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bitte helft mir

25. September 2009 um 11:46

Hallo zusammen,

ich denke es ist das falsche Forum für das Thema Ausbildung, aber dennoch hat es Zusammenhänge mit meiner Psyche und Depressionen.

Ich hoffe es kann mir jemand weiterhelfen ich bin derzeit ratlos, weiss nicht weiter und kriege meinen Arsch nicht hoch, um endlich etwas zu ändern...ich verrenne mich ständig in irgendwelche Sachen und es geht nicht weiter.

Es geht um folgendes:

Ich bin 21 Jahre alt und mache derzeit eine Ausbildung zur Industriekauffrau, bin jetzt im 2. Lehrjahr. Ich wusste nie was ich werden wollte, also hat meine Mutter entschieden: Die Oma war im Büro, ich war im Büro, also gehst du auch ins Büro.

Alles klar.

Seitdem sitze ich hier, hatte das Glück sofort einen Ausbildungsplatz zu bekommen und kann mich auch glücklich schätzen. ABER...Ich hasse diesen Job. Ich hasse diesen Job von ganzem Herzen. Ich quäle mich jeden morgen aus dem Bett, weiss nicht wohin mit mir und habe an den Tätigkeiten die ich hier mache nicht die geringste Freude. Ich hasse die Schule (nicht weil ich das nicht kann oder so...nein...mich interessiert das einfach nicht), den Betrieb, das Umfeld und...ja, einfach alles. Und das ist eigentlich schon seit Beginn der Ausbildung so. Im ersten Lehrjahr wurde ich wegen chronischen Magenschleimhautentzündungen zur Psychiaterin überwiesen, hatte Depressionen, habe nur geweint, starke Suizidgedanken (ich stand an den Zügen, wollte springen und bin dann zusammengebrochen und habe geweint), Antriebslosigkeit und ich habe überhaupt keinen Sinn mehr in meinem Leben gesehen. Meine Psychiaterin hat mir Antidepressiva verschrieben, nach einem halben Jahr hat sie mich vor die Wahl gestellt: Sie lässt mich zwangseinweisen oder ich gehe freiwillig in stationäre Therapie. Ich bin freiwillig gegangen, war 3 Monate dort. 3 Monate meine Ruhe vor der Arbeit, 3 Monate niemanden vom Betrieb gesehen oder gehört. Mir ging es gut. Nach 3 Monaten war ich stabil ohne Tabletten.

Jetzt bin ich seit 8 Wochen wieder arbeiten. Es geht wieder los. Ich versinke in Depressionen, mir gehts wieder wie vor der Klinik. Ich habe Suizidgedanken, gehe nicht mehr raus, habe wieder alle sozialen Kontakte abgebrochen, die ich so schön nach der Klinik und während der Klinikzeit geknüpft habe. Ich nehme meine Tabletten wieder, seitdem ich nen Nervenzusammenbruch hatte und ich kurz davor war, meine Eltern zu erschießen und total auszuflippen. Die ADs schützen mich davor so ein bisschen, indem sie mich wieder runterfahren.

Ich möchte alles hinschmeissen. Ich möchte etwas anderes machen. Ich möchte raus, möchte zu meinem Freund ziehen und alles hinter mir lassen. Ich hatte nie Ruhe in meiner Kindheit, bin ständig umgezogen und wurde zu jedem abgeschoben...von Vater zu Mutter zu Oma, Großtante, Tante, zurück zum Vater, wieder Oma, Pflegefamilie etc. Ich brauche langsam meine Ruhe, muss abschalten, ich schaffs nicht mehr.

Zu meiner Frage...

Ich wurde in meiner Kindheit sexuell missbraucht, vor einem Jahr vergewaltigt. Es ist mit 2 verschiedenen Männern passiert, mit beiden habe ich TÄGLICH Sichtkontakt. Ich habe einfach Angst.

Mein Therapeut hat gesagt, dass es therapeutisch UNBEDINGT notwendig ist, aus dem Umfeld rauszukommen...wegen sog. Täterkontakt.

Mein Freund wohnt 160 km entfernt, ich fühle mich wohl dort, kann mich fallen lassen, kann mit ihm in die Zukunft schauen.

Ich wollte den Betrieb wechseln und meine Ausbildung wenigstens beibehalten und sie dort fortsetzen, wenn ich mit meinem Freund zusammenwohne. Aber ich HASSE diesen Job (erwähnte ich das bereits? ). Aber ich habe keinen Betrieb gefunden, der mich übernimmt. Hatte verschiedene Vorstellungsgespräche, aber sie haben alle Angst weil ich auch offen über meinen stationären Aufenthalt gesprochen habe.

