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Auswandern zu hohem Preis oder Deutschland ohne Perspektive?

4. Januar 2017 um 18:56 Letzte Antwort: 5. März 2019 um 16:11

Ein Freund von mir ist 48 Jahre alt und leidet u. a. seit Geburt unter einer schweren allergischen Lungenkrankheit, wurde so berufsunfähig und lebt von einer ausreichenden Rente. Leider ist seine gesamte Familie bereits verstorben und das Einzige, was ihn daran erinnert, sind eine Menge wertvolle ererbte Sachen, an denen sein ganzes Herz hängt und die ihm im Notfall später einmal bei Verkauf Notgeld bringen könnten. Von seinem ererbten Geld hatte er sich nach langer Suche ein angeblich ökologisch gesundes Einfamilienhaus gekauft, aus dem ihn keine Giftstoffe schaden und in dem er alle seine Sachen unterbringen konnte. Leider haben ihn die Verkäufer betrogen und Baupfusch verschwiegen, so dass ein schwerer Rohrbruch das Gebäude irreparabel vollständig zerstörte.
Zudem riet sein Arzt, er sollte in ein möglichst heißes Land umziehen, da seine Schmerzen jährlich zunehmen. Nach Prüfung aller Visabestimmungen in Betracht kommender Länder schieden so gut wie alle aus. Es blieb nur Tahiti in der Südsee, welches er daraufhin vorbesichtigte.
Vorteile dort: tatsächlich Schmerzfreiheit und so die Option auf wenigstens noch ein paar wirklich schöne Lebensjahre, wunderschöne Natur, freundliche Menschen (er kann die Landessprachen), maximale Entfernung, die ihn seine schlimme deutsche Vergangenheit gut vergessen lässt, unglaublich leckeres Essen und Trinken, völlige Steuerfreiheit.
Nachteile: extreme Armut und Kriminalität, Immobilien weit unter deutschem Standard, nach Sonnenuntergang (täglich 16 Uhr) keine Freizeitmöglichkeiten, viele Insulaner täuschen Freundlichkeit nur vor, um an Geld zu kommen. Große Häuser mit ausreichend Platz für all seine Sachen gibt es kaum (meistens nur 1 - 2 Zimmer, weil ortsüblich), so dass er selbst bei Mitnahme seiner Sachen in einem Container diese nicht unterbringen könnte und sich deshalb von den meisten vor der Auswanderung trennen müsste, was ihm sehr weh tun würde. Für eine reine Lagerwohnung in D reicht das Geld nicht und gewerbliche Lagerhallen sind nahezu alle zu verdreckt oder feucht und scheiden aus.
Da er seine Sachen nicht verlieren wollte, reiste er wieder nach D und suchte jahrelang, aber erfolglos, ein für ihn gesundheitlich zumutbares neues Haus. Experten sagten, ein solches ließe sich praktisch nicht finden, da die Wirtschaftslage und Eurokrise alle Besitzer von guten Häusern diese behalten ließen und der Markt davon leer gekauft wäre, was auch noch lange so bleibt. Wohnungen sind für seinen Sachenbestand zu klein.
Wie soll er also entscheiden: Nach Tahiti auswandern und dafür den ihm eigentlich zu hohen Preis des Verlustes fast aller seiner geliebten Sachen bezahlen oder aus seiner mittlerweile verschimmelten Wasserschadenruine heraus noch weitere Jahre lang ein neues Haus suchen, was sich vermutlich nie finden lässt? Zum Selberbauen hat er nicht mehr die Kraft und Nerven/Gesundheit. Wie würdet ihr entscheiden bzw. habt ihr zusätzliche Argumente für die eine oder andere Variante?


 

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6. Januar 2017 um 0:11

Und warum nimmt er nicht eine insel, die ihm bessere Bedingungen bietet? Gibt ja sogar warme inseln für die er kein visum braucht, weil EU.

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2. März 2019 um 11:49

Den Philippinen, dort leben viele feiutschen, denn warm. freundlich, beinahe jeden redet Englisch.
Nicht schwierig mit Visum. Mann kan da auf verschiedene Arte jahren verbleiben. Von dort ein haus kaufen und so ein Visum f'r immer zu bekommen, Tourist 6 Monate, oder long term Tourist bis 2 Jahre und dannn mal einen Flug nach ein anderes Land und wieder 1-2 jahre als Tourist. Und mit tausend euro im Monat bist du dort reich!
ER sollte sich mal gut, sehr gut informieren auch auf expat usw Foren. 
  

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2. März 2019 um 11:50

Nachschrift:

Habe dort selber 5 Jahre gewohnt. Weis wovon ich rede.

