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Arbeiten trotz psychischer Krankheit?

29. Januar 2017 um 14:21

Hallo,

ich stelle mir schon lange die Frage, ob eine gute Arbeit mit einer psychischen Krankheit überhaupt möglich ist (in meinem Fall: Angstzustände, Depression, soziale Phobie...)? Was ist eure Meinung? Und sollte man dem AG diese Info am Anfang geben oder lieber lassen? Gibt es Berufe, die man gar nicht mehr ausführen kann?

Freue mich auf eure Antworten.

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30. Januar 2017 um 10:17

ist sehr von Beruf abhängig, denke ich.

Um es mal aus meiner Perspektive zu sagen: Ich als Arzthelferin oder Verkäuferin würde ich es nicht schaffen. Als Informatiker arbeite ich ganz normal Vollzeit - aber mit einigen Anpassungen.
Beispielsweise plane ich meinen Urlaub fast nie weit voraus, sondern nehme mit oft max 1 Woche Vorlauf dann Urlaub, wenn ich merke, dass ich eben gerade "runter" bin. Ich kann manchmal auch von zu Hause aus arbeiten (bei mir ist auch ein guter Teil Angststörung dabei und da ist der Weg zur Arbeit oft schwerer als die Arbeit selbst) - das hilft enorm. Der Umgang in der Firma ist locker genug, dass ich bei internen Meetings mit mehr als 5 Leuten im Raum nicht im Raum sitzen muss, sondern eben in der offenen Tür stehe (bei externen setze ich mich ganz normal mit rein, ab und an geht das ja schon, es verbraucht nur so viel mehr Kraft, dass ich mir das spare, wenn es nicht wirklich nötig ist) - usw.
Von daher wissen Chefs und Kollegen im Wesentlichen auch Bescheid - in den Details nicht, das tut nicht not.

Das alles geht aber eben auch nur, weil meine eigentliche Arbeit, also der Wert, den ich für das Unternehmen, für das ich arbeite, habe, in anderen Bereichen liegt. Wir Informatiker sind auch nicht mehr die Nerds und Kellerkinder von früher, da gehört schon viel Teamarbeit und Abstimmung dazu (nächster Punkt: kann ich hier überwiegend per internem Chat machen, muss ich (meistens) nicht persönlich schnattern und (meistens) noch nicht mal telefonieren - auch das erleichtert mir sehr vieles) und ich habe auch viel Kundenkontakt (aber auch das meist schriftlich) - aber es geht auch ok, wenn ich mal die Bürotüre zu habe und mich zurückziehe oder eben von zu Hause aus arbeite o.ä. - ohne dass mein Job darunter leidet.

Wäre ich Arzthelferin, ginge im Grunde nichts von alledem, was mir den Berufsalltag so viel leichter macht. Wäre ich in einem Unternehmen mit einem ... "steiferen" ... Arbeitsklima, wahrscheinlich auch nicht - so aber funktioniert es ganz gut.

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30. Januar 2017 um 13:16

ja, sollte ich vielleicht dazu sagen, ich habe eine anerkannte Schwerbehinderung mit einem GdB von 30.

Diagnosen bei mir: (u.a.) Borderline, generalisierte Angsstörung, Depressionen (die halt schubweise mal fast weg, mal fast stärker als ich sind), schizoide Persönlichkeitsstörung

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30. Januar 2017 um 13:39

da muss ich Dich korrigieren, das stimmt so nicht.

Sagen muss man es ab einem GdB von 50, bei 30 nicht. - Aus dem einfachen Grund, dass mit einem GdB von 30 noch keine anderen rechtlichen Vorschriften (anderer Kündigungsschutz, zusätzliche Urlaubstage etc gelten und auf der anderen Seite man für den AG auch noch nicht als schwerbehinderter AN zählt - also die Strafabgabe muss auch dann gezahlt werden beispielsweise)

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30. Januar 2017 um 13:44
In Antwort auf avarrassterne1

da muss ich Dich korrigieren, das stimmt so nicht.

Sagen muss man es ab einem GdB von 50, bei 30 nicht. - Aus dem einfachen Grund, dass mit einem GdB von 30 noch keine anderen rechtlichen Vorschriften (anderer Kündigungsschutz, zusätzliche Urlaubstage etc gelten und auf der anderen Seite man für den AG auch noch nicht als schwerbehinderter AN zählt - also die Strafabgabe muss auch dann gezahlt werden beispielsweise)

Ausweis gibt es da (also bei GdB 30) btw auch noch keinen, nur ein offizielles Schreiben, dass einem ein GdB von 30 zuerkannt wurde - bringt ein paar Euro bei der Steuer im Jahr und ansonsten ist der hauptsächlich dafür gut, den Menschen, die psych. Erkrankungen so gar nicht ernst nehmen wollen (die kennen wir wohl alle, nicht zu Letzt in der eigenen Familie) mal etwas (Pardon!) das Maul zu stopfen, weil damit offiziell und von staatlicher Seite bestätigt ist, dass man es im Alltag um 30% schwerer hat als ein Gesunder.
Aber sonst... nicht viel.

Doch, man kann beruflich einen "Gleichstellungsantrag" stellen, was einen verbesserten Kündigungsschutz gewährt (man ist in dieser Hinsicht einem zu 50% schwerbehinderten AN gleichgestellt - daher der Name, aber auch das gilt dann nicht z.B. für Urlaubstage usw.)

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30. Januar 2017 um 13:46

hm, das habe ich damals extra vermieden - also die magischen 50% zu erreichen, da hätte ich zu dieser Zeit wahrscheinlich mehr Probleme bei der Jobsuche gehabt.

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30. Januar 2017 um 13:55

Vielen lieben Dank für die vielen Antworten, das freut mich wirklich sehr.
Ich weiß es selber nicht genau, wie schlimm es bei mir ist. Ich bin psychisch labil, bekomme bei schlimmen Erlebnissen meist immer eine Depression, wollte als Teenager auch schon Suizid begehen, hatte schon Burn-Out, Borderline, soziale Phobie (wobei sich das schon verbessert hat), habe Angstzustände, die sich körperlich so auswirken, dass ich anfange zu zittern, das Herz pumpt und am ganzen Körper schwitze wie sonst was. Das Problem bei mir ist, dass ich glaube bei anderen gar nicht so "bekloppt" rüberkomme und viele mir das gar nicht abkaufen. Ich würde gerne im Bereich Personal gehen, wahrscheinlich als Personalöreferentin, bin mir aber unsicher, ob das das richtige für mich wäre, weil ich auch viel nachdenken muss, unter Druck stehe und auf engen Raum mit anderen "vielleicht auch nicht so netten Menschen"zusammen sein müsste.

