Forum / Psychologie & Persönlichkeit

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Letzte Nachricht: 28. November 2013 um 14:36
F
fatin_12689816
08.11.13 um 13:44

Ich weiß nicht ob das hier überhaupt das richtige Forum ist oder sowas überhaupt in ein Forum gehört, aber verlieren kann ich ja auch nichts.
Ich bin 19 Jahre alt, Schülerin eines Fachgymnasiums 12. Klasse und wohne zu Hause alleine mit meinem Vater.
Nebenbei gehe seit einem Monat auf 400-Euro-Basis arbeiten.
Meine Mutter ist ausgezogen als ich noch klein war, mein Bruder ist letztes Jahr ausgezogen.
Keiner von beiden hat es zu Hause mehr ausgehalten.
Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll, aber mein Papa schafft es, einen so sehr zu verletzen und das nur durch Worte.
In letzter Zeit ist es schlimmer geworden, ich werde jeden Tag nur noch fertig gemacht und darf mir Dinge anhören, die wohl kein Elternteil zu ihren Kindern sagen würde.
Ich bin in letzter Zeit noch depressiver als sonst, vor 3 Wochen war ich im Krankenhaus, da mich nachts jemand nach der Disco gefunden hatte mit einem aufgeritzten Arm.
Ich sollte dort in der psychologischen Station in Behandlung bleiben, aber als die ersten Psycho-Fragen losgingen, war für mich klar, ich verlasse noch am selben Tag dieses Krankenhaus und so war es dann auch.
Seit diesem Zeitpunkt und zusammen mit der Tatsache das ich nur beleidigt werde zu Hause, bin ich total anders geworden.
Gestern kam nun ein Brief nach Hause von dem Krankenhaus wegen der Zuzahlung.
Dieser Brief war an mich addressiert.
Und mein Papa hat ihn geöffnet!
Das hat mich so wahnsinnig wütend gemacht, ich weiß auch nicht wieso ich deswegen so ausgerastet bin.
Aber es ist immerhin meine Post !!
Vielleicht ist es auch weil mein Papa den wahren Grund des Krankenhausaufenthaltes nicht kennt, ich habe gesagt ich wäre geschubst worden und ganz böse hingefallen.
Abgesehen davon schnüffelt er eh immer in meinem Zimmer rum und guckt immer alles nach.
Seit 3 Wochen gehe ich nun auch nicht mehr zur Schule.
Ich weiß dass das auch keine Lösung ist aber wenn ich daran denke die ganzen Menschen zu sehen die in ihrer Ponywelt leben, dann krieg ich richtig Aggressionen.
Dazu kommt das ich einfach unzufrieden mit der Situation bin.
Nie darf ich Freunde mit nach Hause bringen.
In meinem ganzen Leben hat noch nie eine Freundin bei mir übernachten, es waren vielleicht 3 Freundinnen mal bei mir.
Es gibt kein gemütliches Zusammensitzen im Wohnzimmer, auch aus dem Grund, dass es Papas "gute Stube" ist, wo niemand reindarf außer er.
Setze ich da einen Schritt rein, kommt er hinterher und es heißtsofort "Was machst du da?"
Ich fühl mich einfach wahnsinnig kontrolliert !
Um nun auf das Eigentliche zurück zukommen:
Meine Mama hat mir angeboten zu ihr zu ziehen.
Sie ist ein herzensguter Mensch, bloß der Schritt dahin zu ziehen wäre ein großer, sie wohnt nämlich 400 km weg.
Meine ganzen Freunde und alles würde ich verlassen.
Dazu kommt, dass sie früher Alkoholabhängig war und ich Angst habe, dass ihr das mit mir zu viel wird und sie wieder anfängt ( was ich aber eig eher nicht glaube ).
Ich würde mir auch zu gerne einfach eine eigene Wohnung hier nehmen in meiner Stadt, aber dazu fehlt mir einfach das Geld, und vor allem kein Mieter lässt gerne eine Schülerin auf 400Euro Basis bei sich einziehen.
Ich weiß einfach nicht ob ich diesen Schritt wagen soll, wirklich zu meiner Mama zu ziehen.
Eigentlich habe ich fast nichts zu verlieren, klar ich habe meine Freunde hier und bin grad dabei mich nach 4 Jahren endlich mal wieder zu verlieben.. andererseits hab ich in meiner Stadt auch den totalen Schlampenruf weg, da ich mich früher desöfteren dermaßen betrunken habe und dann mit Typen rumgemacht habe in der Disco oder auf Partys.Beim Rummachen ist es dann auch geblieben, also Sex war nie drin, dafür hasse ich meinen Körper einfach zu sehr.
Ich bin mittlerweile anders geworden, vielleicht brauchte ich einfach Bestätigung damals, jedoch ist mein Ruf seitdem total hin und das wird sich sicherlich auch nicht mehr ändern.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Ich bin wie gesagt 19 und hab noch 2 Jahre Schule vor mir.
Würdet ihr "die Zähne zusammen beißen" und noch 2 Jahre zuHause verbringen mit der Gewissheit jeden Tag fertig gemacht zu werden oder würdet ihr das Neue wagen?
Ich habe mir auch schon überlegt mit meiner Mama ein kompletten Neuanfang zu starten und in eine komplett andere Stadt zu ziehen?
Ich bitte einfach um eure Meinung und vielen Dank an die, die sich das alles durchgelesen haben!

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S
sharazany
26.11.13 um 16:05

Angst vor Neuanfang
Hallo itouchthesky19,

ich (weiblich, 36) habe deinen Artikel gelesen und muss mich der Meinung von Deckenschleuder anschließen.

