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Anzeige erstatten

13. November 2012 um 20:04

Hallo liebe Userinnen,

damit ihr versteht wie es dazu kam muss etwas weiter ausholen. Im März hat mein damaliger Freund (3 Jahre Beziehung) mich verlassen und ich war am Boden zerstört. Ca. 2 Wochen danach hat sich ein Freund meiner Cousine angefangen für mich zu interessieren und wir haben angefangen miteinander zu schreiben. Ich war aber ziemlich fertig wegen meines Exfreundes und für mich war schon klar, dass ich nichts ernstes möchte. Dennoch habe ich mich mit ihm getroffen und wir hatten auch Sex. Dass ich mit ihm nichts aufbauen kann sagte ich ihm auch kurz darauf. Er hat mich aber immer wieder überreden können alles so weiterlaufen zu lassen und weil ich psychisch so angeschlagen war lies ich es zu, habe aber mehrmals versucht "ihn loszuwerden". Er war total aufbrausend und ist schon wegen Körperverletzung vorbestraft. Jedenfalls kam es dann an einem Abend dazu, dass ich zusammen mit einem Freund wieder versuchte, ihn per SMS loszuwerden. Darauf kam von ihm: "Was glaubst du eigentlich wie du mit mir umspringen kannst? Darüber müssen wir heut abend reden" usw. Er war außer sich. Er hat mich auch schonmal in einem Club ziemlich fest am Arm gepackt. Ich ging nach Hause und er meldete sich bei Facebook. Aus dem Gespräch lies sich herrausblicken, dass er auf dem Weg zu mir war. Dazu muss ich sagen, dass ich eine Stunde entfernt von ihm wohne. Jedenfalls telefonierte ich z besagter Zeit mit einem guten Freund von mir, der alles mitbekam. Ich hatte tierische Angst, dass er zu mir fährt, aber verwarf den Gedanken direkt, da es unfassbar krank von ihm wäre, sich einfach so auf den weiten Weg zu machen, wo ich ihm doch sagte er soll mich verdammt nochmal in Ruhe lassen. Er hat mir nämlich damals schon Angst gemacht, weil ich ihn durch seinen Psychoterror nicht loswerden konnte. Jedenfalls klingelte es kurz darauf an meiner Tür. Ich öffnete und er schob sich direkt in meine Wohnung, setzte sich auf den Stuhl und sagte er übernachte heute hier. Ich sagte er soll wieder gehen, ich hatte nbeschreibliche Angst, da ich es nicht fassen konnte, wie weit er gefahren war und hatte ebenfalls den Eindruck er hätte Drogen genommen, da er ganz rote Augen hatte und wahnsinnig aufgedreht war. Ich setzte mich so weit von ihm wie möglich, auf mein Bett, und war wie gelähmt. Da kippte die Stimmung bereits, da er dachte ich würde mich freuen ihn zu sehen. Er kam zu mir aufs Bett und zog mich zu sich. Ich versuchte ihn wegzudrücken und er versuchte mich zu küssen, während ich meinen Kopf immer wieder wegdrehte. Darafhin wurde er wütend und laut: "Hör jetzt auf mit der Scheiße!" und solche Sachen. Ich rückte immer wieder von ihm weg und sagte "Nein, ich will das nicht! Hör sofort auf! Lass mich in Ruhe!". Ich hatte solche Angst, denn er versuchte ständig mit seiner Hand in meine Hose zu gehen, wobei ich mit beiden Händen versuchte sie wegzudrücken. Als ich jedoch merkte, dass ich nicht mal ansatzweise stark genug war mich zu wehren, bekam ich noch mehr Angst. Als ich sagte er solle gehen und mich in Ruhe lassen schrie er ich "wäre nicht seine Mutter und hätte ihm nichts zu befehlen" und er wäre jetzt nicht "umsonst so weit gefahren und es würde ihm zustehen". Er wolle eine letzte Nummer zum Abschied, dann würde er mich in Ruhe lassen. Ich wehrte mich sicherlich 4 Stunden, es war mitten in der Nacht, doch er lies nicht locker. Irgendwann sagte er, wenn ich es mit ihm tue lösche er meine Nummer und ließe mich für immer in Ruhe. Es ging mir so schlecht und