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2. März 2019 um 21:39

Gibt doch auch Länder wie Griechenland, Italien oder Spanien oder Portugal wo man Problemlos einreisen kann (da Eu). Weiter unten in Italien also Richtung Sizilien oder in Griechenland ist das leben auch nicht so teuer wie hier in Deutschland. Da kann man also von de3 rente gut leben 

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2. März 2019 um 21:40

Ich denke hier bleiben wäre meine letzte Option 

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5. März 2019 um 16:11
In Antwort auf mandyprincess

Ein Freund von mir ist 48 Jahre alt und leidet u. a. seit Geburt unter einer schweren allergischen Lungenkrankheit, wurde so berufsunfähig und lebt von einer ausreichenden Rente. Leider ist seine gesamte Familie bereits verstorben und das Einzige, was ihn daran erinnert, sind eine Menge wertvolle ererbte Sachen, an denen sein ganzes Herz hängt und die ihm im Notfall später einmal bei Verkauf Notgeld bringen könnten. Von seinem ererbten Geld hatte er sich nach langer Suche ein angeblich ökologisch gesundes Einfamilienhaus gekauft, aus dem ihn keine Giftstoffe schaden und in dem er alle seine Sachen unterbringen konnte. Leider haben ihn die Verkäufer betrogen und Baupfusch verschwiegen, so dass ein schwerer Rohrbruch das Gebäude irreparabel vollständig zerstörte.
Zudem riet sein Arzt, er sollte in ein möglichst heißes Land umziehen, da seine Schmerzen jährlich zunehmen. Nach Prüfung aller Visabestimmungen in Betracht kommender Länder schieden so gut wie alle aus. Es blieb nur Tahiti in der Südsee, welches er daraufhin vorbesichtigte.
Vorteile dort: tatsächlich Schmerzfreiheit und so die Option auf wenigstens noch ein paar wirklich schöne Lebensjahre, wunderschöne Natur, freundliche Menschen (er kann die Landessprachen), maximale Entfernung, die ihn seine schlimme deutsche Vergangenheit gut vergessen lässt, unglaublich leckeres Essen und Trinken, völlige Steuerfreiheit.
Nachteile: extreme Armut und Kriminalität, Immobilien weit unter deutschem Standard, nach Sonnenuntergang (täglich 16 Uhr) keine Freizeitmöglichkeiten, viele Insulaner täuschen Freundlichkeit nur vor, um an Geld zu kommen. Große Häuser mit ausreichend Platz für all seine Sachen gibt es kaum (meistens nur 1 - 2 Zimmer, weil ortsüblich), so dass er selbst bei Mitnahme seiner Sachen in einem Container diese nicht unterbringen könnte und sich deshalb von den meisten vor der Auswanderung trennen müsste, was ihm sehr weh tun würde. Für eine reine Lagerwohnung in D reicht das Geld nicht und gewerbliche Lagerhallen sind nahezu alle zu verdreckt oder feucht und scheiden aus.
Da er seine Sachen nicht verlieren wollte, reiste er wieder nach D und suchte jahrelang, aber erfolglos, ein für ihn gesundheitlich zumutbares neues Haus. Experten sagten, ein solches ließe sich praktisch nicht finden, da die Wirtschaftslage und Eurokrise alle Besitzer von guten Häusern diese behalten ließen und der Markt davon leer gekauft wäre, was auch noch lange so bleibt. Wohnungen sind für seinen Sachenbestand zu klein.
Wie soll er also entscheiden: Nach Tahiti auswandern und dafür den ihm eigentlich zu hohen Preis des Verlustes fast aller seiner geliebten Sachen bezahlen oder aus seiner mittlerweile verschimmelten Wasserschadenruine heraus noch weitere Jahre lang ein neues Haus suchen, was sich vermutlich nie finden lässt? Zum Selberbauen hat er nicht mehr die Kraft und Nerven/Gesundheit. Wie würdet ihr entscheiden bzw. habt ihr zusätzliche Argumente für die eine oder andere Variante?


 

Diese ganze Argumentation ist doch Mumpitz. Was für eine Lungenkrankheit soll er denn haben, die es ihm unmöglich macht, in Deutschland zu leben? Meist empfiehlt man bei Lungenkrankheiten einfach nur wärmeres Klima (geringeres Infektionsrisiko als im deutschen Winter) und Meeresklima (höhere Luftfeuchtigkeit).

Ohne Ersparnisse empfehle ich niemandem eine Auswanderung. Sonst ist man in einem fremden Land ganz schnell Obdachlos und hat keine Möglichkeit zurückzukommen. Wovon will er seinen Unterhalt denn bestreiten?

Ich an seiner Stelle würde meine Sachen reduzieren und eine Wohnung mieten in die die anderen Gegenstände kommen. Diese Wohnung kann man dann evtl. im Winter untervermieten und in der Zeit selbst Urlaub gegen Hand in einem warmen Land machen. Dann hat man das beste aus beiden Welten.

Ich hatte selbst viele Wasserschäden und infolge eine Schimmelallergie und chronischen Husten entwickelt. Ich habe meine Wohnung vermietet und bin in eine für mich geeignete, trockene Mietwohnung gezogen. Vielleicht findet er einen Handwerker, der die Wohnung saniert, oder auch jemanden, der Urlaub gegen Hand bei ihm macht und die Wohnung hilft zu sanieren.

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