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Bin weinend aufgewacht ...

25. Juli 2010 um 9:55

Hallo! ich habe mich hier angemeldet, um mitdiskutieren zu können und zu hören, was ihr zu meinem Traum meint.

Ich bin weinend aufgewacht und der Traum geht mir nicht aus dem Kopf.
Es ging so, dass wir (ich, mein Freund und seine Familie) in einem Haus am feiern waren und wir zwei eine Diskussion hatten. Es ging darum, dass ich mich über seinen Desinteresse an mir klagte. Irgendwann bin ich in ein Zimmer reingegangen, um nochmals mit ihm zu sprechen und er war am telefonieren. Ich merkte, dass es mit einer Frau war, und dass er sehr vertieft in dem Gespräch war und dabei auch lachte. Ich lief in ein anderes Zimmer heulend, beruhigte mich aber. Dann hatte ich ein Zettel geschrieben und unter seinen Teller gelegt (der Tisch war für ein Essen gedeckt). Dann bin ich in sein (das Zimmer wo er telefoniert/e) Zimmer nochmal gegangen. Ich knallte die Tür hinter mir zu, sodass er auf mich starrte. In dem Moment, stand ich mit dem Rücken zur Tür und habe mit einem großen Messer in meine Brust gestochen. Er ist auf mich zugelaufen und hinterher war ein durcheinander mit seiner Familie und Krankenwagen, Ärzte etc. Dann gab es eine Szene, dass ein Arzt rauskam und ihm sagte, dass ich es wohl nicht überleben würde, da die Verletzung zuviel angerichtet hätte. Danach kam eine Schwester und gab ihm diesen Zettel. Sie sagte: "Ich glaube, das ist für dich". Auf dem Zettel stand "du hast mein Herz gebrochen". Er schaute nur ins Leere und machte sich weniger Sorgen um meinen anstehenden Tod, sondern mehr, wie er das meinen Kindern überbringen sollte.
In dieser Szene, versuchte er (in seinen Gedanken) ein Gespräch mit den Kindern anzufangen.
Er hat nicht ein Mal geweint, war aber total fertig und hilflos.
In dem Moment, wo er die Nachricht an meine Kinder überbringt, und sie total verzweifelt waren und weinten, bin ich aufgewacht. Schluchzend!!

Ist das nicht verrückt???
Ich muss sagen, dass wir knapp drei Jahre zusammen sind. Wir haben uns nie gestritten und ich weiß, dass er treu ist. Allerdings verspüre ich in mir eine wachsende Unzufriedenheit, weil ich immer an der 2., 3., 4. Stelle in seinem Leben/Alltag bin. Wir leben nicht zusammen, haben es aber vor, zusammen zu ziehen.

Was meint ihr??
Sind hier auch "echten" Psychologen?? Oder nur "Mitdiskutierende"??

LG

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29. Juli 2010 um 15:14

Bin "nur" eine Mitdiskutierende, aber ...
Liebe nomo,

weder habe ich Psychologie studiert, noch bin ich eine Expertin in Sachen Traumdeutung. Allerdings habe ich viel über Psychologie gelesen und jede Menge Lebenserfahrung.

Was ich Dir jetzt zu Deinem Traum sage, sind lediglich meine persönlichen Gedanken, die mir spontan in den Kopf kamen. Bitte nicht falsch verstehen und bitte nicht böse sein. Ich kenne Dich nicht, noch kenne ich Deinen Freund, also gibt es logischerweise sehr viele Dinge, die ich nicht wissen kann.

Zu Deinem Traum:
Bezeichnend finde ich, dass Du es selbst bist, die sich das Messer ins Herz rammt. Um das zu deuten, muss man kein Psychologe sein. Unbewusst weißt Du, dass Du Dich selbst kaputt machst. Womit genau, nun, da gibt es mehrere Interpretationsmöglichkeiten.

1)
Es könnte so sein, dass er wirklich desinteressiert ist und Dir nicht die Aufmerksamkeit zukommen lässt, die Du verdient hättest. Er ist nicht bereit, an sich selbst und / oder Eurer Beziehung zu arbeiten. In Eurer Beziehung bist Du diejenige, die gibt, während er nur nimmt. Er ist gefühlskalt und ein Egoist.

