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Bin ich falsch?

27. Juli 2015 um 17:39

Hallo,

ich bin 15 Jahre alt;, weiblich und habe zurzeit ein Problem. Naja, ich weiß nicht ob es das Wort 'Problem' wirklich beschreibt.

Und zwar fühle ich mich in letzter Zeit nicht so gut. Schon das ganze Schuljahr fühle ich mich falsch, als würde etwas nicht mit mir stimmen.

Wenn ich mir zum Beispiel meine Klasse anschaue. Alle sind so oberflächlich und gehen immer in der Mode, lassen sich von anderen in ihren Entscheidungen beeinflussen und können nicht ihren eigenen Kopf durchsetzten. Ich hingegen bin ganz anders. Ich lasse mir von niemandem etwas einreden und ziehe mein Ding durch, egal was andere davon halten. Es mag jetzt zwar arrogant oder dergleichen klingen, aber so ist das nicht.

In der Klasse wird auch ein Junge stark gemobbt, weil er Schuppenflechte hat und einfach anders ist als andere. Es gibt ein paar Mobber, dann welche die darüber lachen und andere die es einfach ignorieren, doch ich rede immer mit ihm und setzte mich auch für ihn ein. Ich verstehe einfach nicht, wie die Leute es ihm antun können, obwohl sie sehen, dass er für seine Krankheit nichts kann und er einfach so ist. Warum können sie es nicht einfach akzeptieren und ihn in Frieden lassen, wenn sie nichts mit ihm zu tun haben wollen?
Heute zum Beispiel war wieder einer der schlimmen Tage. Der Junge saß im Pausenhof auf einer Bank und las in einem Buch. Ein Junge und zwei Mädchen sind zu ihm gekommen und haben ihm das Buch aus der Hand gerissen und ihn beleidigt. Ich bin dazwischen gegangen und hab gesagt, sie sollen ihn in Ruhe lassen.
Nach einigem hin und her sind sie dann auch gegangen. Ich habe mich zu ihm gesetzt und dann mit ihm geredet.

Das war nur ein kleines Beispiel.

Ich sehe auch, das ich anders bin, wenn ich mit meiner Freundin in der Pause sitze. Sie spricht immer über Mode, Shopping, Schminke, über den süßen Typen der da um die Ecke kommt und über den heißen Schauspieler mit Sixpack, der in dem Film mitgespielt hat. Solche Themen interessieren mich einfach nicht. Am liebsten unterhalte ich mich über Religion, Sprachen, andere Kulturen, Philosophie, Astrologie und tiefgründige Themen und nicht solche.

Unterschiede sind auch bei den Hobbys zu sehen. Während andere Mädchen shoppen als Hobby sehen, schreibe ich für mein Leben gerne Texte, Gedichte, Bücher, Kurzgeschichten oder übersetze Texte aus anderen Sprachen, zurzeit bringe ich mir auch selbst Japanisch bei. Es sind einfach zu viele unterschiede, um mit gleichaltrigen eine ausführliche Konversation zu führen. Ich unterhalte mich am liebsten mit Erwachsenen oder deutlich älteren.

Während andere Mädchen sich schminken und anziehen, was gerade in der Mode liegt, bevorzuge ich es ungeschminkt und ziehe an, was ich als bequem und schön empfinde. Immer wieder bekomme ich gesagt, das ich mir einfach mal was kaufen soll, was in der Mode liegt, doch davon halte ich rein gar nichts.

Andere in meiner Klasse haben jede zweite Woche einen neuen Freund, doch ich bin die einzige, die bisher noch keinen Freund hatte. Um ehrlich zu sein bin ich ziemlich froh.

In der Schule bin ich eher gerne für mich allein, wobei ich ein, zwei Freunde habe, doch in letzter Zeit geht es ziemlich auseinander, wegen der Differenzen.

Ich langweile mich im Unterricht und passe kaum auf, doch komm ich im Lernstoff immer mit. Meine Noten liegen im 2er und 3er Bereich. Wenn ich lernen würde, könnte ich besser sein, doch ich habe einfach mehr Lust meinen eigenen Interessen nachzugehen, wie lesen oder fremde Kulturen. Ich liebe es, mir Wissen anzueignen.

In die Schule gehe ich immer mit Kopfschmerzen oder Magenschmerzen, weil ich schon in der Früh keinen Bock auf die Schule habe. Doch warum bekomm ich dann ausgerechnet Kopf- und Magenschmerzen? Ich war des Öfteren beim Arzt, doch der konnte nichts feststellen. Ich scheine Kerngesund zu sein.

