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Beziehung zu den Eltern

5. April 2004 um 13:33

Hallo,

gibt es jemanden unter euch, der im Säuglingsalter sehr häufig von seinen Eltern getrennt war? Seit ihr der Meinung, das sich das auf euer Leben und eure Beziehung zu den Eltern ausgewirkt hat?

Bei mir war es so, das ich mit 6 Wochen in die Wochenkrippe gebracht wurde. War im Osten eben so, da hatte meine Mutter auch kaum eine Wahl es anders zu machen. Nur zum Verständnis Wochenkrippe= Man wurde da Montag morgen hingebracht und Freitag abend abgeholt.
Ich habe das erst vor kurzer Zeit erfahren, zufällig als ich mit meinen Eltern, über ein anderes armes Wochenkrippenkind geredet habe. Als ich erfahren habe, das ich selber so ein armes Würstchen war, bin ich aus allen Wolken gefallen und mir ist mir für mein eigenes Leben so einiges klar geworden.
Wenn ich bedenke wie unser Kleiner mit uns rumschmust, wie er sich freut, wenn er nach dem Schlafen aus seinem Bettchen geholt wird, wie gern er sich von mir ins Bettchen legen läßt, dann brauche ich mich nicht zu fragen warum mein Leben eigentlich so verkorkst gelaufen ist.

Haben es eure Eltern trotz einer Trennung im Säuglingsalter geschafft, euch das Gefühl zu geben geliebt zu werden? Ich glaube bei mir ist das Gefühl nie wirklich aufgekommen.

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8. April 2004 um 17:21

Hallo
Das mit der Wochenkrippe ist echt hart. Am Anfang dachte ich, na ja, morgens hin - abends zurück, das halt von Montag bis Freitag.

Meine Mutter hat sich zwar für die Familie aufgeopfert, zumindest denkt sie das, aber ich komme mir ziemlich ungeliebt vor. Damit habe ich auch noch heute Probleme und mache deswegen eine Therapie. Meine Eltern werde ich nicht mehr ändern.

Nur zur Info: mein Vater hat weit weg gearbeitet und kam nur alle paar Monate nach Hause. Als ich ein Säugling war, haben meine Eltern ein Haus gebaut. Ich wurde da wohl regelmässig bei den Nachbarn abgestellt. Erinnern kann ich mich daran natürlich nicht.

Später: meine Mutter redet wenig, zeigt kaum Gefühle, erledigt alles wie eine Maschine. Essen kam pünktlich auf den Tisch. Wärme null. Kann mich nicht erinnern, dass sie mich mal umarmt hätte. Ich dachte ständig, dass sie auf mich sauer sei oder von mir angenervt wäre. Deswegen habe ich mich auch so brav und angepasst wie möglich verhalten.

In der Therapie wird mir vieles klar. Auch warum ich schlecht Beziehungen zu anderen aufbauen kann.

LG xeres

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29. Mai 2004 um 20:53

Wochenkrippe
... schön geliches zu hören. ich wußte das mit der wochenkrippe ein bißchen, doch als ich zum psychologen ging, weil ich mit meinem leben Immer nich nicht) klarkomme, erfuhr, dass ich ganze drei jahre dort war. es setzte ein strom von begreifenein, nur gelöst habe ich meine sorgen ncoh nicht. ich suche nach möglichkieten das trauma auszugleichen, doch je mehr ich mich damit auseinander setzte um so deutlöciher erkenne ich : DAS IST SO. die vergangenheit ist die grundlage für die gegenwart. trotzdem, durhc das verstehen, wird einiges klarer und ich irre nicht mehr ganz blind. was hast du für sorgen und Lösungen?????