In diesem Fall wäre eine Trennung die einzige mögliche Konsequenz für Dich.

2)
Andere Möglichkeit:
Aus Angst, ihn zu verlieren oder ihm nicht genügend zu gefallen unterdrückst Du gewisse Aspekte Deiner eigenen Persönlichkeit. Auf lange Sicht machst Du Dich damit nur selbst kaputt.

Das heißt, Du solltest einfach wieder mehr Du selbst sein und Dir auch zugestehen, einer persönlichen Neigung / einem Hobby nachzugehen, das ihn nicht interessiert. Entweder, er liebt Dich, so wie Du wirklich bist oder es ist nicht wirklich Liebe. Die eigene Persönlichkeit zu verbiegen bringt nicht nur nichts, sondern ist auf lange Sicht auch äußerst schädlich für die eigene Gesundheit und für eine Beziehung.

3)
Er ist es, der nicht wirklich sein Leben lebt, sondern sich viel zu viel von seinem Chef, seinen Eltern und anderen Leuten in seiner Umgebung vorschreiben lässt.

Dann solltet Ihr Euch einfach mal in Ruhe darüber unterhalten und daran arbeiten. Fall er nicht dazu bereit ist, siehe 1).

4)
Du möchtest am liebsten jede Minute in seiner Nähe sein. Du erträgst es kaum, wenn er mal etwas ohne Dich unternimmt.

Nun ist es so, dass die meisten Männer (und auch Frauen, wie zum Beispiel ich) einen gewissen persönlichen Freiraum brauchen. Es ist ganz normal, auch mal alleine sein zu wollen. Auch mal Kumpels (und Kumpelinnen) treffen zu wollen. Sollte es so sein, dass Du am liebsten hättest, das Ihr beide jede Minute miteinander verbringt und sein ganzes Leben sich nur um Dich dreht, wäre es wichtig, dass Du ihm einerseits mehr persönlichen Freiraum einräumst, andererseits - siehe 2).

Nein, ich sage nicht, dass Du das Handtuch werfen sollst. Ich würde Dir nur raten, dass Du zum Einen mal ganz tief in Dich selbst hineinhörst und Dir überlegst, was Du wirklich willst. Was Du von Deinem Partner erwartest. Wie Du Dir Dein Leben so vorstellst. Zum Anderen solltet Ihr zwei Euch mal ganz entspannt hinsetzen und Euch darüber aussprechen, was jeder von Euch vom anderen erwartet, was jeder von Euch zu geben bereit ist und ob und wie Ihr da einen gemeinsamen Nenner finden könnt.

Eine Beziehung ist natürlich immer ein Kompromiss. Allerdings sollte keiner der beiden Partner sich selbst zu sehr einschränken müssen oder sich gar selbst aufgeben. Auch das Geben und Nehmen sollte sich die Waage halten.

Wieviel investierst Du in die Beziehung? Wieviel investiert er?
Wie fühlt es sich für Dich an, wenn Ihr zusammen seid? Wie für ihn? Macht Dir der Gedanke angst, alleine sein zu müssen? Hat einer von Euch beiden das Gefühl, sich zu sehr einschränken zu müssen? Inwiefern seid Ihr beide bereit, an der Beziehung zu arbeiten? Denn schließlich gehören immer zwei dazu, wenn eine Beziehung nicht so läuft, wie sie sollte. Ist Eure gemeinsame Basis groß genug (das heißt: habt Ihr zumindest genug gemeinsame Interessen, dass Ihr öfter mal etwas gemeinsam unternehmen könnt, ohne dass einer von Euch beiden das Gefühl hat, ständig auf etwas verzichten zu müssen)? Würdest DU sagen, dass Ihr beide Euch ergänzt? Was meint ER dazu?

Das waren jetzt einfach mal ein paar allgemeine Fragen als Denkanstoß. Fragen, wie sie Dir auch ein Psychologe oder Paartherapeut stellen würde. Das weiß ich deshalb, weil ich mich schon oft mit Leuten unterhalten habe, die Psychologie studiert haben.

Was Du wirklich willst, kannst letztendlich nur Du wissen.