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30. Januar 2017 um 14:16

ja, kenne ich, ich habe auch einen Job dadurch verloren.
"Von aussen sehen immer alle..." - nach meiner Erfahrung: die sehen genau das, was in ihr Weltbild passt und was sie sehen möchten.
Solche Nummern hatte ich nicht von der Krankenkasse (ok, da sind es "nur" unsensible Trampel, die halt das machen, was sie für ihren Job halten) - sondern in der (engen) Familie. Naja, waren wichtige Erfahrungen in meinem Leben, inzwischen kann ich sehr viel besser mit so etwas umgehen, das erzeugt bei mir keinen Stress und Druck mehr, weil ich so etwas gar nicht mehr persönlich an mich heran komme. Nur der Weg bis dahin hat mir ein paar Narben eingebracht.

Aber mal ganz allgemein betrachtet ist es ja so: eine Krankheit wäre keine, wenn man dadurch nicht auch Einschränkungen hätte, die über die üblichen (Talent, Wissen, Persönlichkeitsstruktur usw. was man eben für einen Beruf so braucht) hinaus gehen. Ob man die Einschränkung jetzt staatlich anerkannt hat oder nicht - wenn es sich um chronische oder länger andauernde Krankheiten handelt, kann man m.E. nicht EINEN Job machen, man braucht den (für sich persönlich) richtigen - wo der Job - also die Arbeit selbst - zu den eigenen speziellen Bedürfnissen und Anforderungen passt, das (Arbeits-) Umfeld aber eben auch.

Daher @TE: Personalreferendin klingt mir nicht super passend bei sozialer Phobie, aber letztlich kannst nur Du selbst das entscheiden - ev. mit Unterstützung von Therapeut/in. Du musst wissen, worauf Du in Deinem speziellen Falle Rücksicht nehmen musst, was Dich besonders belastet (das ist mit den Diagnosen allein nicht zu klären) - aber genauso, was Dich entlastet. Man kann (und sollte m.E.) sowieso nie jede Belastung vermeiden, wichtig ist deswegen zu wissen, wie man dafür an anderer Stelle ausgleichend auch mal Kraft sparen kann.

 

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30. Januar 2017 um 14:19

Ich bin vor ein paar Monaten umgezogen und habe seit dem einen Psychologen gesucht und leider nur einen gefunden. Dieser gibt mir aber nur diese 5 Kennenlernenstunden und beantragt keine neue Therapie, weil wir nicht wissen, wie lange ich noch hier wohnen werde. Ich habe in der Vergangenheit mal Antidepressiva genommen, mal stärkere, mal leichtere. Irgendwann habe ich dann entschieden, diese nicht mehr zu nehmen, was auch relativ gut ging. Das Problem bei diesen Tabletten war nämlich immer, das ich zu der Zeit studiert habe und mich nicht konzentrieren konnte, weil sie mich total benebelt haben . Das ist richtig, ich muss selber wissen, ob ich es mir zutraue. Einfach wird es nicht werden schätze ich, aber ein Versuch ist es wert.

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30. Januar 2017 um 14:50
In Antwort auf biene2x8

Ich bin vor ein paar Monaten umgezogen und habe seit dem einen Psychologen gesucht und leider nur einen gefunden. Dieser gibt mir aber nur diese 5 Kennenlernenstunden und beantragt keine neue Therapie, weil wir nicht wissen, wie lange ich noch hier wohnen werde. Ich habe in der Vergangenheit mal Antidepressiva genommen, mal stärkere, mal leichtere. Irgendwann habe ich dann entschieden, diese nicht mehr zu nehmen, was auch relativ gut ging. Das Problem bei diesen Tabletten war nämlich immer, das ich zu der Zeit studiert habe und mich nicht konzentrieren konnte, weil sie mich total benebelt haben . Das ist richtig, ich muss selber wissen, ob ich es mir zutraue. Einfach wird es nicht werden schätze ich, aber ein Versuch ist es wert.

dann würde ich Dir raten, mach Dir zuerst mal so eine Liste - in der Art, wie ich sie in meinem ersten Beitrag geschrieben habe.

Was gleicht Dich aus? Was davon kannst Du in den Arbeitsalltag einbauen? Unter welchen Voraussetzungen (von "in der Mittagspause Joggen gehen" bis zu "zwischendurch mal 30 min Kopfhörer aufsetzen und Musik hören"

Was sind für Dich besonders starke Belastungen / Belastungssituationen? Was wären im Arbeitsalltag also gute / schlechte Grundbedingungen? - So etwas wie: bei mir ist es Stress, mit mehreren Menschen in einem Raum zu sein - ein Unternehmen mit Großraumbüros fällt also grundsätzlich aus, ich sollte mir statt dessen etwas suchen, wo jeder in seinem eigenen Zimmer sitzt (das kann man beispielsweise bei einem Vorstellungsgespräch meist nebenbei "abchecken", ohne dass man extra danach fragen muss - und es ist ein sehr wichtiger Punkt im Alltag).

Was verändert sich bei Dir, wenn Du einen aktuten Schub hast - und wie ändert es sich? Was fällt Dir dann besonders schwer? Was kannst Du tun, um in einem akuten Fall mal einen großen Schwung Druck / Stress herauszunehmen? (z.B. von zu Hause aus arbeiten, spontan mal 3 Tage frei nehmen, ...) - auch das kann man vorher erfragen. Es gibt Unternehmen, da muss die Urlaubsplanung für die Sommerferien am besten spätestens im Januar stehen - oder es wird gar über Betriebsferien vorgegeben - nun, da weiß ich, brauch ich gar nicht erst anfangen.

Wenn Dir das klar ist, findest Du wesentlich besser einen passenden Job. Vieles davon kann man klären, ohne explizit danach fragen zu müssen. Die meisten (größeren) Unternehmen haben heutzutage solche "Guides" / Leitlinien für Ihr Selbstverständnis im Umgang miteinander auf Ihrer Homepage hinterlegt. Wo unter den Stichworten "Work-Life-Balance" & Co beispielsweise steht, wie flexibel Homeoffice, Gleitzeitregelungen usw. in diesem Unternehmen generell gehandhabt werden - oder eben auch nicht.
Vor allem aber wird es Dir im Alltag unendlich helfen, wenn Dir das alles bewußt ist - dass Dir deine "Energie-Diebe" und "Ladestationen" klar sind, ist aus meiner Sicht das wichtigste überhaupt - es gibt Dir nicht zu Letzt auch Handlungsmöglichkeiten und Steuermöglichkeiten - priceless

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30. Januar 2017 um 14:54

"aber wenn du es sagst, stellt der dich eh nicht ein."

Nein, das würde ich so nicht unterschreiben. Das mit dem "bei gleicher Quali werden Menschen mit Schwerbehinderung bevorzugt" ist tatsächlich manchmal so gemeint Schon allein, weil sonst (abh. von Unternehmensgröße etc) Zwangsabgaben fällig werden, beispielsweise.
Aber auch Personalleute haben inzwischen kapiert, dass eine Schwerbehinderung nicht für alle Arbeitsbereiche untauglich macht - sondern meist Einschränkungen in bestimmten Punkten bedeutet. - Naja, zumindest einige Personalleute
Das Risiko mit Kündigungsschutz etc. ist höher, dem stehen aber auch Vorteile für das Unternehmen gegenüber.

