Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Ängste, Phobien und Stress

Auch ich bin betroffen

1. März 2007 um 12:02 Letzte Antwort: 2. März 2007 um 12:44

Hallo Ihr lieben Mitpaniker/innen!
Bei mir fing alles im Juli 2006 an. Mir ging es körperlich sowieso ne ganze Zeit nicht so gut aber sowas ignoriert man ja einfach wenn man immer kerngesund war. Eines Samstages kam ich dann gar nicht mehr aus dem Bett und dachte mir, ich gönne mir mal nen faulen Tag im Bett. Irgendwann war ich dann aber sooo kribbelig, dass ich doch aufgestanden bin. Und dann passierte es. Ich dachte, ich werde ohnmächtig oder schlimmer noch, ich würde sterben. Da ich alleine wohne, kam sofort der Gedanke, mich würde ja niemand finden. Also bin ich runter zur Nachbarin und habe dort panisch um Hilfe gebeten. Die arme alte Frau wusste sich auch nicht mehr zu helfen und hat den Rettungsdienst gerufen. Ich landete allein in der NOtaufnahme und lag dort erstmal 1,5 Std am Tropf da bei mir Flüssigkeitsmangel vermutet wurde. Ich wurde immer panischer und war erleichtert, dass meine Eltern irgendwann kamen. Ich konnte dann nach Hause da ich ja "kerngesund" war. Aber mit dem Tag fing alles an nur noch schlimmer zu werden! Es ging mir körperlich richtig sch..., ich hatte ziemlich heftige Wahrnehmungsstörungen und ständig wieder Panikattacken. Dann kam die wohl übliche Ärzteodyssee... Hausarzt, Augenarzt, HNOarzt, Neurologe und da ich natürlich Kerngesund war, bin ich irgendwann beim Psychiater gelandet. Der hat mir empfohlen, mir einen Therapieplatz zu suchen was sich leider hier als äußerst schwierig erweist wenn man Kassenpatient ist Um die Zeit zu überbrücken, habe ich Antidepressiva bekommen. Die erste Sorte verschlimmerte eigentlich mehr als dass es half. Ich wollte den ganzen Käse schon absetzten aber mir ging es einfach so mies, es konnte ja nur noch besser werden. Die zweite Sorte hat mir dann endlich aus dem Dilemma rausgeholen. Ich bin mittlerweile wieder arbeitsfähig, kann zu guten Zeiten auch alleine einkaufen, autofahren wird auch besser. Ja und nun hab ich endlich einen Therapieplatz. Die Verhaltenstherapie hat der Psychiater gemacht, jetzt geht es an die Tiefenpsychologie da ich auch selbst das Gefühl habe, etwas nicht verarbeitet zu haben... Ich bin mal gespannt. Ich hoffe, ich kann bald wieder ohne Tabletten LEBEN aber ich bin schon ganz glücklich, dass ich wieder so weit bin. Es gibt einfach nichts schlimmeres glaube ich. Diese Todesangst ist so heftig, das kann einfach niemand verstehen, der das noch nie hatte. Es sagen immer alle "ach, das hatte ich auch schon mal, herzrasen und panik" aber ich glaube, die meisten können nicht mal im entferntesten ahnen, was da mit mir passiert! Diesen Druck im Kopf und dieses ständige Kopfsausen ist auch die Hölle. Dann diese mega Anspannung im Körper und man kann einfach nichts tun um zu entspannen, es wird immer schlimmer. auch dieses Kribblen in den Beinen und die Taubheitsgefühle kenne ich zur Genüge... einfach gruselig dieser Zustand. Das ist Gott sei Dank nur noch ganz selten bei mir! Also... haltet durch... auch wenn es schwer ist. Und ganz wichtig: Nicht zurückziehen sondern kämpfen, es wird langsam besser.... das verspreche ich euch!

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1. März 2007 um 21:20

Hallo
Hallo..
Mhh mein Beleid. Ich kenne es Bestens. Bin seit 4 Monaten nicht mehr aus dem Bett gekommen und ich halte es nicht mehr aus. Bin jetzt auch an Antidepressivas aber erst seit 2 Wochen. Welches hat dir denn geholfen ? Ich nahm Seropram 2Wochen und seit heute Cipralex ( die Erneuerung ). Bin aber aus der Schweiz und weiss nicht genau ob die Medikamente bei euch gleich heissen..