Ich weiss nicht weiter, es wird immer schlimmer...

Soll ich die Ausbildung abbrechen? Wovon soll ich dann leben? Was soll ich tun?

Ich weiss, ihr könnt mir da auch keine Entscheidung abnehmen, ich bin im Moment aber so gefangen in mir selbst, dass ich es nicht schaffe mit nahestehenden Personen darüber zu sprechen, weil sie alle parteiisch reagieren.

Tut mir Leid, dass ich so viel geschrieben habe...das musste raus und ich denke dass das als Hintergrundwissen wichtig sein könnte.

Danke fürs lesen und ich wäre glücklich über eine Antwort. Ich weiss nämlich nicht mehr weiter.

Emiliana

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25. September 2009 um 12:04


Danke für deine Antwort...

ich würde gern was mit Kindern machen...mich mit den schönen Dingen des Lebens beschäftigen...

Vielleicht studieren? Das alles würde aber Kosten verursachen, wo ich keine Einnahmen habe. Bafög bekomme ich nicht, da meine Eltern ein zu hohes Einkommen haben...finanzielle Unterstützung ihrerseits bekomme ich allerdings nicht, da ich deren Meinung nach die Ausbildung fertig machen soll...

Nochmal zur Schule gehen und dort etwas in Richtung Erzieherin machen? Wieder kein Einkommen, um mit meinem Freund zusammenzuwohnen. Das wäre aber nicht nur mein Wunsch, sondern auch wieder therapeutisch sinnvoll lt. meinem Therapeuten, weil er mir gut tut und ich dort weit weg von den Menschen bin, die mir wehgetan haben in meinem Leben. Dafür brauche ich aber Geld. Aber woher soll das kommen...und wovon soll ich dann leben? Mich neu bewerben für eine Ausbildung kann ich dann wohl erst nächstes Jahr im August...was mache ich in der Zwischenzeit? Das halte ich nicht mehr aus!

Das alles macht mich so krank, mir geht es jeden Tag schlechter und ich sehe langsam kaum noch Perspektiven.

Emiliana

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25. September 2009 um 12:52

Wenn das alles so einfach wäre...
Weisst du, meine Eltern sind...anders als andere Eltern. Beide sind in Führungspositionen und leben es auch aus, nicht nur auf der Arbeit. Beispielsweise hängen bei uns Pläne in jedem Zimmer, auf denen Sachen stehen, die jeweils morgens um 10:30 und abends um 22:00 kontrolliert werden - bei Missachtung dieser Liste werden widerstandslos Erziehungsmaßnahmen eingeleitet...zb kommt dann der Fernseher aus dem Zimmer, dein Zimmer wird durchwühlt und Poster (jetzt nicht mehr, aus dem Poster-Alter bin ich raus) werden ALLE abgerissen, die Köpfe von den Menschen auf den Postern werden durchgeschnitten und auf einem riesigen Poster-Rest-Haufen auf dem Boden verteilt. Dann werden alle Hosen für 4 Wochen weggenommen und man kann schauen was man anzieht. Also der totale Psychoterror. Oder du kommst nach Hause und dein Zimmer ist abgeschlossen und niemand ist da und du kommst nicht in dein Zimmer (für mich die ABSOLUTE Paniksituation, da 2006 unser Haus abgebrannt ist -bei meinem Vater, wo ich zu der Zeit gelebt habe, nicht bei meiner Mutter- und ich keinen Zugriff aufs Zimmer habe wenns brennt)...klingt für Aussenstehende vll schwer verständlich aber meine Eltern sind erbarmungslos und nehmen dir jede Freude wenn du nicht hörig bist. Dh mit finanziellen Sachen brauche ich garnicht kommen. Gegen meine Eltern kann ich auch nicht klagen, da sie sowieso wegen körperlicher Misshandlung vorbestraft sind und das Jugendamt dann wieder wegen meinen Geschwistern auf der Matte stehen würde. Und wenn ICH das auch noch zu verantworten habe - daran will ich garnicht denken.

Wenn ich einfach alles hinschmeisse und gehe...nunja...geht der Psychoterror von meinen Eltern wieder los und ich bin dann wieder am Ende meiner Nerven.

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28. September 2009 um 8:46

Danke für eure Antworten...
Was bedeutet das, dass meine Eltern meine Erstausbildung finanzieren MÜSSEN? Denn Kindergeld bekomme ich nicht mehr...Müssen sie dann Unterhalt zahlen?!

