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Antidepressiva Hypochondrie

9. Oktober um 9:45

Guten Morgen zusammen, 
Ich habe mal eine Frage. Und zwar nehme ich nun seit ca. 2 Monaten Citalopram wegen meiner Angststörung und Hypochondrie.  Nun nehme ich durch das Medikament leider immer mehr ab (ist ne häufige Nebenwirkung) und das möchte ich nicht, weil ich dann noch mehr Angst bekomme. Gibt es für meine psychische Erkrankung auch andere, empfehlenswerte Medikamente, die nicht dünner machen?

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9. Oktober um 10:47

Wie wäre denn, statt dich mit Medikamenten zu behandeln, eine richtige Psychotherapie? Von Tabletten gehen deine Probleme nämlich leider nicht weg. Und Psychopharmaka sind auch keine Hustenbonbons. Eine begleitende ambulante Psychotherapie wäre sicherlich sinnvoll. 
Und ja, es gibt auch Antidepressiva, die eher zu einer Gewichtszunahme führen. Aber das solltest du alles mit deinem Arzt besprechen. Hast du zumindest einen Facharzt (Psychiater) oder verschreibt dir das dein Hausarzt? Falls du noch keinen Psychiater hast, dann such dir einen und überlass dem die Medikation. Zeitgleich solltest du eine ambulante PT beginnen. 

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9. Oktober um 11:10
In Antwort auf orchideenblatt

Wie wäre denn, statt dich mit Medikamenten zu behandeln, eine richtige Psychotherapie? Von Tabletten gehen deine Probleme nämlich leider nicht weg. Und Psychopharmaka sind auch keine Hustenbonbons. Eine begleitende ambulante Psychotherapie wäre sicherlich sinnvoll. 
Und ja, es gibt auch Antidepressiva, die eher zu einer Gewichtszunahme führen. Aber das solltest du alles mit deinem Arzt besprechen. Hast du zumindest einen Facharzt (Psychiater) oder verschreibt dir das dein Hausarzt? Falls du noch keinen Psychiater hast, dann such dir einen und überlass dem die Medikation. Zeitgleich solltest du eine ambulante PT beginnen. 

Danke für die Antwort. Eine ambulante Therapie möchte ich auf jeden Fall auch machen bzw. hatte ich auch schon mal. Stehe nun aktuell wieder auf Wartelisten. Bekomme die Medikamente auch von einem Neurologen verschrieben. Bin da aber nicht so ganz zufrieden, deshalb hatte ich gefragt.

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9. Oktober um 12:39

Hier wird dir keiner ein besseres Medikament verschreiben können. Sprich am besten mit deinem Psychiater darüber, ob ein alternatives Präparat vielleicht besser zu dir passen könnte. 

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9. Oktober um 16:06

Viele Antidepressiva eignen sich auch bei Angsterkrankungen. Das ist nicht ungewöhnlich. 
Nur lindern sie eben nur die Symptome, nicht jedoch die Ursache. 

Generell gehe ich davon aus, dass ein Facharzt für Neurologie weiß, was er tut. Sie kriegt das Zeug ja nicht von ihrem Augenarzt. 

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9. Oktober um 16:45
In Antwort auf orchideenblatt

Viele Antidepressiva eignen sich auch bei Angsterkrankungen. Das ist nicht ungewöhnlich. 
Nur lindern sie eben nur die Symptome, nicht jedoch die Ursache. 

Generell gehe ich davon aus, dass ein Facharzt für Neurologie weiß, was er tut. Sie kriegt das Zeug ja nicht von ihrem Augenarzt. 

Du vertrittst hier die These von den "Göttern in Weiß": Was ein Facharzt entscheidet, darf nicht hinterfragt werden, er weiß besser was "das Beste" für seine Patienten ist als diese selbst usw. Der Patient wird dabei zum passiven Objekt.

Auch Fachärzte können sich irren und haben außerdem ihre eigenen (finanziellen) Interessen, Ideologien und Glaubenssätze, die NICHT wissenschaftlich fundiert sind. Kritisch ist es ebenfalls, wenn sich Fachärzte mit den besten Absichten auf manipulierte Studien und verzerrte Aussagen verlassen, wie es in den von mir verlinkten Artikeln detailliert beschrieben wird.

