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Bester Freund in mich verliebt - Freundschaftspause und danach alles beim alten?

25. November 2012 um 19:40 Letzte Antwort: 13. Januar 2013 um 15:21

Hey. Meine Geschichte ist ein bischen verworren. Nur bin ich ziemlich verzweifelt und down... egal, ich schreib einfach.
Es fing damit an, dass mein bester Freund vor knapp 2 Monaten schrieb, dass er seit ein paar Wochen in mich verliebt sei. Zu der Zeit war ich noch in einer bis dahin recht glücklichen Beziehung - dachte ich. Seine Liebeserklärung verwirrte mich, ich stellt meine Beziehung infrage und verließ meinen Freund, allerdings nicht für meinen besten Freund sondern weil ich dank der Grübelei zu dem Schluss kam, dass es nicht passen würde. Mein bester Freund fasste das so auf, dass ich nun mit ihm zusammen sein wollte.
An dieser Stelle werde ich wahrscheinlich einige Vorwürfe hören, aber ich kann nur sagen, ich dachte ich würde das richtige tun: Ich kam mit ihm zusammen, weil ich ihn einerseits nicht abweisen und so verletzen wollte und andererseits weil ich dachte, ich wäre auch in ihn verliebt.
Schließlich waren wir einen Monat zusammen. Dann kam mein Ex an und brachte wieder alles durcheinander.
Kurz gesagt kam ich zu dem Schluss, dass ich meinen Ex immernoch liebe und für meinen (besten) Freund zwar Gefühle hegte, aber dass ich ihn leider immernoch nur wie einen besten Freund liebe.
Vor 2 Tagen habe ich jetzt mit ihm Schluss gemacht und hoffte, wir könnten Freunde bleiben. Mein bester Freund meinte erst, er würde es versuchen, wenn es mich glücklich macht. Doch jetzt sagte er, dass er es seelisch nicht packen würde. Er wollte sich jetzt quasi für immer verabschieden.
Aber ich bringe das einfach nicht fertig und hab ihm das Versprechen abgenommen, er solle sich bitte irgendwann wieder melden...
Wir hatten schon mal so eine Freundschaftspause, die uns auch "gut getan" hat. Nur diesmal ist es anders - er ist seit 4 Monaten in mich verliebt! Wir waren kurz zusammen.
Und obwohl ich es nie wollte habe ich ihn verletzt und ihm das Herz gebrochen.
Das schlimmste für mich ist, dass ich weiß, dass es ihm sehr schlecht geht und dass es meine Schuld ist und ich nichts dagegen tun kann, ohne ihm noch mehr weh zu tun.
Ich muss ihn jetzt in Ruhe und gehen lassen.
Ich fühl mich scheiße deswegen. Und es tut mir weh, dass ich ihn als besten Freund verloren hab, denn er ist mir immernoch sehr wichtig und ich vermisse unsere Freundschaft jetzt schon.
Bitte lasst eure Vorwürfe, die hat mir mein Ex auch gemacht, von wegen ich hätte mich mit meinem besten Freund nur getröstet oder wollte doch schon immer mit ihm in die Kiste usw. Nebeninfos: Nein, wir haben nicht miteinander geschlafen. Und nein, ich bin nicht zu meinem Ex zurück.

Meine Frage ist... Kann ich diese Freundschaft noch retten?
Wie viel zeit wird er brauchen?
Darf ich mich bei ihm melden, wenn er es nicht tut?

Danke im vorraus..

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25. November 2012 um 20:12

Gib ihm zeit...
Ich würde ihm einfach die Zeit geben, die er braucht. Wie lange das sein wird, kann ich dir nicht sagen... Das liegt an ihm.
Es wäre besser, wenn du dich mal eine zeit lang nicht bei ihm meldest...auch wenn es hart ist. Aber vielleicht hast du dann noch mal die Chance auf eine Freundschaft mit ihm. Vielleicht kommt er irgendwann einmal darüber hinweg.