Zu meinen Geschwistern...ich kann sie nicht da raus holen. Mein Bruder ist mir meinen ganzen Weg gefolgt, ist auch 100x umgezogen und letztendlich im Heim gelandet. Er ist jetzt 17, wartet nur darauf 18 zu werden und dann ist er auch schon weg...meine Schwester lebt wie eine Prinzessin auf der Erbse, meine Eltern ersetzen Liebe gerne durch Geld, Barbies und die Erfüllung aller offenen Wünsche...Meiner Schwester würde es glaube ich schlechter gehen, wenn sie weg wäre. Sie liebt ihr zuhause, wird ja auch noch nicht geschlagen oder so...das Jugendamt würde sofort handeln, sie kennen die Zustände in unserer "Familie" und das jetzt alles wieder durcheinanderzuschmeissen, so viele Aussagen zu machen und so viel Kraft aufzuwenden...das schaffe ich nicht. Ich habe mich immer um das Wohl meiner Geschwister gesorgt, habe mich und meinen Bruder im Alter von 16 Jahren allein durchgefüttert in einer eigenen Wohnung, OHNE irgendwelche Zuschüsse (hab mir den A... abgearbeitet). Ich kann einfach nicht mehr. Ich hätte es am liebsten, wenn mich jemand an die Hand nimmt, mir meine Verantwortung abnimmt und sagt: "du ziehst jetzt zu deinem Freund, guck, deine Sachen sind schon alle da, morgen früh um 8 Uhr bist du *da und da* und arbeitest dann dort". Wunschdenken. Dieser Kraftaufwand im Rahmen einer Depression, diese Veränderungen und Gefühlswelten in meinem Umfeld und in meinem Körper - unvorstellbar. Ich weiss nicht wo ich anfangen soll...bekomme meinen Hintern nicht hoch...will einfach nur unters Bett kriechen und erst wieder rauskommen, wenn a) meine Eltern bedauerlicherweise ums Leben gekommen sind oder b) ich SOFORT zu meinem Freund kann und ich weiss wie ich finanziell über die Runden komme.

Wunschdenken. Alles Wunschdenken.

Emiliana

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30. September 2009 um 15:46
In Antwort auf emiliana1988

Danke für eure Antworten...
Was bedeutet das, dass meine Eltern meine Erstausbildung finanzieren MÜSSEN? Denn Kindergeld bekomme ich nicht mehr...Müssen sie dann Unterhalt zahlen?!

Zu meinen Geschwistern...ich kann sie nicht da raus holen. Mein Bruder ist mir meinen ganzen Weg gefolgt, ist auch 100x umgezogen und letztendlich im Heim gelandet. Er ist jetzt 17, wartet nur darauf 18 zu werden und dann ist er auch schon weg...meine Schwester lebt wie eine Prinzessin auf der Erbse, meine Eltern ersetzen Liebe gerne durch Geld, Barbies und die Erfüllung aller offenen Wünsche...Meiner Schwester würde es glaube ich schlechter gehen, wenn sie weg wäre. Sie liebt ihr zuhause, wird ja auch noch nicht geschlagen oder so...das Jugendamt würde sofort handeln, sie kennen die Zustände in unserer "Familie" und das jetzt alles wieder durcheinanderzuschmeissen, so viele Aussagen zu machen und so viel Kraft aufzuwenden...das schaffe ich nicht. Ich habe mich immer um das Wohl meiner Geschwister gesorgt, habe mich und meinen Bruder im Alter von 16 Jahren allein durchgefüttert in einer eigenen Wohnung, OHNE irgendwelche Zuschüsse (hab mir den A... abgearbeitet). Ich kann einfach nicht mehr. Ich hätte es am liebsten, wenn mich jemand an die Hand nimmt, mir meine Verantwortung abnimmt und sagt: "du ziehst jetzt zu deinem Freund, guck, deine Sachen sind schon alle da, morgen früh um 8 Uhr bist du *da und da* und arbeitest dann dort". Wunschdenken. Dieser Kraftaufwand im Rahmen einer Depression, diese Veränderungen und Gefühlswelten in meinem Umfeld und in meinem Körper - unvorstellbar. Ich weiss nicht wo ich anfangen soll...bekomme meinen Hintern nicht hoch...will einfach nur unters Bett kriechen und erst wieder rauskommen, wenn a) meine Eltern bedauerlicherweise ums Leben gekommen sind oder b) ich SOFORT zu meinem Freund kann und ich weiss wie ich finanziell über die Runden komme.

Wunschdenken. Alles Wunschdenken.