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30. Mai 2004 um 19:25

Hallo...
mh... also ich kann mir das schon gut vorstellen, das es sich vor allem später oder auch in der kindheit irgendwie auswirkt... bei mir war es so, ich war quasi ein "unfaller", mein vater zu dem zeitpunkt verheiratet ( ich hab ihn übrigens niemals kennengelernt) meine mutter noch ziemlich jung, also hätte sie mich in ein heim gegeben,,, nur gottseidank waren auch meine grosseltern da... deshalb bin ich bei denen aufgewachsen... nur wenn man so klein ist kriegt man das ja im endeffekt nicht mit, erst später dann in der schule, da kommen dann viele sachen raus oder man kommt durch zufall drauf... ich kann nur für meinen teil sagen, ich hab zu meiner mutter nie so ne beziehung aufgebaut als sie vielleicht sein sollte,, und heute,, bin fast 32... hab selber familie ....da interessiert mich das nicht mehr .... man kann es auch nicht mehr aufholen etc... die zeit ist weg und aus vorbei....
vor allem hat man es laut aussagen von meinem mann gemerkt, das ich immer sehr hart war.. zu anderen und vor allem zu mir selber... und ließ niemanden an mich ran... sozusagen als schutzhülle oder so...

Naja,,, wie dem auch sei,, es ist vorbei...und heut hab ich meine familiy und uns gehts allen so einigermassen gut,,,.-))

Liebe grüsse
Cat

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29. Januar 2005 um 18:18
In Antwort auf zera_12686858

Hallo
Das mit der Wochenkrippe ist echt hart. Am Anfang dachte ich, na ja, morgens hin - abends zurück, das halt von Montag bis Freitag.

Meine Mutter hat sich zwar für die Familie aufgeopfert, zumindest denkt sie das, aber ich komme mir ziemlich ungeliebt vor. Damit habe ich auch noch heute Probleme und mache deswegen eine Therapie. Meine Eltern werde ich nicht mehr ändern.

Nur zur Info: mein Vater hat weit weg gearbeitet und kam nur alle paar Monate nach Hause. Als ich ein Säugling war, haben meine Eltern ein Haus gebaut. Ich wurde da wohl regelmässig bei den Nachbarn abgestellt. Erinnern kann ich mich daran natürlich nicht.

Später: meine Mutter redet wenig, zeigt kaum Gefühle, erledigt alles wie eine Maschine. Essen kam pünktlich auf den Tisch. Wärme null. Kann mich nicht erinnern, dass sie mich mal umarmt hätte. Ich dachte ständig, dass sie auf mich sauer sei oder von mir angenervt wäre. Deswegen habe ich mich auch so brav und angepasst wie möglich verhalten.

In der Therapie wird mir vieles klar. Auch warum ich schlecht Beziehungen zu anderen aufbauen kann.

LG xeres

...
Ich hatte gerade das Gefühl, dass du für mich sprichst.
Meine Eltern interessieren sich nie für mich - ich kann machen was ich will. Mittler Weile habe ich mich damit abgefunden - werde aber trotzdem traurig, wenn ich mir das bei anderen Familien so anschaue und wie groß die Liebe da ist.
Ich kenne sowas einfach gar nicht...

