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Auswirkungen der Trauer auf eine Beziehung

12. Juni 2016 um 19:55 Letzte Antwort: 15. Juni 2016 um 13:11

Hallo alle zusammen,
mein freund (18) hat vor ca. 5 monaten seinen vater verloren und er leidet sehr darunter. die trauer wirkt sich auf unsere beziehung aus. er kann zb. manchmal keine Nähe ertragen, er verliert die kontrolle über seine planung, meldet sich nicht bei mir trotz Absprache usw.

wir haben da schon öfters drüber gesprochen und ich weiß dass sein verhalten nicht wegen mir so ist. aber das ändert trotzdem nichts daran, dass ich darunter leide, dass ich so selten von ihm höre
gestern hat er mich gefragt warum ich mir das überhaupt antue und ich hab dann gesagt dass man sich unterstützt wenn man sich liebt
er hatte trotzdem schuldgefühle

er hat sich auch ziemlich verändert

er sagt dass er nichts spürt außer wenn er trinkt raucht usw.
deswegen geht er auch jede woche feiern, obwohl er das vorher nie war

ich weiß nicht was ich machen soll und wie ich ihm helfen soll.
und ich frage mich ob es richtig ist, wenn ich so unglücklich bin.


hat jemand von euch schon mal so eine ähnliche Situation erlebt? was denkt ihr darüber?
vielen dank

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13. Juni 2016 um 15:14

Ja,
das kannst Du laut sagen. Was glaubst Du was ich derzeit durchmache? Wir wissen, dass alles einen Anfang und ein Ende hat. Nein, den Deppen von Remmler zitiere ich hier nicht. Du musst unbedingt mit Ihm reden. Ich weiß, wie schwer das ist, aber Gespräche reinigen die Seele. Damit meine ich intensive Gespräche! Glaubt Dein Freund etwa, wenn er trinkt und raucht, dass es dann besser wird? Ja, für ein paar Stunden vielleicht. Aber das kann keine Dauerlösung sein! Und ist auch keine. Wenn er so weitermacht, hast Du in Bälde einen Alkoholiker zum Freund. Willst Du das? Mit Sicherheit nicht, oder? Sag` Ihm, dass Dich seine Trinkerei und Räucherei, Dich verletzt. Stelle Ihn vor die Wahl: "Entweder der Alkohol oder ich! Ich mache das nicht mehr länger mit!"

Alles Gute!

Liebe Grüße,

lib

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14. Juni 2016 um 21:05

Such Hilfe
Hm, du bist noch etwas egoistisch und verständnislos, aber das liegt wohl am Alter.

Kannst du dir den Schmerz vorstellen, den man erleidet, wenn man den Vater verliert? Dieser für immer fort ist? Die Auswirkungen seiner Trauer sind deutlich. Der Schmerz ist so groß, dass er ihn betäubt. Damit hat er super Chancen abhängig zu werden und in schlimmeres abzurutschen.

Wenn du ihn wirklich gern hast, dann steh ihm bei, sei eine Freundin. Egal wie abweisend er ist, sei für ihn da, wenn er dich braucht. Sprich mit seiner Mutter. Sie soll im Zweifelsfall professionelle Hilfe einbeziehen. Der Junge ist auf gutem Weg in eine Depression oder schon drin.

Natürlich leidest du folglich unter seiner Kälte. Ihn jetzt zu verlassen, weil du damit nicht klar kommst, würde ihn noch weiter in den Abgrund werfen.

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15. Juni 2016 um 13:11

Titel und so
Ja, sie impliziert es nur. Daher war das auch nur als Warnung gemeint. Könnte ein weiterer Rückschlag in einer emotional instabilen Zeit bedeuten.

Trauer kostet Zeit? In diesem Fall mach ich mir eher Sorge, dass einfach nur Zeit diese Wunde nicht heilen lassen wird, sondern zu einem dauerhaften (psychischen) Problem entwickelt mit dauerhaftem Suchtverhalten.

Natürlich wäre es sinnvoll so eine Zeit gemeinsam durchzustehen. Dies würde die Beziehung auf einer sehr tiefen Ebene festigen.

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