Sorry, falls ich Dich ein wenig überfordert haben sollte. Ja, ich weiß, das sagt sich alles so einfach. Den oben genannten Fragen solltest Du dennoch einmal nachgehen und auch mit Deinem Partner in aller Ruhe darüber sprechen.

(Auf den Rest Deines Traumes bin ich deshalb nicht eingegangen, weil der - zumindest für mein Empfinden - schon so eindeutig ist, dass Du auch selbst herausfinden kannst, was er bedeutet. Mal ganz abgesehen davon, dass - egal, was die Psychologen sagen - Träume und Traumsymbole immer auch persönlich geprägt sind.)

Von Herzen wünsche ich Dir alles Gute!

P.S.: Vergiss nie: der wichtigste Mensch in Deinem Leben bist Du. Nur Du kannst darüber entscheiden, was für Dich richtig oder falsch ist. Nur Du kannst wissen, was Du wirklich willst.

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2. September 2010 um 19:56

Angst
Hi
Ich denke das du wahnsinnige Verlustängst hast
>>Geh mal zu einem Psychologen, evt. auch mit ihm, kann echt helfen, jedoch nicht von heute auf morgen, das bedarf Zeit.

glg

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11. September 2010 um 11:37
In Antwort auf tilda_12082243

Bin "nur" eine Mitdiskutierende, aber ...
Liebe nomo,

weder habe ich Psychologie studiert, noch bin ich eine Expertin in Sachen Traumdeutung. Allerdings habe ich viel über Psychologie gelesen und jede Menge Lebenserfahrung.

Was ich Dir jetzt zu Deinem Traum sage, sind lediglich meine persönlichen Gedanken, die mir spontan in den Kopf kamen. Bitte nicht falsch verstehen und bitte nicht böse sein. Ich kenne Dich nicht, noch kenne ich Deinen Freund, also gibt es logischerweise sehr viele Dinge, die ich nicht wissen kann.

Zu Deinem Traum:
Bezeichnend finde ich, dass Du es selbst bist, die sich das Messer ins Herz rammt. Um das zu deuten, muss man kein Psychologe sein. Unbewusst weißt Du, dass Du Dich selbst kaputt machst. Womit genau, nun, da gibt es mehrere Interpretationsmöglichkeiten.

1)
Es könnte so sein, dass er wirklich desinteressiert ist und Dir nicht die Aufmerksamkeit zukommen lässt, die Du verdient hättest. Er ist nicht bereit, an sich selbst und / oder Eurer Beziehung zu arbeiten. In Eurer Beziehung bist Du diejenige, die gibt, während er nur nimmt. Er ist gefühlskalt und ein Egoist.

In diesem Fall wäre eine Trennung die einzige mögliche Konsequenz für Dich.

2)
Andere Möglichkeit:
Aus Angst, ihn zu verlieren oder ihm nicht genügend zu gefallen unterdrückst Du gewisse Aspekte Deiner eigenen Persönlichkeit. Auf lange Sicht machst Du Dich damit nur selbst kaputt.

Das heißt, Du solltest einfach wieder mehr Du selbst sein und Dir auch zugestehen, einer persönlichen Neigung / einem Hobby nachzugehen, das ihn nicht interessiert. Entweder, er liebt Dich, so wie Du wirklich bist oder es ist nicht wirklich Liebe. Die eigene Persönlichkeit zu verbiegen bringt nicht nur nichts, sondern ist auf lange Sicht auch äußerst schädlich für die eigene Gesundheit und für eine Beziehung.

3)
Er ist es, der nicht wirklich sein Leben lebt, sondern sich viel zu viel von seinem Chef, seinen Eltern und anderen Leuten in seiner Umgebung vorschreiben lässt.

Dann solltet Ihr Euch einfach mal in Ruhe darüber unterhalten und daran arbeiten. Fall er nicht dazu bereit ist, siehe 1).

4)
Du möchtest am liebsten jede Minute in seiner Nähe sein. Du erträgst es kaum, wenn er mal etwas ohne Dich unternimmt.

Nun ist es so, dass die meisten Männer (und auch Frauen, wie zum Beispiel ich) einen gewissen persönlichen Freiraum brauchen. Es ist ganz normal, auch mal alleine sein zu wollen. Auch mal Kumpels (und Kumpelinnen) treffen zu wollen. Sollte es so sein, dass Du am liebsten hättest, das Ihr beide jede Minute miteinander verbringt und sein ganzes Leben sich nur um Dich dreht, wäre es wichtig, dass Du ihm einerseits mehr persönlichen Freiraum einräumst, andererseits - siehe 2).