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2. Juli 2005 um 23:31

Wochenkrippe
Hallo, mit einigem Erstauen habe ich diese Diskussion zur Wochenkrippe gefunden. Ich war heute in meiner Heimatstadt, um mir die Wochenkrippe anzusehen, in die ich ca. 3 Jahre lang gebracht worden bin. Bei mir war die Situation die, dass meine Mutter nach meiner Geburt krank wurde (postnatale Depression) und nicht in der Lage war, mich zu betreuen (Krankenhausbehandlung). Ich musste also irgendwo untergebracht werden. Was mich so erstaunt ist die Ähnlichkeit der Erfahrungen, die in diesem Forum zum Thema Wochenkrippe geschildert werden: meine sind entsprechend. Ich habe mich als Kind immer fremd gefühlt wo immer ich auch war, als ob ich nirgends dazugehörte. Eine Beziehung zu den Eltern , wie sie andere Kinder hatten, hatte ich nicht. Ich habe mich immer beklommen gefühlt, unfrei, einsam, war ein ganz stilles, ernstes und verschüchtertes/verklemmtes Kind. Bis heute habe ich kolossale Probleme damit, Ansprüche oder Wünsche zu äußern, geschweige denn durchzusetzen. In meiner Kindheit wurde mir ständig das Gefühl vermittelt, "komisch" zu sein, unpassend, unnormal. Erst als ich mit ca. 15 Jahren von meiner frühen Vergangenheit erfuhr, ging mir so mancher Kronleuchter auf. Es war unschätzbar wichtig für mich, weil es mir ermöglichte, mich selbst besser zu verstehen und mich anzunehmen, mir "zu verzeihen". Ein Meilenstein für mich war die Erkenntnis mit über 20 Jahren, dass ich meinen Eltern vergeben muss. Erst als ich das getan habe, war ich frei mich zu entwickeln und froh zu werden. Heute bemühe ich mich bewusst "Ja" zu sagen zu meiner Vergangeheit. Jede Erfahrung kann zum Segen werden, aber manchmal ist das ein langer mühsamer Weg. Was mir entschieden geholfen hat - da ich ja mit der elterlichen Liebe nicht so viel anfangen konnte - wurde der Glaube an Gott, der mir zusichert, dass Gott mich liebt und für mich sorgt.
Im übrigen möchte ich nicht sagen, dass es bei uns zu Hause keine Liebe gab, (auch wenn es hier durchaus noch eine Menge anderer Probleme gab), sondern mir scheint, bei mir waren die "Rezeptoren" für den Empfang von Liebe taub. Liebe egal welcher Art konnte bei mir nicht andocken, obwohl ich nichts mehr wünschte als Liebe. Heute bin ich im Wesentlichen ein glücklicher Mensch geworden, es hat sich sehr viel geändert, aber die oben genannte Scheu, etwas anderen gegenüber durchzusetzen, zu riskieren (Angst vor Ablehnung?), dieser defensive Charakter ist noch da - die wäre ich auch gerne los.
Meine Eltern leben nicht mehr, ich verstehe heute, dass sie gegeben haben was sie konnten, eine wirklich vertraute entspannte Beziehung habe ich zu ihnen dennoch nie entwickeln können.
Auf jeden Fall kann ich aus meiner Erfahrung bestätigen, dass mein Leben war, als ob ich auf ein verkehrtes Gleis gesetzt wäre, mein wichtigstes Lebensgefühl waren Unsicherheit, Einsamkeit und Verwirrung.

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25. Oktober 2005 um 0:24

Wochenkrippe
Auch ich war so ein Kind. Wochenkrippe....Mir war nicht klar was dies bedeutet.Habe erst vor kurzem erfahren, daß meine Mutter mich dorthin brachte.Mir war nie bewußt, daß meine Mutter täglich auf die Bühne mußte und gar keine Zeit für ein Baby hatte.Ich kann überhaupt nich nachvollziehen, wie man einen Säugling über so einen langen Zeitraum alleine lassen kann.Meine Mutter hat mich manchmal sogar gar nicht abgeholt,und anfangs war sie wochenlang auf Tournee. So war das damals, und alle finden das okay. Ich nicht! Und ja ich leide. Meine Mutter liebt mich bestimmt, aber ich bin eben ich.

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2. November 2005 um 23:33

Wochenkrippe wochenheim
Ich bin inzwischen fast 40 jahre alt und frage mich immernoch warum meine mutter mich ins heim gegeben hat. Es war eine wochenkrippe aber (ich arbeitete im heim) es gab kaum unterschiede zu einem normalen heim, denn auch dort werden die kinder oft am wochenende von ihren eltern abgeholt.
Ich fühlte mich immer ungeliebt von meinen eltern und wenn (später) jemand mich liebte fragte ich mich warum. dafür gibt es doch keinen grund, es ist doch klar das "mann" mich nicht lieben kann. Habe lange versucht meine vergangenheit zu verarbeiten, versucht mit meinem heutigen leben klar zu kommen aber es zieht sich durch alle ebenen. kein selbstvertrauen, ängste bis zu depressionen und panikattaken. Habe eine tolle tochter und gerade unsere beziehung macht das alles für mich noch viel fraglicher (s.o.) Nie hätte ich mein kind in dem alter auch nur über nacht weggeben. Ich hätte gern gewußt wie dein verhältnis zu deinen eltern heute ist. Haben sich deine eltern jemals bei dir entschuldigt. Ich glaube das ist es worauf ich schon ewig warte. Mein verhältnis zu meiner mutter ist annehmbar, auf grund einer krankheit bin ich nun für sie mehr veranwortlich als sie es je für mich war.Wir haben versucht über die vergangenheit zu reden aber da kommen nur schuldzuweisungen von ihrer seite. wie bitte kann ein 6 wochen altes kind schuld sein?
entschuldige wenn ich so emotional bin aber ich frage mich oft wie es mir ginge wenn es alles anders gekommen wäre.