Ich habe oft versucht mich meiner Mutter anzuvertrauen, doch das ist für mich nicht so einfach! Immer wenn ich mir fest vornehme mit ihr zu reden, trau ich mich am Ende doch nicht, oder mir fehlen einfach die richtigen Worte, um es zu erklären. Versteht mich nicht falsch, ich kann mit meiner Mutter über alles reden, doch mir fehlen einfach die richtigen Worte.

Was meint ihr? Soll ich mich ändern, oder bin ich gut so, wie ich bin? Wie kann ich es meiner Mutter sagen, ohne dumm rüberzukommen?

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27. Juli 2015 um 18:43

Ganz einfach
Bleib einfach wie du bist,ändere dich nicht für andere!
Du bist du,und so sollte man auch bleiben.

Wenn du mit deiner Mutter darüber reden möchtest dann rede einfach und such nicht nach den passenden Worten, sie wird dich verstehen!

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27. Juli 2015 um 22:42

Du bist genau richtig!
Es ging mir mein ganzes Leben lang genau so wie dir. Und ich will ehrlich mit dir sein. Es kann gut sein, dass einige holprige Jahre auf dich zukommen. Deine Mitmenschen sind noch nicht reif genug um zu verstehen, wie du denkst und wie du fühlst.

Ich habe auch immer die Menschen in Schutz genommen, zu denen keiner gehalten hat. Nicht selten bin ich auch selbst dafür unter die Räder gekommen.

Glaub mir, in einigen Jahren wirst du dich besser fühlen. Genau solche Menschen wie du, werden sehr geschätzt von ihren Mitmenschen.

Bleib stark, bleib dir selber treu, suche den Kontakt zu Menschen, von denen du dich verstanden fühlst (und da spielt es keine Rolle ob sie 10 oder 60 Jahre alt sind) und geniesse jeden Tag.

Du kannst es dir vielleicht nicht vorstellen, aber wenn das alles vorüber ist, wirst du zurück blicken und lachen. Du wirst über die anderen lachen, weil sie sich so kindisch verhalten haben und du wirst über dich lachen, weil du es so nah an dich herangelassen hast.

Ich wünsche dir alles Gute! Du scheinst eine wirklich starke Persönlichkeit zu sein.

Ganz liebe Grüsse

Apfelschale

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28. Juli 2015 um 12:04

Verändere dich bloß nicht
So wie dir ging es mir damals auch und heute auch noch. Ich war auch immer jemand, der eher andere Interessen hatte und auch "reifer" war. Das du dich für den Schminkkram und das Oberflächliche nicht interessierst ist total okay.

Am besten ist es immer, sich Freunde zu suchen, die die gleichen Interessen haben. Das ist nicht einfach. Melde dich doch vielleicht in einem Sprachkurs oder so an, um Leute zu treffen.

Was das mit deiner Mutter angeht weiß ich, wie du dich fühlst. Man ist hin- und hergerissen und traut sich einfach nicht. Das beste ist, dir schon einmal vorzubereiten, was genau du ihr erzählen willst. Und dann heißst es Augen zu und durch.Oder schreib ihr einen Brief und geb ihr den, dann ergibt sich das Gespräch ganz von alleine.

Alles Liebe

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29. Juli 2015 um 2:40

Mutter
Wenn du nicht die richtigen Worte findest, wenn du versuchst mit ihr zu reden, dann leg dich in deinem Zimmer aufs Bett und überleg mal ganz genau was du ihr gerne sagen würdest. Dann schreib es auf! Vielleicht machst das mal ein paar Tage und dann fasst du die Ideensammlung zu einem Brief zusammen. In passenden Moment gibst du ihr dann den Brief - vielleicht bist du dann aber auch in der Lage es ihr direkt zu sagen!

Wieso solltest du dich ändern sollen? Finde es gut, wie du dich beschreibst! Erinnert mich etwas an mich selbst, als ich in deinem Alter war - außer das mit den Sprachen. Hab mich auch intensiv mit tiefgründigen Dingen auseinander gesetzt vor allem aus dem Bereich der Philosophie, der Spiritualität und der Religionen usw. Mein Vorteil war, dass ich ein paar gleichaltrige Gesprächspartner gefunden hatte.

