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Anklage nach 22 Jahren, aber nicht gerichtlich...

6. Juli 2014 um 0:34

Hi,

ich wollte nur mal so ein paar Meinungen einholen, weil ich in einer Ratlosen Situation stecke...

Also zunächst ich bin soweit stabil jetzt, war auch schon in Therapie und besuche derzeit auch eine Selbsthilfegruppe.

Ich bin ursprünglich aus Moskau, wohne aber schon 19 Jahre in Deutschland. Ich war jetzt schon 3 Jahre nicht mehr in Moskau und habe während der Zeit meinen kindheitlichen Missbrauch versucht zu verarbeiten. Der Täter ist in der Familie und wenn ich hin fahre, könnte es sein, dass ich ihn treffe. Ich weiß nicht, denkt ihr ich kann das gegenüber meiner Familie offen legen? Meine Mutter, die hier wohnt, weiß Bescheid, aber sie sagt ich darf das auf keinen Fall sagen, dass würde meine Oma töten. Und sowieso geht mich das nichts an, was sie dort machen. Außerdem hat der Täter auch eine 16 Jährige Tochter und ich weiß nicht, ob da was gelaufen ist. Ich mache mir da große Sorgen und Vorwürfe, dass ich das nicht gleich gesagt hatte

Aber jetzt ist es schon so lange her, ist das überhaupt irgendwie vertretbar, wenn ich jetzt mit der Sprache rausrücke? Immerhin ist es ja so, ich fahr hin wühl alles auf und dann bin ich wieder in meinem sicheren Deutschland und die können sehen wie die klar kommen... Versteht mich einer?

Würde mich über Meinungen dazu freuen. Ich denke das könnte mir helfen meine Gedanken zu sortieren...

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9. Juli 2014 um 20:19

Es ist deine Geschichte, also erzähl sie
Es ist normal, dass Opfer erst sehr viel später über die Tat reden können.
Lass dir doch nicht den Mund verbieten!
Dass deine eigene Mutter den Täter deckt, und dich mit so einer Aussage unter Druck setzt ist schlimm, aber das ist ihr Problem. Leider passiert auch das recht häufig, dass Mütter wegschauen und ihre Töchter unter Druck setzen statt zu helfen.
Du hast recht, auch wegen der Tochter solltest du (meiner Meinung nach) nicht schweigen.
Pass halt auf, dass du nicht noch mehr verletzt wirst. (z.b. könnte es sein, dass sie dir nicht glauben, dich lächerlich machen oder gar tätlich werden)

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20. Juli 2014 um 5:31

Es lohnt sich
Ich konnte gerade nicht schlafen weil mir mein eigener missbrauch im kopf umhergespukt ist..
so bin ich auf deinen Eintrag gekommen.

Ich weiss, es braucht Mut, aber es ist besser darüber zu sprechen. Vielleicht verändert sich dadurch was in deiner Familie, was dich vielleicht zuerst erschreckt. aber es wird sich zum besseren verändern.
Auch wenn es schon lange her ist, ist es wichtig nicht zu schweigen.
Ich habe auch lange gewartet, aber ich habe trotzdem irgendwann darüber gesprochen.
ich denke es braucht immer eine lange zeit damit man überhaupt darüber sprechen kann.

Du musst jetzt auf dich selber achten, und darüber sprechen. es geht in diesem moment nur um dich. Es ist gut andere Leute darüber zu informieren.
Lass dich nicht abschrecken, dadurch, dass diese "anderen" deinen "Missbraucher" kennen. es ist wichtig für dich und dein Leben, alldas ans licht zu bringen.
Du bist jetzt an der reihe, und du hast es verdient.
Es wird Turbulenzen geben, dein "missbraucher" wird sich vielleicht rausreden wollen, aber am Ende wird alles besser. Versprochen.
Die meisten leute werden dir glauben.

also im klartext, es ist nicht leicht, aber es lohnt sich wirklich.
ich wünsche mir, dass du deinen mut zusammenbringst.


<3



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