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30. Januar 2017 um 15:17

Danke für die hilfreichen Antworten  . avarasssterne 1, das ist eine sehr gute Idee, dass ich mich damit noch mehr auseinandersetze und gleich für mich persönlich festelge / entscheide, was für mich unangenehm sein könnte usw und was ich machen könnte, damit ich mich besser fühle. Bzw mir das dann auch bewusst mache, wenn ich in Arbeit bin und somit abstecken kann, was gut und was nicht gut für mich ist. Es wird sehr unangenehm werden, weil das theoretisch immer sehr schnell und einfach niederzuschreiben ist, aber sobald man drinne ist, ganz anders empfindet und es dann gar nicht so einfach ist.

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30. Januar 2017 um 15:33
In Antwort auf biene2x8

Danke für die hilfreichen Antworten  . avarasssterne 1, das ist eine sehr gute Idee, dass ich mich damit noch mehr auseinandersetze und gleich für mich persönlich festelge / entscheide, was für mich unangenehm sein könnte usw und was ich machen könnte, damit ich mich besser fühle. Bzw mir das dann auch bewusst mache, wenn ich in Arbeit bin und somit abstecken kann, was gut und was nicht gut für mich ist. Es wird sehr unangenehm werden, weil das theoretisch immer sehr schnell und einfach niederzuschreiben ist, aber sobald man drinne ist, ganz anders empfindet und es dann gar nicht so einfach ist.

hast Du in dem Bereich schon mal gearbeitet?

Klar klingt das in der Theorie einfacher, als es in der Praxis ist. Ist auch bei gesunden Menschen so. Die haben auch nie einen Job, bei dem ALLES Spaß macht und die haben auch so diese Tage, wo man rückstandslos motivationsfrei ist und schlichtweg ALLES nur nervt wie Hölle.

Geh am einfachsten mal eine Woche durch. Von "ich geh am Montag um ... Uhr aus dem Haus" bis "Freitag komme ich um ... Uhr nach Hause und habe Wochenende!" Oder am besten das Wochenende mit, denn unsereins sollte auch wissen, wie man am WE am besten Kraft für die Woche tankt. Inklusive der Kaffeepause und des Mittagessens und was sonst noch anfällt.
Auch wichtig: mach das schriftlich. Man denkt über etwas, was man aufschreibt, völlig anders nach als wenn man es sich eben "vorstellt" - das "vorstellen" ist an sich verwaschener.

Such mal nach einigen Stellenanzeigen in Deinem Bereich. Pick Dir 5 heraus. Erst mal "irgendwelche". Da stehen ja auch die "Softskills" dazu, was sich die Arbeitgeber in Spe so für eine Persönlichkeit vorstellen und nicht nur die fachlichen Qualifikationen. Das kannst Du super einbeziehen. Schau auf der Homepage der Unternehmen nach.
Mir fällt spontan ein Beispiel ein:
http://www.gfk.com/de/karriere/uebersicht/
Da kann man schon so einiges herauslesen, was das Selbstverständnis der Personalpolitik betrifft.

Das zusammen hilft Dir bestimmt, dem "mein Arbeitskonzept - Papier" näher zu kommen.
Das kannst Du ja dann auch mal in eine der 5 Probesitzungen mitnehmen und Deinem Therapeuten unter die Nase halten - dann ist eine der 5 Sitzungen eben so verplant. Nicht die schlechteste Art, die zu nutzen, wenn Du mich fragst, aber das macht (vor allem für Dich) am meisten Sinn, wenn Du das für Dich schon halbwegs fertig hast und dann noch eine zusätzliche Meinung einholst.

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30. Januar 2017 um 16:18

Danke fürs Nachschlagen!

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30. Januar 2017 um 16:38

Entschuldigt, wenn sich das dumm anhört, aber wer diagnostiziert solch eine prozentuale Behinderung? Ich finde das schon sehr relevant, dass man vorher eine Arbeit beginnt und weiß, was man sagen muss und was nicht.

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30. Januar 2017 um 16:47

Okay, danke für die Info, gut zu wissen. Muss ich mich organisatorisch da selber drum kümmern oder geht das dann seinen Weg, wenn ich einen Antrag gestellt habe. Weißt du, wie der Antrag genau heißt?

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30. Januar 2017 um 16:52
In Antwort auf biene2x8

Entschuldigt, wenn sich das dumm anhört, aber wer diagnostiziert solch eine prozentuale Behinderung? Ich finde das schon sehr relevant, dass man vorher eine Arbeit beginnt und weiß, was man sagen muss und was nicht.

das "diagnostiziert" niemand, es wird von Amts wegen festgestellt.

Auf die Schnelle beim googeln habe ich das gefunden, was erst mal halbwegs sinnvoll aussieht:
http://www.vdk.de/deutschland/pages/themen/teilhabe_und_behinderung/9196/der_schwerbehindertenausweis

Wie bereits hier geschrieben macht das idR (ist mal wieder etwas, was ein bißchen vom Bundesland abhängig ist) das jeweilige Versorgungsamt. Die holen sich dann die Informationen von Dir (u.a. behandelnde Ärzte, festgestellte Diagnosen, Krankenhausaufenthalte etc.) - und die zugehörigen Schweigepflichtsentbindungen, damit sie sich die Diagnosen und die Schwere der Erkrankung, Stärke der Einschränkungen etc. bestätigen lassen können. Dann wird - meist "nach Katalog" entschieden und ein GdB festgelegt - gegen diesen kann man natürlich ggf. Widerspruch einlegen

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30. Januar 2017 um 16:55

Oh ok, vielen lieben Dank. Dann weiß ich Bescheid. Ich werde mich damit dann auseinandersetzen und einen Antrag stellen. Danke nochmal.

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30. Januar 2017 um 18:47

Ah ok, gut zu wissen danke. Oh man, habe es mir nicht so schlimm vorgestellt.

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31. Januar 2017 um 8:13

naja, die Abgabe ist happig - ich müsste jetzt googeln, wie viel genau, aber soweit ich das weiß, wiegt die die Kosten für die paar zusätzlichen Urlaubstage nahezu auf.

Was dann noch negativ für das Unternehmen, gerade bei klein- und mittelständigen Unternehmen, bleibt, wäre der erweiterte Kündigungsschutz, aber den kann man, wie ich hier schon geschrieben habe, auch mit 30% haben.

Das was Du hier schreibst, deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen, muss ich sagen.

