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"Bei Geld hört die Freundschaft auf!"

11. Juli 2012 um 13:17

Vor längerer Zeit habe ich einem sehr guten Freund Geld geliehen, da er in einer Notlage war. Er hätte es schon lange zurückzahlen müssen, tut es aber nicht, und macht auch keine Anstalten daran etwas zu ändern. In meinem Umfeld hörte ich aus diesem Anlaß in den letzten Tagen oft den Spruch: 'Bei Geld hört die Freundschaft auf!'
Etwas, was jeder weiß, dem jeder zustimmt und auch etwas, was die meisten schon einmal selber erleben mußten, oder bei anderen mitbekommen haben.
Komisch ist nur, das jeder, egal wen man fragt, damit von allen anderen spricht, aber von sich selbst natürlich nicht!
Stellt man die Frage: "Ach so, bei Geld hört also die Freundschaft auf? Ist das auch bei dir so?", dann wird einem aus vollster Überzeugung geantwortet, das man selbst natürlich nicht so ist, man selbst würde den besten Freund/-in, Lebensgefährten/-in oder Familienmitglieder nicht betrügen, belügen o.ä., wegen Geld.
Da stellt sich doch die Frage, wo all diejenigen sind, bei denen es so ist?!
Wie ist das bei euch? Hört bei euch auch die Freundschaft bei Geld auf?

LG,
asger

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12. Juli 2012 um 10:22

Sehe ich nicht so
Meine Freunde kann ich an einer Hand abzählen und denen würde ich in einer Notsituation meinen letzten Euro geben.
Aber es gibt auch so Exemplare, die zwar immer Geld brauchen, denen man aber hinterherlaufen muss... bspw. mein Bruder. Der bekommt von mir nie mehr als 20, weil ich genau weiß, dass ich Ewigkeiten drauf warten muss. Meine Schwester hingegen gibt alles auf den Cent genau zurück und zwar ohne Nachfrage.

Man könnte auch sagen: Wenns um Geld geht, erkennt man echte Freunde!

Geld verdirbt leider bei vielen den Charakter...

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12. Juli 2012 um 10:51
In Antwort auf alis_12537800

Sehe ich nicht so
Meine Freunde kann ich an einer Hand abzählen und denen würde ich in einer Notsituation meinen letzten Euro geben.
Aber es gibt auch so Exemplare, die zwar immer Geld brauchen, denen man aber hinterherlaufen muss... bspw. mein Bruder. Der bekommt von mir nie mehr als 20, weil ich genau weiß, dass ich Ewigkeiten drauf warten muss. Meine Schwester hingegen gibt alles auf den Cent genau zurück und zwar ohne Nachfrage.

Man könnte auch sagen: Wenns um Geld geht, erkennt man echte Freunde!

Geld verdirbt leider bei vielen den Charakter...

Das...
... finde ich sehr treffend!

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12. Juli 2012 um 16:15

Ja, da hört die Freundschaft auf - und Bekanntschaft auch
Geld annehmen, leihen, große Geschenke usw. verpflichten immer - weit über den Geldbetrag hinaus. Ich würde mir nie von Bekannten oder gar Freunden Geld leihen - dann lieber Zinsen zahlen, pünktlich zum Termin zahlen müssen und einen Bankkredit aufnehmen - aber wenigstens klare Verhältnisse und keine Spekulationen und sonstiges, was man "im Bekanntenkreis so redet" oder an "Sprüchen" zum Besten gibt!

Bekannten leihe ich Geld nur unter 100 Euro - da spielt es nicht wirklich eine Rolle, ob ich es zurückkriege oder nicht. Als es mir finanziell nicht so gut ging, waren es entsprechend unter 10 Euro.

Ein Freund ist für mich etwas überaus besonderes. Ich bin 37, in der ganzen Zeit habe ich nur 4 Menschen "Freund" genannt. Denen schenke ich auch eine 4stellige Summe, wenn diese sie brauchen und ich ohne irgendwie klar komme. D.h. natürlich indem ich über mehr als 6 Monate selbst auf alles nicht unumgängliche verzichte, ich verdiene gut, aber reich bin ich nicht. Aber das ist ein Freund mir völlig diskussionlos wert.

Kurz: ich nehme nicht, was über das Geld hinaus belastet und ich gebe nicht, was ich nicht geben will.
Damit belastet Geld weder Freundschaft noch Bekanntschaft noch mich.

