Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Depression / Selbstvertrauen

Bin ich krank?

28. September 2006 um 1:24 Letzte Antwort: 28. September 2006 um 2:06

Hallo Leute,

ich weiß garnicht wie ich anfangen soll. Ich weiß einfach nicht inwiefern meine Psyche normal ist. Ich kann nicht in andere Menschen schauen, ich weiß nicht wie es ihnen ergeht. Vorher war ich nur im Haarteil des Forums unterwegs, aber nun merke ich, dass es auch einen Psychologie-Teil gibt. Ich erwarte kein Mitleid, aber vielleicht jemanden, dem es ähnlich ergeht, denn ich hab manchmal das Gefühl mit diesem Geist allein auf der Welt zusein und niemanden zu haben, der mich wirklich versteht, nicht mal meine Freundin, selbst wenn sie es versucht. Wenn ihr irgendwelche blöden Kommentare abgeben wollt, so bitte ich euch inständig jetzt bitte auf auf "Alt+F4" zu klicken, weil ich etwas Respekt von euch erwarte. An alle anderen, Entschuldigung im voraus, dass er Text noch sehr lang werden wird.
Zu meiner Situation, mein Name ist Alex, bin 18 Jahre alt, wohne noch bei meinen Eltern und bin seid November dieses Jahres "arbeitsuchend" (Habe bewusst "" gewählt, weil ich nicht wirklich arbeiten will, geschweige denn Schule oder sonstiges, es ist einfach eine Art Lustlosigkeit).
Habe eine tolle Freundin und relativ gute Freunde, die sich um mich kümmern, wenn's mir schlecht geht. Meine Familie ist auch toll und es gibt keinen Zwist. Meine Situation ist also völlig okay, wahrscheinlich sogar besser als bei vielen anderen, aber...warum fühl ich mich denoch nicht wohl? Es mag wohl schon früh in der Schule angefangen haben, als meine Mitschüler mich hänselten, weil ich so klein war. So ging es weiter, irgendwann hatte ich keine Freunde und war jeden Tag alleine zuhause. Habe versucht Anschluss zu finden, indem ich in Sportvereine eintritt, und wieder...wurde ich gemobbt. Dann nach der Realschule, endlich, ging ich auf ein Berufskolleg und alles schien okay, bis wieder einige Schüler anfingen mich zu bedrohen, ich weiß nicht warum immer gerade ich, aber vielleicht, weil ich zu einer Randgruppe angehöre und zwar der Grufies (Ich nenne es mal so, ich glaube nicht, dass ne Menge Leute sich hier damit auskennen) Um es anschaulicher zu machen: Ich trag meistens Schwarz, habe schwarze Haare schmink mich, hab schwarz lackierte Finfernägel (Nein, bin nicht Bill und Tokio Hotel gefällt mir NICHT (unterstrichen)). So gings halt mehrere Jahre, Alex, ohne Freunde, ohne Zuwendung, ohne richtige Liebe oder dass ich mal das Gefühl hatte geborgen zu sein. Ich habe jeden Tag geheult, oder jeden zweiten, mindens 3mal in der Woche, über Jahre. Ich weiß nicht wie lange schon. Ungefähr vor einem Jahr lernte ich meine Freundin kennen und ab dem Tag wurde alles anders (zumindest die Situation). Hatte sie, und lernte neue Leute kennen und mittlerweile bräuchte ich keinen Tag mehr alleine verbringen, da denkt man sicher: Jetzt ist alles gut oder? Naja, ich heule immernoch, habe Selbstmordgedanken, Selberverletzendes Verhalten, Esstörungen (d.h. ich habe keinen wirklichen Hunger oder Lust mir was zu machen), Schlafstörungen (deswegen bin ich jetzt auch noch wach), Alkoholmissbrauch (habe gerade viel intus), Wutausbrüche und Misantrophie.
Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich alle Menschen hasse, wenn ich sie sehe, im Bus, in der Stadt, dann wird mir richtig schlecht, genau wie bei mir selbst, wenn ich in den Spiegel gucke! Egal, wieviele Leute mich mögen, ich hasse mich immer. Egal wieviele Frauen mich toll finden, ich hasse mich. Jeden Tag fühle ich mich leer, jeden Tag fühl ich mich schwer...
Jetzt sitze ich hier, Stunden von Tränen hinter mir und nun diese schonungslose Leere, ich weiß nicht mehr was ich machen soll, ich fühlte mich als müsste ich mich jemandem mitteilen, mein ganzes Denken aufschreiben, niederschreiben, in einem Thread, den wenige ganz lesen werden, in einem Thread, den wenige so Ernst nehmen wie er zu nehmen ist, wenige, die mir wirklich eine Antwort geben...

Als Schlusswort die Frage: Gibt es jemanden, der sich genauso "schlecht" fühlt?
(Entschuldigung für jegliche Rechtschreib oder Grammatikfehler, bin leicht alkoholisiert)


in hoffnung, alex

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28. September 2006 um 2:06

Hallo Alex,
ja es gibt Menschen auf dieser Welt, die sich für dich interessieren. Die nachvollziehen können, dass es dir schlecht geht.
Es ist schwierig damit klarzukommen mehrmals abgewiesen zu werden, aber je stärker du dich zurückziehst und je stärker du glaubst, dass es da draußen keine Menschen gibt, die dich verstehen, desto stärker wird sich deine Prophezeihung erfüllen. Denn wenn du den Menschen "hasserfüllt" begegnest, auch wenn du es ihnen nicht zeigst, sondern es nur für dich fühlst, könntest du abweisend auf sie wirken und damit automatisch die Möglichkeit verpassen, festzustellen, dass viele sich in ähnlicher Situation befinden oder diese schon einmal erlebt haben.
Zu bedenken ist natürlich, dass keiner 100%ig verstehen kann, wie es einem geht, weil keiner dein Leben durchlebt hat. Dies gehört nur dir allein und zeigt deshalb auch die Umkehrseite, nämlich die Einzigartigkeit deines Lebens. Dennoch teilen wir mit den meisten Menschen eine ähnliche Umwelt, Leben im gleichen Land, haben die gleichen Gesetze, haben gleiche Grundbedürfnisse, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass wir auch ähnliche Situationen durchleben können.

Was ich letzten Endes mit meiner Argumentation versuche zu sagen, ist die Tatsache, dass du versuchen solltest dir klar zu machen, dass du einerseits einzigartig bist u. deshalb niemals vollkommen von einem Menschen verstanden werden kannst, es andererseits aber viel mehr darauf ankommt gleichzeitig zu erkennen, dass man auch niemals 100%ig die anderen verstehen wird, aber dennoch durch Empathie sich dieser Prozentzahl annähern kann.

Schreib mir bitte mehr von deiner Situation, damit meine Behauptungen nicht einfach nur Spekulationen bleiben, sondern an dich als Individuum gerichtet werden können. Du kannst mir gerne auch eine Privatnachricht senden.

Bin schon sehr auf deine Antwort gespannt.

Liebe Grüße
aus der Perspektive der Einzigartigkeit

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