@biene: so schlimm ist es auch nicht - zumindest nicht nach dem, was ich erlebt habe.
Klar, es gibt in jedem Beruf, in jedem Unternehmen, Menschen, vor denen man nur den Hut ziehen kann, es gibt immer absolute Vollidioten - und jede Menge dazwischen. That's life. Gehört dazu. Und ja, gerade mit psych. Erkrankungen steht man immer auch vor Menschen, die ... wie formuliere ich es höflich... gut gepflegte und sehr intakte Vorurteile haben (und, auch nicht zu vergessen, teilweise sehr prägende persönliche Erfahrungen) - und die auch gern behalten wollen. Aber die Welt besteht nicht nur aus denen

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31. Januar 2017 um 13:32
In Antwort auf avarrassterne1

naja, die Abgabe ist happig - ich müsste jetzt googeln, wie viel genau, aber soweit ich das weiß, wiegt die die Kosten für die paar zusätzlichen Urlaubstage nahezu auf.

Was dann noch negativ für das Unternehmen, gerade bei klein- und mittelständigen Unternehmen, bleibt, wäre der erweiterte Kündigungsschutz, aber den kann man, wie ich hier schon geschrieben habe, auch mit 30% haben.

Das was Du hier schreibst, deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen, muss ich sagen.

@biene: so schlimm ist es auch nicht - zumindest nicht nach dem, was ich erlebt habe.
Klar, es gibt in jedem Beruf, in jedem Unternehmen, Menschen, vor denen man nur den Hut ziehen kann, es gibt immer absolute Vollidioten - und jede Menge dazwischen. That's life. Gehört dazu. Und ja, gerade mit psych. Erkrankungen steht man immer auch vor Menschen, die ... wie formuliere ich es höflich... gut gepflegte und sehr intakte Vorurteile haben (und, auch nicht zu vergessen, teilweise sehr prägende persönliche Erfahrungen) - und die auch gern behalten wollen. Aber die Welt besteht nicht nur aus denen

Da hast du wohl Recht. Es wird in jedem Unternehmen Leute geben, die Indioten, als auch wirklich nett und kompetent sind. In meinem Fall ist es nun leider so gewesen, dass gar keiner hinter mir stand und das dass ganze wohl schon länger so geplant war als Lückenfüller sozusagen. Ich muss dennoch lernen, damit umgehen zu können, wie die verschiedenen Charaktere im Unternehmen in einen Unternehmen ticken und wie man darauf reagiert.

LG
Sarah

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31. Januar 2017 um 13:41
In Antwort auf biene2x8

Da hast du wohl Recht. Es wird in jedem Unternehmen Leute geben, die Indioten, als auch wirklich nett und kompetent sind. In meinem Fall ist es nun leider so gewesen, dass gar keiner hinter mir stand und das dass ganze wohl schon länger so geplant war als Lückenfüller sozusagen. Ich muss dennoch lernen, damit umgehen zu können, wie die verschiedenen Charaktere im Unternehmen in einen Unternehmen ticken und wie man darauf reagiert.

LG
Sarah

Du widersprichst Dir.
Es stand doch jemand hinter Dir - die Kollegin, die dann das Unternehmen verlassen hat, hast Du völlig vergessen / ausgeblendet.

Wenn gar niemand hinter einem steht, dann passt man nicht in das Unternehmen. Ganz einfach.

Wie die verschiedenen Charaktere ticken und wie man reagiert - auch wenn Dir die Praxis fehlt, aber das hättest Du doch eigentlich in Deiner Ausbildung mit lernen müssen, oder?
Mach doch mal die Übungen dafür aus dem anderen Thread mit - ggf. auch still und leise ohne uns / mich. Aber Du wirst auf solche Situationen, Charaktere, ... wieder treffen, wenn Du im Personalbereich arbeiten möchtest. Nutz die Möglichkeit zu üben und zu lernen, wenn sie Dir schon vor die Füsse gekippt wird

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31. Januar 2017 um 15:35

Danke, das werde ich tun.

Ich habe mir nicht wiedersprochen, natürlich standen meine liebsten hinter mir und auch die Kollegin, mit der ich immer noch Kontakt habe, jedoch zählte sie zu der Zeit nicht mehr zum Unternehmen mit dazu in meinen Augen. Alleine war ich nicht, das meinte ich auch nicht, ich meinte die Personen im Unternehmen.

LG
Sarah

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31. Januar 2017 um 21:08

den Kontext nicht vergessen!

Es ging um den Unterschied zwischen 30% und 50%.
Google "Gleichstellungsantrag" - man kann sich mit 30% in Bezug auf den Kündigungsschhutz zu einem GdB von 50 gleichstellen lassen. Heißt: es gibt dann keinen Unterschied mehr. Ja klar, ist zweifelhaft. Aber eben auch nicht anders als bei einem GdB vo 50 ...

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2. Februar 2017 um 16:58
In Antwort auf biene2x8

Hallo,

ich stelle mir schon lange die Frage, ob eine gute Arbeit mit einer psychischen Krankheit überhaupt möglich ist (in meinem Fall: Angstzustände, Depression, soziale Phobie...)? Was ist eure Meinung? Und sollte man dem AG diese Info am Anfang geben oder lieber lassen? Gibt es Berufe, die man gar nicht mehr ausführen kann?

Freue mich auf eure Antworten.

Ich möchte von der "anderen Seite" antworten, als Teamleiter in der IT, und meiner Erfahrung mit Mitarbeitern mit - ich darf gar nicht wissen ob wirklich - psychischen Krankheiten. Mir fällt nicht leicht, in der Situation allen Aspekten und Interessen, die in der Situation miteinander konkurrieren, gerecht zu werden.

Aus meiner geschäfltichen Rolle als "Repräsentant vor Ort" für die Geschäftsinteressen der Firma habe ich die Aufgabe, ein gutes Ergebnis an Teamleistung zu erreichen. Dazu gehört auch, dass im Team jeder das Gefühl hat, entsprechend seinen Leistungen fair behandelt zu werden.
Tue ich das nicht, fahre ich die anderen Teammitglieder in die Frustration.

In meiner Rolle als Mensch sehe ich, dass jeder von uns, und Menschen mit psychischen aus dem Üblichen schlagenden Eigenschaften, so seine besonderen Bedürfnisse hat. Und dass, aus sozialer Sicht, wir als Gesellschaft versuchen sollten, jeden im Boot zu halten, den wir können.
Tue ich das nicht, handele ich nach allgemeiner Wahrnehmung als unsozial.

Soweit, so verstanden. Was es schwer macht, sind Situationen in denen zwei Dinge zusammen kommen, nämlich psychologische Eigenschaften, die ein menschliches Miteinander und eine geschäftlich befriedigende Arbeitsleistung schlicht unmöglich machen, und dem Zwang des Arbeitsrechts, das zwar sozial gedacht ist, allerdings zu Situationen führen kann, die überhaupt nicht sozial sind, und an der schließlich alle leiden.

