Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Bin ich vielleicht selbst Schuld?

Bin ich vielleicht selbst Schuld?

3. März 2016 um 13:20 Letzte Antwort: 7. März 2016 um 8:17

Hallo liebe Community,

Ich bin bis jetzt immer stiller Mitleser gewesen und habe mich eben entschlossen mich hier anzumelden. Würde gerne ein bisschen erzählen.

Vorweg, ich schreibe vom Handy. Können sich also Fehler einschleichen!

Ich werde jetzt 19 Jahre alt und befinde mich in einer kleinen Krise.

Momentan frage ich mich sehr oft ob ich zu hohe Ansprüche an Menschen habe und zu sensibel bin.

Ich bin bei Meiner Mutter aufgewachsen mit der ich in der Pubertät oft Streit hatte (War auch kurzzeitig im Heim und so mit 15 Jahren in der Psychiatrie wegen Magersucht und suizidalität). Mit 16 bin ich ausgezogen in's betreute Wohnen .Mit 17 dann eigene Wohnung in der ich immernoch lebe . Seid dem ist das Verhältnis zu meiner Mutter sehr gut. Auch wenn es manchmal schwer ist (Sie hatte eine sehr traumatische Kindheit) kann ich mich immer auf die verlassen und ihr vertrauen. Sie ist IMMER für mich da wenn es drauf ankommt.

Meine Eltern haben sich früh getrennt, mein Vater hat mit einer neuen Frau sich ein schönes Leben aufgebaut in dem ich leider nicht viel Platz habe. Die beiden haben 4 Kinder, schöne Wohnung, schönes Auto und mein Vater verdiet recht gut. Ich bin bei Meiner Mutter von Harz 4 aufgewachsen. Ich war oft in der Vergangenheit sehr neidisch, habe es mir aber nicht anmerken lassen. Meine stiefmutter hasst mich schon seit über 10 Jahren und hetzt alles und jeden AIF mich .Gestern habe ich von einer bekannten erfahren, dass mein Vater über mich schlecht redet. Das hat mich sehr verletzt, auch wenn es nichts neues ist .

Meine ganze Familie lästert und alle hassen sich .Wenn man sich sieht, wird aber gelächelt .Ich kann so was nicht und halte mich von Festen Usw. fern.

Nun müsse man meinen ich hätte viele freunde, aber ich habe keinen einzigen . Klar, ich kenne viele Leute durch often Schulwechsel und vielen Umzügen, feiern gehen kann ich auch mit denen, aber wenn es drauf ankommt (Umzug bspw.) Sind alle plötzlich weg .Läuft es wieder gut bei mir, wird sich durchgeschnorrt und Party gemacht. Viele Leute kenne ich bereits über 10 Jahre und dachte es wären gute Freunde. Aber ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass Freunde sich in schlechten Zeiten da sein sollten . Nun habe ich mich zurück gezogen und habe nur noch meine Mutter . Seid 2 Monaten ist das ungefähr. Langsam fühlt es sich schlecht an .Ich liebe Gesellschaft und bin sehr gerne mit anderen zum Beispiel kaffe trinken oder in einer bar gemütlich .Aber es gibt niemanden mehr .

Am Alter liegt es wohl auch nicht, habe auch Freunde die über 25 sind .Genau das Gleiche.

Und in der Liebe ? Sehr schwierig .Mein ex hat mich täglich beleidigt und beschimpf, zum Sex gezwungen und ähnliches. Mein erstes mal war mit 13 im Heim ich glaube eine Vergewsltigung. Vielleicht bilde ich mir das aber auch ein. Manchmal kommen Erinnerungen an meine Vergangenheit.

Habe auch erfahrungen mit viel Alkohol und Drogen gemacht. (Meine Familie hat ein großes Alkohol Problem, aber nicht meine Mutter)

Es ist so viel einfach passiert, kann gar nicht alles aufzählen. Auf jeden Fall wissen das die meisten nicht und denken ich bin die glückliche mit perfektem Leben .Ich kann mich Menschen nicht mehr öffnen, habe so sehr Angst verletzt zu werden.

