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Aussagepsychologisches Gutachten

7. Januar 2010 um 22:52

Hallo ihr Lieben.
Zunächst einmal erzähle ich meine Geschichte und komme dann später zu meiner Frage.

Ich wurde vor etwas mehr als 3 Jahren vom Mann meiner Cousine vergewaltigt, als ich auf deren Sohn aufpassen sollte.
Meine Cousinen und meine Schwester wollten in die Disco, und der Mann meiner Cousine wollte zu seinem Cousin.
Ich war gerade 14 geworden und erklärte mich bereit, auf den Sohn meiner Cousine aufzupassen.
Der Kleine schlief und ich musste mich nicht viel um ihn kümmern, also sass ich unten im Wohnzimmer und schaute fern.
So gegen Mitternacht kam der Mann meiner Cousine von seinem Cousin wieder und war bereits alkoholisiert.
Er fragte mich, ob wir nicht gemeinsam etwas trinken wollen.. Zu erst lehnte ich strikt ab, aber je öfter er fragte, desto weicher wurde ich, denn schliesslich war ich 14 und hatte nie zuvor Alkohol getrunken - man will ja auch mal ausprobieren.
Also trank ich ein wenig (irgendein Kurzer), und war schlielich sehr betrunken, sodass vieles der Erinnerung von der Nacht ausgelöscht wurde.
Was ich aber noch wei ist, dass er irgendwann anfing mich anzufassen und ich immer wieder sagte, dass ich das nicht will und er aufhören soll, doch er machte einfach weiter mit den Worten "Ach komm schon" und "Nur son bisschen" und so weiter. Er ging immer weiter und fing an mich auszuziehen. Natürlich wollte ich das nicht und schob immer wieder seine Hand weg, aber er liess sich nicht abhalten, und wahrscheinlich hätte ich mich anders gewehrt, wenn ich nicht so sturzbetrunken gewesen wäre.
Irgendwann lag ich dann nackt auf dem Sofa und er über mir und ich spürte wie er in mich hinein stiess und diese schrecklichen Schmerzen. Ich sagte immer wieder, er solle aufhören, es tut weh und versuchte ihn wegzustossen, doch es ging nicht, weil ich durch den ganzen Alkohol so weggetreten war, dass ich einfach keine Kraft hatte. Zwischendurch trat ich immer wieder total weg - wie in einem Koma...
Das nächste an das ich mich erinnern kann ist, dass meine beiden Cousinen ganz oft klingelten und auch klopften und er sie letzendlich dann auch rein liess - da muss ich allerdings bereits wieder angezogen gewesen sein, denn sonst hätten meine Cousinen etwas bemerkt - vermutlich zog er mich und sich wieder an, während meine Cousinen da draussen wie wild klingelten und klopften.
Als ich am nächsten Tag aufwachte hatte ich höllische Schmerzen im Unterleib und fühlte mich einfach nur dreckig.
Als ich dann zu Hause war ging ich sofort duschen und blieb dann den ganzen Tag in meinem Zimmer. Ich konnte nichts essen - gar nichts.
Aber ich erzählt davon niemandem, denn ich hatte Angst, dass mir keiner glaubt, und schämte mich auch irgendwie..
Ausserdem wollte ich nicht "die Familie kaputt machen" (ich weiss, ein sehr dummer gedanke)
2 Jahre lang behielt ich dieses Geheimnis für mich, wobei aber allen auffiel, dass ich mich sehr verändert hatte.(schwarze Haare statt vorher blond, hauptsächlich dunkle Klamotten etc.) Ich ging damit nicht einmal zum Arzt.
Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus. Nach einem Jahr beziehung (2 Jahre nach der Tat) fragte mich mein Freund was mit mir los sei, und ich brach aus. Ic h erzählte ihm was passiert war. Er war der erste, dem ich es überhaupt erzählte. Er überredete mich zu meiner Mutter und mit ihr zur Polizei zu gehen - so erstatteten wir Anzeige.
das war im Dezember 2008.
Im November 2009 kam dann die Ladung zur Gerichtsverhandlung als Zeugin.
Ich war froh, dass es endlich vorbei sein sollte - aber nein. Die Verhandlung wurde vertagt, da noch weitere Zeugen geladen werden mussten.
Die Fortsetzung war dann jetzt vorgestern. Ich hatte mich so gefreut, dass nun ENDLICH das Urteil gefällt werden sollte und ich damit hoffentlich abschliessen könne... aber mal wieder NEIN!
Die Verhandlung wurde komplett ausgesetzt. Der Anwalt von ihm hat ein Aussagepsychologisches Gutachten von mir beantragt. Da muss ich nun also demnächst hin ( ich bekomme in den nächsten Tagen Post) und dann wird die Verhandlung wieder von ganz vorn angefangen..

Nun meine Frage: Hat jemand von euch schonmal so ein Aussagepsychologisches Gutachten mitmachen müssen? Wie ist da so der Ablauf? Glauben die einem auch wirklich, wenn man die Wahrheit sagt? Ich kann mir da nichts wirklich drunter vorstellen.

Und findet ihr es für sinnvoll, für mich einen Anwalt einzuschalten? Der hätte dann wenigstens Akteneinsicht und ich würde als Nebenklägerin auftreten, könnte somit also auch alle Zeugenaussagen hören... Denn der "Angeklagte" hat sich 2 Zeugen dazu gerufen, die für ihn aussagen, dass er an dem besagten Abend bis morgens um 5 bei ihnen war (sein Cousin und seine Frau)

Ich bin langsam echt verzweifelt! Ich will den Mist nur noch hinter mir haben, und habe echt Angst, dass die mir nicht glauben!


Achso noch was...
Ich habe dadurch beim Geschlechtsverkehr ziemlich Schmerzen weil sich einfach alles verkrampft. Aber die Richterin meinte, da könne man etwas gegen machen.. Weiss jemand etwas was da hilft?
Ich meine ich gehe jetzt bald zum FA damit, aber vielleicht hat jemand von euch schonmal einen Rat, damit ich wenigstens weiss worauf ich mich einstellen muss?
Gleitgel und sowas helfen nicht... verkrampft ist es ja trotzdem..

Schonmal vielen Dank für eure Hilfe!!

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18. Januar 2010 um 18:12

Puh...
...das ist ja die Hölle, die Du da durchschreiten musstest und musst! Großen Respekt dafür, dass Du Dich gegen den Täter wehrst!!!
Ich kann Dir nicht sagen, ob es sinnvoll ist einen Anwalt zu nehmen, aber ich kann Dir versichern, dass Dir geglaubt wird, wenn der Psychologe/Psychiater mit Dir redet!

Ich wünsche Dir viel Kraft für diesen Fight!!!

Ich bewundere Dich!

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