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13. Juli 2012 um 8:17
In Antwort auf alis_12537800

Sehe ich nicht so
Meine Freunde kann ich an einer Hand abzählen und denen würde ich in einer Notsituation meinen letzten Euro geben.
Aber es gibt auch so Exemplare, die zwar immer Geld brauchen, denen man aber hinterherlaufen muss... bspw. mein Bruder. Der bekommt von mir nie mehr als 20, weil ich genau weiß, dass ich Ewigkeiten drauf warten muss. Meine Schwester hingegen gibt alles auf den Cent genau zurück und zwar ohne Nachfrage.

Man könnte auch sagen: Wenns um Geld geht, erkennt man echte Freunde!

Geld verdirbt leider bei vielen den Charakter...

Ist es nicht eher so,
dass der Charakter das Verhältnis zum Geld bestimmt, als dass das Geld den Charakter verdirbt?

Menschen, die mir geliehenes Geld ohne Nachfrage auf den Cent genau zurückgeben - denen würde ich wahrscheinlich keines leihen.
Natürlich ist es toll, das Geld zurück zu bekommen, auf dass ich es selbst ausgeben oder sparen kann.

Aber mit den Menschen selbst komme ich höchstwahrscheinlich nicht klar, weil diese einen völlig anderen Charakter haben als ich selbst. Mit vorbildlichen, artigen und korrekten Mamis liebsten Schwiedersöhnen / -töchtern kann (und will) ich nichts anfangen.
Die Menschen, die mich näher interessieren, sind in der Regel Paradiesvögel oder auf Ihre eigene Art Freaks wie ich. Die haben i.d.R. nicht diese Wertvorstellungen - ja, be it. Das ist es mir wert und ich muß doch nicht hergeben, was ich nicht hergeben möchte.

Wenn es um Geld geht, erkennt man echte Freunde?
Nein, man erkennt nur die Menschen, denen das gleiche wichtig ist, wie einem selbst.
Es ist natürlich schöner, wenn das Geld, was ich verleihe, wieder zu mir zurückfindet, aber *wichtig* sind für mich ganz andere Dinge.

Für mich gilt: "Ein Freund ist jemand, der Dich mag, obwohl er Dich kennt". Ein Freund ist jemand, in dessen Gegenwart ich mich wohl fühle, mit dem Zusammen zu sein ich genieße, der mir neue Impulse gibt, der mich so akzeptiert, wie ich bin und zwar bedingungslos, auch wenn er natürlich nicht alle meine Vorstellungen teilt - aber ganz sicher nicht jemand, der mir geliehenes Geld zurückzahlt

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14. Juli 2012 um 19:26
In Antwort auf avarrassterne

Ist es nicht eher so,
dass der Charakter das Verhältnis zum Geld bestimmt, als dass das Geld den Charakter verdirbt?

Menschen, die mir geliehenes Geld ohne Nachfrage auf den Cent genau zurückgeben - denen würde ich wahrscheinlich keines leihen.
Natürlich ist es toll, das Geld zurück zu bekommen, auf dass ich es selbst ausgeben oder sparen kann.

Aber mit den Menschen selbst komme ich höchstwahrscheinlich nicht klar, weil diese einen völlig anderen Charakter haben als ich selbst. Mit vorbildlichen, artigen und korrekten Mamis liebsten Schwiedersöhnen / -töchtern kann (und will) ich nichts anfangen.
Die Menschen, die mich näher interessieren, sind in der Regel Paradiesvögel oder auf Ihre eigene Art Freaks wie ich. Die haben i.d.R. nicht diese Wertvorstellungen - ja, be it. Das ist es mir wert und ich muß doch nicht hergeben, was ich nicht hergeben möchte.

Wenn es um Geld geht, erkennt man echte Freunde?
Nein, man erkennt nur die Menschen, denen das gleiche wichtig ist, wie einem selbst.
Es ist natürlich schöner, wenn das Geld, was ich verleihe, wieder zu mir zurückfindet, aber *wichtig* sind für mich ganz andere Dinge.