ich hatte solche Angst, dass er, sollte ich weiter nein sagen, sich einfach "holt was er will" und es zu erheblichen Verletzungen kommen könnte. Ich hatte Angst wie noch nie in meinem Leben. Also willigte ich ein. Ich sagte (wortwörtlich): "Ok, dann machs. Hol ein Kondom aber mach schnell, ich will einfach nur daliegen, nichts machen und warten bis es vorbei ist.". So geschah es auch. Es tat furchtbar weh und danach war ich wie betäubt. Ich redete danach noch unzusammenhängendes Zeug, um meine eigenen Gedanken nicht hören zu müssen. Am nächsten Tag erzählte ich es meinen engsten Freunden. Alle waren geschockt. Dennoch hatte ich eine Woche später noch normalen Kontakt zu ihm, ein Gespräch bei Facebook. Ich habe ihm die Chance gegeben sich zu entschuldigen, da er zu meiner Cousine meinte er hätte nicht gemerkt, dass ich es nicht wollte...aber kann man sowas denn nicht merken? Das dafür geplante Treffen habe ich jedoch einen Tag vorher nach einem Gespräch mit meiner Freundin angesagt, da ich zu groiße Angst vor einer Wiederholung hatte. Daraufhin flippte er komplett aus und ich fühlte mich in meiner Entscheidung bestätigt. Er schrieb mir noch einige hasserfüllte Nachrichten, obwohl ich nicht mehr reagierte. Für mich war es die ganze Zeit einfacher die Sache runterzuspielen und so zu tun, als wäre das alles nicht so schlimm. Aber es ist doch eine Vergewaltigung? Ich habe seit einiger Zeit einen neuen Freund und musste es ihm erzählen. Seitdem denke ich jeden Tag daran, trinke wahnsinnig viel Alkohol und weine sehr viel. Ich habe mich mit seiner Hilfe dazu entschlossen, eine Anzeige zu erstatten, habe jedoch höllische Angst, dass man mir nicht glaubt oder die normalen Gespräche und die Chance die ich ihm bot, anders ausgelegt zu bekommen als es gemeint war. Ich habe es auch niemandem as meiner Familie erzählt, teils aus Scham, teils auch aus Angst, eine Mitschuld unterstellt zu bekommen. Ich möchte nicht das typische Vergewaltigungsopfer sein, habe aber Angst, man schenkt mir keinen Glauben. Desweiteren muss ich es dann meinen Eltern, vor allen Dingen meinem Vater sagen. Das ist mir sowohl unangenehm, als auch peinlich und ich schäme mich einfach, weil ich das Gefühl habe es ist meine Schuld, schließlich hab ich mit seinen Gefühlen gespielt obwohl er mir egal war. Ich habe dennoch genug Zeugen, die das Geschehene bestätigen können, als auch Verläufe bei Facebook, wo er es indirekt zugibt. Dennoch habe ich ja danach noch normal geschrieben, ich weiß auch nicht wieso, vllt. weil ich versucht habe es runterzuspielen, aber ich schäme mich, habe das Gefühl ich denke das Falsche, tue das Falsche und gehe überhaupt ganz schlecht damit um. Jedenfalls würde es mich freuen, wenn ihr mir weiterhelfen könntet.
Liebe Grüße

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20. November 2012 um 15:58

Jasie
hat den Weißen Ring e.V. ja schon angesprochen.

Eine andere Möglichkeit der Hilfe und Unterstützung bietet Wildwasser e.V.
Ich persönlich bevorzuge eigentlich eher diesen Verein, weil er sich - im Unterschied zum Weißen Ring, der sämtliche Opfer von Gewalttaten und deren Angehörigen unterstützt und begleitet - ausschließlich der Unterstützung von Opfern sexueller Gewalt verschrieben hat.

Wie auch immer, Du solltest mit dem, was Dir passiert ist, nicht alleine bleiben, sondern Dich schnellstens an eine Beratungsstelle wenden.

Und rede Dir bitte nicht ein, dass Du Schuld an dem Geschehenen bist.
Das bist Du nicht!
Die Schuld trifft hier einzig und allein den Mann, der Dir das angetan hat.

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