will mir nicht genau sagen, was mit ihm los ist, was es für mich unmöglich macht, genau rauszufinden, wie ich mit all dem umgehen kann.
Würde er mir sagen: "Schau. Ich hab Borderline. Ende der Diskussion", so wüsste ich Bescheid und könnte die Sache viel "cooler" angehen, da ich dann WÜSSTE, dass all die krassen Ausbrüche nichts mit mir zu tun haben.
Ich weiß also nicht, woran er genau in der Therapie arbeitet, und ob er weiß/wahrnimmt, dass er tatsächlich diese BLartigen Ausbrüche hat. Er ist ein extrem intelligenter Mensch, und wäre es ihm klar, so wüsste er sicherlich, dass er daran arbeiten kann. Aber keine Ahnung, was in seiner Therapie vorgeht. Er will mit mir darüber nicht sprechen; alles was ich weiß ist, dass er die Therapie hasst, und er sagt, dass diese ihn jedes Mal in Extremsituationen treibt. Aber danach ist er dann "wie neu geboren" und ruhig. Leider nur alle 2 Wochen.
Wie gesagt, ich habe schon oft ruhig probiert, mit ihm Lösungsvorschläge für die Situation zu finden. Aber bekam immer nur nen Ausbruch als Antwort. Bin so ratlos!!


Nach jedem Ausbruch sagt er wie gesagt, dass "das ein Ende haben muss", und "ich mir endlich eingestehen soll, dass das alles an mir liegt, denn sowas ist ihm noch mit keiner Frau passiert" (dazu muss ich aber wiederum betonen, dass er seit 3 Jahren vor mir keine Beziehung hatte, sein Therapeut ihm sagt dass er auch für keine bereit ist, und er sagt, dass ich die erste in seinem Leben bin, bei der er tatsächlich Gefühle empfindet und nicht nur Leere. Er hat wohl bisher immer nur Gefühle vorgespielt, da er angeblich nie etwas empfindet, und ich bin wohl die erste für die er tatsächlich was empfindet ... evt bin ich auch deshalb die erste, bei der er so extrem ausbricht??)
Achja, zum Thema Gefühle: Du beschreibst in vielen deiner Kommentare, dass BL Menschen zu viele Gefühle haben, und diese überschwappen.
Nun, bei meinem Partner ist es so, dass er sagt, dass er gar keine Gefühle hat. Wie gesagt, es trifft ihn nicht, wenn Freunde von ihm sterben, wenn sein Vater Herzinfarkte hat, etc. Ihn trifft gar nichts. Wenn ich von der Arbeit heimkomme und nur kurz jammern will über den furchtbaren Tag, krieg ich kein für mich "normales" "oh du Arme, komm ich geb dir ne Umarmung", sondern bekomme ne Standpauke a la "sei froh, dass du nicht in der 3. Welt wohnst und halte die Klappe".
Er reagiert immer sehr gefühlskalt und sagt, es ist ihm klar, dass das anders ist als andere, und dass er eben gar nichts empfindet. Nie. Ausser für mich. Und das ist neu.
Kann es sein, dass er in Wahrheit SEHR SEHR viel empfindet, für alles, aber nen riesigen Deckel auf sein Gefühlsfass geklebt hat? Aus Selbstschutz? Und er deshalb den Deckel verliert und das Fass überschwappt wenn ich in seiner Nähe bin, weil er damit nicht umgehen kann, dass er für eine Frau tatsächlich was empfindet?

Noch eine Frage zum Thema Grenzen setzen: Wie kann ich ihm Grenzen setzen? Beim letzten Ausbruch hab ich zu ihm gesagt: "Verlass JETZT meine Wohnung, genug ist genug!" .,. und dann hat er angedroht, dass ich ihn nie wieder sehe, wenn ich ihn jetzt rausschmeisse.
Das hat also nicht funktioniert. Kannst du mir ein Beispiel für Grenzen geben?

Oje, ich schreib hier grad schon wieder nen Aufsatz! Das Kurz Fassen fällt auch mir nicht leicht! Aber es gibt einfach so viel zu sagen und fragen!!

DANKE dir nochmal für deine Zeit und Geduld!! Es hilft echt!! )

Freu mich auf Antwort! Danke!!

Oh...
... wo fange ich an... Ich denke, ich teile das auf...

"Nun, bei meinem Partner ist es so, dass er sagt, dass er gar keine Gefühle hat."
=> Jein. Innere Leere / innere Taubheit ist bei einigen von uns auch ein Problem, ja, aber der Rest kommt so nicht hin, wenn er tatsächlich BL ist.

Wir sind oft nicht an den Punkten empfindlich, wo man es erwartet und nicht in der Art, wie man es erwartet. Es kostet mich eine hochgezogene Augenbraue, wenn Kollegen hinter meinen Rücken über mich lästern, ich finde es durchaus entspannend, wenn sie mich "schneiden". Der Tod ist für mich einfach ein Ende, aber nichts, was ich fürchte und nichts was an sich bedauernswürdig wäre. Es gab schon viele, die ich kannte, die gestorben sind, nun, ich vermisse sie manchmal, aber Trauer in dem Sinne? Eigentlich nicht. Er / sie fehlt mir. Aber ihm / ihr fehlt ja nichts mehr und ihm / ihr kann ja auch nicht mehr leid tun, dass irgendwas noch nicht getan oder noch nicht erlebt wurde. - naja, ich kann es nicht wirklich erklären.

Aber dass da manchmal nicht die passende Reaktion kommt oder man sie uns nicht in der erwarteten Weise ansieht, heißt nicht, dass da keine sind.
Beispiel: ich hasse Geschenke. Tief und aufrichtig. Im grunde gibt es nur 2 Möglichkeiten:
a) gefällt mir - nun, man sieht mir die Freude üblicher Weise nicht an. Ich kann also gefälligst schauspielern, damit meine Minik den erwarteten Ausdruck zeigt, ich muss schön daran denken, dass ich die erwarteten Worte auf die erwartete Weise sage - sonst ist mein Gegenüber grundlos und sehr verletzt.
b) gefällt mir nicht - nun, wenn mir die Person am *** vorbei geht, nehme ich sowieso keine Geschenke an (weil ich die auch als etwas sehr bindendes, verpflichtendes Empfinde, aber das ist eher Konditionierung der Kindheit als BL - die Angst davor, sich zu verpflichten und zu binden wiederum ist BL) - also geht mir die Person vermutlich nicht ... also kann ich die Person verletzen, indem ich sage, dass ich das Geschenk nicht mag oder schauspielern, ... Ich hasse es.