Für mich gilt: "Ein Freund ist jemand, der Dich mag, obwohl er Dich kennt". Ein Freund ist jemand, in dessen Gegenwart ich mich wohl fühle, mit dem Zusammen zu sein ich genieße, der mir neue Impulse gibt, der mich so akzeptiert, wie ich bin und zwar bedingungslos, auch wenn er natürlich nicht alle meine Vorstellungen teilt - aber ganz sicher nicht jemand, der mir geliehenes Geld zurückzahlt

Na gut, da sieht man wieder wie verschieden Menschen doch sind!
Für mich ist es eine Form von Ehrlichkeit, Geld oder Geliehenes auch wieder zurückzugeben.
Ich verschenke auch gerne und würde niemals bei einem Freund, dem es wirklich schlecht geht, auf eine Rückzahlung bestehen. Und ich rede hier auch nicht über kleine Beträge wie 10 oder 20. Aber bei größeren Beträgen würde ich mir veräppelt vorkommen, wenn ich es nie wiedersehe. Das ist doch ein Stück des Charakters, so zu handeln.
Ich würde jedem meiner Freunde mein letztes Hemd geben aber da ich in Verhältnissen aufgewachsen bin, wo Geld immer knapp und praktisch nie vorhanden war, sitzt es auch jetzt noch nicht soooo locker, dass ich damit um mich schmeißen könnte (bin noch Studentin).
Um so zu handeln wie Du, muss halt auch Geld in ausreichnden Summen vorhanden sein. Ich kann niemandem 200 schenken, weil ich dann den Rest des Monats nichts mehr zu essen kaufen könnte.

Aber so hat jeder seine Sicht der Dinge. Aber Ehrlichkeit hat nichts damit zu tun, ob man einen bunten Charater hat.

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16. Juli 2012 um 8:28
In Antwort auf alis_12537800

Na gut, da sieht man wieder wie verschieden Menschen doch sind!
Für mich ist es eine Form von Ehrlichkeit, Geld oder Geliehenes auch wieder zurückzugeben.
Ich verschenke auch gerne und würde niemals bei einem Freund, dem es wirklich schlecht geht, auf eine Rückzahlung bestehen. Und ich rede hier auch nicht über kleine Beträge wie 10 oder 20. Aber bei größeren Beträgen würde ich mir veräppelt vorkommen, wenn ich es nie wiedersehe. Das ist doch ein Stück des Charakters, so zu handeln.
Ich würde jedem meiner Freunde mein letztes Hemd geben aber da ich in Verhältnissen aufgewachsen bin, wo Geld immer knapp und praktisch nie vorhanden war, sitzt es auch jetzt noch nicht soooo locker, dass ich damit um mich schmeißen könnte (bin noch Studentin).
Um so zu handeln wie Du, muss halt auch Geld in ausreichnden Summen vorhanden sein. Ich kann niemandem 200 schenken, weil ich dann den Rest des Monats nichts mehr zu essen kaufen könnte.

Aber so hat jeder seine Sicht der Dinge. Aber Ehrlichkeit hat nichts damit zu tun, ob man einen bunten Charater hat.

Das ist keine Schönwettermeinung sondern meine Einstellung dazu!
zunächst an Dich und hafeezah:
Es ist nicht so, dass ich knappes Geld nicht kenne. Dieses Einkommen habe ich jetzt seit 3 Jahren. Davor war die Studienzeit, Praktika, die teils mehr oder minder unbezahlt waren, also einige Jahre mit "Existenzminimun" und darunter ca. 18 Monate, wo mein Budget für Essen und Trinken pro Woche bei 12 DM pro Woche lag. Ich nehme an, das zählt für Euch noch unter "Geld knapp" und "nichts zu verschenken"?
Da bin ich mit dem Thema kein bißchen anders umgegangen - die Höhe der Geldbeträge, die ich geben konnte war nur anders. Da bin ich eben für einige Wochen von 12 Geld für Nahrungsmittel auf 8 oder 9 runter. War dann eben buchstäblich (Leitungs-) Wasser und Brot. Ging schon irgendwie. Es ist ja auch nicht so, dass ich jedem Geld leihen / geben würde. Die Anzahl der möglichen Personen ist jederzeit an den Fingern, meist an einer Hand abzählbar. Aber mit denen teile ich, was ich habe, sei es reichlich oder knapp.

Ich habe auch nicht gesagt, dass ich das für das einzig richtige halte. Es ist einfach nur *mein* Weg. - Thema war doch "Wie ist das bei Euch?" - Ja, so ist es bei mir! Tut mir ja leid, wenn ich die "falsche" Meinung habe, hafeezah ^^ (Ok, ist gelogen, es tut mir nicht leid.)

