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Bin ich Undankbar? Probleme mit meinem Vater

30. Juli 2016 um 17:35 Letzte Antwort: 31. Juli 2016 um 9:31

Hallo liebes forum.
Ich möchte mich jetzt schon entschuldigen für die Emotionalen Ausbrüche und den langen Text. Hoffe dass ihr etwas Zeit findet zu lesen und zu antworten.
Und hoffentlich wird dieser thread auch allen anderen Mädchen helfen die irgendwann mal in der selben Lage sind und verzweifelt im Internet und in Foren nach Ratschlägen suchen.

Ich möchte kurz bevor ich zu meinem eigenen Problem komme bisschen was über meinen Vater erzählen.
Er wurde in frühen Jahren ohne seinen Willen verheiratet. Meiner Mutter ebenso, aber sie kommt damit sehr gut zurecht und liebt ihn so viel ich sehen kann sehr.
Mein Vater redet nicht gerne über ehe. Er hasst das Thema und beendet es augenblicklich. Seinen Hochzeitstag ignoriert er mitunter.
Er ist auch allgemein was die Eheschließung angeht und was das Thema Beziehung angeht sehr negativ eingestellt.
Mittlerweile ist er 42 Jahre alt und seit 26 Jahren verheiratet.
Meiner Mutter gegenüber hat er so ziemlich den schlechtesten Umgang den ich mir vorstellen kann. Ich weiß nicht ob er gewalttätig ist aber er beleidigt sie immer sehr arg und ist auch sonst mürrisch und pessimistisch.
Wenn etwas nicht seinen Wünschen entspricht macht er jedem, der hierfür verantwortlich ist die Hölle.
Er liebt es zu bestimmen und uns den Weg vorzugeben.
Er ist sehr kontrollsüchtig. Ständige anrufe und Nachrichten und fragen sind Alltag. Und er ist sehr sehr aggressiv und laut.
Manchmal ist er einfach ohne Grund schlecht gelaunt. Kommt total gestresst von der Arbeit und fährt uns erst einmal an.
Manchmal denke ich er ist depressiv oder sonst psychisch krank. Normal ist das alles überhaupt nicht.
Und er hat die Fähigkeit Menschen gift ins Herz zu injizieren, ohne viel dafür zu tun. Manchmal reicht sein hasserfüllter Blick.
Und dann, wenn alles so läuft wie er es sich wünscht ist er der tollste Vater schlechthin,solange alles so ist wie er es geplant hatte.

Nun zu Meinem speziellen Problem.
Ich hatte eine sehr unglückliche Kindheit. Mein Vater war als ich jünger war sehr gewaltbereit, wenn ich mal eine schlechte Note in Mathematik hatte oder meine Schultasche nicht aufgeräumt war. Und im Alter von 10 Fing ich an langsam aber sicher zu bemerken, wie sehr ich seinen Charakter verabscheute, wenn wieder mal etwas nicht so lief wie er es wollte.
Geschlagen hatte er mich häufig. Heute fällt es mir immernoch sehr schwer darüber zu reden weil ich mich schäme, obwohl ich nichts dafür kann.
Ich wurde immer unter Druck,Zwang und Gewalt groß. Mit 16 lernte ich meinen derzeitigen Freund im Internet kennen. Er ist noch heute meine einzige Hoffnung auf ein glückliches Leben. Heute bin ich 21 und er 27.
Mein Vater erfuhr durch zufall von ihm als ich 17 war.
Es war die Hölle... Er schlug mich und wollte mir verbieten mein Abitur zu machen. Das war seine Art und Weise Probleme zu bewältigen. Die Drohungen und die Gewalt.
Ich brach den Kontakt zu meinem freund natürlich nicht,wovon er aber nichts weiß.
Sein Traum war es immer, dass ich studierte. Ich hatte also schon in frühen Jahren immer wieder die Absicht ein Studium zu machen. Ich machte mein Abitur und studiere nun Jura. Mein Freund ist auch Jura Student.
Eigentlich lebte ich immer so wie er es wollte. Ohne Alkohol ohne Diskotheken oder ähnliches. Ich war nie ein Problem Kind. Eher umgekehrt. Ich opfere mich fast immer auf um meinen Eltern gerecht zu werden.

Da mein Vater kontrollsüchtig ist hatte ich nie Freundschaften pflegen können. Ich hatte es ein paar mal versucht doch er machte aus jedem Eis essen ein Drama und ich war gezwungen ihm immer zu antworten wenn er nach mir fragte. Auf Dauer stresst mich das so sehr dass ich mich mit meinen Freundinnen nicht mehr traf und so konnte ich diese nicht mehr aufrecht erhalten.

Ich ging nach 18 Uhr nie aus dem Haus. Meist sogar nach 16 Uhr um Streitereien zu vermeiden weil er es immer für falsch hielt. Und so lebe ich auch heute noch mit 21.

Ihm gefällt das alles natürlich sehr. Ich studiere. Ich gehe selten aus dem Haus. Habe keine Freundinnen die einen schlechten Einfluss darstellen könnten. Ich gehe den Weg den er mir vorgegeben hat.