Emiliana

Antrag und mehr...
Puh..man...
Also, wenn du z.B. einen Antrag auf Bafög stellst, bekommst du Unterlagen für deine Eltern oder diese werden ihnen zugeschickt, falls du nicht dort sein soltest.
Sie müssen den Antrag ausfüllen und somit belegen, was sie verdienen.
Wenn sie genug verdienen, werden sie dazu verdonnert, für dich zu zahlen.
Ähnlich läuft es bei der Ausbildung.
Wenn du alleine leben solltest zukünftig, gibt es Ausbildungsbeihilfe.
Auch diese werden im Zweifelsfalle deine Eltern tragen müssen, soweit ich weiß.
Aus meinem Bekanntenkreis (Ausbildung + Ausbildungsbeihilfeantrag) weiß ich, dass die Eltern geprüft wurden in Hinsicht ihrer finanziellen Verhältnisse.
Zusetzlich gibt es, soweit ich weiß, neuerdings auch für Studenten die Möglichkeit, Wohngeld zu beantragen.
Möglicherweise auch für Auszubildende.
Normaler weise würde ich dir raten, deine Ausbildung weiter zu machen, weil du nach der Beendigung noch immer sehr jung bist und auch dann noch studieren oder dergleichen könntest. Mit dem Vorteil, einen Beruf zu haben, mit dem du dich finanzieren kannst.

Ich sehe aber, dass deine Situation anders gelagert ist.
Was deine Schwester angeht, mach dir nicht solche Sorgen um sie.
Das Jugentamt kommt nicht, weil du Geld beantragst für einen Ausbildungswechsel oder Ähnliches.
Du kannst alles bürokratisch laufen lassen ohne viel Kontakt mit deinen Eltern halten zu müssen.
Es gibt nur eine Sache, die du vielleicht erst mal tun musst.
Du musst mit deiner Therapeutin klar reden.
Sie kennt deine Umstände.
Sie hat selbst gesehen, wie du dich verändert hast in deiner 3- Monatigen "Pause".
Praktisch gibt es viele Möglichkeiten.
Und die meisten sind besser als dich in deinem Zuhause aufzugeben.
Du kannst auch zur Uni zur Sozialberatung und dort dein Anliegen schildern.
Du brauchst dich nicht vollends zu offenbaren.
Nenn die Fakten.
Dein häusliches Umfeld ist für dich untragbar; wie sieht es aus, wenn du studierst, wie kannst du dich finanzieren, am Besten bereits zuvor aus deinem Umfeld raus kommen und dir so einen Weg ebnen?
Wie sieht es aus, wenn du woanders studieren möchtest?
Vielleicht kannst du dich einfach an den örtlichen Unis bewerben und im Falle einer Annahme, alle Zelte hinter dir abbrechen und rechtzeitig als Absicherung Bafög, etc. beantragen.
Am Liebsten wäre mir für dich, wenn du als bald als möglich Alternativen zu deinem Leben dort findest, um dich erst mal zu erholen, um Kraft zu schöpfen und klar entscheiden zu können, was du zukünftig wirklich tun willst.
Sprich deine Therapeutin darauf an, was sie dir an praktischen Hilfen sofort anbieten kann.

Im Augenblick kannst du die Möglichkeiten gar nicht rational fassen, weil dein Kopf voll ist.
Aber es gibt sie.
Wie lebt dein Freund, bei seinen Eltern, allein? Könnte er dich erst mal aufnehmen?
Von dort aus köntest du alles nötige in Angriff nehmen.
Deine Eltern haben ihr eigenes Leben, sie sind schon groß und stark. Du brauchst keine brave Tochter mehr sein.
Es wird auch ihnen gut tun, gernzen auferlegt zu bekommen.
So verrückt es scheint, wahrscheinlich meinen sie es gut.
Aber es ist nicht gut, nicht für dih und nicht für alle Beteiligten.
Der Verlust deines Ausbildungsplatzes wird kein Weltuntergang sein.
Der Verlust deiner Lebenskraft schon!
Du bist noch jung.
Fass dir ein Herz, änder deine Umstände zu deinen Vorstellungen.

Du bist frei, jederzeit zu gehen.
Lass dich nicht von Kontrolle und Druck aufhalten.
Sprich mit deiner Therapeutin ehrlich und sag ihr, was du willst.
Frag nicht, wie, sag nur, was du willst und sag ihr, dass du praktische Hilfe brauchst- jetzt.

Ich wünsch dir alles Gute, meine Liebe, und würde mich freuen von dir zukünftig hier wieder zu hören.





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