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Bitte um Rat

7. September 2012 um 21:23

Vielleicht passt mein Posting hier besser hin:

Vielleicht kann mir hier jemand einen Tipp geben - ich weiß einfach nicht was ich machen soll.

Ich passe bei einer Familie auf die beiden kleinen Kinder auf. Der Vater der Kinder, ist 56 Jahre alt und Professor für Philosophie und Geschichte, sieht gut aus, wirkt immer gelassen und cool und hatte mir von Anfang an etwas gefallen. Ich habe immer versucht, seine Blicke auf mich zu ziehen und meine Fantasien waren mehr als nur nicht jugendfrei. Abends, wenn er mit seiner Frau heimkam, haben wir oft gemeinsam noch Wein getrunken und teilweise war ich auch mit ihm alleine noch wach, da wir gerne zusammen Schach spielen. Ich war mir immer dessen bewusst, dass es nur eine Fantasie ist, da er mir eigentlich viel zu alt ist und ich mir wenn ich ehrlich zu mir war, eigentlich nichts mehr wünschte als dass er mein Vater sein könnte. Mein Elternhaus war mehr als schwierig und ich wurde mit 13 vom Jugendamt in Heime gesteckt.
Vielleicht bin ich deshalb so gerne bei dieser Familie. Es wirkt alles so perfekt - so heil - und er kümmert sich wirklich gut um seine Frau und seine Kinder.

Was noch wichtig ist, ist, dass ich von meinem Lehrer sexuell missbraucht wurde und dies nie jemandem erzählt habe. Ich habe auch sehr lange gebraucht, überhaupt zu realsieren was er da gemacht hat.
Seit dem tu ich mir prinzipiell schwer, wenn ich in der Nähe von Männern bin, die eine gewisse Dominanz ausstrahlen. Ich glaube, ich würde mich nicht wehren, wenn jemand etwas versuchen würde. Ich komme mir immer so minderwertig vor - als kleines Heimkind - das merke ich, wenn ich in den Familien meiner Freunde auf deren Väter treffe, die meist gute Jobs haben. Ich besuche das Gymnasium und werde nächstes Jahr mein Abitur machen.

Nun komme ich zum Punkt. Ich würde niemals einer Frau den Mann ausspannen, dass ist etwas, was ich bis aufs Blut verachte. Ich finde, es gehört sich, eine gewisse Solidarität zwischen Frauen zu haben. Und ich weiß, ich hätte ihn nicht immer so anmachen dürfen. Es war für mich ein Spiel - ich habe mich immer sehr aufreizend und hübsch angezogen, bevor ich zu ihnen bin. Ich habe an seinen Lippen gehangen und mir immer gewünscht dass er mich einmal, nur einmal in den Arm nehmen würde oder ich meinen Kopf in seinen Schoß legen darf und er mir über den Kopf streichelt und mir versichert, dass alles gut wird. Als seine Frau nun letzte Woche auf einer Geschäftsreise war und er zuhause arbeitete, kam er abends ins Wohnzimmer und wir unterhielten uns. Er hatte was getrunken, machte mir auch einen GinTonic und ich dachte mir nichts dabei, da wir oft abends Wein getrunken hatten. Gin Tonic darf ich eigentlich noch nicht - aber er meinte, es wäre ja sicher nicht so, dass ich mich sonst daran halten würde. Klar hatte er damit recht.
Er kam mir näher, ich war wie versteinert....und ich sagte kein Wort.

Ich stand danach auf und ging nach Hause. Ich wusste nicht, ob ich heulen sollte, mich hassen sollte oder mich freuen sollte.
Ich hatte bekommen wovon ich die ganze Zeit fantasiert habe.
Ich habe diese Freitag wieder zusgesagt, auf die Kleinen aufzupassen, weil er mit seiner Frau in die Oper gehen wird. Wie soll ich nun damit umgehen? Soll ich kündigen? Soll ich mit ihm darüber sprechen, dass ich das eigentlich nicht wollte, und dass er das unterlassen soll? Ich will nämlich wirklich nicht mehr, dass er das wiederholt. Ich fühle mich irgendwie nicht wohl damit. Und ich will aber auch nicht aufhören, zu ihnen zu gehen. Wie gesagt, es ist ein wenig wie eine Ersatzfamilie für mich.
Und ich mag seine Frau - und die Kinder...und ihn...
Und ich brauche das Geld, dass ich bei denen verdiene...

ich bin echt verzweifelt...
War jemand schonmal in einer ähnlichen Situation??