Für mich sind andere Dinge unglaublich viel wichtiger, dem Thema einen so hohen Stellenwert einzuräumen ist für mich ebenso undenkbar wie für Euch die Vorstellung, dass ich es besser aber nicht unbedingte Voraussetzung finde, Geld zurück zu erhalten. Dass Ihr das von meinem derzeitigen Einkommen abhängig macht, ist bezeichnend, aber falsch.

Mir ist schon klar, dass viele das anders sehen. Wie schon gesagt: von denen würde ich mir kein Geld leihen. Auch nicht, wenn es auf dem Konto liegt und ich Geld + EC Karte nicht dabei habe. Auch nicht die 50CT für den Kaffeeautomaten, wenn ich nur einen 10 Euro - Schein einstecken habe. Auch nicht am 30. des Monats 50 , wenn am ersten das Geld auf dem Konto ist.
Nicht weil ich es nicht zurückgeben kann / will / werde, sondern weil da immer viel mehr dran hängt.

Weil es regelmäßig auf das Gleiche hinausläuft: auch keine Gefälligkeiten und keine Geschenke. Wenn ich jemandem beim Umzug helfe, heißt das nicht, dass ich erwarte, dass derjenige bei mir in der Türe steht, wenn ich die Wohnung reservieren möchte.
Ihr würdet das aber sehr wohl erwarten. Danke, da ist es mir lieber, ich mach den Umzug allein und kann in Zukunft weiter selbst entscheiden, wem ich wann und wobei helfe.

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16. Juli 2012 um 8:45
In Antwort auf avarrassterne

Das ist keine Schönwettermeinung sondern meine Einstellung dazu!
zunächst an Dich und hafeezah:
Es ist nicht so, dass ich knappes Geld nicht kenne. Dieses Einkommen habe ich jetzt seit 3 Jahren. Davor war die Studienzeit, Praktika, die teils mehr oder minder unbezahlt waren, also einige Jahre mit "Existenzminimun" und darunter ca. 18 Monate, wo mein Budget für Essen und Trinken pro Woche bei 12 DM pro Woche lag. Ich nehme an, das zählt für Euch noch unter "Geld knapp" und "nichts zu verschenken"?
Da bin ich mit dem Thema kein bißchen anders umgegangen - die Höhe der Geldbeträge, die ich geben konnte war nur anders. Da bin ich eben für einige Wochen von 12 Geld für Nahrungsmittel auf 8 oder 9 runter. War dann eben buchstäblich (Leitungs-) Wasser und Brot. Ging schon irgendwie. Es ist ja auch nicht so, dass ich jedem Geld leihen / geben würde. Die Anzahl der möglichen Personen ist jederzeit an den Fingern, meist an einer Hand abzählbar. Aber mit denen teile ich, was ich habe, sei es reichlich oder knapp.

Ich habe auch nicht gesagt, dass ich das für das einzig richtige halte. Es ist einfach nur *mein* Weg. - Thema war doch "Wie ist das bei Euch?" - Ja, so ist es bei mir! Tut mir ja leid, wenn ich die "falsche" Meinung habe, hafeezah ^^ (Ok, ist gelogen, es tut mir nicht leid.)

Für mich sind andere Dinge unglaublich viel wichtiger, dem Thema einen so hohen Stellenwert einzuräumen ist für mich ebenso undenkbar wie für Euch die Vorstellung, dass ich es besser aber nicht unbedingte Voraussetzung finde, Geld zurück zu erhalten. Dass Ihr das von meinem derzeitigen Einkommen abhängig macht, ist bezeichnend, aber falsch.

Mir ist schon klar, dass viele das anders sehen. Wie schon gesagt: von denen würde ich mir kein Geld leihen. Auch nicht, wenn es auf dem Konto liegt und ich Geld + EC Karte nicht dabei habe. Auch nicht die 50CT für den Kaffeeautomaten, wenn ich nur einen 10 Euro - Schein einstecken habe. Auch nicht am 30. des Monats 50 , wenn am ersten das Geld auf dem Konto ist.
Nicht weil ich es nicht zurückgeben kann / will / werde, sondern weil da immer viel mehr dran hängt.