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3. November 2005 um 18:47

Ich kann zwar nicht bei der "Wochenkrippendiskussion" mitreden
Es scheint ja eine Einrichtung gewesen zu sein,die es zum einen nur in Ostdeutschland gab und zum anderen auch nur für ganz arme oder alleinerziehende Mütter zur Verfügung stand.
Eine meiner Arbeitskolleginen war auch in der Wochenkrippe und sagt heute,daß es gut war.
Ihr und ihrem Bruder habe es an nichts gefehlt und es war bestimmt besser als bei der Mutter zu sein,die den ganzen Tag und manchmal auch Nachts,in Schichten,arbeitete.

Bei mir war es so,daß meine Eltern beide Karriere machen wollten,ich nicht geplant war,die ersten drei Jahre meines Lebens bei meinen Großeltern verbracht und später oft mit Kindermädchen zu Hause war.
Für mich kann ich sagen,daß es wohl o.k.war,kenne es ja nicht anders
Hatte in jungen Jahren nie eine besondere Bindung zu meinen Eltern,was sich mit zunehmendem Alter relativiert hat.

Heute ist man schnell dabei die eigene Verantwortung,hier für sein eigenes Leben,auf andere,die Eltern zu schieben.
Ab einem gewissen Alter,ist man selber für sein Leben verantwortlich.
Bestimmt hat die Trennung im säuglingsalter auswirkungen auf ein weiteres Leben aber müssen diese immer negativ sein und sind sie immer der Grund,warum das eine oder andere Leben nicht so verlaufen ist,wie man es sich hätte gewünscht?

Ich wage es zu bezweifeln.....

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3. November 2005 um 18:53
In Antwort auf farah_12252811

...
Ich hatte gerade das Gefühl, dass du für mich sprichst.
Meine Eltern interessieren sich nie für mich - ich kann machen was ich will. Mittler Weile habe ich mich damit abgefunden - werde aber trotzdem traurig, wenn ich mir das bei anderen Familien so anschaue und wie groß die Liebe da ist.
Ich kenne sowas einfach gar nicht...

Wenn ich hier den einen oder anderen Beitrag so lese
denke ich,daß es nicht nur an der Wochenkrippe lag,daß einiges bei einigen schief lief sondern auch an dem sozialen Gefüge.
Nehmt es mir nicht übel aber irgendwie finde ich es schon seltsam.
Ich denke man sollte sich wirklich die Frage stellen,ob es nicht noch schlimmer gekommen wäre,wenn das Kind zu Hause aufgewachsen wäre und ob die Wochengrippe aus dem Blickwinkel heraus nicht doch eher ein Segen war!

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4. November 2005 um 10:30

Wissenschaftliche Untersuchungen -
Hallo Sebastian,

ich bin nun nicht vom Fach, habe mich mit dem Thema aber intensiv befasst, da meine Mutter in ihrem ersten Lebensjahr weggegeben wurde.
Soweit ich weiß kann eine Störung zwischen Säugling und erster Bezugsperson in den ersten Monaten zu narzißtischen Persönlichkeitstörungen führen. Klingt schlimmer als es ist... soll heissen, dass man halt sehr früh lernt, sich um sich selbst zu kümmern (starke Eigenrotation, Ich-Perspektive). Im sog. "modernen Narzißmus" wird das ganze auch mal als "gesunder Selbstwert" gedeutet ...