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9. September 2012 um 20:09

Lieben Dank für
eure Antworten. Er hat mit mir geschlafen. Und ich fühlte mich wirklich nicht gut danach.
Nun ist schon einige Zeit vergangen und ich habe am Freitag wieder auf die Kinder aufgepasst. Die Frau von ihm ist auf einer Geschäftsreise gewesen und ist gestern zurückgekommen.
Ich habe ihm einen Brief gegeben. Und als die Kinder dann im Bett waren, ist er zu mir gekommen und hat gemeint, dass es im leid tut, wenn er mich damit überrumpelt hat - und warum ich mich nicht gewehrt hätte.
Es war sehr schwer für mich, ihm das zu erklären...und es war mir äußerst peinlich, ihm zu sagen, dass ich ihn sehr bewundere, dass ich ihn mag - aber dass er mir einfach zu alt für sowas ist... und dass ich generell ein Problem damit habe, in diese Hinsicht NEIN zu sagen.
Er meinte darauf hin nur, dass ich das lernen müsste und dass er das mit mir üben möchte.

Nun ja...ich weiß auch nicht...
kündigen will ich eigentlich wirklich nicht. Ich hänge zu sehr an dieser Familie...ich hab doch sonst keine...

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10. September 2012 um 0:11

...
ich bin ja umgeben von lauter Leuten,die denken, sie können mich in meinem Leben beraten. Ich lebe schon lange in Einrichtungen vom Jugendamt - aber keiner der Betreuer kann mir das geben, was mir fehlt. Ich fühle mich leer, auch wenn ich in der Schule gut bin und ich ein paar Freunde habe, denen ich vertraue.
Ich hoffe nicht, dass er das so meint. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass es ihm egal ist, dass er das gemacht hat.
Ich bin natürlich sehr enttäuscht von ihm, weil er seiner Frau fremd geht.
Sie ist eine Frau, die ich nur bewundern kann - sie hat viel erreicht, drei Kinder großgezogen und seines noch mit dazu...und dafür macht er sowas. Ich habe gelesen, dass viele Studentinnen mit ihren Professoren schlafen. Das unterstelle ich ihm manchmal auch, wenn ich über ihn nachdenke.
Aber vielleicht messe ich dem ganzen auch zuviel Bedeutung zu.
Es wirkte so, als täte ihm die ganze Sache sehr, sehr leid.
Ich hätte einfach irgendwas dagegen tun solln. Und es seiner Frau zu sagen..ich weiß nicht, damit zerstöre ich auch die Familie der Kinder, auf die ich aufpasse. Sie hängen sehr an mir, und ich an ihnen. Ich brauche außerdem das Geld. Ich spare, weil ich weiß, dass ich in einem Jahr komplett auf mich selbst gestellt sein werde. Bis zum 18. Lebensjahr habe ich noch die Unterstützung...dann muss ich schaun wo ich bleibe. Diese Familie unterstützt mich meistens, wennich irgendwas brauche...auch da, besteht eine Abhängigkeit, die für mich nur schwer zu lösen ist.

Ich kann auch mit keinem meiner Betreuer darüber reden. Es sind alles irgendwelche jungen Weltverbesserer, die ihr Studium von Papi und Mami finanziert bekommen haben, nicht viel älter als ich sind und meinen, sie wüssten wie sie mir helfen können. Die wissen ja gar nicht, was für Ängste ich habe.

Und irgendwie weiß ich, dass du recht hast Rose...und irgendwie musse ich weinen, wenn ich daran denke, dass ich den Job kündigen muss.
Ich will nicht. Ich hoffe nur, dass das alles irgendwann unter dem Teppich ist. Außerdem will ich ja wirklich absolut keinen Sex mit ihm haben. Ich will das nicht,
und er hat mir versprochen, da nichts mehr zu machen.

Sollte jetzt schlafen gehen.
Bussi Alex

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11. September 2012 um 0:11


Vielen Dank für dein Verständnis.
Ich kriege das schon hin... Unkraut wächst überall, sagt man so schön ^^

Ich werde vorsichtig sein und das alles jetzt erst mal so stehen lassen. Mit seiner Frau sprechen ist für mich ausgeschlossen. Ich denke, dass bringt mehr Unglück als es Gutes bringt.
Die Kinder und seine Frau können ja nun wirklich nichts dafür und ich komme schon irgendwie damit zurecht. Ich werde ihn sicher nicht mehr so weit gehen lassen. Sollte er es noch einmal versuchen, werde ich ihm auch damit drohen, es seiner Frau zu sagen - dann lässt er es sicher.
Mir ist auch bewusst, dass ich Opfer meiner selbst bin, weil ich weiß, dass ich ihn dafür nicht mehr mögen sollte. Ich weiß aber auch nicht, warum er das gemacht hat. Ich war nicht aktiv dabei... da hast du recht.

Ich rede mir ein, dass er es nicht wollte und dass er vielleicht einfach nur einsam war...und zuviel getrunken hatte. Und dass er sich vielleicht fragt, was seine Frau immer macht, wenn sie unterwegs ist. Auch wenn ich nicht glaube, dass sie auf ihren Geschäftsreisen Zeit für irgendwas außer Arbeit hat ... und sie ruft fast jeden Abend abends an und fragt nach den Kindern und nach ihm.

LG.

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