Nein, ich sage nicht, dass Du das Handtuch werfen sollst. Ich würde Dir nur raten, dass Du zum Einen mal ganz tief in Dich selbst hineinhörst und Dir überlegst, was Du wirklich willst. Was Du von Deinem Partner erwartest. Wie Du Dir Dein Leben so vorstellst. Zum Anderen solltet Ihr zwei Euch mal ganz entspannt hinsetzen und Euch darüber aussprechen, was jeder von Euch vom anderen erwartet, was jeder von Euch zu geben bereit ist und ob und wie Ihr da einen gemeinsamen Nenner finden könnt.

Eine Beziehung ist natürlich immer ein Kompromiss. Allerdings sollte keiner der beiden Partner sich selbst zu sehr einschränken müssen oder sich gar selbst aufgeben. Auch das Geben und Nehmen sollte sich die Waage halten.

Wieviel investierst Du in die Beziehung? Wieviel investiert er?
Wie fühlt es sich für Dich an, wenn Ihr zusammen seid? Wie für ihn? Macht Dir der Gedanke angst, alleine sein zu müssen? Hat einer von Euch beiden das Gefühl, sich zu sehr einschränken zu müssen? Inwiefern seid Ihr beide bereit, an der Beziehung zu arbeiten? Denn schließlich gehören immer zwei dazu, wenn eine Beziehung nicht so läuft, wie sie sollte. Ist Eure gemeinsame Basis groß genug (das heißt: habt Ihr zumindest genug gemeinsame Interessen, dass Ihr öfter mal etwas gemeinsam unternehmen könnt, ohne dass einer von Euch beiden das Gefühl hat, ständig auf etwas verzichten zu müssen)? Würdest DU sagen, dass Ihr beide Euch ergänzt? Was meint ER dazu?

Das waren jetzt einfach mal ein paar allgemeine Fragen als Denkanstoß. Fragen, wie sie Dir auch ein Psychologe oder Paartherapeut stellen würde. Das weiß ich deshalb, weil ich mich schon oft mit Leuten unterhalten habe, die Psychologie studiert haben.

Was Du wirklich willst, kannst letztendlich nur Du wissen.

Sorry, falls ich Dich ein wenig überfordert haben sollte. Ja, ich weiß, das sagt sich alles so einfach. Den oben genannten Fragen solltest Du dennoch einmal nachgehen und auch mit Deinem Partner in aller Ruhe darüber sprechen.

(Auf den Rest Deines Traumes bin ich deshalb nicht eingegangen, weil der - zumindest für mein Empfinden - schon so eindeutig ist, dass Du auch selbst herausfinden kannst, was er bedeutet. Mal ganz abgesehen davon, dass - egal, was die Psychologen sagen - Träume und Traumsymbole immer auch persönlich geprägt sind.)

Von Herzen wünsche ich Dir alles Gute!

P.S.: Vergiss nie: der wichtigste Mensch in Deinem Leben bist Du. Nur Du kannst darüber entscheiden, was für Dich richtig oder falsch ist. Nur Du kannst wissen, was Du wirklich willst.

Vielen Dank!t
liebe Miriam, vielen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast für die ausführliche Antwort. Es war schön deine Gedanken zu lesen.

Ich denke, du hast zum Teil Recht. Da ich nicht der Typ bin, der irgendwas einfordert, bleibe ich natürlich oft auf der Strecke. Die Unzufriedenheit (mit der Situation, mit mir selbst und damit, dass der "andere", meine Gedanken "nicht lesen kann") wächst trotzdem. Der Ablauf sieht dann so aus, dass ich mich immer mehr zurückziehe bis nichts mehr "dran zu machen" ist.

Ich weiß, dass ich auch an mich arbeiten müsste.

Habe gerade ein Buch gelesen und wieder verschiedene "Mechanismen" entdeckt, die in mir so festgeprägt sind.

Schade.

Ich hatte wieder so unerklärliche Träume; wobei ich mich, zwei Mal, selbstumbrachte

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!
nomo

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