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Bin ich depressiv? Soll/Kann/Muss ich zum Arzt? Rede ich mir das nur ein?

19. Januar 2016 um 23:36 Letzte Antwort: 19. Januar 2016 um 23:42

Hallo Leute,

ich verfasse den Beitrag hier, weil ich zur Zeit nicht mehr weiter weiß und nicht weiß, was ich denken soll.
Zur Info, ich bin 21 und befinde mich fast am Ende meines Studiums, führe eine eigentlich glückliche und feste Beziehung seit mittlerweile 4 Jahren und habe einen großen und guten Freundeskreis.

Ende 2014/Anfang 2015 hatte ich eine stark depressive Phase, weil mein Freund und ich eine Trennung durchgemacht haben. Nachdem wir uns wieder zusammengefunden haben, sind die Symptome nach einiger Zeit wieder verschwunden und es ging mir normal.
Bis ungefähr Anfang Dezember letzten Jahres. Es wurde nicht wirklich durch irgendwas ausgelöst, es kamen wohl einfach einige Sachen unglücklich zusammen: Es geht aufs Ende vom Studium zu, ich sehe meine Freunde in der Uni nicht mehr regelmäßig, hab auch kaum noch Seminare, bin viel alleine, habe mir übermäßig Stress wegen einer Praktikumsstelle gemacht. Das hat mir irgendwie alles den Boden unter den Füßen weggezogen und ich habe ungefähr 2 Wochen lang alles in mich reingefressen und mit niemandem darüber reden wollen, was sonst gar nicht meine Art ist. Mir ging es sehr schlecht, ich war lethargisch, mir vielen sogar alltägliche Sachen, wie Zähneputzen etc. schwer, ich stand ständig kurz davor in Tränen auszubrechen, war am grübeln, schlecht drauf, und hatte plötzlich auch keine Lust mehr, Fallout 4 weiterzuspielen, auf das ich mich Monate lang gefreut hab. Als ich mich dann nach den zwei besagten Wochen dazu durchringe, geht es mir für ein paar Tage wieder besser und ich dachte schon, dass es vorbei ist.
Aber dann kam wieder eine kleine Sache dazu: mein Freund und ich reden über ein Auslandssemester, was er wahrscheinlich auf mittelfristige Sicht machen muss. Und das ganze geht wieder von vorne los, diesmal noch intensiver. Auch diesmal wird es nach ca. 2 Wochen wieder besser, nachdem ich mit einem guten Freund über das ganze geredet habe und die Uni nach den Ferien wieder losging. Ein paar Tage hatte ich also Pause, bis vor ungefähr einer Woche das ganze wieder angefangen hat, ausgelöst durch irgendeine Kleinigkeit, die mich total aus der Bahn geworfen hat. Es ist kein absoluter Tiefpunkt, aber gut geht es mir auch nicht.

Ich habe mir zwischendrin schon vorgenommen, mit meinem Hausarzt über die Sache zu reden, aber nachdem es ja immer nur Phasen von ungefähr 2 Wochen sind, in denen die Symptome einer Depression sichtbar und stark auftreten und es demnach klinisch gesehen nicht für eine Depression nach dem ICD-10 reicht (ich habe im Studium leider einiges über psychische Störungen gelernt), seh ich es irgendwie nicht gerechtfertigt, dass ich meinen Hausarzt damit "belästige", unnötig Wind mache und am Ende noch jemandem der es wirklich braucht, einen Therapieplatz wegzunehmen...

Es geht mir aber nicht gut und ich hab immer mehr das Gefühl unter allen Sachen, die zur Zeit anfallen (Prüfungsphase, Hausarbeiten...), die ich sonst mit (relativer ) Leichtigkeit erledigen kann, zusammen zu brechen. Ich kann mich auch in den wenigen Seminaren, die ich in der Uni noch hab, nicht mehr konzentrieren und starre eigentlich die ganze Zeit aus dem Fenster.

Ja, ich hab das so ausführlich hier geschildert, weil ich eure Meinung einholen wollte, zu meiner Situation um entweder den Mut zu sammeln, zum Arzt zu gehen oder ich weiß auch nicht, "to get my shit together" und mal wieder aus diesem selbstgeschaufelten Lock rauszukriechen.

Grüße, Cat

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19. Januar 2016 um 23:42

Ergänzung
* würde es zwar nie ansatzweise wirklich in ernsthafte Erwägung ziehen, aber habe die Gedanken über den Tod/Selbstmord/Wasauchimmer vergessen zu erwähnen.

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