Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Bin ich bloß überfordert, oder sollte ich mir Hilfe holen?

Letzte Nachricht: 29. November 2011 um 22:55
S
suniti_12273178
28.11.11 um 21:32

Hallo!

Ich weiß gar nicht recht wie ich anfangen soll...

Also ich bin 25 Jahre alt, habe eine fast 5 Monate alte Tochter und lebe mit meinem Freund (wir sind 8 Jahre ein Paar) zusammen.

Eigentlich sollte unser Glück mit unserer Kleinen perfekt sein. Aber ich habe immer mehr das Gefühl, mit mir stimmt etwas nicht und ich bin mir nicht sicher ob ich professionelle Hilfe benötige.

Ich habe heftige Stimmungsschwankungen. Von euphorisiert glücklich zu bitter böse dauert es bei mir nur eine Sekunde, braucht nur eine falsche Tat oder ein falsches Wort.
Da mein Mann arbeitet bin ich viel mit unserer Tochter allein. Sie war die ersten Monate nicht einfach, ganz schlimme 3-Monats-Koliken und eine Blockade im Halswirbel haben es ihr wirklich schwer gemacht. Sie hat manchmal 8 Std am Tag geschrien, am Stück!!!
Naja die Zeit ist überstanden, dennoch habe ich ein komisches Verhältnis zu ihr.

Ich liebe sie von ganzem Herzen, dennoch wünsche ich mir oft sie wäre nicht da.
Ich kann sie nicht lange allein lassen, vertraue sie niemandem an, aber ich hasse es immer bei ihr sein zu müssen.
Ich nehme sie oft in den Arm und küsse sie, spiele mit ihr und jeder meint ich bin eine gute Mutter.
Aber ich bin so oft nur genervt von ihr und habe manchmal was sie angeht wirklich gruselige Gedanken.
Ich habe sie nie geschlagen oder ähnliches, aber eben meine Gedanken...sind schrecklich.
Ich habe geschrien, nicht direkt sie an, aber eben im Raum, indem sie sich auch befand, weil ich mal wieder kurz vorm Ausrasten war, weil sie schreit...

An manchen Tagen ist alles gut. Da habe ich keine schlimmen Gedanken ihr gegenüber.
Es ist auch eigentlich so, das wir jeden Tag zusammen lachen und spielen.
Nur hab ich keine Nerven für ihr gemecker, wenn sie schreit...
Ich möchte gern gehen, kann aber nicht, weil ich weiß, sie ist auf mich angewiesen...
Sie braucht mich.
Wie gesagt, ich vertraue sie niemandem an, selbst bei meinem Mann bin ich skeptisch.
Abgesehen davon habe ich auch niemanden, der sie mir abnimmt.

Ich schäme mich dafür, dass ich so bin. Das ich manchmal furchtbare Gedanken habe. Ich mag auch nicht schreiben was das für welche sind.

Ich fühle mich hin und hergerissen.
Denn ich liebe meine Tochter und ich finde sie ist bezaubernd. Nur...manchmal...kann ich einfach nicht mehr.
Abends, wenn sie im Bettchen liegt und schläft oder mich mit ihrem umwerfenden Lächeln dann verzaubert, hasse ich mich für diese Gedanken.
Dann denke ich, ich muss krank sein!
Ich möchte ihr niemals weh tun, weder körperlich noch psychisch.

Meine Eltern haben beide Depressionen. Meine Mutter war eine Zeit lang auch stark suizid gefährdet, hat auch einige Male versucht sich das Leben zu nehmen. Ich habe sie damals früh genug gefunden, da war ich 12.
Jetzt geht es beiden gut und uch sie sind sehr stolz auf mich und ihre Enkelin.
Und wie alle anderen, sind sie natürlich der Meinung das ich eine super Mama bin. Das es mir leicht von der Hand geht, das mein Haus jeden Tag glänzt, die Wäsche immer gemacht ist und das Essen auf dem Tisch steht wenn mein Mann Heim kommt.
Aber in Wirklichkeit ist es so, das ich jeden Tag gereizt und gestresst bin, weil ich wie mein Mann gern sagt, eine "perfektionistische Ader" habe.
Es muss immer alles nach Plan laufen und es muss immer alles genau so sein, ja wie es eben zu sein hat!
Aber durch meine Tochter bricht mein System auseinander, und ich komme manchmal nicht dazu, alles so zu erledigen, wie es geplant war.
Das ist auch ein Grund, warum ich oft genervt von ihr bin.

Es ist schon Jahre her, da hatten mein Mann und ich einen heftigen Streit und ich habe ihn geschlagen. Ich habe mich völlig vergessen und bin auf ihn los.
Das tat mir hinterher unglaublich leid und ich wusste gar nicht, was da in mich gefahren war...
Er ist so wunderbar und hat es mir verziehen, aber wir beide werden es nie vergessen. Es hat uns beide verletzt, unsere Liebe verletzt.
Es hat etwas verändert.