Die Realität unseres Gesundheitssystems sieht leider nicht so rosarot aus, wie du sie hier gerne darstellen möchtest...  ich möchte hier keineswegs gegen (Fach-)Ärzte hetzen, aber finde eine gesunde Skepsis dennoch angebracht.

Mit meinen Links wollte ich der Threaderstellerin lediglich die Möglichkeit geben, die Thematik mal von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten. Zumal die Artikel sehr sachlich gehalten sind.

Ansonsten kann ich auch noch von Erfahrungen aus meinem Bekanntenkreis berichten, wo eine Person von sogenannten "Fachärzten" regelrecht dazu genötigt wurden, Antidepressiva zu nehmen. Mal abgesehen davon, dass keine Person gezwungen werden darf, diese Medikamente zu nehmen - was hier allerdings durch den Aufbau von psychischem Druck geschehen ist. Der Person ging es nach der "Therapie" schlechter als jemals zuvor. Eine weitere Therapie einige Zeit später, die ohne Medikamente stattfand, war hingegen relativ erfolgreich. Insofern kann ich deiner Aussage, Fachärzte würden schon wissen, was sie tun, leider nicht uneingeschränkt zustimmen...

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9. Oktober um 17:46
In Antwort auf bblubb456

Du vertrittst hier die These von den "Göttern in Weiß": Was ein Facharzt entscheidet, darf nicht hinterfragt werden, er weiß besser was "das Beste" für seine Patienten ist als diese selbst usw. Der Patient wird dabei zum passiven Objekt.

Auch Fachärzte können sich irren und haben außerdem ihre eigenen (finanziellen) Interessen, Ideologien und Glaubenssätze, die NICHT wissenschaftlich fundiert sind. Kritisch ist es ebenfalls, wenn sich Fachärzte mit den besten Absichten auf manipulierte Studien und verzerrte Aussagen verlassen, wie es in den von mir verlinkten Artikeln detailliert beschrieben wird.

Die Realität unseres Gesundheitssystems sieht leider nicht so rosarot aus, wie du sie hier gerne darstellen möchtest...  ich möchte hier keineswegs gegen (Fach-)Ärzte hetzen, aber finde eine gesunde Skepsis dennoch angebracht.

Mit meinen Links wollte ich der Threaderstellerin lediglich die Möglichkeit geben, die Thematik mal von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten. Zumal die Artikel sehr sachlich gehalten sind.

Ansonsten kann ich auch noch von Erfahrungen aus meinem Bekanntenkreis berichten, wo eine Person von sogenannten "Fachärzten" regelrecht dazu genötigt wurden, Antidepressiva zu nehmen. Mal abgesehen davon, dass keine Person gezwungen werden darf, diese Medikamente zu nehmen - was hier allerdings durch den Aufbau von psychischem Druck geschehen ist. Der Person ging es nach der "Therapie" schlechter als jemals zuvor. Eine weitere Therapie einige Zeit später, die ohne Medikamente stattfand, war hingegen relativ erfolgreich. Insofern kann ich deiner Aussage, Fachärzte würden schon wissen, was sie tun, leider nicht uneingeschränkt zustimmen...

"​er weiß besser was "das Beste" für seine Patienten ist als diese selbst usw." Aus dem Grund hat derjenige ja auch Medizin studiert und eine Facharztausbildung gemacht. Und wenn ich das als Laie dann immernoch besser wüsste... Eieiei... Ich denke, dass ein Arzt besser weiß als ein Laie, was eine richtige Therapie sein kann. Ansonsten könnte man ja einfach bei Wikipedia nachschauen und sich seinen Kram selber verschreiben. Und ja, leider hilft nicht alles jedem gleich gut. Da muss leider auch ein bisschen ausprobiert werden. 
Eine 2. Meinung kann sich ja jeder einholen. Ist in vielen Fällen ja auch mehr als sinnvoll. Aber bei grundlegenden Behandlungen halte ich das nicht für nötig. 

Auch nicht sinnvoll finde ich, einem Angstpatienten zusätzliches Misstrauen einzureden bzgl. des Arztes, bei dem derjenige in Behandlung ist und bzgl. dessen Behandlung selbst. Aber gut, ist zu spät. 