Ich war mal in einer ähnlichen Situation. Kurzfassung: Hatte auch mal einen besten Freund - der sich in mich verliebt hat. Er wollte mehr - ich nicht. Ich wollte ihn nicht verlieren, da er der beste Freund war, den ich hatte..keiner verstand mich so gut wie er.. Ich merkte allerdings nicht, wie sehr ihn das alles verletzte. Er suchte meine Nähe, war immer für mich da, hoffte, dass ich mich auch irgendwann in ihn verlieben würde..doch das tat ich nicht. Und erst im Nachhinein, als unsere Freundschaft "zerbrach", merkte ich, wie weh ich ihm getan haben muss. Immer und immer wieder. Obwohl zwischen uns nie was gelaufen ist und ich ihm immer und immer wieder gesagt habe, dass er "nur" mein bester Freund ist - mehr nicht.

"Klammere" dich nicht an ihn..lass ihm seinen Freiraum, um nachzudenken und sich seiner Gefühle klar zu werden. Er muss selbst herausfinden, ob er mit dir befreundet sein kann, obwohl er in dich verliebt ist und ob er damit leben kann, dass du wohl "nie" seine feste Freundin sein wirst.
Ich glaube, es ist die Hölle - immer wieder zu hoffen, dass vielleicht mehr draus wird - aber man bleibt in der Freundschaftszone.

Lass ihm die Zeit, die er braucht. Vielleicht kann die Freundschaft gerettet werden.
Und falls nicht, denk an ihn. Denk dran, dass es ihm so vielleicht besser geht. Zumindest bis er über dich hinweg ist.

Kopf hoch!

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25. November 2012 um 22:01
In Antwort auf dada_11933780

Gib ihm zeit...
Ich würde ihm einfach die Zeit geben, die er braucht. Wie lange das sein wird, kann ich dir nicht sagen... Das liegt an ihm.
Es wäre besser, wenn du dich mal eine zeit lang nicht bei ihm meldest...auch wenn es hart ist. Aber vielleicht hast du dann noch mal die Chance auf eine Freundschaft mit ihm. Vielleicht kommt er irgendwann einmal darüber hinweg.

Ich war mal in einer ähnlichen Situation. Kurzfassung: Hatte auch mal einen besten Freund - der sich in mich verliebt hat. Er wollte mehr - ich nicht. Ich wollte ihn nicht verlieren, da er der beste Freund war, den ich hatte..keiner verstand mich so gut wie er.. Ich merkte allerdings nicht, wie sehr ihn das alles verletzte. Er suchte meine Nähe, war immer für mich da, hoffte, dass ich mich auch irgendwann in ihn verlieben würde..doch das tat ich nicht. Und erst im Nachhinein, als unsere Freundschaft "zerbrach", merkte ich, wie weh ich ihm getan haben muss. Immer und immer wieder. Obwohl zwischen uns nie was gelaufen ist und ich ihm immer und immer wieder gesagt habe, dass er "nur" mein bester Freund ist - mehr nicht.

"Klammere" dich nicht an ihn..lass ihm seinen Freiraum, um nachzudenken und sich seiner Gefühle klar zu werden. Er muss selbst herausfinden, ob er mit dir befreundet sein kann, obwohl er in dich verliebt ist und ob er damit leben kann, dass du wohl "nie" seine feste Freundin sein wirst.
Ich glaube, es ist die Hölle - immer wieder zu hoffen, dass vielleicht mehr draus wird - aber man bleibt in der Freundschaftszone.

Lass ihm die Zeit, die er braucht. Vielleicht kann die Freundschaft gerettet werden.
Und falls nicht, denk an ihn. Denk dran, dass es ihm so vielleicht besser geht. Zumindest bis er über dich hinweg ist.

Kopf hoch!