Weil es regelmäßig auf das Gleiche hinausläuft: auch keine Gefälligkeiten und keine Geschenke. Wenn ich jemandem beim Umzug helfe, heißt das nicht, dass ich erwarte, dass derjenige bei mir in der Türe steht, wenn ich die Wohnung reservieren möchte.
Ihr würdet das aber sehr wohl erwarten. Danke, da ist es mir lieber, ich mach den Umzug allein und kann in Zukunft weiter selbst entscheiden, wem ich wann und wobei helfe.

Mist
reservieren soll natürlich "renovieren" heißen. Da waren die Gedanken mal wieder schneller als die Finger

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17. Juli 2012 um 10:14

Nicht können oder nicht wollen
Hallo hafeezah,

"@asger, bei dem Freund von Dir wäre für mich die Frage, ob..."
Mein Freund ist tatsächlich nicht in der Lage mir das Geld zurückzuzahlen. Es ist aber nicht so, daß er es nicht will. Inzwischen habe ich das Gefühl, daß er in alle Richtungen 'blockiert' ist. Er kümmert sich offensichtlich um gar nichts, macht seine Post nicht auf und läßt alles schleifen...
Er sitzt in einem tiefen Loch fest, kommt da allein scheinbar nicht raus, läßt sich aber auch nicht helfen. Ich habe bisher jedenfalls noch keinen Zugang zu ihm gefunden.
Mich nervt, daß er nichts unternimmt, obwohl er genau weiß, wie dringend ich im Moment zumindest einen Teil des Geldes bräuchte. Er könnte wenigstens versuchen einen Job zufinden. Aber das scheint in seiner Situation völlig undenkbar.
Seine Probleme scheinen viel tiefer und ganz woanders zuliegen.
Deshalb mache ich wegen der Schulden auch keinen Druck mehr auf ihn, da es sowieso sinnlos wäre. Er muß erstmal wieder 'gesund' werden, wobei ich ihm natürlich helfen würde, wenn ich könnte...
Trotz allem, es tut einfach weh, das ihm meine Not in seiner Situation gerade, völlig egal zu sein scheint. Mein erster Impuls damals war ihm zu helfen, was ich dann ja auch getan habe. Umgekehrt scheint es leider nicht so zu sein.
Oder sollte ich mehr Rücksicht auf ihn in seiner jetzigen Situation nehmen?
LG, Asger

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17. Juli 2012 um 11:23
In Antwort auf avarrassterne

Ist es nicht eher so,
dass der Charakter das Verhältnis zum Geld bestimmt, als dass das Geld den Charakter verdirbt?

Menschen, die mir geliehenes Geld ohne Nachfrage auf den Cent genau zurückgeben - denen würde ich wahrscheinlich keines leihen.
Natürlich ist es toll, das Geld zurück zu bekommen, auf dass ich es selbst ausgeben oder sparen kann.

Aber mit den Menschen selbst komme ich höchstwahrscheinlich nicht klar, weil diese einen völlig anderen Charakter haben als ich selbst. Mit vorbildlichen, artigen und korrekten Mamis liebsten Schwiedersöhnen / -töchtern kann (und will) ich nichts anfangen.
Die Menschen, die mich näher interessieren, sind in der Regel Paradiesvögel oder auf Ihre eigene Art Freaks wie ich. Die haben i.d.R. nicht diese Wertvorstellungen - ja, be it. Das ist es mir wert und ich muß doch nicht hergeben, was ich nicht hergeben möchte.

Wenn es um Geld geht, erkennt man echte Freunde?
Nein, man erkennt nur die Menschen, denen das gleiche wichtig ist, wie einem selbst.
Es ist natürlich schöner, wenn das Geld, was ich verleihe, wieder zu mir zurückfindet, aber *wichtig* sind für mich ganz andere Dinge.