Natürlich gibt es auch Ärzte (und Lehrer, Archtitekten, Krankenpfleger, Bürokaufleute, Verkäufer...), die keinen guten Job machen. Aber das lässt sich wohl kaum auf alle übertragen. Und eine erfolgreiche/erfolglose Behandlung hat nicht nur mit der Kompetenz/Inkompetenz des Arztes zu tun. 
 

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9. Oktober um 19:20
In Antwort auf orchideenblatt

"​er weiß besser was "das Beste" für seine Patienten ist als diese selbst usw." Aus dem Grund hat derjenige ja auch Medizin studiert und eine Facharztausbildung gemacht. Und wenn ich das als Laie dann immernoch besser wüsste... Eieiei... Ich denke, dass ein Arzt besser weiß als ein Laie, was eine richtige Therapie sein kann. Ansonsten könnte man ja einfach bei Wikipedia nachschauen und sich seinen Kram selber verschreiben. Und ja, leider hilft nicht alles jedem gleich gut. Da muss leider auch ein bisschen ausprobiert werden. 
Eine 2. Meinung kann sich ja jeder einholen. Ist in vielen Fällen ja auch mehr als sinnvoll. Aber bei grundlegenden Behandlungen halte ich das nicht für nötig. 

Auch nicht sinnvoll finde ich, einem Angstpatienten zusätzliches Misstrauen einzureden bzgl. des Arztes, bei dem derjenige in Behandlung ist und bzgl. dessen Behandlung selbst. Aber gut, ist zu spät. 

Natürlich gibt es auch Ärzte (und Lehrer, Archtitekten, Krankenpfleger, Bürokaufleute, Verkäufer...), die keinen guten Job machen. Aber das lässt sich wohl kaum auf alle übertragen. Und eine erfolgreiche/erfolglose Behandlung hat nicht nur mit der Kompetenz/Inkompetenz des Arztes zu tun. 
 

Orchideenblatt, ich glaube du bist was die Fachkompetenz von Ärzten betrifft etwas blauäugig. Deine Aussage mag zutreffen wenn es um ein technisches System geht, das einfach und komplett beschreibbar und analysierbar ist und wo man relativ einfach zum "allwissenden Experten" werden kann. Der menschliche Körper ist jedoch sehr viel komplexer und insbesondere die menschliche Psyche. Aus diesem Grunde basieren viele aktuell etablierte Sichtweisen in der Medizin auf Verallgemeinerungen, die nicht mehr den Kriterien der empirischen Wissenschaft entsprechen. Da landen wir schnell wieder in Zeiten, wo der Aberglaube regiert hat und teils zur Kontrolle der Menschen eingesetzt wurde.

Nur am Rande: Der Einsatz von Psychopharmaka wird auch unter "Experten" kritisch diskutiert.

Die Entscheidung, was "das Beste" für jemanden ist, hängt sehr stark von den individuellen Wertvorstellungen und Prioritäten eines Menschen ab. Für manche mag die Vorstellung akzeptabel sein, dass die Vorgänge im eigenen Gehirn verändert werden, andere wiederum fühlen sich wiederum in ihrer Würde verletzt, wenn ihnen so eine Behandlung aufgedrängt wird. Und dabei ist die Frage noch gar nicht beantwortet, ob die Medikamente wirklich helfen - oder ob sie einen nur abhängig machen.

Was nämlich auch ganz klar gesagt werden sollte: Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (="Antidepressiva" haben im Gehirn die selbe Wirkungsweise wie LSD. Deshalb kann es bei einer höheren Dosierung auch zu der selben Form von Haluzinationen wie bei LSD kommen. Auf solche Aspekte sollte ebenfalls hingewiesen werden, genauso darauf, dass diese Medikamente abhängig machen und unter anderem die Fähigkeit, Lust/Erregung zu empfinden, verringern. Manchmal sogar dauerhaft/irreversibel.

Wie gesagt, ich finde es anmaßend wenn ein Arzt über einen Patienten hinweg entscheidet, was für ihn "das Beste" sei. Ohne diesem die Möglichkeit zu geben, selbst möglichst objektiv Vorteile und Nachteile abzuwägen. Nur weil sich eine Vorgehensweise weitgehend etabliert hat und in "Fachkreisen" anerkannt ist.