Danke
für dein Antwort.
Deine Situation von damals hört sich für mich sehr bekannt an...
Es ist alles nur noch ein großer Scherbenhaufen.. ich klammere mich gerade wirklich sehr an ihn, aber eben weil ich daran denke, dass ich diejenige bin, die ihn so leiden lässt und das macht mich so wütend auf mich selbst und so traurig, weil ich diese wundervolle Freundschaft zerstört habe...
Er war so verständnisvoll, als ich schluss gemacht habe und hat gesagt, dass es auch für ihn eine großartige Zeit war, seitdem wir uns kennengelernt haben... und als er danach gleich sagte, ich solle wissen, dass er immer an mich denkt, auch wenn wir uns nicht mehr sehen, da wurde ich so unfassbar traurig..
Es hat einfach etwas von einen Abschied für immer, obwohl wir beide diese Freundschaft mehr geschätzt haben als alles andere...
Es tut so weh ihn jetzt los zu lassen und ihn mit dem Schmerz allein zu lassen...
Was, wenn er sich nicht mehr meldet, überleg ich mir grade immer... ich würde das nicht ertragen.
Klar verstehe ich, dass er Zeit braucht, um seine Gefühle für mich iwie zu vergessen... ich hab einfach Angst, dass er daran zu Bruch geht oder dass er keine Freundschaft mehr mit mir haben kann/will...
Tut mir leid, dass ich mich wiederhole, aber es fühlt sich einfach alles so schmerzhaft an..

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25. November 2012 um 22:10

Das wird wieder
Lass ihm Zeit, die braucht er jetzt.

Danach kann die Freundschaft weiter gehen, weil ihr euch wichtig seid!

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25. November 2012 um 22:49
In Antwort auf bice_11877034

Danke
für dein Antwort.
Deine Situation von damals hört sich für mich sehr bekannt an...
Es ist alles nur noch ein großer Scherbenhaufen.. ich klammere mich gerade wirklich sehr an ihn, aber eben weil ich daran denke, dass ich diejenige bin, die ihn so leiden lässt und das macht mich so wütend auf mich selbst und so traurig, weil ich diese wundervolle Freundschaft zerstört habe...
Er war so verständnisvoll, als ich schluss gemacht habe und hat gesagt, dass es auch für ihn eine großartige Zeit war, seitdem wir uns kennengelernt haben... und als er danach gleich sagte, ich solle wissen, dass er immer an mich denkt, auch wenn wir uns nicht mehr sehen, da wurde ich so unfassbar traurig..
Es hat einfach etwas von einen Abschied für immer, obwohl wir beide diese Freundschaft mehr geschätzt haben als alles andere...
Es tut so weh ihn jetzt los zu lassen und ihn mit dem Schmerz allein zu lassen...
Was, wenn er sich nicht mehr meldet, überleg ich mir grade immer... ich würde das nicht ertragen.
Klar verstehe ich, dass er Zeit braucht, um seine Gefühle für mich iwie zu vergessen... ich hab einfach Angst, dass er daran zu Bruch geht oder dass er keine Freundschaft mehr mit mir haben kann/will...
Tut mir leid, dass ich mich wiederhole, aber es fühlt sich einfach alles so schmerzhaft an..

Ich kann dich sehr gut verstehen!
Oh mann, das tut mir wirklich sehr leid für dich! Ich weiß, wie sich das anfühlt!
Ich mache mir heute sogar noch Vorwürfe deswegen, obwohl schon so um die 8 Jahre vergangen sind, seit unsere Freundschaft mehr oder weniger in die Brüche ging.. Aber das sollte man nicht! Du darfst dir wirklich keine Vorwürfe machen.. Du kannst nichts dafür, dass er sich in dich verliebt hat.
Du warst verwirrt, hast dir wahrscheinlich gewünscht ihn lieben zu können (so wie er dich liebt) - hast es mit ihm versucht und gemerkt, dass da wirklich nur freundschaft ist.. Du hast nichts falsch gemacht! Du hast so gehandelt, wie du es in dem Moment für richtig empfunden hast.. Und das ist gut.
Ich kann mir vorstellen, dass du jetzt gerne für ihn da wärst aber glaub mir - du bist die Letzte, die ihm jetzt helfen kann!
Er muss los kommen von dir, dann kann die Freundschaft weiter gehen.