Magen- und Kopfschmerzen: Könnte psychosomatisch sein - das würde aber bedeuten, dass du möglicherweise mit deiner Rolle in der Schule nicht so ganz zurecht kommst.

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24. August 2015 um 7:48

Gute Noten / schlechte Noten
Ich glaube, ich muss mich da mal einmischen.

Deine Meinung zu dem Beitrag von dem Teilnehmer fenris85 dessen Beiträge ich sonst - soweit ich sie denn gelesen habe - immer sehr schätze kann ich an dieser Stelle wirklich teilen.
Eine 16-Jährigen dies zu schreiben ( auch wenn sie gut in der Schule ist und intelligent und eine herausragende Persönlichkeit zu sein scheint ) kann sich sehr kontraproduktiv im Verlauf der weiteren Schullaufbahn auswirken.

Das die guten Noten der (allgemeinbildenden) Schule nichts mehr Wert sind und weniger Beachtung finden stimmt zwar, insbesondere deshalb weil viele Lehrer/innen heute Noten aus Gefälligkeit und/oder leistungsfremden Motiven geben und die Unterschiede in den gerne mit dem sozialen Glätteisen bearbeitet werden, aber es stimmt eben nicht immer und überall. Das wurde hier ja auch schon geschrieben.
Egal bei welchem Schulabschluss kann ich es nicht bestätigen, dass die Noten und auch der Notendurchschnitt nach der Schullaufbahn keine Rolle spielen.
Ihr könnt nicht davon ausgehen, das z.B. bei Einstellungen oder Studienzulassungen oder aber in Gesprächen rund um die berufliche Weiterentwickelung diese Noten keine Rolle spielen wenn sie nicht ausdrücklich angesprochen werden.

Allerdings sehe ich es so, das heute eher schlechtere Noten und Bewertungen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und zur Aussage über den Menschen ( den man ja nicht kennt ) herangezogen werden, da die Gleichmacherei in den Schulen und die Vergabe von guten Noten oft nicht für gute Leistungen gegeben werden sondern um den Frieden im Unterricht zu waren und Schülerinnen und Schüler nicht auszuschließen bzw. im System "mitzunehmen"...viele Lehrer können mit dem feingliederigen Bewertungssystem nicht umgehen, die Bewertungen werden dann eher zu einem "bestanden" ( das sind heute wohl die gut und sehr gut bewerteten Leistungen ) sowie "nicht bestanden" womit alle Zensuren ab "befriedigend" abwärts gemeint sind.

Aber deshalb sollte der Ehrgeiz auch von der Threaderstellerin - so finde ich und würde ich es raten - so sein, daß sie Ihre Fähigkeiten so einsetzt eben in den Bereich der Zensuren der "bestandenen" zu kommen, sonst gibt es später Probleme.
Das gilt überigens für alle Schulabschlüsse.
Ich sehe bei der Threaderstellerin nach eigenen Angaben überhaupt keine Probleme die leistungsanforderungen des schulischen Rahmens in dem sie sich derzeit bewegt zu erfüllen. Die Noten sind aber ein wichtiger Anzeiger für sie selbst im Sinne einer Selbstkontrolle sowie später auch für andere, nicht nur inder Berufausbildung sondern auch z.B. bei Schulwechseln oder Einstufungsprüfungen.
Aus dem Rahmen fallende Noten sind oft ein Grund für Nachfragen, schon deshalb weil der Gesetzgeber heute formal dazu zwingt, den Arbeitnehmer ausgewogen wahrzunehmen, d.h. wie optisch eine einfarbigen Bogen Papier, auffallende Stellen und markierungen erfordern Anstrengung des Ausgleiches und lassen Rückschlüsse zu , die nicht immer die Persönlichkeit wiedergeben, sondern oft nur die (Vor- Urteile) über sie.
Und wie schon richtig geschrieben: Soziale Fähigkeiten "Kompetenzen" werden heute sehr groß geschrieben und fließen verstärkt auch in das Notenbild ein.

Deshalb: Ordentliche Noten und eine gleichmäßig verteiltes Notenbild sind wichtig, schon um keine Angriffsfläche zu bieten.
Dies ist Fakt, denn nicht die Bewertungsskala, sondern die Unterschiede werden bemerkt.

Silvy


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24. August 2015 um 16:26

So sehe ich das auch
Lassdich nicht runterkriegen...

lG,

Silvy

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26. August 2015 um 1:10

... ...???
Ich sagmal vielen Dank fürs Kompliment, dass ich nicht verstehe... Thanks a lot / Merci beaucoup....