Insofern find ich es auch nicht sinnvoll, einem Patienten, der bereits unter den Nebenwirkungen von Antidepressiva leidet, einzureden, das würde schon seine Richtigkeit haben und am Ende wäre es das Beste für ihn, diese Nebenwirkungen einfach zu ertragen bzw. zu ignorieren. Weil ja der Facharzt der Meinung sei, es würde ihm "helfen". Gerade das erhöht doch das Gefühl des Ausgeliefertseins und der eigenen Handlungsunfähigkeit. Und legt damit die Grundlage für (existentielle) Ängste. Ich kenne etliche Beispiele aus anderen Bereichen, wo genau das der Fall war... Patienten wurden teils bis an den Rand von Selbstmord getrieben, nur weil die Ärzte eine Vorgehensweise für "richtig" erachtet und schädliche Nebenwirkungen, die oftmals ja gar nicht in ihrer vollen Bandbreite erfasst werden (zu viel Aufwand oder Widerspruch zu finanziellen Interessen, siehe Artikel), haben.

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9. Oktober um 23:25
In Antwort auf bblubb456

Orchideenblatt, ich glaube du bist was die Fachkompetenz von Ärzten betrifft etwas blauäugig. Deine Aussage mag zutreffen wenn es um ein technisches System geht, das einfach und komplett beschreibbar und analysierbar ist und wo man relativ einfach zum "allwissenden Experten" werden kann. Der menschliche Körper ist jedoch sehr viel komplexer und insbesondere die menschliche Psyche. Aus diesem Grunde basieren viele aktuell etablierte Sichtweisen in der Medizin auf Verallgemeinerungen, die nicht mehr den Kriterien der empirischen Wissenschaft entsprechen. Da landen wir schnell wieder in Zeiten, wo der Aberglaube regiert hat und teils zur Kontrolle der Menschen eingesetzt wurde.

Nur am Rande: Der Einsatz von Psychopharmaka wird auch unter "Experten" kritisch diskutiert.

Die Entscheidung, was "das Beste" für jemanden ist, hängt sehr stark von den individuellen Wertvorstellungen und Prioritäten eines Menschen ab. Für manche mag die Vorstellung akzeptabel sein, dass die Vorgänge im eigenen Gehirn verändert werden, andere wiederum fühlen sich wiederum in ihrer Würde verletzt, wenn ihnen so eine Behandlung aufgedrängt wird. Und dabei ist die Frage noch gar nicht beantwortet, ob die Medikamente wirklich helfen - oder ob sie einen nur abhängig machen.

Was nämlich auch ganz klar gesagt werden sollte: Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (="Antidepressiva" haben im Gehirn die selbe Wirkungsweise wie LSD. Deshalb kann es bei einer höheren Dosierung auch zu der selben Form von Haluzinationen wie bei LSD kommen. Auf solche Aspekte sollte ebenfalls hingewiesen werden, genauso darauf, dass diese Medikamente abhängig machen und unter anderem die Fähigkeit, Lust/Erregung zu empfinden, verringern. Manchmal sogar dauerhaft/irreversibel.

Wie gesagt, ich finde es anmaßend wenn ein Arzt über einen Patienten hinweg entscheidet, was für ihn "das Beste" sei. Ohne diesem die Möglichkeit zu geben, selbst möglichst objektiv Vorteile und Nachteile abzuwägen. Nur weil sich eine Vorgehensweise weitgehend etabliert hat und in "Fachkreisen" anerkannt ist.

Insofern find ich es auch nicht sinnvoll, einem Patienten, der bereits unter den Nebenwirkungen von Antidepressiva leidet, einzureden, das würde schon seine Richtigkeit haben und am Ende wäre es das Beste für ihn, diese Nebenwirkungen einfach zu ertragen bzw. zu ignorieren. Weil ja der Facharzt der Meinung sei, es würde ihm "helfen". Gerade das erhöht doch das Gefühl des Ausgeliefertseins und der eigenen Handlungsunfähigkeit. Und legt damit die Grundlage für (existentielle) Ängste. Ich kenne etliche Beispiele aus anderen Bereichen, wo genau das der Fall war... Patienten wurden teils bis an den Rand von Selbstmord getrieben, nur weil die Ärzte eine Vorgehensweise für "richtig" erachtet und schädliche Nebenwirkungen, die oftmals ja gar nicht in ihrer vollen Bandbreite erfasst werden (zu viel Aufwand oder Widerspruch zu finanziellen Interessen, siehe Artikel), haben.

Und du bist scheinbar sehr misstrauisch. 

