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... auf einmal ist alles leer

16. Juli 2013 um 0:00

Da ist es wieder, das Gefühl der Enge in meiner Brust. Etwas möchte ausbrechen, doch es wird zurückgehalten. Ich versuche Luft zu holen möchte schreien, doch nichts kann dieses Gefühl vertreiben. Langsam breitet es sich aus und nimmt mein Herz gefangen. Es tut weh. Ich bin hilflos und habe keine Kraft mehr mich dagegen zu wehren.

Und das passiert mir so oft: wenn ich an Plätzen vorbeikomme an denen wir etwas zusammen erlebt haben, in Momenten an denen ich dich so sehr brauchen würde und niemand ist da...
Es ist schon ein fast 5 Monate langer Alptraum, der noch lange keine Ende hat. Die Nachricht von deinem tödlichen Unfall traf mich wie ein Schlag und ich konnte/wollte es nicht glauben. Du warst zu dieser Zeit die wichtigste Person in meinem Leben, dir vertraute ich wie keinem anderen und wir kannten uns schon fast unser Leben lang. Kurz vor diesem schrecklichen Tag meintest du noch, dass du mir immer eine Stütze bist, auch wenn man vieles oft nur mit sich selbst ausmachen kann. Mir fehlt diese Stütze, ich finde keinen Halt mehr. An deiner Beerdigung war ich körperlich anwesend, aber innerlich war alles leer. Vieles geschieht und ich bekomme es nicht mehr mit. Ich bin nicht mehr ich selbst und nur du hättest mir helfen können mich selbst wieder zu finden.

Klar, das Leben geht weiter. Es ist nicht so, dass ich mich nur noch in Trauer verstecke. Ich mache viel mit Freunden kann lachen und Spaß machen. Doch dann bin ich jemand anderes. Der Teil, der mich wirklich ausmachte, fehlt. Es fühlt sich so an, als ob du ihn mitgenommen hättest.

Am schlimmsten ist, dass niemand versteht wie sehr es mich noch immer belastet. Ich fühle mich einsam, obwohl ich unter Freunden bin und das oben beschriebene Gefühl nimmt mir die letzte Kraft.
Die Gesellschaft verlangt, dass man innerhalb kurzer Zeit wieder funktioniert, die Trauer überwunden hat und so weiter machen kann. Das ist grausam und jeder der ähnliches erlebt hat weiß, dass es einfach nicht geht.

Niemand weiß was er sagen soll wenn ich kurz dieses Thema anschneide. Keiner fragt wie es einem damit geht oder fühlt sich irgendwie bereit sich damit auseinander zu setzen.
Für den Alltag funktioniere ich, doch hinter der Maske ist eine tiefe Leere. Freude erreicht mich innerlich nicht mehr.
Ich vermisse die unbeschwerte Zeit und habe ich keine Kraft alles wieder aufzubauen.

Sich das alles von der Seele zu schreiben hilft und ich suche nur Verständnis.

Danke dass ihr euch meine Geschichte durchgelesen habt über Kommentare würde ich mich wirklich freuen.

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21. Juli 2013 um 19:38

Nicht allein
Liebe Draychel,

als ich Ihre Zeilen las, war ich erstaunt, wie sehr Ihre Worte den Texten in meinem Buch über Trauerbewältigung ähneln. Alles was Sie derzeit erleben und beschreiben findet sich auch in den Seiten des Buches wieder. All die schmerzhaften Emotionen, Hilflosigkeit, fehlender Halt, Erschöpfung, Einsamkeit. Und das Umfeld ist überfordert und weiß nicht wie es reagieren soll und weicht dem Thema deshalb lieber aus. Verständnis findet sich oft nur bei Gleichbetroffenen. Alles was Sie jetzt erleben ist so, wie es viele, viele Trauernde jeden Tag erleben und meist mit sich selbst austragen müssen.
Ich schreibe Ihnen dies, weil ich Ihnen Mut machen möchte. Es gibt einen Weg, auch wenn er im Moment so trostlos erscheint. Eines Tages wird es leichter, den Weg zu beschreiten. Halten Sie durch, gehen Sie in kleinen Schritten und haben Sie Geduld mit sich. Dann wird mit der Zeit neben dem Funktionieren auch unmerklich wieder mehr Lebendigkeit in Ihren Alltag treten. Versuchen Sie sich mit Menschen auszutauschen, die Ähnliches erlebt haben und so fühlen, wie Sie im Moment fühlen. Das ist eine hilfreiche Ergänzung zu Ihrem Freundeskreis, der es auch gut mit Ihnen meint, auch wenn Ihre Freunde nicht so gut nachempfinden können, wie es Ihnen geht und was Sie im Moment brauchen.
Es gibt einen Auszug aus meinem Buch der Ihnen helfen kann, Ihren Freunden das zu vermitteln. Er heißt: Die Bitten eines Trauernden und Sie finden den Text im Internet und auf meiner Webseite: www.heilberaterin.de Sprechen Sie aus, was Sie sich wünschen und verstecken Sie Ihre Trauer nicht, auch wenn dies scheinbar in unserer heutigen Gesellschaft so zur Norm wird. Ich wünsche Ihnen ganz viel Kraft für Ihren Weg.

Herzliche Grüße Diana Mirtschink

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3. August 2013 um 10:59

Der tod
Der Tod er nimmt uns Menschen diein unserem Herzen sind.
Selbst die Mutter oder sogar ein Kind.
Doch was einmal im Herz war geht nie mehr fort ,auch wenn der Mensch ist an einem anderen Ort.

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