Für mich gilt: "Ein Freund ist jemand, der Dich mag, obwohl er Dich kennt". Ein Freund ist jemand, in dessen Gegenwart ich mich wohl fühle, mit dem Zusammen zu sein ich genieße, der mir neue Impulse gibt, der mich so akzeptiert, wie ich bin und zwar bedingungslos, auch wenn er natürlich nicht alle meine Vorstellungen teilt - aber ganz sicher nicht jemand, der mir geliehenes Geld zurückzahlt

"Eure Armut kotzt mich an..."
"Ist es nicht eher so, dass der Charakter das Verhältnis zum Geld bestimmt, als dass das Geld den Charakter verdirbt?"
Das ist eine sehr interessante Frage, finde ich. Eine Antwort, bzw. eine Stellungnahme dazu, ist nicht leicht. Was für ein Verhältnis jemand zum Geld hat ist von vielen Faktoren abhängig.
Das fängt schon bei der Erziehung an. Es spielt schon eine Rolle, ob die Eltern sehr materiell und egoistisch sind, oder ob sie eher sozial sind und weniger materiell eingestellt. Ich glaube, so wird eine Ausgangsposition das Thema Geld betreffend gebildet. Wie sich die Einstellung dazu weiterentwickelt ist bestimmt abhängig von Erfahrungen, Erlebnissen und Beobachtungen, die jeder auf seinem Lebensweg macht. Bewegt sich jemand in einem von Geld bestimmten Umfeld, z.B. beruflich und auch noch familiär, dann wird er sich dem anpassen müssen, wenn er dort bestehen will. Um dort auch noch erfolgreich zu sein, wird weitaus mehr von ihm erwartet, als sich nur anzupassen...

Ein Bekannter von mir, der aus diesen Kreisen kommt, sagte einmal etwas sehr bezeichnendes für die Moral dieser Leute: "Eure Armut kotzt mich an!"

Daran wird deutlich, welche Haltung er mit aller Kraft einnimmt, um weiterhin in Kreisen bestehen zukönnen, in denen es nur um Geld geht.
Ob er schon immer so war, also sein Verhältnis zum Geld schon immer so abartig war, oder ob das Geld seinen Charakter irgendwann verdorben hat, das kann ich nicht sagen. Er war mir
derartig unsympathisch, das ich ihn nicht gut genug kennengelernt habe.
Was meinst Du? War er schon immer so oder ist er so geworden?

LG, Asger

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17. Juli 2012 um 12:09

Zu Deiner Meinung...
Ich habe mir eben nochmal Deine anderen Beiträge zum Thema durchgelesen und finde Deine Einstellung dazu sehr gesund. Ich hatte auch nicht den Eindruck, als wollte dich avarressterne kritisieren, sondern lediglich feststellen, wie unterschiedlich die Ansichten dazu sind.
Um es so locker zusehen, wie avarrassterne, muß man schon eine Lebenseinstellung haben, die mit dieser Gesellschaft nicht konform geht. Genauso, wie man einen Freundeskreis haben muß, der dieselbe Einstellung vertritt UND lebt!
Ansonsten liegst Du schon ganz richtig. Jemand sagte mir mal dazu: "Verleihe nur das Geld, welches Du auch verschenken könntest."
Ich werde mich in Zukunft daran halten...
Was ist Deine Meinung zu meinem Beitrag mit dem Titel "Deine Armut kotzt mich an."?
LG,
Asger

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17. Juli 2012 um 12:30

Zu meinem Beitrag von eben 12.09 h
ich habe da was durcheinander gebracht. der andere beitrag war meines erachtens keine kritik, von vinorosso87. den anderen kann ich nicht ganz nachvollziehen...

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17. Juli 2012 um 13:17
In Antwort auf cy_11950266

"Eure Armut kotzt mich an..."
"Ist es nicht eher so, dass der Charakter das Verhältnis zum Geld bestimmt, als dass das Geld den Charakter verdirbt?"
Das ist eine sehr interessante Frage, finde ich. Eine Antwort, bzw. eine Stellungnahme dazu, ist nicht leicht. Was für ein Verhältnis jemand zum Geld hat ist von vielen Faktoren abhängig.
Das fängt schon bei der Erziehung an. Es spielt schon eine Rolle, ob die Eltern sehr materiell und egoistisch sind, oder ob sie eher sozial sind und weniger materiell eingestellt. Ich glaube, so wird eine Ausgangsposition das Thema Geld betreffend gebildet. Wie sich die Einstellung dazu weiterentwickelt ist bestimmt abhängig von Erfahrungen, Erlebnissen und Beobachtungen, die jeder auf seinem Lebensweg macht. Bewegt sich jemand in einem von Geld bestimmten Umfeld, z.B. beruflich und auch noch familiär, dann wird er sich dem anpassen müssen, wenn er dort bestehen will. Um dort auch noch erfolgreich zu sein, wird weitaus mehr von ihm erwartet, als sich nur anzupassen...