Ich muss in meiner Rolle demjenigen, wenn seine Arbeitsergebnisse - leider kam es vor - schlicht unbrauchbar waren, ihm das mitteilen. Dabei kann ich den Verdacht haben, dass er gar nicht anders kann, aufgrund seiner Eigenschaften. Ich darf allerdings weder die Personalabteilung fragen, ob mein Verdacht stimmt, noch denjenigen in ärztliche Behandlung senden, noch fragen, ob er sich schon in einer solchen befindet, denn das verbietet die Vertraulichkeit seiner Gesundheitsdaten.
Ich selbst müsste nun in der Situation letzlich eine Ausbildung als Psychotherapeut haben, um mit demjenigen im allerbesten Sinne gut umgehen zu können. Die habe ich allerdings nicht, ich kann mir das lediglich zu einem gewissen Teil laienhaft zusammen lesen. Die Soft Skills Trainings, die ich so ziemlich alle nehme, gehen so gut wie alle von belastungsfreien Ausgangslagen aus. Psychische Probleme sind im Management nur am Rande thematisiert.

Damit sitzen nun zwei Menschen in einer Situation miteinander, die gezwungenermassen beide am falschen Ort sind. Der Mitarbeiter, der in einer hochgezüchteten kommerziellen Umgebung keinen Platz findet, und der Vorgesetzte, der als Sozialarbeiter nicht taugt. Das Arbeitsrecht erlaubt daraus keinen Ausweg: Ich bin gezwungen mit jedem Mitarbeiter umzugehen als sei er gesund, ausserdem muss ich ihn bezahlen (lassen) als sei er gesund, also erhält er ein frustrierendes Feed-Back. Die Frage, ob er vielleicht aufgrund einer Krankheit gar nicht kann, darf ich nicht stellen, und wüsste ich es, fehlt mir die Ausbildung damit umzugehen, und wüsste ich es, so darf ich die Konsequenz daraus dass er nicht kann, nämlich ihn aus dem Arbeitsumfeld zu entfernen, nicht durchsetzen.
So ende ich in der Lage eines Psychotherapeuten, soll eine Umgebung bereitstellen wie in einer Psychopraxis, befinde mich jedoch in einer rein kommerziellen Arbeitsumgebung.
Die Gesellschaft lädt die Betreuung psychisch Kranker einfach auf mir ab.

Die Schmerzen auf allen Seiten sind vorprogrammiert. Es finden teils Work-Shops statt um betroffene Teamleiter vom Burn-Out zu schützen. Je nach psychologischer Krankheit bekommen die erkrankten Mitarbeiter das mit, oder merken es nicht, nicht jedes Bild erlaubt eine Empathie für den Chef. Falls sie es überhaupt mitbekommen, kündigen sie nicht von sich aus, denn ihre Lage ist immernoch besser als die Alternativen, die ihnen offen stehen.

Wie sähe aus Sicht psychisch Erkrankter (und da wird je nach persönlichem Bild sich wohl eine völlig unterschiedliche Antwort ergeben) eine gute Lösung aus? Wie bringt man kommerzielle Anforderungen, Datenschutz, Arbeitsrecht, und ein erkrankungsgerechte persönliche Zwänge unter einen Hut?

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2. Februar 2017 um 17:08
In Antwort auf brillengestell

Ich möchte von der "anderen Seite" antworten, als Teamleiter in der IT, und meiner Erfahrung mit Mitarbeitern mit - ich darf gar nicht wissen ob wirklich - psychischen Krankheiten. Mir fällt nicht leicht, in der Situation allen Aspekten und Interessen, die in der Situation miteinander konkurrieren, gerecht zu werden.

Aus meiner geschäfltichen Rolle als "Repräsentant vor Ort" für die Geschäftsinteressen der Firma habe ich die Aufgabe, ein gutes Ergebnis an Teamleistung zu erreichen. Dazu gehört auch, dass im Team jeder das Gefühl hat, entsprechend seinen Leistungen fair behandelt zu werden.
Tue ich das nicht, fahre ich die anderen Teammitglieder in die Frustration.

In meiner Rolle als Mensch sehe ich, dass jeder von uns, und Menschen mit psychischen aus dem Üblichen schlagenden Eigenschaften, so seine besonderen Bedürfnisse hat. Und dass, aus sozialer Sicht, wir als Gesellschaft versuchen sollten, jeden im Boot zu halten, den wir können.
Tue ich das nicht, handele ich nach allgemeiner Wahrnehmung als unsozial.

Soweit, so verstanden. Was es schwer macht, sind Situationen in denen zwei Dinge zusammen kommen, nämlich psychologische Eigenschaften, die ein menschliches Miteinander und eine geschäftlich befriedigende Arbeitsleistung schlicht unmöglich machen, und dem Zwang des Arbeitsrechts, das zwar sozial gedacht ist, allerdings zu Situationen führen kann, die überhaupt nicht sozial sind, und an der schließlich alle leiden.

Ich muss in meiner Rolle demjenigen, wenn seine Arbeitsergebnisse - leider kam es vor - schlicht unbrauchbar waren, ihm das mitteilen. Dabei kann ich den Verdacht haben, dass er gar nicht anders kann, aufgrund seiner Eigenschaften. Ich darf allerdings weder die Personalabteilung fragen, ob mein Verdacht stimmt, noch denjenigen in ärztliche Behandlung senden, noch fragen, ob er sich schon in einer solchen befindet, denn das verbietet die Vertraulichkeit seiner Gesundheitsdaten.
Ich selbst müsste nun in der Situation letzlich eine Ausbildung als Psychotherapeut haben, um mit demjenigen im allerbesten Sinne gut umgehen zu können. Die habe ich allerdings nicht, ich kann mir das lediglich zu einem gewissen Teil laienhaft zusammen lesen. Die Soft Skills Trainings, die ich so ziemlich alle nehme, gehen so gut wie alle von belastungsfreien Ausgangslagen aus. Psychische Probleme sind im Management nur am Rande thematisiert.

Damit sitzen nun zwei Menschen in einer Situation miteinander, die gezwungenermassen beide am falschen Ort sind. Der Mitarbeiter, der in einer hochgezüchteten kommerziellen Umgebung keinen Platz findet, und der Vorgesetzte, der als Sozialarbeiter nicht taugt. Das Arbeitsrecht erlaubt daraus keinen Ausweg: Ich bin gezwungen mit jedem Mitarbeiter umzugehen als sei er gesund, ausserdem muss ich ihn bezahlen (lassen) als sei er gesund, also erhält er ein frustrierendes Feed-Back. Die Frage, ob er vielleicht aufgrund einer Krankheit gar nicht kann, darf ich nicht stellen, und wüsste ich es, fehlt mir die Ausbildung damit umzugehen, und wüsste ich es, so darf ich die Konsequenz daraus dass er nicht kann, nämlich ihn aus dem Arbeitsumfeld zu entfernen, nicht durchsetzen.
So ende ich in der Lage eines Psychotherapeuten, soll eine Umgebung bereitstellen wie in einer Psychopraxis, befinde mich jedoch in einer rein kommerziellen Arbeitsumgebung.
Die Gesellschaft lädt die Betreuung psychisch Kranker einfach auf mir ab.