Aber ich, ich bin unglücklich. Ich habe es Satt immer zu tun was er mir sagt. Ich habe es satt nicht einfach mal aus dem Haus gehen zu können ohne Bauchschmerzen zu bekommen dass Zuhause wieder mal Streit herrscht oder mein Verhalten also das aus dem Haus Gehen die Harmonie zerstören könnte.
Ich will unbeschwert leben.

Ich mag meinen Vater sehr. Und er tut mir auch leid. Vielleicht ist er psychisch so krank dass er nicht mal Hilfe in Anspruch nehmen will.

Er träumt davon auch in 10 Jahren noch mit mir und meiner kleinen Schwester zu leben.
Meiner Mutter hat er bereits gesagt dass er nur mit ihr zusammen ist weil wir noch "klein" sind. Er nutzt sie aus.
Meine Mutter ist ein sehr naiver und leider Gottes auch lieber Mensch. Sie hofft immer dass er sich zum positiven verändert, wenn er mal einen Tag normal ist.

Manchmal frage ich mich ob ich nicht undankbar bin. Dass ich so viel schlechtes an ihm sehe, obwohl er uns finanziell versorgt, mein Studium zahlt und mit uns ständig in den Urlaub geht und für uns schuftet. Aber irgendwie fehlt mir dieses warme und herzliche.

Ich habe angst vor meinen Vater und das mit 21 Jahren.
Ich möchte ihm von meiner Beziehung erzählen, doch er würde nicht nur gewalttätig mir gegenüber werden sondern meiner Mutter weh tun und eventuell meiner Schwester.
Mir sind die Hände gebunden. Ich sehe manchmal keinen Ausweg mehr.

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30. Juli 2016 um 23:50

Wäre ICH Dein Vater,
würde ich es als ein Selbstverständlichkeit ansehen, Dich zu unterstützen. Ich wär Ratgeber und Helfer zugleich, aber kein Schläger. Schließlich möchte ich ja, dass aus meiner Tochter einmal was "wird." Kannst Du Dir nicht einen Job besorgen, um von zu Hause ausziehen zu können?

LG.,

lib

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31. Juli 2016 um 7:48
In Antwort auf lightinblack

Wäre ICH Dein Vater,
würde ich es als ein Selbstverständlichkeit ansehen, Dich zu unterstützen. Ich wär Ratgeber und Helfer zugleich, aber kein Schläger. Schließlich möchte ich ja, dass aus meiner Tochter einmal was "wird." Kannst Du Dir nicht einen Job besorgen, um von zu Hause ausziehen zu können?

LG.,

lib

Es ist ja ein anderes Problem
Es geht nicht um das Geld oder sonst etwas. Es geht mir um die Moral. Ich bin leider so aufgewachsen dass man mir immer eintrichterte es müsse so sein, dass man egal was Papa verlangt und egal was er sagt ja und Amen sagt beziehungsweise mit dem Kopf schüttelt. Aber so langsam will ich mich dem widersetzen weil ich drunter leide.
Es kann sich ja nicht nur um ihn drehen. Ich hab eigene wünsche eigene Ziele. Aber er tut immer als sei ich undankbar wenn ich gegen irgendeine Grenze hinausschiesse die er mir gesetzt hat.
Und ich weiß dass sobald ich aus dem Haus gehen das zwischen mir und meinem Vater war.
Der würde mich nie wieder sehen wollen und auch den Kontakt zu meiner Mutter und meiner Schwester verbieten.

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31. Juli 2016 um 9:31
In Antwort auf malou_12103905

Es ist ja ein anderes Problem
Es geht nicht um das Geld oder sonst etwas. Es geht mir um die Moral. Ich bin leider so aufgewachsen dass man mir immer eintrichterte es müsse so sein, dass man egal was Papa verlangt und egal was er sagt ja und Amen sagt beziehungsweise mit dem Kopf schüttelt. Aber so langsam will ich mich dem widersetzen weil ich drunter leide.
Es kann sich ja nicht nur um ihn drehen. Ich hab eigene wünsche eigene Ziele. Aber er tut immer als sei ich undankbar wenn ich gegen irgendeine Grenze hinausschiesse die er mir gesetzt hat.
Und ich weiß dass sobald ich aus dem Haus gehen das zwischen mir und meinem Vater war.
Der würde mich nie wieder sehen wollen und auch den Kontakt zu meiner Mutter und meiner Schwester verbieten.

Ich könnte das nicht aushalten!
Das wäre mir zu stressig. Und Stress habe ich schon genug. Du hast anscheinend nie gelernt, kontra zu geben. Verbieten, verbieten ... gar nichts kann der verbieten. Mag sein, dass Du SEIN Haus nicht mehr betreten darfst. Du musst lernen, Dich zu verteidigen, Dich zu wehren. Ja, ich weiß, das ist nicht ganz einfach, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

Liebe Grüße,

lib

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