Anbei noch ein Zitat aus Wikipedia:

Kernberg sieht den Narzissmus ebenfalls mit dem Selbst verbunden (im Gegensatz zu Freud, der noch kein Selbst kannte, und im Narzissmus die Besetzung des Ichs sah). Für Kernberg ist das Selbst ein Teil des Ichs. Dieses Selbst ist ein Resultat aus den frühen Objektbeziehungen. Kommt es zu Störungen in der miteinander verknüpften Entwicklung von frühen Objektbeziehungen und Selbst, kann dies zu dem beschriebenen pathologischen Narzissmus führen. Auch hier spielt die erste Bezugsperson eine ähnliche Rolle.

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4. November 2005 um 10:32
In Antwort auf biddy_12156480

Wissenschaftliche Untersuchungen -
Hallo Sebastian,

ich bin nun nicht vom Fach, habe mich mit dem Thema aber intensiv befasst, da meine Mutter in ihrem ersten Lebensjahr weggegeben wurde.
Soweit ich weiß kann eine Störung zwischen Säugling und erster Bezugsperson in den ersten Monaten zu narzißtischen Persönlichkeitstörungen führen. Klingt schlimmer als es ist... soll heissen, dass man halt sehr früh lernt, sich um sich selbst zu kümmern (starke Eigenrotation, Ich-Perspektive). Im sog. "modernen Narzißmus" wird das ganze auch mal als "gesunder Selbstwert" gedeutet ...

Anbei noch ein Zitat aus Wikipedia:

Kernberg sieht den Narzissmus ebenfalls mit dem Selbst verbunden (im Gegensatz zu Freud, der noch kein Selbst kannte, und im Narzissmus die Besetzung des Ichs sah). Für Kernberg ist das Selbst ein Teil des Ichs. Dieses Selbst ist ein Resultat aus den frühen Objektbeziehungen. Kommt es zu Störungen in der miteinander verknüpften Entwicklung von frühen Objektbeziehungen und Selbst, kann dies zu dem beschriebenen pathologischen Narzissmus führen. Auch hier spielt die erste Bezugsperson eine ähnliche Rolle.

Das ist natürlich nicht alles ...
... sollte ich ergänzen. Vertrauen, Urvertrauen ist noch mal ein weiteres komplexes Thema. Aber auch im Narzißmus vertraut man natürlich in erster Linie sich selbst ...

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4. November 2005 um 10:37
In Antwort auf zera_12686858

Hallo
Das mit der Wochenkrippe ist echt hart. Am Anfang dachte ich, na ja, morgens hin - abends zurück, das halt von Montag bis Freitag.

Meine Mutter hat sich zwar für die Familie aufgeopfert, zumindest denkt sie das, aber ich komme mir ziemlich ungeliebt vor. Damit habe ich auch noch heute Probleme und mache deswegen eine Therapie. Meine Eltern werde ich nicht mehr ändern.

Nur zur Info: mein Vater hat weit weg gearbeitet und kam nur alle paar Monate nach Hause. Als ich ein Säugling war, haben meine Eltern ein Haus gebaut. Ich wurde da wohl regelmässig bei den Nachbarn abgestellt. Erinnern kann ich mich daran natürlich nicht.

Später: meine Mutter redet wenig, zeigt kaum Gefühle, erledigt alles wie eine Maschine. Essen kam pünktlich auf den Tisch. Wärme null. Kann mich nicht erinnern, dass sie mich mal umarmt hätte. Ich dachte ständig, dass sie auf mich sauer sei oder von mir angenervt wäre. Deswegen habe ich mich auch so brav und angepasst wie möglich verhalten.

In der Therapie wird mir vieles klar. Auch warum ich schlecht Beziehungen zu anderen aufbauen kann.

LG xeres

Hi Xeres.
Komisch, ging mir ähnlich, meine Eltern haben sich tot gearbeitet und mich allein gelassen. Habe das nie richtig verknust. Habe auch ne gestörte Beziehung zu Geld (und zu Arbeit) aus dem Grunde.
Ich habe in diesem Zusammenhang allerdings noch nie über Anpassung nachgedacht.