Die Schmerzen auf allen Seiten sind vorprogrammiert. Es finden teils Work-Shops statt um betroffene Teamleiter vom Burn-Out zu schützen. Je nach psychologischer Krankheit bekommen die erkrankten Mitarbeiter das mit, oder merken es nicht, nicht jedes Bild erlaubt eine Empathie für den Chef. Falls sie es überhaupt mitbekommen, kündigen sie nicht von sich aus, denn ihre Lage ist immernoch besser als die Alternativen, die ihnen offen stehen.

Wie sähe aus Sicht psychisch Erkrankter (und da wird je nach persönlichem Bild sich wohl eine völlig unterschiedliche Antwort ergeben) eine gute Lösung aus? Wie bringt man kommerzielle Anforderungen, Datenschutz, Arbeitsrecht, und ein erkrankungsgerechte persönliche Zwänge unter einen Hut?

hm, ich muss erst mal nachfragen...

Normaler Weise gibt es doch Vorgespräche und es ist nicht gleich der "ganz häßliche Teil" - also von welchem der beiden sprichst Du?

Zum anderen: man muss nicht unbedingt "Namen nennen", um ein Thema anzusprechen. Damit kannst Du das "ich darf weder wissen noch fragen" eigentlich ganz passabel umgehen, oder?

Zum dritten: normaler Weise laufen solche Gespräche ja nicht als Monolog ab. Du sprichst den MA darauf an, was Dir aufgefallen ist, wo es hakt. Mal vorsichtig formuliert. Dann bekommst Du eine Antwort, eine Darstellung aus Sicht des MA - und dann kann man nach Wegen suchen, vielleicht auch die Rahmenbedingungen so umzubasteln, dass die Schwächen dieser Person besser kompensiert und die Stärken besser genutzt werden - ob mit oder ohne psych. Krankheit ist da sogar noch egal. - Geht nicht immer, keine Frage, aber wenn, ist es immer zum Vorteil für beide Seiten.

Das einzige, was vielleicht schwieriger ist... naja, wohl ohne vielleicht ... ist die Gesprächsführung an sich, aber dazu ein ander mal, ich muss grad ziemlich dringend los

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2. Februar 2017 um 21:39
In Antwort auf biene2x8

Hallo,

ich stelle mir schon lange die Frage, ob eine gute Arbeit mit einer psychischen Krankheit überhaupt möglich ist (in meinem Fall: Angstzustände, Depression, soziale Phobie...)? Was ist eure Meinung? Und sollte man dem AG diese Info am Anfang geben oder lieber lassen? Gibt es Berufe, die man gar nicht mehr ausführen kann?

Freue mich auf eure Antworten.

Hi 
Ja es ist möglich! Ich bin Heilerziehungspflegerin und arbeite mit psychisch, körperlich und geistig beeinträchtigten Menschen 32Std.es ist nicht immer leicht aber mir hilft die Arbeit. Ich bin auch depressiv und leide häufig unter Angstattacken. Habe Medikamente, die mich nicht arbeitsfähig beeinträchtigen. Ob ich meine Arbeit gut mache weiß ich nicht, denke aber schon da mich meine Bewohner und Kollegen mögen und häufig auch um Rat fragen. Bin zudem Praxisanleitung einer Schülerin.
Außerdem eine Therapiehündin die mit mir dort ehrenamtlich arbeitet.
Aber nur weil mir die Arbeit hilft muss das nicht für andere auch so sein.
LG
 

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3. Februar 2017 um 8:26
In Antwort auf brillengestell

Ich möchte von der "anderen Seite" antworten, als Teamleiter in der IT, und meiner Erfahrung mit Mitarbeitern mit - ich darf gar nicht wissen ob wirklich - psychischen Krankheiten. Mir fällt nicht leicht, in der Situation allen Aspekten und Interessen, die in der Situation miteinander konkurrieren, gerecht zu werden.

Aus meiner geschäfltichen Rolle als "Repräsentant vor Ort" für die Geschäftsinteressen der Firma habe ich die Aufgabe, ein gutes Ergebnis an Teamleistung zu erreichen. Dazu gehört auch, dass im Team jeder das Gefühl hat, entsprechend seinen Leistungen fair behandelt zu werden.
Tue ich das nicht, fahre ich die anderen Teammitglieder in die Frustration.

In meiner Rolle als Mensch sehe ich, dass jeder von uns, und Menschen mit psychischen aus dem Üblichen schlagenden Eigenschaften, so seine besonderen Bedürfnisse hat. Und dass, aus sozialer Sicht, wir als Gesellschaft versuchen sollten, jeden im Boot zu halten, den wir können.
Tue ich das nicht, handele ich nach allgemeiner Wahrnehmung als unsozial.

Soweit, so verstanden. Was es schwer macht, sind Situationen in denen zwei Dinge zusammen kommen, nämlich psychologische Eigenschaften, die ein menschliches Miteinander und eine geschäftlich befriedigende Arbeitsleistung schlicht unmöglich machen, und dem Zwang des Arbeitsrechts, das zwar sozial gedacht ist, allerdings zu Situationen führen kann, die überhaupt nicht sozial sind, und an der schließlich alle leiden.

Ich muss in meiner Rolle demjenigen, wenn seine Arbeitsergebnisse - leider kam es vor - schlicht unbrauchbar waren, ihm das mitteilen. Dabei kann ich den Verdacht haben, dass er gar nicht anders kann, aufgrund seiner Eigenschaften. Ich darf allerdings weder die Personalabteilung fragen, ob mein Verdacht stimmt, noch denjenigen in ärztliche Behandlung senden, noch fragen, ob er sich schon in einer solchen befindet, denn das verbietet die Vertraulichkeit seiner Gesundheitsdaten.
Ich selbst müsste nun in der Situation letzlich eine Ausbildung als Psychotherapeut haben, um mit demjenigen im allerbesten Sinne gut umgehen zu können. Die habe ich allerdings nicht, ich kann mir das lediglich zu einem gewissen Teil laienhaft zusammen lesen. Die Soft Skills Trainings, die ich so ziemlich alle nehme, gehen so gut wie alle von belastungsfreien Ausgangslagen aus. Psychische Probleme sind im Management nur am Rande thematisiert.

Damit sitzen nun zwei Menschen in einer Situation miteinander, die gezwungenermassen beide am falschen Ort sind. Der Mitarbeiter, der in einer hochgezüchteten kommerziellen Umgebung keinen Platz findet, und der Vorgesetzte, der als Sozialarbeiter nicht taugt. Das Arbeitsrecht erlaubt daraus keinen Ausweg: Ich bin gezwungen mit jedem Mitarbeiter umzugehen als sei er gesund, ausserdem muss ich ihn bezahlen (lassen) als sei er gesund, also erhält er ein frustrierendes Feed-Back. Die Frage, ob er vielleicht aufgrund einer Krankheit gar nicht kann, darf ich nicht stellen, und wüsste ich es, fehlt mir die Ausbildung damit umzugehen, und wüsste ich es, so darf ich die Konsequenz daraus dass er nicht kann, nämlich ihn aus dem Arbeitsumfeld zu entfernen, nicht durchsetzen.
So ende ich in der Lage eines Psychotherapeuten, soll eine Umgebung bereitstellen wie in einer Psychopraxis, befinde mich jedoch in einer rein kommerziellen Arbeitsumgebung.
Die Gesellschaft lädt die Betreuung psychisch Kranker einfach auf mir ab.