Natürlich ist der Einsatz von Psychopharmaka kritisch zu sehen. Wie gesagt, es sind keine Hustenbonbons, die man munter einwerfen kann. Und sie lindern nur Symptome, ändern aber keine Ursachen. Sie können und sollen nicht der einzige Weg für viele psychische Erkrankungen sein. Manchmal aber eine wichtige Ergänzung und Unterstützung. 

Bzgl. das Beste für jemanden: ich bezog das auf den Einsatz bestimmter Medikamente. Das weiß ein Arzt sicher besser als ein Laie. Und ein Facharzt wird nach seiner Ausbildung wissen, wann man Antidepressiva gibt. So wie ein Kardiologie weiß, wann Betablocker Sinn machen. 

Antidepressiva machen nicht abhängig. Und es gibt mehr Antidepressiva als nur die SSRI. Die machen auch nicht abhängig. Deshalb weist logischerweise auch keiner auf eine Abhängigkeit hin.

Nirgends schreibe ich, die Te soll die Nebenwirkungen ertragen und ignorieren. Im Gegenteil: ich habe ihr geraten, mit ihrem Arzt zu sprechen darüber, weil es vielleicht ein besser passendes Präparat für sie gibt.

Die Aussage, dass der Arzt wissen wird, was er tut, war auf dich bezogen. Weil du sagtest, du wärest schon skeptisch wegen der Antidepressiva bei einer Angsterkrankung.

Den Vergleich mit dem LSD hab ich noch nicht gehört. 

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10. Oktober um 1:50
In Antwort auf orchideenblatt

Und du bist scheinbar sehr misstrauisch. 

Natürlich ist der Einsatz von Psychopharmaka kritisch zu sehen. Wie gesagt, es sind keine Hustenbonbons, die man munter einwerfen kann. Und sie lindern nur Symptome, ändern aber keine Ursachen. Sie können und sollen nicht der einzige Weg für viele psychische Erkrankungen sein. Manchmal aber eine wichtige Ergänzung und Unterstützung. 

Bzgl. das Beste für jemanden: ich bezog das auf den Einsatz bestimmter Medikamente. Das weiß ein Arzt sicher besser als ein Laie. Und ein Facharzt wird nach seiner Ausbildung wissen, wann man Antidepressiva gibt. So wie ein Kardiologie weiß, wann Betablocker Sinn machen. 

Antidepressiva machen nicht abhängig. Und es gibt mehr Antidepressiva als nur die SSRI. Die machen auch nicht abhängig. Deshalb weist logischerweise auch keiner auf eine Abhängigkeit hin.

Nirgends schreibe ich, die Te soll die Nebenwirkungen ertragen und ignorieren. Im Gegenteil: ich habe ihr geraten, mit ihrem Arzt zu sprechen darüber, weil es vielleicht ein besser passendes Präparat für sie gibt.

Die Aussage, dass der Arzt wissen wird, was er tut, war auf dich bezogen. Weil du sagtest, du wärest schon skeptisch wegen der Antidepressiva bei einer Angsterkrankung.

Den Vergleich mit dem LSD hab ich noch nicht gehört. 

Ich hab einfach zu viele negative Erfahrungen in dem Bereich gemacht, insbesondere wenn es darum geht, Nebenwirkungen unter den Teppich zu kehren. Und wie sich Ärzte auf ein Thema versteifen, das sie "messen" können, während die nicht eindeutig messabren Nebenwirkungen (und dazu gehören vor allem psychische Themen) praktisch nicht zählen. Oder gesagt wird, das würde so selten auftreten, da müsse man sich keine Sorgen machen. Wenn man Nebenwirkungen hat, wird eindach durchprobiert... und wenn Nebenwirkungen bei allen Medikamenten auftreten? Kaum ein Arzt wird dann sagen, man soll das Medikament eben weglassen weil es die Nebenwirkungen (und Risiken) nicht wert sind.

Sag das mit dem nicht abhängig machen mal einer Bekannten von mir, die seit vielen Monaten versucht, ihre Antidepressiva abzusetzen bzw. zu reduzieren, aber sehr schlimme Entzugserscheinungen hat.

