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Beste Schweigermudda

10. März 2018 um 21:21

Hallo Zusammen,

aufgrund persönlicher Ereignisse der letzten Jahre und der Suche nach gleichlautenden Berichten stoße ich im Netz immer wieder auf teils grauenhafte Berichte bzgl. Schwiegermüttern.

Ich wurde in den letzten Jahren
..vom Exmann nach Strich und Faden emotional und finanziell verarscht....
.....nach furchtbarem Kampf geschieden...
..von meinen Eltern aus dem Nichts heraus verstoßen - visuell ausgelöscht  - und war für sie nicht mehr existent..
... und habe meinen Bruder im letzten Jahr durch einen grauenhaften Unfall verloren..

Mehrmals stand ich in meiner schlimmsten Phase nach der Wahl meiner möglichen Todesart - Sturz von der Brücke/ EINE Entscheidung ohne zurück  - auf Selbiger, um die "perfekte" Uhrzeit für den Sprung herauszufinden.......viel Verkehr, also nachts zwischen den Schichtwechseln, da sollte nichts schiefgehen....und dann.......ging es aufwärts...
Nach einer mehrjährigen psychlogischen Einzeltherapie bin ich nun - auch mit der Unterstützung und dem Verständnis meines 2. Ehemannes - auf einem richtig guten Wege.

Mein 2. Mann hat  eine Mutter, die in mir nicht nur KEINE Bedrohung sieht, sondern sich für die Wahl seines Sohnes auch von Herzen freut.

Die Zurückweisung durch meine Eltern darf ich mit ihr besprechen; als mein Bruder durch diesen grauenhaften Tod entrissen wurde rannte ich in ihre Arme und sie hielt mich fest, stand mir bei, hatte einfach die Menschlichkeit mich zu halten und zu trösten.

SIe ist eine Mutter, wir ich sie mir wünschen würde.

Ich koche richtig gut, aber gegen meine Schwiegermudda bin ich kochtechnisch ein Stein. SIE schafft es, jede Mahlzeit in ein Vergnügen zu verwandeln, OHNE mich herabzusetzen. Sie hat einfach ein goldenes Händchen, ohne es mir unter die Nase zu reiben.

Sie, die für mich perfekte Köchin, bittet mich nach einem Essen bei uns um das Rezept, oder um eine Tupperdose, damit sie die Reste mitnehmen kann.

Habe ich Sorgen. oder sehe nur betrübt aus, bietet sie sich zum reden an. Ich muss aber nicht, es ist nur ein Angebot. Bin ich mal in mich gekehrt, oder verschlossen, Sie akzeptiert es.

MEINE Schwiegermudda ist mein Leuchttum, der Ort, an den ich gehen kann.
Sie ist dankbar, daß ihr Sohn einen Menschen fand, der ihn liebt.
Da gibt es keine Konkurrenz. Wenn uns gegenseitg etwas stört, dann wird es zur Sprache gebracht und geklärt.

ich wuchs in einer agressiven Familie auf und bin mehr als erstaunt, daß es auch anders geht. Nicht, daß wir stets mit Engelszungen reden oder nicht zu unseren Meinungen und Bedürfnissen stehen. Es ist alles respektvoll und ausgeglichen, eine für mich völlig andere Erfahrung.

Sie ist nun Mitte 70  und wir werden so bald als möglich einen gemeinsamen Urlaub verbringen. Ich nehme sie häufig dankbar in den Arm.

Ein Lob an meine Schwiegermudda und ein großes DANKE.


 

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