"Oh Du arme..." kann ich auch nur spielen. Ich denke in Lösungen, nicht in Bestätigung. Wenn jemand zu mir kommt und ein Problem hat, dann versuche ich das zu lösen. Ich weiß durchaus auch, dass es dem anderen dabei schlecht geht, ich weiß auch ziemlich genau wie schlecht, aber ich würde niemandem auf die Schulter klopfen von mir aus. Ich würde das Problem angehen. Das mit dem Schulterklopfen mache ich für Menschen, die mir nahe stehen und es mir wert sind, aber ich mache es bewusst, nicht intuitiv, nicht "automatisch" - da ploppt in meinem Gehirn ein Mitteilungsfenster auf: "Du musst jetzt Schulterklopfen, sonst denkt sie wieder, dass sie Dir egal ist".

Außerdem sind da noch die anderen Punkte... Ich habe mich mit NLP beschäftigt, über Kommunikation vieles gelernt, Psychologie so einiges an Wissen erworben - aber es kommt immer noch vor, dass ich merke, dass mein Mann wegen irgend etwas sehr verletzt ist, ohne dass ich überhaupt eine Ahnung habe, worum zum Hühnchen es eigentlich geht - geschweige denn, was konkret das Problem ist - solche "Kleinigkeiten", die im Grunde völlig normal sind und bei jedem Paar vorkommen, können mich völlig aus dem Rennen nehmen. Von einer Sekunde auf die andere ersaufe ich in dem Gefühl, dass ich mich mit Ehe und Kind einfach nur hoffnungslos übernommen habe, dass ich das nie auf die Reihe kriegen werde, dass ich das nie schaffe... Wut, beachtliche Verzweiflung, völlige Hilflosigkeit -> völlige Überreaktion. Durchaus gern mal in der Stärke, wie Du sie bei Deinem Partner beschreibst. Schön, ich kann das Ändern. Das Problem ist: ich muss es auch ändern. Du beschreibst, wie tief Du Dich verletzt und getroffen fühlst - ja, so in etwa, wenn er tatsächlich BL ist, wahrscheinlich doppelt so intensiv.
Da reagierst Du auch komisch, oder? sagst Dinge, die Du sonst nie sagen würdest, tust, was Du sonst nie tun würdest, schlägst um Dich (verbal) ...?

Nun, es gibt fast nur den einen Weg (mit ein wenig Spielraum nach rechts und links): man muss genau in der Situation dieses Gefühl neutralisieren. Stell es Dir mal in Ruhe vor. Damit Du wieder klar denken kannst, musst Du dann, wenn Du Dich tief verletzt fühlst, damit "aufhören", Dich verletzt zu fühlen. Nun mag das für Dich klar sein, dass es bei ihm ja unberechtigt war - nur hat das nichts mit dem Gefühl zu tun. Ob berechtigt oder nicht, das Gefühl, was ausgelöst wird, bleibt das gleiche. So lange man sich hoch emotional fühlt, wird man hoch emotional reagieren - also muss erst mal die Emotion auf normales Level runter sonst geht gar nichts.

Haben wir das erledigt (nicht dass das nicht schon Spaß genug wäre...) geht es weiter und wir müssen uns den Räuber vor uns vornehmen und den Burschen ausziehen.
Wir müssen unsere Wahrnehmung gegen neutrale Referenzpunkte abgleichen, prüfen, was davon tatsächlich "echt" ist - in der Wahrnehmung macht es keinen Unterschied.
Schon bei "normalen" Menschen nicht (siehe das Beispiel mit der Jacke im Thread) - aber bei uns noch weniger. Dann bewusst die "interne Bewertung der Situation" (das was im Beispiel mit der Jacke bei der einen Person ein "ich erhalte ein Kompliment" aus dem Satz macht und bei der anderen Person ein "der will mich doch verar***" aus dem gleichen Satz macht) durchlaufen lassen und dabei schön die Weiche "Kompliment / Verar*** bewusst stellen und dann können wir weiter kommunizieren... manchmal hab ich dieses Theater soooooooooooooooooo satt, nur eine Wahl habe ich halt nicht.

so, eines noch, dann erst mal genug für den ersten Abschnitt:
"Schau. Ich hab Borderline. Ende der Diskussion",
=> wohl kaum. Da fängt die Diskussion erst an.
Glaubst Du wirklich, Du würdest Dich dann in den gleichen Situationen weniger unsicher fühlen? Ganz sicher? Vielleicht ein wenig, aber nicht mehr. Ob einen was unsicher macht, liegt zum Teil an den anderen Akteuren, zum Teil an der Situation selbst, zum Teil an einem selbst. Zumindest 2 von 3 Punkten ändern sich also nicht, nur weil ein Wort ausgesprochen wird und der dritte auch nur ein wenig. Selbstvorwürfe heißen SELBSTvorwürfe, weil ... ?
Du wärst Dir auch dann nicht sicher, ob Du jetzt einen Fehler gemacht hast. Weil eben => Du => Dir sicher sein musst. Die Reaktion Deines Partners würde sich so nicht ändern. Geh mal für Dich in Gedanken so eine Situation durch. Hätte jemand gesagt, dass er Borderliner ist - was würde es tatsächlich ändern? Ganz konkret? Also Beispiel
"Er nennt MICH Monster, obwohl ich nichts getan habe .." - da würde ein Wort etwas ändern und Du würdest plötzlich nicht mehr überlegen und grübeln, ob er nicht doch irgendwo recht haben konnte? Du würdest plötzlich nicht mehr das Gefühl haben, dass Du Dir den A*** aufreißt (pardon) und dafür nur eins über die Nase kriegst? Du würdest plötzlich nicht mehr das Gefühl haben, dass Du immer nur derjenige bist, der "einzahlt", wo die anderen immer nur nehmen? Nein, das kauf ich nicht

Du weißt nur dann, dass "die krassen Ausbrüche nichts mit Dir zu tun haben" - wenn Du die passende Selbstsicherheit hast. Die *innere* Gewissheit, dass Du Dich geprüft und für "ok" befunden hast. Die kann Dir ein Wort von außen nicht geben.