Wenn du wenigstens so argumentieren würdest, dass der durchschnittliche Patient von den Neben- oder Nachwirkungen nichts Nenneswertes bewusst (!) mitbekommt, dann könnte ich dir ja teilweise zustimmen... aber bei deiner Argumentationsweise wird mir leider zu viel ausgeblendet und und meiner Erfahrung nach leider auch die Branche unrealistisch schöngeredet...

Nebenbei: Bei psychischen Erkrankungen haben gerade die Menschen die besten Heilungsaussichten, die Eigenverantwortung übernehmen und selbst zum "Experten" für ihre Erkrankung werden. Also eben nicht blind den Ärzten vertrauen... glücklicherweise gibt es auch einige Experten, die in diese Richtung arbeiten.

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10. Oktober um 1:52
In Antwort auf orchideenblatt

Hier wird dir keiner ein besseres Medikament verschreiben können. Sprich am besten mit deinem Psychiater darüber, ob ein alternatives Präparat vielleicht besser zu dir passen könnte. 

Dem stimme ich zu. An sichh sollte Citalopram nichts zur Gewichtsabnahme füren. Aber der Arzt wird dir vielleicht stattdessen das ähliche, ziemlich gut verträgliche Seralin verschreiben. Wartezeit bei der Umstellung beachten.
Es ist nicht richtig, dasss diese selektiven Serotin Rückaufnahme Hemmer bei Änsten (besonders mit Panikattacken) und Zwängern nicht wirken. Sie sind für beide Indikationen ausdrücklich von der EMA und der FDA zugelassen. (der eropäischen bzw der US. amerikanischen Zulassungsbehörde).

Bei Änsten und Zwängen dosiert man höher als bei Depressionen. Du weisst sicher, dass diese Medikamente erst nah 17 Einnahmetagen wirken. Selene Ausnahmen gibt es. Bei mir hat SERTLANIN erst nach 28 Tagen 100 mg gegen meine Angststörung mit Panikattacken gewirkt. Später konnte ich die Dosis auf 50 mg runtersetzen Bei mir war die Wirkung fantastisch.

Es gibt tatsächlich eine gute psychoterapheutische Metode: Die Systhematisch Desesesibilisierung nach Wolpie (mit späteren leichte Verbesserungen). Es ist aber sehr schwer einen Therapeten zu finden, der die Metode gut beherrscht. Bei den Übungen muss er zB. von sich absehen können. Eines meiner Zwischenziehle war zB mit einer süssen Aushilfsnachtschweste essen zu gehen (wir mochten uns) Er hat ihr dafür freigegeben. Ich habe etwa 35 Sitzunge gehabt und dann die Übungen, meisens allein. Eine schlechte Verhalensterapeuter erkenns du auch daran, dass er nie mit Dir in die Welt ausserhalb senes Praxisraums geht

In der Dornierklinken haben sie auch solche  Terapeutenten (Gemäß telefonischer Auskunft); in speyer gibt es einen der wirklich  gut ist(ambulante Behandlung).

Es gibt noch eine weitere Verhaltenstherapie die extrem schnell wirkt, aber auch Verschimmerungen Hervorrufen kann. Sie beruht auf einer fast sofortigen Konfrontation mit dem scklimmsten Angstreiz. Da es bei einer meiner Bekannten in der Ravensburger Psychiatrie zu einer Verschlechteung geführt hat, bin ich nicht so dafür, obgleich so ein Einzelfall ja praktisch nichts beweist.

Falls es dich interessiert: Joseph Wolpe; Paxis der Verhaltensterapie kannst du bei amazon billig gebraucht kaufen.

Noch etwas: geh danach NIE zu einem Psychoanalytiker! Er wrd unbewusst den Erkolg seines Kollegen nicht ertagen können ("narzitische Kränkung" bei ihm) und versuchen, den Erfolg zu nichte zu machen. Sehr seltene Ausnahmen gibt es zugebenerweise auch da.ES IST NICHT SO, das der Analytiker dir Absichtlich  schaden will, es ist einfach sowas wie ein Machinismus, für den er nichts kann.

Übe lieber selbst weiter, bei Schwieriketen kannst du deinen Veraltenstheapeuten anrufen und ihn fragen, wie du jetzt weitertrainieren kannst, notfalls vielleicht noch 2 Sitzungen bei ihm nehmen.