Ich hoffe, dass es klappt! Dass ihr wieder zu einander findet!

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12. Januar 2013 um 10:50

Gib ihm Zeit.

Dein Beitrag ist ja schon etwas älter, aber ich schreibe jetzt trotzdem einen Kommentar dazu. Vor einigen Jahren war ich in derselben Situation, nur auf der "anderen" Seite: ich war mit einer Frau sehr gut platonisch befreundet und mußte irgendwann feststellen, daß ich mich mehr für sie interessierte als gut war. Wir haben uns dann darauf geeinigt, mal eine Weile den Kontakt ruhen zu lassen und dann zu sehen, wie es sich entwickelt.

Erlaube mir, ein wenig auszuholen und mit der Frage anzufangen, wie sowas zustandekommt. Wie andere Freundschaften entsteht auch eine zwischen Mann und Frau dadurch, daß man sich einfach gut versteht, die Gegenwart des anderen, gemeinsame Unternehmungen und die Gespräche schätzt. Man schätzt sich also als Mensch, nicht aber als Person des anderen Geschlechts. So weit, so gut. Solange es so bleibt, funktioniert es auch super. Nun entwickelt sich eine Freundschaft aber über die Zeit weiter, und hier liegt der Hund begraben. Bei einer Freundschaft zwischen gleichgeschlechtlichen Leuten (oder auch Leuten unterschiedlichen Geschlechts, die sich aber nicht für die andere Seite interessieren) bleibt idealerweise alles beim alten und man unternimmt mal mehr, mal weniger zusammen, oder aber man versteht sich irgendwann aus beliebigen Gründen nicht mehr so gut, streitet sich, und irgendwann denkt man "Was für ein Trottel" und geht seiner eigenen Wege. Und damit ist es dann auch gut. Die Gefahr, daß man sich zu gut versteht, besteht dagegen eher nicht.

Wenn nun aber ein heterosexueller Mann mit einer heterosexuellen Frau befreundet ist, ist es komplizierter. Man findet sich gegenseitig durchaus interessant und versteht sich gut, sonst wäre man ja auch nicht befreundet. Aber eine gewisse Grenze muß gezogen werden, und so einigt man sich eben darauf, daß man nur platonisch, nicht aber körperlich befreundet ist. Dafür braucht es nun aber ein gehöriges Maß an Selbstkontrolle, einerseits um eines selbst willen, damit die Beziehung nicht zu eng wird, andererseits aber auch, um nicht beim eigenen und anderen Beziehungspartner Eifersucht auszulösen und Schaden anzurichten. Es ist in der Tat leichter, eine Freundschaft zum anderen Geschlecht zu haben, wenn beide in einer gesunden Beziehung sind und die jeweiligen Partner das akzeptieren oder besser auch eingebunden sind. Aber das nur am Rande.

Natürlich kann eine Freundschaft zwischen Mann und Frau in die Richtung kippen, daß man sich einfach auseinanderlebt oder verkracht, wie oben skizziert. Aber sie kann eben auch in die andere Richtung kippen, wenn bei einem der beiden die Selbstkontrolle brüchig wird und man sich nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Frau (oder den Mann) zu interessieren anfängt. Das muß nicht mal absichtlich sein; es kann auch einfach unwillkürlich passieren. Und dann wird es schwierig, weil das eben die Grundlagen der bisherigen Freundschaft erschüttert und für sich genommen schon eine Art Vertrauensbruch darstellt. Dieser potentielle Vertrauensbruch steht mMn. auch hinter den vielen anderen Beiträgen hier, in dem es darum geht, gewisse Äußerungen des anderen zu interpretieren. Man vertraut darauf, daß der andere die Freundschaft genauso nur als Freundschaft sieht und hat deswegen feinfühlige Antennen aufgestellt, um eventuelle Abweichungen zu spüren. Etwas zynisch betrachtet ist eine normale, gleichgeschlechtliche Freundschaft also wie ein Wandern am Abgrund, während eine solche zwischen Mann und Frau ein Hochseilakt ist.