Therapie habe ich gemacht, hat nichts gebracht. Über 3 Jahre sogar .

Ich habe einen super süßen hund seid einem Jahr, der ist mein ein und alles.

Einen Job habe ich nicht mehr, den hat mir meine cousine 'aus versehen' ausgespannt . Im Januar war das .

Habe keine Ausbildung weil ich Geld brauche und arbeiten muss. (Hab aber Realschule gemacht und Fachabi ein Jahr)

Eine Sache noch .Ich habe vor einem Jahr einen Mann kennen gelernt. Es hatte sich eine Freundschaft entwickelt. Wir haben viele schöne Dinge unternommen und waren spazieren, kochen, im Zoo, Kino Usw ..

Dann haben wir im Januar miteinander geschlafen . Er hat mir gestanden mich sehr zu mögen und sehr lieb zu haben . Ich ihm auch. Aber ich kann ihm nicht vertrauen . Jeden Tag Zweifel ich und suche Fehler. Rede mir ein er würde mich nur ausnutzen . Ich bin unglücklich !! Aber das mit ihm ist noch mal ein anderes sehr komplexes Thema, auf jeden Fall haben wir uns gestern gestritten und ich glaube ich werde ihn bald verlieren . Er ist 25 und steht mitten im Leben. Ich bin 19 Und habe nichts erreicht. Nicht mal mein Abi. Geschweige irgendwas anderes.

Ich fange an die Fehler bei mir zu suchen. Bin ich Beziehungsunfähig? Bin ich schlecht? Was mache ich falsch ? Alles mögliche.

Seid einer Woche hasse ich mich sogar . Ich kann mich selbst nicht mehr ertragen. Ich bin aber nicht mehr magersüchtig . Manchmal habe ich Angst wieder Depressionen zu bekommen oder suizidal zu werden. Schließlich hatte ein Versuch schon einmal im Koma geendet . Aber wegen meinem hund würde ich es nicht wahrscheinlich niemals machen.

Und ich möchte Kinder haben weil ich Angst habe dass mir die Zeit davon läuft was natürlich totaler quatsch ist und in meiner jetzigen Situation einfach dumm .

Das alles weiß übrigens keiner nur meine Mutter. Jeder weiß nur Bruchteile.

Bin ich selbst schuld ??

Danke fürs Lesen, es muss sehr anstrengend gewesen sein

Mehr lesen

3. März 2016 um 23:29

Danke
Danke für die lieben Worte

Therapie kommt für mich momentan leider nicht in Frage, die einzige Therapeutin mit der ich mich gut verstanden habe, arbeitet leider seid einem Jahr nicht mehr. Habe gerade auch nicht die Nerven dazu tausend Therapeuten anzurufen und durch zu probieren bis es mal passt .

Mein 'Freund' weiß nichts von meiner Vergabgeheit in der Psychiatrie und der Missbraucherfahrung .Er weiß aber die ganzen Familien Geschichten mit meinem Vater und dass ich mich momentan von vielen Menschen zurückziehe .Er wurde auch schon oft enttäuscht und verletzt. Nur kann ich über gewisse Dinge einfach nicht mit Ihm reden, ich will es ihm sagen und stattdessen gucke ich ihn nur an ! Da kommt einfach nichts . Und das passiert mir immer wenn ich mich Menschen anvertrauen möchte . Es geht einfach nicht.

Du hast mir schon sehr geholfen indem du mir einfach zugehört hast .Das habe ich einfach gebraucht . Vielen dank

Gefällt mir
4. März 2016 um 7:27

Man kann...
... anderen nuur vertrauen, wenn man sich selbst auch vertraut. Und da hakte es bei Dir wohl. Gründlich.