Interessanter Aspekt, ist was dran!

Wie wirkt sich das noch bei Dir aus?

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6. Juli 2007 um 7:30
In Antwort auf shena_12375982

Wenn ich hier den einen oder anderen Beitrag so lese
denke ich,daß es nicht nur an der Wochenkrippe lag,daß einiges bei einigen schief lief sondern auch an dem sozialen Gefüge.
Nehmt es mir nicht übel aber irgendwie finde ich es schon seltsam.
Ich denke man sollte sich wirklich die Frage stellen,ob es nicht noch schlimmer gekommen wäre,wenn das Kind zu Hause aufgewachsen wäre und ob die Wochengrippe aus dem Blickwinkel heraus nicht doch eher ein Segen war!

Wochenkrippe

Ich gehöre auch zu denen die in dieser Wochenkrippe war. Ich habe es sehr Spät erfahren und das auch nur durch zufall. Meinem jüngeren Bruder blieb dies auch nicht erspart leider. Mir ist schon als Kind auf gefallen das ich mich anders verhalten habe als die anderen Kinder und selbst als Erwachsene fühle ich mich anders als die meisten Frauen. Und ich glaube das dass mit dieser Wochenkrippe zusammen hängt. Ich war als Kind immer sehr ruhig man kann auch brav sagen. Auch in der Schule war es so. Ich habe mich nie so richtig dazu gehörig gefühlt ob zu Hause oder in der Schule egal wo man ist, dieses gefühl ist immer da, nie irgendwo dazu zugehören oder zu sagen das ist mein zu Hause, dieses gefühl kenne ich nicht. Man hat kein richtiges vertrauen in andere Personen man glaubt nur an sich selber zum größten Teil. Ich denke das hängt alles mit diesen Wochenkrippen zusammen die es zu DDR - Zeiten gab.

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25. Februar 2008 um 22:48

Hallo,
ich habe mich seit vielen Jahren gefragt,warum ich ein so kühles distanziertes Verhältnis zu meiner Mutter habe.

Manchmal erschrecke ich vor mir selbst,wenn ich feststelle,dass es mir körperlich fast unangenehm ist, von meiner Mutter in den Arm genommen zu werden.

Ich konnte das nie so richtig verstehen und habe fast ein schlechtes Gewissen,weil ich weiß wie sehr meine Mutter mich liebt!

Selbst habe ich immer das Gefühl keinem Menschen so richtig zu vertrauen,ja das hat auch mein ganzes bisheriges Leben beeinflusst,ich konnte nie richtig Vertrauen aufbauen.....,auch nicht zu Partnern.

Jetzt,da ich den Bericht im ARD gesehen habe,fiel es mir wie Schuppen von den Augen......sicher ich habe mir oft schon den Kopf zerbrochen,ob es gut für mich war in meinem ersten Lebensjahr in einer Wochengrippe gewesen zu sein.

Es gibt Fotos von mir in dieser Krippe auf denen ich weine und meine Ärmchen dem Fotografen entgegenstrecke......aber da war wohl keiner der mich in den Arm nehmen wollte!

rosy2501

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13. März 2008 um 10:29
In Antwort auf eryn_11941627

Hallo,
ich habe mich seit vielen Jahren gefragt,warum ich ein so kühles distanziertes Verhältnis zu meiner Mutter habe.

Manchmal erschrecke ich vor mir selbst,wenn ich feststelle,dass es mir körperlich fast unangenehm ist, von meiner Mutter in den Arm genommen zu werden.

Ich konnte das nie so richtig verstehen und habe fast ein schlechtes Gewissen,weil ich weiß wie sehr meine Mutter mich liebt!

Selbst habe ich immer das Gefühl keinem Menschen so richtig zu vertrauen,ja das hat auch mein ganzes bisheriges Leben beeinflusst,ich konnte nie richtig Vertrauen aufbauen.....,auch nicht zu Partnern.

Jetzt,da ich den Bericht im ARD gesehen habe,fiel es mir wie Schuppen von den Augen......sicher ich habe mir oft schon den Kopf zerbrochen,ob es gut für mich war in meinem ersten Lebensjahr in einer Wochengrippe gewesen zu sein.