Liebe Grüsse

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2. März 2007 um 9:30
In Antwort auf genna_11872057

Hallo
Hallo..
Mhh mein Beleid. Ich kenne es Bestens. Bin seit 4 Monaten nicht mehr aus dem Bett gekommen und ich halte es nicht mehr aus. Bin jetzt auch an Antidepressivas aber erst seit 2 Wochen. Welches hat dir denn geholfen ? Ich nahm Seropram 2Wochen und seit heute Cipralex ( die Erneuerung ). Bin aber aus der Schweiz und weiss nicht genau ob die Medikamente bei euch gleich heissen..

Liebe Grüsse

Hmmm...
Hallo "Sickof"
Warum tust Du erst jetzt was? Als es mir so schlecht ging habe ich 12 Stunden am Tag darüber nachgedacht, wie ich das wieder in den Griff bekomme. Mittlerweile habe ich auch nette Erlebnisse gehabt: Wenn ich merke, es überkommt mich die Panik, dann leg ich mich hin und sage laut "Los, komm endlich Panikattacke, dann bin ich dich bald wieder los" und Du glaubst es nicht, die Symptome gehen wieder weg.... Ich hoffe, Ihr alle habt irgendwann dieses AHA-Erlebnis! Denn nur dadurch wird es besser! Also ich hatte erst Mirtazaptin, das hat alle Nebenwirkungen ausgelöst die es nur gibt. Jetzt nehme ich Citapralam, müsste das sein, was Du auch nimmst, und jetzt ist es definitiv besser geworden! Ich drück Dir die Daumen. Kämpfe doch ein bischen mehr, es wird jeden TAg besser, man muss nur anfangen zu kämpfen und nicht im Bett resignieren, das verschlimmert nur noch alles! Hol Dir Hilfe von lieben Menschen und GEH RAUS.... ich schwöre Dir, es hilft! Alles alles Gute von mir!!!

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2. März 2007 um 9:53
In Antwort auf nellie_11889339

Hmmm...
Hallo "Sickof"
Warum tust Du erst jetzt was? Als es mir so schlecht ging habe ich 12 Stunden am Tag darüber nachgedacht, wie ich das wieder in den Griff bekomme. Mittlerweile habe ich auch nette Erlebnisse gehabt: Wenn ich merke, es überkommt mich die Panik, dann leg ich mich hin und sage laut "Los, komm endlich Panikattacke, dann bin ich dich bald wieder los" und Du glaubst es nicht, die Symptome gehen wieder weg.... Ich hoffe, Ihr alle habt irgendwann dieses AHA-Erlebnis! Denn nur dadurch wird es besser! Also ich hatte erst Mirtazaptin, das hat alle Nebenwirkungen ausgelöst die es nur gibt. Jetzt nehme ich Citapralam, müsste das sein, was Du auch nimmst, und jetzt ist es definitiv besser geworden! Ich drück Dir die Daumen. Kämpfe doch ein bischen mehr, es wird jeden TAg besser, man muss nur anfangen zu kämpfen und nicht im Bett resignieren, das verschlimmert nur noch alles! Hol Dir Hilfe von lieben Menschen und GEH RAUS.... ich schwöre Dir, es hilft! Alles alles Gute von mir!!!

..
hallo..
Ich habe nicht erst jetzt etwas gemacht, ich wusste zuerst nicht an was ich leide. Ich hatte einen Zusammenbruch, Finger gebrochen und Schwindel. Ich hatte einen Gips, untersuchte alles im Kopf, war 2 Tage im Spital, war beim Hausarzt, beim Neurologen etc. Alle sagten mir ich wäre gesund. Schlussentlich fand ich selbst heraus an was ich leide. Ich habe viele Therapien probiert und jetzt bin ich bei den Medikamenten und warte auch noch auf einen Platz,stationär.
Rausgehen kann ich hauptsächlich nicht weil ich eine solche Atemnot habe, dass ich jede Sekunde glaube zu ersticken.. das hindert mich wirklich schwer daran .