Kleiner Tipp: Schreib es doch so, dass wir alle es verstehen können... English/Francais oder auch Deutsch...
Du kannst doch unsere Sprachen hier, wenn Du hier liest und anderen schreibst / auf Beiträge antwortest...oder?
Wundere mich nur....

lG,
Silvy

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28. August 2015 um 5:37

Nicht so schlimm...
Ich habmich nur gewundert, woher Du meintest das ich japanisch kann, bei ellie ist das klar, sie wird Dich verstanden haben.

Tipp für Dich: Wer wann wem geantwortet hat ist manchmal schwer nachzuvollziehen, das Datum und Uhrzeit stehen ja unten links... "gesendet am...." das hilft Dir so manchen Diskussionsverlauf besser zu verstehen.

Ich lese sowas gerne, vielen Dank, und habe es mir schon denken können was es heißt....

Liebe Grüße,

Silvia M.

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29. August 2015 um 12:58

Spannende "Streit"gespräche ...
zu denen ich meine Meinung ja schon weiter oben kundgetan habe.
Ich finde halt dass das Lernen und aussagen darüber ob das sinnvoll ist oder war eine Aussage im Raum und in der Zeit, oder anders gesagt: Jemand weiß meistens hinterher, ob etwas zuvor gelerntes oder eine gute Note in diesem oder jenem Bereich "sinnvoll" = förderlich etwas zu erreichen war.
Aber sagdas mal vorher, was hinterher ist bzw. sein wird und was sinnvoll ist und was nicht - je länger die Zeiträume um so wilder die Paradoxien, die entstehen - Wahrheit ist nicht nur im Wein sondern auch im Raum und in der Zeit.
Richtig, fenris85 kann für sich derzeit schließen, dass das Lernen für bestimmte Sachen für die Katzwar, das stimmt wohl, ob es in einer Woche, in einem Jahr oder in 15 Jahren und 4 Monaten und vielleicht nicht in seiner Firma sondern vielleicht anderswo (und ob er noch dort arbeitet) noch stimmt ist aber offen,soeben wie der Himmel nicht immer blau ist und die Frage wie das Wetter nächste Woche ist grundsätzlich offen ist.
Und weil das so ist ist es wichtig, auch in der Schule sich zu bemühen, die Arbeit fürs ganze Leben ist heute selten geworden und vieles sinnloses kann noch später Sinn bekommen...

"Bunt wie ein Harlekinskleid ist Dein grauer Alltagsmantel..."


Silvy

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30. August 2015 um 13:31

Was für ein Schulunterricht war das nur?
...hast recht wenns so war wie Du es schreibst.

Dennoch als Modell für die Threaderstellerin ellie kann diese, Deine Erfahrung allgmein nicht gelten, denn sie muss da noch durch und wie Ihr Unterricht abläuft das weiss ich nicht.
Ja, es gibt schlechte Lehrer und Lehrer die nicht kritikfähig sind.
Dennoch gibt es auch im schlechten Unterricht Möglichkeiten sich mit eigenem Wissen sinnvoll zu profilieren, denn maches Schulwissen oder Schulstoff zeigt sich später als inhaltlich falsch weil auch dieses Wissen nur Wahrheit in der Zeit ist und vieles didaktisch reduziert ist, ja, in der allgemeinbildenden Schule gibt es für das Fach IT noch nicht mal eine Fachdidaktik, die Schule tut sich mit Informatik sehr schwer und viele Lehrer sind nicht gewillt ein weiteres, technisches Fach in ihren Schulalltag intgrieren zu müssen.Das hat sich seit 30 Jahren nicht geändert, selbst wenn jede Schule heute mehrere Poolräume mit Rechnern hat und der Unterricht mit Laptop und Beamer gehalten wird.

Deshalb sage ich für ellie : Am Ball bleiben und sich für ein vernünftiges und vor allem ausgewogenes Notenbild in dem weiter oben von mit beschriebenen Bereich sorgen.
Das ist ja gerade häufig das Problem von begabten und außergewöhnlichen Menschen: Sie erhalten oft keinen Zugang zu weitereM Erfolg, weil sie oft in der Breite völlig verkannt werden, ja, wir sind eine Gesellschaft von Spezialisten, aber der Zugang geht eben über die Allgemeinbildung, und der Erfolg da wird erstmal gesehen. Alles andere kommt später.

Silvy

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