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26. März 2013 um 22:44
In Antwort auf sunna_12267694

Hello again!

danke nochmal für deine ausführliche Antwort und das Preisgeben deiner eigenen Geschichte!! Klingt nicht einfach, was du da durchmachen musst!! :// Aber finde es bemerkenswert, wie stark du bist, und dass du anderen im Forum hier so toll hilfst - danke!!

Nun nochmal zu einigen Punkten:

Bezüglich "Sachen nicht persönlich nehmen": Ich glaube, das habe ich im Schreiben evt. falsch rübergebracht. Das Problem ist nämlich, dass ich sehrwohl Sachen persönlich nehme!! Ich bin ein extrem sensibler Mensch. Ich beschimpfe NIE Menschen und urteile NIE über wen anderen, nicht mal über deren Aussehen etc. Ich bin evt einer der am wenigsten urteilendsten Menschen der Welt. Umgekehrt treffen mich dafür Urteile und Beleidigungen sehr hart. Wenn er mich grundlos als Lügnerin, negativsten Mensch der Welt, Idiot, Ar***loch etc bezeichnet, so trifft mich das extrem. Wenn ich probiere, für ihn da zu sein und er grundlos ausm nichts eine Attacke hat, so ist das für mich eine der schlimmsten Dinge überhaupt.
Bisher habe ich immer probiert, mich rechtzufertigen und ihm zu sagen, dass es mich verletzt wenn er mich beschimpft etc, bzw seine verdrehte Wahrheit richtigzustellen. Habe immer probiert zu erklären, dass ich doch gar nichts gemacht habe und ich das sehr unfair finde etc. Als Antwort kam dann immer, dass ICH diejenige bin, die alles rumdreht so wie sie es braucht, dass ich Politikerin werden sollte, dass er mich nie beschimpft hat, dass ich Wahrnehmungsstörungen habe, dass mit mir was nicht stimmt und ich in Therapie soll etc.
Erst seit dem letzten Anfall von vor 2 Tagen, der noch mehr ausgeartet ist mit den Messern etc, habe ich dann nochmal Borderline recherchiert. Und dann wurde mir einiges klar. Ich habe dieses Video hier gefunden http://www.youtube.com/watch?v=jLdhc8V5O5c und es öffnete mir die Augen. Das ist im Grunde genau das, was ich alle paar Tage erlebe.
Ich nehme psychische Krankheiten sehr ernst, aber ich denke, ich habe es zuvor nicht wahrhaben wollen, dass er wohl BL tatsächlich haben könnte, da er zwar 1 mal kurz erwähnt hat "mein Therapeut sagt ich hab alleSymptome von BL", aber als ich dann fragte "also bedeutet dies, du hast tatsächlich BL, oder hast du es trotz dem Symptomen nicht?" und ihn bat, mir zu helfen, ihn zu verstehen indem er mir sagt, was los ist, hat er total abgeblockt etc. Ich habe nie ne klare Antwort bekommen, daher hab ich das Thema quasi beiseite geschoben, und bin an all seinen Ausbrüchen fast zerbrochen.
Mir ging's gestern so schlecht, dass ich das Haus nicht verlassen konnte und mich wörtlich unter der Bettdecke versteckte.

Daher probiere ich jetzt rauszufinden, was mit ihm los ist. Er will mir keine Antwort geben. Er sagt, es gibt etwas sehr gravierendes in seinem Leben, das er selbst seinem Therapeut nicht sagen kann, und mir kann ers auch nicht sagen, es sei denn er bemerkt dass ich "die Richtige" bin. Die Tatsache, dass ich oft verletzt bin in seiner Gegenwart (wegen seinen Ausbrüchen), ist für ihn ein "Alarmsignal", so sagt er, dass ich wohl nicht die richtige bin. Er droht dauernd mit "bald wird Schluss sein, weil du mich immer so stress", dabei mache ich NICHTS. Ich bin nur für ihn da!!

In der Annahme, dass er wohl BL hat (wissen werde ich es wohl nie, aber ich probiere nun einfach, neue Wege zu finden, mit ihm umzugehen): Wie soll ich mich bei Ausbrüchen verhalten? Ich habe nun oft genug gesehen, dass je mehr ich mich rechtfertige und probiere ihm zu darzulegen, was er gerade mit mir macht, desto schlimmer wird es!! Was wäre ein guter Weg?? Ich habe mal gelesen, man soll den Partner einfach machen lassen, und egal wie sehr es weh tut, man soll einfach dastehen und nichts sagen, und im Endeffekt ihn sogar einfach umarmen und ihm sagen, das man ihn liebt?
Die ganzen Beleidigungen und ungerechtfertigten Anschuldigungen einfach "überhören" und als "er spricht grad mit sich selbst" "übersetzen" und nichts darauf sagen? Ist das der bessere Weg?
Wie gesagt, da ich sehrwohl Sachen persönlich nehme, fühle ich mich so hilflos. Aber wenn ich nun weiß, dass das alles tatsächlich nichts mit mir zu tun hat und ich es daher nicht persönlich nehmen soll, so werde ich das auch tun.
Help! Danke!!

Bezüglich "weiß er, dass er es ändern kann?": Keine Ahnung!! Alles, was er mir bisher gesagt hat, ist ja, dass er in Therapie ist und sich dafür schämt (er sagt mir auch nie, wann er ne Einheit hat .. und wenn ich es zufällig mitkriege, sagt er "bitte denk nicht dran, sondern stell dir einfach vor, ich bin in ner Kneipe, ich will nicht so armselig rüberkommen wie ich bin" .. obwohl ich ihm ständig sage, wie stolz ich auf ihn bin, dass er es durchzieht). Er will mir nicht genau sagen, was mit ihm los ist, was es für mich unmöglich macht, genau rauszufinden, wie ich mit all dem umgehen kann.
Würde er mir sagen: "Schau. Ich hab Borderline. Ende der Diskussion", so wüsste ich Bescheid und könnte die Sache viel "cooler" angehen, da ich dann WÜSSTE, dass all die krassen Ausbrüche nichts mit mir zu tun haben.
Ich weiß also nicht, woran er genau in der Therapie arbeitet, und ob er weiß/wahrnimmt, dass er tatsächlich diese BLartigen Ausbrüche hat. Er ist ein extrem intelligenter Mensch, und wäre es ihm klar, so wüsste er sicherlich, dass er daran arbeiten kann. Aber keine Ahnung, was in seiner Therapie vorgeht. Er will mit mir darüber nicht sprechen; alles was ich weiß ist, dass er die Therapie hasst, und er sagt, dass diese ihn jedes Mal in Extremsituationen treibt. Aber danach ist er dann "wie neu geboren" und ruhig. Leider nur alle 2 Wochen.
Wie gesagt, ich habe schon oft ruhig probiert, mit ihm Lösungsvorschläge für die Situation zu finden. Aber bekam immer nur nen Ausbruch als Antwort. Bin so ratlos!!