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10. Oktober um 3:29
In Antwort auf bblubb456

Orchideenblatt, ich glaube du bist was die Fachkompetenz von Ärzten betrifft etwas blauäugig. Deine Aussage mag zutreffen wenn es um ein technisches System geht, das einfach und komplett beschreibbar und analysierbar ist und wo man relativ einfach zum "allwissenden Experten" werden kann. Der menschliche Körper ist jedoch sehr viel komplexer und insbesondere die menschliche Psyche. Aus diesem Grunde basieren viele aktuell etablierte Sichtweisen in der Medizin auf Verallgemeinerungen, die nicht mehr den Kriterien der empirischen Wissenschaft entsprechen. Da landen wir schnell wieder in Zeiten, wo der Aberglaube regiert hat und teils zur Kontrolle der Menschen eingesetzt wurde.

Nur am Rande: Der Einsatz von Psychopharmaka wird auch unter "Experten" kritisch diskutiert.

Die Entscheidung, was "das Beste" für jemanden ist, hängt sehr stark von den individuellen Wertvorstellungen und Prioritäten eines Menschen ab. Für manche mag die Vorstellung akzeptabel sein, dass die Vorgänge im eigenen Gehirn verändert werden, andere wiederum fühlen sich wiederum in ihrer Würde verletzt, wenn ihnen so eine Behandlung aufgedrängt wird. Und dabei ist die Frage noch gar nicht beantwortet, ob die Medikamente wirklich helfen - oder ob sie einen nur abhängig machen.

Was nämlich auch ganz klar gesagt werden sollte: Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (="Antidepressiva" haben im Gehirn die selbe Wirkungsweise wie LSD. Deshalb kann es bei einer höheren Dosierung auch zu der selben Form von Haluzinationen wie bei LSD kommen. Auf solche Aspekte sollte ebenfalls hingewiesen werden, genauso darauf, dass diese Medikamente abhängig machen und unter anderem die Fähigkeit, Lust/Erregung zu empfinden, verringern. Manchmal sogar dauerhaft/irreversibel.

Wie gesagt, ich finde es anmaßend wenn ein Arzt über einen Patienten hinweg entscheidet, was für ihn "das Beste" sei. Ohne diesem die Möglichkeit zu geben, selbst möglichst objektiv Vorteile und Nachteile abzuwägen. Nur weil sich eine Vorgehensweise weitgehend etabliert hat und in "Fachkreisen" anerkannt ist.

Insofern find ich es auch nicht sinnvoll, einem Patienten, der bereits unter den Nebenwirkungen von Antidepressiva leidet, einzureden, das würde schon seine Richtigkeit haben und am Ende wäre es das Beste für ihn, diese Nebenwirkungen einfach zu ertragen bzw. zu ignorieren. Weil ja der Facharzt der Meinung sei, es würde ihm "helfen". Gerade das erhöht doch das Gefühl des Ausgeliefertseins und der eigenen Handlungsunfähigkeit. Und legt damit die Grundlage für (existentielle) Ängste. Ich kenne etliche Beispiele aus anderen Bereichen, wo genau das der Fall war... Patienten wurden teils bis an den Rand von Selbstmord getrieben, nur weil die Ärzte eine Vorgehensweise für "richtig" erachtet und schädliche Nebenwirkungen, die oftmals ja gar nicht in ihrer vollen Bandbreite erfasst werden (zu viel Aufwand oder Widerspruch zu finanziellen Interessen, siehe Artikel), haben.

EINE WIKLICH STEILE THESE; der Vergleich von SSRI und LSD.
Im in Deutsclund fürenem Lerbuch:

BENKERT, Otto; HIPPIUS, Hans. (Springer Verlag; Berlin, Heidelberg, New York) seht das jedenfalls nirgens. Hingegen steht etwas über die Wirkungsweise sowohl vom SSRI als auch von LSD.

LSD ist AFAIK auch kein Neurotransmitter- SSRI sind es auch nicht, aber sie versuchen. den Mangel von Seotonin an den Empfangstellen der Ermpfängerneuronen bestmöglich zu normalisieren-

Ich nehme täglich 50 mg des SSRI Sertralin.

Nach benkert/hippius darf man damit autofahren. Das solllte man unter LSD mE auf keinen Fall.
Ich habe unter Sertalin nie Halluziationen, Optische Verzerrungen, oder sonstige merkwürdige Phänomene elebt.