Ich habe vor einiger Zeit meinen Job verloren und das hat mir ebenfalls lange zu schaffen gemacht, ich konnte an manchen Tagen nicht aufstehen und saß stundenlang nur da und starrte aus dem Fenster. Noch heute muss ich immer wieder darüber nachdenken.
Ich konnte mir auch nichts neues suchen, weil ich mich einfach nicht damit abfinden wollte, das ich dort nicht mehr arbeiten darf.
Dann wurde ich schwanger...sie war nicht geplant. Aber wir haben uns trotzdem sehr darüber gefreut.
Die Schwangerschaft war wunderbar. Jeden Tag hab ich genossen.
Ich möchte auch jetzt wieder jeden Tag geniessen.
Entschuldigung für den langen Text und das durcheinander...ich wusste einfach nicht wie ich es am Besten beschreibe.
Manchmal ist da auch Angst...wenn die Kleine schläft und ich allein bin, das Gefühl es sei jemand da, obwohl niemand da ist...

Danke schon mal für Antworten
LG

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K
keshia_12725088
28.11.11 um 23:17

Hilfe wäre am besten
Du bist maßlos überfordert und fühlst Dich allein. Gerade das Alleinsein macht Dir Angst und dieser Stress von Überforderung, Angst und Einsamkeit macht Dir die Stimmungsschwankungen. Aber gerade dafür gibt es gut ausgebildete Mediziner. Ich denke, Du hast ein komisches Gefühl zu dem Kind, weil Du bei dem Kind unbewusst die Ursache für Deine jetztige Situation siehst. Bin kein Arzt, deshalb würde ich mich an Deiner Stelle einem Arzt anvertrauen. Lieber ein fachmännischen Rat mehr als das es hinterher zu spät ist, weil Dinge geschehen sind, die einfach die Liebe killen.

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A
an0N_1224250199z
29.11.11 um 1:23

Nun mal halblang
Das liest sich für mich wie "mekkern auf hohem Niveau", was vielleicht mit dem von dir beschriebenen Perfektionismus zusammenhängt.

1. würde bestimmt nur jede 2. Frau mit deinen Aufgaben und den Lebensumständen (Job verloren, Baby, Allein-sein) zurecht kommen. Ich bin sehr beeindruckt, dass du überhaupt so klar formulierte Aussagen treffen kannst, bzw dich noch nicht in den Drogenkonsum gestürtzt hast. Das zeugt absolut von psychischer Gesundheit.

2.ergeht es sehr vielen jungen Müttern so, dass sie böse Gedanken ihrem Kind gegenüber haben. Mir ist da schon viel zu Ohren gekommen...bestimmt ähnlich schlimm wie das, was du nicht schreiben wolltest (aus dem Fenster werfen, ein Kissen aufs gesicht drücken etc.). Gerade babys, die oft und lange schreien sind eine echte Herausforderung, an denen so mancher Geduldsfaden reisst.

3.solltest du überlegen wie du zeit für dich haben kannst. Grundvoraussetzung ist, dass du jmd dein Kind anvertrauen kannst. Es reicht vollkommen aus wenn du mal 2-4 Stunden Zeit für dich nimmst, wenn du das Gefühl hast sie jetzt zu brauchen.Du hast doch bestimmt eine gute Freundin, die du mals in dein problem einweihen solltest.Sie hilft dir bestimmt.

4.das Ganze ist eine Phase die in jedem Fall bald vorbei geht. Das Schlimmste solltest du schon überstanden haben.

Das Hauptproblem ist also das andauernde Schreien deiner Kleinen. Hast du dich schonmal über google oder hier im Forum informiert, was andere Mütter dagegen tun? Du bist mit dem problem absolut nicht alleine.Ich würde einfach alles mögliche ausprobieren. Einen wichtigen Hinweis habe ich jedoch mal aufgeschnappt...lass dein Kind immer erst eine Weile schreien bevor du dich um sie bemühst...sonst wird sie später als Kleinkind nicht damit aufhören, auf diese Weise deine Aufmerksamkeit zu erlangen.

Oder Versuche für dich praktikable Entspannungstechniken. Sei es über Wärme, Licht, Bewegungen. Prüfe worauf du reagierst und was dir gut tut. Wende diese ggf. regelmässig an um dem Stress schonmal prophylaktisch vorzubeugen.
LG
Daniel

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A
an0N_1224250199z
29.11.11 um 22:55

Öhm?
Sie soll ihre Tochter nicht weg geben??? Ich hoffe du meinst "dauerhaft"...denn ansonsten muss ich widersprechen. natürlich muss sie ihre Tochter auch mal in andere Hände geben können. Je früher das passiert umso besser...es kann sonst sein,dass es spätestens im Kindergarten ein böses Erwachen gibt...sowohl auf seiten des Kindes als auch bei der Mutter.

Und die Aussage mit "mehr Geduld haben" ist auch einfacher gesagt als getan
Lori scheint mir schon einen recht geduldigen Eindruck zu machen. Manchmal ist es eben einfach zu viel...es gibt einen Punkt, an dem jeder nicht-mehr-kann. Und ein scheinbar grundlos schreiendes Kind ist der perfekte Reiz um diesen Punkt zu stimulieren
Auch dass sie nicht in der Gegenwart des Kindes ausrasten, bzw. schreien sollte, ist nicht ganz richtig. Diese Emotionen gehören zu einem gesunden Menschen dazu und das Kind muss auch sehen, dass Mama sowohl lieb als auch mal böse werden kann. Es besteht sonst Gefahr einer disoziativen Störung, etwa Borderline....(keine Angst, das ist nur eine Eventualitäten mit eher geringer Wahrscheinlichkeit ^^)

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