Aber nun sei es soweit, daß einer mehr von der Freundschaft will als der andere. Eine Aussprache ist zwar hart, aber man sollte schon mit offenen Karten spielen, um die Freundschaft nicht noch mehr zu belasten; der Vertrauensbruch ist um so größer, wenn man nicht ehrlich zueinander ist. Die Freundschaft dann ruhen zu lassen, damit beide sich erstmal wieder sortieren können, ist eine gute Option. Vor allem jedoch braucht es Zeit; viel Zeit. Und Gespräche mit dem Freund/der Freundin über die Situation richten in der Zeit eher mehr Schaden an als daß sie helfen. Das größte Problem ist, daß die Freundschaft nicht an Streit gelitten hat, sondern paradoxerweise an zu viel Zuneigung. Das wiederum macht es unmöglich, den anderen einfach als Idioten abzutun. Man schätzt ja den Menschen nach wie vor, aber man kann einem anderen Menschen genausowenig böse sein, weil er sich in einen verliebt hat, wie man ihn kritisieren kann, weil er sich eben nicht verliebt hat. Wenn man ehrlich ist, kann man vom anderen nicht mal enttäuscht sein, weil es eigentlich eine nicht rechtzeitig bemerkte Selbsttäuschung war, aus der die ganze Geschichte entstanden ist: man hat meist einfach Signale vom anderen falsch interpretiert und ist dann auf einen abschüssigen Pfad geraten, an dessen Ende dann das bekannte Ergebnis stand. Nur - diese Geschichte muß man selber überdenken und philosophisch verarbeiten, und dazu ist Distanz vonnöten.

An deiner Stelle würde ich ihm also Zeit geben und ihn fürs erste in Ruhe lassen, wie auch meine Vorrednerin schon sehr treffend geschrieben hat. Es ist für ihn sicher nicht leicht (genauso wie für dich), aber du hilfst ihm am meisten, wenn du ihm nicht zu helfen versuchst. Die Zeit heilt alle Wunden; irgendwann ist die Erinnerung nur noch wie eine alte Narbe, die gelegentlich noch etwas schmerzt, und noch etwas später ist es dann auch soweit, daß man sich erinnert, mal eine beste Freundin/einen besten Freund gehabt zu haben, ohne den/die man nicht der Mensch wäre, der man heute ist; man wünscht ihm/ihr nach wie vor nur das beste, aber lebt ansonsten sein eigenes Leben.

Wenn du noch Interesse an ihm hast, kannst du ihn aus sicherer Entfernung (z. B. über gemeinsame Bekannte) als Zuschauer begleiten und dir berichten lassen. Wenn du den sicheren Eindruck hast, daß er sich wieder gefangen hat, könntest du vielleicht mal einen Versuchsballon steigen lassen. Schreib ihm zum Beispiel eine einfache Glückwunschkarte zum Geburtstag, damit er sieht, daß du ihn nicht vergessen hast, und überlasse es ihm dann, ob er darauf reagieren möchte oder nicht.

Ich wünsche dir genau wie meine Vorrednerin, daß ihr wieder einen Weg zueinander findet.

tl;dr:

Es ist kompliziert. Gib ihm genug Zeit und wenn du magst, nimm dann wieder ganz vorsichtig den Kontakt auf.

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13. Januar 2013 um 15:21
In Antwort auf hervi_12074812

Gib ihm Zeit.

Dein Beitrag ist ja schon etwas älter, aber ich schreibe jetzt trotzdem einen Kommentar dazu. Vor einigen Jahren war ich in derselben Situation, nur auf der "anderen" Seite: ich war mit einer Frau sehr gut platonisch befreundet und mußte irgendwann feststellen, daß ich mich mehr für sie interessierte als gut war. Wir haben uns dann darauf geeinigt, mal eine Weile den Kontakt ruhen zu lassen und dann zu sehen, wie es sich entwickelt.

