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Bitte um Rat! Panikattacken und die ständige Angst

Letzte Nachricht: 1. September 2015 um 21:39
A
arina_12328274
18.08.15 um 2:12

Hallo ihr lieben,
Ich bin 19 Jahre alt und mein Leben ist seit Anfang des Jahres einfach nur noch ein Alptraum. Lange Zeit habe ich darüber nachgedacht, ob ich denn überhaupt meine Geschichte im Internet veröffentlichen sollte, jedoch habe ich mir ältere Diskussionen durchgelesen und fand bei euch ein großes Maß and halt und Geborgenheit!
Zu meiner Geschichte:
Ich war immer eine Person gewesen, die liebend gerne gereist ist, habe in der 6.ten Klasse an einem Schüleraustausch mit Frankreich teilgenommen, war jedes Jahr im Urlaub und wollte am liebsten die ganze Welt erkunden. War immer viel unterwegs, jedes Wochenende am Party machen in jeglichen Diskos, nie Probleme gehabt mit großen Menschenmengen, ganz im Gegenteil!

Und dann passierte es:

Silvester 2014/2015

Eine Woche vor dem 31.12.2014 war ich bereits mehrmals in dieser Woche mit einem guten Freund von mir unterwegs, feiern, haben viel Alkohol innerhalb einer Woche getrunken und wenig geschlafen. Und ausgerechnet dann stand auch noch Silvester an. Wir feierten hart, hatten viel Spaß und fieberten dem neuen Jahr entgegen. Gegen 6 Uhr morgens trieb es uns ins Bett. Im Laufe des Nachmittags wachten wir alle auf, der Schlafmangel der gesamten Woche und der viele Alkoholgenuss machte sich bemerkbar. Also erst mal raus auf die Terrasse gesetzt, nen Becher Kaffee in der Hand und erst mal eine Zigarette geraucht um wach zu werden. Bis auf Schlafmangel und den dazugehörigen Symptomen war alles prima, doch wir kamen den ganzen tag nicht hoch. Dann beschlossen mein Kumpel und ich, uns etwas Gras zum rauchen zu besorgen. Und das war unser, bzw. Mein Untergang.

Das Gras wollten wir uns besorgen und rauchen um zu entspannen von der ganzen anstrengenden Woche die wir hinter uns hatten. Also fuhren wir los, besorgten uns was von einem mir unbekannten Typen der ein bekannter meines Kumpels war, fuhren wieder fort und hielten neben einem Park an. Lehnten uns gegens Auto und rauchten entspannt den vorher gerollten joint.

An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich bereits einige male schon Gras in meinem Leben geraucht habe, sogar schon Kräuter, von denen bis zu dem Zeitpunkt nie etwas passiert war. Das Zeug was wir am Neujahrstag rauchten, war alles andere als normales Gras. Ich hatte das Gefühl ich rauchte die übelsten Kräuter gestreckt mit Rattengift, nicht wegen des Geschmacks sondern der anschließenden Wirkung.

Nach dem rauchen setzten wir uns ins Auto und machten uns auf dem weg zu meinem Kumpel nach hause. Dort angekommen spürte ich die typische Wirkung von zu dem Zeitpunkt angenommenen "cannabis". Doch nach wenigen Minuten merkte ich, ich wurde zu dolle "high". Plötzlich hatte ich das Gefühl das ich so bekifft bin das ich gleich ohnmächtig werde, meine Füße fingen an zu kribbeln, dann meine Hände und dann schoss es hoch bis in meinen Kopf.

Dann bekam ich plötzlich keine Luft mehr, ging nach draußen an die frische Luft. Dort angekommen hatte ich das Gefühl ich müsste ersticken, mein gesamtes Körper kribbelte als wenn das Blut mit 120 km/h durch meinen Körper schießen würde. Daraufhin ringte ich förmlich nach Luft, atmete immer tiefer, tiefer und noch tiefer ein und irgendwann auch immer schneller, weil ich das Gefühl hatte ich bekomme gar keine Luft mehr und das mir mein Hals zugeschnürt ist.