Es gibt Fotos von mir in dieser Krippe auf denen ich weine und meine Ärmchen dem Fotografen entgegenstrecke......aber da war wohl keiner der mich in den Arm nehmen wollte!

rosy2501

Mir gehts genauso
Ich habe wie Du den Beitrag in der ARD gesehen, wie hast Du so schön gesagt, fiel es auch mir wie Schuppen von den Augen.

Ich hatte immer eine gestörte Beziehung zu meiner Mutter, das hat sich erst gebessert, seit ich weit weg von Ihr wohne.
Aber ich glaube, es war für die meisten Mütter nicht leicht, sie konnten ja gar keine Beziehung zu m Kind aufbauen, wenn es nach 6 oder 8 Wochen wieder zur Arbeit ging.Deshalb möchte ich meiner Mutter keinen Vorwurf machen.
Aber ich denke heute das es mir viele Probleme gebracht hat, in der Schule war ich immer eine Außenseiterin.
Fühlte mich als Kind oft einsam, auch noch als Erwachsene( obwohl ich Partner hatte), habe mehrere Selbstmordversuche hinter mir, hatte richtige Todessehnsüchte, fühlte mich von niemanden geliebt bzw. anerkannt. Das hat sich erst geändert seit ich selbst Kinder habe. Seit einer Woche bin ich in therapeutischer Behandlung um meine Vergangenheit aufzuarbeiten, loszulassen. Es fällt mir schwer zu verstehen das mein zum Teil verkorstes Leben, Folge meiner Kindheit ist.

Ich wünsche mir mehr solche Aufarbeitung der DDR Vergangenheit, wo Fakten für sich sprechen

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22. März 2008 um 10:16

Wochenheim in der DDR
Ich kann nur sagen, dass ich nun nach 37 Jahren und einigen Berichten in den Medien und auch gescheiterten Partnerschaften für mich feststellen muss, dass ich aus nur einem Grund solche Probleme habe, weil ich in den "Genuss" der damaligen Wochenkrippe gekommen bin. Wenn ich meine Mutter daraufhin anspreche block sie immer nur ab will nicht reden, tut immer nur abwinken. Sicherlich hat sie damals die Möglich
keit gehabt mich zur Adoption frei zu geben, aber dies hat sich nicht getan. Ich kann auch nicht behaupten eine schlechte Kindheit in dem Sinne gehabt zu haben, aber ich hatte nicht die Liebe und beruhigende Art die ich meinem Kind entgegenbringe. Ja auch zu meiner großen 17jä. Tochter besteht nicht das wärmste Verhältniss. Ich habe meine Tochter mit Kaiserschnitt und extrem zu früh auf die Welt gebracht. Ich konnte mein Kind erst nach sechs
Tagen das erste mal im Brutkasten berühren. Jetzt darf man die Babys sofort in den Arm nehmen. Für ,mich ist das wie ein Kreislauf. Auch in Sachen Beziehung bin ich nicht in der Lage beständig mehr als 5 Jahre mit einem Mann zusammen zu leben. Immerwieder muß ich feststellen, dass mir dann die Nähe und Vertrauen zu viel werden und ich nicht daran glaube das ich jemeanden vertrauen kann. Ich fange dann an eifersüchtig zu werden, nach Fehlern zu suchen und unnahbar zu werden. Ich bin der Meinung, dass es nicht nur für die damals eingsperrten Arbeitverweigerer eine Entschädigung geben sollte, nein auch für die psyschisch angeknaksten 40.000 damaligen DDR Kinder die jetzt mit vielen Problemen behaftete versuchen ihr Leben zu meistern. Ich habe auf jeden Fall Porbleme damit. LG Sinciera

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17. Juli 2009 um 19:32
In Antwort auf keisha_12689845