Nach jedem Ausbruch sagt er wie gesagt, dass "das ein Ende haben muss", und "ich mir endlich eingestehen soll, dass das alles an mir liegt, denn sowas ist ihm noch mit keiner Frau passiert" (dazu muss ich aber wiederum betonen, dass er seit 3 Jahren vor mir keine Beziehung hatte, sein Therapeut ihm sagt dass er auch für keine bereit ist, und er sagt, dass ich die erste in seinem Leben bin, bei der er tatsächlich Gefühle empfindet und nicht nur Leere. Er hat wohl bisher immer nur Gefühle vorgespielt, da er angeblich nie etwas empfindet, und ich bin wohl die erste für die er tatsächlich was empfindet ... evt bin ich auch deshalb die erste, bei der er so extrem ausbricht??)
Achja, zum Thema Gefühle: Du beschreibst in vielen deiner Kommentare, dass BL Menschen zu viele Gefühle haben, und diese überschwappen.
Nun, bei meinem Partner ist es so, dass er sagt, dass er gar keine Gefühle hat. Wie gesagt, es trifft ihn nicht, wenn Freunde von ihm sterben, wenn sein Vater Herzinfarkte hat, etc. Ihn trifft gar nichts. Wenn ich von der Arbeit heimkomme und nur kurz jammern will über den furchtbaren Tag, krieg ich kein für mich "normales" "oh du Arme, komm ich geb dir ne Umarmung", sondern bekomme ne Standpauke a la "sei froh, dass du nicht in der 3. Welt wohnst und halte die Klappe".
Er reagiert immer sehr gefühlskalt und sagt, es ist ihm klar, dass das anders ist als andere, und dass er eben gar nichts empfindet. Nie. Ausser für mich. Und das ist neu.
Kann es sein, dass er in Wahrheit SEHR SEHR viel empfindet, für alles, aber nen riesigen Deckel auf sein Gefühlsfass geklebt hat? Aus Selbstschutz? Und er deshalb den Deckel verliert und das Fass überschwappt wenn ich in seiner Nähe bin, weil er damit nicht umgehen kann, dass er für eine Frau tatsächlich was empfindet?

Noch eine Frage zum Thema Grenzen setzen: Wie kann ich ihm Grenzen setzen? Beim letzten Ausbruch hab ich zu ihm gesagt: "Verlass JETZT meine Wohnung, genug ist genug!" .,. und dann hat er angedroht, dass ich ihn nie wieder sehe, wenn ich ihn jetzt rausschmeisse.
Das hat also nicht funktioniert. Kannst du mir ein Beispiel für Grenzen geben?

Oje, ich schreib hier grad schon wieder nen Aufsatz! Das Kurz Fassen fällt auch mir nicht leicht! Aber es gibt einfach so viel zu sagen und fragen!!

DANKE dir nochmal für deine Zeit und Geduld!! Es hilft echt!! )

Freu mich auf Antwort! Danke!!

II
so ...

Als Antwort kam dann immer, dass ICH diejenige bin, die alles rumdreht so wie sie es braucht, dass ich Politikerin werden sollte, dass er mich nie beschimpft hat, usw
=> ja, das sind die Wahrnehmungsstörungen. Für Dich sieht es so aus wie in den tollen youtube-Vid - ich habe es nach 30 sec weggeklickt, das ist ja der Horror, da gefallen sich gleich 2 ganz toll in der Opferrolle. naja, dazu komm ich gleich *hüstel* - für ihn ist es genau so, wie er Dir antwortet. Um es mal ganz klar auszudrücken: völlig recht habt Ihr damit beide nicht! In dieser Hinsicht war der Link durchaus sehr erhellend. Wie auch immer: für uns ist die andere Seite von der Realität nicht zu unterscheiden. So lange wir das nicht abfangen, fühlt es sich völlig echt an und ganz genau so, wie wir auch reagieren.

Zum Abfangen gehören die Komponenten, die ich im Thread genannt habe: ständig den Wasserstand im Auge behalten, Abfluss vergrößern und im Notfall: grossen Eimer holen und schöpfen. Die Wahrnehmungsstörungen brauchen noch bißchen Sonderbehandlung, aber das steht da auch.

Therapie... da sag ich lieber nichts zu.

"Du hast nicht wahrhaben wollen, dass es tatsächlich BL sein könnte" Ähm, Du weißt schon, dass Du gerade mit einem Borderliner sprichst? :P Nein, ich will nicht, dass mein Partner BL hat, denn dann ist alles ganz schlimm? ^^ Fast diskriminierend :P

So zum Rest - ja die Situationen kenne ich bzw. kann sie mir an den Stellen, wo es bei mir nicht so ist, vorstellen. Das kann man lernen abzufangen und man muss es lernen, schon allein, weil es für einen selbst fürchterlich ist - und natürlich weil wir sonst wirklich nur allein sein können.

So und jetzt kommt die Stelle, wo ich den Spieß auch mal umdrehe.
Lies Dir mal Bitte den Thread noch mal durch. Lies Dir mal durch, wie Du Deinen Partner beschreibst, wie Du Deine Beziehung beschreibst.




*************




Mach mal, wirklich!!




**********



Hast Du?
Jetzt sag mal, ist das Dein Ernst?
Ich höre oft, wir Borderliner hätten ein "Opferabo" - faszinierendes Wort, das mag ich. Sehr treffend und tiefrgündiger als man von den paar Buchstaben erwarten möchte. Nun, es gibt Beziehungen, wo dieses Opferabo sehr stark ist - in denen ist es aber auf beiden Seiten da.