Das mit den Freunden... Es gibt im Leben immer Freunde - und Bekannte. Freunde sind etwas heiliges, weil sehr selten. Das geht allen so. Was nicht heisst, dass Bekannte etwas shlechtes sind. Wenn man es knallhart sieht, ist Bekanntscchaft so etwas wie ein gegenseitiges Ausnutzen. Es ist doch gar nicht wahr, dass sie Dir nichts gegeben haben! Du hattest eine schöne Zeit, sie haben Dir viele wunderschöne Momente gegeben, Dir Lächeln geschenkt. Was ist daran bitte schleht? Es ist genauso ein Geben und Nehmen, aber eben kein bedingungsloses.
Nein, es hat nicht die Tiefe einer Freundschaft - na und? Das ist, als würdest Du gar keinen Schmuck mehr tragen, weil Du gerade keinen Diamantring hast und alles andere ja nicht so hochwertig ist.

Alles andere... kann man über ein Forum unmöglich lösen, da kann ich Dir leider kaum helfen. Auch wenn ich selbst mit Therapien keine guten Erfahrungen gemacht habe: wenn eine nnicht funktioniert, sollte man Therapeut und Einrichtung wechseln und es noch mal versuchen. Es ist nicht die einzigee Lösungsmöglichkeit, aber wenn es funktioniert, die mit grossem Abstand einfachste.

Gefällt mir
5. März 2016 um 21:16
In Antwort auf avarrassterne1

Man kann...
... anderen nuur vertrauen, wenn man sich selbst auch vertraut. Und da hakte es bei Dir wohl. Gründlich.

Das mit den Freunden... Es gibt im Leben immer Freunde - und Bekannte. Freunde sind etwas heiliges, weil sehr selten. Das geht allen so. Was nicht heisst, dass Bekannte etwas shlechtes sind. Wenn man es knallhart sieht, ist Bekanntscchaft so etwas wie ein gegenseitiges Ausnutzen. Es ist doch gar nicht wahr, dass sie Dir nichts gegeben haben! Du hattest eine schöne Zeit, sie haben Dir viele wunderschöne Momente gegeben, Dir Lächeln geschenkt. Was ist daran bitte schleht? Es ist genauso ein Geben und Nehmen, aber eben kein bedingungsloses.
Nein, es hat nicht die Tiefe einer Freundschaft - na und? Das ist, als würdest Du gar keinen Schmuck mehr tragen, weil Du gerade keinen Diamantring hast und alles andere ja nicht so hochwertig ist.

Alles andere... kann man über ein Forum unmöglich lösen, da kann ich Dir leider kaum helfen. Auch wenn ich selbst mit Therapien keine guten Erfahrungen gemacht habe: wenn eine nnicht funktioniert, sollte man Therapeut und Einrichtung wechseln und es noch mal versuchen. Es ist nicht die einzigee Lösungsmöglichkeit, aber wenn es funktioniert, die mit grossem Abstand einfachste.

?
Wen meinst Du mit 'Sie haben dir viele schöne Momente gegeben' ?

Also meine 'Bekannte' haben mir eher Probleme gemacht als eine schöne Zeit, zum Beispiel indem sie 3 Wochen bei mir gelebt haben, sich durchgefressen haben (obwohl ich teilweise nicht mal für mich essen hatte) und alles wie ein Messie hinterlassen haben. Ein Dankeschön kam natürlich auch nicht.

Wüsste nicht was daran 'schön' sein soll .

Und bei Bekannten wohne ich auch nicht ganz selbstverständlich mal eben 3 Wochen ...

Gefällt mir
6. März 2016 um 9:57
In Antwort auf an0N_1243124399z

?
Wen meinst Du mit 'Sie haben dir viele schöne Momente gegeben' ?

Also meine 'Bekannte' haben mir eher Probleme gemacht als eine schöne Zeit, zum Beispiel indem sie 3 Wochen bei mir gelebt haben, sich durchgefressen haben (obwohl ich teilweise nicht mal für mich essen hatte) und alles wie ein Messie hinterlassen haben. Ein Dankeschön kam natürlich auch nicht.

Wüsste nicht was daran 'schön' sein soll .

Und bei Bekannten wohne ich auch nicht ganz selbstverständlich mal eben 3 Wochen ...