Ich realisierte es nicht, doch ich hyperventilierte zu dem Zeitpunkt. Begriffen hab ich es nicht, da ich zuvor nie solch einen Vorfall durchleben musste. Mein Freund rief den Krankenwagen, der dann schließlich mit Sirene und Blaulicht kam, da ich durch mein starkes hyperventilieren und damit verbundenem zittern und Anspannung des ganzen Körpers nicht nur blass, sondern schon grau war. Die Sanitäter behandelten mich vor Ort, ließen mich nur meinen eigenen Sauerstoff durch eine aufgesetzte Maske atmen da ich zu viel Sauerstoff eingeatmet hatte und mein Blut somit übersäuert war. Bis ich mich wieder eingekriegt hatte und meinen normalen atmungsrhytmus folgen konnte hatte ich zu mehreren Zeitpunkten das Gefühl ich erleide einen Herzinfarkt.

Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, die Sanitäter den Heimweg antraten und ich mich ins Bett gelegt hatte, war ich zutiefst schockiert von diesem Vorfall, war mir aber sicher das nun wieder alles in Ordnung sei.

FEHLANZEIGE!

Den darauffolgenden Tag passierte es erneut, wieder erlitt ich eine panikattacke und hyperventilierte. Dieses Mal nahmen mich die Sanitäter mit ins Krankenhaus, wo ich Ihnen die ganze Wahrheit erzählte. Sie checkten mich durch, alles war in Ordnung. Den Anfall führten sie auf das cannabis zurück. Ich verweilte einen Tag im Krankenhaus und kam noch am selben Abend zurück nach Hause. Mit einer Menge Hoffnung schlief ich ein und freute mich auf den nächsten Tag. Zu früh gefreut: der nächste Anfall. Es hörte garnicht mehr auf, eine panikattacke nach der anderen. Das ganze war so schwer für mich zu begreifen, da ich der letzte mensch war der jemals psychische Probleme hatte, ich vermisste mein altes Leben, konnte nichts mehr machen ohne Angst und fühlte mich wie in einem Käfig gegangen.

Von einer Psychotherapeutin hab ich nie etwss gehalten, denn mit solchen Dingen hatte ich nie etwas zu tun, bis zu dem Zeitpunkt. Als ich mit der zeit immer mehr Ängste entwickelte, vor Dingen die vor dem Vorfall für mich selbstverständlich waren und ich mich nicht mal mehr aus dem Haus traute da ich in jeder möglichen Situation einen Anfall bekam und hyperventilierte, merkte ich, es wird höchste Zeit Hilfe zu suchen, denn ich hab starke Psychische Probleme.

Ich bekam eine Therapie verschrieben bei der ich noch bis heute bin, die mir auch viel geholfen hat.

Den Weg bis zum Anfall hab ich nun erzählt, alles was danach kommt wäre sehr viel Text deswegen hab ich dies nun weg gelassen.

Mein Problem heute: nach über 8 Monaten in Therapie (Vorfall war am 01.01.2015) kann ich wieder viel besser am Leben teilnehmen und fühle mich auch viel besser. Die Therapie hat mir viel geholfen, bis zu einem gewissen Punkt. Und an diesem Punkt bin ich seit bereits 2-3 Monate angekommen und komme nicht weiter.

Viele Ängste wurden mir genommen, jedoch bin ich immer noch gefangen in meinem eigenen Körper und finde einfach keinen Spaß mehr am Leben was nicht heißt das ich selbstmordgedanken habe, ich würde mir niemals was antun, jedoch hab ich einfach keinen Spaß mehr am Leben, kann nichts mehr machen was ich früher regelmäßig gemacht habe aufgrund von zwei Dingen die ich nicht schaffe zu bekämpfen:

- Ich schaffe es nicht alleine zu Hause zu bleiben (was sich aus Punkt 2 ergibt)
- Ich habe angst vor Entfernung (zum Beispiel feiern gehen in einer anderen Stadt, generell eine andere Stadt besuchen, geschweige denn ein anderes Land)

Ständig muss ein Familienmitglied bei mir sein. Ich fühle mich so sehr eingeschränkt, mir ist das ganze nicht nur peinlich ich halte es einfach nicht mehr aus, wobei ich durch meine Angst und das ständig wer da sein muss auch meine Familie total einschränke, nicht nur mich selbst.