Also Du beschreibst Deinen Partner Einen ganzen Thread lang. Ohne ein gutes Haar, außer vielleicht mal "er ist sehr intelligent" - da kommt aber im nächsten Satz auch gleich wieder die Einschränkung.
Auch wenn man Sorgen hat und es um diese Sorgen geht - ist das die Art, wie man einem fremden Menschen den eigenen Partner vorstellen sollte? Wo ist die Stelle, aus der man lesen kann, dass Du ihn magst, ihn achtest, ihn respektierst? Ja, sicher, in der Auslistung, was Du tust, komme ich gleich zu... Aber in Deiner (seitenweisen) Beschreibung von ihm ... ... ...????????? Sollte da nicht sowas stehen? Irgendwo?

"Du bist nur für ihn da" - schalt mal einen Gang runter. Naja, lieber 2 oder 3. Erstens: ja, das kann stressen, so lieb es auch gemeint ist, aber das ist noch nicht mal der Punkt. Der Punkt ist - hast Du es Dir noch mal durchgelesen? Was willst Du hören, dass Du Dich aufopferst und ungerecht behandelt wirst? Das ist ganz sicher, was Du fühlst. Nur da hast Du leider die falsche gefragt.
Ja, Du schleppst bis ans Ende Deiner Kräfte und immer wieder Steine den Berg hoch, keine Frage. Aber Deine Beschreibung Deiner Rolle ist wie Deine Beschreibung von Deinem Mann, siehst du das?

Also wenn man Deine Beschreibung liest von Deinem Partner und Deiner Partnerschaft, dann hat man etwas vor sich, was "nach Aktenlage" keine 3 Wochen hätte dauern dürfen und wo sich gar keine Frage gestellt hätte, was man machen soll. So ist es ja aber nicht, oder? Also denk mal bewusst über den Teil der Geschichte nach, der hier fehlt. Stell mal seine Rolle UND Deine Rolle in Frage. Nicht als Unsicherheit und Selbstvorwürfe, sondern - ja wirklich, sorry, aber ist das, wie Du Eure Beziehung und Deinen Mann im Moment wahr nimmst, oder? Ist das die ganze Geschichte? Nein, es ist verzerrt.

Du fülst Dich verzweifelt, hilflos, ratlos und langsam auch kraftlos. Du strampelst und strampelst und tust was Du kannst - und erreichst nichts erkennbares. Du nimmst vor allem das wahr, was Dich verletzt, was schmerzt. Du berichtest nur darüber. Nun, ganz garstig gesagt: Du bist auf dem Weg, ihn zu verstehen. Nimm das mal 10 und Du weißt, wie wir uns fühlen. Die ganze Zeit mit kurzen Aussnahmen - es sei denn, wir ändern es. Nimm das mal 10 und stell Dir vor, es dauert über Jahre an. Dann würdest Du auch mit Ausbrüchen auf Nichtigkeiten reagieren. Weil nicht die Nichtigkeiten das Problem sind - sondern das, worauf sie treffen.

Willst Du wissen, wie man Wahrnehmung ändern kann? Jeden Abend im Bett, bevor Du einschläfst, überlege Dir 3 Dinge, die Du an ihm liebst. Aber Bitte nicht immer die Selben, es sollten 15 verschiedene in einer Woche zusammen kommen. Erinnere Dich an ein gemeinsames wunderschönes Erlebnis. Egal, ob es ein Urlaub war oder ein Moment. Natürlich geht es hier darum, wie Du Deine Probleme lösen kannst, aber wenn Du an anderer Stelle über Deinen Mann sprichst, sprich positiv von ihm. Ja, machst Du jetzt auch. Aber das was Du jetzt machst, ist Rechtfertigung, oder irre ich? Nicht der Ausdruck von Liebe. Wie man über etwas spricht, wird dadurch bestimmt, wie man darüber denkt. Richtig? Das ist aber keine Einbahnstrasse. Hast Du einen Kollegen, der Dich ärgert, den Du nicht magst, der Dich verletzt? Wenn Du an ihn denkst, bezeichne ihn immer als "Würstchen" (oder was auch immer, halt nicht ernst nehmendes, abwertendes) - Du wirst sehen, es ändert Deine Gefühle, wenn Du ihm gegenüber stehst. Nicht sofort, aber so, dass die Änderung binnen 14 Tagen deutlich spürbar ist. Zurück zu Deinem Partner: Sprich über ihn als Ausdruck Deiner Liebe! Egal zu wem. Das wird das gleiche bewirken.
Du wirst die Liebe wieder sehr viel stärker fühlen. Das tut offensichtlich not. Dann kommt auch der Teil Eurer Beziehung, der auch für Dich im Moment nur verzerrt ist, zumindest erst mal wieder gerade.

Grenzen setzen - mach ich morgen, 4:10 Uhr klingelt mein Wecker, das ist leider - sehr bald ...

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27. März 2013 um 1:27

Sich selbst Hilfe holen
Hallo, du hörst dich sehr verwickelt in diese Geschichte an und als ob es für dich zu einer destruktiven Beziehung werden kann, wenn du nichts änderst. Du musst DICH ändern, damit du nicht länger mit jemandem zusammen sein musst, der dich seelisch misshandelt. Er macht das nicht bewusst, das ist klar und nicht mit Absicht. Er kann ja nichts dafür, aber Anschreien ist nun mal auch eine Form von Gewalt. Und wer auf Dauer Gewalt ausgesetzt ist, der wird selbst krank, glaube mir. Das hältst du nicht aus. Und er hat auch schon mehrmals angedeutet, dass er merkt, dass er dir nicht gut tut. Natürlich merkt er, dass du ihm eigentlich innerlich Vorwürfe machst. Du glaubst zwar, du bist ja ruhig, aber auch nicht gezeigte Wut drückt sich irgendwo aus. Bitte verstehe mich nicht fasch, dass ich sagen will, man darf nicht wütend sein. Natürlich darf man das. Nur besser nicht in Gegenwart von ihm, weil es gefährlich für dich werden kann. Du solltest dir ernsthaft überlegen, warum du in eine Beziehung mit jemandem haben möchtest, der dich schlecht behandelt. Das geht auch oft auf die Kindheit zurück und die Einsicht ist schmerzlich, aber du kannst da rauskommen. Schau mal hier: www.borderline-rat.de Da bekommt man Fragen zu Borderline beantwortet.
Alles Gute!