Wochenheim in der DDR
Ich kann nur sagen, dass ich nun nach 37 Jahren und einigen Berichten in den Medien und auch gescheiterten Partnerschaften für mich feststellen muss, dass ich aus nur einem Grund solche Probleme habe, weil ich in den "Genuss" der damaligen Wochenkrippe gekommen bin. Wenn ich meine Mutter daraufhin anspreche block sie immer nur ab will nicht reden, tut immer nur abwinken. Sicherlich hat sie damals die Möglich
keit gehabt mich zur Adoption frei zu geben, aber dies hat sich nicht getan. Ich kann auch nicht behaupten eine schlechte Kindheit in dem Sinne gehabt zu haben, aber ich hatte nicht die Liebe und beruhigende Art die ich meinem Kind entgegenbringe. Ja auch zu meiner großen 17jä. Tochter besteht nicht das wärmste Verhältniss. Ich habe meine Tochter mit Kaiserschnitt und extrem zu früh auf die Welt gebracht. Ich konnte mein Kind erst nach sechs
Tagen das erste mal im Brutkasten berühren. Jetzt darf man die Babys sofort in den Arm nehmen. Für ,mich ist das wie ein Kreislauf. Auch in Sachen Beziehung bin ich nicht in der Lage beständig mehr als 5 Jahre mit einem Mann zusammen zu leben. Immerwieder muß ich feststellen, dass mir dann die Nähe und Vertrauen zu viel werden und ich nicht daran glaube das ich jemeanden vertrauen kann. Ich fange dann an eifersüchtig zu werden, nach Fehlern zu suchen und unnahbar zu werden. Ich bin der Meinung, dass es nicht nur für die damals eingsperrten Arbeitverweigerer eine Entschädigung geben sollte, nein auch für die psyschisch angeknaksten 40.000 damaligen DDR Kinder die jetzt mit vielen Problemen behaftete versuchen ihr Leben zu meistern. Ich habe auf jeden Fall Porbleme damit. LG Sinciera

Wochenheim Eldenaer Str. Ost-Berlin
Hallo,

ich bin schon sehr lange auf der Suche nach Informationen zum Kinderwochenheim bzw. der Wochenkrippe des VE Fleischkombinates Berlin, welches sich evtl. in der Eldenaer Str. in Ost-Berlin im Zeitraum 1984/1985 befand. Kann mir jemand weiterhelfen? Woher könnte man ein Verzeichnis dieser Einrichtungen bekommen?

Viele Grüße

Brine

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3. November 2011 um 14:25

Wochenkrippe
Hallo,

dein Beitrag ist zwar schon einige Zeit her, aber ich möchte trotzdem auch etwas zu dem Thema schreiben.
Ich habe erst vor 2 Tagen, den Zusammenhang zwischen der frühen Abgabe in die Wochenkrippe und meinem "Ich" so richtig verstanden. Zwar habe ich schon früher gewußt, das ich in eine Wochenkrippe abgegeben wurde, fand das auch nicht gut, habe dem aber keine Bedeutung geschenkt.

Jetzt, wo ich soviel von den anderenm gelesen habe, ist mir auch so einiges klar geworden. .... und das macht mich schon sehr traurig, aber auch gleichzeitig wütend.

Alles was geschrieben wurde, trifft auch auf mich zu, ich habe wahnsinnige Verlustängste, das heißt ich bin eifersüchtig, habe kein Vertrauen, kontrolliere alles noch mal selbst. In allen Lebensbereichen ist das so. (Partnerschaft,Kind Beruf, Hobby) Will immer alles richtig und gut machen, wahrscheinlich um gelobt und geliebt (Aufmerksamkeit zu erhalten) zu werden.

Ich habe Schwierigkeiten überhaupt jemanden zu vertrauen, oder jemanden an mich ran zulassen, habe auch keine beste Freundin, die hatte ich in der Schule bis zur 3.Klasse, dann haben die Eltern und sie, die Ausreise erhalten.- wurde dann wieder verlassen, das enttäuscht.

ES ist schon verantwortungslos, wie mit uns umgegangen wurde. Ich hätte meine kleine niemals in eine Wochenkrippe gegeben, ich bin 2 Jahre zu Hause und erst dann kommt sie bis mittags in eine Krippe.


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