Die Schmerzen auf allen Seiten sind vorprogrammiert. Es finden teils Work-Shops statt um betroffene Teamleiter vom Burn-Out zu schützen. Je nach psychologischer Krankheit bekommen die erkrankten Mitarbeiter das mit, oder merken es nicht, nicht jedes Bild erlaubt eine Empathie für den Chef. Falls sie es überhaupt mitbekommen, kündigen sie nicht von sich aus, denn ihre Lage ist immernoch besser als die Alternativen, die ihnen offen stehen.

Wie sähe aus Sicht psychisch Erkrankter (und da wird je nach persönlichem Bild sich wohl eine völlig unterschiedliche Antwort ergeben) eine gute Lösung aus? Wie bringt man kommerzielle Anforderungen, Datenschutz, Arbeitsrecht, und ein erkrankungsgerechte persönliche Zwänge unter einen Hut?

so, Teil 2:

ein Vorgesetzter ist weder Sozialarbeiter noch Therapeut und soll es auch nicht sein.
Die Situation, dass da zwei Menschen in einem Raum sitzen, die da gar nicht sein möchten, hast Du bei Gesunden genauso, oder?

Wenn ein AN ein spezielles Problem hat, dann ist es auch an ihm / ihr, das anzusprechen.
Ich habe in diesem Thread schon so einige Punkte genannt, die mir den Alltag wirklich sehr erleichtern - so etwas ist ja meistens schon drin und wenn das die Arbeitsleistung drastisch verbessert (und / oder Fehltage reduziert etc.), ist es auch für beide Seiten von Vorteil.

Ich denke, der Hauptpunkt ist die Frage, wieviel Bewusstsein dafür derjenige hat, der Dir da gegenüber sitzt. Wohl gemerkt, nicht Du, sondern der, der Dir gegenüber sitzt.
Stell es Dir als Diabetiker vor. Oder als Menschen mit einer körperlichen Behinderung - eine Hüftschaden oder so etwas. Auch diese Menschen sollten selbst am besten wissen, was sie mit ihrer Krankheit beachten müssen, wo ihre Grenzen liegen und was man wie tun kann. Da brauchst Du auch kein Medizin-Studium. Wenn der Diabetiker halt schlag 9:30 und Schlag 13 Uhr Essen muss, damit sich das mit seiner Inuslin-Einstellung ausgeht - muss er Dir Bescheid sagen und er muss mit Dir eine Regelung finden. Wenn der mit dem Hüftschaden im Meetingraum einen anderen Stuhl braucht, statt den Schemeln, die da so üblicher Weise stehen, weil es sonst einfach nur übel weh tut - muss er das ansprechen und mit Dir einen Regelung finden.
Du auf der anderen Seite kannst bestenfalls ansprechen, was Dir auffällt - sagen wir: einen sehr hohen Anteil krankheitsbedingter Ausfallzeiten und / oder eine stark schwankende Arbeitsleistung - um mal ein paar der üblichen Verdächtigen zu nennen. Du bist in der IT - also hast Du wie die meisten von uns bestimmt ein Händchen für Mustererkennung, oder? Also wo ist das Muster - was haben die Aufträge / Tage / ... mit guter Leistung gemeinsam und was die mit schlechter? Kannst Du ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Bei mir ließen sich die Krankheitstage drastisch reduzieren durch die andere Urlaubsplanung und Homeoffice, beispielsweise.
Aber da bist Du unterm Strich immer darauf angewiesen, wie derjenige, der Dir gegenüber sitzt mit seinen eigenen Stärken und Schwächen umgeht. Bei Gesunden genauso wie bei physisch genauso wie bei psychisch Kranken. Das ist bei uns nicht anders, es ist nur meist stärker ausgeprägt.

Das gilt übrigens auch für alles andere. Als IT - Leiter hattest Du hoffentlich mal eine Aus- und / oder Weiterbildung so in Richtung Motivationstheorien (und hoffentlich nicht nur den ollen Maslov), Führungstechniken usw. - das hilft Dir im Umgang mit psychisch Kranken ganz genau so. Wir sind keine eigene Menschenrasse, die Grundelemente sind immer gleich - nur die Ausprägungen unterscheiden sich (teilweise deutlich). Auch bei Gesunden erreichst Du ja Kollege A mit einem anderen Ansatz, Gesprächsstil, einer anderen Motivation besser als Kollege B - nun, bei den psychisch Kranken erreichst Du dann A viel besser als B - heißt aber auch: mit dem falschen Stil greifst Du viel tiefer in die ***. Da im Zweifelsfalle stärker auf die Signale achten und ggf. wechseln.

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3. Februar 2017 um 10:48
In Antwort auf biene2x8

Hallo,

ich stelle mir schon lange die Frage, ob eine gute Arbeit mit einer psychischen Krankheit überhaupt möglich ist (in meinem Fall: Angstzustände, Depression, soziale Phobie...)? Was ist eure Meinung? Und sollte man dem AG diese Info am Anfang geben oder lieber lassen? Gibt es Berufe, die man gar nicht mehr ausführen kann?

Freue mich auf eure Antworten.

Dafür gibt es doch die Probezeit, oder nicht? Arbeit ist sinnstiftend (je nachdem) und kann aus verschiedensten Gründen positiv auf dich wirken. Das hängt aber konkret von den Aufgaben und den Kollegen ab. 

Ich würde es vorher nicht in der Form dem Arbeitgeber sagen. Was soll er auch machen? Entweder die Stelle und du passen zusammen oder eben nicht. 

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3. Februar 2017 um 14:10

derletztezahlt, da stimme ich  dir zu. Aber ich werde jetzt auf jede Fall viel mehr aufpassen und nicht gleich alles annehmen und zustimmen, wenn es für mich nicht passt. Man kann ja über Lösungen sprechen, aber sich komplett von der anderen Seite etwas aufdichten zu lassen, um zu gefallen, ist sehr falsch habe ich gelernt.

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3. Februar 2017 um 18:35

Hallo Biene, 

ich stelle mir seit längerer Zeit die gleiche Frage mit der Arbeitsfähigkeit. Ich bin im vergangenen Jahr psychisch an Schizophrenie erkrankt... Ich hatte eine akute Psychose. Im letzten Jahr scheiterte meine berufliche Wiedereingliederung an mangelnder Konzentrationsfähigkeit. Am Montag startet Versuch Nr. 2. Ich hoffe so sehr, dass es dieses Mal klappen wird. Ich habe übrigens einen GdB von 40 und bei der Arbeitsagentur die Gleichstellung beantragt. Wenn ich Glück habe, dann werde ich gleichgestellt wodurch ich mir bessere Rahmenbedingungen erhoffe. Ich habe in den ersten beiden Wochen keinen Kundenkontakt. Danach ja... Früher mochte ich schwierige Kunden, jetzt habe ich Angst vor ihnen. Im Bereich Personal hast du ja mit Mitarbeitern und Kollegen zu tun, Das ist nochmal etwas anderes als mit fremden Menschen. 