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28. März 2013 um 12:43
In Antwort auf sunna_12267694

Hello again!

danke nochmal für deine ausführliche Antwort und das Preisgeben deiner eigenen Geschichte!! Klingt nicht einfach, was du da durchmachen musst!! :// Aber finde es bemerkenswert, wie stark du bist, und dass du anderen im Forum hier so toll hilfst - danke!!

Nun nochmal zu einigen Punkten:

Bezüglich "Sachen nicht persönlich nehmen": Ich glaube, das habe ich im Schreiben evt. falsch rübergebracht. Das Problem ist nämlich, dass ich sehrwohl Sachen persönlich nehme!! Ich bin ein extrem sensibler Mensch. Ich beschimpfe NIE Menschen und urteile NIE über wen anderen, nicht mal über deren Aussehen etc. Ich bin evt einer der am wenigsten urteilendsten Menschen der Welt. Umgekehrt treffen mich dafür Urteile und Beleidigungen sehr hart. Wenn er mich grundlos als Lügnerin, negativsten Mensch der Welt, Idiot, Ar***loch etc bezeichnet, so trifft mich das extrem. Wenn ich probiere, für ihn da zu sein und er grundlos ausm nichts eine Attacke hat, so ist das für mich eine der schlimmsten Dinge überhaupt.
Bisher habe ich immer probiert, mich rechtzufertigen und ihm zu sagen, dass es mich verletzt wenn er mich beschimpft etc, bzw seine verdrehte Wahrheit richtigzustellen. Habe immer probiert zu erklären, dass ich doch gar nichts gemacht habe und ich das sehr unfair finde etc. Als Antwort kam dann immer, dass ICH diejenige bin, die alles rumdreht so wie sie es braucht, dass ich Politikerin werden sollte, dass er mich nie beschimpft hat, dass ich Wahrnehmungsstörungen habe, dass mit mir was nicht stimmt und ich in Therapie soll etc.
Erst seit dem letzten Anfall von vor 2 Tagen, der noch mehr ausgeartet ist mit den Messern etc, habe ich dann nochmal Borderline recherchiert. Und dann wurde mir einiges klar. Ich habe dieses Video hier gefunden http://www.youtube.com/watch?v=jLdhc8V5O5c und es öffnete mir die Augen. Das ist im Grunde genau das, was ich alle paar Tage erlebe.
Ich nehme psychische Krankheiten sehr ernst, aber ich denke, ich habe es zuvor nicht wahrhaben wollen, dass er wohl BL tatsächlich haben könnte, da er zwar 1 mal kurz erwähnt hat "mein Therapeut sagt ich hab alleSymptome von BL", aber als ich dann fragte "also bedeutet dies, du hast tatsächlich BL, oder hast du es trotz dem Symptomen nicht?" und ihn bat, mir zu helfen, ihn zu verstehen indem er mir sagt, was los ist, hat er total abgeblockt etc. Ich habe nie ne klare Antwort bekommen, daher hab ich das Thema quasi beiseite geschoben, und bin an all seinen Ausbrüchen fast zerbrochen.
Mir ging's gestern so schlecht, dass ich das Haus nicht verlassen konnte und mich wörtlich unter der Bettdecke versteckte.

Daher probiere ich jetzt rauszufinden, was mit ihm los ist. Er will mir keine Antwort geben. Er sagt, es gibt etwas sehr gravierendes in seinem Leben, das er selbst seinem Therapeut nicht sagen kann, und mir kann ers auch nicht sagen, es sei denn er bemerkt dass ich "die Richtige" bin. Die Tatsache, dass ich oft verletzt bin in seiner Gegenwart (wegen seinen Ausbrüchen), ist für ihn ein "Alarmsignal", so sagt er, dass ich wohl nicht die richtige bin. Er droht dauernd mit "bald wird Schluss sein, weil du mich immer so stress", dabei mache ich NICHTS. Ich bin nur für ihn da!!

In der Annahme, dass er wohl BL hat (wissen werde ich es wohl nie, aber ich probiere nun einfach, neue Wege zu finden, mit ihm umzugehen): Wie soll ich mich bei Ausbrüchen verhalten? Ich habe nun oft genug gesehen, dass je mehr ich mich rechtfertige und probiere ihm zu darzulegen, was er gerade mit mir macht, desto schlimmer wird es!! Was wäre ein guter Weg?? Ich habe mal gelesen, man soll den Partner einfach machen lassen, und egal wie sehr es weh tut, man soll einfach dastehen und nichts sagen, und im Endeffekt ihn sogar einfach umarmen und ihm sagen, das man ihn liebt?
Die ganzen Beleidigungen und ungerechtfertigten Anschuldigungen einfach "überhören" und als "er spricht grad mit sich selbst" "übersetzen" und nichts darauf sagen? Ist das der bessere Weg?
Wie gesagt, da ich sehrwohl Sachen persönlich nehme, fühle ich mich so hilflos. Aber wenn ich nun weiß, dass das alles tatsächlich nichts mit mir zu tun hat und ich es daher nicht persönlich nehmen soll, so werde ich das auch tun.
Help! Danke!!

Bezüglich "weiß er, dass er es ändern kann?": Keine Ahnung!! Alles, was er mir bisher gesagt hat, ist ja, dass er in Therapie ist und sich dafür schämt (er sagt mir auch nie, wann er ne Einheit hat .. und wenn ich es zufällig mitkriege, sagt er "bitte denk nicht dran, sondern stell dir einfach vor, ich bin in ner Kneipe, ich will nicht so armselig rüberkommen wie ich bin" .. obwohl ich ihm ständig sage, wie stolz ich auf ihn bin, dass er es durchzieht). Er will mir nicht genau sagen, was mit ihm los ist, was es für mich unmöglich macht, genau rauszufinden, wie ich mit all dem umgehen kann.
Würde er mir sagen: "Schau. Ich hab Borderline. Ende der Diskussion", so wüsste ich Bescheid und könnte die Sache viel "cooler" angehen, da ich dann WÜSSTE, dass all die krassen Ausbrüche nichts mit mir zu tun haben.
Ich weiß also nicht, woran er genau in der Therapie arbeitet, und ob er weiß/wahrnimmt, dass er tatsächlich diese BLartigen Ausbrüche hat. Er ist ein extrem intelligenter Mensch, und wäre es ihm klar, so wüsste er sicherlich, dass er daran arbeiten kann. Aber keine Ahnung, was in seiner Therapie vorgeht. Er will mit mir darüber nicht sprechen; alles was ich weiß ist, dass er die Therapie hasst, und er sagt, dass diese ihn jedes Mal in Extremsituationen treibt. Aber danach ist er dann "wie neu geboren" und ruhig. Leider nur alle 2 Wochen.
Wie gesagt, ich habe schon oft ruhig probiert, mit ihm Lösungsvorschläge für die Situation zu finden. Aber bekam immer nur nen Ausbruch als Antwort. Bin so ratlos!!