Für eine derart krasse Behautung

"Was nämlich auch ganz klar gesagt werden sollte: Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (="Antidepressiva" haben im Gehirn die selbe Wirkungsweise wie LSD. Deshalb kann es bei einer höheren Dosierung auch zu der selben Form von Haluzinationen wie bei LSD kommen. Auf solche Aspekte sollte ebenfalls hingewiesen werden, genauso darauf, dass diese M"
(DAS IST DEIN TEXT!)

Möchte ich belasbare Daten und nicht nur eine schlichte Behauptung.

Die Neuste Ausgabe von Benkert / Hippius ist für November angekündigt. Ganz gut lesbar.

Gruß und nichts für ungut!
 

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10. Oktober um 14:50
In Antwort auf steffen244

EINE WIKLICH STEILE THESE; der Vergleich von SSRI und LSD.
Im in Deutsclund fürenem Lerbuch:

BENKERT, Otto; HIPPIUS, Hans. (Springer Verlag; Berlin, Heidelberg, New York) seht das jedenfalls nirgens. Hingegen steht etwas über die Wirkungsweise sowohl vom SSRI als auch von LSD.

LSD ist AFAIK auch kein Neurotransmitter- SSRI sind es auch nicht, aber sie versuchen. den Mangel von Seotonin an den Empfangstellen der Ermpfängerneuronen bestmöglich zu normalisieren-

Ich nehme täglich 50 mg des SSRI Sertralin.

Nach benkert/hippius darf man damit autofahren. Das solllte man unter LSD mE auf keinen Fall.
Ich habe unter Sertalin nie Halluziationen, Optische Verzerrungen, oder sonstige merkwürdige Phänomene elebt.

Für eine derart krasse Behautung

"Was nämlich auch ganz klar gesagt werden sollte: Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (="Antidepressiva" haben im Gehirn die selbe Wirkungsweise wie LSD. Deshalb kann es bei einer höheren Dosierung auch zu der selben Form von Haluzinationen wie bei LSD kommen. Auf solche Aspekte sollte ebenfalls hingewiesen werden, genauso darauf, dass diese M"
(DAS IST DEIN TEXT!)

Möchte ich belasbare Daten und nicht nur eine schlichte Behauptung.

Die Neuste Ausgabe von Benkert / Hippius ist für November angekündigt. Ganz gut lesbar.

Gruß und nichts für ungut!
 

Soweit ich mich erinnere ging es hier um die Auswirkungen auf die Signalübertragung in den Synapsen. Dass hier SSRI und LSD ähnliche oder die selben Effekte hervorrufen. Wobei die SSRI in der Anwendung deutlich schwächer dosiert sind, weshalb es in der Regel zu keinen Haluzinationen kommt (wie gesagt, bei Überdosierung wäre es aber möglich).

Leider konnte ich meine Quelle für diese Informationen auf die Schnelle nicht mehr finden und habe momentan nicht die Zeit, die Zusammenhänge anhand der biochemischen Wirkungsweise beider Substanzen zu erklären. Deshalb möchte ich meine Assage von vorhin zumindest relativieren (also dass SSRI die selbe Wirkungsweise haben wie LSD).

Unabhängig davon sehe ich es weiterhin kritisch, mit bewusstseinverändernden Medikamenten in die Vorgänge im Gehirn einzugreifen.

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11. Oktober um 23:16
In Antwort auf user30219

Guten Morgen zusammen, 
Ich habe mal eine Frage. Und zwar nehme ich nun seit ca. 2 Monaten Citalopram wegen meiner Angststörung und Hypochondrie.  Nun nehme ich durch das Medikament leider immer mehr ab (ist ne häufige Nebenwirkung) und das möchte ich nicht, weil ich dann noch mehr Angst bekomme. Gibt es für meine psychische Erkrankung auch andere, empfehlenswerte Medikamente, die nicht dünner machen?

Woher kommt die Angststörung/ Hypochondrie?
Ein Antidepressivum, dass den Appetit hemmt, zu wechseln auf ein Antidepressivum, das den Appetit nimmt oder gar erhöht, sollte kein Problem, sprich mit deinem Arzt.
Gerade Citalopram morgens kann man durchaus kombinieren mit einem Antidepressivum der älteren generation für Abends, das müde macht, aber auch den Appetit massiv erhöht (z.Bsp. Mirtazapin).
Sprich mit deinem Arzt.

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