Hm?
also ehrlich gesagt verstehe ich das nicht.

Ein "Dankeschön" ist mir keine Sekunde lang wichtig, darauf verzichte ich gern. Aber jemand, bei dem ich mich nicht freue, dass er da ist, der "wohnt" bei mir keine 5 min, weil der kommt gar nicht erst zur Tür hinein. Jemand, der es mir nicht wert ist, eingeladen zu werden, der wird sich bei mir auch nicht "durchfressen".
Warum ziehst Du keine Grenzen BEVOR Du Dich so ausgenutzt fühlst?!? Warum gibst Du die Verantwortung dafür, dass es Dir mit etwas auch gut geht, so ausschliessslich an andere ab? Das geht eeigentlich immer gegen die Wand, wenn man das so macht.
Mit Grenzen ziehen meine ich auch nicht "wer sich bei mir durchschnorrt, mit dem rede ich kein Wort mehr" sondern eher so etwas wie "ich geh gern mit Dir Kaffee Trinken und freu mich, mich mit Dir zu unterhalten und etwas Zeit miteinander zu verbringen, aber 3 Wochen bei mir wohnen ist nicht".
Meine Freunde könnten 3 Monate bei mir wohnen, auch ohne einen Pfennig zu bezahlen, denen würde ich auch noch Essen geben, wenn ich für mich selbst nichts habe - aber das sind ZWEI Menschen (und es waren in meinem ganzen nicht so kurzen Leben auch nur 3 insgesamt, eine Freundschaft ist leider auch zerbrochen) - und das sind Menschen, denen ich bedingungslos vertraue und von denen ich mich nicht ausgenutzt fühle. Niemals. Ob da jetzt finanziell etwas ausgeglichen ist oder nicht.
Aber auch alle anderen werden mich nicht ausnutzen KÖNNEN, weil ich nämlich auch nur das gebe, was ich jemandem auch geben MÖCHTE. Jemand, der es mir als Person nicht wert ist, kann sich keinen Tag lang bei mir "durchschnorren" - der kriegt nämlich nix.

Ausserdem hast Du geschrieben, dass Du z.B. gern mit anderen Kaffee-Trinken gegangen bist und Dir das jetzt fehlt. Also war das doch beispielsweise etwas schönes, was sie Dir gegeben haben, oder?

Gefällt mir
6. März 2016 um 21:28

Hei
Du hattest ja richtig schlimme Momente in deinen Leben und alles in sich hinein zu fressen macht einem nur kabutt.
Wen du jemanden zum Reden brauchst hör ich gerne zu, einige Sachen habe ich auch erlebt.
Und gib dir nicht die Schuld an all dem
Koof hoch

Gefällt mir
7. März 2016 um 8:17

Danke
vielen Dank erst einmal für Deine Antwort. Ich hoffe, die TE antwortet dennoch, mir ist ihre Sicht auf solche Themen nämlich genau so fremd. Offline mache ich um Menschen mit einer solchen Ansicht ehrlich gesagt einen riesen Bogen, weil ich diese Menschen, deren Grenzen ich nicht erkennen kann, die ich dennoch verletze, wenn ich sie überschreite, ehrlich gesagt einen riesen Bogen. Online gibt es vielleicht die Distanz, die mir möglicher Weise irgendwann erlaubt zu verstehen, ohne auf dem Weg dahin irgend etwas zu zertrampeln

Nach meiner bisherigen Erfahrung liegst Du mit "dass die eigene Grenze für andere Menschen nichts Negatives bedeutet, insbesondere nicht die erwünschte Nähe zu Menschen bedroht" schon durchaus richtig, auch wenn ich das selten in dieser Klarheit gehört / gelesen habe. Aber ich glaube, das ist da noch längst nicht alles. Zum einen ist es etwas, was in beide Richtungen geht, also auch die eigenen Erwartungen an andere in hohem Masse betrifft und zum anderen gibt es da noch diese "ganz oder gar nicht" - Komponente, die ich auch nicht verstehe.

Gefällt mir