Vielen Dank für deine liebe Antwort.
Grüsse..sickof

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2. März 2007 um 10:47
In Antwort auf genna_11872057

..
hallo..
Ich habe nicht erst jetzt etwas gemacht, ich wusste zuerst nicht an was ich leide. Ich hatte einen Zusammenbruch, Finger gebrochen und Schwindel. Ich hatte einen Gips, untersuchte alles im Kopf, war 2 Tage im Spital, war beim Hausarzt, beim Neurologen etc. Alle sagten mir ich wäre gesund. Schlussentlich fand ich selbst heraus an was ich leide. Ich habe viele Therapien probiert und jetzt bin ich bei den Medikamenten und warte auch noch auf einen Platz,stationär.
Rausgehen kann ich hauptsächlich nicht weil ich eine solche Atemnot habe, dass ich jede Sekunde glaube zu ersticken.. das hindert mich wirklich schwer daran .

Vielen Dank für deine liebe Antwort.
Grüsse..sickof

Oh jeeee
Hallo nochmal!
Das mit der Atemnot kenne ich, ist auch sehr unangenehm! Aber die Erfahrung zeigt immer und immer wieder, dass man NICHT erstickt, KEIN Asthma bekommt und dass es einfach eine psychische Blockade ist. Ich hatte diese Atemnot auch immer nachts wenn ich aufgewacht bin und eine Panikattacke hatte! Diese Atemnot ist schrecklich, bringt einen aber nicht um. genauso wie der Schwindel... ich hatte immer das Gefühl, ich werde ohnmächtig... wurde ich aber NIE! Durch die Tabletten bin ich körperlich wieder so stark geworden, dass ich überhaupt gegen die Krankheit ankämpfen konnte. Also sobald Du Dich etwas stärker fühlst, solltest Du Dich nicht zurück lehnen und denken, dass es NOCH BESSER durch die Tabletten wird. Genau dann solltest du nämlich anfangen zu kämpfen. Gehe raus mit jemanden, wenn die Atemnot kommt, dann immer denken, dass sie dich nicht umbringen wird. Der Lerneffekt ist enorm. Beim zweiten "Ausflug" wirst du dann nur noch halb so schlimme Atemnot haben und es wird immer und immer besser. Mit diesem Lerneffet kannst Du dann auch wieder andere Sachen in Angriff nehmen und jeder kleine Schritt gibt einem neues Selbstvertrauen. Man wird immer mutiger und stärker. Wenn wir das alles überstanden haben, dann hat das sicherlich einen positiven Effekt für unser restliches Leben. Wir werden viel bewußter Leben und uns daran erfreuen können, wie gut es uns wieder geht. Und wir werden stärker sein als je zuvor! Aber um den Zustand zu erreichen müssen wir jetzt ganz doll kämpfen und nicht resignieren. Bleib nicht im Bett, mache einfach jeden Tag ganz kleine Schritte. Lauf durch die Wohnung, stell dich ans fenster, bewege dich, lenk dich ab... basteln, stricken etc hilft ganz enorm. einfach nicht daliegen und abwarten sondenr langsam wieder aktiv werden! das schaffst du .... das habe ich auch geschafft! zwar mit ganz viel lieber hilfe von familie und freunden ... DANKE AN EUCH, OHNE EUCH HÄTT ICH ES NICHT GESCHAFFT... aber rauskommen kann man da nur selbst, das machen auch nicht die tabletten! gerade eben hatte ich hier in der firma ein meeting und mußte was vortragen meine hände unterm tisch haben gezittert, mir war kotzübel und noch vor einem monat hätte ich keinen satz mehr zustande gebracht. auch heute kam die panik über mich kurz bevor ich dran war. ich habe mir innerlich gesagt, dass es SCHEISSEGAL ist ob ich reden kann oder nicht und wenn nicht, dann geh ich einfach raus und an die panik der altbewährte satz :komm ruhig, dann hab ichs hinter mir.... tja, ich hab meinen vortrag überstanden, das erste mal seit monaten hab ich wieder vor einer gruppe menschen geredet.... bin stolz und kraftvoll.... und dieses gefühl kann man sich (leider) nur selbst erarbeiten! ICH DENKE AN DICH UND DRÜCK DIR DIE DAUMEN!!!

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2. März 2007 um 12:40

Angstattacken
Ich bin so froh, dass ich mit meinem Problem nicht allein bin. Ich leide seit vielen Jahren an Angstattacken.Ich kenne die ganze körperliche Symtombreite und habe mittlerweile Angst vor der Angst.Siet ca. 1 LJahr habe ich massive Schlafsörungen. Ich habe seit 3 Wochen kaum geschlafen und nun sind auch meine Angstanfälle wieder da.So schlimm, dass ich fast umgekippt bin ,mit ach und krach in eine Arztpraxis meiner Nähe gekommen bin. Dort Blutdruck 160/98 und kurz darauf 100/65. Ich bin immer nur angespannt und kann nicht richtig durchatmen. Der Anfall war vorgestern, aber seitdem ist immer diese unterschwellige Angst in mir, mein Puls geht schnell und ich jkann nicht schlafen. Ich habe angst auch Medikamente zu nehmen( Nebenwirkungen). Ich möchte leben ohne Angst. Weiß einer Rat??