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3. Februar 2017 um 22:44

Hallo gestoert2016,

ich wünsche dir ganz viel Glück und Kraft für deinen zweiten Versuch. Ich hoffe, dass du glücklich wirst und irgendwann das findest, wo du dich wohl fühlst und gerne arbeitest.

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4. Februar 2017 um 10:56
In Antwort auf biene2x8

Hallo gestoert2016,

ich wünsche dir ganz viel Glück und Kraft für deinen zweiten Versuch. Ich hoffe, dass du glücklich wirst und irgendwann das findest, wo du dich wohl fühlst und gerne arbeitest.

Danke dir, das wünsche ich dir auch.

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4. Februar 2017 um 11:02
In Antwort auf brillengestell

Ich möchte von der "anderen Seite" antworten, als Teamleiter in der IT, und meiner Erfahrung mit Mitarbeitern mit - ich darf gar nicht wissen ob wirklich - psychischen Krankheiten. Mir fällt nicht leicht, in der Situation allen Aspekten und Interessen, die in der Situation miteinander konkurrieren, gerecht zu werden.

Aus meiner geschäfltichen Rolle als "Repräsentant vor Ort" für die Geschäftsinteressen der Firma habe ich die Aufgabe, ein gutes Ergebnis an Teamleistung zu erreichen. Dazu gehört auch, dass im Team jeder das Gefühl hat, entsprechend seinen Leistungen fair behandelt zu werden.
Tue ich das nicht, fahre ich die anderen Teammitglieder in die Frustration.

In meiner Rolle als Mensch sehe ich, dass jeder von uns, und Menschen mit psychischen aus dem Üblichen schlagenden Eigenschaften, so seine besonderen Bedürfnisse hat. Und dass, aus sozialer Sicht, wir als Gesellschaft versuchen sollten, jeden im Boot zu halten, den wir können.
Tue ich das nicht, handele ich nach allgemeiner Wahrnehmung als unsozial.

Soweit, so verstanden. Was es schwer macht, sind Situationen in denen zwei Dinge zusammen kommen, nämlich psychologische Eigenschaften, die ein menschliches Miteinander und eine geschäftlich befriedigende Arbeitsleistung schlicht unmöglich machen, und dem Zwang des Arbeitsrechts, das zwar sozial gedacht ist, allerdings zu Situationen führen kann, die überhaupt nicht sozial sind, und an der schließlich alle leiden.

Ich muss in meiner Rolle demjenigen, wenn seine Arbeitsergebnisse - leider kam es vor - schlicht unbrauchbar waren, ihm das mitteilen. Dabei kann ich den Verdacht haben, dass er gar nicht anders kann, aufgrund seiner Eigenschaften. Ich darf allerdings weder die Personalabteilung fragen, ob mein Verdacht stimmt, noch denjenigen in ärztliche Behandlung senden, noch fragen, ob er sich schon in einer solchen befindet, denn das verbietet die Vertraulichkeit seiner Gesundheitsdaten.
Ich selbst müsste nun in der Situation letzlich eine Ausbildung als Psychotherapeut haben, um mit demjenigen im allerbesten Sinne gut umgehen zu können. Die habe ich allerdings nicht, ich kann mir das lediglich zu einem gewissen Teil laienhaft zusammen lesen. Die Soft Skills Trainings, die ich so ziemlich alle nehme, gehen so gut wie alle von belastungsfreien Ausgangslagen aus. Psychische Probleme sind im Management nur am Rande thematisiert.

Damit sitzen nun zwei Menschen in einer Situation miteinander, die gezwungenermassen beide am falschen Ort sind. Der Mitarbeiter, der in einer hochgezüchteten kommerziellen Umgebung keinen Platz findet, und der Vorgesetzte, der als Sozialarbeiter nicht taugt. Das Arbeitsrecht erlaubt daraus keinen Ausweg: Ich bin gezwungen mit jedem Mitarbeiter umzugehen als sei er gesund, ausserdem muss ich ihn bezahlen (lassen) als sei er gesund, also erhält er ein frustrierendes Feed-Back. Die Frage, ob er vielleicht aufgrund einer Krankheit gar nicht kann, darf ich nicht stellen, und wüsste ich es, fehlt mir die Ausbildung damit umzugehen, und wüsste ich es, so darf ich die Konsequenz daraus dass er nicht kann, nämlich ihn aus dem Arbeitsumfeld zu entfernen, nicht durchsetzen.
So ende ich in der Lage eines Psychotherapeuten, soll eine Umgebung bereitstellen wie in einer Psychopraxis, befinde mich jedoch in einer rein kommerziellen Arbeitsumgebung.
Die Gesellschaft lädt die Betreuung psychisch Kranker einfach auf mir ab.

Die Schmerzen auf allen Seiten sind vorprogrammiert. Es finden teils Work-Shops statt um betroffene Teamleiter vom Burn-Out zu schützen. Je nach psychologischer Krankheit bekommen die erkrankten Mitarbeiter das mit, oder merken es nicht, nicht jedes Bild erlaubt eine Empathie für den Chef. Falls sie es überhaupt mitbekommen, kündigen sie nicht von sich aus, denn ihre Lage ist immernoch besser als die Alternativen, die ihnen offen stehen.

Wie sähe aus Sicht psychisch Erkrankter (und da wird je nach persönlichem Bild sich wohl eine völlig unterschiedliche Antwort ergeben) eine gute Lösung aus? Wie bringt man kommerzielle Anforderungen, Datenschutz, Arbeitsrecht, und ein erkrankungsgerechte persönliche Zwänge unter einen Hut?

Eine sehr interessante Sichtweise. Vielen Dank dafür, auch wenn es nicht mein Thread ist, so fühle ich mich als Betroffene angesprochen. 

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4. Februar 2017 um 11:06
In Antwort auf biene2x8

Okay, danke für die Info, gut zu wissen. Muss ich mich organisatorisch da selber drum kümmern oder geht das dann seinen Weg, wenn ich einen Antrag gestellt habe. Weißt du, wie der Antrag genau heißt?

Der Antrag heißt "Antrag auf Feststellung einer Schwerbehinderung". Im Antrag auch die Merkzeichen beantragen. Am meisten hast du durch Merkzeichen kulturell und steuerrechtlich Vorteile, sofern sie zuerkannt werden. Ich habe leider keine bekommen.

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schlecht beim rausgehen
Von: fjnvd
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3. Februar 2017 um 18:29
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