Erlaube mir, ein wenig auszuholen und mit der Frage anzufangen, wie sowas zustandekommt. Wie andere Freundschaften entsteht auch eine zwischen Mann und Frau dadurch, daß man sich einfach gut versteht, die Gegenwart des anderen, gemeinsame Unternehmungen und die Gespräche schätzt. Man schätzt sich also als Mensch, nicht aber als Person des anderen Geschlechts. So weit, so gut. Solange es so bleibt, funktioniert es auch super. Nun entwickelt sich eine Freundschaft aber über die Zeit weiter, und hier liegt der Hund begraben. Bei einer Freundschaft zwischen gleichgeschlechtlichen Leuten (oder auch Leuten unterschiedlichen Geschlechts, die sich aber nicht für die andere Seite interessieren) bleibt idealerweise alles beim alten und man unternimmt mal mehr, mal weniger zusammen, oder aber man versteht sich irgendwann aus beliebigen Gründen nicht mehr so gut, streitet sich, und irgendwann denkt man "Was für ein Trottel" und geht seiner eigenen Wege. Und damit ist es dann auch gut. Die Gefahr, daß man sich zu gut versteht, besteht dagegen eher nicht.

Wenn nun aber ein heterosexueller Mann mit einer heterosexuellen Frau befreundet ist, ist es komplizierter. Man findet sich gegenseitig durchaus interessant und versteht sich gut, sonst wäre man ja auch nicht befreundet. Aber eine gewisse Grenze muß gezogen werden, und so einigt man sich eben darauf, daß man nur platonisch, nicht aber körperlich befreundet ist. Dafür braucht es nun aber ein gehöriges Maß an Selbstkontrolle, einerseits um eines selbst willen, damit die Beziehung nicht zu eng wird, andererseits aber auch, um nicht beim eigenen und anderen Beziehungspartner Eifersucht auszulösen und Schaden anzurichten. Es ist in der Tat leichter, eine Freundschaft zum anderen Geschlecht zu haben, wenn beide in einer gesunden Beziehung sind und die jeweiligen Partner das akzeptieren oder besser auch eingebunden sind. Aber das nur am Rande.

Natürlich kann eine Freundschaft zwischen Mann und Frau in die Richtung kippen, daß man sich einfach auseinanderlebt oder verkracht, wie oben skizziert. Aber sie kann eben auch in die andere Richtung kippen, wenn bei einem der beiden die Selbstkontrolle brüchig wird und man sich nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Frau (oder den Mann) zu interessieren anfängt. Das muß nicht mal absichtlich sein; es kann auch einfach unwillkürlich passieren. Und dann wird es schwierig, weil das eben die Grundlagen der bisherigen Freundschaft erschüttert und für sich genommen schon eine Art Vertrauensbruch darstellt. Dieser potentielle Vertrauensbruch steht mMn. auch hinter den vielen anderen Beiträgen hier, in dem es darum geht, gewisse Äußerungen des anderen zu interpretieren. Man vertraut darauf, daß der andere die Freundschaft genauso nur als Freundschaft sieht und hat deswegen feinfühlige Antennen aufgestellt, um eventuelle Abweichungen zu spüren. Etwas zynisch betrachtet ist eine normale, gleichgeschlechtliche Freundschaft also wie ein Wandern am Abgrund, während eine solche zwischen Mann und Frau ein Hochseilakt ist.