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2. März 2007 um 12:44
In Antwort auf nellie_11889339

Oh jeeee
Hallo nochmal!
Das mit der Atemnot kenne ich, ist auch sehr unangenehm! Aber die Erfahrung zeigt immer und immer wieder, dass man NICHT erstickt, KEIN Asthma bekommt und dass es einfach eine psychische Blockade ist. Ich hatte diese Atemnot auch immer nachts wenn ich aufgewacht bin und eine Panikattacke hatte! Diese Atemnot ist schrecklich, bringt einen aber nicht um. genauso wie der Schwindel... ich hatte immer das Gefühl, ich werde ohnmächtig... wurde ich aber NIE! Durch die Tabletten bin ich körperlich wieder so stark geworden, dass ich überhaupt gegen die Krankheit ankämpfen konnte. Also sobald Du Dich etwas stärker fühlst, solltest Du Dich nicht zurück lehnen und denken, dass es NOCH BESSER durch die Tabletten wird. Genau dann solltest du nämlich anfangen zu kämpfen. Gehe raus mit jemanden, wenn die Atemnot kommt, dann immer denken, dass sie dich nicht umbringen wird. Der Lerneffekt ist enorm. Beim zweiten "Ausflug" wirst du dann nur noch halb so schlimme Atemnot haben und es wird immer und immer besser. Mit diesem Lerneffet kannst Du dann auch wieder andere Sachen in Angriff nehmen und jeder kleine Schritt gibt einem neues Selbstvertrauen. Man wird immer mutiger und stärker. Wenn wir das alles überstanden haben, dann hat das sicherlich einen positiven Effekt für unser restliches Leben. Wir werden viel bewußter Leben und uns daran erfreuen können, wie gut es uns wieder geht. Und wir werden stärker sein als je zuvor! Aber um den Zustand zu erreichen müssen wir jetzt ganz doll kämpfen und nicht resignieren. Bleib nicht im Bett, mache einfach jeden Tag ganz kleine Schritte. Lauf durch die Wohnung, stell dich ans fenster, bewege dich, lenk dich ab... basteln, stricken etc hilft ganz enorm. einfach nicht daliegen und abwarten sondenr langsam wieder aktiv werden! das schaffst du .... das habe ich auch geschafft! zwar mit ganz viel lieber hilfe von familie und freunden ... DANKE AN EUCH, OHNE EUCH HÄTT ICH ES NICHT GESCHAFFT... aber rauskommen kann man da nur selbst, das machen auch nicht die tabletten! gerade eben hatte ich hier in der firma ein meeting und mußte was vortragen meine hände unterm tisch haben gezittert, mir war kotzübel und noch vor einem monat hätte ich keinen satz mehr zustande gebracht. auch heute kam die panik über mich kurz bevor ich dran war. ich habe mir innerlich gesagt, dass es SCHEISSEGAL ist ob ich reden kann oder nicht und wenn nicht, dann geh ich einfach raus und an die panik der altbewährte satz :komm ruhig, dann hab ichs hinter mir.... tja, ich hab meinen vortrag überstanden, das erste mal seit monaten hab ich wieder vor einer gruppe menschen geredet.... bin stolz und kraftvoll.... und dieses gefühl kann man sich (leider) nur selbst erarbeiten! ICH DENKE AN DICH UND DRÜCK DIR DIE DAUMEN!!!

Danke
Vielen Dank für deine liebe Antwort.. Es gibt mir schon Kraft zu wissen, dass ich nicht alleine da stehe. Ich glaube jetzt fest an meine Medikamente und schaffte es heute, 5Minuten am Tisch zu sein. Eigentlich ist es lächerlich, doch es ist für mich ein Fortschritt. Ich bin froh, Leute gefunden zu haben, die das Selbe leiden haben ( hatten ). Danke nochmal.
Ich wünsche auch dir, ganz viel Kraft.! Wir packens...

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