Nach jedem Ausbruch sagt er wie gesagt, dass "das ein Ende haben muss", und "ich mir endlich eingestehen soll, dass das alles an mir liegt, denn sowas ist ihm noch mit keiner Frau passiert" (dazu muss ich aber wiederum betonen, dass er seit 3 Jahren vor mir keine Beziehung hatte, sein Therapeut ihm sagt dass er auch für keine bereit ist, und er sagt, dass ich die erste in seinem Leben bin, bei der er tatsächlich Gefühle empfindet und nicht nur Leere. Er hat wohl bisher immer nur Gefühle vorgespielt, da er angeblich nie etwas empfindet, und ich bin wohl die erste für die er tatsächlich was empfindet ... evt bin ich auch deshalb die erste, bei der er so extrem ausbricht??)
Achja, zum Thema Gefühle: Du beschreibst in vielen deiner Kommentare, dass BL Menschen zu viele Gefühle haben, und diese überschwappen.
Nun, bei meinem Partner ist es so, dass er sagt, dass er gar keine Gefühle hat. Wie gesagt, es trifft ihn nicht, wenn Freunde von ihm sterben, wenn sein Vater Herzinfarkte hat, etc. Ihn trifft gar nichts. Wenn ich von der Arbeit heimkomme und nur kurz jammern will über den furchtbaren Tag, krieg ich kein für mich "normales" "oh du Arme, komm ich geb dir ne Umarmung", sondern bekomme ne Standpauke a la "sei froh, dass du nicht in der 3. Welt wohnst und halte die Klappe".
Er reagiert immer sehr gefühlskalt und sagt, es ist ihm klar, dass das anders ist als andere, und dass er eben gar nichts empfindet. Nie. Ausser für mich. Und das ist neu.
Kann es sein, dass er in Wahrheit SEHR SEHR viel empfindet, für alles, aber nen riesigen Deckel auf sein Gefühlsfass geklebt hat? Aus Selbstschutz? Und er deshalb den Deckel verliert und das Fass überschwappt wenn ich in seiner Nähe bin, weil er damit nicht umgehen kann, dass er für eine Frau tatsächlich was empfindet?

Noch eine Frage zum Thema Grenzen setzen: Wie kann ich ihm Grenzen setzen? Beim letzten Ausbruch hab ich zu ihm gesagt: "Verlass JETZT meine Wohnung, genug ist genug!" .,. und dann hat er angedroht, dass ich ihn nie wieder sehe, wenn ich ihn jetzt rausschmeisse.
Das hat also nicht funktioniert. Kannst du mir ein Beispiel für Grenzen geben?

Oje, ich schreib hier grad schon wieder nen Aufsatz! Das Kurz Fassen fällt auch mir nicht leicht! Aber es gibt einfach so viel zu sagen und fragen!!

DANKE dir nochmal für deine Zeit und Geduld!! Es hilft echt!! )

Freu mich auf Antwort! Danke!!

Grenzen...
also erst mal - ich weiß nicht, ob ich bei allem auch deutlich genug war... Immer noch: Ob er jetzt Grenzgänger ist oder nicht, ihr müsst beide Euren Esel kämmen, aber wenn er nicht den Hauptteil macht, wird es nicht funktionieren, egal, was Du tust.

so - Grenzen:
Bei Menschen, die hypersensibel reagieren - egal aus welchem Grund und mit welchem Hintergrund, macht es Sinn, das Revier von vornherein abzustecken.
Natürlich gibt es ein "STOP!" in einer konkreten Situation, wenn es eben zu weit geht, aber wenn man nur auf dieser Ebene agiert, wird es fast sicher nicht funktionieren.
Pläne und Grundsätze müssen in Friedenszeiten gemacht werden. Wenn jemand Wahrnehmungsstörungen hat und / oder hypersensibel reagiert und / oder emotional hoch aktiv ist, dann kommt in solchen Situationen einfach viel zu wenig an Informationen durch.

Also: in "guten Zeiten", wenn "Frieden" ist und wenig Stress die Basis machen. Wenn Ihr das da nicht tut, dann habt Ihr in schlechten Zeiten keine.

Im Moment führt Ihr Strichlisten, wer wie viele Steine den Berg hochträgt. So baut man kein Haus

Wenn Ihr ein gemeinsames Haus bauen wollt, braucht Ihr als erstes einen Bauplan. Wie soll das Haus aussehen, welche Zimmer, wo, wer braucht ein eigenes Zimmer, wofür, wo und wieviele gemeinsame Zimmer braucht man, soll es unbedingt einen Pool haben und einen Hobbykeller und einen großen Garten?
=> Was ist Euch wichtig, was ist Bedingung, was hättet Ihr gern?
Dann ist die Frage: wer macht was? Da zählt nicht mehr, wer wieviele Steine auf Berge geschleppt hat, es müssen die richtigen Steine auf den richtigen Berg und sie müssen auch oben liegen bleiben, nicht wieder runter kullern. Also: Trägst Du viele runde Steine den Berg hoch, bist Du abends völlig fertig, hast viel getan - nur nichts erreicht, weil runde Steine nicht zum Hausbau taugen. Stellt beide mal das in Frage, was Ihr gerade tut, ob es für die Kraft, die es kostet, auch irgendwie einen passenden Nutzen gibt?