Jemand einen ähnlichen Vorfall schon mal erlitten?
Oder vielleicht eine Idee was mich nun auch die letzte Hürde überwinden lässt?

Ich halt das einfach nicht mehr aus
Ich danke euch lieben schon ein mal!

LG greekguy95

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K
kinga_12543572
01.09.15 um 21:39

Ich kann das verstehen...
Ich bin etwas jünger als du und habe seit etwa 1,5 Jahren mit Panikattacken zu tun. Was ich dir gleich ans Herz lege, nachdem ich meine Geschichte erzählt habe, habe ich selbst erfahren und probiert. Das alles habe ich in meiner Verhaltenstherapie gelernt! Mir hat es sehr geholfen...
Bei mir gab es in der Kindheit mal ein traumatisches Erlebnis,hing mit einer Reise zusammen. Daraufhin hatte ich immer Probleme mit dem Reisen, egal ob Zug, Flugzeug,Bus oder Auto.Ich habe es fast immer mitgemacht, meine Eltern haben mir versucht zu zeigen, wie schön Reisen doch ist.
Irgendwann (genauer gesagt vor ca. 2 Jahren) hat das dann angefangen seine Arme auszubreiten und ich habe Panikattacken, besonders in der Schule aber auch bei Unternehmungen mit Freunden, Klassenausflügen, usw. bekommen. Meine erste Panikattacke war in einer Unterrichtsstunde: Plötzlich habe ich mich gefühlt, als wäre ich wie ein Geist (oder so), also nicht richtig da. Ich habe geschwitzt und gleichzeitig gefroren. Mir war schwindelig und ich wurde furchtbar nervös, weil ich nicht wusste, was ich tun soll.
Lange Rede: Ich habe mich dann ca. zwei Wochen nur meinem Freund geöffnet, der mir unglaublich Kraft gegeben hat und wirklich, egal wie anstrengend ich vermutlich war, nicht genervt war. Und dann wusste ich: Ich muss etwas ändern! Ich habe mich meiner Mutter anvertraut und eine Therapie angefangen, für die meine Mutter fast alle Psychologen im Umkreis abtelefonieren musste.
Nun bin ich so weit, dass ich schon sehr viel über meine Ängste und vorallem die Panik gelernt habe.
WICHTIG IST, dass du einsiehst, dass sie wenn sie kommt, soweiso kommt, also kein wegreden hilft. DU MUSST lernen, dich mit Paniksituationen so lange zu konfrontieren, bis sie dir nichts mehr ausmachen und du folgende Einstellung bekommst: Ich habe keine Angst vor der Panik. Wenn sie kommt und ich sie aushalte, mich auf sie konzentriere, sie vielleicht herausfordere, geht sie auch wieder vorbei.
Je öfter du das tust, desto besser wirst du mit ihr umgehen können und desto schneller wirst du merken, dass sie nicht mehr kommt.Und mit aushalten meine ich, suche diese Situationen (bleibe zum Beispiel alleine zu Hause, gehe in eine andere Stadt, erst mit Freunden/Familie, dann alleine usw.), wenn die Panik kommt versuche in der Situation zu bleiben, nicht die Bar zu verlassen oder heimzufahren. Bleib einfach dabei, höre in dich hinein, konzentriere dich auf dich. GANZ WICHTIG: Lenke dich auf keinen Fall mit einem Gespräch oder Ähnlichem ab! Bald wird die Panik abflachen. Und wenn du es geschafft hast dieses Szenario konsequent durchzuziehen, wird die Panik für diesen Abend nicht wiederkommen.
DU MUSST eine Gleichgültigkeit entwickeln.
Als Hilfe kann ich folgende Seite empfehlen:
http://panicend.com/indexde.html

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen und Mut machen.Das Wichtigste ist: dran bleiben und es akzeptieren!

Viel, viel Erfolg!
MiJo1401

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