Ein Bekannter von mir, der aus diesen Kreisen kommt, sagte einmal etwas sehr bezeichnendes für die Moral dieser Leute: "Eure Armut kotzt mich an!"

Daran wird deutlich, welche Haltung er mit aller Kraft einnimmt, um weiterhin in Kreisen bestehen zukönnen, in denen es nur um Geld geht.
Ob er schon immer so war, also sein Verhältnis zum Geld schon immer so abartig war, oder ob das Geld seinen Charakter irgendwann verdorben hat, das kann ich nicht sagen. Er war mir
derartig unsympathisch, das ich ihn nicht gut genug kennengelernt habe.
Was meinst Du? War er schon immer so oder ist er so geworden?

LG, Asger

Ja, das mag sein
Das war und ist bei mir recht kompliziert.

Meine Familie ist nicht materiell eingestellt im Sinne von geizig, sie haben beide gut verdient.

Aber meine Probleme, ein Geschenk anzunehmen oder einen Gefallen kommen sicher aus dieser Ecke. Alles hat seinen Preis und Geschenke / "Hilfe" noch mehr als alles andere, weil da "kauft" man eine Katze im Sack und erfährt den Preis erst später. Dazu kommen noch diese ewigen sozialen Verstrickungen.
Es war auch so, dass uns das immer schön bewusst gemacht wurde, was sie nicht alles für uns ausgeben. Immer schön vor gezählt. Oder es sieht nur in meiner Erinnerung so aus, weil das gerade das ist, was meinen eigenen Prioritäten und Werten so stark zuwider läuft? Im Nachhinein sicher nicht genau zu sagen.
Vielleicht ist meine Beziehung zum Geld auch deswegen so locker.

Anpassung und soziales Umfeld kann ich bei mir fast völlig aus der Rechnung ausschließen, ich war, bin und bleibe Einzelgänger. Es gibt wenige Menschen, deren Meinung über mich irgendwas für mich bedeutet.
In meinem Beruf ist es schon seit 10 Jahren (so lange erlebe ich es persönlich) üblich, dass die Kollegen mittags essen gehen. Also nicht in die Pommesbude oder zu Würg&Schling sondern tatsächlich ins Restaurant. Also dafür wäre mir mein Geld zu schade - und die Zeit, die dafür draufgeht erst recht. Aber ich kann mir da schon vorstellen, dass da mancher Probleme haben mag, seine Butterstulle auszupacken.

Dennoch - ob das der Hauptteil ist? Ich denke nein. Der Charakter bestimmt ja auch, wie sehr man sich generell von anderen Menschen leiten lässt bzw. von deren erhofftem Bild der eigenen Person abhängig macht. Sei es weil man unehrlich erscheint, wenn leihen eine Einbahnstraße ist oder davon, ob man mit Scheinchen wedeln will, weil man sich ärmlich fühlt, wenn man nicht mit den anderen zum Essen geht.
Und es bestimmt eben, wie viel Gewicht man dem THema selbst beimisst.
Ich weiß selten überhaupt, wer sich wie viel von mir geliehen hat. Weil es eben nicht wichtig ist.
Ich würde mal schwer davon ausgehen, dass derjenige, der Dir Geld schuldet auch längst nicht so oft daran denkt wie Du.
Geht mir so mit Geburtstagen. Dieser Tag ist für mich völlig bedeutungslos, ich freu mich auch nicht, wenn mir einer gratuliert - nicht selten stell ich anhand irgendeiner Gratulation fest, dass ich ja Geburtstag habe. Ist aber bei anderen nicht so, die verletzt und beleidigt es, wenn man nicht gratuliert. Also stell ich mir 3 verschiedene Erinnerungsfunktionen in Computer und handy mit Vorwarnung einen Tag zuvor. Das hilft etwa in 60% der Fälle, denn wenn ich nicht in dem Moment zum Anrufen komme - 3 min später ist das bei mir wieder völlig aus dem Speicher gefallen, da denke ich mit keiner Silbe daran.

Das ist denke ich etwas, was durch den Charakter bestimmt wird.

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17. Juli 2012 um 13:30

Ich bezog mich auf diese Interpretation
dass man viel Geld haben muss, um so eine Einstellung zu haben. Nein, muss man nicht.

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