Wenn man da schon festlegt, dass jeder mal was tragen muss, wird es einfacher, als wenn man am Ende des Tages dem anderen die eigenen Steine vorrechnet, Beschuldigungen, Vorwürfe, Streit, ... Nun hat jeder etwas, was er nicht kann und etwas, was er gut kann.
Einiges, was Du schreibst, liegt auch völlig außerhalb der Thematik psych. Störungen. Das mit dem "Ich hatte einen anstrengenden Tag auf Arbeit" beispielssweise - in den Punkt läufst Du generell bei 75% der Männer, da braucht es keinen Borderliner dafür gib mal bei Amazon "Deborah Tannen" ein => eine psychologische Linguistin, die sich auf solche Themen spezialisiert hat. Lies mal eines Ihrer Bücher ("Das habe ich nicht gesagt" würde ich empfehlen, aber sie schreibt generell gut und erhellend) und Dir werden so einige Lichter aufgehen.
Ok, zurück zum Thema: Aufgaben und Pflichten vorher festlegen, nicht hinterher schimpfen, dass man der einzige ist, der arbeitet.

Nein, natürlich sollst Du Beleidigungen, ungerechtfertigte Vorwürfe etc. nicht (!) "überhören" - Du hast ein Recht auf Deine Person, auf Deine Gefühle. Nicht immer zurück stecken, nicht immer Rücksicht nehmen! Es gibt doch nicht nur die beiden Extreme - alles persönlich nehmen und alles überhören! Du solltest schon im Hinterkopf haben, dass diese Angriffe nicht direkt Dir gelten sondern mehr er umsich schlägt und Du getroffen wirst, das heißt aber doch unter keinen Umständen, dass Du dich halt verhauen lassen sollst!
Es braucht Übung und Kontrolle, das in der unmittelbaren Situation abzufangen, also anfangs lieber in "Friedenszeiten". Wenn er wieder mit "ich tauge nicht zu Beziehungen kommt" - nutze die Vorlage.
Sage ihm, dass Du nicht weißt, wie Du ihm helfen kannst, ob Du ihn in Ruhe lassen sollst, wenn es zu viel wird, ob Du etwas tun kannst, um ihn zu unterstützen, was Ihr gemeinsam tun könnt, um mehr Sonnenschein in Euer Leben einzubauen - aber sage auch, dass Dich das immer sehr heftig trifft und dass Eure Beziehung stabiler wäre, wenn Du das Gefühl hättest, nicht allein zu tun.
=> für so etwas: indirkete Kommunikation vermeiden. Sage, was Du Dir wünschst. Klartext. Keine "ich gehe gern ins Kino" sondern "Ich würde mir wünschen, dass wir regelmäßig zusammen ins Kino gehen". Kein "Ich habe so lange nicht mehr meine Freundin getroffen" oder gar "ich habe das Geld nicht zum Shoppen genommen, weil wir es brauchen um..." sondern "Ich würde gern mal wieder mit meiner Freundin shoppen gehen"

Sage, dass Du den Eindruck hast, dass das, was Du tust nicht gewürdigt wird - mit konreten Beispielen => Stichwort "runde Steine" - vielleicht sind das runde Steine?

Wenn es irgend geht, versuch das auf schriftlich zu biegen. Ja, das ist bei einem Mann nicht das, was der gern macht. So ziemlich bei jedem. Da muss es psych. gar keine Probleme geben, mit Sprechen über Gefühle haben es die Herren nicht so, mit Sprechen über zwischenmenschliches nicht, mit Schreiben auch nicht.
Er ist in Therapie und er hat offensichtlich keine allzu schlechte Meinung darüber - kannst Du nutzen. er will keine Paartherapie machen - nun, verstehe ich. Heißt aber nicht, dass man niht selbst ein bißchen in dem Revier wildern kann. Darauf, dass Du seine Person in ein Forum ziehst, wird er wohl nicht sonderlich gut zu sprechen sein - Deine Entscheidung, ob Du ihm das sagst. Aber dass Du Dich im Internet informierst - auch zu BL, wenn er scon damit um die Ecke kam - das sollte ok sein. Also ist es auch ok, dass Du von anderen Betroffenen gelesen hast, dass so ein "sinnloes Theater" viel abfangen kann.

Noch eines: solltest Du ihn direkt oder implizit vor die Wahl stellen: tue so oder wir trennen uns, wird er ziemlich sicher die Trennung wählen. Also geh es aus der anderen Richtung an: Ich weiß, dass Du mit Beziehungen Probleme hast und ich will darauf Rücksicht nehmen (willst Du doch?). Aber es wird nicht funktionieren, wenn ich nur Rücksicht nehme und Dich nur machen lasse. Wenn ich für Dich so sehr etwas anderes bin, wie Du sagst, solltest Du vielleicht mal versuchen, auch etwas besonderes aus dieser Beziehung zu machen... Ich würde mir wünschen...

Kurz: Macht einen Plan statt ständige Krisenintervention.
Macht einen Plan, wie Euer Haus aussehen soll.
Macht einen Plan, wer welche Aufgaben übernimmt.
Macht einen Notfallplan. Hat jede größereOrganisation, jedes Unternehmen.

Wenn es irgendwo eine Überschwemmung gibt oder ein Erdbeben fängt nicht ein Krisenstab an zu überlegen, was man machen kann, die greifen in den Schrank, holen den Ordner mit dem Etikett "Erdbeben" heraus und machen los. Der Krisenstab koordiniert das, paßt es an die aktuelle Situation an, die nie ganz dem Ordner im Aktenschrank entsprechen wird - und zieht daraus später Schlüsse, um den generellen Plan zu verbessern, aber es gibt immer schon einen Plan im Schubfach, den man herausholen kann. Weil das nämlich ziemlich viel Sinn macht. In jedem öffentlichen Gebäude sind Notausgänge ausgeschildert. Auch wenn die keine 4m weg und eigentlich gut zu sehen sind - warum? Weil etwas, was bei einem Spaziergang super klar ist, in einer Panik, wenn bei einem Brand alles voller Rauch ist, längst nicht so gut zu sehen und zu finden ist.

Wenn Rechte und Pflichten vorher klar sind, aht man nicht mehr so sehr das Gefühl, dass man tut und nichts erreicht. Nicht mehr so sehr das Gefühl, dassman nur zahlt und nicht errhält. Nicht mehr so sehr das Gefühl, dass man "nichts recht machen kann"

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