Aber nun sei es soweit, daß einer mehr von der Freundschaft will als der andere. Eine Aussprache ist zwar hart, aber man sollte schon mit offenen Karten spielen, um die Freundschaft nicht noch mehr zu belasten; der Vertrauensbruch ist um so größer, wenn man nicht ehrlich zueinander ist. Die Freundschaft dann ruhen zu lassen, damit beide sich erstmal wieder sortieren können, ist eine gute Option. Vor allem jedoch braucht es Zeit; viel Zeit. Und Gespräche mit dem Freund/der Freundin über die Situation richten in der Zeit eher mehr Schaden an als daß sie helfen. Das größte Problem ist, daß die Freundschaft nicht an Streit gelitten hat, sondern paradoxerweise an zu viel Zuneigung. Das wiederum macht es unmöglich, den anderen einfach als Idioten abzutun. Man schätzt ja den Menschen nach wie vor, aber man kann einem anderen Menschen genausowenig böse sein, weil er sich in einen verliebt hat, wie man ihn kritisieren kann, weil er sich eben nicht verliebt hat. Wenn man ehrlich ist, kann man vom anderen nicht mal enttäuscht sein, weil es eigentlich eine nicht rechtzeitig bemerkte Selbsttäuschung war, aus der die ganze Geschichte entstanden ist: man hat meist einfach Signale vom anderen falsch interpretiert und ist dann auf einen abschüssigen Pfad geraten, an dessen Ende dann das bekannte Ergebnis stand. Nur - diese Geschichte muß man selber überdenken und philosophisch verarbeiten, und dazu ist Distanz vonnöten.

An deiner Stelle würde ich ihm also Zeit geben und ihn fürs erste in Ruhe lassen, wie auch meine Vorrednerin schon sehr treffend geschrieben hat. Es ist für ihn sicher nicht leicht (genauso wie für dich), aber du hilfst ihm am meisten, wenn du ihm nicht zu helfen versuchst. Die Zeit heilt alle Wunden; irgendwann ist die Erinnerung nur noch wie eine alte Narbe, die gelegentlich noch etwas schmerzt, und noch etwas später ist es dann auch soweit, daß man sich erinnert, mal eine beste Freundin/einen besten Freund gehabt zu haben, ohne den/die man nicht der Mensch wäre, der man heute ist; man wünscht ihm/ihr nach wie vor nur das beste, aber lebt ansonsten sein eigenes Leben.

Wenn du noch Interesse an ihm hast, kannst du ihn aus sicherer Entfernung (z. B. über gemeinsame Bekannte) als Zuschauer begleiten und dir berichten lassen. Wenn du den sicheren Eindruck hast, daß er sich wieder gefangen hat, könntest du vielleicht mal einen Versuchsballon steigen lassen. Schreib ihm zum Beispiel eine einfache Glückwunschkarte zum Geburtstag, damit er sieht, daß du ihn nicht vergessen hast, und überlasse es ihm dann, ob er darauf reagieren möchte oder nicht.

Ich wünsche dir genau wie meine Vorrednerin, daß ihr wieder einen Weg zueinander findet.

tl;dr:

Es ist kompliziert. Gib ihm genug Zeit und wenn du magst, nimm dann wieder ganz vorsichtig den Kontakt auf.


Vielen Dank für deine Antwort, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.
Es stimmt schon, wenn man als Frau einen besten Freund hat, kann man nicht behaupten, dass es nur platonisch ist, denn immerhin muss man etwas an ihm finden, sonst wäre man auch nicht mit ihm befreundet. Man ist sich sympathisch, versteht sich super und kann gut mit dem Anderen seine Zeit verbringen. Doch das entwickelt sich weiter und irgendwann stellt man fest: Wenn ich mich so gut mit ihm verstehe und gerne was mit ihm unternehme... ist das dann nicht mehr als Freundschaft? Für mich wars immer klar: Nein. Zumindest solange ich in einer Beziehung war.
Mein Beitrag ist fast 2 Monate alt, hier also eine Aktualisierung:
Ich konnte nicht lange ohne ihn. Es hat mir einfach das Herz zerrissen, dass er so leidet und ich habe ihn schrecklich vermisst. Dadurch habe ich gemerkt, dass ich ihn wohl doch mehr lieben muss als man seinen besten Freund mag.
Kurzum, ich habe ihn darum gebeten mit mir zu reden, wir haben unsere zweite Chance bekommen und ich bereuhe es nicht, es war eher das Beste, was mir passieren konnte.
Eine Beziehung mit dem besten Freund zu führen ist einfach perfekt. Man kennt sich, versteht sich, hat viel zusammen erlebt, hier kommen beide Komponente einer Beziehung zusammen: Freundschaft und Liebe. Ich finde es ideal und es passt einfach alles.

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