In erster Linie ist es wichtig, dass du die Schule weitermachst und auch beendest. Dafür musst du ja nicht zwangsläufig an deiner jetzige Schule bleiben. Erstmal, denk ich, musst du von deinem Vater weg. Er hat selbst Probleme und missbraucht dich als Blitzableiter.

Über das von dir Geschriebene denke ich folgendes:

Du bist Gymnasiastin und hast nebenbei einen Job. Das ist Wahnsinn. Wenn du das tatsächlich unter einen Hut bekommst, bist du schon mal ein Stück näher an der Realität, als ein Schulkamerad, der, wie du schon schreibst, bei seinen Eltern wohnt und außer Schule keinerlei Sorgen hat.
Es ist enorm, dass du dir (mal dahingestellt, aus welcher Veranlassung heraus) auf eigene Faust einen Job gesucht hast, dir das zutraust und dein eigenes Geld verdienst. (Da hast du mir in diesem Alter einiges voraus.)

Wenn ich an deiner Stelle wäre und mit deinen Umständen zu leben hätte, würde ich

- mich zu allererst mit der Mutter in Verbindung setzen und über das Angebot, zu ihr zu ziehen, sprechen

- wenn das geklärt ist, würde ich mich um einen Schulwechsel in die Stadt der Mutter oder wohin ihr ggf. gemeinsam ziehen wollt, bemühen

Du bist noch jung, unabhängig, bist nicht jobmäßig oder familiär (eigene Familie bzw. Kinder) gebunden. Das solltes du nutzen.

Was "deinen Ruf" anbetrifft, dem könntest du entfliehen, sofern du sicherstellen könntest, dass nicht in der neuen Umgebung wieder dasselbe passiert (Alkohol, "Rummachen", usw.).

Was die ehemalige Sucht deiner Mutter anbetrifft, hängt diese vielleicht auch mit dem Verhalten deines Vaters zusammen, das ja nun keine Rolle für sie mehr spielt. Außerdem denke ich bei deiner Selbständigkeit, dass du deiner Mutter nicht zur Last fallen wirst. Du bist ja kein Kind mehr und ihr könnt euch den Haushalt teilen. Wenn du in der neuen Stadt auch einen Minijob annimmst, wirst du ihr ja nicht mal auf der Tasche liegen.

(Übrigens, wer bezieht bisher dein Kindergeld? dein Vater? Ummeldung nicht vergessen!)

Wenn du dann auch aus dem nervlich belastenden Umfeld deines Vaters raus bist, hast du gute Voraussetzungen, ein gutes neues Leben anzufangen.

Deine Freunde werden dir, sofern sie es ehrlich meinen, sicher erhalten bleiben. Es gibt Internet, Chats, Skypes und 400 km sind weit aber nicht aus der Welt. Du hast Glück, dass deine Mama nicht im Ausland wohnt und dir die Möglichkeit gibt, bei ihr zu wohnen. Das finde ich ganz toll.

Aber bitte mach deine Schule weiter und wenn du dich wenigstens um einen Realschulabschluss bemühst. Wenn du die Schule abbrichst, legst du den Grundstein für immer weitere Probleme im Leben, die dann nicht mehr so einfach zu kitten sind.

Du hast gerade jetzt gute Chancen, dein Leben zu ändern. Du bekommst Unterstützung.

Deinem Schreibstil würde ich auch entnehmen, dass du durchaus was im Kopf hast und deine Zukunft nicht so einfach wegwerfen solltest.

Wenn du doch lieber in deiner Stadt bleiben willst, erkundige dich doch mal nach einer Wohngemeinschaft oder bei sozialen Trägern (CARITAS, ANIMA, Arbeiterwohlfahrt o.a.) oder nach Jugendwohnmöglichkeiten. Soweit ich weiss, gibt es auch kirchliche Einrichtungen, die eine Art betreutes Wohnen für Jugendliche anbieten, bis diese auf eigenen Beinen stehen. (Und keine Angst, falls du nicht kirchlich bist.)

Habt ihr an der Schule einen Lehrer des Vertrauens? Schildere ihm doch deine Situation. Er hat vielleicht noch andere Ideen oder Kontakte. Wenn du ihm sagst, du willst unbedingt deinen Abschluss machen, schaffst es aber aufgrund der familiären Situation nicht, wird er dir helfen. Was wäre das für ein Pädagoge, dem nicht dein Schulabschluss am Herzen liegt?

Es geht hier um 2 Jahre, das ist nicht die Ewigkeit. Danach hast du die Schule hinter dir und bist unabhängiger, räumlich oder sogar auch finanziell.

Ich wünsche dir alles alles Gute und halte durch. Pack es einfach an, bevor dein Vater dich noch mehr runterzieht.


Ganz liebe Grüße

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D
delia_11856394
28.11.13 um 14:36

Kann
mich auch nur anschließen.
Deine Mutter bietet dir an, bei ihr zu wohnen; wahrscheinlich, weil sie deinen Vater ja genau kennt und weiß, was für ein Mensch er ist.
Ich würde es auf jeden Fall machen, dann steht dein Vater ganz allein da und hat niemanden mehr.
Du bist 19 Jahre alt und kannst allein entscheiden.
Überleg zusammen mit deiner Mutter, wie ihr es in Zukunft machen wollt. Wichtig ist, dass du erstmal von deinem sog. Vater wegkommst und zur Ruhe kommst!
Wünsche dir alles Gute!
Gruß, Assi

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