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Bindungsangst beim Mann

20. März 2017 um 8:19

Guten Morgen,

ich würde gern mal einen Rat hören von jemandem der sich mit dem
Thema auskennt. Dieser Mann leidet schon viele Jahre an Depressionen, meiner Meinung nach leidet er aber ebenso an Bindungsangst. Wenn ich ihn auf sein Verhalten anspreche, weiss er selbst immer noch warum er sich so verhält und blockt dann auch mehr oder weniger ab.

Probleme sind wie folgt:

- Freundschaften machen ihm Angst
- Nach dem Sex hat er ein schlechtes Gewissen und wäre am liebsten allein
- Sein Verhalten ist sehr ambivalent, einmal sagt er mir , er hat mich lieb gewonnen, am nächsten Tag kann es schon sein, dass er mir das Gefühl gibt ihm egal zu sein
- Immer wenn es "enger" wird und man merkt seine Mauer bricht ein wenig ein, zieht er sich zurück, antwortet mir nicht mehr und ignoriert mich, mal ein paar Tage und mal auch etwas länger
- es fällt ihm schwer über Gefühle zu sprechen und diese auch zu äußern
- Das Nähe - Distanz "Spiel" hat seine Regeln, komme ich ihm zu nah und "renne ihm hinter her", blockt er auch komplett ab
- Eine stabile Beziehung haben wir selbst nach 2 Jahren nicht aufgebaut, es endet immer im on/off

Das sind so ein paar Punkte die mir jetzt erstmal spontan eingefallen sind.
Für mich deutet das alles auf Bindungsangst hin?!

Ich weiss einfach nicht mehr weiter, wie ich das ganze durch brechen kann. Ich möchte ihn nicht verlieren, aber auf Dauer geht mir dieses hin und her auch sehr an die Substanz.

Danke euch im Voraus

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20. März 2017 um 12:47

Ich bin kein Experte, aber für mich deutet das schon eher auf eine Depression hin.

- Freundschaften gehen mit Erwartungen einher gemeinsam Freude zu haben oder gemeinsam etwas aktiv zu unternehmen. Das sind zwei Bereiche, die vielen depressiven Leuten schwer fallen, weil sie häufig keine Freude empfinden und/oder sich schwer tun sich zu etwas aufzuraffen. Sie wollen ja auch keine Spaßverderber sein.

- Evtl. macht er sich Vorwürfe, dass er nicht gut war und du dir vlt. nur aus Mitleid nichts anmerken lässt.

- Möglicher Weise hat er eine instablie Stimmungslage; Dinge/Kommunikation/Handlungen die er gestern vlt. noch optimistisch und erfreut bewertet hat, sieht er nun kritischer, emotionsloser, macht sich vlt. sogar Vorfürfe dafür.
Am einen Tag sieht er Sachen vlt. realtiv normal, am anderen empfindet er vlt. eher ein Gefühl der Gefühlslosigkeit. Auch das sexuelle Interesse kann durch die Depression bedingt nachlassen.

- Es fällt allgemein vielen Leuten (v.a. Männern) schwer über ihre Gefühle zu sprechen. Im Falle einer Depression ist das vlt. besonders schwer, weil sich diese Gefühle oft nicht auf ein konkretes Ereignis zurückführen lassen, sondern unter Umständen auch einfach so auftreten. Für viele Leute ohne Depression sind diese Gefühle nur schwer zu verstehen.

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20. März 2017 um 17:48
In Antwort auf nadine0078

Guten Morgen,

ich würde gern mal einen Rat hören von jemandem der sich mit dem
Thema auskennt. Dieser Mann leidet schon viele Jahre an Depressionen, meiner Meinung nach leidet er aber ebenso an Bindungsangst. Wenn ich ihn auf sein Verhalten anspreche, weiss er selbst immer noch warum er sich so verhält und blockt dann auch mehr oder weniger ab.

Probleme sind wie folgt:

- Freundschaften machen ihm Angst
- Nach dem Sex hat er ein schlechtes Gewissen und wäre am liebsten allein
- Sein Verhalten ist sehr ambivalent, einmal sagt er mir , er hat mich lieb gewonnen, am nächsten Tag kann es schon sein, dass er mir das Gefühl gibt ihm egal zu sein
- Immer wenn es "enger"  wird und man merkt seine Mauer bricht ein wenig ein, zieht er sich zurück, antwortet mir nicht mehr und ignoriert mich, mal ein paar Tage und mal auch etwas länger
- es fällt ihm schwer über Gefühle zu sprechen und diese auch zu äußern
- Das Nähe - Distanz "Spiel" hat seine Regeln, komme ich ihm zu nah und "renne ihm hinter her", blockt er auch komplett ab
- Eine stabile Beziehung haben wir selbst nach 2 Jahren nicht aufgebaut, es endet immer im on/off

Das sind so ein paar Punkte die mir jetzt erstmal spontan eingefallen sind.
Für mich deutet das alles auf Bindungsangst hin?!

Ich weiss einfach nicht mehr weiter, wie ich das ganze durch brechen kann. Ich möchte ihn nicht verlieren, aber auf Dauer geht mir dieses hin und her auch sehr an die Substanz.

Danke euch im Voraus 

Kennst du das Buch  "Generation Bindungsunfähig"? Das Buch ist brandneu und  beschreibt das Thema aktuell .

Ich hatte bis zum 25. Lebensjahr Bindungsangst und bei mir äußerste sich das ähnlich. Nur er allein kann das durchbrechen, du kannst leider nicht viel tun. Er muss es wollen.

Google das mal, der Spiegel hat einen guten Artikel dazu.

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